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Hörst nicht die Bienen summenDes süß'sten Honigs voll?Wie, sag'n dir nicht die Stummen,Daß man Gott ehren soll?

Daß man Maria preise,

Die ohne Makel blieb,

Nach alter, frommer WeiseMit glüh'nder Kindeslieb? —

Also, was eilst so schnelle? -Du bist halt Welle blind!

D'rum stehst nicht die KapelleHoch oben an der Lind'!

Ich aber kann sie schauenUnd in ihr, o so gern!

Dort oben hoch im BlauenDie Mutter meines Herrn.

Ihr sing' ich dieses LiedchenDer Christen Hut und Wehr!Es reg' sich jedes GliedchenStets ihr zu Lieb' und Ehr'!

Vor vielen, vielen JahrenSchlief einst ein frommes KindAus seinen blonden Haaren,Wo dort die Linden sind.

Im süßen Mutterschooße —Ein kleiner Engel — rein,Im Händchen eine RoseAls niedlich's Tändelein.

Darauf gar selig ruhteDer guten Mutter Blick:

Es war ja's Kind, das gute,Ihr einzig's Erdenglück.

Sie betet bald, bald weinetVoll Kummer sie und Schmerz —Ob Wohl der Himmel einetDas Kind- und Mutterherz.

Doch wie sie sinnt und denketSo trübe hin und herUnd auf zum Himmel lenket!Ihr Auge thränenschwer:

Da fängt das Kind im TraumeGar lieb zu lächeln an,

Wie kaum im HimmelsraumeEin Engel lächeln kann.

Und spricht-noch sprach's zur StundeKein Wort — o Wunderwerk!Mit seinem UnschuldsmundeGar lieblich: „Frauenberg!"

Die Mutter staunend fragte:

O Kind! was soll dieß sein?Was deine Zunge sagte,

Weißt du's, was fällt dir ein?

Das Kindlein, das erwachte,

Erzählte drauf gar mild,

Wie sich's die Mutter dachte, —

Sein heilig Traumgebild:

„Es war mir Mutter! denke!

Ich säh im Himmelsban,

Ein Kind im Arme — denke! —Gar eine liebe Frau.

Dann hört ich diese WorteAus ihrem Muttermund:

Ich bin des Himmels Pforte,

Mach's Plaintings Kindern kund!

Sie soll'n an dieser Stelle —Fürwahr ein gutes Werk! —

Erbau'u mir ein' KapelleUnd nennen „Frauenberg!"

All' was sie dann verlangenIn meiner „Mutterhut",

Sie werden es empfangen,

Ich stehe ihnen gut."

Dann wies sie auf die LindeUnd sprach recht zärtlich mild:„Da hanget an der RindeDafür das Gnadenbild.

Erdacht hat es mein Vater,

Gezeichnet hat's mein Sohn,

Gemalt der Geist — das that erDer Mutterlieb' zum Lohn,

Und ich Hab's hergehangen,

Auf daß man Gott hier ehr'Im Schoos, der ihn empfangen —Wie ich von euch begehr'!

Verkünde dieß im StaubeDen Leuten um und um,

Und daß man dir es glaube,

So sei nun nicht mehr stumm!