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2: 1887
Seite
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KapeL bei MünchenreutH.

sWMonZWaldsasien führt ein mit Stationen verzierter Weg zu dereine Stunde entfernten Wallfahrtskirche zur allerheiligstenDreifaltigkeit bei Münchenreuth, gewöhnlich Kapel genannt. Ueber denUrsprung derselben finden wir Nachstehendes:

In der ersten Zeit des Bestehens des Klosters Waldsassen war esüblich, daß die jüngeren Laienbrüder desselben die zum Kloster gehörigenSchafe auf dem in der Nähe gelegenen Glasberg und dessen Umgebung hütenmußten. Sie versammelten sich alsdann, um ihre gemeinschaftlichen Gebetezu verrichten, zu bestimmten Zeiten des Tages an einem Orte, wo eineBildsäule oder eine kleine Kapelle errichtet ward. Dem Beispiele der Brüderfolgten bald Viele, welche des Weges vorübergingen und dieses veranlaßteden Abt Daniel von Waldsassen (1161—1194), ein gemauertes Gotteshauszu errichten und dasselbe zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit einzu-weihen. Durch die Hussiten sowie noch mehrmals im 15. Jahrhundert hattedie Kapelle vielen Schaden erlitten, wurde jedoch immer wieder hergestellt.Als aber im Jahre 1546 die Lehre Luthers sich in der Gegend verbreitete,verfiel das ganze Gebäude, so daß nur Bruchstücke und Trümmer zu findenwaren. Unter der Regierung des Herzogs Maximilian von Bayern fanddie katholische Religion in der Oberpfalz wieder Eingang und ein von vielenZeugen beglaubigtes Wunder gab dann auch Veranlassung, die Kapelle wiederherzustellen.

Nillas Niemayr, ein Wollkrämer von Waldsassen, welcher zwei Jahrehindurch an einem schlimmen Fußleiden krank darnieder lag und von denAerzten als unheilbar erklärt war, hatte von seinem Vater und Anderen ge-hört, daß viele Kranke ehemals bei der Kapel Hülfe gefunden und faßte des-halb 1644 den Entschluß, dorthin eine Wallfahrt zu unternehmen. Aufzwei Krücken schleppte er sich an die Stelle, wo früher der Altar gestandenund kehrte jedesmal erleichtert wieder zurück; als er das drittemal dorthingcwallfahrtet, konnte er bereits mit einem einfachen Stocke nach Hause zurück-kehren und als er dort ankam, war er ganz gesund. Ueber dieses Ereignißwurde am 23. Juni 1656 ein ausführliches Protokoll aufgenommen. Derdamalige Pfarrer von Waldsasien berichtete darüber an das bischöfliche Ordi-nariat von Regensburg, sowie an die kurfürstliche Regierung zu Amberg undalsbald kam der Befehl, die Kapelle wieder herzurichten.

Der immer mehr zunehmende Besuch der Kapelle, sowie mehrere anderewunderbare Gcbetserhörungen gaben die Veranlassung, eine neue größereKirche zu erbauen, wozu denn auch am 12. Juli 1685 der Grundstein ge-legt wurde. Die Kirche hat die Gestalt eines dreifachen Kleeblattes, d. h.sie besteht aus drei halbrunden Kapellen, welche zu einem Ganzen verbundensind. Drei große Thürme, jeder 12 Fuß über dem Dache emporragend,

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