314 Schnitts Bischöfe.
Teil zuzuschreiben, wo bei Bischof Ortlieb von Froburg die erst1486 beim Kanzelbau im Münster erfolgte Auffindung seinesvermeintlichen Grabes erwähnt wird 1 ). Denn wie schon obenbemerkt wurde, so erscheint diese Jahrzahl hier durch nach-lässige Abschrift entstellt in 1286 2 ), und demnach fand Schnitt 5diesen Zusatz wohl bereits in seiner Vorlage. Hieraus aberergibt sich, dass das alte Verzeichnis der Bischöfe, dessenfehlerhafte Abschrift ihm als Vorlage diente, seine letzte Fort-setzung erst zwischen 1486 und 1502 erhalten hatte.
Vermutlich war es schon der frühere, um 1383 schreibende i°Fortsetzer, welcher dem ursprünglich mit Walanus beginnendenVerzeichnis noch den zwar legendären, jedoch in Basel schonseit 1270 als Heiliger verehrten Bischof Pantalus voranstellte 3 ).Erst vom vorhin erwähnten letzten Fortsetzer kann hingegender hinter Johann von Vienne eingeschaltete Johann von Buchegg aherrühren. Dieser angebliche Bischof beruht nämlich einzigdarauf, dass schon in der 1383 von Imer von Ramstein fürBasel erteilten Handfeste, sowie auch in allen spätem, der1365 verstorbene Bischof Johann Senn von Münsingen aufGrund seiner mütterlichen Herkunft kurzweg »Johann von 20Buchegg« genannt wird 1 ). Schwerer ist hingegen der hinterRudolf von Homburg eingeschaltete, sonst jedoch nirgends be-zeugte Ludwig von Pfirt zu erklären, sowie auch die Ursache,weshalb der 1213 verstorbene Lütold I. von Arburg hier »vonRöteln« genannt, und dafür hinter dem wirklichen Lütold von 'Röteln noch ein Lütold »graff von der Nuwenstatt Arburg«eingeschoben ist. Ausserdem aber sind wohl gleichfalls nurdem letzten Fortsetzer die beigefügten Päpste und mit »circa*versehenen Jahrzahlen zuzuschreiben, sowie auch die falschaufgelösten Todestage, die wir schon früher erwähnt haben 5 )-
Schnitts Dürfen wir für den bisher besprochenen alten Text der
Zusätze. Wappentafel wohl durchweg dieselbe seither verlorne Hand-schrift als Vorlage vermuten, so zeigen immerhin schon dieteilweise korrigierten Jahrzahlen, dass Schnitt nach der vor-läufigen Vollendung seines Werkes, also jedenfalls erst naci
1) Ucber diesen Kanzelbau s. K. Stchlin, Baugeschiehtc d. BasierMünsters S. 161 ff.
2) S. oben S. 311.
3) S. oben S. 102. .,
4) S. B. Urkb. V No. 22, 158, 193 u. 257, auch VI No. 414, VII No. «*VIII No. 8U u. 113, und IX No. 330.
5) S. oben S. 311 u. 313.