Druckschrift 
2: 1887
Seite
137
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Und's Erste deiner Worte —

Mein erstes Wunderwerk —

So will's des Himmels Pforte,

Das sei hier „Frauenberg".

Sie sprach's und war verschwunden —Ich sprach's und war erwacht —O übersel'ge Stunden,

Du redend mich gemacht! —

Da sah'n sie's Bildniß scheinen,

Hoch oben an der Lind',

Und fangen an zu weinen —Die Mutter und das Kind.

Dann sinken's freudig niederAuf's thränend Angesicht,

Und thauen DankesliederAus ihrem Augenlicht.

Heut sieht*man an der Stelle,

Wo dies soll einst gescheh'n, —Die FrauenbergkapelleRecht lieb und würdig steh'n.

Da steh'n — die Braut — im BlauenAuf Plaintings Frauenhöh',

Wie wird mir beim BeschauenDes Kirchleins Wohl und weh! —

Man sagt von Mund zu MundeNoch dieses Wunderwerk; —Der Hügel heißt zur StundeNoch immer „Frauenberg".

Noch andere Sagen berichten über die Entstehung dieser Wallfahrt:

Man habe das Gnadenbild eines Tages an einer Eiche hängend ge-sunden, welche sodann gefällt, das Gnadenbild aber ick die Nikolauskapelledes Marktes gebracht wurde, wo dasselbe jedoch wieder verschwunden undan dem ursprünglichen Orte wieder gefunden wurde. Daraufhin habe manan dieser Stelle eine hölzerne Kapelle gebaut.

Wiederum heißt es, ein Graf habe in Folge eines Gelübdes im Kriegedie Kapelle gebaut.

Ziehen wir nun die Geschichte zu Rathe, so erfahren wir, daß diehölzerne Kapelle, welche bis 1860 an dieser Stelle gestanden, jedenfalls vordem Jahre 1669 errichtet worden. Denn beim Abbruch derselben fand maneine Votivtasel aus diesem Jahre. Sodann ist noch constatirt, daß früher-hin die allerseligste Jungfrau an diesem Orte verehrt wurde und viele merk-würdige Gebetserhörungen daselbst stattfanden. Mehr aber ist aus frühererZeit nicht bekannt.

Die jetzige Wallfahrtskapelle wurde im Jahre 1857 zu bauen be-gonnen und 1860 vollendet. Das Gnadenbild wurde auf Kosten der Schick-schen Familie in München von dem berühmten Maler Müller 1859 restau-rirt. Unter demselben befindet sich die Inschrift:

Maria Hüls! O Mutter mein, o Jungfrau rein,

Bitt Vor mich dein Liebes Jesulein,

Mein anliegen, noth, Klag ich dirLaß mich ohne Trost nicht gehn Von dir.

Besonders zu bemerken sind ferner die 6 gemalten Glasfenster, der inLindenholz geschnitzte Kreuzweg und zwei Votivtafeln. — Die Kapelle hat