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2: 1887
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Bald verbreitete sich der Ruf seiner Frömmigkeit in der weiten Umgegendund gewann ihm die allgemeine Hochachtung und Liebe. Dieses aber erregteden Neid seines Gefährten, welcher beschloß, ihn zu todten. Als nun einesTages Engelmar dem Gebete oblag, nahte sich sein Gefährte, schwang dieAxt über seinem Haupte und Engelmar lag entseelt in seinem Blute. DerBösewicht bedeckte den Leichnam sorgfältig mit Reisern und Schnee. Solchesgeschah am Sonntage nach Epiphanie im Jahre 1100. Von Gewissensbissenverfolgt, irrte der Verbrecher gleich Kain in der Welt umher, bis ihn dieGerechtigkeit Gottes zur Strafe zog. Längere Zeit blieb der Leichnam desHeiligen verborgen; nachdem aber der Schnee geschmolzen, fand ein Priesterdenselben im Walde liegen. Dieser begrub ihn an derselben Stelle und er-richtete auf der Grabstätte eine Kapelle.

So berichtet die alte Chronik aus dem Kloster zu Windberg. DieSage, die sich im Munde des Volkes gebildet hat, ist aus 6 Tafeln in derKirche folgendermaßen verzeichnet:

I.

Der gottselig Vatter St. Englmar,In Bassauer Bistum ein Inwohner war,Auß Schlögl-leuthner Wald vertrübenworden,

Durch Räuber und Mörder so regiertendorten,

Zog alsdan auf Pogen zue

Batt den Grafen umb guette Ruhe.

Englmar bsicht gschwind die rauhe weeg,Wie er sein leben zubringen mög,

Bauth ihm ein Hüttlein schlecht und klein,Dient Issn und Narias Rein,zn gewisser Stund auf einen Stein,fiiell nieder offt auf seine Bein.

Der Graf zaigt ihm dise Wildnus dar,vngfehr vor fünffhundert Jahr,zu geben ihm verheist die speiß,befilcht sich ihm mit allem Fleiß,Englmarus dankht dem grasen frum,Bitt das er wolt Wider kheren umb.

II.

Umb menschlichs Hehl er sleissig batt,mit betten, fasten, frühe und spath,in Hunger und Durst, in hüz und Költ,ein wenig speis er für sich bhält,auf Hartheu Stein für weiches böth,Der heilig Man hier ruhen That.

III.

Diß alls sein knecht nit leiden kund,hasset den Man auf herzen gründ,vertroß ihn auch ie länger, ie mehrdas Essen uon Pogen zu tragen her,der teifel gab ihm ins Herz hineiner soll erschlagen den Vatter sein.

Darauf der Boshafft knecht war behenduainb am scharffes Peul in seine händ,hauth dem heyl. Man ein Wunden diesins haubt, daraus reichlich bluet lief,hat also geendet seinen Lauf,sein Seell führten die Engln in Himmel auf.

Der Hehl. Man alls wüsset gar,ehe der neidig Knecht kommen war,sprächt ihn darauf also an,

Weill ich mein Gebett verrichtet schon,Verricht du auch was willens bist,Herr Jesu Christ mein helffer ist.

IV.

Den Leib der knecht in Stauden legt,mit Schnee und Streusl ihn verdeckht,fünf Monat etlich wenig Tag,der heilig Man verborgen lag,als diß der Bösewicht verrichtet gar,wie Cain er auch flüchtig war.