vollendet worden, ward der h. Amor diesem Kloster als erster Abt vorgesetzt,welches Amt er 38 Jahre bekleidete und am 17.«August 767 im Alter von73 Jahren gottselig im Herrn verschied. Durch die vielen Wunder amGrabe des Heiligen sowie auf dessen Fürbitte in der Kapelle zu Mariabrunnveranlaßt, nannte man nun das Kloster Amorbach und die Kapelle St.Amorsbrunn.
Viele wunderbare Heilungen von Kranken werden berichtet, welche ander Stätte von St. Amorsbrunn geschehen sind. Besonders aber wird dieQuelle von Frauen verehrt, welche den Segen der Ehe erflehen wollen. AuchOesterreichs Kaisersthron soll die noch herrschende Dynastie den Wirkungendes Amorsbrnnnen zu verdanken und Elisabeth, die Gemahlin des KaisersKarl VI. und Mutter der nachmaligen Kaiserin Maria Theresia deshalbeine beträchtliche Stiftung an dieser Kapelle gegründet haben. Auch sollMaria Theresia selbst vom Wasser dieser Quelle nützliche Anwendung ge-macht haben.
Die ursprüngliche Kapelle steht nicht mehr, wann aber die gegenwärtigeKapelle erbaut worden, ist nicht bekannt. Sie enthält außer dem Hochaltarenoch vier Nebenaltäre, von denen einer dem h. Amor geweiht ist. In derKirche wird durch eine Oeffnung mit einem Eimerchen aus der unterirdischenQuelle das Wasser geschöpft, welchem besondere Heilkräfte zugeschrieben werden.
Kngel'söerg.
icht am Maine an der südwestlichen Spitze des Spessart, erhebtsich der Engelsberg, an der östlichen und nördlichen Seite vonWaldungen begrenzt, südlich und westlich dagegen mit üppigen Weinrebenbepflanzt.
„Vor alter Zeit wurde auf diesem Berge mit Genehmigung des Erz-bischofs von Mainz, zu dessen Sprengel diese Gegend gehörte, eine Kapellezu Ehren des hl. Erzengels Michael erbaut, woher denn auch der Bergseinen Namen trägt. Der Weihbischos Heinrich von Mainz weihte in der-selben am 3. November 1159 einen Altar zu Ehren des h. Geistes. DieLegende erzählt, die Michaelskapelle sei anfangs an dem Orte erbaut wor-den, wo später die Mariahülfskapelle erbaut wurde, aber während der Nachthätten unsichtbare Hände die Baumaterialien an den Ort getragen, wo siesich jetzt befinden. Sodann berichten viele Volkssagen von Erscheinungenenglischer Geister, übernatürlichen Gesängen, himmlischen Lichtern u. s. w.Dadurch erhielt der Engelsberg den Ruf einer heiligen Stätte und wurdehäufig von Wallfahrern besucht, in Folge dessen denn auch Anselm Kasimir,