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2: 1887
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Der Kirchöerg öei WMach.

twa eine Viertelstunde von der alten Stadt Volkach entferntliegt mitten in Weingärten auf einer mäßigen Anhöhe die viel-besuchte Wallfahrtskirche Laneta illaria inter vites (unsere liebe Frau imWeingarten), gewöhnlich der Kirchberg genannt. Die Kirche ist von einemgeräumigen, mit einer Mauer umschlossenen Friedhofe umgeben, an dessenEingang links das jetzige Kirchnerhaus, rechts ein einstöckiges, nicht mehrbewohntes Gebäude steht. Früher sollen hier noch mehr Gebäude gestandenhaben. Nordwestlich vom Friedhofe stand ein von dem Bischöfe Johann II.im Jahre 1422 aufgehobenes Beguinenhaus, in welchem die Gräfin Leu-cardis von Castell manche Jahre verlebte und dasselbe dotirte, welche Do-tation jedoch später zur Pfründe St. Bartholomäi in Volkach gezogen wurde.

Diese Kirche war unzweifelhaft die erste, uralte Pfarrkirche von Volkach,in welcher regelmäßiger pfarrlichcr Gottesdienst gehalten wurde. Wann die-selbe zuerst erbaut wurde, kann nicht nachgewiesen werden; es steht aber fest,daß sie im II. und 12. Jahrhundert bestand. Damals nämlich wurde derPfarrgottesdieust aus dieser Kirche in die Kirche von Volkach übertragen.

Auch über den Bau der jetzigen Kirche auf dem Kirchberge haben wirkeine geschichtlichen Nachrichten; hingegen deuten die auswärts vorhandenenStrebepfeiler, der Haupteingang nach Westen, die künstlich geformten Fenster-bogen sowie die schöne und kühne Wölbung des Chores aus die Zeit des11. und 15. Jahrhunderts hin.

Ebenso sind wir über die Entstehung der hiesigen Wallfahrt sowie derbei derselben eingeführten Bruderschaft zu unserer lieben Frau im Ungewissen;nach dem ältesten noch vorhandenen Dokumente bestätigte Bischof Gottfried VI.,Schenk von Limburg, zwischen 1419 und 1455 Wallfahrt und Bruderschaft.In Folge der Wallfahrtsopfer war die Kirche zu bedeutendem Vermögen ge-langt, so daß sie Höfe, Güter u. s. w. besaß.

Die Kirche hat im Innern drei Altäre (ein vierter befindet sich in derSakristei, unter denen sich besonders der 1746 vom Kloster Schwarzach um1999 Thaler erkaufte Hochaltar auszeichnet. Auf diesem befindet sich dasuralte Gnadenbild. Dasselbe stellt die schmerzhafte Mutter Gottes insitzender Stellung dar, den Leichnam ihres geliebten Sohnes auf dem Schooßehaltend, weicht aber von den gewöhnlichen Vesperbildern dadurch ab, daßdie heilige Jungfrau auf ihrem Haupte eine Krone trägt. Dasselbe ist inkünstlerischer Hinsicht von großem Werthe. Im Chöre befinden sich zweischöne Glasgemälde, von denen das eine den Heiland am Kreuze mit Mariaund Johannes, das andere Maria mit dem Jesukinde auf dem Arme, zuihren Füßen einen Mann mit gefaltencn Händeik und der Ueberschrift: stamarg. pit cksi kiml Inr iniolr: Herr Niellael von öuarsexrA äer juA.(Michael von Schwarzenberg der Junge) über einem Wappenschilds darstellt.