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2: 1887
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schauen kann, als wenn es an einem seidenen Faden hing. Als ich nunüber diese so wunderbare Erscheinung erschrocken war, weil ich nie solchesgesehen hatte, hörte ich vom Himmel eine Stimme, welche besonders euchanredete und sagte: „Bruder Johannes, es ist der Wille des allmächtigenGottes, daß du mit deinen eigenen Händen ein Kreuz mit dem Bilde unseresHerrn Jesus Christus anfertigen sollst, so viel möglich ähnlich der Gestalt,wie du es hier in der Luft im Schlafe, dein Bruder aber mit offenen Augen,erblickest. Dieses Kreuz soll in der Johanniterordenskirche zu Lage aufge-stellt werden mit gebührender Ehrfurcht, und durch dieses werden kraft desLeidens Jesu Christi viele Leidende Heilung erlangen. Wenn du aber diesesKreuz mit dem Bilde Jesu Christi, jedoch mit Ausnahme des linken Armes,vollendet hast, wirst du sterben und ein seliges Ende haben; ich aber sollnach deinem Hinscheiden den linken Arm und so das ganze Kreuz mit demBilde Jesu Christi fertig machen. Dann werde ich dir durch einen seligenTod nachfolgen. Ferner sagte die Stimme Gottes zu euch, daß ihr, liebsterBruder, alsbald aufstehen und mit mir und Anderen das Holz suchen sollt,das zu dieser Arbeit dienlich sei und für dieses werde Jesus, das Heil Aller,euer Lohn in Ewigkeit sein. Nach diesen Worten verschwand jene herrlicheErscheinung aus meinen Augen und habe ich sie nicht weiter gesehen." Under sagte: „Ist es nicht so, liebster Bruder?" Der Bruder Johannes ant-wortete: „Ja, theuerster Bruder, gerade so ist es, wie ihr sagt und washaltet ihr davon?" Der Bruder Rodolphus antwortete: „Keiner von unskennt jene Kunst, auch nicht im Geringsten. Wenn wir also dieses beginnen,wird man über uns lachen. Wenn wir aber dem allmächtigen Gotte, dessenStimme zu uns geredet hat, nicht gehorchen, dann handeln wir schlecht, jasehr schlecht und thöricht, denn der Apostel sagt: es ist fürchterlich, in dieHände des lebendigen Gottes zu fallen; und was meint ihr, liebster Bru-der?" Der Bruder Johannes antwortete: „Ich bin derselben Ansicht. Dasist wahr: ich habe nie die geringste Kenntniß gehabt, etwas aus Holz an-zufertigen und ihr auch nicht, wie können wir also ein so schönes und zier-liches Kreuz und Bild herstellen? Wenn wir aber der Stimme Gottes nichtgehorchen, werden wir uns seinen Unwillen und Fluch zuziehen. Wennaber der allmächtige Gott uns ein solches Werk befiehlt, wird er uns auchBerstand, Kenntniß und Fähigkeit verleihen, es auszuführen. Ich will direin Beispiel anführen. Hat nicht der allmächtige Gott der Eselin Balaamsdie Sprache verliehen, was gegen die Natur zu sein scheint? Um so mehrkann er uns die Fähigkeit verleihen, in einem so heiligen Geschäfte seinenWillen zu thun. Sagt nicht der Prophet von ihm: Alles, was Gott ge-wollt hat, hat er gemacht im Himmel und auf Erden, im Meere und inallen Abgründen. Und ebenso: er sagte und es ist geworden, er befahlund es wurde geschaffen. Hat nicht der Herr Jesus Christus seinen unge-bildeten und einfältigen Jüngern die Gnade gegeben, das Wort Gottes zu