4 » +4030 442 01 -,>C ^ ^ ^ BASLER CHRONIKEN HERAUSGEGEBEN VON DER HISTORISCHEN UND ANTIQUARISCHEN GESELLSCHAFT IN BASEL SIEBENTER BAND BEARBEITET VON AUGUST BERNOULLI. LEIPZIG VERLAG VON S. HIRZEL 1915. Cl. D. V %5<° ■ LANDES- | 'UUD STADT-, j BIBLIOTHEK- \ ■OÜSSELDOK'P ' Vorrede. leils anderweitige Arbeiten, teils allerlei sonstige Hindernisse haben es bewirkt, dass seit dem Erscheinen des VI. Bandes der Basler Chroniken nun volle dreizehn Jahre verstrichen sind. So befremdlich diese aussergewöhnliche Verzögerung erscheinen mag, so kann ich sie dennoch keineswegs beklagen. Bis vor zwei Jahren war mir nämlich Nikiaus Briefers Chronik der Basler Bischöfe einzig aus einer Compilation bekannt, und mit dieser unsichern Grundlage hatte ich mich notgedrungen be- helfen müssen. Doch im Frühling 1913 erfuhr ich durch Professor Tobler iD Bern, dass kürzlich Dr. Gustav Müller in einem Sammelbande der Zürcher Stadtbibliothek eine Originalhandschrift Briefers entdeckt habe, und erst dadurch war mir nun die Möglichkeit gegeben, meine bereits gefertigte Ausgabe auf besserer Grundlage umzuarbeiten. Als ich nun im Juli vorigen Jahres der Verlagshandlung endlich melden konnte, dass der ganze Band druckfertig sei, da drohte bereits der bevorstehende Krieg, so dass ich eine ablehnende Antwort gewärtigen musste. Doch zu meiner angenehmen Ueberraschung wurde ungeachtet des inzwischen ausgebrQchenen Weltkrieges der Druck in Angriff genommen und ohne Unterbrechung mit grosser Sorgfalt zu Ende geführt. Wie bei den frühern Bänden, so erfreute ich mich auch bei diesem der vielfachen Unterstützung von Seite der Herren Staatsarchivar Dr. Rudolf Wackernagel und Oberbibliothekar Dr. Karl Chr. Bernoulli, und ebenso der Herren Dr. Karl Stehlin, Dr. August Burckhardt und Dr. August Huber. Auch verdanke ich Herrn Archivschreiber Säuberlin verschiedene Textcopien. Zugleich aber beruht ein ansehnlicher Teil dieses Bandes auf IV Vorrede. auswärtigen Handschriften, die mir alle mit grösster Bereitwilligkeit hieher gesandt wurden. Zunächst sind hier die Verwaltungen der Kgl. Universitätsbibliothek zu Würzburg und des K. Kreisarchivs von Colmar zu nennen, und ebenso fühle ich mich Herrn Oberbibliothekar Dr. Hermann Escher in Zürich, sowie den Pierren Staatsarchivaren Dr. Hans Herzog in Arau und P. X. Weber in Luzern zu grossem Dank verpflichtet. Ferner verdanke ich Herrn Dr. Martin Wackernagel in Leipzig die vor Jahren gefertigte Copie einer Berliner Handschrift, und bereits wurde erwähnt, wieviel ich den Herren Prof. Gustav Tobler in Bern und Dr. Gustav Müller in Zürich zu verdanken habe. Der vorliegende Band war ursprünglich als Schluss des ganzen Werkes gedacht und sollte demnach als Hauptstück noch das Tagebuch Johann Gasts aus der lieformationszeit enthalten. Jedoch infolge verschiedener seitheriger Funde vermehrte sich im Lauf der Jahre der Stoff noch derart, dass ein weiterer Band musste in Aussicht genommen werden, dessen Hauptinhalt nun das genannte Tagebuch bilden soll. So gerne ich nun das einst von dem leider so früh verstorbenen Professor Vischer begonnene Werk noch selber zum Abschluss gebracht hätte, so verbietet mir mein vorgerücktes Alter auch die Bearbeitung dieses Schlussbandes zu übernehmen. Ich verzichte aber hierauf mit völliger Beruhigung, da sich zu dieser Arbeit bereits zwei schon längst bewährte jüngere Kräfte haben bereit finden lassen, welchen ich nun besten Erfolg wünsche. Basel, im August des Kriegsjahres 1915. August Bernoulli. Inhaltsverzeichnis. Seite Vorrede ............................ III I. Die Aufzeichnungen Heinrich und Konrad Iselins und eines Unbekannten 1364—1452. Einleitung ....................... 3 Textlder beiden Iselin 13(34—1425............ 7 Text des Anonymus 1451—1452.............. 11 II. Des Kaplans Nikiaus Gerung gen. Blauenstein Fortsetzung der Flores Temporum 1417—1475. Einleitung........................ 21 Text.......................... 38 Beilagen: I. Blauensteins Zusätze zu den Flores Temporum .... 75 II. Vermischte einheimische Nachrichten......... 79 III. Gerhard Megkynchs Bericht über Herzog Karls von Bur- gund Besuch im Elsass............... 88 III. Des Kaplans Nikiaus Gerung gen. Blauensteiu Chronik der Basler Bischöfe. Einleitung........................ 95 Text......................... 109 Beilagen: I. Die Zusätze zu Blauensteins Chronik......... 134 II. Die Anonyme Fortsetzung.............. 151 III. Der Bischofsrodel von Münster im Elsass....... 157 IV. Die Aufzeichnungen von Johannes Ursi 1174—1498. samt altern Nachrichten. Einleitung........................ 163 Text.......................... 172 Beilagen: I. Die Einträge von späterer Hand........... 185 IL Aus dem Stammbuch der Eptinger.......... 186 VI Inhaltsverzeichnis. Seite V. Die Aufzeichnungen des Kaplans Hieronymus Brilinger 1474 bis 1525. Einleitung.......................I 93 Text.......................... 20G Beilagen: I. Stiftungen im Münster............... 232 IL Violenta proscriptio Rodulphi Fröwlarii....... 235 VI. Die Anonyme Chronik aus der Reformationszeit 1521—1526. Einleitung.......................239 Text.......................... 247 VII. Konrad Schnitts Wappentafel der Basler Bischöfe 237—1533. Einleitung.......................309 Text.......................... 320 VIII. Konrad Schnitts Auszüge aus verlornen Quellen 1284—1541. Einleitung....................... 341 Text.......................... 345 IX. Des Dekans Nikiaus Briefers Chronik der Basler Bischöfe 741 bis 1529. Einleitung....................... 359 Text......................... 375 Beilagen: I. Die Fortsetzung im Basler Turnierbuch........ 43(i II. Die spätem Zusätze ebendort.............440 X. Chronikalien aus Zunftbüchern 1187—1576. Einleitung.......................447 Text..........................450 Allgemeine Beilagen: I. Verzeichnis der Basler Bischöfe bis Ende des XVI. Jahrhunderts ......................463 II. Verzeichnisse der Bürgermeister, Oberstzunftmeister und Ammeister der ältesten Zeit, sowie des XVI. Jahrhunderts 472 Berichtigungen und Nachträge..................487 Personen- und Ortsregister....................497 I. Die Aufzeichnungen Heinrich und Konrad Iselins und eines Unbekannten. 1364—1452. Basler Chroniken. VII. Einleitung. Die Handschrift D II 14 der Oeffentlichen Bibliothek, welche Hjjjjj die Aufzeichnungen von Heinrich und Konrad Iselin enthält, ist ein Sammelband von 113 modern paginierten Blättern in Folio, der aus 8 von verschiedenen Händen des XIV. und XV. Jahr- 5 hunderts beschriebenen Papierheften gebildet ist. Den Umschlag aus Pergament hingegen lieferte eine Urkunde des XIV. Jahrhunderts, deren Jahrzahl durch Beschneidung des Randes leider verstümmelt ist. Das erste dieser Hefte (Bl. 1—7) enthält eine Sammlung von allerlei deutschen Rezepten, worauf im zweiten io (Bl. 8—21) eine 1402 datierte deutsche Abhandlung über die zwölf Sternbilder und deren vielfache Bedeutung folgt. Den Inhalt des dritten Heftes (Bl. 22—42) bildet eine lateinische Schrift über Medizin, zwischen welche mittendrin (Bl. 26—28) einige deutsche Vertragsformulare eingeheftet sind. Im vierten 15 Heft sodann finden wir zunächst (Bl. 44—54) den z. J. 1318 datierten »Tractatus de regimine sanitatis Arnoldi magistri pre- positi sancti Jacobi in Babenberg«, auf welchen ein Fragment eines juridischen Schreibens folgt (Bl. 55—58). Auf den Blatträndern dieses Fragments bemerken wir chronikale Aufzeich- 2onungen eines Unbekannten aus den Jahren 1451 und 1452, und nun erst folgen auf Bl. 59 auch die von 1364 bis 1425 reichenden der beiden Iselin, indeß ein jetzt als Bl. 43 und 60 bezeichneter datumloser Heiratsvertrag sich als ursprünglichen Umschlag des ganzen Heftes erweist. Während hierauf das fünfte 25 Heft (Bl. 61—75) nur Formulare für gerichtliche Zitationen u. dgl. enthält, finden sich in den letzten drei Heften (Bl. 76 bis 113) die Akten von drei vor den päpstlichen Stuhl gezogenen, jedoch teilweise zu Lausanne geführten Prozessen von 1376, an welche sich im letzten Hefte, von Bl. 107 an, wieder eine 30 Sammlung juristischer Formulare schließt. Von den erwähnten drei Prozessen hat einzig der mittlere (Bl. 88—99) Bezug auf Basel, indem er den Streit Graf Ottos von Tierstein mit dem von Gregor XI. zum Dompropst ernanuten Humbert von Billens betrifft. Hingegen erscheint in l* 4 Iselin. allen dreien als Schreiber ein »Johannes dictus Werner de Berno *), clericus Lausanensis dyocesis, publicus auctoritate imperial] et in curia Basiliensi notarius juratus« 1 ), und dieser Umstand erklärt es, weshalb auch die beiden andern Prozesse in die vorliegende Sammlung gelangten. Doch war es keinenfalls 5 dieser 1376 lebende Schreiber, der die verschiedenen Hefte der ganzen Handschrift zusammenstellte. Denn schon die oben erwähnten und einzig auf den Rändern von Bl. 55__58 vorhandenen Aufzeichnungen von 1451 und 1452 lassen keinen Zweifel darüber, dass erst nach letzterem Zeitpunkt die verschiedenen i*> Hefte zu einem Bande vereinigt wurden. Fragen wir nun nach dem ersten Besitzer dieses Bandes, so lässt dessen Inhalt am ehesten einen Juristen vermuten, und zugleich weist das darin befindliche Blatt mit den Iselinschen Aufzeichnungen auf einen Sprössling dieses Geschlechts, welches in der Tat im Lauf der is Zeiten mehrere hervorragende Rechtsgelehrte hervorbrachte. Der erste unter diesen war der 1520 geborene Johann Ulrich, welcher von 1547 bis zu seinem 1564 erfolgten Tod an der Basler Universität eine Professur für römisches Recht bekleidete 2 ). Wohl erst dieser war es somit, der die teils noch aus dem 20 XIV., teils aus dem XV. Jahrhunderfc stammenden Hefte zum vorliegenden Bande vereinigte. Zudem aber hatte dieser Johann Ulrich Iselin zum Oheim mütterlicherseits den Basler Domherrn Ludwig Bär, der als ein letzter Vertreter der Scholastik bis zur Reformation von 1529 an der Universität als 25 Professor gewirkt hatte3). Schon dieser mag daher einige jener Hefte besessen haben, aus welchem dieser Band besteht. Heinrich Vom ganzen Inhalt dieser Handschrift fallen für unsern Un i 3 eiin. ra Zweck ausser den Aufzeichnungen der beiden Iselin einzig noch diejenigen eines Unbekannten aus den Jahren 1451 und 1452 30 in Betracht. Wenden wir uns nun zunächst zu den ersteren die mit 1364 beginnen, so trug in Basel den Namen Iselin schon im XIII. Jahrhundert ein Achtbürgergeschlecht welchem noch im XV. zwei Oberstzunftmeister entstammten 4 ). Doch mit 1) Als solcher erscheint Joh. r. Bern schon 1334- s B Urkb IV No. 122. 2) S. Thommen, Gesch. der Universität Basel S. 161 ff., wo jedoch das Geburtsjahr 1524 durch 1520 zu ersetzen ist. Ferner s. F. Weiss, Heinrich Iselin und sein Geschlecht S. 37 ff. 3) Ueber ihn s. Aug. Burckhardt, in Basler Biographien I 74 ff., ferner W. Vischer, Gesch. d. Universität Basel S. 226, und Thommen a. a. O. S. 162. 4) S. B. Urkb. III No. 112, Schönberg, Finanzvcrhältnisse der Stadt Basel S. 794, und B. Chron. VI 537, auch Merz, Burgen des Sisgaus II Stammtafel 4. Einleitung. 5 diesem alten Geschlecht, das erst im XVI. Jahrhundert erlosch 1 ), waren die zwei Verfasser der vorliegenden Aufzeichnungen in, keiner Weise verwandt. Denn der ältere von beiden, Heinrich Iselin, war gebürtig von Rosenfeld in Württemberg und kam, 5 wie er selber schreibt, erst 1364 nach Basel 2 ), wo er allerdings in der Folge der Stammvater eines noch heute blühenden Geschlechts wurde 3 ). Ausser dem Wenigen, was er selber über seine Familie berichtet, wissen wir von ihm nur, dass er ein Haus » an der Freien Strasse besass, welches er nach seinem Geburts- io ort >zum llosenfeld« nannte 1 ). Aus seinen Aufzeichnungen ergibt sich, dass er um 1379 im Dienst der Frau Clara ze Rin stund; doch wissen wir nicht, in welcher Eigenschaft. Bald nachher aber scheint er in den Dienst Bischof Johanns von Vienne getreten zu sein, da dieser bei Anlass einer Kindstaufe vom April i"> 1382 sich gegen ihn sehr freigebig erwies 5 ). Weiter jedoch erfahren wir nur durch seinen Sohn Konrad noch seinen 1404 erfolgten Tod. Dieser sein 1377 geborner Sohn, der des Vaters Aufzeichnungen bis 1425 fortsetzte, stund laut eigner Aussage schon 20 1395 im Dienst des Rats. Und in der Tat erscheint in den Jahrrechnungen von 1390—1396 »der kleine Cünrad« als Gehilfe des Stadtschreibers 6 ). Doch erst 1403, durch seine Teilnahme am Kriegszug gegen Geniar, erlangte er das unentgeltliche Bürgerrecht und war fortan zünftig zum Safran 7 ). Schon 1404 wurde 2r> er »Mühlenschreiber«, der das Korn- oder Mühlenungelt einzusammeln hatte, und später, von 1414 an, erscheint er als Kaufhausschreiber 8 ), welches Amt er vermutlich bis zu seinem 1436 erfolgten Tode versah 9 ). Obschon die Aufzeichnungen dieser beiden Iselin sich bei- 30 nah ausschließlich auf Heiraten, Geburten und Todesfälle in der eigenen Familie beschränken, so erscheinen sie immerhin z. B. schon durch die jeweilige Nennung der als Taufpathen erbetenen Personen wenigstens kulturgeschichtlich einiger Beachtung wert. Eine Ausgabe derselben ist allerdings bereits 1) S. Wurstigen, Basler Chron. S. 435. 2) S. unten S. 7. 3) Ueber diese Familie s. das oben in Anm. 2 S. 4 angeführte Werk von F. Weiss. 4) S. im St. Archiv Histor. Grundbuch, Freie Strasse No. 40. 5) S. unten S. 8. 6) S. Stadthaushalt Basels II 50 ff., auch unten S. 8. 7) S. im St. Archiv Kotes Buch S. 314, auch Schönberg S. 530. 8) S. Stadthaushalt II 90 ff. u. 124ff. 9) S. Wurstisen S. 572. bekannte. ß Iselin. vorhanden, und zwar von F. Weiss als Beilage I seines 1909 gedruckten Werkes über Heinrich Iselin und sein Geschlecht. Da jedoch dieses Iselinsche Familienbuch nicht im Buchhandel erhältlich ist, so erscheint schon aus diesem Grund eine Neuausgabe wohl hinreichend gerechtfertigt. 5 Der un- Jünger als die nur bis 1425 reichenden Iselinschen Aufzeichnungen sind diejenigen, welche ein Unbekannter auf den Rändern von Bl. 55—58 anbrachte, und welche bloss die Jahre 1451 und 1452 betreffen. Ihren Hauptinhalt bilden die zahlreichen Todesfälle dieser beiden Jahre, welche offenbar die Folge einer 10 damals in Basel herrschenden Seuche waren. Diese Ursache der großen Sterblichkeit wird zwar hier nirgends genannt. Hingegen wird sie von Erhard von Appenwiler erwähnt, und zugleich erfahren wir aus dem Eufbuch, dass auf den 14. August 1451 der Bat zu ihrer Abwehr einen Bittgang anordnete 1 ). i& Neben den Todesfällen jedoch erwähnen diese Aufzeichnungen bloss eine Hinrichtung von 1451, sodann Basels Zuzug zu Kaiser Friedrichs III. Romfahrt und schließlich noch ein Freischiessen von 1452. Wenn nun der Verfasser dieser Chronikalien z. B. zum 20 August 1451 seinen vorübergehenden Aufenthalt in Bern erwähnt, oder zum 11. März 1452 den Tod seiner Mutter, jedoch ohne deren Namen zu nennen 2 ), so bleibt er für uns nachwievor ein Unbekannter. Auch einige Notizen auf Bl. 56 über Zahlungen, Schuldforderungen u. dgl, die wir als rein geschäftliche 25 Aufzeichnungen übergehen, geben uns keinen nähern Aufschluss über seine Person. Hingegen berichtet er auf Bl. 55 auch einiges über sein allerdings nur kurzes Dienstverhältnis zur Wittwe Münch von Löwenberg, und diese Mitteilungen fügen wir den Chronikalien von 1452 als Anhang bei 3 ). Denn sie so zeigen uns wenigstens, daß dieser Unbekannte sich berufsmässig mit dem damals noch sehr umständlichen Bezug der grossen- teils in Naturalien bestehenden Zinse befasste. Beachten wir nebenbei auch sein Latein, wo er z. B. »dredeeima« schreibt 4 ), so war er jedenfalls entweder aus Basel oder dessen nächster 35 Umgebung gebürtig. Weiteres jedoch läßt sich mit Sicherheit über ihn nicht ermitteln. 1) S. B. Chron. IV 309, A. 2. 2) S. unten S. 15. 3) S. unten S. 17. 4) S. unten S. 15. 1304 [59] Item ego veni Basileam anno domini 1364 post octavam nach penthecostes 1 ). Juni 1 Item puer meus 2 ), quem habui cum fllia, fuit natus anno domini 1372 in die cinerum. Nomen eius vocabatur Eisina; F 6 br. n 5 et sunt patrini rector in Phafenheim 3 ), illa de Zutzgen 4 ) et illa de Ogstburg 6 ). Item ego contraxi matrimonium cum Katherina uxore mea ™* ,, anno domini 1374 feria secunda ante Marie Magdalene. Item puer meus, cuius nomen erat Angnesa, fuit natus anno 10 domini 1375 post Nicolay im meyen, et obiit in cena domini „ ac 'u Mai 1376. Et sunt patrini Petrus S...... campsor 6 ), uxor Henrici ^ 37 r b u 10 lloseg cauponis 7 ), et uxor Henman Teschenmacher Basiliensis. Item filius meus Conradus fuit natus 77 in die carnispri- peir. n vium; et sunt patrini Hilboldus Berner et Conradus Gnesgerne 15 sutor Basiliensis 8 ) et relicta quondam Nicolay Barb 9 ). Item Nycolaus filius meus fuit natus anno domini 1379 j^ 17 feria tercia ante assensionem domini; et sunt patrini Conradus Eggely de Lyestal hospes Basiliensis 10 ), Nycolaus dictus Welde- 1) Er kam von Rosenfeld; s. oben S. 5. Das Bürgerrecht scheint er nie erworben zu haben, da im Roten Buch sein Name sich nirgends findet. 2) >Puerc hier im allgemeinen Sinn für Kind. 3) Pfaffenheim zw. Colmar und Gebweiler. 4) Ihre Wohnung s. Histor. Grundbuch, Barfüsserplatz No. 4, z. J. 1367. 5) S. ebend. Gerbergasse No. 75, z. J. 1364: Eisina dicta de Ougstburg, conversa Basiliensis. 6) Der Geschlechtsname dieses Wechslers ist in der Hs. unleserlich. 7) Heinrich Rosegg, seit 1377 Ratsherr der Weinleute, bekleidete 1385 als erster das neugeschaffene Amt eines Ammeisters; s. B. Chron. V 554 und Heusler S. 280. 8) 1381 wurde er Ratsherr seiner Zunft; s. B. Chron. V 556. 9) Nach seinem Geschlecht hiess das Haus zum Hörn, das er bewohnte, später >zur Barbe«; s. Hist. Grundb., Schwanengasse No. 12, z. J. 1397, und Adressbuch 18G2 S. 131. 10) Er war 1376 Ratsherr der Weinleute und Wirt im Ballhof; s. B. Chron. V 554. Ueber den Ballhof, jetzt Zunfthaus z. Safran (Gerbergasse No. 11), s. ebend. S. 281, A. 5, und Fechters Top. S. 58 und 59. 8 Iselin. lin famulus domine mee ze Rhin vel Vorgassen x ) , et uxor Jo- hannis dicti Schorpen vel zem Tützschen Huse hospitis Basiliensis 2 ). 1362 Item puer meus Angnesa fuit natus anno domini 1382 feria P " quarta ante festum pasce circa medium noctis, et fuit baptisata, 5 April 5 vigilia pasce. Sunt patrini Conradus Koler, Greda Försterin conversa, et Greda Greffin ancilla der Ytal Berner. Et fuit eadem die et hora confirmata; est patrynus dominus Johannes de Vyant episcopus Basiliensis, qui etiam eam baptisavit et con- firmavit in baptismio paschaly, et dedit puero 1 '/ 2 florenum et 10 ligavit siby 3 ). I3S J Item Katherina uxor mea bone memorye obiit sabato ante nativitatis Marie virginis, et est sepulta domynica ante nativi- scpt. 2 tatis Marie anno 86. i3M Item ego contraxi matrimonium cum Greda de Ufholtz 4 ), 15 ' relicta quondam Henmanni de Husen olim cerdonis Basiliensis, dominica post Johannis Baptiste 90. Dec. 29 Item Angnesa filia mea obiit feria quinta post innocentium anno domini 1391. 1391 Jan. 2 Item Nycolaus filius meus obiit feria secunda ante epipha- 20 niam domini 1391, Septfil Item P redicta Greda Tüllin de üffholtz uxor mea obiit in dye exaltacionis sancte crucis 96 5 ). junf? Item e S° veni ad dominos meos consules Basilienses 0 ) anno 95 crastino festi trinitatis. Nov. 4 ifi Item anno 1404 in die Othmari tunc obiit pater meus Heinricus Isenli. Deus benedicat eum in eternum, amen. Crasti- Not. 17 num fiebat michi officium. 16. H9.: Gredo io Ufholtz relicte. 1) S. Merz, Burgen I Taf. 12: domina Clara ze Itin Vorgassen obiit 6. lial. januarii (27. Dec). Ferner s. ebend. II Taf. 11: domicella Clara Vorgassen (1376—1381). 2) Der Wirt Hans Zschorp von Eavensburg, gen. zem Tützschen Huse, und seine Frau Motzina; s. Jahrztb. d. Domstifts z. 7. März, und Hist. Grundb., Freie Straße No. 70, z. J.1400. Eine Wirtschaft zum Deutscben Haus finde icb jedocli nirgends. 3) Will wohl sagen: er gab es dem Kind als Einbund. 4) Uffholz im Elsass. Ihren Geschlechtsnamen s. unten z. J. 1396. 5) Bis hier Heinrieh Iselin, und alles Folgende von seinem Sohn Konrad. 6) S. oben S. 6. 1 Dez. 18 1401—1412. 9 Item anno 1401 circa Lucye et Jacobi 1 ) ego excepi uxorem uoi Angnetam in matrimonimn, et habui filium meum Johannem et ° m filiam Elsinam in priruis duobus annis. Item ipsa moriebatur anno 140. r > in die omnium sanctorum. ^ , " Item anno 1406 tercia die post Barnabe excepi uxorem »«« Ciaram in matrimonium. Jum " Item filia mea Gredeneli fuit nata vigilia exaltacionis sancte ]Ä l3 crucis 1408; fuerunt patrini der statschriber 2 ) et uxor Drye- masz3) et die ze Frödnow»). 10 Item filia mea Angneta fuit nata dominica ante Symonis ö 4 c ' t ° 26 et Jude 1410; patrini Jobannes Wegensteten 6 ] et uxor N. Stultzen et uxor Mathie 6 ). Item uxor mea Clara obiit quinque diebus post Lucye, et m habuit puerum nomine Johannes; et fuerunt patrini Burkardus « Surh sutor?) et Mathias Eberler notarius curie»), et uxor proto- notarii*). Et moriebantur ambo hora 11 et 12 circa noctem anno 1411. Anno 1412 an der eschenmitwuchen do nam ich min l 4 ! 2 »Owen Elsinen. Und hatt ein tochter by mir, biesz oucb ' '" 20 Lisi; wart göty Spirer der underköffer «), und goten die von 4. Hs.: morelmtur. 10. Hs.: morebantur. 1) Sollte heissen: Lucye et Jodoci (13. Dec). 2) Konrad Kilwart, s. B. Chron. IV 134. 3) S. Hist. Grundb., Freie Strasse No. 51, z. J. 1439: Hans Smids, den man nempte Drygmasz, des winmans witwe. — Dieser hiess Hans Heinrich und war 1408—1417 Ratsherr der Weinleute; s. ebend. z. J. 1401 und Schün- b erg S. 775 ff. r„ , . 4) S - Hiät Grundb., Spalenberg No. 52, z. J. 1437: Else ze Froidnow, Uumis ze Froidnow witwe. t iaÜI HanS We g en stetter war zünftig zum Safran; s. Schönb. S. 529, z. J. 1429. 0) Vermutlich des Mathias Eberler; s. unten Anm. 8. 7) Aus Bamlach gebürtig, erwarb dieser 1409 das Bürgerrecht auf dem gug nach Istein und kaufte 1414 das Haus zur Niedern Welt an der Freien Strasse; s. Kotb. S. 272 und Hist. Grundb., Freie Str. Nr. 73. schriber Im! , 1'iP r i lmdb '' Strcit S asse No. 8, z. J. 1412: Mathis Eberli der sclinber und pedell des ertzpriesters hof. Kilwart am Tu A ♦ ?l,\ m als Pathe Gähnte Stadtschreiber Konrad Kihvart am 10. August 1411 starb, so ist hier schwerlich die Frau seines •erst seither im Amte stehenden Nachfolgers Konrad Currifex gemeint, sondern wohl eher Küwarts Wittwe, Anna Murthen, die noch f 4 29 lebte s. im St. Archiv, Jahrztb. v. St. Martin S. 112, und Schönb. S. 549 _ lieber ^urniex s. unten den Nachtrag zu B. Chron. IV 135. . hS ? r o Va / ZÜnftig ZU Gartnern > und 1*29 lebte noch seine Wittwe; s. bchonb. S. 537. Nov. 8 IQ Iselin. 1413 Biel 1 ) und Gottsckakin 2 ). Und wart 18 wuchen alt und starb April 21 uff den stillen fritag 1413. 14 " Item anno 1414 fuit natus filius meus Johannes in die Angnetis; fuerunt patrini Johannes Börnly 8 ), Johannes Kesler sartor 4 ) et Anna Schöderlin 6 ). 5 1418 Item filia mea Ancmeta fuit nata in die asumptionis sancte Aug. 15 . j~ Marie anno 1418; fuerunt patrim Cunradus Sybental 6 ) et uxor Frantzonis Oltinger pistoris 7 ) et fylia Peter Berner 8 ). Sept. 25 Item min tochter Gredeneli starb am sunentag vor sant Michelstag anno 1418. io A,rn 4 27 Item anno 1424 do starb min frow selig Elsi, quinta post Jeorii; et ille") fuit in anno predicto in die pasce. 142 -> Item anno 1425 quinta ante Martini do nam ich min frowen Gredlin die alty; was 23 jor ein witwe gesin 10 ). 1. Hs.: wuchen al. 7 f. 11s.: uxorea Fxateonl«. 1) Heinrich von Biel wurde 1410 Zunftmeister der Krämer; s. Schönb. S. 777. 2) Wie Konrad Iselin, so gehörte auch Nikiaus Gotschalk zur Krämerzunft; s. ebend. S. 529. 3) Henmann Bömli, gebürtig von Sennheim und Bürger seit 1372, wohnte im Haus zum Roten Turm und starb vor 1429; s. Kotes Buch S. 321 und Hist. Grundb., Freie Str. No. 2. 4) Hans Kesseler, Iselius Nachbar, war 142G—1448 Ratsherr der Schneiderzunft; s. Hist. Grundb., Freie Str. No. 48, z. J. 1439 und Schönb. S. 781. 5) Henmann Schölderlins Wittwe; s. ebend. Schwanengasse No. 18, z. J. 1385. (i) Er wohnte Iselin gegenüber, im Haus zur Roten Fahne, war Tuchhändler und Zunftmeister zum Schlüssel und starb 1421; s. Hist. Grundb., Freie Str. No. 43, z. J. 1421, und Schönb. S. 777. 7) Er war Iselins Nachbar, und seine Frau hiess Agnes; s. ebend. No. 47, %. J. 1416, und Schönb. S. 540, z. J. 1429. 8) Ein Weber von Egliugen, der das Bürgerrecht 1412 auf dem Zug gegen Fürstenstein erwarb; s. Rotes Buch S. 348. 9) Nämlich St. Jörgentag (23. April). 10) Hier schliessen die Iselinschen Aufzeichnungen. Ueber alles Folgende, z. J. 1451 und 1452, g. oben S. G. Anonymus von 1451 und 1452. [55 y ] Anno domini 1451 uf fritag noch sant Paulus bekerd usi do wart der bisclioff Arnold von Rottperg erweit ze mittem Jan ' 29 tag 1 ). Item darnoch im mertzen do starb her Arnold von Rott- März 5 perg2). Item darnoch im abrellen do starb Junker Peter von Kam- April stein3) und Peter Hertrich*). Uf sant Johans tag starb Peter gipsmüller. Juni 24 Uf sant Six tag do starb Hans Hartman 5 ). Au g . e io Item an sant Ludwigs oben 5b ) starb Hans von Sennhein 0 ). Aug. 18 Item morndes am tag do starb Jocob Halbyssen 7 ) sin Aug. 19 swoger. Item an samstag post Ludowico do starb junker Gunter au S . 21 von Strolenberg 8 ), und Harnesch der loiffer, und min schü- 15 mach er. Item darnoch Bartolomey do starb der alt Halbysen 9 ), und Aug. 21 nieister Heinrich der arzat 10 ), und Vogel der schriber 11 ) und 1) Vgl. B. Crem. IV 306 3) Er war MitgL™ U w ^„»^ „„„mo, „«„.,,,* ^ « c , «„. lc , und starb am 10. April; s. Schönb. S. 581, und Merz III Tai'. 9. 4) Vogt am Stadtgericht; s. B. Urkb. VII No. 85 imd 141. 5) Hans H. der Kaufmann, »der zer Hinden man< kaufte das Bürgerrecht 1441; s . Kotes Buch S. 194. >9K A &1,) 7° n den zwei Heili geri d. N. ist liier nicht der König gemeint *K' 3 ° ndem de ssen Neffe der Bischof (19. Aug.). 7 «Tb™ Safran; s. Schönb. S. 583. m o ,7i Hei ? nchs > d es Katsherrn der Krämerzunft; s. Wurstisens B. Chron. S.403, und Schönb. S. 788, auch unten Anm. !). 8) Zunftmeister der Hausgenossen; s. Schönb. S. 788. 9) Heinrich H., Jakobs Vater; s. oben Anm. 7. 10) Er war Stadtarzt und bezog einen vierteljährlichen Gehalt von 22 Ib.; s. Stadthaushalt Basels II 243 und 263. 11) Jakob Vogel; s. B. Urkb. VII S. 314. 12 Iselin. sin wib, do ich ze Bern was, und Furnowerin man, und Burkart Besserers sun<), und junker Hans Murers wib 2 ), und Junker Rudolf Wegenstett 3 ). Sept. 21 Item an sant Mateus tag do starb die von Flachslanden zu Tinnnach 4 ), und junker Hans von Flachslanden 6 ) dochter hie, 5 und der Tribock«), und Switzlis 7 ) dochter, und Mangne 8 ) stief- Sopt. 20 dochter, und Peter Meyer der kremer 9 ). Und dono am sunen- sept. 28 dag do starb Tessenhein 10 ), und Claus Verna 1J ) am zinstag, und Egli Frig der tücherer 12 ), und der jung Dichelsperg 13 ), und Engelhart der tücherer»), öch der selben wuchen, und daruoch 10 meyster Knol der kürsener 15 ) und Stützenbergenen man» 0 ) um um Sept. 29 sant Michels tag. jnni28 Item uf sant Peter und sant Paulus oben, am dag do 1) Nikiaus B.; o. B. Urkb. VII No. 160, S. 301. Burkhard war Katsherr der Grautücherzunft; s. Schönb. S. 783ff. 2) Elsbeth von Beuren; s. Merz IV Taf. 5. Seine zweite Frau, Els- beth v. Weissenburg, überlebte ihn; s. unten Schnitts Auszüge, z. J. 1458. 3) R. von Wegenstetten erscheint 1442 als Stellvertreter des Schult- heissen von Kleinbasel und war Mitglied der Hohen Stube; s. B. Urkb. VII No. 12, und Schönb. S. 526. 4) Dürmenach bei Pfirt. Die dort Verstorbene war vermutlich die Mutter des nachfolgend Genannten. 5) Des nachmaligen Bürgermeisters von 1454; s. Schönb. S. 790. 6) Vermutlich des vor 1450 verstorbenen Henmann Tribocks Sohn Ludwig; s. Wurstisens Analekten S. 256. Die Tribock gehörten zur Hohen Stube; s. Schönb. S. 526. 7) Switzli der elter; s. ebend. S. 601, z. J. 1453. 8) Mangne Ritter war Zunftmeister der Gerher; s. ebend. S. 788. Doch ist hier wohl eher Mangne Pfunser der Gerichtschreiber gemeint; s. B. Urkb. VII S. 276 und 362, %. J. 1447 und 1449. Die 3 Vehmgerichtsvor- ladungen von 1453, welche ihn als noch lebend erwähnen, stammen aus Westfalen und beruhen mithin auf Unkenntnis seines inzwischen erfolgten Todes; s. ebend. S. 506ff. 9) Sohn des Schiffmanns Henmann Meyer; s. Hist. Grundb., Spiegelgasse No. 13, z. J. 1448 und 1451. 10) Wernlin Tessenhein war Zunftmeister der Hausgenossen; s. Schönb. S. 788. 11) Nikiaus Vornan wohnte im Haus zur Obern Schere; s. Hist. Grundb., Freie Str. No. 4. 12) Vgl. Schönb. S. 578; Egli Frye der schnider. 13) Vgl. ebend. S. 579: Rudolf Tietelsperg. 14) Vielleicht jener Hans Engelhart aus Hirsingen, der 1424 auf dem Zug nach Hirsingen mit andern Niehtzünftigen sein Bürgerrecht erwarb; s. Rotb. S. 288. 15) Peter Knolle war Ratsherr seiner Zunft; s. Schönb. S. 788. 16) Nikiaus Stuitzenberg war zünftig zum Schlüssel; ß. ebend. S. 582. 1451. 13 ward bösz Bamnach') erstochen und vergraben zu sant Eisbetten. Item am selben tag do wurdent vier siner gessellen och gefangen; denen 5 slüg man die köpf ab an donstag noch sant juii 8 5 Uolrichs tag 2 ). [56] Anno domini 1451 in prima hebdomada februarii do (Jan.) starb der probst ze sant Lienhart, Stocker 3 ), und Sweglerin tochter 4 ), und der bischof ze Ein 5 ), und der techan der Wiler 6 ). Aug. 27) Item und donoch im mertzen do starb der Wielant 7 ). M&rz io Im junius do starb Schönwetter penultima die 8 ). Juni 29 Item ultima die mensis junius do folget man eim tümherren Juni 30 uf Burg, der hiesz D..... Item in primis diebus octobris do starb Peter Scherman oct. und sin fatter 9 ), und Spiser der wirt zum Roszgarten 10 ). 15 In fine octobris do starb junker Diethelm von Tanneck 11 ) und Peter zum Wind 12 ). Item in primis diebus novembris do starb Huswirtz doch- not. ter 13 ), und Strusz der küffer 11 ), und junker Jerg Teger- 6. Hb.: prima domada. 12. Hs.: Der Name ist unleserlich. 1) Es gab mehrere Metzger d. N., die jedoch (Jen hier erwähnten überlebten; s. ebend. S. 592, 668 und 669. 2) Vgl. Stadthaushalt Basels II 265: Item 11 Ib. 15 s. 8 d. von fünf knechten und einer hechsen zu verrichten, zu vergraben und für atze. — Laut Pronfastenrechming fiel diese Ausgabe ins dritte Quartal 1451. 3) Seinen Taufnamen kenne ich nicht. Zudem scheint >februarii« verschrieben statt: januarii; s. unten Anm. 5. 4) Die Mutter hieß Verena; s. Schünb. S. 616. 5) Friedrieh ze Rin starb schon am 5. Januar; s. unten Blauensteins Chron. z. J. 1451. 6) Johannes Wiler starb schon am 27. August 1450; s. seine Grabschrift bei Tonjola S. 8. 7) Nikiaus Wieland war zünftig zu Krämern; s. Schönb. S. 530. 8) Joh. Schönwetter war Notar; s. B. Urkb. VII S. 314, z. J. 1448. 9) Heinrich Schermann der Spengler kaufte 1424 für seinen Sohn Peter das alte Zunfthaus zum Safran. Doch 1429 erscheinen beide als Krämer, und 1441 wurde Peter Ratsherr dieser Zunft; s. Hist. Grundb., Gerbergasse No. 12, z. J. 1424 und 1430, und Schönb. S. 588 und 787. 10) Hans Spiser von Ulm. Das Wirtshaus zum Rossgarten lag an der Schiff lande und hieß später zum Rosenkranz; s. Hist. Grundb., Schiff lande No. 7 und 9. 11) Mitglied der Hohen Stube; s. Schönb. S. 590. 12) Zünftig zu Kaufleuten; s. ebend. S. 582. 13) Ueber ihren Vater s. unten Anm. 6 S. 14. 14) S. Schönb. S. 577. 14 Iselin. nöw 1 ) und Heinrich Ritter der gremper 2 ), und Jost Wartenberg und zwen schnider, und Rosenfeldinen :) ) knecht, und Pfullendorf der scherer 4 ), und Angstundnot der karrer, und junker Peter von Hegenheini 6 ), und Junker Peter Huszwirt 6 ). Doc. Item primis diebus decembris do starb die von Halwil 7 ), 5 die von Erringen 8 ), und Peter zem Blech in der gefangen- schaft 9 ), und Gatzinen 10 ), und Sekingers fröw ein metzgerin 11 ), vogt Stören frow 12 ), und min gefatter Tusinen 13 ), und des sol- dans 14 ) dochter. not. n Item an sant Martis tag 15 ) do reit zum küng von der stat 10 1) Jörg von Tegernau erscheint 1424—1446 als markgräfischer Obervogt der Herrschaft Röteln; s. B. Urkb. VII No. 101, und Wurstisens Ana- lekten S. 82. 2) Ratsherr der Gartnerzunft; s. Schönb. S. 788. 3) Vermutlich die Mutter Erhard Rosenfelds, welcher 1450 Meister der Schneiderzunft wurde; s. ebend. S. 789. 4) Hans Pfulwendorf war erst seit 1450 Ratsherr der Schererzunft; s. ebend. 5) Bis 1448 sass er als Achtbürger im Rat; s. ebend. S. 788. 6) Noch 1429 zünftig zu Hausgenossen, erscheint er 1451 als Mitglied der Hohen Stube; s. ebend. S. 528, 578 und 588. 7) Ursula von Laufen, die Wittwe des 1433 verstorbenen Oberstzftmrs Nikiaus Murer, war in zweiter Ehe vermählt mit Rudolf von Hallwil, dem sie den Engelhof zubrachte; s. Merz IV Tai. 5, und Hist. Grundb., Nadelberg No. 4. 8) Am 12. Oct. 1451 starb Ursula von Efringen, Gemahlin des frühern Oberstzftmrs Hans Sürlin. 9) Peter zem Blech, gebürtig aus Allschwil, war in Basel zuerst 19 Jahre Amtmann am Stadtgericht, wurde aber spätestens 1444 Oberstratsknecht, als welcher er noch im Juli 1451 erscheint; s. B. Urkb. VII S. 40, 141 und 459. Die Ursache seiner Gefangenschaft kenne ich nicht. 10) Die Wittwe des Münzmeisters Peter Gatz, der bis 1442 Ratsherr der Hausgenossenzunft war und 1449 oder 1450 starb; s. Schönb. S. 786, B. Urkb. VII S. 349 und Hist. Grundb., Freie Str. No. 27. 11) Um 1451 lebten zwei Metzger d. N., nämlich: der alt S., und Clewy S.; s. Schönb. S. 592. 12) Nikiaus Stör war seit 1446 Vogt auf Homburg und vorher 9 Jahre Vogt am Gericht in Basel; s. B. Urkb. VII S. 136 und 140, auch Stadthaushalt Basels II 257. 13) S. Schönb. S. 589, z. J. 1451: Tüsinen meister Kesslers seligen frow. — Ueber Hans Kesseler s. oben S. 10, Anm. 4. 14) Ueber Peter de Atrio (von Kilchhofen), der schon 1420 am päpstlichen Hof und nachher in Basel am Concil das Amt des Soldans bekleidete, auch seit 1438 Basler Bürger war, s. Concilium Basiliense III 417 ff. und VII 183, 249, 254, 433 und 476, auch Stadthaushalt Basels II 251 und Rotes Buch S. 190. — Ueber sein Amt, das eine vorwiegend polizeiliche Bedeutung hatte, s. Ducange, hinter Suitanus. 15) Zu diesem Datum, das wohl genauer »Martis obent« (10. Nov.) lauten sollte, vgl. B. Chron. IV 309 und 426. 1451—1452. 15 von Basel her Bernhart von Rottperg ritter und burgermeister, gon Rom ze geleitten 1 ), und mit im öch Hans von Flachslanden, Bernhart von Efringen, Werly Truchsesz, Bernhart Siirly, Cünrat von Berenfels, Bernhart von Löffen, Cünrat Schönkint, r» Hans Waltenhein der jung 2 ). Hans von Berenfels 3 ) reit mit graf Oswald von Tierstein und her Marquart von Baldeck. Item und öch min her der margrof der jung von Rotellen, Rudy*). 1452. 10 [55] Item an sant Gregorien oben do starb min müter, was Man li ein samstag in der fasten. Item vogt Stören dochter starb darnoch am donstag 6 ). hs™ k> Item her Hans Rot ritter alter burgermeister 6 ) starb am Mm is samstag ze nacht noch sant Gertruten tag, was ze mittvasten. 15 Item an wittwuchen post judica noch unser fröwen tag in März 29 der fasten do starb juncher Heitzman Murer 7 ). Item am ostermendag do starb juncher Mathis von Wal- April in pach 8 ), lit zu sant Peter. Item am zwölften tag im meyen do starb juncher Dietrich Mai 12 20 SürlyO). Item am secunda die mensis junii do starb Ludwig Meiger, Juni 2 Klewi Meyers sun an den Steinen 10 ). Item dredecima die mensis junii do starb meister Peter Juni 13 Hans zem Blumen. 1) Ueber diesen Zuzug Basels zur Kaiserkrümmg Friedrichs III. vgl. noch B. Chron. IV 57 und V 427, und unten S. 16, z. Juni 1452. 2) Bis liier umfasst dieses Verzeichnis den von Basel als Reichsstadt gestellten Zuzug; s. B. Chron. V 427. Ueber die hier genannten Teilnehmer s. ebend. A. 5—9. 3) Der nachmalige Bürgermeister, Sohn des Bürgermeisters Arnold und Vetter des obgenannten Konrad v. B.; s. Merz I Taf. 7. 4) Vgl. B. Chron. IV 58. 5) Vgl. oben Anm. 12 S. 14. 6) Er war Altbürgermeister des Amtsjahres 1451/52; s. Schönb. S. 789. 7) Heinrich M., Hansens Vater, schon 1406 Meister der Kaufleuten- zunft, sass seit 1435 im Rat als Achtbürger; s. ebend. S. 774 u. 784, und Merz IV Taf. 5. 8) Seit 1448 im Rat als Achtbürger; s. Schönb. S. 788. 9) Dieser Bruder des Oberstzftmrs Haus S. war Heinrich Murers Tochtermann und sass im Rat als Achtbürger seit 1430; s. ebend. S. 782 und Merz I Taf. 8. 10) Nikiaus M. »der schliffer an den Steinen« war Wassermeister des Obern Birsigs; s. B. Urkb. VII S. 420. 16 Iselin. Juni i [56 T ] Item prima die mensis junii do komen die herren von Rom, die von der statt Basel wegen vom keyser kamen und die do ritter woren worden von den bürgeren 1 ); was her Bernhart Sürly, her Bernhart von Efringen 2 ), juncher Bernhart von Louffen, juncher Cünrat Schönkint und juncher Hans Walten- 5 hein ec. Und den die edlen die woren vormols 4 wuchen e har- hein, Flachslanden, Berenfels, Truchsesz et alii nobiles in patria circumcirca. juni 15 Item darnoch quintadecima junii do komen mer har wie das herzog Ludwig von Safoy 3 ) Friburg ingenomen hab in 10 Oechtland 4 ) von der zweytrachtung wegen, so dovor gewesen wasz mit den partyen Oesterrich, Safoy und Switz 6 ). Sept. 17 [58 T ] Anno domini 1452 uf sunendag noch des heiligen crütz tag ze herbst do vieng man an ein grosz schiessen hie 6 ); und gab man usz ein pferd für 16 guldin, und ein verdeckten is stöf um 12 guldin, und aber ein stöf umb 10 guldin, und ein silbrin schalen um G guldin, und aber ein schalen um 4 guldin, und ein ring umb 2 guldin, und 1 guldin wert böltzen, und den ein so fiir i / 2 guldin. Item das rosz das gewan her Hans Heinrich von Efringen 20 ritter 7 ). Den verdeckten stttff gewan meister Hans der murer hie 8 ). Das ander kam als enweg, on allein die su, die gewan Erhart Stutzenberg 11 ). Mai 29 [55] Anno domini 1452 jor uf den pfingstmendag vicesirno nono maii do überkam ich mit miner fröwen der alten von 25 1) Vgl. Stadthaushalt Basels II 266: Item den nuwen rittern zem Sufftzen geschenckt 2 Ib., zem Brunnen verzert. 2) Von Achtbürgern empfingen den Ritterschlag nur diese zwei, die drei folgenden nicht; s. Speirer Chronik bei Monc, Quellen z. Bad. Geseh. I. 390. Deshalb sassen auch nur diese zwei im Rat fortan bei den Rittern, die andern nicht; s. Schönb. S. 789 und 790. 3) Ludwig der ältere. 4) S. die Unterwerfungsurkunde vom 10. Juni d. J., Eidg. Abschiede II Beil. No. 30, ferner B. Chron. IV 457. 5) Hierüber s. Dierauer, Gesch. d. Eidgenossenschaft II 114. 6) Vgl. Stadthaushalt Basels II 271, z. J. 1452: Item den schützen uff schiessen ze sture geben, und für die fromden schützen verner bezalt 171/2 Ib. 7) Sohn Bernhards v. E.; s. Merz I Taf. 21. 8) Vgl. Fronfastenrechnungsb. 1452, I angaria: Item geben 68 Ib. Hannsen von Costentz, die muren im graben an den Spalen uffzemuren. 9) Dieser, vermutlich ein Sohn des 1451 verstorbenen Nikiaus St., war Schwager Hans Irmis, des spätem Zunftmeisters der Krämer; s. Hist. Grundb., Andresplatz No. 14, z. J. 1453, und vgl. oben S. 12 Anm. 16. 1152. 17 Löwenberg i), das zegegen was min jungy frow 2 ) und juncher Hans Knütel»), und öch Junker Cunrat der sun*) do was, das ich ir diener sol sin ein jor, und sol ir ir zinsz inbringen ze Oolmar, ze beden Michlenbach und Ranspach*), und ze Muttentz. ■>und wen ich vor der stat Basel6) bin in irem namen, so sol ich m lrem k osten sin Aber was hie in der gtat ßagel ze tund ist, das sol ich tun in miner kost; und sol mir geben 9 guldin. b Item dis gestund 6 wuchen, do sol ich 1 guldin für haben, 'o on das ich susz uszgeben hab. Item juncher Hans von Löwenberg?) der seit mir ab, do ich me den 6 wuchen gedient hat. 4. Hs.: Mutetentz. bersr 'uÄ Ton Eptingen, Witt™ Hans Thüring Münchs von Löwen- Derg Ueber beide s. B. Chron. V 355, femer Merz III S. 15ff Taf. 2 6n T ° Chter El8a ' WHtWe PetMS von Ram stein; s. Merz III Merz a ? o" heiratete bald dara " f die Vorgenannte; s. B. Chron. und 4) Haas Thüring Münchs zweiter Sohn; über ihn s. Merz III S. 16ff. 6 Ober „„d Nioder Michelbach, auch Ramsbach, 2 St. westl. v. Basel. oj -U. h. ausserhalb Basels. 7) Hans Thürings ältester Sohn; s. Merz a. a. O. Basler Chroniken. VII. II. Des Kaplans Nikiaus Gerung genannt Blauenstein Fortsetzung der Flores Temporum. 1417—1475. 2* Einleitung. Sc Üchon in den frühern Bänden der Basler Chroniken lernten Herkunft wir zwei Kapläne des Münsters kennen, welche uns geschieht- Le „e"siauf hche Aufzeichnungen hinterlassen haben, nämlich Erhard von des Appenwiler, der bis 1471 schrieb, und Hans Knebel, dessen Verfassers - 5 umfangreiches Tagebuch bis 1479 reicht*). Zu ihnen gesellt sich als Zeitgenosse ein dritter, der in der Universitätsmatrikel und den Büchern des Domstifts als »Nicolaus Gerung alias Blauenstein« erscheint*), sonst aber durchweg nur »her Klaus Blauenstein« genannt wird 3 ), und welchen deshalb auch wir io stets mit letzterm Namen benennen 4 ). Ueber den Lebenslauf dieses Chronisten erfahren wir aus seinen Schriften nur, dass er dem Bischof Johann von Fleckenstein, der im Dez. 143G starb, 7 Jahre lang als Hauskaplan gedient habe«), also schon 1430, und demnach ist sein Geburtsjahr wohl spätestens um 1410 zu setzen. Da er jedoch 1442 das Basler Bürgerrecht kaufte 6 ), so rauss sein Vater entweder ein fremder gewesen sein oder sich erst eingebürgert haben, als der Sohn das vierzehnte Altersjahr bereits überschritten hatte und deshalb bei der Einbürgerung nicht inbegriffen » 1 * r '" ° n den zwei Geschlechtsnamen ist offenbar Gerung der eie, während Blauenstein ursprünglich wohl nur ein Beiname war. Nun erscheint allerdings im nahen Rheinfelden schon z. J. 1389 neben andern dortigen Bürgern ein »Henmann Gerung der jung« s), und auf eine dortige Herkunft scheint auch eine 1) S. B. Chron. II u. III, ferner IV 221 ff. 2) S. Universitätsmatrikel z. II. Semester 1460, sodann z. B. Jahrzeitbuch d. Domstifts z. 20. Dez. 3) S. z. B. seine Burgeraufnahme im Oeffnungsbuch I 127. 4) In frühern Bänden der B. Chron. wird er auch als Gerung zitiert. 5) S. unten seine Chronik der Bischöfe, über Joh. v. Fleckenstein. G) S. Oeffnungsb. I 127; im Roten Buch steht er nicht. 7) Gemäß der Ordnung v. 1390; s. B. Chron. IV 143. 8) S. Boos, Urkundenb. d. Landschaft Basel S. 497. 22 Blauensteins Flores. Stelle bei unserm Chronisten zu weisen, wo er beim Ausschreiben der Flores Temporum zum Ausdruck »modius sili- ginis« erklärend beifügt: >videlicet sextarii 4 Rinfeldenses« ] ). Jedoch der einzige Gerung, den wir zu Anfang des XV. Jahrhunderts in Basel finden, ist der Schreiber Heinrich der im s August 1409 als »Fiirgebiittel uff Burg« erscheint d. h. als Bote des geistlichen Gerichts, und welcher im Nov. desselben Jahres auf dem Zug gegen Istein sein Bürgerrecht verdiente 2 ). Noch 1422 lebte dieser in seinem Haus in der St. Johannvorstadt 3 ). Doch schon 1429 wohnte dort nur noch Metzin, seine to Wittwe, welche ein Vermögen von 60 Ib. versteuerte und noch 1437 lebte 1 ). Wollten wir nun in diesem Ehepaar die Eltern unsres Chronisten vermuten, so müßten wir voraussetzen, dass er 1409 bereits vierzehnjährig und mithin 1475, als er seine Chronik schrieb, ein achtzigjähriger Greis gewesen sei. Doch 15 wie er selber gewöhnlich nur Blauenstein genannt wurde, so mögen auch andre, die nur unter diesem Namen erscheinen, eigentlich Gerung geheissen haben. Nun finden sich vier Blauenstein, welche auf Kriegszügen das unentgeldliche Bürgerrecht verdienten, nämlich 1393 Hans, ein Schuster, 1409 Hein- 20 rieh, ein Ziegler, der auf der Steuerliste von 1429 mit 3 Gulden erscheint, ferner 1412 ein Oswald und 1425 wieder ein Heinrich 6 ). Es bleibt daher ungewiss, in welchem dieser Viere wir den Vater unseres Chronisten vermuten sollen. Denn sicher ist nur, dass er auch einen Vetter Namens Heinrich hatte, dessen 25 Sohne und Enkel 1478 noch lebten, jedoch alle arm waren und sich nur kümmerlich durchbrachten •). Von seiner Mutter hingegen wissen wir wenigstens, dass sie Mechtild hiess, und dass er für sie 1461 vom nachmaligen Oberstzunftmeister Nikiaus Rüsch das Haus Klein Hohenburg kaufte (jetzt Münsterberg 13), 30 in welchem sie 1464 noch lebte?). Wie schon erwähnt, wurde unser Chronist um 1430 Kaplan und Schreiber Bischof Johanns von Fleckenstein, und als solcher schlief er mit diesem in derselben Kammer und diente ihm 1) Die betr. Stelle auf Bl. 89 der Hs. handelt von der wohlfeilen Zeit unter König Rudolf von Habsburg. 2) S. Rotb. S. 209 u. Leistungsb. II 58. 3) Jetzt ein Teil von No. 28; s. Gerichtsarchiv Bd. B 1, z J. 1422. ber S 555 6bend ' Bd ' B "' *" J ' H37 ' ferner Spital Urk No " 418 ' u " Sohön " 5) S. Rotb S. 308, 272, 347 und 247, ferner Sohönb. S. 542. DJ b. benchtsarchiv Bd. AA 18, Bl. 217 v. 7) S. Hist. Grundb. Münsterberg No. 13, z. J. 1461 ff. Einleitung. 23 nicht nur bei der Messe sowohl als zu Tische, sondern beide lasen auch gemeinsam ihr Brevier. Besonders aber fühlte er sich dadurch geehrt, dass ihn sein Herr sogar Geheimnisse wissen Hess, die er sonst Niemandem anvertraute. In dankbarer Erinnerung hebt er deshalb in seiner Chronik diesen Bischof vor allen andern lobend hervor«). Nach dessen 1436 erfolgtem Tod jedoch diente er als Hauskaplan zuerst dem Domdekan Johann Wiler 2), bis auch dieser im August 1450 starb 3 ), und später dem Domherrn Friedrich von Fleckenstein, einem io Neffen des Bischofs, welcher 1451 ebenfalls Domdekan wurde<), aber schon 1453 starb*). Sein Dienstverhältnis zu diesen seinen spätem Herren war jedoch keinesfalls ein so enges und persönliches wie zum verstorbenen Bischof, und zwar schon deshalb, weil er bald nach des Letztern Tod eine Kaplanei am Münster «erhielt. Schon 1439 finden wir ihn nämlich unter jenen Kap- lanen des Münsters, welche die im Juli d. J. wegen der Pest veranstaltete Wallfahrt nach Einsiedeln leiteten«). Vermutlich hatte er schon damals die Kaplanspfründe der zum Hofe des Domherrn Friedrichs von Fleckenstein gehörigen Kapelle, welche 2(1 er 1447 gegen die Pfründe von »Klein Benken«, d. h. Biel, vertauschte'), wo den Gottesdienst ein Vikar versah«). In der t olge erhielt er auch eine Chorherrenpfründe am. Stift St. Leo- degar in Schönenwerd 9 ). Dessen ungeachtet wohnte er stets m Basel, und zwar laut der Steuerliste von 1446 mit seiner * Mutter und einer Magd in der St. Ulrichsgemeinde, also vermutlich in der Aeschenvorstadt, und versteuerte ein Vermögen von 400 Gulden io). Wenige Jahre jspäter edoch, 1452, er- 1) S. unten se ine Chronik der Bischöfe. 2 ■ 7 S - lm St - Archiv das Jahrzeitb. d. Dornst, z. 26. August (Copie der m i-andesarohiv zu Karlsruhe befindlichen Originale). Ueber Joh. Wiler s. B. Chron. IV 39(i. 3) S. seine Grabschrift bei Tonjola S. 8. V Auf Joh. Wiler folgte als Domdekan zuerst Arnold von Rotbero;, sicher 1451 Bischof wurde; s. B. Chron. IV 306. 5) S. Jahrzeitb. d. Dornst, z. 21. Dec. Ueber ihn s. B. Chron. IV 306, A. 4. 6) S. B. Chron. IV 253. 7) S. das bischöfliche »Registrum computationum vicarii et sigillifcri«, jetzt im Berncr Staatsarchiv, z. J. 1447. Eigene Kapellen hatten der St. Ka- thannenhof (jetzt Münsterplatz No. 18) und der St. Vinzenzenhof (jetzt Münsterberg No. 9); doch weiss ich nicht, welchen F. v. Fleckenstein bewohnte. 8) S. TrouillatV 31: Vicarius in Witterswiler et in Minori Benken. 9) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 2. Oct. 10) S. Schönb. S. 586. 24 Blauensteins Flores. scheint er als Kaplan des St. Marthenaltars'), und als solcher bewohnte er das zu dieser Pfründe gehörige Haus (jetzt Münsterplatz No. 13), das er auf seine Kosten mit einem Aufwand von 160 Gulden neu herstellen ließ 2) und wohl seinem verstorbenen Herrn dem Bischof zu Ehren »Fleckenstein» nannte 3 ) Für 5 seine Mutter aber kaufte er 1461, wie schon erwähnt das nahegelegene Haus Klein Hohenbarg, und 1462 vertauschte er immer Göfken!) Dd ' dle ?frÜnde V ° n BIel g6g6n die farrd .An der oben erwähnten Wallfahrt von 1439 nach Einsiedeln u beteiligten sich von den 70 Kaplänen des Münsters nur 9, und schon der Umstand, dass unter diesen wenigen auch unser Onromst sich befand, lässt ihn als einen der rührigsten und strebsamsten erscheinen. Als ein solcher erwies er sich auch in der Folgezeit, indem er 1452 im Auftrag des Domkapitels« me zwei alten Jahrzeitbücher des Domstifts, die seit hundert Jahren nicht mehr waren nachgeführt worden, berichti-te und ergänzte, um hierauf von dem einen zum täglichen Gebrauch eine Abschrift zu fertigen, die noch jetzt vorhanden ist»). Zugleich legte er auf Grund der Stiftungsbriefe und alten Re- 20 gister tur den Gebrauch des Praesentiars ein neues Register an wi^nT 1 '^ alle in der Sakristei in einem Schrein ver- SnSpr , 1 "' indem er sie alphabetisch neu ordnete, und TT,t, d , an0 ' J 1470 ' stellte er aus den bisherigen Registern und Uikunden das sog. »Originale« zusammen, d. h. ein Copial- * T.hl'J 0 ^ " sämmtlich e dem Domkapitel zuständige Zinsen, SSiS Un f T Stlgen Gefälle ™ d bellte n «bst allen auf dessen wn/lTv nden Lasten und Schulden verzeichnete, und wXteTüyCdTn.r Uf N di J V" *¥** *** "*"**" ™ Men > Ne ben diesen ihm vom Domkapitel auf- so .war lhtt hr ^; e 1ch D nrdtV 1 - 1 De "- Den St M^hendt« finde ich «icht alle nach KÄS faplanexen bei Tr. V 49 ff. Doch sind dort 2) S. Jahrztb d 1) t benannt - sondern z. T. nach den Stiftern, in B. Beiträgen XII 491° *" a ' °* Uud Wurst i senf » Münsterbeschreibung, 41 S tti^ ": S P ital - Ei ^hmen 1464-1475. 5 itT ?^rum computationum z. J. 1462. Nekrolog No 2 rovon- lm n ener f andeSarchiv in Karlsruhe befindliche arehiv Dom 8 'tift Bd A T A^ ^^ Ja ^hunderts im Basler Staats- 6) S im HTA ,^ c -'. al) g adr - bei Tr. IV 200 u. V 800. er sich als L SdÄ£K5 h- *" ?° PialbUOh N °' 217 ' Bl 2 ' ™ Blowenstein. Die Aus Le i w r ^ e «° Nicolaus G «"»S "ictus Auszuge in Wurstisens Aualekten S. 78ff: »ex libro Einleitung. ^5 getragenen Arbeiten, die zunächst nur praktischen Zwecken zu dienen hatten, war unser Kaplan auch fortwährend bestrebt, sein Wissen zu vermehren, und so finden wir, als 1460 in Basel die Universität eröffnet wurde, den bereits Fünfzigjährigen noch 5 unter den immatrikulierten Studenten der Artistenfakultät 1 ). Welche Vorlesungen er dort hörte, wissen wir allerdings nicht. Dass er sich aber ausserdem noch in verschiedene Schriften über Welt- und Kirchengesclrichte vertiefte, davon zeugt sein letztes, erst 1475 gefertigtes Buch, das neben seinen eigenen geschicht- i(i liehen Aufzeichnungen, wie wir bald noch sehen werden, auch Abschriften aus mehreren älteren Werken enthält 2 ). Schon am 21.Dec. 1452, als unser Chronist kurz vorher das Jahrzeitbuch vollendet hatte, stiftete das Domkapitel in dankbarer Anerkennung dieser umfangreichen und wohlgelunge- 13 nen Arbeit auf den Fall seines Ablebens eine im Münster für ihn zu haltende Jahrzeit, und vermutlich geschah es auf seinen Wunsch, dass diese auf den 20. Dec. gesetzt wurde, d. h. auf den Todestag Bischof Johanns, seines einstigen Herrn und Gönners 3 ). Auf denselben Tag wurde von 1453 an auch die 20 Jahrzeit des in diesem Jahre verstorbenen Dekans Friedrich von Fleckenstein begangen 1 ), und bald nachher wurde für jede dieser drei Totenfeiern, nämlich des Bischofs, seines Neffen und Blauensteins, eine Zulage gestiftet, und zwar durch letztwillige Verfügung des gewesenen Offizials Heinrich von Beinheim, der '^5 1460 starb 5 ). Obwohl wir über Blauensteins persönliche Beziehungen zu diesem angesehenen Juristen sonst nichts näheres wissen, so lässt doch schon diese Stiftung auf ein enges Freundschaftsverhältnis dieser zwei Männer schliessen, welche nicht nur m Bischof Johann ihren gemeinsamen Gönner verehrten, so sondern auch beide sich in Geschichtschreibung versuchten l! ). capellanonim ecclesie Basiliensis, aeeepto ab Eckensteinio, conscripto 1470 a Nicoiao Gerung dicto Blowenstein«, stammen offenbar aus diesem Buch, u. h. vermutlich aus einer Copie desselben, welche der 1C15 verstorbene Dompropsteischaffner Georg Eckenstein mochte gefunden haben; über diesen s. Tonjola S. Gl. 1) S. die Universitätsmatrikel, zum IL Semester 1400. 2) S. unten S. 27 ff. Ueber den Irrtum Wurstisens, der ihm in seiner Münsterbeschreibung S. 491 auch Knebels Tagebuch zuschreibt, s. B. Chron. III 595, A. 1. 3) S. Jahrztb. d. Dornst z. 20. Dec. 4) S. ebend. 5) S. ebend. z. 19. Dez. 6) Ueber H. v. Beinheim s. B. Chron. V 329ff. Seinen Todestag setzen sowohl seine Grabschrift als der Libcr benefuetorum der Karlhause auf den 26 Blauensteins Flores. Gleichwie Beinheim, so war auch Blauenstein auf kirchliche Stiftungen zur Vermehrung des Gottesdienstes bedacht. Vor allem vergahte er einen jährlichen Zins von 1 Ib. zur erhöhten Feier des St. Marthentages (27. Juli), also zu Ehren der Patronin des von ihm bedienten Altars. Weitere Vergabungen 6 bestimmte er zur Feier von Mariae Reinigung und Himmelfahrt (2. Februar und 15. August), von St. Leodegar (2. Okt.) und der Kreuzerhöhung (14. Sept.), sowie auch der Jahrzeiten der beiden Dekane Johann Wiler und Friedrich von Fleckenstein 1 ), welche am 26. August 2 ) und 20. December begangen wurden. Für sich io selber aber stiftete er noch eine Jahrzeit in der Karthaus 3 ), und diesem Kloster schenkte er auch das schon erwähnte Buch, welches seine geschichtlichen Aufzeichnungen enthält 4 ). Da diese Jahrzeit in der Karthaus am 28. Januar begangen wurde 6 ), so ist dieser Tag vermutlich Blauensteins Todestag, 15 und da er zum 11. Februar 1478 bereits als ein Verstorbener erwähnt wird 0 ), so kann er spätestens in diesem Jahr gestorben sein. Nun reicht aber der Inhalt seines den Karthäusern geschenkten Buches nicht über 1475 hinaus, und schon die denkwürdigen Ereignisse von 1476 werden darin mit keiner Silbe 20 berührt. Er war also, falls er erst am 20. Januar des folgenden Jahres starb, doch ohne Zweifel bereits zu krank, um noch zu schreiben. Von seinem Testament ist uns leider nur der letzte Teil erhalten 7 ), worin er über den nach allen Vergabungen etwa noch übrig bleibenden liest seines Vermögens verfügt. 25 Von diesem bestimmte er einen Vierteil für die Karthaus, den zweiten zur Verteilung unter das Barfüsser-, Steinen-, Gnadenthal- und St. Clarenkloster und an den Kirchenbau zu St. Alban und St. Ulrich, den dritten für den Spital, die Elendenherberge, das Almosen in Klein Basel und das Siechenhaus zu St. Jakob, 80 und den vierten für die Nachkommen seines schon erwähnten 17. April 1460, das Jahrzeitb. d. Dornst, hingegen auf Freitag den 18. April; b. ebend. z. 19. Dec. u. vgl. B. Chron. V 334, A. 9. 1) S. Jahrzeitb. d. Dornst, zum 27. Juli u , 2. Oct. 2) Laut dem Jahrzeitb. d. Dornst, wurde Wilers Jahrzeit am 26. Aug. begangen. Laut seiner Grabschrift jedoch starb er 1450 am 27. (quinta post Bartholomei); s. Tonjola S. 8. 3) S. den Liber benefactorum, im St. A., Karthaus I, Bl. 28, zum 28. Januar. 4) S. unten S. 27 den Eintrag auf dem vordersten Blatt des Buches. 5) S. oben Anm. 3. 6) S. Gerichtsarchiv, Bd. AA 18, Bl. 217 v. 7) S. ebend. Einleitimg. 27 Vetters Heinrich 1 ). Doch wichtiger als dieses sein Testament ist für uns sein den Karthäusern hinterlassenes Buch. Diese Handschrift, welche in der Karthaus die SignaturaJ^^ 5 C 42 trug, aber samt dem übrigen Bücherschatz dieses Klosters 2 ) 1590 in die Oeffentliche Bibliothek gelangte, war seither lange Zeit mit E III 10 signiert, trägt aber seit Mitte vorigen Jahrhunderts die Signatur D IV 10 und enthält 194 Papierblätter in 8 03 ) (Wasserzeichen: Gothisches P mit Kreuz darüber). Die io Foliatur, durchweg noch von Blauensteins Hand, überspringt das erste Blatt und bezeichnet die nächstfolgenden 25 mit den Buchstaben a—z 4 ), die übrigen hingegen mit römischen Ziffern von 1—168. Mit Ausnahme von Bl. 150—151, welche erst in der Karthaus beschrieben wurden, ist der ganze Inhalt von 15 Blauensteins Hand gefertigt und mit sorgfältig ausgeführten, teils roten, teils blauen Initialen geziert. Der Einband, von Holz mit gelblichem gepresstem Lederüberzug und Ueberresten einer metallenen Schliesse, scheint samt einem Vorlegeblatt von anderm Papier erst nachträglich erstellt zu sein, also in der 20 Karthaus, und wohl erst bei diesem Anlass wurden die Blätter glatt beschnitten, wodurch einzelne Blattnummern versehrt sind. Zugleich wurden diejenigen Blätter, mit welchen ein neuer Teil des Inhalts beginnt, zur Erleichterung des Nachschlagens mit Oehrchen von farbigem Leder versehen. Auf dem vordersten 25 Blatt aber lesen wir, von der Hand des damaligen Bibliothekars der Karthäuser, Bruder Georg Carpentarii 6 ), geschrieben, neben der schon erwähnten Signatur C 42 und einer kurzen Inhaltsangabe noch die Aufschrift: »Liber domus vallis beate Margerete ordinis Cartusiensis in Basilea Minori, quem donavit dominus 35 -Nicolaus Blawstein quondam ecclesie Basiliensis capellanus«. Schon durch die zweierlei Foliaturen erscheint das Buch Hauptinhalt in zwei an Umfang sehr ungleiche Teile geteilt, und diese Teil«. unterscheiden sich von einander auch durch ihren Inhalt. Ueber- gehen wir vorläufig den vorderen Teil, so beginnt auf Bl. 1 1) S. oben S. 22. 2) Ueber diese Bibliothek s. B. Chron. I 235 ff. u'. 320, A. 2, ferner L. Sieber, Informatorium bibliothecarii Carthusiensis, Jubiläumsausgabe für Andreas Hcusler z. J. 1888. 3) Ausserdem sind vor Bl. 19 u. 09 zwei halbe Blätter desselben Papiers eingeklebt, welche Nachträge von Blauensteins Hand enthalten. 4) Die Zahl 25 wird erreicht, indem s und t doppelt vorkommen, während u und to fehlen. 5) Ueber ihn s. B. Chron. I 309 ff. u. 359ff. 28 Blauensteins Flores. des weit umfangreichern zweiten Teiles die hier von späterer Hand nur als »Cronica cuiusdam fratris Minoris« bezeichnete, sonst aber als »Flores Temporum« bekannte Weltchronik der Barfiisser, und zwar in jener dem Minoriten Hermana zugeschriebenen Ueberarbeitung, in welcher dieses ursprünglich mit6 1292 schliessende Werk fortgeführt ist bis 1349 — also in derjenigen Fassung, welche der Ausgabe Meuschens zu Grunde liegt 1 ). Die Handschrift aber, welche für Blauenstein hier als Vorlage diente, war am nächsten verwandt mit einer jetzt als No. 248 in der Stadtbibliothek zu Colmar befindlichen 2 ), welche to in ihren einzelnen Teilen von 1459 bis 1465 gefertigt wurde und später dem 1529 infolge der Glaubenstrennung aus Basel ausgewanderten Domherrn Ludwig Bär gehörte 3 ). Ausser bei Blauenstein wird nämlich einzig in dieser Handschrift der Verfasser nicht Herrnannus, sondern »Heinricus« genannt 4 ), und 15 ebenso haben einzig diese beiden Texte bei Erwähnung Herzog Berchtolds IV. von Zäringen den Zusatz: »Qui dux, ut aliqui dicunt, construxit illam preciosam turrim in Castro Brisach, in terrorem hostium, malorum et rebellium, ac cetera castella cir- cumjacencia terrarum Elsacie et Brisgaudie« 5 ). 2o Sowohl zur Ergänzung als auch zur Fortsetzung dieser nur bis 1349 reichenden Flores Temporum zog Blauenstein, neben einigen wenigen Zusätzen unbekannten Ursprungs 0 ), das um- 1) S. Hermanui Gygantis Flores Temporurn ed J. G. Menschen. Der Text Blauensteins stimmt mehr mit diesem als mit demjenigen hei Ecoard, Corpus historicorum medii aevi I 1551 ff. Den ursprünglichen Text der Mores Temporum s. Mono Germ. S. S. XXIV 230 ff. 2) Ueher diese Hs. s. Mone, Quellensammlung d. Bad. Gesch. I 243. 3) In dieser Hs. nehmen die Flores Temporum Bl. 129—171 ein. Die Innenseite des Deckels trägt die Aufschrift: Spectat hie liher ad hibliothecam Bericam Thannensem. Ueber den Domherrn Ludwig Bär, der auch in Thann eine Chorherrenpfründe besass, s. Basler Biographien I 74 ff. 4) Vgl. Blauenstein Bl. 1 mit der Colmarer Hs. Bl. 129. In letzterer ist »Heinricus« erst nachträglich in »Herrnannus« korrigiert. 5) Vgl. ebend. Bl. 83 und Colmarer Hs. Bl. 165 mit Menschen S. 121. Statt Blauensteins »in terrorem hostium, malorum et rebellium« hat die Colmarer Hs.: in terrorem indomitorum hominum et pessimorum omnium, videlicet Switcnsium. 6) Von den scheinbaren Zusätzen, welche Th. v. Liebenau im Anzeiger f. Schwcizergosch. 18S9 S. 381 ff. aus Blauensteins Hs. veröffentlicht hat, lassen sich die zwei ersten, über Heinrich IV. und den Gegenkönig ltudolf, sowie auch über Honorius V., vollständig teils auf die bei Meuschen S. 108 bis 109 edierte Version der Flores Temporum, teils auf Gobelinus S. 210 zurückführen. Auch das im Anzeiger als Ueberschrift gedruckte »Nunc se- quitur ex aliis cronicis« steht in der Hs. nur, weil der unmittelbar vorausgehende Text dem Liber Augustalis entnommen ist. Ebenso sind die im Einleitung. 29 fangreiche und bis 1418 reichende »Cosmodromium« des Paderborner Domdekans Gobelinus Persona herbei 1 ), und ebenso den ungleich kürzern und schon mit 1400 schließenden »laber Au- gustalis« des Benevenutus de Rainbaldis 2 ). 5 Auf die letztgenannte Schrift beruft sich Blauenstein auf Bl. 55 v und 73 mit den Worten: »Ita scribitur Ronie in decalogo imperatorum«; und auf Bl. 59 T nennt er auch ihren Verfasser: »Hec ex Benevenuto Romano«. Zugleich aber kannte er auch ihre von Aeneas Silvius erst 1457 verfasste und in einem Brief io vom 29. März 1458 erwähnte Fortsetzung, welche allerdings nur in 4 kurzen Abschnitten von den 4 römischen Königen Ruprecht, Sigismund, Albrecht IL und Friedrich III. handelt 3 ). Diese Fortsetzung des Liber Augustalis, die uns bis jetzt einzig bei Blauenstein erhalten ist, führt er auf Bl. 100 mit den 15 Worten ein: »Aeneas Silvius prius, postea Pius papa secundus, finita cronica Romanorum imperatorum et regum domini Bene- venuti laureati poete, cancellarii principis Baduani 4 ), conse- quenter describit subscriptos quatuor reges et imperatores stilo et verbis subsequentibus.« In der Tat folgen nun von den er- 20 wähnten 4 Abschnitten zunächst die beiden über Ruprecht und Sigismund, und neben jedem der 4 steht am Anfang: »De- scriptio Pape Pii II«, und am Schluss: »Hoc papa Pius« 5 ). Da jedoch Gobelinus erst mit 1418 schliesst, so wird bei beiden Königen noch beigefügt, was dieser über sie berichtet. 25 Die Regierung Sigismunds reicht bereits in Blauensteins eigene Zeit hinein, und deshalb bemerkt er auf'Bl. 101 v gleich nach dessen Krönung zum römischen König, also schon z. J. 1410: »Licet Pius papa supra gesta Sigismundi memorie laude digna brevi eloquio sufficienter descripserit, tarnen quia ipse 3o rex Sigismundus pro unione fienda in ecclesia dei promotor et auctor fuit modernorum conciliorum, videlicet Constanciensis et Basiliensis, que tempore meo videlicet scriptoris huius libelli viguerunt, propterea et ulteriori laude dicti regis Sigismundi Anzeiger noch folgenden Zusätze über Rudolf von Habsburg und Adolf von Nassau grösstenteils aus den Flores Temporum bei Meuschen S. 130ff. und aus dem Liber Augustalis kompiliert, während allerdings über Albrecht I. nur wenige Zeilen auch mit Meuschen S. 131 übereinstimmen. 1) S. die Ausgabe von Meibom. 2) S. Frehers Kerum Germanicarum Scriptores II 1 ff. 3) S. hierüber Neues Archiv für ältere deutsche Geschichtskundc, Bd. 29, S. 262 ff., wo auch der Text dieser Fortsetzung. 4) Des Herrn von Padua, Franz von Carrara. 5) S. Bl. 100 v, 101. 104 und 104 v der Hs. 30 Blauensteins Flores. aliqua in ipsis conciliis gesta hie notare deliberavi, ex veris scriptis collectis et per me pro parte visis et auditis.« Ausser einem kurzen Zusatz z. J. 1415 folgt jedoch vorerst lediglich der Bericht des Gobelinus über das Constanzer Concil, womit dieses Werk schließt. An diesen Schluss aber knüpft unser 5 Kaplan auf Bl. 104 folgende Betrachtung: »Ex prescriptis legitime constat, Sigismundum Romanorum regem fuisse principalem auetorem unionis ecclesie catholice et extirpatorem scismatis, propterea merito pia memoria recolendus. Quid ulterius (erg.: fecerit) pro extirpacione heresum et conservacione unitatis, et io imperialem coronam quando adeptus fuerit, patebit infra in de- scripeione paparum Martini et Eugenii«. Bianen- Auf diesen vielversprechenden Hinweis folgen ausser einer s l'eTzung 1 lokalen Nachricht z. J. 1417 die letzten zwei Abschnitte aus Aeneas Silvius' Fortsetzung des Liber Augustalis über Albrechtll. is und Friedrich III., und damit schließt auf Bl. 104 v Blauensteins Werk, soweit es sich als eine Kompilation aus altern Schriften erweist. Nun aber folgt, vom bisherigen Inhalt durch das ursprünglich leergelassene Bl. 105 getrennt, auf Bl. 106—110 die verheissene Fortsetzung, die sich auf keine ältere Quelle zu- 20 rückführen läßt und somit als Blauensteins eigenes Werk erscheint. Gleichwie die Flores Temporum für jeden Zeitraum auf die Geschichte der Kaiser auch die der gleichzeitigen Päpste folgen lassen, so verfährt nun auch er als ihr "Fortsetzer. Für die Kaiser scheint ihm anfänglich die bereits vorhandene Fort- 25 setzung des Aeneas Silvius zum Liber Augustalis genügt zu haben, und so gestaltet er seine eigene Fortsetzung, deren Hauptinhalt die Zeiten des Basler Concils bilden, als eine mit Martin V. beginnende Chronik der Päpste, die mit dem Jubeljahr 1475, in welchem er schrieb, ihren passenden Abschluss 30 fand. Durch das leergelassene Bl. 111 getrennt, folgen zunächst auf Bl. 112—152 verschiedene sonstige Einträge, auf die wir später zurückkommen 1 ). Erst hierauf entschloss sich unser Kaplan, gleich der Chronik der Päpste auch diejenige der Kaiser bis 1475 weiterzuführen, d. h. die in der Fortsetzung 3.1 des Liber Augustalis überaus kurz behandelte Regierungszeit Friedrichs III. von ihrem Anfang an etwas ausführlicher zu erzählen. Zu dieser neuen Fortsetzung benützte er zunächst den hinter der alten des Liber Augustalis auf Bl. 104 v und 105 bisher leer gebliebenen Raum, worauf er das übrige hinter den bereits *<> beschriebenen Bll. 106—152 auf Bl. 153—155 eintrug. 1) S. unten S. 31. Einleitung. 31 Den letzten Teil dieser Fortsetzung, welche mitten im Bnt- Burgnnderkrieg abbricht, schrieb Blauenstein auf Bl. 155 v »hodie, zeit und die sancti Laurencii anno domini 1475«, also am 10. August, ^u" während der hierauf noch folgende letzte Satz seinem Inhalt 5 nach allerdings erst im Oktober oder November kann beigefügt sein. Der aus altern Schriften kompilierte Teil seines Werkes hingegen war schon im März nahezu vollendet. Denn auf Bl. 100 bezeichnet er den 1396 nach der Schlacht bei Nikopoli in türkische Gefangenschaft geratenen nachmaligen Herzog Jo- io hann von Burgund als »avus illius Karoli, qui hodie 6. marcii anno 1475 obsidet et per 32 ebdomadas precedentes 1 ) obsedit in propria persona cum maximo numero armatorum oppidum Nüss«. Zwischen März und August dieses Jahres müssen demnach jene Einträge auf Bl. 112—152 geschrieben sein, deren 15 Inhalt, wie schon erwähnt, zu keiner Fortsetzung von Blauensteins Compilation gehört. Beachten wir nun zunächst, dass diese Einträge auf Bl. 112 beginnen, so finden wir dieselbe Blattnummer, jedoch durchgestrichen, auch auf dem ersten Blatt des vordem Teiles, dessen 20 übrige Blätter jetzt die Buchstabenfoliatur tragen. Und gleichfalls gestrichen ist dort folgende Ueberschrift, auf die jedoch dnzig der Name »Julius Cesar« folgt: »Sequitur alia et com- pendiosa de ortu, gestis et interitu imperatorum et regum Romanorum descriptio«. Offenbar war also dieses Blatt Ursprunges lieh dazu bestimmt, erst im hintern Teil des Buches auf die Fortsetzung der Flores Temporum zu folgen und eine für uns nicht näher bestimmbare, mit Caesar beginnende Kaiserchronik zu enthalten. Jedoch änderte Blauenstein seinen Plan, und so trat an die Stelle jenes Blattes das jetzige Bl. 112, auf welchem so statt jener Kaiserchronik ein andres Werk dieser Art beginnt, nämlich eine vollständige Abschrift des schon bisher zur Ergänzung der Flores Temporum verwerteten Liber Augustalis. Doch fehlt hier gänzlich die Fortsetzung des Aeneas Silvius, und zwar schon deshalb, weil sie im vorhergehenden Teil schon « vollständig enthalten ist. Auf den Liber Augustalis, der bis Bl. 122 reicht, folgen bis Bl. 152 mehrere Stücke, welche gleich den Flores Temporum auch in der schon erwähnten Colmarer Handschrift sich 1) Das Datum >VI may« wie die Hs. hat, ist offenbar verschrieben aus »VI marey«. Denn zu 32 "Wochen stimmt nur der März, da die Belagerung von Neuss schon am 29. Juli 1474 begann; s. B. Chron. II 130 und 161. 32 Blauensteins Flores. finden 1 ), nämlich das bekannte * Provinciale omnium ecclesia- rum , 2) sodann ein »Tractatus brevis de temporibus omnium conciliorum«, und weiter noch das auf der Dreiteilung nach den Söhnen Noahs beruhende Verzeichniss der 12 Königreiche und 38 Provinzen der Erde, samt den > Nomina 72 lingwarum« 3 ). 5 Unter diesen Schriften aber reichte diejenige über die Concilien, wie die Colmarer Hs. zeigt, ursprünglich nur bis zum Tode Clemens' VI., also bis 1314 4 ). Gleichwie die Flores Temporum, so suchte nun Blauenstein auch diese Schrift bis in seine eigene Zeit fortzusetzen, und zu diesem Zweck schrieb er, mit dem 10 Schisma von 1378 beginnend, auch hier wieder den bis 1418 reichenden Gobelinus aus. Für das weiter folgende und bis 1448 währende Basler Concil hingegen verweist er zum Schluss einfach auf seine Fortsetzung der Flores Temporum. Zu etwaiger Weiterführung dieser Geschichte der Concilien Hess er is die nächstfolgenden 2 Blätter leer und trug deshalb erst auf Bl. 152 die oben erwähnten Verzeichnisse der Königreiche und Sprachen ein. Inhalt dos j m vordem Teil des Buches schrieb Blauenstein auf jenes V Tens. n schon erwähnte vorderste Blatt mit der durchstrichenen Ueber- 20 schritt 5 ) noch zwei lateinische Reimsprüche, die er gleichfalls wieder strich, und die sich übrigens auch in der Colmarer Hs, finden*'). Auf der Rückseite hingegen stellte er 9 verschiedene Berechnungen des Zeitraums von der Schöpfung bis Christi Geburt zusammen. Die folgenden 6 Blätter a—f aber enthalten eine 25 von ihm verfasste und bis 1475 reichende Chronik der Basler Bischöfe, in welcher eine Stelle bereits auf Bl. 109 verweist, also auf seine erst im Frühling des genannten Jahres geschriebene erste Fortsetzung der Flores Temporum. Durch das leer gebliebene Bl. g von dieser Chronik der Bischöfe getrennt, 30 folgen zunächst auf Bl. h — s verschiedene von Blauenstein sorgfältig gearbeitete Register zum Inhalt von Bl. 1—110, sodann auf Bl. s 2 eine wohl gleichfalls von ihm verfasste Abhandlung 1) S. oben S. 28. 2) S. den Pariser Druck von 1518. 3) Vgl. Blauenstein Bl. 123—152 mit Colmarer Hs. No. 248, Bl. 26—33, 48-56 und 188—189. 4) S. Colmarer Hs. Bl. 56 v , wo hierauf bloss noch ein Zusatz über das Jahr 1399 folgt. 5) S. oben S. 31. 6) S. Colmarer Hs. Bl. 26 und 191. Der eine Spruch nennt von 12 Nationen die Laster, die ihnen den Himmel verschliessen, und der andre 9 Dinge, die nichts taugen. Einleitung. 33 über den »Origo ducum Austrie nunc existencium«, ferner auf Bl. t und v eine deutsche Fassung des bekannten > Libellus de magnificencia ducis Burgundie« von 1473 1 ), dessen völlige Glaubwürdigkeit er jedoch bezweifelt 2 ); und den Schluss auf Bl. x 5 und y bilden vermischte Chronikalien von 1122 bis 1472. Ent- Im »Ürigo ducum Austrie« schreibt Blauenstein von Kaiser Friedrich III. : »qui hodie festo assumpcionis Marie anno 1475 «eit dos vor- est imperator Romanus«. Er schrieb also diese Abhandlung am dern TeiIs ' 15. August, nachdem er kurz vorher, am 10., die zweite Fort- io Setzung der Flores Temporum nahezu beendigt hatte 3 ). Andrerseits aber sahen wir oben, dass er am 6. März noch an der Compilation aus dieser seiner Hauptquelle arbeitete. Zwischen März und August 1475 liegt somit der Zeitraum, innerhalb welchem er ausser dem früher erwähnten Inhalt von Bl. 112 is bis 149 und 152 auch die Chronik der Bischöfe samt den Registern der Flores Temporum fertigte. In diesen Registern findet sich von Blauensteins zweiter Fortsetzung der Flores Temporum noch keine Spur, wohl aber gleich zu Anfang, auf Bl. ä, in Betreff der Concilien ein Hinweis auf den im altern 20 Teil mit Bl. 133 beginnenden >Tractatus de temporibus et annis conciliorum«. Es wurden somit zwischen März und August 1475 zuerst im altern Teil Bl. 112—149 und 152 beschrieben, und erst hierauf die Chronik der Bischöfe samt den Registern der Flores Temporum, die nun alsbald mit dem altern Teil zu einem 25 Ganzen verbunden wurden. Im August aber schrieb unser Kaplan wieder in den altern Teil, auf Bl. 153—155, noch seine zweite Fortsetzung, und erst nachher füllte er die Blätter des vordem Teils mit dem »Origo ducum Austrie«, dem »Libellus de magnificencia« und den vermischten Chronikalien, worauf » dann einzig das letzte Blatt leer blieb. Im altern Teil, der nun allein noch Raum bot, Hess Blauen- fe^to stein hinter seiner zweiten Fortsetzung die nächsten 8 Blätter zu deren etwaiger Weiterführung leer. Auf Bl. 164 aber trug er zunächst die von aPhilippus ein astronimus« 4 ) verfasste und 1) S. d. Ausg. in B. Chron. III 340ff., wo die Varianten unsrer Hs. mit A 1 bezeichnet sind. 2) Blauensteius Bemerkung hierüber, auf Bl. x, s. B. Chron. 111 334. 3) S. oben S. 31. 4) Vielleicht der 1469 an der Universität immatrikulierte Philippus Stoltz von Rüdesheim. Vermutlich dessen Sohn war Magister Jakob Philippi, der Leutpriester am Münster, welcher 1-1!)2—1494 das Haus Klein Eptingen besass; s. Hist. Grundb., St. Albanvorstadt No. 9. Basier Chroniken, VII. 3 34 Blauensteins Flores. vom 28. Januar 1472 datierte Deutung des in jenem Jahr erschienenen Cometen ein, und zwar unter Hinweis auf Bl. x des vordem Teils, wo in der Tat unter den vermischten Chronikalien diese Himmelserscheinung bereits erwähnt ist. Weiter jedoch folgt auf Bl. 165 und 166 nur noch die deutsche Ueber-5 setzung zweier Briefe vom 16. und 20. August 1475, von Kaiser Friedrich III. und König Ludwig XL, und damit schliessen Blauensteins Aufzeichnungen in diesem Buche, dessen letzte 2 Blätter leer blieben. Aus der Zeit aber, wo dasselbe nach seinem Tode in die Karthaus gelangt war, finden sich von der 10 Hand des Bruders Georg Carpentarii ausser der schon erwähnten Aufschrift des vordersten Blattes l ) noch auf dem früher leer gelassenen Bl. 150—151 zwei den Karthäuserorden betreffende Abhandlungen, deren erste überschrieben ist: »Quicunque scan- dalizatur ex eo, quod Carthusienses non habeant multos sanctos 15 canonisatos, audiat mente pia, quod sequitur«. Die zweite hingegen handelt: >De abstinentia carnium Carthusiensium«. Ueliersidit u.mmh Ueberblicken wir nun den Inhalt des ganzen Buches so des Ganzen. im ^^ Teil Bi aue nsteins zweiteilige Fortsetzung der Mores Temporum das einzige größere Stück, welches für unsern Zweck 20 einige Bedeutung hat und deshalb hier zur Ausgabe gelangt. Die geringfügigen Zusätze hingegen, welche die vorausgehende Compilation aufweist, geben wir nur als erste Beilage. Im vordem Teil des Buches aber ist es vor allem die Chronik der Bischöfe die in unser Programm gehört, und da diese ein 25 Ganzes für sich bildet, so lassen wir sie in diesem Bande als besondere Nummer folgen. Die kurze Abhandlung über den »Origo dueum Austrie« hingegen stimmt an einzelnen Stellen, welche die Könige Rudolf und Albrecht I. betreffen, nahezu wörtlich mit den Zusätzen zu den Flores Temporum überein, so und zudem ist sie durch Th. von Liebenau im Anzeiger für Schweizergeschichte 1889 S. 384ff. schon längst veröffentlicht. Wohl aber lassen wir als zweite Beilage die gemischten Chronikalien vom Schluss des vordem Teiles folgen, wobei wir denselben einzig noch die genau datierte Erscheinung des Cometen 3: von 1472 beifügen, mit welcher auf Bl. 164 dessen weitläufige astrologische Deutung beginnt. Diese selber hingegen und auch die dort folgenden zwei Briefe Friedrichs III. und Ludwigs XI. von 14752), gehören nicht ins Programm der Basler 1) S. oben S. 27. . , „ , 2) Diese zwei Briefe, die bis jetzt einzig in dieser Hs. sich fanden, Einleitung. 35 Chroniken, so wenig als die Abhandlungen des Karthäusers Ueorg auf Bl. 150—151, oder die Berechnungen des Weltalters auf dem vordersten Blatt des Buches. r l I-° m re * Cüen Inhalt von Blauensteins Buch war es nament- Fortsetzung 5 J 1C h dle Chronik der Bischöfe, von welcher schon frühe mehr- ilZ^Z". ie Abschriften genommen und später auch gedruckte Ausgaben veranstaltet wurden. Wir verweisen daher für alles, was irgendwie die weitern Schicksale und die Verbreitung des Buches betrifft, auf die besondere Einleitung zu dieser Chronik und io wenden uns nun zum altern Hauptstück, nämlich zur Fortsetzung der Flores Temporum. Wie wir oben sahen, besteht • diese aus zwei Teilen, nämlich aus einer Papstchronik von Martin V. bis zum Jubeljahr 1475 und aus einer Geschichte Kaiser Friedrichs bis zum selben Jähret). Beim ersten Teil 15 ergab es sich gleichsam von selbst, dass hier den Hauptinhalt das Basler Concil bildet. In dem Kampfe, den diese Versammlung mit dem päpstlichen Stuhl zu bestehen hatte, ergreift unser Chronist unumwunden für sie Partei gegen Eugen IV und dessen Anhang, und auch über die nachfolgenden Päpste 20 äussert er freimütig seine Meinung. Nebenbei aber findet auch die Basier Lokalgeschichte ihre bescheidene Stelle. Schon vorher, in den Zusätzen zur Compilation, werden die Feuers- brunste von 1414 und 1417 erwähnt, und in ähnlicher Weise - iS *u • er Fortsetzun g zunächst bei Eugen IV. die Pest von b "TW Nik olaus V. die Ueberschwemmung von 1451, und bei Pius II. die Stiftung der Universität nebst andern der Stadt von ihm erwiesenen Gunstbezeugungen. Der ausschliesslich der p eScluchte Kaiser Friedrichs III. gewidmete zweite Teil so unter ° rt ? etzun § hingegen erzählt hauptsächlich die vielerlei das T? Se ! Uer Re gierung entstandenen Kriege und Fehden, die p f eich zu keiner Ruhe kommen Hessen. Während aber die i-apstchromk mit dem Jubeljahr 1475 einen passenden Ab- scüluss findet, bricht dieser zweite Teil mitten im Burgunder- n ege ganz unvermittelt ab, und zwar, wie schon erwähnt, «wohl infolge Ablebens des Verfassers2). Bei diesem zweiten Teil brachte es schon die Darstellung der teilweise gleichzeitigen Kriege mit sich, dass keine streng chronologische Ordnung eingehalten wurde. Doch auch bei der sollen in einem Werk über die europäische Politik jenes Zeitraums, welches "*■ Emil Dürr in Aussicht stellt, veröffentlicht werden. 1) S. oben S. 30 1) S. oben S. 26 3* 36 Blauensteins Flores. Papstgeschichte wird z. B. die Eroberung Constantinopels schon bei Eugen IV. erzählt, bei Anlass der Unterhandlungen des Concils mit den Griechen. Da Blauenstein zudem die ganze Fortsetzung erst 1475 niederschrieb und hiezu keinerlei schriftliche Quellen scheint benützt zu haben, so kann es auch nicht 5 befremden, wenn er über die frühere Zeit, vor 1450, in einzelnen Fällen sich in der Zeit irrt und auch sonst nicht immer o-enau unterrichtet ist. Im übrigen jedoch verdanken wir ihm schon aus dieser altern Zeit verschiedene Angaben, welche die Berichte sonstiger Quellen wesentlich ergänzen, so z. B. über 10 den Ueberfall der Concilsgesandtschaft von 1446, oder über die 1448 erfolgte Sendung des bischöflichen Offizials Gemniinger nach Rom. Und mehr noch über die Ereignisse der letzten Zeit, etwa von 1460 an, sind seine Berichte zum Teil von nicht zu unterschätzender Bedeutung. 's AüBgabe Gleich dem übrigen Inhalt seines Buches hat Blauenstein Beilagen, auch seine Fortsetzung der Flores Temporum auf den Blatträndern mit zahlreichen Inhaltsangaben versehen, von welchen wir in der vorliegenden Ausgabe die hiezu geeigneten als Ueberschriften verwenden, die übrigen jedoch übergehen. Die 20 gleichfalls am Rand angebrachten Zusätze zum Text hingegen ziehen wir in diesen herein, indem wir sie vom übrigen Inhalt nur durch eckige Klammern unterscheiden. Wie in den frühern Bänden so geben wir auch hier die noch durchweg römischen Ziffern im Druck durch arabische und das consonantische u 25 und i durch v und j, sowie auch y durch ii, soweit es in dieser Bedeutung vorkommt. Leichte grammatische Verstösse, wie z. B. die Verwechslung von Dativ und Ablativ, verweisen wir gleich den offenkundigen Schreibfehlern unter die Varianten. Hingegen ist z. B. theolya nicht als verschrieben zu betrachten, so sondern diese Wortform erklärt sich aus der alten Basler Mundart in welcher g zu j wurde, also z. B. theologia zu theo- lojia oder theolija. Neben den Schreibfehlern blieb übrigens unserm Chronisten in seltenen Fällen auch ein ganzes Wort in der Feder, und solche sinnstörende Lücken ergänzen wir in 38 Cursiv. Von den Beilagen zu dieser Fortsetzung der Flores Temporum wurden schon oben zwei erwähnt, welche beide aus Blauensteins Handschrift stammen 1 ). Wir fügen jedoch noch eine dritte bei, die zu unserm Chronisten allerdings nur in-40 1) S. oben S. 34. Einleitung. 37 sofern in Beziehung steht, als sie zu dessen Werk eine Er- Gerhard MW E " i§t dieSS def Bericht des Stadtschreibers j? rp - • e o k y n ch über ein von Blauenstein nur kurz erwähntes i im DeT U^™ 1 * 01 - Über Karls des Kühnen Aufenthalt im Elsass, sich nicht 1 Dl6Ser Bericht > dessen Urschrift im Staatsarchiv der il C • me • ^ adet > is t uns einzig noch erhalten durch Ochs, bracl tV" ^ mer Gescllichte Bas els vollständig zum Abdruck Ut J*. Sein Umfan g S eri ng, sein Inhalt aber wertvoll h so bringen wir ihn gerne hier als Beilage an. 1) S. Ochs. IV 230 ff. De summis pontificibus. [106] Martinus [lmius nominis V] nacione Romanus de no- 14l7 bili domo de Columpna natus, papa 20G., anno domini 1417 die Nov. 11 11. mensis novembris in concilio Constanciensi per quinqne naciones et cardinales, qui in numero 51 persone 1 ), concorditer s electus. Sedit annis 13, mensibus 3. Hie babuit plenam obe- dienciam tocius Cbristianitatis. Item ipse dedit crucem regi Romanorum Sigismundo et Omnibus eum sequentibus contra perfidos Bobemos. Qui rex 1421 anno domini 1421 congregavit exercitum grandem armatorum, 10 prineipum et comunitatum 2 ), presumens Bohemos avertere a via erroris et perfidie manu forti. Et venit exercitus usque ad opidum Sotz 3 ), ubi disposuerunt obsidionem. Sed prineipes inter se discordes facti nicbil profecerunt, sed statim repatriarunt, quia missi ab episcopo et civitate Basiliensi reversi sunt ante 15 finem trium mensium a die recessus 4 ). Item depost ipsi Bohemi animosi facti sunt, et terris eis adjacentibus multa dampna intulerunt. (H31) Item iterum anno 30 papa Martinus misit legatum, vide- licet Julianum cardinalem saneti Angeli 5 ), contra Bohemos, dans 20 crucem ipsis resistentibus. Iterum congregata maxima arma- tura per prineipes 0 ), nichil profecerunt, sed se ipsos spolia- verunt. 15. Hs.: civitati B&s. 1) Nämlich 21 Kardinäle und je 6 Abgeordnete aus jeder der 5 Nationen. 2) D. h. der Fürsten und Städte des Reichs. 3) Saaz. Ueber diesen Zug vgl. B. Chron. IV 433 und V 174 ff. 4) Vgl. ebend. IV 27. 5) Kardinal Julian Cesarini wurde erst am 11. Jan. 1431 zum Legaten für Bekämpfung der Hussiten ernannt; s. Joh. von Segovia, in Monumenta Conciliorum saeculi XV., Bd. II 13. 6) Ueber diesen Feldzug von 1431 vgl. B. Chron. IV 43. 15 1417—1431. 39 Concilium Basiliense incipit. Eo tempore, videlicet anno domini 1431, incepit concilium mi Basiliense in mense marcio 1 ). Et primo venerunt ad Basileam ms™ prelati de Francia, et doctores de universitate Parisiensi missi 2 ); s qui miserunt ambasiatam ad papam, pro presidente dando con- cilio, vel quod in propria persona veniret et presideret. Qui papa statim constituit presidentem prescriptum cardinalem sancti Angeli legatum, dans bullam desuper' 1 ). Qui cardinalis propter causam Bohernorum in spacio anni ad concilium non 'ovenit 4 ); et interim papa Martinus mortuus est 5 ). Eugenius [huius nominis IV] nacione Venetus, post Marti- num Rome in principio concilii Basiliensis electus, papa 207., a uno domini 1431. Sedit annis 16, nunquam tarnen quietus i«i su is demeritis. Ipse post obitum sui predecessoris confirmavit Julianum legatum ad presidendum in concilio Basiliensi 6 ), et misit archi- e piscopum Tarentinum et alios secum presidendo 7 ). Cardinales plures et principales venerunt ad concilium animo deponendi 8. Hs.: dans ppullam desuper. 1) Auf den 8. März war die Eröffnung des Concils angesagt; doch erfolgte sie erst am 23. Juli; s. Concilium Basiliense II 4 und 9ff. 2) Den März hindurch blieb Abt Alexander von Vezelay der einzige Concilsgast, und erst im April erschienen einige Vertreter der Pariser Universität; s. ebend. S. 3ff. 3) Die Ernennung Kardinal Julians zum Concilspräsidenten erfolgte schon am 1. Febr. 1431, also kurz vor Martins V. Tod. Die erste Gesandtschaft des Concils an die Kurie hingegen ging erst im Sept. d. J. von Basel aD i also an Eugen IV., um ihn zur Herkunft einzuladen; s. Mon. Concil. II 12 ff. und 30 ff. 4) Nach dem misslungenen Feldzug gegen die Hussiten kam er nach B asel am 9. Sept 1431; s. Concil. Bas. II 13. 5) Er starb schon am 20. Febr. 1431. 6) Diese Bestätigung erfolgte schon am 31. Mai 1431; s. Mon. Con- «1- I 106. _ 7) Nach einer ersten Sendung im August 1432 wurde Johann von a ghacozzo, Erzbischof von Tarent, im Juli 1433 neuerdings nach Basel ge- nat, doch ohne dass seine Vollmacht zum Vorsitz Jm Concil von dieser Versammlung anerkannt wurde; s. Concil. Bas. II 194ff. u. 445, auch Mon. Concil. n 226 ff. u . 369 ff. Erst nach Beilegung des ersten Streits zwischen Eugen IV. und dem Concil wurde er im Januar 1434 neuerdings nach Basel gesandt, wo er vom April d. J. bis Mai 1436 neben Kardinal Julian und andern päpstlichen- Gesandten zeitweise das Concil präsidierte; s. Concil. Bas. III 28, 80 ff. u. VI 133, ferner Mon. Concil. II 561, 602 ff., 649 und 885. — Ueber seine letzte Wirksamkeit in Basel, vom April bis Juli 1437, s- unten S. 45. 40 Blauensteins Flores. papam, ut presumebatur, quia statim fulminabant processum contra enm 1 ). Quod senciens, [106 T ] papa transtulit concilium sua auctoritate, licet non potuit, ad Ferrariam 2 ), quia illud ha- buit originem a concilio Constanciensi 3 ), et erat congregatum ad reformandam ecclesiam in capite et in membris — quam 5 reformacionern papa timuit — et eciam propter extirpacionem heresis et pacem faciendam in Christianitate. Maiorem occa- sionem recepit concilium procedendi contra eum propter illam translacionem'), quia Tolebant, quod concilium generale legitime congregatum, sicut in Basilea esse dicebant, esset supra 10 papam 5 ). Rex Sigismundus Eome coronatur per Eugenium papam in imperatorem. 1433 Eo tempore, videlicet anno domini 1433, Sigismundus rex Romanorum perrexit ad Romain, et corona imperiali ab Eugenio ib papa sublimatus est. Qui forsan senciens processum per concilium contra papam esse intentatum 0 ), et considerans mala ex priori scisma 7 ) eventa et labores expensasque ad extirpandum illud babitos, cum celeri festinacione recessit ab urbe 8 ), viam oct. n ad concilium Basiliense dirigens, et die 11. mensis octobris 20 10. Hs.: esset diceliant, essot. 17. Hg.: contra papam esse intentatam. 11). IIs.: cum ecelera festinacione. 1) Den 4 Vorladungen, welche das Concil am 29. April, 6. Sept. und 18. Dec. 1432 und am 19. Febr. 1433 an Eugen IV. richtete, ging in der Tat jedesmal um wenige Wochen die Ankunft eines Kardinals voraus; s. Concil. Bas. II 95, 102, 195, 212, 277, 298, 336 u. 354. 2) Nachdem Eugen IV. schon durch seine Bullen vom 12. Nov. und 18. Dec. 1431 die Verlegung des Concils nach Bologna gefordert, hatte er im Sept. 1432 neben andern Orten auch Ferrara vorgeschlagen; s. Mon. Concil. II 67 ff. und Concil. Bas. II. 22 u. 209. Doch erst am 18. Sept. 1437 schrieb er dorthin auf Januar 1438 ein Concil aus; s. Mon. Concil. II l()33ff., u. vgl. unten S. 42 u. 46. 3) D. h. auf dem zu Constanz beschlossenen Concil von Pavia, welches bald nach Siena übersiedelte, war als nächster Concilsort Basel bestimmt worden; s. Concil. Bas. II 3. 4) Wegen der Bullen vom !2. Nov. u. 18. Dee. 1431; s. oben Anm. 2. 5) S. das Concilsdekret vom 15. Febr. 1432, in Mon. Concil. II 124ff. 6) Nachdem Sigismund am 31. Mai in Rom war gekrönt worden, verwendete sich sein Gesandter beim Concil schon am 17. Juni zu Gunsten Eugens IV.; s. Concil. Bas. II 433. 7) Das Schisma von 1378, das bis 1416 gewährt hatte. 8) Er verliess Rom erst am 13. August; s. Reichstagsakten XI 3. 1433. 41 circa meridiem jejunus ad Basileam veniens l ), intrans ecclesiam maiorem, petens supposita concilii ibidem congregari; quod et factum fuifc. Et quia crastino erat terminus peremptorius pape Oct. 12 citati 2 ), imperator magnis exhortacionibus et precibus, sedens 5 usque ad crepuscnlum noctis, vix obtinuit prorogacionem 8 die- rum 3 ), deinde ulteriores prorogaciones 4 ), dans spem concilio reducendi papam a sua rebellione, prout et fecit. Misit enim oratorem unum Venetorum, virum preclarum, ad papam 5 ), ipsum exhortando, ut desistat ab inceptis, et ut translacionem per 10 eum factam revocet. Quod peciit, obtinuit; portavit enim bullam Eugenii, que omnia ad placitum concilii in se continebat fi ); sed Wale servavit 7 ). Concilium edit plura decreta pro reformacione ecclesie. 15 Item habita illa bulla, et liahente's presidentem pape non Unum, sed plures 8 ), inceperunt reformare; et plura saluberrima decreta condiderunt, et nominanter, quod gracie expectative n on deberent de cetero per papam dari 9 ), nee confirmaciones e piscoporum et prelatorum a papa reeipi, nee pro sigillo pape 20 et aliorum prelatorum pro benefieiis et spiritualibus casibus a liquid exigi, et alia similia 10 ), que cardinalibus et certis aliis prelatis displicebant, licet edicioni interfuerint et con- senserint 11 ). 19. Hs.: recopi. 1) S. Reichstagsakt. XI 78 ff., B. Chron. IV 442 u. Concil. Bas. II 501. 2) Das Concil hatte ihm am 11. Sept. ein letzte Frist von 30 Tagen gestellt; s. Concil. Bas. II 479 ff. 3) Vgl. ebend. II 501 ff. 4) Nach mehrmaliger Verlängerung der Frist um 8 Tage wurde sie am '•Nov. um 70 Tage verlängert; s. ebend. II 509, 511 und 515ff. 5) Andreas Donato, der von seiner Sendung am 28. Jan. 1434 nach Basel zurückkehrte; s. Mon. Concil. II 501. 6) Diese Bulle, vom 15. Dec. 1433, wurde am 5. Febr. 1434 im Concil Erlesen; s. ebend. S. 504ff. u. Concil. Bas. III 20. 7) S. unten zum Mai 1434. 8) Seit April 1434; s. oben S. 39 Anm. 7. 9) Dieses Dekret wurde erst am 24. Jan. 1438 verkündet; s. Mon. Con- eü. III 21 ff. 10) Das betr. Dekret, vom 9. Juni 1435, s. ebend. II 801 ff. 11) Dieses Dekret fand jedoch z. T. auch offenen Widerspruch; s. ebend. S. 799 ff. 42 Blauensteins Flores. Eugenius prece et precio attraxit sibi obedienciam. i«4 Sigismundo ergo aBasilea recedente de mense maji anno 34 1 ), Mai papa Eugenius omnia et singula, que per bullas et arnbasiatores addixerat, revocavit 2 ). Alia concilia in Ytalia et novissime in urbe, quod nominavit Lateranense concilium, erexit 3 ). Sed 5 ubique nichil [107] aliud fecit, quia neminem nisi suos curiales secum habuit, nisi tractare de dissolucione concilii Basiliensis, et Christi fideles ab ipsius concilii avertere obediencia. Ipse enim prece, precio, donis, prornissionibus, membranis bullatis plumbo et non scriptis missis, et aliis diversis modis obedien- io ciam sibi attraxit; sie quod omnes cardinales, preter Arelatensem, et multi prelati et supposita a concilio recesserunt 4 ). Qui postea honorati et dotati sunt ab Eugenio. Aliqui enim cardinalatum 5 ), archiepiscopatus, episcopatus, alia pingwia beneficia, eciam su- prema officia in curia, videlicet summam provisoriam, vice- 15 cancellariam et alia similia, et scolares magnas summas peecu- niarum obtinuerunt. Cum rege Francie et aliis prineipibus Gallie praetmaticam sanetionem iniit 6 ). Cum Friderico Romanorum rege nomine nacionis Germanice certa concordata ser- vare sua bulla firmavit 7 ). 20 1) Am 11. Mai; s. Conc. Bas. V 90. Ueber den hier gehaltenen Reichstag, der am 30. Nov. 1433 begann, s. Reichstagsakten XI 200 ff. 2) Schon im Mai 1434 konnte das Concil allerdings wahrnehmen, dass seine Dekrete von Eugen IV. nicht befolgt wurden; s. z. B. Conc. Bas. III 105. Ueber die wachsende Spannung der folgenden Jahre und den offenen Bruch vom Juni 1437 8. ebend. I 132 ff. und unten S. 45. Nachdem hierauf das Concil am 31. Juli gegen Eugen eine Vorladung hatte ergehen lassen, berief dieser durch seine Bulle vom 18. Sept. d. J. ein Concil nach Ferrara; s. Mon. Concil. II 101 Off. und 1033ff. 3) Das 1438 zu Ferrara eröffnete Concil wurde wegen der Pest im Jan. 1439 nach Florenz verlegt und siedelte mit Eugen IV. im Sept. 1443 nach Rom über, wo es im August 1445 zu Ende ging; s. Mon. Concil. III 8ff. u. 217, ferner Mas Latrie, Tresor de Chronologie, S. 1137 und Pastor, Gesch. d. Päpste I 261. 4) Am 9. Januar 1438 reiste unter andern auch Kardinal Julian ab, und hierauf wurde am 14. Febr. Ludwig Allemand, Kardinal von St. Caecilia und Erzbischof von Arles, zum Präsidenten des Concils gewählt; s. Mon. Concil. III 50 und Concil. Bas. V 144. 5) Im Dec. 1439 ernannte er 17 Kardinäle, darunter auch Johann von Tagliacozzo zum Kardinal von St. Nereus und Achilleus; s. Eubel, Hier- archia Catholica II 7. G) Die pragmatische Sanktion, d. h. die Annahme der Basler Concils- beschlüsso durch Karl VII. und das französische Nationalconcil zu Bourges, im Juli 1438. 7) Noch bei Lebzeiten Eugens IV., im Jan. und Febr. 1447, waren zwischen ihm und Friedrich III. Vereinbarungen getroffen worden; s. Lieh- 1434. 43 Concilium vocavit Bohemos. Concilium tarnen Basiliense a bono opere non cessavit du- dum incepto; quia in eius principio Bohemi vocati conparuerunt cum notabili ambasiata clericorum et laycorum 1 ), et obmissis 5 nvultis eorum articulis disputabant publice de 4, quos presu- mebant auctoritate sacre scripture defendere 2 ): Primus de communione sacramenti sub utraque specie laicis et juvenibus ministrandi. Secundus de predicacione verbi dei 3 ). 10 Tertius de confessione audienda 4 ). Quartus de possessione dominiorum temporalium, que spi- ntuales prelati non deberent habere ec. Et multis et longis disputacionibus habitis, concilium nichil P r ofecit, et Bochemi recesserunt 5 ). Sed postea aliam amba- 15 siatam miserunt 6 ), unum sacerdotem magistrum arcium bene doctum, nomine Procopius 7 ). Qui obmissis aliis articulis solum disputabat illum, et publice, de communione sacramenti 8 ), et multum subtiliter et sophistice per interrogaciones procedebat. Et finaliter obtinuit a concilio bullam 9 ]: quod communio sub 10. Hb.: do confessiono audiendi. 12. Hs.: quaa spirituales. nowsky, Gesch. d. Hauses Habsburg VI, Regesten No. 1237 u. 1244 ff. Doch zum Abscliluss eines Concordats kam es erst am 17. Febr. 1448 unter Nikolaus V., der diesen zu Wien geschlossenen Vertrag am 19. März d. J. bestätigte; s. Müllers lleichstagstheater I 359 ff. 1) Nachdem das Concil schon am 15. Oct. 1431 an die Hussiten geschrieben und seither vielfach mit ihnen unterhandelt hatte, traf am 4. Jan. 1433 deren Gesandtschaft in Basel ein; s. Concil. Bas. II 16 u. 305. 2) Diese Disputation begaun am 16. Januar; s. ebend. II 315. 3) In der Disputation folgte als zweiter der Artikel >de peccato pu- blico» und der hier erwähnte erst als dritter; s. ebend. II 319 ff. 4) Dieser Artikel kam bei dieser Disputation nicht zur Sprache; s. ebend. 5) Nachdem die Disputationen bis 8. April gewährt hatten, reisten am 14. die Hussiten ab, und mit ihnen eine Gesandtschaft des Concils;, 8 ' Concil. Bas. II 383 u. 386. 6) Diese neue Gesandtschaft kam nach Basel am 2. August 1433; s - ebend. II 458. 7) Dieser hatte schon der ersten Gesandtschaft angehört; s. ebend. II 305. 8) Er sprach über das Abendmahl in der öffentlichen Sitzung vom 11- August; s. ebend. II 461. 9) Das datumlose Schriftstück, wodurch das Concil den Hussiten die Communion unter beiderlei Gestalt bewilligte, und das es seiner am 4. Septbr. nach Böhmen abgeordneten Gesandtschaft mitgab, s. Mon. Concil. II 436 ff. U. Conc. Bas. II 476. 44 Blauensteins Flores. utraque specie non sit de necessitate salutis, nee de preeepto divino sicut ipsi Bohemi volebant et populum instruebant; sed si quis in regno Bohemie ex devocione voluerit conimunicare, ex indulto concilii universalem ecclesiam representantis sub utraque specie possit, non obstante preeepto et ordinacione 5 ecclesie in contrarium facientibus. Et ista reduetio fuit facta per concilium, presidente supra- dicto Juliano cardinali legato ad hoc multum cooperante; qui magne sciencie et astucie prelatus fuit. Et postea concilium misit in Bohemiam episcopum Constanciensem [107 T ], nacionis 10 Gallicane 1 ), ad populum ibidem a suis erroribus avertendum. In quo fideliter se exercens, quia devotus et doctus, statum ho- nestum, ut decet prelatum, talem se exhibuit, quod factus est archiepiscopus Pragensis. Propter fidem Christi et auetoritatem ecclesie conservandam suum episcopatum et patriam paternam 1 5 dimisit, et in Praga vitam suam feliciter finivit 2 ). Rex Francie et dux Bu'rgundie paeificantur. Item concilium in suo prineipio regem Francie et ducem Burgundie, qui multis annis inimici erant et bella plurima ad invicem subegerunt, ad pacem et unionem perduxit 5 ). 20 Concilium mittit ambasiatores ad Grecos. Item notabilem ambasiatam episcoporum et doctorum in Constantinopolim ad patriarcharn et imperatorem Grecorum misit, ad vocandum ipsos Grecos ad traetandum de unione'). Qui suos ambasiatores cum ambasiatoribus concilii ad Basileam 25 miserunt, qui post traetatus habitos in generali congregacione cum sufficienti mandato ad hoc habito publice juraverunt 6 ): quod 1) Philibert von Montjeu, Bischof von Coutances, der schon der früheren Gesandtschaft an die Hussiten angehört hatte, wurde am 4. Sept. wieder dorthin abgeordnet und kehrte erst im Febr. 1434 zurück. Eine neue Sendung nach Böhmen, wo er fortan blieb, übernahm er im Januar 1435; s. Concil. Bas. II 383, 459 u. 470 u. III 27 u. 285; vgl. auch oben S. 43 A. 5. 2) Er starb 1439; s. Eubel I 213 u. II 150. 3) Der Friede zwischen Karl VII. und Philipp dem Guten wurde zu Arras unter Mitwirkung einer Concilsgesandtschaft erst am 21. Sept. 1435 geschlossen. Doch bemühte sich das Concil um ihn schon im Mai 1432; s. Concil. Bas. II 106. 4) Diese erste Gesandtschaft an den Patriarchen Joseph und Kaiser Johannes VIII. wurde im Januar 1433 abgeordnet; s. ebend. II 302ff. 5) Dies geschah in der öffentlichen Sitzung vom 7. Sept. 1434; s. ebend. III 198 u. 616ff. 1437. 45 patriarcha et imperator Grecorum propriis in personis in con- cilium BasiKense venire deberent; quod si non possent, quia patriarcha antiquus erat, ad unum ex locis maritimis in bulla decreti super hoc editi nominatis diverterent, et concilium se 5 uluc ad eos transferret 1 ). Et sie ipsi ambasiatores recesserunt, uno tarnen ibi relicto, nomine Dimetrius, notabili viro 2 ). Quid ultra? Uli Julianus cardinalis et Tarentinus archi- e piscopus, licet presidentes et capita concilii essent, in quorum custodia erat plumbum concilii, cum aliis eis secrete adheren- 'o tibus furtive expediverunt unam bullam, quam triplicabant, in se continentem: concilium decrevisse, quod Greci deberent venire ad locum ipsis per Eugenium deputandum 3 ). Illarum trium bullarum una venit ad manus concilii 4 ]; quam cum in ea contentis statim condempnabat, falsam, iniquam et furtive ex- .16 peditam per decretum in sessione publica ipsum concilium judi- cabat 6 ). Alia bulla cum nuncio deferenti in aqua interiit. Ter- °ia bulla per vetulam antiquam Eugeiiio presentata fuit, qui statim galeas suas cum requisitis Constantinopolim misit 0 ) [anno domini 1436 7 )]. Similiter et concilium saas misit cum maximis (»37) 2 o sumptibus et expensis 8 ). Eugenius prevenit concilium; Greci mtraverunt naves Eugenii, navibus concilii relictis, et venerunt 1) S. die Uebereinkunft mit den Griechen im Anschluss an das Dekret vom 7. Sept. 1434, in Mon. Concil. II 753 3. 2) Demetrius Palaeologus Methotides, des Kaisers Protovestiarius; s. Concil. Bas. III 616. 3) Dieses von der päpstlichgesinnten Minderheit des Concils ausgehende Dekret wurde in der Sitzung vom 7. Mai 1437 gleich nach demjenigen der Mehrheit verlesen. Seine Besiglung jedoch, die von der Mehrheit verweigert wurde, «folgte erst am 12. Juni durch Betrug, indem einige Diener Kardinal Julians ■Nachts die Truhe erbrachen, worin das Concilssigel verwahrt war. Außer diesem Dekret wurden noch zwei Briefe vom 17. Mai, an den griechischen -Kaiser und den Patriarchen, gleichfalls mit dem entwendeten Sigel be- si gelt; s. Mon. Concil. II 965ff., 979ff., 987 u. 1020. 4) Am 10. Juni wurde ein Bote mit dem besigelten Dekret vom 7. Mai aufgefangen; s. ebend. S. 979. 5) Den Beschluss vom' 17. Juni s. ebend. S. 981 ff. — Ucber die Flucht des Erzbischofs von Tarent, am 19. Juli, s. ebend. S. 989. 6) Eine Gesandtschaft der päpstlichgesinnten Minderheit verliess Basel at n 20. Juni, begab sich zu Eugen IV. nach Bologna und von dort über Venedig nach Constantinopel; s. ebend. S. 976 u. 982. 7) Richtiger 1437; s. oben Anm. 3. 8) Ueber diese neue Gesandtschaft, welche Basel im Febr. 1437 ver- hess, jedoch durch lange Unterhandlungen in Avignou aufgehalten wurde und deshalb Constantinopel erst erreichte, nachdem dort die päpstliche Gesandtschaft schon eingetroffen war, s. Concil. Bas. V 177 ff. 46 Blauensteins Flores. ad concilium Eugenii in civitatem Ferrariam *). Et ibi non diu commorantes repatriarunt, et Eugenius jactavit se Grecos reduxisse 2 ). Qualiter autem reducti [108] sunt, eventus rerum docet. 1463 Nam dolore cordis referendum, die mensis aprilis anno do-s April 4 m i n j ^453 Machmet imperator Thürcorum cum magno innume- rabili exercitu armatorum obsedit Constantinopolim, et die Mai 29 29. mensis maji cum horribili insultu vicit ipsam civitatem et castra in ea sita 3 ). Interfecit patriarcham 4 ), imperatorem 5 ), et alios utriusque sexus et Status homines sine numero, valentes io viros et mulieres captivos abduxit, civitatem sackmannis ad spoliandum dedit, civitatem destruxit, et totam Greciam subegit sibi. Quibus non contentus, depost et cottidie alias terras Christianorum adjacentes devastat et dicioni sue apropriat, sicut insulam Nigrapont 6 ), habens 300 miliaria in amplitudine 7 ), 15 que fuit Venetorum, ubi nunc Thürci dominantur; et versus Ungariam pejora conmittunt. Delphinus intravit istam patriam, fecit cedem in Switenses ad Sanctum Jacobum. Item ipsum concilium in gwerra ducis Austrie Alberti cum 20 Switensibus agitata 8 ) habuit magnas expensas, sustinuit magnos labores, mittendo ad diversas dietas ambasiatores; ymmo fuit in magnis periculis, quia Delphino Viennensi, qui nunc est rex Francie 9 ), cum armatura60000 et ultra 1 ») inpartibus illis existente, 1) Ueber dieses Concil, auf welchem Kaiser Johannes im März 1438 erschien, s. Mon. Concil. III 8 ff. u. 62, u. vgl. oben S. 40 A. 2 u. S. 42 A 3. 2) S. die Bulle vom 6. Juli 1439, in Mon. Concil. III 334ff. 3) Vgl. B. Chron. IV 310ff. 4) Dieser Irrtum mag daher rühren, dass gleich nach der Eroberung ein neuer Patriarch, Georg Gennadios, erwählt wurde, während sein Vorgänger, der unionfreundliche Gregor, schon seit mehreren Jahren verbannt war; s. Pastor, Gesch. der Päpste I 485 u. 490. Hingegen starb allerdings 1453 — jedoch erst im Sept. oder Oct. — der lateinische Titularpatriarch Franz Condolmieri, Kardinal von St. Clemens und Neffe Eugens IV. ; vgl. Eubel II 7 u. Mas-Latrie Sp. 2199. 5) Constantin Dragoses, Kaiser seit 1448, 6) Negroponte, das 1470 erobert wurde. 7) Nämlich italienische Meilen, während an andern Stellen, wie z. B. unten S. 49, stets deutsche Meilen gemeint sind. 8) Ueber diesen Krieg, der 1443 begann, vgl. unten den zweiten Teil, ferner B. Chron. IV 445 ff. 9) Ludwig XL, König seit 1461. 10) Ueber diese übertriebene Zahl, die auch andere Berichte haben, vgl. B. Chron. IV 53, A. 4, u. 178, A. ü. 1444. 47 totam patriam ab opido Hagnöw usque ad oppidum Schoff- hugen cum potencia occupante *), et stragem die 26. mensis augusti anno domini 1444 prope et intra domum leprosie ad i«* kanctuni Jacobum by der Birs in Switenses adjutorio nobilium " B '" 5 nuius patrie conmittente 2 ), ubi mille viri fortes et robusti fue- r unt interfecti et ultra ex utraque parte 3 ). Statim misit am- basiatores Arelatensem cardinalem, episcopum Basiliensem et alios prelatos ad Delphinum in Altkilch, et depost in Ensishein 4 ). Wi fecerunt pacem inter Delphinum et Confederatos Switenses 5 ), io sie quod depost gentes Delpliini intraverunt Basileam, et incole ßasiliensium, eciam Switenses, ad eos hincinde securi 6 ). ^ u genius papa per concilium deponitur, et Felix papa V eligitur. Item Eugenio sie in sua opposicione persistente 7 ), con- 15 eiüum post longum processum contra ipsum agitatum cum pri- vavit 8 ), et Amedeum ducem Sabaudie in beremo seu oratorio •KiparieS), quod ipse erexerat, cum 12 militibus, habitu griseo cr ucibus aureis in pectoribus singulormn pendentibus induti, degentem in papam elegit 10 ). Qui cum magna comitiva pre- 2 ° latormn et nobilium, et uno suo legitimo filio 11 ), die saneti U«o) Johannis baptiste Basileam intravit. Et depost vigilia Jacobi j"u tu ibidem [108 v ] extra ecclesiam Basiliensem in atrio versus 2. lls.: XXIII statt XXVI. 5. Hs.: In der Hs. hinter mille 2 Ziffern radiert. 22. Hs.: in acio versus fontein. 1) D. li. bis in die Nähe dieser Städte; vgl. B. Chron. V 361 u. 365, ferner Bäschliu im Anzeiger f. Schweizergesch. 1883, S. 182 ff. 2) Vgl. B. Chron. IV 175ff, 254 ff. u. V 359 ff. 3) D. h. allein von den Eidgenossen; s, ebend. IV 180 u. 184. 4) Vgl. ebend. IV 181 ff. u. V 361 ff. 5) In Ensisheim, am 29. Oct. 1444; s. ebend. IV 182, A. 6. 6) Vgl. ebend. IV 182 u. 258, auch V 260 A. 2. 7) Der Verf. knüpft hier wieder an die Ereignisse von 1437; s. oben 8- 45. 8) Dieser zweite Prozeß gegen Eugen IV. begann mit der Vorladung v °m 31. Juli 1437 und endigte am 25. Juni 1439 mit seiner Absetzung; s. Mon. Concil. II 101 Off. u. III 324ff. 9) Ripailles am Genfersee. 10) Am 5. Nov. 1439; vgl. B. Chron. IV 51 und 249 ff. 11) Philipp, Graf von Genevois. Ueber den Einzug s. ebend. V 478 und 495. oot. 21 4g Blauensteins Flores. fontem 1 ) ante ymaginem beate Marie virginis lapideam 2 ), ubi propter populum, qui in maxima multitudine convenerat, erectum erat altare in altum, cum magnifica sollempnitate coronatus est 3 ), sibi astantibus et servientibus duobus filiis suis legitimis, duce Sabaudie et comite Gebenensi 4 ), cum comitiva magna marcbi- 5 onum, comitum, baronum, militum et nobilium. Et nominatus est Felix papa quintus. Cardinalis Arelatensis spoliatus, anno domini 1446 die 21. octobris 6 ) prope Bennfelden. ii46 Ulis temporibus, ante et post electionem Felicis, plures io diete per Fridericum regem, principes electores, alios principes et universitates in diversis locis sunt tente 6 ), super acceptacionem decretorum concilii, et super obedienciam dandam, quia rex et principes inierunt neutralitatem, animo deliberandi, cui parti obedire deberent 7 ). Et novissimo in Maguncia, anno videlicet 15 1446 8 ), magna dieta indicta et tenta fuit 9 ), rege Friderico pre- 16. Hb.: MCCCCXIiVXI. 1) Ueber den St. Georgsbrunnen auf dem Münsterplatz, an der Stelle des jetzigen Brunnens, s. B. Chron. V 46 u. VI 268, auch B. Beitrüge XII 477. 2) Dieses Marienbild ist wohl identisch mit dem in spätem Aufzeichnungen erwähnten »steinernen Stock« in der der Nähe des steinerneu Bischofsstuhls, welch letzterer auf der Nordseite des Münsters sich an einen Pfeiler lehnte; s. B. Chron. VI 309 u. B. Beiträge XII 472, 474 u. 476. 3) S. B. Chron. V 479 u. 196 ff. 4) Herzog Ludwig d. ältere und Philipp, Graf von Genevois; s. B. Chron. V 479 A. 3. 5) Den hier folgenden Ueberfall setzt auch die Strassburger Archivchronik, im Code historique de Strasbourg II 176, auf Freitag den 21. Oot., während einzig Brügliuger, in B. Chron. IV 206, ihn auf Sonntag den 22. datiert. 6) Nämlich 1439 im März zu Mainz, im August und Nov. zu Frankfurt, dann 1441 wieder zu Mainz und 1412 und 1444 zu Nürnberg; s. Mon. Concil. III 237 ff., 341, 429 u. 550ff., ferner Müllers Reichstagstheater I S. 203 ff. u. 259 ff. 7) Schon 1438 hatten die Kurfürsten sich zwischen Eugen IV. und dem Concil neutral erklärt; s. Reichstagsakten XII 216ff. 8) 1447, wie die Hs. hat, wird indirekt schon durch die nachträglich gesetzte Ueberschrift berichtigt, welche 1446 hat; s. o. 9) Zu Mainz wurde weder 1446 noch 1447 ein Reichstag gehalten, sondern der nachfolgende Ueberfall geschah auf der Heimkehr vom Kurfürstentag zu Frankfurt, im Oct. 1446; s. die oben in Anm. 5 erwähnten Berichte. Hingegen kam die damals beschlossene Verständigung König Friedrichs und der Fürsten mit Eugen IV. erst im Jan. 1447 zum Abschluss, 1446. 49 sente 1 ), ubi conciliuni habuit ambasiatam niagnain, videlicet cardinalem Arelatensem, episcopos, prelatos et doctores in bono numero. Qua dieta finita, cardinalis Arelatensis cum suis ad Basileani redire volens, dum pervenit ad oppidum Bennfelden 5 ultra Argentinam ad 4 milia situm, ibique collacionem faciens et post collacionem suos premittens, ipse propter calores, quo yigebant, se modicum ad quietem dedit 2 ). Sua ergo comitiva ln campo non longe a Bennfelden existente, irruunt in eos manu armata comes de Eberstein, comes de Lutzelstein 3 ) cum 0 multis nobilibus et rütheris, credentes aprehendisse Arelatensem cardinalem, cp_ri tarnen adhuc fuit in Bennfelden cum paucis. sie captivos duxerunt omnem illam comitivam ecclesiasticarum personaruni cum bonis suis, eciam domini cardinalis 1 ), in oppi- dum Dambach, quod est ecclesiae Argentinensis, non obstante 15 quod cardinalis cum suis habuit salvum conductum episcopi Argentinensis, qui non minimam partem habuit in spolio 5 ). Hla tradicio, rapina et captivacio fuit practicata in Maguncia Per ambasiatores Eugenii 6 ), quia illi raptores cum episcopo eciam tunc erant ibi, et communis fama erat: si cardinalis Arelatensis fuisset apprehensus, aut interfectus aut Eugenio pre- s entatus esset. Ipse tarnen ibi perdidit omnia bona sua, vestes, pontificalia, libros, vasa argentea; nichil sibi remansit nisi vestes, quibus erat indutus. Cum quibus per cives Argentinenses salvus 3. Ha.; i n bono nuinero. Quo dieto finito. 9. Hs.: manu arinato comes. "ud wenn statt Frankfurt hier Mainz genannt wird, so mag dies daher rühren, dass in letzterer Stadt der hier erzählte Ueberfall verabredet wurde. 1) Friedrich III. war auf dem Reichstag zu Frankfurt nicht anwesend, sondern blieb sowohl 1446 als 1447 in Oesterreich. 2) Laut der Strassburger Archivchronik a. a. O. S. 176 wurde schon z " Matzenheim, 1 St. nördlich von Bennfelden, Mittagsrast gehalten, und demnach fand der Ueberfall wohl zwischen diesen zwei Orten statt. Im übrigen jedoch erscheint Blauensteins Bericht genauer als derjenige der Archivchronik, da dieser nicht weiss, dass der Kardinal nach dem Imbiss Sii W Gesinde mit dem Tro'ss vorausaandte, aber selber noch zurückblieb "oi auszuruhen, und dass er eben dadurch entkam. — Ueber eine an "er Ueberfallsstelle erbaute Kapelle s. M. Berler, im Code histor. Strasbourg II 65. 3) Hans von Eberstein und Wilhelm von Lützelstein; s. B. Chron. II 15. 4) Ueber die Gefangenen und die Beute s. ebend. IV 206. 5) Ueber Bischof Ruprecht, Sohn Steffans von Pfalz-Simmern und Enkel König Ruprechts, s. ebend. II 15. 6) Ihre Namen s. bei Lichnowsky VI Reg. 1182. Basler Chroniken. Vll. 4 50 Blauensteins Flores. ductus ad Basileam, suo comitatu cum bonis in captivitate re- lictis'). Quod autem Eugenius et sui ambasiatores fuerunt sub- ordinatores et auctores istius detestabilis actus, claret ex eo, quoniam postea comes de Eberstein veniens Romarn 2 ) ab Eugenio magnifice dotatus est et honoratus, quia caudam cappe pape r, post eum publice portavit, licet sibi aliunde omnino ignotus fuerit 3 ). Fridericus Aquisgrani coronatur in regem Romanorum. 14« Item anno dornini 1442, die sancti Martini episcopi, Fride- not. n r i cus Romanorum rex Aquisgrani coronatus venit ad Basileam 4 ), 10 receptus ab episcopo et clero cum reliquiis more solito 5 ), nolens recipi nee honorari a concilio, nee a papa Felici ibi existenti, quia in neutralitate constitutus 1 '). Visitavit tarnen Nov. 15 papam in suo palacio, videlicet curia episcopali Basiliensi 7 ), die quarta sequente 8 ), habens secum colloquia quasi per duas horas 9 ). 15 Nov. 16 Et crastina rex a Basilea recessit, et statim depost 10 ) papa de- inde ad Sabaudiam se transtulit. Item depost successive rex et prineipes neutralitatem relin- quentes Eugenio obedienciam prestiterunt 11 ), et deinde suo suc- cessori pape Nicoiao 12 ). 20 1) Infolge von Unterhandlungen wurden nachher die Gefangenen wieder ledig, die Habe jedoch nicht zurückerstattet; s. B. Chron. IV 206, u. vgl. Archivchronik a. a. O. 2) Er kam also dorthin mit der Gesandtschaft, welche im Januar 1447 die Uebereinkunft zwischen Eugen IV. und Friedrich III. zum Abschluss brachte; vgl. oben S. 48, A. 9. 3) Vgl. B. Chron. IV 58. Ueber seine späteren Schicksale s. ebend. II 15. 4) Vgl. ebend. IV 52 u. 426. 5) Uebcr das beim Empfang eines Königs übliche Ceremoniell s. Brilingers Ceremoniale, Hs. der Oelfentl. Bibliothek, S. 86. 6) Vgl. oben S. 48, A. 7. 7) Ueber den Bischofshof und seinen damaligen Zustand s. K. Stehlin in Histor. Festschrift v. 1901, S. 312ff. Mit Recht vermutet Stehlin, dass dort nur ein Teil des päpstlichen Gefolges wohnte. Denn für Felix V. hatte der Rat von Ritter Heinrich von Ramstein dessen in der Nähe gelegenen Hof (jetzt Rittergasse No. 17) gemietet; s. Stadthaushalt Bareis II 218, 222 u. 225. 8) Also am 15. Nov. 9) Vgl. B. Chron. IV 426: was by im ein halben tag in der kamer. 10) D. h. folgenden Tags, am 17. Nov.; s. ebend. IV 52. 11) Vgl. oben S. 48, A. 9. 12) Ueber Nikolaus V, seit März 1447, s. unten S. 53. 1442. 51 De dissolucione concilii Basiliensis fraudolenter attemptata. Hiis itaque peractis Eugenius 1 ) cogitavit concilium Basiliense chssolvere et obedienciam episcopi, cleri et civitatis Basiliensis 0 sibi attrahi, in maius scandalum concilii, et eo adhuc in Basilea existente. Practicatum fuit, quod littere Friderici Romanorum regis revocacionis salviconductus fuerunt consulatui presentate, m se continentes mandatum, quod mox visis litteris concilium expellerent 2 ). Insuper episcopus Basiliensis misit suum officialem nominatum Johannes Geminger, licentiatum in decretis, ad ■Komam 3 ). Qui Eugenio deposito 4 ) in consistorio publico 5 ), in presencia omnium cardinalium et tocius curie, per publicum actum, cuius thema erat: »venient ad te, qui detrahebant tibi, e t adorabunt vestigia pedum tuorum«, ex parte episcopi, sui 15 capituli et cleri, civium civitatis Basiliensis et tocius vulgi üyocesis obedienciam fecit. Quam obedienciam Eugenius et tota curia sua cum maximo gaudio suscepit dicens: a domino [actum es t istud, et est mirabile in oculis nostris. Et dedit uilam, in qua absolvit episcopum et alios supra nominatos ab 0 mni pus execracionibus per eum contra eos latis, restituit, re- ßabilitavit, et multa alia in ipsa bulla contenta fecit 5 ). üfficialis cum illa bulla cum magno gaudio ab urbe recedens, Perans placita nova afferre Basiliensibus. Sed gaudium suum versum est in luctum, et cythara in ploracionem, quia illa bulla on iuit acceptata, sed refutata, quia sine scitu, voluntate et andato cleri expedita, puto capituli et aliorum, eciam civitatis vulgi7j. Et episcopus eum captivavit 8 ), [109 v ] carceribus per ?n H8 ' : co S' tat - 5. Hs.: scandulum. ,Jf - Hb.: al> Omnibus exeitacionibu^ per oura contra ooa latos. F ' a • S ei1 IV. überlebte die im Januar 1447 erreichte Verständigung mit eürichlll. nur wenige Wochen, da er am 23. Febr. dieses Jahrs starb. Das achfolgend Erzählte geschah daher unter Nikolaus V. , 2) Nachdem Friedrich III. Basel dreimal vergeblich aufgefordert hatte, rieht ^ daS Geleit zukünden > fällte am u - Mai U48 das K-ammerge- Ba i ZU ^ raz e ' n urteil zu Gunsten des Königs, und diesem erst fügte sich Vgl. ebend. No. 178 Gemmingers Geständuis vor dem Basler Rat. Vom 10. Sept. 1448. 8 ) Am 21. Oct.; s. B. Chron. V 410. 4* 52 Blauensteins Flores. longa tempora mancipavit, cordis et aliis diris torturis strinxit 1 ). Utrum autem ista de demeritis suis passus sit, deus seit. Unum tarnen reddidit eum suspectum, quia post relaxaeionem visitavit urbem 2 ), et Eugenius pro sua consolacione dedit sibi officium scriptorie bullarum cum potestate vendendi, et vendidit pro 5 1000 ducatis. Item postquam obedienciam et bullam, de quibus prescri- bitur, fecit et expedivit, preintimavit illis ad ßasileam, qui eum miserunt, et fuit secrete ordinatum, quod ipse officialis cum sua legacione deberet cum magno bonore et gaudio suseipi, et sua 10 legacio cum sollenipni processione erectis armis Eugenii publi- cari, et statim ecclesia maior et omnia alia loca, in quibus concilium suos actus celebrare consuevit, claudi, sie quod patres concilii deineeps non haberent locum actus aliquos celebrare, nee haberent juxta mandatum regis salvum conduetum, et sie tf subito esset concilium extinetum. Patres autem concilii, ut creditur, divinitus avisati illa nocte, qua illa sollempnitas crastino debebat celebrari, con- diderunt decretum translacionis, et mane, antequam emuli de lectis surgerent, in congregacione generali sollempniter per de- 20 cretum ipsum concilium Basiliense in civitatem Lausanensem H18 transtulerunt, die videlicet 22. mensis junii 3 ), anno domini 1448- «"" <15) Et depost statim recesserunt a Basilea omnia concilii supposita, ad Lausanam se defferentes 4 ). Pestilencia in Basilea. 25 Item durante concilio et sedente Eugenio, anno domini 1439 1439 fuit maxima pestilencia in Basilea 6 ). Obierunt multi pre- lati et doctores, cardinales, patriarche, archiepiscopi, episcopi, abbates ec. e ), et in ecclesia Basiliensi beneficiati 25 citra 7 ). Fuerunt facte processiones per concilium in civitate, et per cives 30 2(1. Hs.: duranto concilio. 1) Ueber seine Gefangenschaft vgl. B. Chron. V 410 u. 417. 2) Nach Rom kam er jedcnfnlls vor März 1452 ; cbend. IV 58. 3) Blauenstein irrt sich um 1 Woche. Denn das betr. Concilsdecret ist nicht vom 22., sondern vom 15. Juni; s. B. Chron. V 408, A. 2. Hingegen wurde das Concil erst am 28. Juni vom Hat aufgefordert, die Stadt zu verlassen; s. B. Urkb. VII No. 171, u. vgl. B. Chron. V 407. 4) Die Häupter des Concils reisten erst am 4. Juli ab; s. B. Chron. V 408. 5) Vgl. ebend. IV 50 u. 251. 6) Einige Namen s. Mon. Concil. III 429. 7) Vgl. B. Chron. IV 252. 1447. 53 ad beatam virginem im Dotmos, per clerum civitatis ad locum tieremitarum, cum sequela populi virorum et mulierum in magno numero 1 ). Nicolaus [huius nominis V], de parvo castello dominii Ja- nuensis natus 2 ), in Basilea tempore concilii magister domus cardinalis sancte Crucis ordinis Cardusiensium 3 ), post eius re- essu m 4j p er Eugenium missus ad diversas dietas contra con- cuium strennue laboravit, non obstante quod ipsi concilio fuerat J ncorporatus et juratus. Ex eo per Eugenium in cardinalem 10 sublimatus 6 ), et post mortem Eugenii, papa Feiice in Basilea eiecto adhuc vivente, Korne in papam eligitur, in nnmero 208. kedit annis 8, diebus G 6 ), anno domini 1447 electus. un Huic papa Felix [110] in concilio Basiliensi electus papatui cessit; mansit cardinalis tituli Sabinensis et legatus in suis tem- porahbus dominus ad tempus vite sue'). Felix enim noluit esse causa scismatis, quoniam, sicut in statu seculari fuit princeps e votus, prudens et pacificus, ita et multo plus exbibuit se in statu^ spirituali. Erat enim adeo expeditus et abilis in divinis ncns et cerimoniis, ac si a primis diebus sue juventutis ex- r cuisset. Noluit tarnen cedere papatui, nisi Nicolaus papa per suam bullam et decretum aprobaret acta concilii; quod et Nicolaus fecit s ), et sie mansit unio in ecclesia dei. Item Nicolaus habuit annum jubileum, maximum coneur- 1450 su m tocius populi Christiani 9 ). yj *1 Totmoos im Schwarzwald und Einsiedeln; vgl. B. Chron. IV 252 u. 22 T ,.' — F" r letztere Wallfahrt hatte das Concil wegen der Pest am • J uh einen Ablass verkündigt; s. Mon. Cono. III 337 ff. i,„ i Z 1 -Thomas Parentucelli aus Sarzana im Gebiet von Genua, zw. Spezia «nd Carrara. licli t ^' eser n * ess Nikolaus Albergati und kam 1433 nach Basel als päpst- n « Legat; s. Concil. Bas. II 479 u. III 91. V Thomas erliielt am lü. Aug. 1434 vom Concil die Erlaubnis zur »eise, indess sein Herr noch blieb; s. ebend. III 176. 5) 1446 zum Kardinal von St. Susanna; s. Eubel II 9. «) Von der Krönung (19. März 1447) bis zum Todestag (24. März 1455). ee 1 • ne Bücktrittserklärung, vom 7. April 1449, s. Itaynald, Annales sei ^ e ^ ast; ci z. J. 1449, No. 3 u. 4. Vgl. auch B. Chron. IV 291, wo jedoch Jvardmalstitel »sancte Sabine< ungenau ist, da er Kardinalbischof der Landschaft Sabina wurde; s. Eubel II 11. »»,„' Durch Bulle vom 18. Juni 1449; s. Mansi, Conciliorum collectio ÄX 1X 228 ff. -y- 4 „g' Ue ber das Jubeljahr 1450 vgl. B. Chron. IV 304 u. 307, auch 54 Blauensteins Flores. Item suo tempore capta est Constantinopolis a Thürco, de quo supra folio 108 Jacius scribitur 1 ). Item coronavit Fridericum in imperatorem 2 ), et fratrem ipsius imperatoris Albertum fecit archiducem Austrie 3 ). H51 [Hie papa dedit indulgencias ecclesie Spirensi anni jubilei 6 pro eius reparacione, quia igne totaliter consumpta, anno do- mini 1451] 1 ). [Et eo anno fuit maxima inundacio aquarum circa Basileam, sie quod Kenus ernpit in altum] 6 ). 1455 Calixtus [huius nominis III, antiquus et omnino inutilis] io A ' ,n 8 nacione Catellanus c ), papa 209; anno domini 1455, die 8. mensis aprilis, Korne in capella maioris palacii prope sanetum Petrum 7 ) electus. Sedit annis 3, mensibus 3, diebus 29 8 ). Hie delectabatur videre gentes armorum, licet antiquus forsan 80 annorum 9 ); quemdam suum consanguineum 10 ) ali- is qnando in conspectu suo ante ecclesiam saneti Petri in planicie ibidem fecit congregare multos armatos, se invicem agitantes more bellancium, et in hoc papa habuit magnum gaudium 11 ). 1) S. oben S. 46. 2) Am 19. März 1452; vgl. B. Chron. IV 426 u. V 430. 3) Nicht durch den Papst wurde Albrecht VI. zum Erzherzog erhoben, sondern durch die von Friedrich III. errichtete Hausordnung v. 6. Januar 1453; s. Chmet, Materialien z. Oesterr. Gesch. II 30. Hingegen empfing er am Krönungstage vom Kaiser den Ritterschlag; s. Pastor, Gesch. d. Päpste 1412. 4) Ueber diesen Ablass, der auch in Basel verkündet wurde, s. die Bulle v. 1. März 1451, verdeutscht in der Speier Chronik bei Monc, Quellen z. Badischen Gesch. I 386, wo auch Näheres über den Brand des Speirer Domes vom 6. Mai 1450. 5) Vgl. B. Chron. IV 308 u. V 427. 6) Alfons Borgia (spanisch: de Borja) gehörte einem in Valencia ansässigen, jedoch ursprünglich aus Catalonien stammenden Geschlecht an, und deshalb wurde in Rom seine ganze aus Spanien herbeigezogene Verwandtschaft »die Catalanen« genannt. Seine Beurteilung als »inutilis« rührt von den von ihm allerdings wenig beachteten Humanisten her; s. Pastor, Gesch. d. Päpsee I 546ff. 7) Gemeint ist vermutlich die Kapelle Nikolaus' V. im Vatican. 8) Von seiner Wahl am 8. April 1455 bis 6. Aug. 1458, wo er starb. 9) Er war 1378 geboren. 10) Damit mag entweder Rodrigo Borgia (der spätere Papst Alexander VI.) oder dessen älterer Bruder Pedro gemeint sein, da Calixtus diesen beiden Neffen hohe militärische Stellen verlieh; s. Pastor I 039. 11) Was hier als eitles Spiel dargestellt wird, erscheint in anderm Licht, sobald der Eifer und die Rüstungen dieses Papstes zur Bekämpfung der Türken in Betracht gezogen werden. Hierüber s. Pastor I 573 ff. 1451—1460. 55 Pius [huius nominis II] nacione Tuscus de civitate Se- neasi, poeta laureatus, Eneas Silvius nomine proprio vocitatus*), uss papa 210., anno domini 1458 electus die 19. mensis augusti, n ' 9 sedit annis 7 2 ). Hie in concilio Basiliensi fuit famulus cardinalis saneti Angeli legati 3 ), pauper, nutriens se laboribus scribendi. De i>asilea venit in cancellariam Friderici Romanorum regis propter Jdeonia Ytalicurti 4 ). Fuit primo in Austria factus episcopus, deinde episcopus in Senis, depost cardinalis 5 ) et ultimo papa; 0 e t parvo spacio temporis sie ascendit. Hie ad peticionem civium Basiliensium erexit Studium ge- ueo n erale ibidem. Quod ineepit in die saneti Ambrosii anno pn d omini 1460«). Item concessit indulgencias anni jubilei 7 ), ad peticionem 16 episcopi et capituli, per 6 annos, per certos dies circa festum Sept. s nativitatis Marie ecclesiam Basiliensem visitantibus et manus a djutores pro reparacione ecclesie porrigentibus 8 ). Item indulsit, ut bomines dyocesis Basiliensis et terrarum ecclesie Basiliensis eciam aliarum dyocesarum 9 ) [ 110 v ] in quadra- 20 gesima in pulmentis loco olei possent uti butiro et vesci; et 1) Aeneas Silvius Piccolomini, aus Corsignano (jetzt Pienza, südlich y on Siena). 2) Genauer: annis 6, da er am 14. August 1464 starb. Vgl. unten 8. 56, wo Paul II. erst 1465 auf ihn folgt, statt 1464. 3) Nicht mit dem Legaten Julian Cesarini, Kardinal von St. Angelus, kam l9 °, auch Pastor I 274. 4) Als Capranica Basel schon 1435 vcrliess, blieb Aeneas hier, wo er io der Folge i m Concil verschiedene Aemter bekleidete, bis er 1442 in des Königs Dienst trat; s. Pastor I 274ff. 5) Er wurde 1447 Bischof von Triest und 1450 von Siena, dann 1456 kardinal von St. Eustachius; s Eubel II 12. 6 ) Vgl. B. Chron. IV 332. 7 ) Des Jubeljahrs 1450; vgl. oben S. 53. _8) Ueber diesen Ablass, der 1400 auf Gesuch Bischof Johanns von enningen für den Ausbau des Münsters auf 3 Jahre bewilligt und 1463 "» weitere 3 Jahre verlängert wurde, s. B. Chron. IV 333 u. 344, auch unten ßl auensteins Chron. d. Bischöfe. 9 )_ Sowohl das erst 1461 aus der Verpfändung gelöste Pruntrut als 1 cl1 Biel mit dem St. Immertal, und ebenso Kleinbasel, lagen außerhalb Q « Basler Diözese. 56 Blauensteins Flores. 1463 fuit intimatum die 29. mensis maji, anno domini 1463 1 ). Et Mai 2u jj OC j n( j u lf; Um fuit impetratum per episcopum Basiliensem; et omnes homines utriusque sexus et status habebant solvere ipsi episcopo per tres annos continuos, quilibet omni anno, 4 dena- rios stebler. 5 Paulus [huius nominis II] nacione Venetus 2 ), papa 211., (U64) anno domini 1465 electus, sedit annis duobus 3 ), mensibus 10, diebus 12. Hie instituit et publice intimavit annum jubileum anno 1475 domini 1475 celebrari 4 ). 10 Hie papa magnam dilectionem in lapidibus et margaritis preciosis habuit, eciam magnum de eisdem tbesaurum congre- gavit 6 ); qui post eius mortem pro parte ad vanitates in scanda- lum ecclesie publice usi sunt, quia quedam putana non solum in capite et manibus, verum eciam in sotularibus se cum eisdem 15 ornavit 0 ). Hie mutavit Signum plumbi, id est sigillum. Fecit enim ex una parte papam coronatum sedentem in cathedra in alto, et cardinales capellati et alios circumsedentes; ex alia parte ymagines integras apostolorum Petri et Pauli. Sed successor 20 suus reassunipsit primam et antiquam formam blumbi 7 ). Sixtus [huius nominis IV] nacione Januensis 8 ), papa 212., 1471 anno domini 1471 die 25. mensis augusti electus 9 ), sedit Aug - 25 annis... 10). 13. Hs.: scandulum. 1) Vgl. B. Chron. IV 342 u. V 438. Die betr. Bulle vom 13. April 1463 ist enthalten in der bischöfl. Urk. vom 26. Mai d. J.; s. im St. Arch., Stadt. Urk. No. 1776. 2) Peter Barbo, Neffe Eugens IV. 3) Sollte heissen: annis 6, da er am IG. Sept. 1464 gekrönt wurde und am 26. Juli 1471 starb, wie denn auch unten bei seinem Nachfolger richtig letzteres Jahr steht. 4) Ueber die diesbezügliche Bulle v. 19. April 1470 s. Pastor II 361. 5) Ueber diese Sammlung, die nach seinem Tod verkauft wurde, s. Pastor II 330 u. 437, A. 1. 0) Gemeint ist Teresia, die Geliebte Peter Biarios, den sein Oheim Sixtus IV. zum Kardinal von St. Sixtus erhob; s. ebend. S. 456, A. 5. — Sotulares sind eine Art Schuhe; s. Ducange. 7) S. hierüber Pastor II 357. 8) Franz della Rovere, aus einem Dorf bei Savona, im Gebiet von Genua. 9) Am 25. wurde er gekrönt, aber erwählt schon am 9. August. 10) Die Zahl bleibt offen, da er 1475 noch lebte. 1440—1452. 57 Hie est de online fratrum Minorum, doctor theotye, et fuit minister seu vicarius generalis ordinis per plures annos 1 ), postea cardinalis, nunc papa. Hie celebrat nunc hoc anno, quo hie libellus scriptus est, 1475 svidelicet 1475, annuin jubileum. Preter ea, que supra de domino Friderico imperatore scripta sunt 2 ), sequuntur alia, post ipsam descripeionem pei' eum et alios tempore suo gesta 3 ). [104 v ] Item ipse, ut prescribitur, in regem electus anno (uio) 10 Yl delicet domini 1439, et Aquisgrani anno 42 coronatus 1 ), deinde H42 a Pplicuit et die saneti Martini episcopi intravit Basileam, tempore concilii, non tarnen recognoscens concilium, quia cum prin- cipibus Almanie in neutralitate constitutus 5 ). Ipse visitavit papam Felicem ibi electum et presentem. Ambo depost a lo «asilea subito recedentes, nulla concordia inter eos captata; quia Imperator non longe post declinavit a neutralitate et adhe- 81 * pape Nicoiao in Koma residenti, et salvum conduetum con- c Üio abdieavit. Item anno domini 1451 6 ) Corona imperiali ab ipso Nicoiao (1452) 20 Papa, ut prefertur, coronatus est 7 ). 1) Von 1464 bis 1467, wo er Kardinal von St. Peter in Vinculis wurde; 8 - Pastor II 434. . *) Unmittelbar voraus gebt in der Hs. der letzte Abschnitt aus Aeneas uviug' Fortsetzung des Liber Augustalis, der von Friedrich III. handelt; v 8l- oben S. 30. 3) Diese Descriptio, d. h. die Fortsetzung des Liber Augustalis, wurde y°n Aeneas erst 1457 verfasst, während Blauenstein im Folgenden z. T. bis 14 ^2 zurückgreift; s. oben S. 29. 4) In der Hs. wird vorher nur die Krönung von 1442 erwähnt, aber Nirgends die am 2. Febr. 1440 erfolgte Wahl; s. oben S. 50. Die irrige Jahrzahl 1439, die auch in B. Chron. IV 425 steht, rührt wohl daher, ass schon in diesem Jahr im October Friedrichs Vorgänger Albrecht IL gestorben war. 5 ) Vgl. oben S. 50. 6) 1451 brach der Basler Zuzug auf zur Romfahrt, worauf die Kaiserkrönung erst am 19. März 1452 folgte; s. B. Chron. IV 426, auch oben ^* 15. ■?) S. oben S. 54. 58 Blauensteins Flores. Gwerre infinite per totuin mundum. Item suo tempore maxime gwerre viguerunt et hodie vigent, Infideles contra Christianos. Nam Thürci vicerunt Constanti- nopolim et totam Greciam, item Nigrapont insulam, ut supra folio 108 describitur >). Item multas terras ipsis confines de-5 vastarunt et cottidie devastare non cessant 2 ). Item principes contra principes, fratres et consanguinei contra fratres et con- sanguineos 3 ), principes contra comunitates et episcopales sedes, et e converso. Nam ipse [105] dominus imperator multas vexationes in Austria sua terra per quosdam congregatos, qui to se nominant fratres, sustinuit 4 ). Item in Bavaria et Swevia maxime gwerre. Item in Saxonia, Hassia, Francia, Anglia, et in partibus Reni, a monte Arlii usque ad mare Lubicense r >) adydem, sie quod multa milia liominum sunt interfecti, profu- gati et exulati. Nam civitas episcopalis Eystettensis capta et w spoliata 6 ). Maguncia capitur et spoliatur. U84 Item archiepiscopalis civitas Maguncia fraudulenter in nocte per ducem Bavarie Ludwicum swartz hertzog 7 ) die sanetorum Simonis et Jude anno domini 1462 capta, igne pro parte con-20 sumpta et spoliata, multis hominibus interfectis, et in servitutem Adolfi de Nassouw provisi 8 ), et contra illum de Isenburg electum et confirmatum episcopum, perpetue redaeta 9 ). 1) S. oben S. 46. 2) Ueber die türkischen Raubzüge bis Kärnten und Steiermark, die sich seit 1469 mindestens jedes zweite Jahr wiederholten, s. Lichnowsky VII 127, 131 u. 175. 3) Gemeint sind wohl zunächst die langjährigen Streitigkeiten und offenen Fehden zwischen Kaiser Friedrich III. und Erzherzog Albrecht VI., welche erst 1463 mit des letzteren Tod ihr Ende fanden. 4) »Brüder« nannten sieh die böhmischen Söldner, welche Friedrich III. schon 1459 gegen den durch Gamuret Fronauer im Herzogtum Oestcrreicb erregten Aufstand geworben hatte, die aber in der Folge teilweise zu den Aufständischen übergingen und in den fortwährenden Unruhen das Land verheerten; s. Lichnowsky VII 34ff. 5) Vom Arlberg bis zur Ostsee. 6) Durch Herzog Ludwig von Baiern-Landshut und Kurfürst Friedrich von der Pfalz, um die Jahreswende 1459/00;'s. Speircr Chronik, bei Mono, Quellen I 441. 7) Ludwig d. Schwarze von Pfalz-Simmern. 8) Er war von Pins IL ernannt, an Stelle des vom Domkapitel erwählten, aber vom Papst abgesetzten Dietricli von Isenburg. 9) Vgl. B. Chron. IV 66, 338 u. 341. 1452. 59 Comes Palatinus vicit et captivavit marchionem Badensem, episcopum Metensem eius fratrem, et comitem de Wirtenberg. Item eo tempore et anno 1 ) Fridericus comes Palatinus in s certo conflictu captivavit Karolum margrafium Badensem, episcopum Metensem 2 ), Uolricum comitem de Wirtenberg, cum ipsorum exercitu 109 comitum, baronum, militum et nobilium, item 216 eorum servis, exceptis interfectis numero 40 circa 3 ). Quos captivos duxit in castrum suum Heidelberg 4 ), et non m longe post omnes et singulos captivitate trunci affligi fecit, vulgariter: er slüg sie alle in stock. Magnas summas pecuni- arum extorsit, et eorum terras et castra et oppida, notanter ßiarcbionis et de Wirtenberg, suo dominio bomagio sübegit 5 ). Comes Palatinus obsedit et vicit Lützelstein. 15 Eo tempore et ante, anno domini 1452, ipse comes Pala- 1452 hnus obsedit castrum Lützelstein et vicit 6 ), et duos fratres WUhelmum et Jacobum comites de Lützelstein extra patriam lugavit; et ut exules mortui sunt 7 ), et cessat ille comitatus. Eo tempore exorta est differencia inter Thüricenses et 0 fewitenses ea ex causa, quod Thüricenses confederarunt se cum Australibus 8 ); quod eis non licuit, Switensibus dicentibus. In- «■ Hs.: in certo conflicto. 10. Hs.: captivitati trunci. Tir n ^ Ucber die Schlacht bei Seckenheim, vom 30. Juni 1462, vgl. B. Chron. iV 65 ,,. 336, u. V 529. 2) Johann von Baden, des Markgrafen Bruder. ri l, Vgl ' Kckart Arzts Chronik von Weissenburg, in Quellen zur Bai- d . Schen lra<1 Deutschen Geschichte II 102, wo die Zahl der Todten auf 40, ® d ** gefangenen Herren auf 112 und die der Gefangenen überhaupt auf d- t v 4Ü0 an K e S ebe n wird. Die Zahl 112 statt 109, mag daher rühren, 'SS die 3 gefangenen Fürsten mitgezählt wurden, in 1 'Jkaut Speiver Chronik, bei Mono I 472, wurde der Bischof von Metz Q as Schloss Eicholsheim bei Mannheim geführt. 5) Den Friedensvertrag, vom April 1403, s. B. Chron. IV 342ff. Pi, 'J& cben d- IV 459, ferner Eickart Arzt a. a. O. S. 153, auch Speirer ^nron. S. 385. 7 ) Ueher das Ende Wilhelms v. L. s. B. Chron. II 15. vi IHR I rl lrch das Bündniss vom n - Juni 1442 ; s - Eid g- Abschiede II 150 snrun t f Streit zwlschen Züricl1 und Schwyz war jedoch älteren Ur- ** n gs. Ueber diesen Krieg vgl. B. Chron. IV 445ff., VI 228ff. u. 297ff. 60 Blauensteins Flores. tenta est gwerra Australibus cum certis principibus •) et milicia forti Thüricenses assistentibus, omnibus vero Confederatis, Bern, Lucern ec. Switensibus adherentibus. Tandem Switenses et eis adherentes receperunt omnes terras Thüricensium usque ad muros civitatis 2 ). Vicerunt castrum Grrifensee, et inhabitantes, nu- r> mero 60 viros et ultra, decapitarunt, castrum destuxerunt 3 ). Plures strages fecerunt, et eciam strages passi sunt. Obsiderunt sitnul et semel Thuregum, Rapperswiler et castrum Varensperg 4 ). nu[105 T ] Quotempore, videlicet anno domini 1444, in adjutorium Australium venit ad istas partes Delphinus Vienensis Ludwicus, 10 primogenitus Karoli regis Francie; de quo vide infra folio 108 r> ). Kinfelden castrum vincitur et destruitur, presente duce Alb erchto. Eo tempore Basilienses erant confederati cum Bernensibus et Solodrensibus 6 ), et occasione capta ex quibusdam rapinis et ü> captibus eorum civium diffidarunt Australes 7 ), et obsiderunt fortissimum castrum Binfelden, et die exaltacionis sancte crucis 1415 anno 1445 obtinuerunt, spoliaverunt et fünditus destruxerunt 8 ). Sept. n jyi u ltis itaque liomicidiis, incendiis, spoliis et rapinis hincinde perpetratis, facta est pax in Constancia 9 ) per duces Ludwicum 20 comitem Palatinum et Ludwicum de Lantzhut, duces Bavarie, ad 15 annos 10 ). Dux Alberchtus germanus imperatoris fuit per- 1) Markgraf Wilhelm von Hochberg, der hier gemeint ist, stand in Oestreichs Dienst als Landvogt; s. B. Chron. IV 446, A. 9. 2) Am 22. Juli 1443 schlugen sie die Züricher hart vor ihrer Stadt; vgl. ebend. IV 448 u. VI 228. 3) Im Mai 1414; vgl. ebend. IV 447 u. VI 229. 4) Im August 1444; s. ebend. IV 449, A. 3. 5) S. oben S. 46. 6) Durch das Bündniss vom 2. März 1441; s. B. Urkb. VII No. 2. 7) Am 24. Juli 1445; s. B. Chron. IV 185 u. V 376, A. 4. Den entscheidenden Beweggrund zur Kriegserklärung bildete die kurz vorher erlangte Gewissheit, dass die Armagnacken, welche 1444 Basel so schwer bedroht hatten, waren von Oestreich herbeigerufen worden; s. ß. Urkb. VII No. 47. 8) Vgl. B. Chron. IV 193ff., 259ff. u. 450, auch V 289ff., 377ff. u. 490. Die Zerstörung erfolgte jedoch erst im Februar 144U; s. ebend. V 390. 9) Am 9. Juni 1440; s. Eidg. Absch. II 811 ff. u. B. Urkb. VII No. 59, ferner B. Chron. IV 204 u. V 396. 10) Blauenstein vermengt hier die beiden Constanzer Friedensschlüsse vom 9. Juni 1446 und vom l.Juni 1461. Denn nur der letztere wurde auf 15 Jahre geschlossen, und einzig bei ihm amtete Herzog Ludwig der Reiche von Baiem-Landshut als Vermittler; s. Eidg. Absch. H 886 ff. 1441—1448. 61 sonaliter in istis partibus agitando gwerram 1 ). Qui duxit uxo- rem sororem comitis Palatini, viduam relictam comitis de Wirtenberg. Post paucos annos diem suum clausit extremura 2 ). Seckingen obseditur, sed non vincitur. Anno prescripto in mense septembri prenominati Basilienses,. Sept. Bernenses et Solodrenses obsiderunt oppidum Seckingen, sed non vicerunt, recesseruntque sine treuga et pace 3 ). Anno tarnen sequenti, videlicet 46, ipsa gwerra Australium et omnium Con- Mio lederatorum in Constancia per Ludwicum comitem Palatinura 10 et Ludwicum de Lantzhiit daces Eavarie pacificata, ut pre- scribitur. Qua pace partes hincinde gaudere sperantes, anno domini 1418 1448 die 23. mensis octobris, diffidacione pretermissa, Johannes de Rechberg armiger cum suis complicibus habitibus dissimu- 15 ' a tis navigio intravit et vicit oppidum Rinfelden." Cives inter- lecit et captivavit, muKeres et pueros ac sacerdotes expulit 1 ). «ciarn certos sacerdotes ymmo honestiores carceribus injecit et airis tormentis, tractu cordarum et aliis, afflixit 5 ). Et depost statim Basilienses hostiliter invasit, quia confederati cum Rin- 2j leldensibus 0 ). Et sie iterum gwerra nova intenta fuit, in qua aiulta liorribilia mala perpetrata fuerunt 7 ). Et Basilienses vicerunt castrum Blochmont et in ruinam posuerunt, dominum- c iie castri captivum ad Basileam duxerunt 8 ). Que gwerra in opido Brisach cum duce Alberchto, qui fecit se partern 9 ), paci- 0 ncata fuit, sie quod Basilienses deberent, prout et fecerunt, 18. Hs.: aliis inflixit. 21. Hb.: horribila mala. 1) Seit 1443 war er Regent der vorderöstreichischen Lande; s. Lich- lowsky VI 41. . 2) Er vermählte sich 1452 mit Mechtild, der Schwester Kurfürst Medriohs von der Pfalz und Wittwe Graf Ludwigs I. von Württemberg, n d starh 1463; s. Lichnowsky VI 129 u. VII 80. 3 ) Vgl. B. Chron. IV 198, 267 u. 453, auch V 293 u. 381. 4 ) Vgl. ebend. IV 55, 283 ff. u. 455, auch V 411 ff. 5 ) Vgl. ebend. V 415. 6 ) Durch das Bündniss vom 9. Juni 1445; s. B. Urkb. VII No. 45. 7 ) Vgl. B. Chron. IV 28« ff. 8 ) Vgl. ebend. IV 56, 298ff. u. 455, auch V 418. b 'l ^ n ^ er neuen i i m Oct. 1448 entbrannten Fehde war er nicht direkt Wel IT Hin " e gen waren verschiedene Streitpunkte zwischen ihm und Basel, hin- Constanzer Friede von 1446 einem Schiedspruch zugewiesen a "e, noch unerledigt; s. B. Chron. IV 451, A. 7, u. V 412, A. 2. 62 Blauensteins Flores. mutuare duci Alberchto 26 milia flor. sub sponsione restitucionis certis terrainis *), minime tarnen servatis et satisfactis. Dux (i«2) Burgundie finaliter, anno videlicet 1.473, solvit partem 2 ). [153] Sigismundus dux Austrie litigat cum Switensibus. Item eo tempore, videlicet prescripto imperatore Friderico 5 regnante, intenta est iterum gwerra Switensibus per Sigis- mundum ducem Austrie 3 ). Qui se more eorum defendentes obsiderunt oppidum Diessenhofen, et vicerunt. Item obsiderunt oppidum Winterthur, sed non vicerunt. Dampna tarnen plurima alter alteri intulerunt; maiores vero Australes sustinuerunt, io quia ex illa et precedentibus gwerris plura fortalicia et terras, ut puta Friburg in Oeclitland, Rapperswil, Winterthur, Stayn, Diessenhofen 4 ), cum suis attinenciis perdiderunt, et a proprio suo dominio, videlicet domui Austrie, alienata sunt. Mülhusenses capiuntur a Petro de Regeszheim, et ipsi 15 efficiuntur Switenses. Item dicta gwerra pacificata, non longe post quidam armiger in Alsacia uno mane, diffidacione pretermissa, omnes cives op- pidi Mülhusen, quos reperit ante portam in vineis, agris et aliis laboribus, captivavit 5 ), in castrum suum Hochenhadstat 6 ) duxit 3. Hier folgt in der Hs.S Quere infra, folio 153 et conaequenter, alia tempore Friderici III imperatoris geeta. 1) S. d. Breisacher Richtung vom 14. Mai 1449, in B. Urkb. VII No. 193. 2) Von den 26000 Gl. standen 1469, als die vorderöstreichischen Lande an Burgund verpfändet wurden, noch 18000 Gl. aus, und hiervon zahlte Herzog Karl den letzten Drittel am 7. Jan. 1472 an Basel ab; s. B. Urkb. VIII No. 371 u. 413. — Den Inhalt von Bl. 106-110 s. oben S. 38ff., und über denjenigen von Bl. 112—152 s. S. 30 fi. 3) Angreifer im Kriege von 1460 war nicht Sigismund, der die vorder- österreichischen Lande seit 1458 regierte, sondern die Eidgenossen, welche hierin einer Aufforderung Pius IL folgten; s. Dierauer, Gesch. d. Schweizer. Eidgenossenschaft II 142 ff. 4) Freiburg ging schon 1452 für Österreich verloren, Kapperswil 1458, und Stein a. Rh. schloss 1459 mit Zürich einen Bund. Winterthur hingegen wurde erst 1467 an Zürich verkauft. Wohl aber verlor Ocstcrrcich durch den Krieg von 1460 ausser Diessenhofen den ganzen Turgau. 5) Ueber diesen durch Peter von Regisheim am 16. April 1466 verübten Angriff und seine Veranlassung s. den Bericht bei Mossmann, Cartu- laire de Mulhouse II 430. Ueber den ganzen Streit aber vgl. H. Witte im Jahrbuch f. Schweizergesch. XI 261 ff. 6) Ueber diese Burg, die im Nov. 1466 verbrannt wurde, s. Schöpttin- Ravenez IV 182. 20 1460—1468. 63 e t ad solvendum 800 florenos talliavit. Et ultra hoc ipsum oppidum Mülhusen, quantum potuit, hostiliter vexavit, sie quod sine periculo non audebant exire extra portam in proprios ortos. "Non habentes ergo manus adjutrices eis porrigentes, con- 5 federarunt se cum Bernensibus et Solodrensibus !•). Quod egre ierentes nobiles patrie, dicentes non licere sistere in orto rosarum stabulum vacarum, ineeperunt eos molestare, fora publica et u undinas prohibere, et ipsis in odium villam Habkiszheini muro ligneo cingi, nominantes ipsam villarn >die höltzen statt« 2 ). Uns molestiis sie agitantibus, venit in provinciam verus dominus dux Austrie Sigismundus 3 ). Cum quo Bemenses et Solo- drenses tantum egerunt 1 ), ut ipse dux Mülhusensibus restituit 825 flor. eis, ut prescribitur, ablatos 5 ), et cum hoc addixit: Miilliusenses debere gaudere omnibus et singulis privilegiis et 15 COu swetudinibus prout ex antiquo ec. Conrat Küffer ribaldus. Principe de provincia recedente 6 ), quidam vilis condicionis — sicut finis eius doeuit, quia Argentine capite truncatus — dictus Conrat Küffer, hostis factus Mülliusensium 7 ), eos molestavit Quantum potuit, balivo et nobilibus provincie dissimulantibus e s Ponsionibus prineipis pretactis inmemores. 20- Hs.: potuit pali 1) Dieses Bündniss, vom 17. Juni 1460, s. Eidg. Abseh. II 455. _ 2 ) Habsheims Befestigung erfolgte erst im Sept. 1467, infolge des Ende . * au f dem Landtag zu Tann gefassten Beschlusses, gegen die Eidgenossen J^. h zu rüsten; s. M. Berler im Code histor. de Strasbourg II 77, und vgl. V¥ltt e a. a. O. S. 279 u. 283. v ;i ) Am 12. October 1466 kam er nach Basel; s. B. Chrou. IV 348 und Ba i^ Vermutlich auf dem in dieser Sache am 31. Oct. gehaltenen Tag zu 8el ; 8. Mossmann a. a. O., II 523. wi A * m Schiedspruch, welchen Sigismund zu Ensisheim am 5. Nov. gab, «d diese Zahlung nicht erwähnt; s. cbend. II 525 ff. Ueber ihre Gläubigkeit s. jedoch Witte a. a. O., S. 268, A. 3. .. °) Sigismund blieb im Elsass bis Ende Februar 1467 und war mit- Doch im Lande, als das Nachfolgende sich zutrug; s. Lichnowsky VII Äe 8- No. 1160. "') Seinen Fehdebrief, vom 7. Dez. 1466, s. bei Mossmann III 12. Ueber ne Ve raulassung s. Witte S. 272. 64 Blauensteins Flores. Omnes Switenses manu armata intrant Alsaciam. 1463 Tandem 1 ) omnes Confederati cum eorum potencia erectis Jun ?" paneriis circa festum Johannis Baptiste anno domini 1468 in- traverunt Suntgöw et Alsaciam 2 ), presumentes facere bellum cum nobilibus, prout plurimum irritati fuerunt verbis: Switenses 5 non audentes exire speluncas suas, utinam venirent ad nos! Pretereuntes autem Basileam, combusserunt primo castrum et villam Blotzheim, et consequenter villas numero quasi 150 3 ). Item vicerunt castra et fortalicia 15 citra, omnia spoliarunt et igne consumpserunt 1 ). Aliqua villagia summis pecuniarum tal- io liarunt, sy brandschatzten. [153 T ] Demum omnes sünul congregati ufF dem Ochsen- veld 5 ), aliquibus lioris extensis paneriis conmorantes et forte dicentes: semper nobiles optarunt, nos hie esse; ecce assumus! ubi sunt ipsi? 6 ) is Switensibus hie in Alsacia existentibus, alius exercitus Switensium properavit in Nygram Sylvam, vicerunt unam mu- nicionem 7 ), aliquos ibidem oeeiderunt, et monasterium saneti Blasii ad 3000 flor. talliarunt, videlicet sye brandschatztent sye; non tarnen totam illam summam solverunt 8 ). ^° Switenses obsident Waltzhüt. Switensibus hincinde repatriantibus, congregaverunt se ite- rum et obsiderunt oppidum Waltzhüt 9 ). Ibique sie animo vin- 2. Hs.: conflderati. 7. Hs.: pretereuntibus autem. 9. He.: fortüicia. 10. IIa.: Villagia i. <1. Hs. corrig. aus villaya. 1) Nach vielen fruchtlosen Unterhandlungen und von beiden Parteien verübten Feindseligkeiten erklärten am 18. Juni 1408 Bern, Solothurn und Freiburg an Oesterreich den Krieg; s. Liclmowsky VII Heg. No. 1273 ff. 2) Ueber diesen Zug und seine Verheerungen vgl. B. Ohron. VI 351, Schillings Bernerchron. I. 18 ff., Tschachtlan in Quellen z. Schweizergesch. I 234ff., u. Berler a. a. O., S. 83ff., sowie auch Witte S. 308ff. 3) Vgl. den Bericht eines Strassburgers, bei Witte S. 313 i. d. Anm.: Man meint, daz sü obe 70 dörfern gebrant habent. 4) Ihre Namen s. bei Berler S. 84 ff. 5) Die Ebene westlich von Mülhausen. 0) Ueber diese Aufstellung auf dem Ochsenfeld, auf welche die Heimkehr folgte, s. Schilling I 25. 7) Die Letze bei Rennetschwil, südlich von St. Blasien, zur Sperrung des Albtales, wobei am 8. Juli 80 Mann fielen; s. Schilling I 33, A. 4. 8) Bezahlt wurde die Hälfte; s. ebend. S. 34. 9) Ueber diese Belagerung, die Ende Juli begann, vgl. B. Chron. IV 353, ferner Schilling I 31 ff., Tschachtlan S. 24G u. Berler S. 87 ff. 1468—1469. 65 cendi laborantibus, venit de Athasi 1 ) in propria persona dux Sigismundus, manens circa Constanciam 2 ). Cui in auxiliuui dux Bavarie Ludovicus de Landshüt misit armaturam fortem 1500 virorum 3 ). Ex quibus sapientes, ne fieret sangwinis humani 5 etfusio, fecerunt se mediatores, tractare intendentes de pace uiter pi-incipem et Switenses >). Et tantum profecerunt, cpaod switenses recesserunt ab obsidione, hiis tarnen pactis et pro- ßnssionibus per principem litteris sigillatis roboratis, videlicet: quod ipse deberet dictum Bilger von Höidorff militem conten- j^re de peticionibus, quas pretendit habere contra oppidum öchofhusen et cives ibidem 6 ). Item magistro civium 6 ) restituere 1800 flor. sibi per dictum militem ablatos. Item Confederatis P r o expensis habitis in obsidione dare decem milia flor. Item Nullius ensibus permittere gaudere suis privilegiis et consuetu- dinibus prout ex antiquo, et alia plura in litteris contenta 7 ). Utmam fuissent servata; tunc mala subscripta non fuissent subacuta. u x Austrie inpignorat Alsaciam duci Burgundie pro 80 milibus flor. Tandem anno sequenti, videlicet 69, dux Sigismundus 1469 P r opria in persona cum certis militibus et nobilibus huius Patrie eum ad hoc incitantibus iter arripuit, properando ad ^arolum ducem Burgundie armis strenuissimum 8 ), et sibi in- P J gnoravit pro summa 80 millium flor. comitatum Pfirt, lant- § r aphiatum Alsacie, oppida Brisach, Rinfelden, Seckingen, Louf- "■ Ha,: intententes. II f. Hs.: militom contentari de peticionibus. l ) Von der Etsch, d. h. aus Tirol. IT v ^ m 1J -August erscheint er urkundlich in Villingen; s. Schreiber, rk «ndenb. v. Freiburg II 513. 3 ) Vgl. Schilling I 39: bi 1600 Behemer. j, . 4 ) Ueber diese Vermittlung, an deren Spitze der genannte Herzog von ßai( *n stand, s. ebend. S. 40. S i ff Ueber Peregrin von Heudorfs Fehde mit Schaffhausen s. ebend. ,j „ i Hans Amstad, Bürgermeister von Schaffhausen, der von P. v. Heu- r War überfallen und geschätzt worden. II Qi» 7 ^ S ' den Waldshuter Frieden, vom 27. Aug. 1468, in Eidg. Absch. 8) Sigismund erschien bei Karl in Arras am 21. März 1469; s. Comines, *%■ vo " Godefroy u. Lenglet II 193. B "ler Chronik.,,, yu. 5 25 gg Blauensteins Flores. fenberg, WaltzMt et Nigram Silvam 1 ), et forte animo vindi- candi se de Switensibus. Dux Burgundie statim misit marchionem de Rötellen 2 ), Petrum de Hagenbach militem, dudum propter scelas conmissum perpetue a patria proscriptum 3 ), et quosdam alios suos consiliarios 4 ), qui receperunt possessionem prescrip- 6 torum, terre et fortaliciorum. Et statim publice mandatum principis in scriptis affixerunt 5 ), in quo mandavit servare pacem et prohibuit omnes actus hostilitatis, constituitque dictum Petrum de Hagenbach balivum patrie huius fi ). Qui magnifice et cru- deliter rexit, tenens statum principis, equitans ut frequenter 10 cum 30 aut 40 aut 50 armatis. Ipse duxit ducem Burgundie propria in persona ad istas i47;i partes 7 ), et venit ad Brisach nativitatis Christi anno 1473, [154] Dec ' 25 de Brisach in Ensiszhein 8 ). Et ibidem dictus Petrus de Hagenbach habuit congregatum in armis et cum instrumentis, ac si l6 deberent inpugnare aliquod forte castrum, totum populorum numerum, nobilium, civium et rusticorum huius inpygnorate patrie, et in campo amplo ostendit illam potenciam domino suo 9 ). De Ensiszhein venit in Tann, et deinde post dies paucos in Burgundiam properavit 10 ). 20 1) Der Vertrag von St. Omer, durch welchen diese Gebiete am 9. Mai 1469 verpfändet wurden, nennt als Pfandsumme nur 50 000 Gl. Da jedoch bald noch beträchtliche Zuschläge dazu kamen, so betrug die 1 474 in Basel zur Auslösung hinterlegte Summe allerdings 80 000 GL, und diesen Betrag hielt mithin Blauenstein für die ursprüngliche Pfandsumme; s. B. Chron- II 80, A. 2. 2) Markgraf Rudolf von Hochberg; s. ebend. IV 355. 3) Hierüber s. B. Chron. III 295, A. 2, u. V 409, z. J. 1448. 4) Ihre Namen s. bei Witte in Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrheins, N. F- I 134. 5) Diese Proklamation scheint verloren zu sein. 6) Er war schon seit April 1469 zu diesem Amt bestimmt, also noch bevor der Pfandvertrag förmlich abgeschlossen war. Doch trat er es erst im November an; s. Witte a. a. O. S. 133, A. 3, u. S. 140, A. 3. 7) Herzog Karl kam aus Lothringen, nachdem er noch im Nov. 1473 mit dem Kaiser in Trier gewesen war; s. unten S. G8. Hagenbach hingegen war gleich von Trier ins Elsass zurückgekehrt und dann von dort aus seinem Herrn wieder entgegen gezogen; vgl. B. Chron. II 38 u. 56. 8) Karl kam nach Breisach am Tage vor Weihnachten (24. Dec.) und zog am 31. Dec. von dort nach Ensisheim. Ueber seinen Besuch in den Pfandlanden s. unten, Beilage III, den Bericht des Basler Stadtschreibers Megkynch, u. vgl. B. Chron. II 39 ff. u. 46ff., V 507 u. VI 365. 9) Ueber diese Heerschau, welche am 3. Jan. 1474 auf dem Ochsenfelcl stattfand, vgl. B. Chron. II 42 u. VI 365. 10) Er verliess Tann am 10. Januar; s. unten Beil. III. 1471—1473. 67 Imperator Fridericus venit in ltegenspurg. Eo tempore, anno domini 1471, dominus Imperator Fride- ncus venit de Austria in Bavariam in civitatem Regenspurg 1 ), nabens legatum pape secum 2 ). Convocavit illuc principes, pre- 5 latos et comunitates Almanie, tractantes simul de contribucione 1471 P r o extirpacione Thurci; sed nicliil fuit snbsecutum propter e xcessivam taxam 3 ). Deinde visitavit aliquas in Swevia, sci- ncet Ougspurg, Ulm ec, civitates 4 ). Quo sie vagante, prescriptus * etrus de Hagenbach visitavit eum et tantum practieavit, tarnen 0 secrete, ut ipse dominus imperator et dux Burgundie in certo |oco simul convenirent 6 ); quod et factum est"). Dominus eniin Operator transtulit se ad sororem et socerum suum, Karolum ^archionem Badensem, ubi per aliquot menses mansit 7 ). In- tentavit concordare comitem Palatinum cum episcopo Magun- 5 tinensi, socero suo, comite de Wirtenberg et Ludovico Bavarie swartzherzog, de exaetionibus et obligacionibus ipsis in capti- vitate, de qua supra 8 ), per ipsum comitem Palatinum illatis. fee d nicliil profecit, quia conies Palatinus ad presenciam impe- r atoris venire recusavit 9 ). Venit in Baden, Argentinam et Basileam. Imperator de Baden venit ad Argentinam, de Argentina ad 1473 Friburgum, de Friburgo ad Basileam, ubi 3. die septembris Sepi 3 anno 1473 cum processione et aliis revereneiis solitis a clero ^ populo, prout deeuit, fuit cum gaudio suseeptus 10 ). HabuuV 1) Dort eröffnete er am 24. Juni einen Reichstag; s. Müllers Reichs- »gstheater II 355ff. 2) Franz Piceolomini, Bischof von Siena und Kardinal v. St. Eustachius ( aer spätere Pius III.); s. ebend. . a ) D. h. die Reichsstädte wollten die Steuer nicht bewilligen, bevor er Landfriede gesichert sei; s. ebend. S. 402ff. . 4 ) Erst im Mai 1473 kam Friedrich III. aus seinen Erblanden nach "gsburg, wo er einen Reichstag hielt, und von wo er im Juni über Ulm nac h Baden-Baden reiste; s. ebend. S. 556. .»>) S. ebend. 6) In Trier; s. unten zum 30. Sept. ") In Baden-Baden verweilte er nur 6 Wochen, im Juli und August; "• B ' Chron. II 3, A. 2. 8 ) S. oben S. 59. . 9) Diese Unterhandlungen zerschlugen sich endgiltig erst im Mai 1474, 8 auf . 85 ff. 5* gg Blauensteins Flores. que in comitiva sua: filium suum Maximilianum, archiepiscopos Maguntinensem •) et Bisuntinum 2 ), episcopum Eystetensem 3 ), certurn prothonotarium 4 ), sedis apostolice legatum 5 ), duces Ba- varie Alberchtum et Ludwicum 0 ), Karolum Badensem socerum, et filium eius 7 ), fratrem vel consanguineum imperatoris Thür-5 corum 8 ), ambasiatores principum: ducis Burgundie, ducis Bavarie Ludwici de Lantzhüt, ducis Austrie Sigismundi, et marchionis Brandenburgensis 0 ). Item 20 comites et barones, milites et nobiles 10 ), ambasiatores comunitatum 11 ) et Confederatorum 12 ), numero 500 equitum et ultra. Qui omnes fuerunt honorati i° propinis, quilibet secundum suam preeminenciam ir) ). Venit ad Treverim, et dux Burgundie venit ad eum. Sept. o Item crastina nativitatis Marie recessit a Basilea, versus civitatem Metensem tendens, et de Metis ad Treverim, ubi in- Sept. 28 travit feria 3. ante Michahelis, hora 9. noctis, anno 73 pre- i« Sept. 30 scripto. Et feria 5. post Michahelis venit et illuc Karolus dux Burgundie, eciam in nocte circa 8. horam. Cui imperator ob- viam dedit [154 v ] extra civitatem cum sua comitiva principum, prelatorum et nobilium 14 ). De magnificencia ducis Burgundie. 20 Cum quanta autem magnificencia, preciositate et ordine, eciam reverencia, ipse dux Burgundie se ibidem ostenderit et 1) Adolf von Nassau. 2) Karl von Neuenburg in Burgund, Erzbischof von Besancon, kam nach Basel schon Tags zuvor; s. B. Chron. IV 358, A. 5. 3) Wilhelm von Beichenau. 4) Vgl. B. Chron. V 441: herr Erasmus. 5) Marcus Barbo, Kardinal von St. Marcus und Patriarch von Aquileia; s. ebend. II 103 u. 105, u. III 141. 6) Albrecht d. Weise von Baiern-München, und Ludwig d. Schwarze von Pfalz-Simmern; s. ebend. IV 358. 7) Karls jüngerer Sohn Albrecht; s. ebend. 8) Ueber Calixtus Othomannus, der als ein Bruder Mohameds II. galt, s. ebend. II 33, A. 2. * 9) Albrechts von Brandenburg-Ansbach; s. ebend. IV 71. 10) Einige Namen s. ebend. 11) Der Reichsstädte. 12) Die Gesandten der Eidgenossen waren schon vorher eingetroffen; s. ebend. S. 69. 13) S. ebend. S. 72. Ueber des Kaisers Aufenthalt in Basel s. ebend. II 5 ff. 14) Vgl. B. Chron. II 26 ff. und III 340 ff. 1473. 69 exhibuerit — cum comitiva nobilium annatorum, equis falleratis e t ornatis aureis et argenteis pannis, sericis fabricaturis et textis, eciam ipsi insidentes similibus induti, eciam postea in visitando imperatorum in suo palacio *); item in sua cappella cum pre- 5 ciosissimis reliquiis et ornatibus ad divinum cultum pertinen- tibus; in palacio ducis 2 ) cum appendiciis pannorum preciosorum; 111 mensa cum vasis pro esu et potu preciosissimis, quorum de auro puro multa et argento, eciam margaritis magnificis ornata, preciosissima fercula et Tina diversa, et notanter in vestitu sui 0 c °rporis indicibili preciositate — conpendioso stilo non sunt c °nscribenda, quia de eis est libellus specialis editus 3 ). Estimata enim sunt ad multa centena milia flor. Item dominica post Michabelis convenerunt imperator et Oct. -i dux*). Et archiepiscopus Maguntinensis ex parte imperatoris 15 Publice proposuit querolose de Thürco, quot et qualia intulisset et cottidie inferret fidei. catholice Christianisque dampna. Et e contrario dux per suum cancellarium 5 ) conquerebatur de rege *rancie. Et manserunt in Treveri per duos menses, invicem colloquia secrete plura habentes, et forte non de publice pro- "Positis, sed de matrimonio inter filium imperatoris et filiam ducis contrahendo', et ipsurn ducem in regem Frisonum coro- Uando; pro quo Corona, sedes et alia erant parata, et dies coro- ßacionis, videlicet dies festi sancti Andree apostoli, prefixa. Sed NoT - 30 dominus imperator in vigilia sancti Andree clam navigio cum Nov. 29 Paucis in parva navicula recessit, in Confluenciam se trans- lerens, duce in Treveri relicto; rursus de Confluencia ad Colo- Uiam, de Colonia ad ducem Saxonie socerum suum in Saxoniam Properavit«). T 1) Herzog Karl besuchte den Kaiser erstmals am 2. Oct; s. B. Cliron. 11 28, A. 1. 2) B er Herzog wohnte im Kloster St. Maximin, ausserhalb Trier; s. e t>end. S. 29. R n , 3 ' Diesen Libellus s. im vordem Teil der Hs. Bl. fff., und daraus in °- ^nron. III 34üff.; s. oben S. 33. m 4 ) Uebcr diese Zusammenkunft im Quartier des Herzogs s. B. Chron. 342 ff. 5) Wilhelm Hugonet, Herr von Saillant; s. Philipp von Comines, Ausg. • denglet II 210, und vgl. B. Chron. III 343. , °) Kurfürst Friedrich der Sanftmütige von Sachsen, durch seine Ge- alihn Margaretha des Kaisers Schwager, starb schon 1464, und ihm folgte 11 t r ^ ürst se i n Sohn Ernst. Auch verweilte der Kaiser, der noch am • anuar in Cöln war, 1474 nie in Sachsen, sondern vom Februar bis ovember in Schwaben und Franken; s. Lichnowsky VII Reg. No. 1723ff. 70 Blauensteins Flores. Dax Burgundie vicit'et subjugavit'sibi ducatum Gelrie. Dux vero Burgundie cum armatura forti in ducatum Gelrie se contulit, et totum ducatum sue dicioni subegit, duce Gelrie cum duobus filiis suis capto. Et bec facta sunt anno do- (H73) mini 1474 i ). & Dux Burgundie obsedit opidum Nüsz, sed non vicit. 1474 Item eodem anno de mense julii post festum Jacobi 2 ) ipse Ju ^ dux Burgundie in favorem Roperti archiepiscopi Coloniensis 3 ), babens controversiam cum suo capitulo, cum certis nobilibus, eciam civitate Coloniensi, obsedit oppidum Nüsse cum arma- io tura 60 milia equitum 4 ), cum bombardis et diversis machinis, omni conatu laborans vincendi ipsum oppidum. Quam obsi- dionem cum propria persona sua continuavit per 48 ebdomadas 5 ), continuis agitacionibus, diversis ymmo novis, prius nunquam visis machinis et instrumentis molestando oppidum et inhabi- 1 5 tantes; et tali obsidione vallavit, quod nee victualia, nee defen- dicula poterant eis afferri 6 ). [155] Imperator monet prineipes et comunitates contra ducem Burgundie. Dominus igitur imperator, de Saxonia ad partes Reni rever- 20 sus 7 ), monuit prineipes et prelatos, civitates et comunitates 9. Hs.: habens contraversiam. 1) Adolf von Geldern verlor sein Land schon im August 1473; s. B. Chron. II 13, A. 1. 2) Genauer am 29. Juli 1474; s. ebend. S. 161. 3) Ruprecht von der Pfalz, Kurfürst Friedrichs Bruder. Uebei seinen Streit mit dem Domkapitel und der Stadt Cöln s. ebend. S. 84 u. 95. 4) Dieselbe Uebertreibung s. ebend. S. 191. Die richtige Schätzung auf 13200 Mann s. ebend. S. 134. 5) Er blieb in der Nähe von Neuss vom 29. Juli 1175 bis 20. Juni 1475, während auf die förmliche Belagerung allerdings schon Ende Mai 1475 ein Waffenstillstand folgte; vgl. ebend. S. 1G1 u. 265, ferner Comines-Lenglet II 216ff. 6) Diese völlige Einschliessung erfolgte erst im April 1475; s. ebend. S. 230. Ueber frühere Zufuhren s. B. Chron. II 115, 121 usw. 7) Nach Andernach am Rhein kam er Ende Dezember 1474 nicht aus Sachsen, sondern von Würzburg her über Frankfurt; s. Lichnowsky VII Reg. No. 1815 ff., u. vgl. oben S. 69, A. 6. 1474—1475. 71 imperiii). Congregavit exercitum, recipiens campum contra ducem Burgundie, vulgariter: er macht ein Wagenburg 2 ). Qui- bus sie ex adverso in canipo conmorantibus, supervenit legatus pape quidam episcopus; tantum practieavit, quod dux Bur- 5 gundie recessit, oppido Nusz non victo 3 ). Imperator vero re- versus Coloniam 4 ), ubi manet hodie vigilia Laurencii, anno 1475 j . . '' Aug. 9 «omini 1475. Quid ulterius fiet, expeetamus. Magnificencia Petri de Hagenbach, quam sequitur finis lamentabilis. 10 Petrus de Hagenbach, sepedictus gubernator et rector omniurn cerimoniarum imperatori per ducem Burgundie in Tre- T eri exhibitarum, quia magister curie ducis 5 ), duce de Treveri r ecedente, reversus est ad patriam istam 0 ), et more suo prout et prius strenue. rigide et crudeliter rexit spirituales, nobiles 15 et vulgum populum, sine omni modestia e tracione 7 ). Homines e nim sine judicio propria sua temeritate decollari fecit 8 ); incar- ceravit pro minima re; inportabilia onera et exaetiones impo- su it; inconsueta et inaudita preeepta et inhibiciones instituit, e * omnia, que exeogitari possunt, per que peceunia ab homi- 2 °nibus extorqueri solet, exeogitavit; den bösen pfennig, hoc est 20. Hs.: exeogavit. . 1) Schon am 27. Aug. 1474 liess er aus Augsburg ein Aufgebot an die Reichsstädte ergehn, und neuerdings am 28. Jan. 1475 aus Andernach; s. B. Chron. II m, A. 4, u. 192, A. 4. 2 ) Das kaiserliche Heer rückte am 6. Mai aus Cöln. bezog aber erst £ m 23. seine bleibende Stellung gegenüber dem burgundischen Belagerungs- hee re; s. ebend. S. 263 ff. 3) Dieser Legat, Bischof Alexander von Forli, der schon am 26. April 147f > in Cöln beim" Kaiser eintraf, vermittelte am 28. Mai einen Waffenstillstand und am 4. Juni eine Uebereinkunft, laut welcher Herzog Karl von Weuss abziehen und der Papst über den Besitz dieser Stadt entscheiden sollte; ?• ebend. S. 231 u. 265 ff. Jedbcb blieben sowohl Karl als der Kaiser mit "iren Heeren in der Gegend noch bis Ende Juni; s. Comines II 216ff. 4) Dorthin kam er am 29. Juni; s. B. Chron. II 282, A. 4. .,, 5 ) Das Hofmeisteramt hatte er seit 1467 oder 1408; s. B. Beiträge XIII 324, A. 4. G ) Am 11. Dec. 1473 kam er nach Tann; s. B. Chron. II 56. 7 ) Alles Folgende bezieht sich auf Hagenbachs Kegierung überhaupt, a «o nicht erst auf die Zeit nach seiner Kückkehr von Trier. 8 ) Gemeint ist die Hinrichtung von 4 Bürgern zu Tann, die jedoch ^l;on am 4. Juli 1473 erfolgt war; vgl. B. Chron. II 86 und V 506, ferner Wit te, in Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrheins, N. F. II 9. 72 Blauensteins Flores. de qualibet mensura dare 1 den., instituit 1 ). Ex quibus et aliis magnam summam peccuniarum extorsit. Stupra et defloraciones U74 virginum ad libitum suum perfecit. In die parasceve sacer- April s dotem ad celebrandum missam coegit, et ut concludam, papam et imperatorem se esse dixit. Ymmo non contentus suam rigi- 5 ditatem exercere in objectos sibi, sed eciam in suos convicinos, Basileam 2 ), Argentinam, Columbariam et alias civitates imperiales, eciam in nobiles. Et cum esset in Brisach in die pasche, April 10 que fuit 10. aprilis anno domini 1474, habens secum 600 Gallicos armatos 3 ), et eciam 100 et ultra Almanos soldatos 4 ), suosque 10 consangwineos multos, ipsa die pasche a soldatis Almanis, nolens eis solvere Stipendium 6 ), eciam aliquos ex eis cecare minans 0 ), Mai 9 est captus 7 ), incarceratus, cordis tractus 8 ), et demum die 9. men- sis maji capitali pena adjudicatus et eodem die decollatus 9 ). Dux Austrie pacificat cum Switensibus, et fit liga is magna. Eo tempore et anno in civitate Constancia convenerunt dux Austrie Sigismundus, ambasiatores regis Francie, episcoporum Basiliensis et Argentinensis, civitatum Basilee, Argentine, Sles- stat, Columbarie, Mülhusen, et omnium confederatorum Switen- 20 sium 10 ). Primo ducem Austrie et Switenses pacificarunt de antiqua et longeva inimicicia invicem habita 11 ). Item omnes 22. JJ.-!.: inimicia. 1) Ueber diese Weinsteuer s. Witte a. a. O., S. 6ff. 2) Ueber sein Verhalten gegen Basel s. namentlich B. Chron. III 371 ff. 3) Mit diesen Welschen war er erst wenige Tage zuvor in die Stadt gekommen; vgl. ebend. II 72, 74 u. 77. 4) Diese deutschen Söldner, 2 bis 300 an der Zahl, lagen in Breisach schon seit Januar, nachdem eine frühere Schaar von Welschen dort nur kurze Zeit gehaust hatte; s. ebend. S. 77. 5) Ueber Hagenbachs fortwährende Geldnot s. Witte a. a. O., S. 204. 6) Vgl. B. Chron. V 509, A. 4. 7) Hagenbachs Verhaftung erfolgte erst am Ostermontag (11. April), nachdem die Meuterei der Söldner schon am Abend des Ostertages ausgebrochen war; s. ebend. II 77ff. 8) Nachdem er mehrere Tage in seiner Wohnung bewacht worden, wurde er erst am 15. April in einen Turm abgeführt und am 5. Mai gefoltert; vgl. ebend. II 76, 78 u. 83. 9) Vgl. ebend. II 85 ff. u. IV 360. 10) Diese Gesandtschaften versammelten sich zu Constanz am 27. März 1174; s. ebend. II 66. Ueber die vorausgehenden Verhandlungen s. ebend. III 570ff., ferner Eidg. Absch. II 473 ff. 11) Durch die sog. Ewige Richtung, welche am 30. März zu Constanz 1474. 73 simul certam intelligenciam sive ligam inierunt, se invicem tempore necessitatis adjuvantes 1 ). JJux Austrie recipit terram duci Burgundie inpigno- ratam manu armata. 5 Quibus conclusis, [155 T ] Sigismundus dux venit ad Basileam die 20. mensis aprilis anno prescripto 2 ), Petro de Hagenbach April 20 adhuc in vita, sed in carcere existente. Misit de Basilea exer- citum armigeroruin et 500 Switenses pedestres, cum capitaneo Hermanne- de Eptingen milite, et cepit totam terram duci Bur- 10 gundie inpignoratarn 3 ). Gallici intrant Suntgow et reeipiunt predam. Non longe post Gallici intraverunt Suntgow, et villam ■lamerkilch et plures alias adjacentes spoliarunt, eciam ecclesias, e t conbusserunt. Aliquos oeeiderunt, aliquos ceperunt, et pre- 15 dam maximam peeudum abduxerunt. Quo facto circa festum assumpeionis Marie 1 ), in dominatu Phirt congregati sunt 500 rustici nm A,1 s- e t alii drabantes 5 ), properantes in Burgundiam 6 ) rapuerunt predam non parvam. Et in reversione Gallici eos insecuti sunt, e t 300 ex eis oeeiderunt et captivarunt 7 ), predam recuperantes. 2 °Elenqurt obseditur et vincitur, et duo niilia Gallico- rum prosternuntur. Depost anno eodem circa festum omnium sanetorum omnes im Nov. 1 colligati prenominati se congregantes obsiderunt castrum forte ^lenqurt cum oppido, gentibus armorum et aliis materiis bene vereinbart, jedoch erst am 11. Juni durch Ludwig XL zu Senlis besiegelt ^wde; s. Eidg. Absch. II 913 ff. 1) Das Bündniss der Niedern Vereinigung mit den Eidgenossen, vom dl -März, s. ebend. S. 911. 2) Vgl. B. Chron. II 79 u. VI 285. 3) Vgl. ebend. II 80 ff. 4) Dieses Datum bezieht sich auf den vorausgegangeneu Einfall der ^Wgunder in den Sundgau; vgl. ebend. II 102 u. 103. Die hier folgende Niederlage der Pfirter hingegen erfolgte erst am 30. August; s. ebend. S. 108. 5 ) Vgl. ebend.: 400. 6) Bis Blamont; s. ebend. _., ') S. ebend. genauer: 89 Tote und etwa 100 Gefangene. Vgl. auch El äg. Absch. II 490. 74 Blauensteins Flores. munitum 1 ). Quo laborantibus supervenerunt Gallici, numero . 6000 et ultra 2 ), presumentes castrum ab obsidione liberare. Quos Almani sencientes eis appropinquare, die dominica, que Nov. 13 fuit 1 3. novembris, viriliter irruerunt in ipsos Gallicos et ex eis duo milia citra occiderunt 3 ), multos captivarunt, 400 curros 5 et karrucas onustas victualibus, bombardis et aliis rebus cepe- runt, et reliquos Gallicos in fugam redigerunt, castrumque Nov. in Elenqurt feria 4. sequenti 4 ) ad resignacionem 350 armatorum in ipso existencium 5 ) obtinuerunt, prout hodie obtinent. Blamont obsidetur et vincitur, et ad statim funditus io destruitur"). Item depost plura alia castra et fortalicia vicerunt 7 ) et 1475 hodie, die sancti Laurencii anno domini 1475, obsident castrum A,lg ' 10 et opidum Blamont. Proficiat eis ad salutem! 8 ) Item balivus, comes de Tierstein Oswaldus 9 ), cum armatura 15 forti profectus est ad ducem Lothoringie, eum adjuvando resi- stere duci Burgundie 10 ). Sed nichil profecit; dux Burgundie enim in paucis diebus totum ducatum obtinuit 11 ). 1) Ueber die Belagerung von Hericourt vgl. B. Chron. II 116ff., III 308 ff., IV 79 u. V 511. 2) Vgl. ebend. II 124 u. 125: ob 12000. 3) Dieselbe Zahl s. ebend. II 120, 127, auch V 512. 4) Dasselbe Datum s. ebend. II 127. Vgl. jedoch ebend. S. 126 u. III 309, wonach die Uebergabe erst am Morgen des 17. Nov. erfolgte. 5) Vgl. ebend. III 309 : 340 zu rosz und zu fftsz. 6) Während der nachfolgende Text am 10. August geschrieben wurde, kann diese Ueberschrift erst nach dem 14. beigefügt sein, da die hier erwähnte Zerstörung der Burg Blamont erst an diesem Tag begann; s. ebend. V 516. 7) Im Juli 1475; s. ebend. II 276 ff., III 314 ff. und V 515. 8) Als Blauenstein dies schrieb, wusste er also noch nicht, dass am 9. August Blamont übergeben wurde; s. ebend. II 276ff. 9) Er war österreichischer Bandvogt im Elsass seit Mai d. J.; s. ebend. II 239. 10) Vgl. ebend. II 277 u. 279. 11) Mit Ausnahme von Nancy, das sich erst am 27. Nov. ergab, eroberte er die meisten festen Plätze im October d. J.; s. ebend. II 301, 313 u. 322. Dieser Schluss der Chronik scheint daher erst im October geschrieben zu sein. Beilagen. Blauensteins Zusätze zu den Flores Temporum. Ein nebensächlicher Zusatz zu den Flores Temporum, der das ^heinfelden Maass betrifft, wurde schon oben in der Einleitung erwähnt 1 ), und auch die übrigen, die nun hier folgen, sind meistens v on untergeordneter Bedeutung. Von einigem Umfang ist einzig derjenige über die Ermordung König Albrechts und die daraus er- lolgte Gründung des Klosters Königsfelden. Dabei wird übrigens ai e Ermordung nahezu mit denselben Worten erwähnt, wie in der Abhandlung vom Ursprung der Herzöge von Oestreich 2 ), während 11 Der das Kloster neben der örtlichen Tradition auch Urkunden scheinen als Quelle gedient zu haben. Die spätere Zeit berühren nur zwei Zusätze über das Reichsaufgebot von 1415 gegen Herzog 15 Friedrich von Oestreich und über zwei Eeuersbrünste von 1414 u &d 1417 in Basel. a) Zu Rudolf von Habsburg. [89] Item multas et magnas [89 v ] terras sibi et imperio manu forte subegit, et nominanter illas, quas nunc duces Austrie Possident, quia protunc rex Bobemie 3 ) dominabatur omnibus 1 hs.^ Et ipse Romanorum rex suis filiis et filiabus, 9 in numero, P r ovidit de illis terris, Austria, Stiria, Athesi 4 ) ec, et fecit eos Uces _ et principes iilarum terrarum. Ex quo constat, duces ustrie habere originem ab illo Rüdolfo rege et suis filiis 5 ), 25 luos creavit in duces. *) S. oben S. 22. 2 ) S. oben S. 33. 3) Ottokar II. (| 1278). 4 ) Das Etschland, d. h. Tirol. 5 ) Die spätem Herzoge stammten alle von seinem Sohn Albrecht I. 76 Blauensteins Flores. b) Zu König Adolf. [90] Causa belli füit, quod rex Adolfus tamquam soldatus erat a rege Anglie contra regem Francie 1 ). Per quod principes electores dicebant, Adolfum Ilomanum Imperium multum de- honestasse per hoc, quod se fecisset servum illius, cuius ipse 5 dominus esset. Ipsum deposuerunt, et Alberchtum ducem Austrie in regem Romanorum elegerunt. c) Zu König Albrecht I. Hie Alberchtus cupidus fuit diviciarum, ut suis liberis, quorum in numero erant 12, provideret, prout et providit, quia io 11 facti sunt principes et princip'sse 2 ). Johannes filius fr citri s sui ipsum oeeidil 3 ) in loco ubi nunc est summum altare monasterii Küngsvelden situm, die aposto- i3os lorum Philippi et Jacobi, anno domini 1308, dum ipse rex in Castro Baden sollempne festum celebrasset, et deinde in Brugg ib equitare vellet [90 v ] et transfretasset flavium Rüsz. Qui fuit primo sepultus in monasterio Wettingen, et deinde post annos translatus ad Spiram, ad alios Romanorum reges ibidem sepultos. Ad honorem igitur omnipotentis dei, gloriose virginis Marie, salutem anime interfecti regis Alberchti et perpetuam huius 20 detestabilis actus memoriarn inclita regina Elizabeth, conthoralis ipsius Alberchti, construi fecit et construxit in loco interfectionis sollempne monasterium monialium et eciam fratrum sub regulis et observaneiis sanetorum Cläre et Francisci, quod nominatur Küngsvelden 4 ). Et illud prediis et possessionibus, eciam reli-25 quiis, ornamentis et clenodiis preciosissimis opulentissime dotavit et fundavit. Sibi eciam in eodem monasterio habitacionem et domum propriam, non regalem sed humilem, fieri fecit 5 ); que omnia et singula hodie in re apparent. Et licet ipsa in Austria obierit, tarnen mandavit se in Küngsvelden sepeliri; quod et 30 factum fuit 6 ). 10. Hfl.: XXI statt XII. 1!. Hs.: XII statt XI. 1) Im Krieg Eduards I. mit Philipp dem Schönen. 2) Von seinen 12 Kindern erreichten 11 die Mündigkeit; s. die Stammtafel bei Lichnowsky II 376. 3) Bis hier s. Flores Temporum. 4) S. den Stiftungsbrief von 1311 bei Lichnowsky III Reg. No. 138. 5) Dieses Haus bewohnte nicht Elisabeth, sondern ihre Tochter Agnes; s. Nikiaus Frygers Chronik von Königsfelden, in Gerberts Crypta Sanbla- siana S. 106. 6) Ueber Elisabeths dortiges Begräbniss, 3 Jahre naeh ihrem 1313 erfolgten Tod, s. ebend. S. 103. Beilage I. 77 Item kling Andres von Ungeren starb 1 ); kam die küngin fröw Angnes, was küng Albrechtz dochter, von Ungern mit grossem gut gen Küngsvelden, und dient do got dem hern ir lebtag us, starb do, und lit do begraben 2 ). Von der ward dem 5 closter ouch grosz gut und cleinet. Anno domini 1320 idus februarii 3 ) fuit ecclesia consecrata 1320 per Johannem episcopum Argentinensem 1 ), in presencia predicte regine Agnetis et ducis Lupoldi fratris sui 5 ). Et anno 10. sequenti 1330 fuit chorus dedicatus 2. idus seplembris 9 ) per llüdolfum de Mont- ep ' 10 fort episcopum Constanciensem. d) Zum Gregenpapst Benedict XIII. [97] Fuit et alius 7 ), qui se nominavit papam Urbanum VII 8 ), et iterum alius papa Clemens VIII 9 ). In Francia et Hispania et aliis certis locis habuerunt obedienciam, et pertubarunt eccle- 15 siam et sanctam sedem apostolicam per annos 28 10 ), usque ad concilium Constanciense, in quo fuit facta unio 11 ). [Hü quatuor 12 ) se nominantes papas, Borne nominantur anti- papae. Nee in cathalogo summorum pontificum scripti sunt, nee eciam de virtutibus eorum constat aliquid; ergo hie brevi stilo 8. Agnetil i. ä. Hs. corrig. aus Elizabet. 9. Hs.: II idus februarii. 1) Andreas III. starb schon 1301. 2) Sie starb 1364; s. Frygers Chron. S. 110. 3) Genauer: 7. idus; s. ebend. S. 109. 4) Johann von Dirpheim. 5) Leopold I. 6) Das richtige Datum ist: 2. idus septembris, wie Frygers Chron. 8. 109 hat. Denn nur um diese Zeit besuchte der Bischof 1330 diese Gegend; s. Regesta episcoporum Constantiensium II 140. Das verschriebene »februarii« der Hs. erklärt sich aus dem vorhergehenden Datum z. J. 1320. 7) Der in der Hs. vorausgehende Text stammt aus Gobelinua und handelt von den Gegenpäpsten Clemens VII. und Benedict XIII. 8) Diesen finde ich sonst nirgends erwähnt. Da jedoch Benedict XIII. schon am 23. Mai 1423 starb, während sein Nachfolger Clemens VIII. erst 1424 gewählt wurde, so mag wohl zuerst Urban VII. auf ihn gefolgt sein. 9) Dieser trat erst im Juli 1429 freiwillig zurück. 10) Diese Zahl trifft nur zu, wenn der Anfang des Schisma nicht auf 13V8, sondern erst auf 1389 gesetzt wird, wo zu Rom Bonifaz IX. gewählt Wurde, neben welchem in Avignon ein Gegenpapst bereits vorhanden war. H) D. h. bis zur Wahl Martins V. im Nov. 1417. Jedoch trat der letzte Gegenpapst, Clemens VIII , erst 1429 zurück; s. oben Anm. 9. 12) Nämlich Clemens VIII., Benedict XIII. und die 2 im Text Genannten; vgl. oben Anm. 7. Das Eingeklammerte in der Hs. nur als Randbemerkung. Mai 17 7g Blauensteins Florcs. describuntur. Habuerunt sedes suas in Aviona et aliis Francie et Hyspanie civitatibus.] e) Zum Reichsaufgebot gegen Herzog Friedrich von Oestreich. [102] Et ea ex causa 1 ) comes palatinus Ludwicus vicit et 5 obtinuit castrum et oppidum zem Heiligen Crütz prope Colum- bariam 2 ), que adhuc tenet. Basilienses eciam aliqua oppida vicerunt, sed pacificato duce statim restituerunt 3 ). Item Con- federati, vulgariter die Swytzer, vicerunt totum territorium Ergow cum omnibus castris, civitatibus et pertinenciis, que 10 usque hodie detinent et eis dominantur; et regale castrum Baden destruxerunt 4 ). f) Zum Constanzer Concil. [106] Suburbium Eschemertor incendio ignis con- sumitur. 15 14U Item eo tempore, anno videlicet 1414, suburbium Eschemertor, a fönte exteriori 5 ) usque ad portam inclusive 6 ), die asceu- sionis igne consumptum est. Item depost, anno 17, in domo zer Tannen prope fratres Minores ignis inpositus per masculum juvenem 7 ). Ignis pre- 20 valuit, et omnes domus et ecclesie usque ad turrim sancti Albani conbuste sunt 8 ). Et propter vehemenciam ignis plures homines in domibus perierunt 9 ). 1) Unmittelbar voraus geht in der Hs. die Aechtung Herzog Friedrichs und das Aufgebot der Reichsstände gegen ihn, alles nach Gobelinus S. 298. 2) Vgl. B. Chron. IV 378, ferner die Deutsche Colmarerchronik, Ausg. v. A. Bemoulli, S. 19. 3) Vgl. B. Chron. IV 25 u. V 156, ferner B. Urkb. VI No. 93 und D. Colmarerchron. a. a. O. 4) Vgl. B. Chron. V 156. 5) Der St. Jacobsbrunnen in der Aeschenvorstadt. 6) Der Torhüter erhielt 5 s. >an sinen schaden«; s. Wochenausg. III 382. "Weiteres über diesen Brand s. ebend. S. 378ff., ferner Wurstisen S. 223. 7) Ueber diesen Brand vgl. B. Chron. IV 26 u. 27, u. V 150, ferner unten Beil. II z. J. 1417, und Wochenausg. IV 318ff. 8) Laut B. Chron. IV 26 blieb zu St. Alban die Kirche samt nur 4 Häusern der Vorstadt verschont. Es erscheint daher fraglich, ob hier der Kirchturm oder der Torturm von St. Alban oder der sog. Letziturm am Rhein gemeint ist. Am Kirchturm wurde in der Folge von 1435 an gebaut, und noch 1449 trug derselbe nur eine provisorische Bedachung; s. B. Chron. IV 303, A. 1. ' 9) Vgl. ebend. V 150. Ueber solche, die verletzt wurden, s. "Wochenausg. IV 318 u. 322, zum 3. u. 17. Juli d. J. Beilage II. 79 II. Vermischte einheimische Nachrichten. Eine weitere Ergänzung zu Blauensteins Fortsetzung der Flores lemporum bilden die auf Bl. x und y seines Buches eingetragenen 5 Nachrichtan vermischten Inhalts *). Diese beginnen mit einigen von 1120 bis 1368 reichenden Notizen über den Ursprung von Frei- hurg i. B. und die Gründung Berns, welche teilweise auf derselben deutschen Quelle zu beruhen scheinen, welche schon jener anonyme Fortsetzer von Künigshofens Weltchronik benützte, der uns einzig 10 bei Appenwiler erhalten ist 2 ). Auf diese Nachrichten aus älterer Zeit folgen solche über Cometen und Witterung von 1456 bis 147 3, ■wozu Blauenstein keiner schriftlichen Quelle bedurfte. Hierauf aber bringt er Verschiedenes aus der Basler Lokalgeschichte von 1403 bis 1439, wobei allerdings die Nachricht vom strengen Winter von 1407/8 vermuten lässt, dass er auch hier dieselbe Quelle benützte Wie jener unbekannte Fortsetzer des Königshofen 3 ). Doch schon beim grossen Brande von 1117 beginnt die Datierung nach Monatstagen, und daraus dürfen wir wohl schliessen, dass von hier an er einfach aus seiner Erinnerung an Gehörtes und Erlebtes berichtet. 0 Dieser Brand aber ist auch das einzige Ereigniss, welches schon vorher als Zusatz zu den Flores Temporum erscheint und hier nur etwas ausführlicher wiederholt wird 4 ). Während alles Bisherige deutsch geschrieben ist, folgen die Weitern Aufzeichnungen durchweg lateinisch, und zwar sind es zu- 25 nächst lokale Ereignisse von 1457 bis 1472, wobei Blauenstein hier Jene Nachricht von 1451 aus Speier wiederholt, welche als Zusatz schon in seiner Fortsetzung der Flores Temporum sich findet 5 ). Weiter aber lässt er auf diese Aufzeichnungen aus seiner eigenen Zeit n °ch zum Schluss und unter der Ueberschrift »De bellis sive con- nictibus« eine ordnungslose Reihe lateinischer Nachrichten über Schlachten, Bündnisse u. s. w. aus der Zeit von 1315 bis 1422 °lgen. Da hier die Schlacht bei Laupen doppelt erwähnt wird, u nd zwar das eine Mal mit dem Monatsdatum und das andere mit u em Heiligentage, so lagen ursprünglich zwei verschiedene Quellen ^u Grunde, die jedoch wohl beide nur von geringer Bedeutung waren. Uer Wert der ganzen Beilage beschränkt sich daher wesentlich auf 1] S. oben S. 33. 2 ) Vgl. „nten S. 80 mit B. Chron. IV 428. 3 ) Vgl. „ n ten S. 83 mit B. Chron. IV 431. 4 ) Vgl. oben S. 78 und unten S. 83. 5 ) Vgl. oben S. 54 und unten S. 85. 80 Blauensteins Elores. Blauensteins Aufzeichnungen aus seiner eigenen Zeit. Da nun diese unter anderm auch den Cometen von 1472 erwähnen, so fügen wir an der betreffenden Stelle aus den letzten Einträgen unsres Chronisten in Klammern die Nachricht vom Erscheinen dieses Gestirns bei, womit auf Bl. 164 dessen astrologische Deutung beginnt 1 ). 5 Sequuntur hie aliqua in cronica sequenti 2 ) non scripta, quo non per omnia generalia sunt, sed circa Basilcam in propinquo et in Basilea gesta. Friburg gebuwen. 1120 (x) Als man zalt von Christus gebürt 1120 jor, wart ange- 10 vangen ze buwen die stat Friburg in Brisgöw. i2-o Item anno 1270 wart das slosz gebuwen 3 ). (1366) Item anno 1368 wart das slosz gewunnen von der stat und geslissen 4 ), by groff Egens zitten, berr der stat und des slosses. Der kam vom land gen Welschen Nuwenburg uff dem is See 5 ), do er und sin nochkomen ir wesen bant gebebt, untz das gesiecht usgestorben ist 6 ). Bern gebuwen. ll »i Anno 1191 buwet hertzog Berchtold von Zeringen 7 ) die statt Bern wider den adel, der zu den ziten in den landen vast mechtig was. Dann sie understünden inn ze vertryben, noch- dem und er ein gast was in disen landen 8 ). 20 10. Hb.: IXcXX statt XIcXX. 1) S. oben S. 34, und unten S. 81. 2) Nämlich in den in der Hs. folgenden Flores Temporum und ihren Fortsetzungen. 3) Vgl. B. Chron. IV 428. 4) Dies geschah schon 1366. Hingegen ging 1368 die Herrschaft über die Stadt von Graf Egon VII. an Leopold III. von Oesterreich über. 5) Er war vermählt mit Verena, der Erbtochter Graf Ludwigs von Neuenburg, und infolge dessen erbte 1395 sein Sohn Konrad IV. die Grafschaft von Neuenbürg. 6) Es erlosch 1457 mit Konrads IV. Sohn Johann. 7) Berchtold V. 8) Vgl. Justingers Bemerchronik S. 6, 9 u. 11. Beilage II. 81 Chomet. Anno 1456 in junio was ein chomet, hat einen swantz "«• spieszlang noch der gesiebt, verwandelt sin varw, etwan rott, etwan bleych 1 ). 5 Chomet, und was darnoch volget. Anno i 472 aber ein grosz lang chomet, desz glich vor nit W2 gesehen ist, kert sich in der nacht umb in alle ort der weit. Des ersten gieng er uff zu angonder nacht, darnoch gegen tag, das man inn sach untz die sunn schein, und weret lang zitt; Iowas erschrockenlich anzesehen, hüb an bald noch wienacht 2 ). Indicium huius chometi doctoris Philippi astroloji require r etro in fine libri 3 ). [Des jares do man zalt von der geburt Christi vierzehen- hundertsibenzig und zwöy jare, uff den sybenden tag des monatz Jan. 7 15 jenner 4 ) zu mitternacht, in orient als von uifgang der sunnen e m comet sichtenklich erschinen ist, am ersten sinen swantz gegen nidergang, darnoch gegen mittag, und zem lesten hinder- sich gegen ufgang der sunnen umbgekert hat mit einem wunder- ] ichen louff.] In dem selben jor am vierden des mertzen tonret es. März 4 Am dritten tag darnoch kam ein erdbydem, uff die 8. stund März 7 noch mittag. Item am 22. tag mertzen aber ein erdbydem, frü umb die März 22 vi erd stund. Item am 9. tag aprilis lut man fru für den riffen. Umb April 0 v esperzitt kam ein grüwlich grosz wetter von tonren, regnen L xv ] und hageln, als ob es enmitten im sumer were gewesen 5 ). 11. Hb.: Philippi astroly. 1) Vgl. B. Chron. IV 321 u. Wurstisen S. 421. Es war der alle 75 °aer 76 Jahre wiederkehrende und deshalb auch 1910 erschienene Halley- l8 che Komet. 2 ) Also um die Jahreswende 1471/72. Ueber das genaue Datum s. waten Anm. 4. ,. 3 ) Auf Bl. 164 der Hs. Die Erscheinung dieses Kometen, welche ler in Klammern folgt, bildet dort den Anfang dieses Indiciums; s. oben • •*"■ — Ueber dessen Verfasser s. ebend. Anm. 4. 4 ) Vgl. Wurstisen S. 433: Den andern tag jenners. 5 ) Ueber ein ähnliches Ungewitter vom 1. October desselben Jahres s - "nten S. 85. B »sler Chroniken. VII. 6 g2 Blauensteins Flores. Der winter darnoch was gantz warm, on sne und yse. 1473 Noch dem winter, das was im 73. jor, was ein drokener sumer und als heysz, das kein mönsch desz glich nit hat gesehen, noch von sinen eiteren hat gehört sagen 1 ). Febmar Im hornung hübent an alle böm blöyen, loub, gras und 5 Märzkrüter grünen, also das im mertzen blüst, loub und gras als volkomen was als ander jor ze mitel meyen. juni 20 Item es regnet ze Basel am 20. tag junii. Darnoch in 9 wuchen kam weder regen noch towe; wart also grym heysz, r Juni 24 das als loub und gras dürre wart als im wynter. Es wart ern 10 Aug. 24 vor sant Johans tag, herbst zu sant Bartholmeus tag. Es wart wenig korns, und galt 1 viernzel 10 s. Der win wart an etlichen enden vast gut, an etlichen nütz wert. Galt 1 söm landwin 8 oder 10 s., 1 füder Elsasser 2 gülden und neher. Der Baselwin verdarb vast, also das man 1 söm koufft umb 15 1 s. stebler. Item ein kabiskopf galt 1 s., ein rüb 4 d., ein sester zybol 5 s., ein sester roggen 9 d., ein hüf salmen 10 s. 2 ). Item ein gantzer salm wart verkoufft umb so vil geltz, als man us 15 seck vol roggen lösen mocht; den kouften die Prediger, als sie capitel hatten zu Basel 3 ). Item anck was vast tür; 20 U73/4 dann es wart kein weyd. Item der winter noch dem sumer was ouch gantz warm 4 ). Mulberg prediget. U08 Anno 1403 5 ) was ein armer schübletzer in Kleinen Basel 0 ), mannbar der joren, gieng in die schul, sasz under die kinder 25 und lert abc ec. Der ward in kurtzem gelert, gieng ze Basel in Predyerorden, namt sich brüder Johans von Mulberg, hüb an ze predyen und gewan ein grossen nochlouff des volks. Er predyet künftige ding, die sider worlich geschechen sint 7 ). Er 10. Hs.: Er wart ern. 13. Hb.: an etlichen vast gut, an etlichen enden nütz wert. 1) Vgl. B. Chron. II 17 u. 20, VI 356 u. 357, V 538 u. VI 323. 2) Aehnliche Preise z. J. 1463 u. 1465 s. ebend. IV 66 u. 344. Der Salm wurde beim stückweisen Verkauf in 9 Hufe geteilt. 3) Dieses Generalkapitel wurde 1473 auf Pfingsten (6. Juni) gehalten; s. ebend. IV 356. 4) Vgl. ebend. 538. 5) Vgl. Wurstisens Chronik S. 201, wonach Johann von Mulberg (Maulberg im Wiesental) schon 1400 gegen die Beginen zu predigen begann. 6) Ueber seinen Vater s. B. Chron. VI 259, z. J. 1373. 7) Vgl. ebend. V 537. Beilage IL 83 predyet wider die Beghart und Beginen, der ein grosz zal zu (1405) Basel was, also das sie alle vertriben wurden 1 ). Darumb inn die Barfüssen brochten in bebstlichen bann 2 ). Und als er us Basel wolt gon, geschach in der nacht, viel er uff sine knüw (Uli) vor der grossen münstertür, und hüb an ze sinken: salve resjina. wieng die tür von ir selb uff, wunderberlich. Er gieng hinin und volbrocht sinen gesang und gebett vor unser fröwen altar, und gieng also zer stat us 3 ). Hieby worent vil erber burger von Basel*). Der kalt winter. Anno 1407 was vast ein kalter winter, hüb an sant Martins 1407 * a g, weret untz mitvasten 6 ). Der Rin tiberfror an vil enden, not. n das man mit lastwegen uff dem ise überfür. Die von Brisach JjJ^ 4 ™ rüsten malen zu Friburg. Das yse brach alle bruggen 6 ), do 15 es zergieng. Der grosz brand. Anno 1417 am 5. tag julii gieng ein ingeleit für an bi den 1417 "arfussen zu Basel, und brunnen alle hüser und kilchen, ouch JuU " e r spital, untz sant Alban in die mülinen 7 ). 17. 11s.: juny giong. 1) Ueber ihre 1405 erfolgte Vertreibung s. Wurstisens Chrorjik S. 207 ff. und vgl. dessen handsehriftl. Analekten S. 336 ff. Den Liber de Mulbergii 6uus, auf welchen letztere verweisen, habe ich unter den Hss. der Ocffentl. Bibliothek nicht gefunden. 2) Auf Betreiben der Barfüsser wurde er allerdings 1405 von Inno- cuz VII. nach Rom zitiert, wo er jedoch seine Sache mit Erfolg vertrat u nd aucjj unter Gregor XII. noch verblieb. Als er aber 1411 nach Basel "ruckkehrte und während der Fastenzeit in seinen Predigten die Laster er Geistlichkeit tadelte, wurde von letzterer seine Ausweisung bewirkt nter dem Vorwand, dass er Gregor XII. anhange, welcher in Basel aller- In gs als Gegenpapst galt, seitdem die Stadt 1409 den vom Concil zu Pisa Wählten Alexander V. anerkannt hatte; s. Wurtisens Chron. S. 209, 21Ü ■ iiO. Auf diese Ausweisung von 1411 bezieht sich daher alles Folgende. 3) Er starb 1414 im Kloster Maulbronn; s. ebend. S. 220. 4) Ueber Mulbergs Anhang im Rat s. ebend. S. 219. 5 ) Dasselbe Datum s. B. Chron. IV 431. Vgl. jedoch ebend. V 66 u. b i auch Justinsrer S. 203, wonach schon Ende Januar ein warmer Reaen das Eis schmolz ü ) Doch mit Ausnahmen; s. B. Chron. V 136. ,. 7 ) Nämlich alle Häuser vom Barfüsserkloster bis zu St. Alban. Ueber Ql eseu Brand vgl. oben S. 78. 6* 84 Blauensteins Flores. Anvang unser fröwen mesz. 1420 Als man zalt 1420, hüb man an des ersten unser fröwen mesz ze singen im münster zu Basel. Ein riff. 1430 Als man zalt 1430 uff dem 28. tag des aprillen viel eins April 28 r -^ er f ror a ll e frucht uf Rinstrom l ), wart thür. Ein grosse dürre und die ersten Schinder. 1437 Anno 1437 was alle ding wolfeyl, hüb an thür ze werden, 1439 also das im 39. jor galt ein viernzal dinckel 5 Hb., 1 viernzal roggen 7 Hb., 1 som wins 4 gülden 2 ). In dem jor koment die io Walhen ins Suntgöw, genant die Schinder, bi 5000 oder 6000 pferd, logent zu Tamerkilch by 14 tagen 3 ). Hettent die edeln im land die von Basel gern hinusgehebt, die Walch us dem land ze slachen. Aber die von Basel beducht, der adel hielt sich nit gegen den Walhen als vygend. Dann sie liessent 15 sie in ire slosz, assen und truncken, küften und verkoufften mit inen. Darumb blibent die von Basel in ir statt 4 ). Pueri peregrinantes ad Sanctum Michahelem. 1457 Anno domini 1457 circa festum Andree incepit puerorum Not U 3 () ad Sanctum Michahelem in Francia prope mare cursus 6 ), ali-2° quando 100, vel 200, vel 300 et plures türme. Sed fuit decep- cio puerorum, quia viri adulti eos congregantes et ducentes 6 ) usurpabant sibi elemosinas, que pueris dabantur, eos sine pastu sepe relinquentes, sie quod plures ex eis facti sunt perpetui mendicantes et alias ocio per mundum vagantes. 2& 12. Hs.: by X1III wuchen. 16. Hb.: essen und truncken. 22. Hb.: puoorum. 1) Einen solchen Frost, wodurch im Elsass die Heben erfroren, erwähnen zum 15. Mai d. J. die Strassburger Zusätze zu Königshofen; s. Mone, Quellen z. Gesch. Badens I 257, und vgl. Annales Zwifaltenses in Mon. Germ. Scr. X 63. 2) Vgl. B. Chron. IV 45ff. u. 52, V 428 u. 477, u. VI 357. 3) Vom 7. bis 25. März; s. ebend. IV 49, A. 5. »By 14 wuchen«, wie die Hs. hat, erscheint somit verschrieben aus: by 14 tagen. 4) Vgl. B. Chron. IV 50, A. 1. 5) Dieses Datum bezeichnet den Durchzug der ersten Schaaren durch Basel, zur Walfahrt nach Mont St. Michel; vgl. ebend. IV 330 u. VI 300. 6) Ueber diese s. ebend. IV 330, A. 4. Beilage II. 85 Pruina urbani. Anno doniini 1459 die 21. mensis maji 1 ) cecidit pruina 1459 magna, conquassans vineas et fructus per Alemanniam. Mai 2I/22 Indulgencie in Spira. 5 Anno domini 1451 fuerunt in Spira indulgencie a pena et 1451 culpa?). Terremotus. [y v l Anno 1470 die 16. aprilis 3 ) fuit terremotus omni sine H7o dampno. <**•' l6 10 Tempestas. Anno 1472 prima die octobris fuit tempestas adeo impor- uii rana et timorosa pluvie, grandinis, fulminis, tonitrui et venti 0tt -' yalidi, quod similia tali tempore anni nunquam sunt visa, per lu tegram horam et ultra continuans 4 ). 15 De bellis sive conflictibus. Opida super lacum Bodense sucubuerunt. Anno domini 1403 oppidani opidorum 7 juxta lacum im "odensee habuerunt conflictum cum Switensibus et Appenzel- lensibus. Switenses triumpharunt, receperunt paneria eorum et 2 °ßiultos occiderunt 5 ). Apenzellenses succubuerunt. Anno 1408, in lite et conflictu habitointer abatem Sancti hos walli et Appenzellenses prope Bregentz, triumphavit abbas et Quitos stravit"). 25 Istein victum. Anno 1409 Basilienses vicerunt castrum Istein 7 ) et destru-uuu x erunts). 17. Hs.: MCCCIII. 22. Hs.: MCCCCI1I (statt TUI). 1) In der Nacht vom 21./22. Mai; vgl. B. Chron. IV 332. Der Urbans- ta 8i den nur die Ueberschrift nennt, ist der 25. Mai. 2) Vgl. oben S. 54. 3) Soll heissen: 16. februarii; vgl. B. Chron. IV 355 u. VI 285 u. 443. 4) Vgl. ebend. V 199. 5 ) Ueber die Schlacht am Speicher vgl. ebend. IV 431. ,. G ) Vgl. ebend. Der Abt selber, Kuno von Stoffeln, war nicht bei l esem Treffen; s. Iüingenberger Chronik, Ausg. v. Henne S. 165. 7 ) Vgl. unten Joh. Ursi, z. J. 1409. 8 ) Die Zerstörung erfolgte erst 1411; s. B. Chron. IV 432 u. V 145. gß Blauensteins Flores. Conflictum ze Wile. iäs8 Anno 1388 in conflictu ante opidum Wile triumpharunt nobiles contra civitates; Uolricus comes de Wirtenberg fuit interfectus l ). Conflictus. i 1315 Anno 1315 die sancti Othmari 2 ) dux Austrie 3 ) habens NoT ' '"' conflictum cum Switensibus, Switenses triumpharunt, multos occiderunt; sed dux aufugit. Liga Switensium. •nenses, Uro, S simul et jurarunt perpetuam ligam. '6' 1332 Anno 1332 Lucernenses, Ure, Switz, Underwalden inierunt io Loupen. (1339) Anno 1338 Bernenses cum ceteris confederatis 4 ) in conflictu habito ze Loupen contra Gallicos 5 ) triumpharunt, multos Juni (21.) occiderunt, die 10 0.00 martyrum 6 ). ü Nidow. (i3ss) Anno 1339 die 11. julii Bernenses in conflictu occiderunt comitem de Nidöw cum multis nobilibus 7 ). Beceperunt 8 ) ca- 2. Ha.: MCCCLXXX. 1) Vgl. B. Chron. V 65. 2) Genauer: vigilia Othmari (15. Nov.). 3) Leopold I. 4) D. h. mit den drei Waldstädten und Solothum. Mit erstem war Bern seit 1321) verbündet, und mit letzterer Stadt schon seit 12!>5. 5) Die meisten der gegen Bern verbündeten Herren waren französischer Zunge. 6) Genauer: vigilia 10000 martyrum (21. Juni 1339); vgl. B. Chron. IV 376 u. VI 251. 1) Sofern > 11. Julii« entstellt ist aus 21. Juni, so stimmt dieser Satz zur Schlacht bei Laupen, in welcher Rudolf III. von Nidau fiel. Die nachfolgend erwähnte Einnahme von Nidau durch die Berncr hingegen erfolgte ebenfalls am 21. Juni, jedoch erst 1388, im Sempacherkrieg, nachdem JNidau 1379 erst pfandweise, dann durch Kauf an Oesterreicli gekommen •XVTTT S 'i ZÜrCherchr ° nik ' A " SB - v - Dinner, in Quellen z. Schwcizergesch- AVJU 144 ff., un( i Justinger S. 150, auch G. Studer im Archiv d. Berner liistor. Vereins VI 283 ff. 8) Vermutlich begann dieser Satz ursprünglich mit: Anno 1388 rece- perunt; s. die vorige Anm. Beilage II. 87 strum Nidöw et totum coniitatuni, et possident hodie, licet de jure i'uerit devolutus ad ecclesiam Basiliensem, quia feodum 1 ). Hapsburg. Anno 1350 Johannes comes de Hapsburg 2 ) irruit in Tlrd-1350 5 ricurn, succubuit, fuit captus, et multi de suis occisi 3 ). Anno 1352 Lucernenses vicerunt castrum Habspurg 4 ). '862 Zug. Eodem anno opidum Zug fuit victum, et Thüricenses eodem tempore vicerunt prope Baden 5 ). 10 Nifers, Wesen. Anno 1388 nobiles, volentes vindicare bellum Sempach, lsss mierunt conflictum Switensibus ze Nifers^, succubuerunt, et 40(J0 citra interfecti manserunt 7 ). Bellentz. lr ' Anno 1422 Lucern, Ure, Underwalden et Zug, transeuntes »22 ultra montem Gothart, fuerunt ex eis per certum capitaneum ducis Mediolani 8 ) ante Bellentz») prostrati 400 viri et ultra. 9. Ha.: fecerunt propo Baden. 1) Ueber dieses Lehenvcrhältniss s. die Urk. von 1314 bei Trouillat n I No. 336. 2) Hans II. von Habsburg-Laufenburg. 3) Vgl. B. Chron. VI 252. 4) Neu Habsburg bei Luzern; s. Zürcherchron. a. a. O. S. 62. •>) Das Treffen bei Tätvril, das liier gemeint ist und worin die Basler lü * Panner verloren, erfolgte noch vor der Einnahme von Neu Ilabsburg u "d von Zug, nämlich am 26. Dec. 1351; s. ebend. S. 59ff. und vgl. B. '-hron. VI 253. 6) Näfels; vgl. B. Chron. VI 272. 7) Zu dieser viel zu hohen Zahl vgl. Zürcherchron. S. 140, A. 3. 8) Franz Carmagnola, der im Dienste Philipp Maria Viscontis stand. 9 ) Bei Arbcdo, nördl. v. Bellinzona; vgl. B. Chron. V 179. 88 Blauensteins Flores. III. Gerhard Megkynchs Bericht über Herzog Karls von Burgund Besuch im Elsass. Ueber Karls des Kulmen Besuch, im Elsass, im Dec. 1473, teilt Ochs in seiner Geschichte Basels einen Bericht mit, der nach seiner '■> Aussage >von der eigenen Hand des Stadtschreibers« herrührte, also von Gerhard. Megkynch *). Diese Schrift, welche Ochs im Basler Archiv noch sah, ist uns jetzt einzig noch im genannten Druckwerk erhalten 2 ). Sie bildet somit eine Ausnahme unter den zahlreichen von Ochs mitgeteilten Schriftstücken des Archivs, welche nahezu alle I» dort noch vorhanden und auch grösstenteils in neuern Quellenwerken veröffentlicht sind. Es bedarf daher wohl keiner weitern Begründung, wenn wir diesen Bericht, dessen Bedeutung schon Ochs erkannte, in die Basler Chroniken aufnehmen, damit er künftiger Forschung nicht etwa entgehe. i 8 Soviel sich ersehen lässt, so hat Ochs den Wortlaut dieser Schrift uns vollständig erhalten. Denn die ec., welche hin und wieder den Text unterbrechen, kommen auch in andern Aufzeichnungen Megkynchs vor, die uns noch in der Urschrift erhalten Bind3).^ Hingegen erscheint bei Ochs die Rechtsehreibung allerdings 20 teilweise modernisiert, und deshalb versuchen wir an der Hand von Megkynchs sonstigen Aufzeichnungen die ursprünglichen Wortformen wieder herzustellen. Seinem Inhalt nach muss dieser Bericht kurz vor dem 24. Januar 1474 entstanden sein 4 ), und vermutlich befand sich Megkynch, als er ihn schrieb, auf irgendwelcher Sendung im 25 Elsass. Doch vermögen wir aus den Katsbüchern eine solche für ihn nicht nachzuweisen, und sicher ist nur, dass er Mitte Februar 1474 sich wieder in Basel befand 6 ). Da& a • I !' era uff m ittwüclien vor dem heiligen christtag vergangen ist mm gliediger her von Burgund in das Dütsche land und 3» 1) Ueber G. Megkynch s. B. Chron. IV 137. 1) B. Ochs IV 230-235 und 238-240. J ) |. B. Chron. IV 55 ff. 4) S. unten S. 92. 5) S. Oeffnungsb. V 113. Beilage III. 89 dise ort kommen 1 ), und der selben nacht gelegen ze Maygen- münster im Wilertal 2 ). Item und als her Peter von Hagenbach landvogt im vorgezogen ist mit 1500 weppnern, hat der selbe her Peter uff 5 die genannte mittwüchen gen Colmar geschriben, und an meister und rat daselbs begert ire ratsbottschafft zu im ze schicken, welches sy getan. An die hat er geworben, den genannten nnnen gnedigen hern von Burgund uff morgen donnerstag zu nee. 23 men in ire statt ze lassen, by inen sinen pf'enning ze zeren, 10 und mit nainen bestimpt, dasz sin gnad begere ingelassen ze werden mit zwey oder dryhundert pferden und mit mer; doch solte solches zu dem rat zu Colmar stehen ec.; das sollte in gnaden erkannt werden. Die selben botten band solches dem rat, und diser der 15 gemeinde anbracht und sich vereiniget, minen gnedigen hern von Burgund mit 200 pferden inzelassen, und solches ouch dem landvogt nach sinem begeren hinusz tun sagen und verkünden. Solches hat der landvogt zu gutem dangk gegen sy genommen, als das in sinem anzeyg erschein. Und dem nach 20 band die von Colmar ir ersame ratsbottschafft witer in das leid geordnet, dem obgenannten minem gnedigen hern von ■ourgund entgegen ze riten, sin fürstlich gnad zu empfangen mit gebürlicher erbietung, als sich gebürt ec, und sich gantz gehalten der worte und des abscheids, so der landvogt mit inen 0 geton. Wie aber der landvogt minem gnedigen hern von Burgund die dinge anbracht hatte, ist wol usz disem grund ze uiercken, dasz min gnediger her von Burgund sich mit sinem gezug, 0 b 2000 weppner, gegen Colmar geneigt hatte und damit ingelassen ze werden begerte. Als das die von Colmar 0 ers ehen, hand sy understanden solches gütlich und diemütiklich a pzeschlagen, und sunder mit dem landvogt, der zu inen kam, die obgemelte meinung geredt; denn die gemeinde der statt Wa s vast unrüwig. Indessz hatte sich der landvogt von inen ^ getan, und ist hindersich zu minem gnedigen hern von Burgund 0 ln sinem züg geruckt, und glich ilends den züg gewendet, und üa nd sich gekert wider Künszheim und die ort. Und der selben uacht ist ouch min gnediger her von Burgund'ze Künzsheim 1) Ueber Herzog Karls Besuch in Elsass, im Dec. 1473, vgl. oben b - 66, f erner B Chron. II 38 ff., auch III 364, V 506 u. VI 365. 2) Von Moyenmoutier in Lothringen gelangte er schon am 21. Dec. in das Weilertal, und am 22. nach Bergheim; s. B. Chron. II 37, A. 5, u. 38, (JO Blauensteins Flores. gelegen, und sin gezüg usserhalb allenthalben; die selben liand die lüt mercklich gescliediget. doc. 24 Item uff frytag dem heiligen Christabend ist min gnediger her von Burgund von Künszheim uffgebrochen mit siner zal volckes, so gewesen ist uff 4000 pferde, Picarder, Lamparter b und ander, und gen Briszach gezogen und daselbs mit 1500 pfer- den ingeritten. Die übrigen verschaffte er in das Elsasz und uff minen gnedigen hern von Straszburg 1 ), in die Montatt 2 ), allwo die selben gelegen sind und die armen lüt mercklich gescliediget. Denn sy hand inen das ir abgessen und getrung- 10 ken, und dafür nüt geben. Sy hand inen das ir genommen, darzü ire wiber und töchtern geschmecht, one all ander schandlich übel, so sy begangen hand und leider in der Lombardie in Übung ist 3 ). Doc. 3i Der hertzog von Burgund hat sich zu Brysach bisz uff 16 Dec. 2s frytag vor dem nüwjarstag uffgehalten. Und als uff zinstag nach dem heiligen christtag an die von Colmar gelangt ist, wie min gnediger her von Burgund merckliche ungnade der obgerürten geschichte im wider sy vorgenommen, hand sy ire ratsfründe, zwen treffliche menner, zu siner gnaden gesandt, 20 in der meinung sich ze verantwurten. Dera hat sich angenommen der landvogt und sy gebracht vor minen gnedigen hern von Burgund ec. Dem hand sy geschengkt einen kostlichen becher und darin dryhundert gülden rhinisch, und dem landvogt hundert gülden, und gebetten umb gnedigen verzig. Und » soll daby geredt worden sin: wenn min gnediger her von Burgund mer kerne, so wolten sy sine gnaden inlassen — und nit meidung getan mit wie vilem oder wenigem volck, sunder sy wollen in inlassen. Doch widersprechen die von Colmar dem selben mit solchen Worten: sy haben umb gnade und verzig 30 gebetten, mit zusagung sine gnaden inzelassen; aber ire meinung syge gewesen, also dasz sy sin mechtig sin möchten. Daby bestand das ec. Dec. 3i Uff frytag, wie obstat, hat der hertzog früy uff tun blasen; denn er da dannen gen Ensisheim rucken wolt. Also hat der 35 landvogt früy des selben morgens uff 800 Picarder von ussen- her in Brysach mit sich gefürt, als ob sy mit dem hertzog von dort wegriten und in begleiten sollten. Also umb die achte stund vor mittag ist der hertzog von dannen geruckt und gell Ruprecht von der Pfalz. 2) Die Obere Mundat; vgl. B. Chron. IV 47, A. 1. 3) Vgl. ebend. 11 40. Beilage III. 91 ritten gen Ensisheim. Und unterwegs ist verschafft gewesen, dasz die gantze ritterschafft und landschafft gewaffnet und gerüstet des hertzogs gewartet; die er besehen hat 1 ), und ist damit gen Ensisheim ingezogen, und hat der landschafft tun 6 sagen, also gerüstet in dem lande ze hüben und uff sine ge- scheffte ze warten untz uff verrer sin verschaffen. Die also uff zwolff tage ungefär dessen hand erwartet mit grosser müy, kosten und arbeit 1 '). Item der landvogt mit der obgenannten zal der Picarder ist 10 uff den abscheid mines gnedigen hern von Burgund ze Briszach gebliben. Und alsbald sine gnaden für die statt usz kommen ist, hand die Picarder ze Briszach vorgenommen, den armen lüten ire thüren und thore der hüser uffzehouwen und uffze- tretten, ouch in ire hüser gestigen, inen das ir genommen, ire 15 ehef'rouwen und tochtern geschmecht, und vil Übels begangen 3 ). Der hertzog von Burgund hat sich in hohen würden ze Ensisheim gehalten, mit groszer würde ec. Die von Bern und Sollo- thurn hand ire bottschafft daselbs by siner gnaden gehabt 4 ), uff ein geschrifft, so der selbe hertzog von Burgund inen getan 20 hat, deren abschlifft hierby verschlossen ist 6 ). Die selben botten hat sine gnaden erlich empfangen, gnediklich verhört und, so lange sy da gewesen sind 0 ), zu allen ymbis und nachtymbis men essen und tringken in sinem silber und silbernen fläschen mit herolden, mit trumpetern und pfiffern an ire herberg ge- 26 schigkt, sy ouch gnediklich gelassen und gnedigen abscheid getan ec. Item darnach ist min gnediger her von Burgund geruckt gen Thann, und sich da ettliche tage enthalten 7 ). Und umb den miszbruch, so die selben von Thann getan, indem sy sich 10 den bösen pfenning ze geben widersetzt und vermeint by altem herkommen ze bliben, darumb der landvogt hiervor vieren die köpf abgehouwen hatte ec. 8 ), haben ietzt die selben von Thann uiinem gnedigen hern von Burgund müssen geben für solchen 1) Ucber diese Musterung vgl. B. Chron. VI 3H5. 2) Die Leute aus den 4 Waldstädten, die am 1. Januar neben Basel vorbeizogen, kehrten schon am 8. heim; vgl. cbend. II 41 u. 48. 3) Vgl. cbend. II 47 u. 49. 4) Vgl. ebend. II 50. 5) Diesen Brief, vom 31. Dec, s. cbend. II 44ff. 6) Sie kamen am 6. Jan. zu Karl nach Ensisheim und folgten ihm am 8. nach Tann; s. ebend. II 50, A. 6. 7 ) Vom 8. bis 10. oder 11. Jan.; s. ebend. und II 51, A. 1. 8) Vgl. B. Chron. V 506. 92 Blauensteins Flores. frevel 1200 gl. rhinisch, und dem landvogfc 300 gl. 1 ), und darzü, als ich vermein, ouch von nüwen dingen müssen hulden und schwören. (H74) Item min gnediger her von Burgund ist uff mentag nach Ja "' ,0 trium magorum, 10. jenner 2 ), von Thann gescheiden, und reit 5 ilends in Burgund. Und seyt man, der künig von Franckrich understand sich mit groszer macht wider in ze gebrachen 3 ). Doch des abscheids mines gnedigen hern von Burgund ist allermänniglich der landen besunders erfröwt. Vil Übels ist gebracht und gehandelt durch des hertzogs gezüg und volck, 10 das ietzt von kürtzrung der zit nit geschriben werden mag. Doch zwiflen ich nit, männiglich syge dessen durch das gemein geschrey berichtet. Jan. 24 Item der landvogt 4 *) hat sin hochzit angesehen uff ietzt montag den 24. jenner nechstkünftig ze halten, darzü vil herren 15 und stett ingeladen, und besonders alle der landschaff't verwandte von stetten, emtern und gemeinden gebetten, dasz sy by siner hochzit sin und im schengken müszen. 1) Diese Summen zahlten sie für die Wiederherstellung ihrer nach jenem Aufstand verlornen Privilegien; vgl. B. Chron. II 52, wo jedoch Hagenbach irrtümlich als Empfänger der 1200 Gl. bezeichnet wird. 2) > Uebcr dieses Datum 8. ebend. II 51, A. 1. 3) Vgl. ebend. II 52. 4) »Item der herzog«, wie Ochs hat, und wie vielleicht schon die Urschrift hatte, ist hier jedenfalls ein Schreibfehler, da sich alles Folgende auf die Hochzeit Hagenbachs bezieht; über diese vgl. B. Chron. II 53 u. 58. III. Des Kaplans Nikiaus Gerung genannt Blauenstein Chronik der Basler Bischöfe, 238 — 1475. Einleitung. Di 'ie Flores Temporum beschreiben die Weltgeschichte, i'ian der indem sie die höchsten Häupter der Christenheit, nämlich die romk ' Päpste und römischen Kaiser und Könige der Reihe nach auf- 5 zählen und hei jedem dieser geistlichen und weltlichen Herrscher berichten, was unter seiner Regierung geschah. Als nun Blauenstein die Abschrift und Fortsetzung dieses Werkes vollendet hatte, lag ihm, als einem Geistlichen des Basler Hochstifts, wohl am nächsten der Wunsch, neben der Geschichte der 0 Päpste und Kaiser auch eine solche der Bischöfe von Basel zu besitzen. Doch da war kein älteres Werk vorhanden, das über diese Kirchenfürsten in ähnlicher Weise Auskunft gegeben hätte w ie die Flores Temporum über die Päpste. Wohl hatte der 1460 verstorbene Heinrich von Beinheim, der einst gleichwie 5 Blauenstein ein Schützling Bischof Johanns von Fleckenstein gewesen, eine bis Johann von Veningen reichende Chronik der Pasler Bischöfe geschrieben. Jedoch sein Werk beginnt erst nut Johann von Vienne, indem er für die frühern Bischöfe nur kurz auf ein Jahrzeitbuch verweist, welches in der obern Sakristei des Münsters aufbewahrt werde, und wo die Namen a Per Basler Bischöfe bis auf Johann Senn von Münsingen, den Vorgänger Johanns von Vienne, geschrieben stünden 1 ). Auch Beinheim kannte somit über die altern Bischöfe einzig dieses seither verlorene Verzeichnis aus dem XIV. Jahr- 5 hundert. Wie für Beinheim, so', bildet auch für Blauenstein der um die Mitte des XIV. Jahrhunderts regierende Bischof Johann kenn von Münsingen die Grenze zwischen der alten und der spätem Zeit. Denn erst zwischen diesem und seinem Vorgänger J ohann von Chälon schaltet er die Bemerkung ein, daß von den !) S. B. Chrou. V 350. 96 Blauensteins Bischöfe. frühern Bischöfen man nichts aufgezeichnet finde als ihre Namen, und bei einigen die Jahre, in welchen sie regierten, samt den damaligen Päpsten und Kaisern. Ueber die spätem Bischöfe hingegen werde er auf Grund dessen, was er von ihnen gelesen, gesehen und gehört habe, etwas ausführlicher schreiben. Seine 5 Chronik zerfällt somit in zwei ungleiche Teile, deren erster, abgesehen vom legendären Bischof Pantalus, mit dem im VIII. Jahrhundert lebenden Walanus beginnt, während der zweite von der Mitte des XIV. Jahrhunderts bis 1475 reicht. Für den ersten Teil aber diente ihm als Quelle wohl dasselbe io Verzeichnis in dem seither verlornen Jahrzeitbuch, auf welches schon Beinheim verweist. Denn dieses kann ihm nicht unbekannt geblieben sein, da er ja, wie wir früher sahen, schon 1452 mit den Jahrzeitbüchern des Münsters sich eingehend beschäftigt hatte. 1 ). 15 Aeitester Statt dieses Verzeichnisses im Jahrzeitbuch, welches Blauen- To:L stein als seine Quelle nennt, ist uns über die Basler Bischöfe aus ältester Zeit einzig ein solches aus dem St. Gregorskloster zu Münster im Elsass erhalten, welches von Walanus oder Walaus bis Beringer reicht, also vom VIII. bis ins XL Jahr-20 hundert 2 ). Bis Iring, d. h. bis Ende des IX. Jahrhunderts, nennt dieser alte Iiodel neben jedem Bischof auch einen Papst, und zwar offenbar denjenigen, unter welchem der betreffende Bischof erwählt wurde. Von den spätem Bischöfen hingegen folgen blos die Namen, und hiebei ist die richtige Reihenfolge 25 in auffälliger Weise dadurch gestört, dass der urkundlich nur z. J. 961 bezeugte Bischof Landelous 3 ) die Stelle des schon für 900—915 sicher beglaubigten Adalbero I. 4 ) einnimmt. Letzterer hingegen ist genau dorthin verschoben, wo jener hingehört, und dadurch kommt er unmittelbar vor den erst z. J. 999 be- 30 zeugten Adalbero IL zu stehen. Ganz dieselbe Verschiebung aber bemerken wir sowohl bei Blauenstein als auch in den wenigen sonst noch erhaltenen alten Verzeichnissen 5 ), und hieraus dürfen wir wohl mit Sicherheit auf eine gemeinsame Quelle schliessen. 3B 1) S. oben S. 24. 2) S. unten Beilage III, ferner B. Zeitschrift f. Gesch. III 59ff. 3) S. Trouillet I No. 80. 4) S. SchöpfHn, Alsatia Diplomatica I No. 126, und Einsiedler Annale», im Geschichtsfreund der Fünf Orte I 10Ü. 5) Vgl. unten die Einleitung zu Schnitts Wappentafel der Bischöfe. Einleitung. 97 Diese Uebereinstimmuug hinsichtlich der entstellten Reihenfolge der Bischöfe beschränkt sich jedoch auf deren Namen. Denn während der Bischofsrodel von Münster nur die gleichzeitigen Päpste beifügt, und auch diese nur bis Bischof Iring, 6 nennt Blauenstein zu den meisten Bischöfen neben den Päpsten auch die gleichzeitigen Kaiser samt einer Jahrzahl. Doch diese Zahlen sind meistens von einem vorsichtigen »citra« begleitet, und zwar aus dem guten Grunde, weil sie sich lediglich auf die Thronbesteigung der beigefügten Kaiser beziehen. Und 10 gleicherweise stimmen auch die Päpste in der Kegel besser zur Regierungszeit dieser Kaiser als zu derjenigen der betreffenden Bischöfe. Beide aber, Päpste und Jahrzahlen, lassen sich durchweg auf die Flores Temporum zurückführen und erscheinen daher lediglich als eine Zutat Blauensteins, so dass einzig die "> Kaiser sich als alte Beigabe erweisen. Hinsichtlich dieser Kaiser ist zunächst zu beachten, dass bei Blauenstein dem Bischof Landelous, trotz seiner Verschiebung vor Adalbero I. , ganz richtig noch Kaiser Otto I. beigegeben ist, dem hinter ihn verschobenen Adalbero I. hingegen 20 der viel spätere Kaiser Heinrich II. Dieser Irrtum erklärt sich jedoch schon daraus, dass bei Blauenstein diesem Adalbero I. die 1019 unter letzterem Kaiser und Adalbero II. erfolgte Einweihung des Münsters zugeschrieben wird, über welche, wie schon H. Bresslau wohl mit Recht vermutet hat 1 ), noch eine 25 Urkunde vorlag. Fragen wir daher, ob neben Adalbero I. nicht ursprünglich ein andrer Kaiser gestanden habe, so finden wir in dem ältesten noch vorhandenen deutschen Verzeichnis der Basler Bischöfe, nämlich in Konrad Schnitts Wappentafel, neben dem dort gleichfalls hinter Landelous verschobenen Adalbero I. 30 den Kaiser Konrad II. Dass jedoch hier ursprünglich der richtige Konrad I. gemeint war, das zeigt schon die beigefügte Jahrzahl 915, welche genau zu Adalbero I. stimmt 2 ). Neben diesem Bischof, so gut wie neben Landelous, stund also ursprünglich der richtige Kaiser, und hieraus ersehen wir wohl 36 zur Genüge, dass das alte Verzeichnis bereits auch die Kaiser enthielt, noch bevor durch einen Abschreiber die sinnlose Verschiebung jener zwei Bischöfe erfolgte. Sind demnach die beigefügten Kaiser jedenfalls älter als diese Verschiebung, so sind es ebenso sicher auch jene nur bis 10 Iring reichenden Päpste im Bischofsrodel von Münster. Das 1) S. Jahrbücher d. D. Beiches unter Heinrich II., Bd. III 82, A. 1. 2) S. oben S. 96, ferner unten die Einleitung zu Schnitts Wappentafel. Basier Chroniken. VII. 7 98 Blauensteins Bischöfe. Verhältnis zwischen letzterm und Blauenstein lässt sich daher nicht wohl anders erklären als durch die Voraussetzung eines ursprünglich nur bis Bischof Iring reichenden, jedoch neben den Kaisern auch die Päpste enthaltenden Verzeichnises, welches erst unter dem 1057—1072 regierenden Bischof Beringer 6 eine Fortsetzung erhielt. Damals aber hatte bereits der Streit zwischen Kaiser und Papst begonnen, und so erscheint es wohl denkbar, dass dieser Fortsetzer, wenn er kaiserlich gesinnt war, den von ihm nachgeführten Bischöfen bloss noch die Kaiser beifügte. Durch nachlässige Abschrift entstund hierauf jene to irreführende Verschiebung von Adalbero I. und Landelous, und diese Abschrift diente nun als Vorlage sowohl für den Rodel von Münster als auch für die längst verlorne Handschrift, welche wir als mittelbare Quelle Blauensteins voraussetzen müssen. Der Schreiber des Rodels, vermutlich ein päpstlich gesinnter' 5 Mönch jenes Klosters, Hess wohl grundsätzlich die Kaiser weg und behielt bloss die Päpste. Da jedoch diese in der Vorlage nur bis zu dem bei Bischof Iring stehenden Marinus reichten, so versuchte er die spätem zu ergänzen, indem er Irings zwei nächsten Nachfolgern die im Papstkatalog auf Marinus zunächst 20 folgenden zwei Päpste beifügte, doch ohne diesen ganz verfehlten Versuch weiter fortzuführen 1 ). Der Schreiber der mittelbaren Quelle Blauensteins hingegen, vermutlich kaiserlich gesinnt, Hess auch die bisher vorhandenen Päpste weg, während er die beigefügten Kaiser durchweg beibehielt. 25 Weiterer Diese von einem kaiserlich gesinnten Schreiber gefertigte enten" Handschrift, welche wir als die mittelbare Quelle Blauensteins Teiia. voraussetzen müssen, mochte, wie schon bemerkt, wohl auf derselben Vorlage beruhen wie der Rodel von Münster, und mithin gleich diesem noch dem XL Jahrhundert angehören. Sie :i0 bildete jedoch für die älteste Zeit, bis auf Bischof Beringer, die Grundlage nicht nur für Blauenstein, sondern, wie wir später noch sehen werden, auch für Schnitts Wappentafel der Basler Bischöfe' 2 ). Ueber die Folgezeit hingegen hat jede dieser zwei Schriften ihre eigene Fortsetzung, und hieraus ersehen wir, dass ihre gemeinsame Vorlage nicht weiter reichte als bis zum bereits erwähnten Bischof Beringer. Vom", alten Verzeichnis unterscheidet sich diese Fortsetzung bei Blauenstein zunächst dadurch, dass zuerst bei Beringer, und 1) S. unten Beilage III.; 2) S. unten die Einleitung zu Schnitts Wappentafel. 35 Einleitung. 99 nachher noch bei mehreren Bischöfen, das genaue Jahr ihrer Wahl beigefügt ist. Doch der letzte unter diesen ist der seit 1192 bezeugte Lütold I, und von dessen nächsten Nachfolgern fehlt Walther von Röteln gänzlich, während Heinrich von Thun 5 zwar genannt wird, doch ohne jegliche Zeitbestimmung. Auf diesen aber folgt Lütold IL, dessen Jahrzahl 1249 sich nicht mehr wie bisher auf die Wahl bezieht, sondern im Gegenteil auf dessen Tod. Da nun Blauenstein in der Tat nicht wissen konnte, bis zu welchem Bischof solche Zahlen das Wahljahr 10 bezeichnen und von wo an das Todesjahr, so glaubte er an seiner Quelle zwischen 1192 und 1249 eine Lücke von 50 Jahren vermuten zu müssen, während in Wirklichkeit blos die kaum zweijährige Regierung Walthers von Röteln fehlt. Mit dem 1249 verstorbenen Lütold IL beginnt allerdings 15 gleichsam eine neue Reihe, indem auch seinen Nachfolgern statt des Wahljahres in der Regel das Todesjahr beigefügt und als solches auch hie und da durch ein »obiit« deutlich bezeichnet ist. Die scheinbare Lücke, welche Blauenstein deshalb an seiner Quelle zu erkennen glaubte, bildet demnach vermutlich die 20 Grenze zwischen zwei Verfassern, deren einer das Jahr der Wahl, der andere hingegen das Todesjahr jedes Bischofs zu verzeichnen sich bestrebte. Der erstere schrieb mithin unter dem 1192—1213 regierenden Bischof Lütold I. und setzte, soweit sein spärliches Wissen reichte, das alte mit Bischof Be- 25 i'inger schliessende Verzeichnis bis in seine eigene Zeit fort. Per zweite Fortsetzer hingegen, der meistens nur die Todesjahre verzeichnete, und welchem die Zeiten Walthers von Röteln u nd Heinrichs von Thun offenbar schon sehr ferne lagen, mag w ohl erst im XIV. Jahrhundert das bisher nur bis Lütold I. !0 reichende Verzeichnis in jenes jetzt verlorne, jedoch sowohl Blauenstein als Beinheim noch bekannte Jahrzeitbuch des Domstifts abgeschrieben und bis in seine eigene Zeit fortgeführt nahen. Da nun Beinheims eigene Chronik der Bischöfe erst *nit Johann von Vienne beginnt, so dürfen wir hieraus wohl 35 schließen, dass das Verzeichnis im Jahrzeitbuch noch bis zu dessen Vorgänger Johann Senn von Münsingen gereicht habe und mithin erst unter diesem Bischof sei geschrieben worden. Kein Wunder daher, wenn es von ihm etwas mehr berichtete a 's von allen seinen Vorgängern und namentlich auch die 1363 verfolgte Weihe des nach dem Erdbeben von 135(5 wieder hergestellten Hochaltars im Münster erwähnte, welche vermutlich den Schluss des Ganzen bildete. Schon oben sahen wir, wie dem verschobenen Adalbero L, i* ^00 Blauensteins Bischöfe. welchem ursprünglich der richtige König Konrad I. samt der Jahrzahl 915 beigegehen war, erst nachträglich die durch Adal- bero II. unter Kaiser Heinrich IL vollzogene und z. J. 1019 urkundlich bezeugte Münsterweihe zugeschrieben wurde 1 ). Möglicherweise war es schon der erste Fortsetzer, also der Zeit-5 genösse Bischof Lütolds L, welcher dem alten Verzeichnis diese allerdings an unrichtiger Stelle angebrachte Ergänzung beifügte. Sein Irrtum erklärt sich jedoch schon daraus, dass Adalbero I. hinter Landelous, den Zeitgenossen Kaiser Ottos L, verschoben war, weshalb für ihn das Jahr 915 als unhaltbar erscheinen io musste. Wie hier die Münsterweihe von 1019 auf Adalbero I., so wurde auf Bischof Rudolf I. die Inschrift eines schmucklosen Sarkofags bezogen, der sich früher in der Krypta des Münsters befand und im Historischen Museum noch jetzt zu sehen ist. 15 Diese Inschrift, in Buchstaben des X. Jahrhunderts und ohne Jahrzahl, lautet nur kurz: >Rudolfus episcopus a paganis oc- cisus XIII kal. augusti« (20. Juli). Mit Weglassung des Datums wurde nun dieses »a paganis occisus« dem einzigen Bischof Rudolf des alten Verzeichnisses beigefügt, nämlich dem unter so Karl dem Kahlen regierenden Vorgänger Irings. Schon das übergangene Datum des 20. Juli zeigt jedoch deutlich, dass in jener Inschrift nicht Rudolf I. kann gemeint sein, da dessen Todestag laut dem Jahrzeitbuch von Reichenau auf den 29. Juli fiel 2 ). Zudem aber hält es schwer, sich einen Anlass zu denken, 2s wo derselbe von Heiden wäre erschlagen worden. Denn auch zur Normannenschlacht am Geulenbach, die am 26. Juni 891 geschah, stimmt der 20. Juli in keiner Weise. Wohl mit Recht hat deshalb schon E. A. Stückelberg die Vermutung geäussert, dass jener sonst nirgends bezeugte Bischof Rudolf bei der 917 30 erfolgten Zerstörung Basels durch die damals noch heidnischen Ungarn den Tod gefunden habe 3 ). Wenn nun allerdings dieser mutmassliche Rudolf IL in keinem Verzeichnis zu finden ist, so erklärt sich dies zunächst schon aus seiner jedenfalls sehr kurzen Regierungszeit, da noch 915 sein Vorgänger Adalbero 1. 3 5 regierte. Zudem ist hier an die durch nachlässige Abschrift bewirkte Verschiebung dieses letzteren zu erinnern, wobei wohl ein Bischof auch ganz übergangen werden konnte. Dass aber 1) S. oben S. 97. 2) S. Mon. Germ. Nekrolog. I 278. ■i) S. Anzeiger f. Schweizergesch. 1903, S. 171 ff., wo auch eine Nachbildung der Inschrift, und vgl. B. Zeitschr. III 62. Einleitung. 101 Basel bei der Zerstörung von 917 seinen Bischof verlor, darauf weist schon der Umstand, dass das alte Verzeichnis für die nächste Folgezeit den Strassburger Bischof Richwin nannte 1 ), der mithin vorübergehend das verwaiste Basler Bistum ver- r. waltete. Gleich der Münsterweihe von 1019, so wurde dem alten Verzeichnis auch dieses »a paganis occisus« bei Bischof Rudolf I. wohl schon von jenem unter Lütold I. schreibenden ersten Fortsetzer beigefügt 2 ). Nannte nun allerdings die Inschrift am 10 Sarkofag keine Jahrzahl, so konnte immerhin die Erinnerung an jenes Schreckensjahr, wo die Stadt durch die Heiden war zerstört worden, noch Jahrhunderte fortleben, so dass unser Fortsetzer es nur der mündlichen Überlieferung zu entnehmen brauchte. Wenn wir jedoch bei Blauenstein das richtige 917 15 entstellt finden in 956, so rührt dieser Fehler wohl erst vom zweiten Fortsetzer her, der um die Mitte des XIV. Jahrhunderts schrieb. Mochte nun in seiner Vorlage die Jahrzahl nicht mehr deutlich lesbar sein, so konnte wohl das allernächst- liegende Unglücksjahr 1356 dazu beitragen, daß er statt 917 20 »956« las (LVI statt XII). Die irrige Jahrzahl aber bewog Blauenstehi, den Bischof Rudolf, den das alte Verzeichnis als Vorgänger Irings aufführte 3 ), für einen Zeitgenossen Kaiser Ottos I. zu halten und ihn deshalb zwischen die zwei verschobenen Bischöfe Landelous und Adalbero I. zu versetzen. 25 Wenn wir nun bei unserm Chronisten ausserdem noch Wichard I. hinter den in »Fridericus» entstellten Fridebert, und Heinrich y on Hornberg vor Ludwig Garward verschoben sehen, so finden wir für diese Verschiebungen keine Erklärung wie für diejenige Rudolfs. Sie mögen daher, gleichwie das entstellte 30 Jahr 956, schon dem Fortsetzer des XIV. Jahrhunderts zur Last fallen. Erst von letzterm Schreiber, wenn nicht von Blauenstein selber, rührt wohl auch jener Bischof Bruno her, der bei unserm Chronisten als Vorgänger Theodorichs erscheint, und für welchen 35 in der Tat, laut dem Jahrzeitbuch des Domstifts, Kaiser Heinrich III. 1048 eine Jahrzeit in Münster stiftete"). Doch dieser 1) S. unten Beil. III. 2) S. oben S. 99. . 3) 8. unten Beil. III, ferner Schnitts Wappentafel. 4) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 27. Mai, auch Trouillat II S. 734. Der irrige ^"täatz »qui sepnltus est in crypta anteriori« erklärt sich daraus, dass genau «eselben Worte bei der zum vorhergehenden Tag eingetragenen Jahrzeit 102 Blauensteins Bischöfe. Bruno, der später heilig gesprochen wurde, war niemals Bischof von Basel, wohl aber von Würzburg, wo er 1045 starb. Nur auf Basel bezieht sich hingegen der legendäre Bischof Pantalus, der hier schon seit 1*270 verehrt wurde 1 ), und dessen Legende übrigens in jedem Brevier des Bistums Basel zu lesen war 2 ). '•> Da jedoch das Martyrium dieses Heiligen ins Jahr 238 gesetzt wurde, so trennte ihn von dem erst zu Pipins Zeit lebenden Walanus, mit welchem die geschichtliche Keihe der Bischöfe beginnt, eine Kluft von 500 Jahren. Diese aber suchte sich Blauenstein mit Hilfe der Überlieferung zu erklären, laut welcher "* die Basler Kirche wegen fortwährender Verfolgung durch die Hunnen sich bis zur Zeit Kaiser Heinrichs II. in die Verborgenheit nach Münster in Granfelden (Moutier-Grandval) zurückgezogen hätte. Auf weitere Zusätze, die wohl gleichfalls nur von Blauen- 16 stein herrühren, stossen wir erst gegen Ende des XIII. und zu Anfang des XIV. Jahrhunderts. Bei Peter Keich nämlich wird eine Stiftung dieses Bischofs erwähnt, die sich im noch vorhandenen Jahrzeitbuch des Domstifts verzeichnet findet 3 ). Und weiter folgt bei Peter von Aspelt die Ermordung König 20 Albrechts I., bei Otto von Grandson hingegen die angebliche Vergiftung Kaiser Heinrichs VII., und zwar beides wörtlich nach den von Blauenstein teils durch eigenen Zusatz, teils aus Gobe- linus ergänzten Flores Temporum 4 ). zweiter Über Bischof Johann Senn von Münsingen, mit welchem 25 To1 '- Blauenstein den zweiten Teil seiner Chronik beginnt, entnahm er, wie wir oben sahen, die 1363 vollzogene Weihe des Hochaltars im Münster wohl noch dem alten Verzeichnis im seither verlornen Jahrzeitbuch 6 ). Schon im noch vorhandenen Buch hingegen fand er sowohl das Lob der Tugenden dieses Bischofs 3° Bischof Ulrichs II. stehen; s. K. Stehlin, Baugeschichte des Basler Münsters S. 7, A. 1. 1) S. Annales Basilieuses in Mon. Germ. Scr. XVII 191. 2) S. Trouillat I No. 7—9, u. vgl. Legenda Aurea, Ausg. v. Grässe, S. 701 ff. 3) Das betr. Statut, welches erst 1298, jedoch im Auftrag des verstorbenen Bischofs, durch den Dekan Heinrich v. Bechburg erlassen wurde, s^ im Landesarchiv zu Karlsruhe', Nekrolog No. 3, Bl. 5. In der Basier Kopie dieses Jahrzeitbuches des Domstifts finde ich es nicht. 4) Aus den Zusätzen stammt die Ermordung Albrechts I., und aus Gobelinus die Vergiftung Heinrichs VII. 5) S. oben S. 99. Einleitung. 103 als auch sein Todesjahr 1365 1 ), und nur zu letzterm stimmt auch der aus Gobelinus beigefügte Papst Urban V. samt Kaiser Karl IV. Wie vom genannten Bischof, so fand unser Chronist auch 6 von dessen Nachfolger Johann von Vienne das Todesjahr 1382 im noch vorhandenen Jahrzeitbuch 2 ) und fügte Papst und Kaiser aus Gobelinus bei. Von irgendwelchen Tugenden dieses Bischofs jedoch, wie dessen Vorgänger sie hatte, weiss er nichts zu berichten — umso mehr aber von den unheilvollen Kriegen, 10 die derselbe führte, und von den beträchtlichen Gebietsverpfändungen, zu welchen ihn die daraus entstandene Geldnot zwang. Ebenso erzählt er von Imer von Ramstein nur dessen Streit mit dem Gegenbischof Wernher Schaler, welcher weitere Verpfändungen zur Folge hatte, und dasselbe gilt auch von 15 Humbert von Neuenburg, dessen ausschliesslich kriegerischen Sinn er hervorhebt. Da über diese Nachfolger Johanns von Vienne das Jahrzeitbuch schweigt, so gibt Blauenstein zu keinem derselben eine Jahrzahl, sondern erst zu Hartmann Münch, welcher 1418 20 auf Humbert von Neuenburg folgte. Mochte er nun all die genauen Pfandsummen, die er bei diesen Bischöfen angibt, v on gut unterrichteter Seite schon früher erfahren und sich schriftlich bemerkt haben, so genügte für alles sonstige, was er von ihnen berichtet, die mündliche Überlieferung. Die - 5 mit 1418 beginnende Kegierung Hartmann Münchs aber fällt bereits in Blauensteins eigene Lebenszeit, und noch weniger brauchte er schriftliche Quellen über Johann von Fleckenstein u nd seine Nachfolger, als deren erwachsener Zeitgenosse er 1475 seine Chronik schrieb. 3 " Da Blauenstein für die Bischöfe der älteren Zeit einzig auf Würdigung. das Verzeichnis im Jahrzeitbuch angewiesen war, so kann es nicht befremden, wenn der diesbezügliche Teil seines Werkes r echt dürftig erscheint. Immerhin ist er der erste, der es überhaupt versuchte, die Geschichte der Basler Bischöfe von ihren 35 ersten Anfängen an zu beschreiben, und ohne ihn wäre jenes alte Verzeichnis aus dem Jahrzeitbuch für uns verloren. Für die spätere Zeit aber, von Bischof Johann von Vienne an, bildet sein Werk ein würdiges Seitenstück zur Bischofschronik seines etwas älteren Zeitgenossen Heinrich von Beinheim, indem 1) S. Tronillat IV No. 99. 2) S. ebend. No. 195. 104 Blauensteins Bischöfe. es dieselbe vielfach ergänzt und an Ausführlichkeit teilweise übertrifft. In besonderem Maass gilt dies in Bezug auf Bischof Johann von Fleckenstein, welchem unser Chronist persönlich sehr nahe gestanden hatte, und der deshalb auch für die ganze Darstellung der neuern Zeit gleichsam den Mittelpunkt bildet. 5 Denn was Blauenstein von Johann von Vienne und dessen Nachfolgern berichtet, bezieht sich beinahe durchweg nur auf den Schaden, den diese dem Bistum durch Krieg, Schulden und Verpfandungen zufügten. Dem gegenüber wird Johann von 1leckenstein, und zwar mit vollem Recht, als ein Wiederher- 10 steller geschildert, der nach Kräften sich bemühte, überall Ordnung zu schaffen und das Verpfändete und Verlorene wieder beizubringen. tTvTj- r/ .. Wie Sehr BIau ensteins Chronik der Bischöfe von dessen a neitu>,gen. Zeit genossen geschätzt wurde, das zeigt uns die Abschrift 16 welche um 1483 der den Karthäusern befreundete damalige Stadtschreiber und spätere Oberstzunftmeister Rüsch') von ihr fertigte, um sie in dem damals zwischen der Stadt und Bischof Kaspar ze Rin obwaltenden Streit neben allerlei Urkunden und Akten als Beweismaterial zu verwenden 2 ). In humanistischem 20 Sinn überarbeitet erscheint hingegen Blauensteins Werk in einer jetzt als Cod. Z 37 der Kantonsbibliothek in Aarau befindlichen Handschrift, welche um 1510 durch Hieronymus Brühiger angefangen wurde und neben allerlei Auszügen und sonstigen Quellen auch Aufzeichnungen aus dessen eigener Zeit enthält3). Brilinger, » der gleichwie Blauenstein Kaplan am Basler Münster war, änderte jedoch am Werke seines Vorgängers nicht blos die Sprache, indem er mittelalterliche Ausdrücke durch klassische ersetzte, wie z. B. »castruni« durch >arx«, sondern er ergänzte zugleich den Inhalt durch allerlei am Rande beigefügte Zusätze, die er so zwar grossenteils aus noch erhaltenen, doch hin und wieder auch aus seither verlornen Quellen schöpfte»). 1) Ueber Rüschs Beziehungen zur Karthaus s. B. Chron. III 281, A. 2. sammW ™ f *■ Arch T iv > Bistl ™ Basel, Bd. B 2, Bl. 03 ff. Diese Akten- eWl S R T U I? C V °i Rü , SCh ™S° l °&> nachdem er 1483 in Rom gewesen; Bischof« H '1 " n c VgL R Chron - I]CI 28 °- - Ueber dei1 Streit mit dem li.schof B Heusler S. 401 ff., auch B. Chron. IV 85 u. V 533. Bischöfe ffllH^r' ""l? Brilill S ers Chronik. Blauensteins Chronik der S eines° f B„ f ct ^SSi £#, *£*£*» «" *« **« *"* 4) Nähres hierüber s. unten in Beil. I. Einleitung. 105 Auf dieser Handschrift Brilingers beruht unverkennbar eine weitere, die sich im Staatsarchiv in Luzern unter den Akten jenes Rechtsstreits befindet, welchen Bischof Christoff von Blaser 1583 bis 1585 vor einem eidgenössischen Schiedsgericht gegen 5 die Stadt Basel führte 1 ). Ohne Zweifel wurde sie demnach diesem Gericht samt den sonstigen Akten vom bischöflichen Hof a ls Beweismaterial zugesandt, und vermutlich war es der Luzerner Schultheiss Ludwig Pfyffer, der als Mitglied dieses Gerichts sie nachher nach Luzern brachte. Diese Handschrift, ein Heft von 0 32 Blättern in kl. 4°, in einem Pergamentumschlag mit der Aufschrift »Basiliensium antistitum catalogus«, enthält auf 48 paginierten Seiten Brilingers Ueberarbeitung von Blauensteins Chronik samt weitern Zusätzen. Auf diese aber folgt eine bis zum Bildersturm von 1529 reichende Fortsetzung, in welcher ein 6 Abschnitt z. J. 1515 wörtlich den Aufzeichnungen Brilingers entnommen ist 2 ), und an deren Schluss von späterer Hand noch zwei Notizen von 1553 und 1554 beigefügt sind. Von einer zweiten Handschrift desselben Inhalts, welche nur einige unwesentliche Varianten bot, sind uns einzig in dem von Vautrey bearbeiteten V. Band von Trouillats Monuments einige Auszüge erhalten 3 ), während sie selber scheint verloren zu sein 4 ), Wie in der Fortsetzung, die mit dem Bildersturm von 1529 schliesst, so gibt sich der unbekannte Schreiber der Luzerner Handschrift schon in einem Zusatz z. J. 1363 als ein entschiedener Anhänger des alten Glaubens zuerkennen 5 ). Und gleichwie Brilinger, so zeigt auch er sich gut unterrichtet über die Verhältnisse der St. Johannsbruderschaft, welcher alle Kapläne des Münsters angehörten 8 ). Wie seine Vorgänger Blauenstein und Brilinger, so war vermutlich auch er ein solcher Kaplan, und wenn er anlässlich der Bischofsweihe Arnolds von Botberg öl e Domherren seiner eigenen Zeit wegen ihrer Bequemlichkeit adelt, indem er ihnen das Benehmen ihrer damaligen Amts- orüder entgegenhält 7 ), so kann uns das in dieser Vermutung nvi r bestärken. Gleichwie Brilinger, so gehörte wohl auch er 1) Ueber diesen Streit a. Heusler S. 457 ff. 2) S. unten Brilinger z. J. 1515. 3) S. Tr. V S. 265, 393, 418, 453, 532 u. 535. ,. 4 ) In der Bibliothek in Pruntrut fand ich sie nicht, und auch im 1Sc hofl. Archiv, jetzt in Bern, ist sie nicht vorhanden. 5 ) S. unten Beil. I den Zusatz zu Joh. Senn. 8J S. ebend. zu Joh. v. Veningen. ') S- ebend. zu Arnold v. Rotberg. 106 Blauensteins Bischöfe. zu jenen Altgläubigen, welche infolge des Bildersturms Basel verliessen. Mag demnach seine Arbeit allerdings erst auswärts entstanden sein, so bildet sie immerhin, namentlich über Bischof Christoff von Utenheim, eine durchaus ebenbürtige Fortsetzung der Chronik Blauensteins. 5 Zu jenen Baslern, welche infolge der Reformation auswanderten, gehörte auch Nikiaus Briefer, der gelehrte Dekan des Chorherrenstifts von St. Peter, der jedoch schon nach wenigen Jahren wieder zurückkehrte l ). Dieser kannte das auch nach der Reformation noch in der Kartaus verwahrte Buch 10 Blauensteins und verwertete es in ausgiebiger Weise in seiner 1546 geschriebenen deutschen Chronik der Basler Bischöfe 2 ). Schon vorher aber sandte er von Blauensteins Chronik eine Abschrift 3 ) an seinen Freund Joh. Stumpf, damals Pfarrer in Stammheim, der ihren Inhalt in seiner 1543 in Zürich ge- i& druckten Beschreibung der Eidgenossenschaft verwertete und dadurch zum erstenmal einem weitern Leserkreis zugänglich machte. Seinem Beispiel folgte später Wurstisen in seiner 1580 gedruckten Basler Chronik, und von diesem ist auch eine eigenhändige Abschrift von Blauensteins Werk noch vor- %> handen 4 ). Bisherige Wiewohl Blauensteins Buch samt der übrigen Karthäuser- Au.gai.e.1. bibliothek schon 1590 an die Öffentliche Bibliothek überging 5 ), so erfolgte eine Druckausgabe der Bischofschronik doch erst 1752, und zwar durch Heinrich Brucker in seinen Scriptores rerum v> Basiliensium minores, wobei in den Anmerkungen zugleich auch Bruchstücke aus der Fortsetzung der Flores Temporum veröffentlicht wurden 6 ). Neben diesem Druck jedoch kannte und verwertete später Ochs in seiner Geschichte der Stadt und Landschaft Basel auch den sonstigen Inhalt von Blauensteins so Buch 7 ). Im Jahre 1820 aber wurde diese Handschrift, welche 1) S. Gasts Tagebuch, zum 15. März 1548. Weiteres über Briefer s. unten in der Einleitung zu dessen Chronik. 2) S. ebend. 3) Ueber diese Hs., jetzt Cod. Leu 47 d. Zürcher Stadtbibliothek, »• H. Escher in Quellen z. Schweizergesch. VI 304. 4) S. Wurstisens Analekten, Hs. \ II 14 der üffentl. Bibliothek, S.123ff. 5) S. B. Chron. I 235. 6) S. Scriptores rer. Basil. S. 343 ff. u. 351. 7) S. z. B. Ochs III 490, wo er in der Anm. auf Henricus Minoritft Bl. 108 verweist, d. h. auf Blauensteins Forts, d. Flor. Temp. Einleitung. 107 damals noch die Signatur E III 10 trug J ), im Archiv für ältere deutsche Geschichte durch Dürnge und Mone eingehend beschrieben 2 ), und später noch, 1850, gab letzterer in seiner Quellensammlung zur badischen Landesgeschichte eine Auswahl 5 von Abschnitten teils aus der Fortsetzung der Flores Temporum, teils aus den vermischten Chronikalien heraus 3 ). In den bald nachher erschieneneu »Monuments de l'histoire de l'ancien eveche de Bäle* gab Trouillat eine Reihe von Bruchstücken aus der Bischofschronik, und zwar nach dem ,ü Druck von 1752. Sein Fortsetzer Vautrey hingegen legte seinen Auszügen im 1867 erschienenen V. Bande den erweiterten Text des oben erwähnten anonymen Fortsetzers zu Grunde 4 ). Ein Jahrzehnt später, 1879, wurden die meisten Zusätze dieses letztern, sowie auch die Fortsetzung selbst, nach der Handschrift 15 des Luzerner Staatsarchivs im Anzeiger für Schweizergeschichte ■veröffentlicht durch Th. von Liebenau 5 ), welcher ebendort in der Folge auch aus Blauensteins eigener Handschrift noch verschiedenes herausgab 6 ). Obschon Bruckers Ausgabe der Chronik der Bischöfe auch Nene Aus- 20 heute noch alles Lob verdient, so wird immerhin schon deren Beilagen, jetzige Seltenheit genügen, um eine Neuausgabe zu rechtfertigen. Hierbei aber dürfen wir allerdings weder die Zusätze Brilingers noch diejenigen des Fortsetzers von 1529 ausser Acht lassen. ■Doch um die Eigenart von Blauensteins Werk nicht zu ver- 2o wischen, geben wir diese zweierlei Zusätze hier nur als erste Beilage, auf welche als zweite die bis 1529 reichende Fortsetzung folgt. Als dritte Beilage aber fügen wir noch den Bischofsrodel von Münster bei, auf welchen wir, als auf das einzig nocli vorhandene Verzeichnis aus ältester Zeit 7 ), in den 110 Anmerkungen öfter verweisen müssen. Zur äusseren Anordnung der vorliegenden Chronik ist ein- Zl g zu bemerken, dass ihr in der Handschrift am Bande keine Inhaltsangaben beigefügt sind wie den Flores Temporum, wohl a W bei jedem Bischof eine Jahrzahl, und diese unterscheiden 1) Vgl. oben S. 27. 2) S. Archiv f. ä. d. Gesch. I 40G. 3) S. Mone, Quellensammlung II 1 46 ff. 4) S. oben S. 105. 5) S. Anz. f. Schwgesch. 1879, S. 183 ff. u. 217 ff. 6) S. ebend. 1885, S. 459 ff., und 1889, S. 381 ff. 7 ) S. oben S. 90. 10g Blauensteins Bischöfe. wir vom eigentlichen Texte durch eckige Klammern. Soweit nun für die ältere Zeit diese Jahrzahlen lediglich auf den Flores Temporum beruhen, also nur auf die den Bischöfen beigefügten Kaiser sich beziehen und deshalb mit »citra« bezeichnet sind 1 ), wiederholen wir sie auf den Blatträndern nicht. Im übrigen 5 jedoch gilt hinsichtlich der Rechtschreibung und der Schreibfehler hier ganz dasselbe, was schon früher zur Fortsetzung der Flores Temporum bemerkt wurde 2 ). 1) S. oben S. 97. 2) S. oben S. 36. Cronica episcoporum Basiliensium, non omnium, sed horum quorum nomina in libris ecclesie ßasiliensis reperiuntur scripta. [a] Sanctus Pantalus, primus ecclesie Basiliensis episcopus'), 5 presedit ipsi ecclesie tempore Ponciani pape, cui in papatu successit sanctus Ciriacus 2 ) [anno domini 238 citra, ante etpost] 3 ). Quo tempore Maximinus 4 ) et Affricanus prefuerunt llomane milicie. Ulis temporibus sancta Ursula cum suis sodalibus 11 000 io virginibus Basileam applicuit, rursus profectura Romain, ad li- ßiina apostolorum Petri et Pauli visitanda. Quas virgines sanctus Pantalus pedestres usque ad Romam perducit, et de Roma ad Basileam. Quibus sanctus Ciriacus papa predictus cum pluribns utriusque sexus hominibus, cardinalibus, episcopis, abbatibus et 15 prelatis se associavit, et a Basilea usque ad Coloniam navigio Pervenerunt. Ubi tota illa multitüdo a Julio principe gentis Hunorum, crudelissimo Cbristianorum persecutore, martirio perempta. Cum quibus et sanctus Pantalus martirio coronatus et canonizatus est. 20 Nota bic, quod a tempore sancti Pantali usque ad tempus Walani episcopi ßasiliensis subscripti fluxerunt anni 500 citra 6 ). "> quo spacio temporis presederunt summi ponitifices pape 77, e t regnaverunt imperatores, cesares et reges 49, quorum nomina 10. Hs.: profectura ad Romam HiTiina. 14. IIa.: cardinali episcopis. 1) Als Quelle dienten hier die aus der Legenda Aurea stammenden hegenden von St. Pantalus und St. Ursula, wie sie an deren Festtagen f. 12 - u. 21. Oct.) in allen Kirchen des Bistums vorgelesen wurden; s. Trouillat No. 7—9, und vgl. Legenda Aurea, Ausg. v. Grässe, S. 701 ff. 2) Diesen legendären Papst lassen schon Florcs Temporum auf Pon- hanus folgen. 3) Eine spätere Datierung, z. J. 454, s. unten Beilage I. n 4) Entstellt aus Maximus; vgl. Trouillat I S. 13 und I.egenda Aurea ». 703. 5) Von 238 bis 743; s. unten S. 110. HO Blauensteins Bischöfe. in cronicis reperiuntur 1 ). Nomina vero episcoporum Basilien- sium, si qui istis temporibus fuerunt, non sunt cognita, nee inveniuntur scipta 2 ), et forsan non fuerunt. Quia gentes Huno- rum, ritum gentilium sectantes et Christianos persequentes, protunc quasi totam Almaniam et notanter civitates Keni de- '< vastarunt, possiderunt et dominabantur in Ulis, sie quod ecclesia Basiliensis erat funditus diruta usque ad tempus saneti Heinrici imperatoris, et latitabat in Grandivalle 3 ). In cuius Signum usque in hodiernam diem numerantur et sunt ibidem 24 prebendae canonicales, sicut in ista Basiliensi ecclesia. 10 Walanus 4 ) et Baldebertus 5 ) episcopi succesive presederunt, tempore paparum Zacharie et Steffani IL, et Pipini regis Fran- corum patris Karoli magni [anno domini 743 citra, ante et post] 6 ). Et nota, quod Pipinus rex Francorum hie ponitur, et non i 5 Constantinus V., qui tunc temporis Homanum imperium tenuit 7 ); quia regnum Francie tunc extendebatur a fluvio Moseila usque ad Ungariam, et Karolomannus frater Pipini sortitus est illam 11. Ha.: presidemnt. 1) Falls 77 verschrieben ist aus 75, so stimmen diese Zahlen genau mit Flor. Temporum. 2) Aus der Zeit vor Walanus ist einzig Ragnnchar bezeugt, der zu Anfang des VII. Jahrhunderts als Bischof von Äugst und Basel erscheint; s. Tr. I No. 26, auch Thommcn in B. Beiträgen z. Vaterland. Gesch. XV 141. 3) Das im VII. Jahrhundert gegründete Kloster Moutier-Grandval wurde est 999 durch König Rudolf III. von Burgund dem Bischof Adal- bero II. von Basel geschenkt und später, d. h. noch vor 1122, in ein Chorherrenstift umgewandelt; s. Tr. I No. 85 u. 163. Immerhin erscheint es denkbar, dass dort 917, nach Basels Zerstörung durch die Ungarn, die überlebenden Geistlichen eine Zuflucht fanden; vgl. unten den Zusatz Bri- lingers in Beilage I. 4) Walanus ist bezeugt z. J. 744, wurde aber Bischof schon unter Gregor III. (731—741); g. Tr. I No. 37 und unten Beilage III. 5) Baldebert wurde 751 Bischof und erscheint als solcher noch 778; s- Tr. No. 39 u. 40. Jener Baldebert hingegen, dessen Tod mehrere Annalen z. J. 762 melden, war nicht Bischof von Basel, sondern Abt von Murbach; s. ebend. S. 78, A. 1. Demnach ist das in der Zeitsohr. f. Gesch. III 59 von mir über Bischof Baldebert Gesagte zu berichtigen. Auf ihn aber folgte Waldo, Abt von Reichenau, jedoch nur als des Bistums Verweser; s. Translatio sanguinis domini, Monumenta Germ. Scr. XXIV 447. 6) Sowohl über die den Bischöfen beigefügten Päpste als über die mit »citra« versehenen Jahrzahlen, welche gleich jenen aus den Flor. Temporum stammen, s. oben S. 97. . 7) ,^ Ues folgende, bis Thuringiam, stammt aus den Flor. Temp., wo bereits Mosa (Maas) verwechselt ist mit Mosella, und Austrasia mit Austria. VIII. Jahrhundert. 111 partem regni, videlicet Austriam, Bavariam, Sweviam, Saxoniam et Thuringiam. [a v ] Quare Basilea tunc subdita erat regno Francie, et non Romano imperio. Heito') episcopus presedit tempore paparum Pauli primi, 5 Constantini II. , Steffani III., Adriani I., Leonis IV. 2 ), qui fuit Almanus, et Steffani IV., Karolo Magno [anno domini 777 et deinceps] 3 ) in Francia regnante primo, et postea in imperio, annis 46 4 ). Udalricus 5 ) episcopus Basiliensis, tempore paparum Pascha- 0 sio primo, Eugenio II. et Valentino I., Ludwico cognomine Pio imperatore filio Karoli Magni regnante [anno domini 815 citraj 6 ). Fridericus 7 ) et Adelvinus 8 ) successive Basilienses episcopi, sub prescriptis summis pontificibus et imperatore annis succe- dentibus 9 ). 4. Hs.: Heico. 10. Hb.: Valentino IV 1) Heito oder Haito ist als Bischof bezeugt von 802 bis 822, worauf er zurücktrat und in Reichenau 836 starb; s. Tr. I No. 45. 2) Leo III. heisst hier Leo IV., weil die Flor. Temporum hinter Ser- gius I. dessen Gegenpapst als Leo III. einschalten und mitzählen. 3) Obschon vor dieser irrigen Jahrzahl zu Kaiser Karl d. Gr. das »citra« fehlt, stammt sie doch aus den Flor. Temp. in Blauenteins Hs. Bl. 50 Die Flores in Meuschens Druckausgabe S. 78 haben 779, und beide Zahlen 81 nd wohl entstellt aus 708. 4) Die Zahl stimmt nicht zu 777, ist jedoch richtig für Karls Regie- ru ogsjahre ah König und Kaiser. 5) Ucber (Jdalrich L, der am 21. Dec. 823 auf Haito folgte und noch *• J. 834 bezeugt ist, s. B. Beitrage III 368 und Tr. I No. 51 u. 54. 6) Auf Udalrich I. folgte zunächst Wichard I., der unter Scrgius II. [844 bis 847) erwähnt wurde, jedoch hier hinter Friedebert und Adalwin Verschoben ist; s. unten Beilage III. 7) Richtiger: Fridebertus; s. cbend. Als Bischof ist er z. J. 859 und JjßO bezeugt, wurde aber schon unter Benedict III. (855—858) erwählt; s. Tr - I No. 59 u. 60, und unten Beil. III. 8) Adalwin fehlt zwar im Bischofsrodcl von Münster, ist jedoch als £ l schof bezeugt durch die Verbrüderungsbücher von Reichenau uud 8t. Gallen; s. Mon. Germ., Libri Confratem. S. 106, 248 u. 273. "Wie ^Wenstein, so nennt ihn auch Schnitts Wappentafel (s. unten) gleich nach ^riedebert. 9) Auf Adalwin lässt einzig das Reichenauer Verbrüderungsbuch noch einen Bischof Hartwig folgen, der mithin wohl nur kurze Zeit regierte; s. Mon. Germ. L. C. S. 248. Im Rodel von Münster hingegen folgt auf Adalwin noch Rudolf L, der schon unter Hadrian IL Bischof wurde, also fischen 867 und 872, und dieser ist wohl derselbe, dessen Tod das Rei- Cn enauer Jahrzeitbuch zum 29. Juli erwähnt; s. Mon. Germ. Negrolog. I 278 Uri Q unten Beil. III. 112 Blauensteins Bischöfe. Wichardus episcopus, tempore Sergii pape II. huius nominis et imperatoris Lotharii primi presedit ecclesie Basiliensi [anno domini 840 citra] 1 ). Iringus 2 ) episcopus, tempore paparum Formosi et Boni- facii VI. succesive presidencium et Arnolfo rege regnante [anno b domini 890 citra] 3 ). Landelous 4 ) episcopus, tempore pape Martini III. et impe- ratore Ottone I. [anno domini 930 citra] 5 ). Rudolfus episcopus a paganis occisus 6 ), tempore Ottonis pres- cripti et pape Benedicti III. [anno domini 956] 7 ). io Adalberus 8 ) episcopus, tempore pape Benedicti IX., et sub imperatore sancto Heinrico II. et sancta Kunegunde eius conjuge. 1. Hs.; Sergi. 1) Ueber diesen Wichard L, der noch vor Friedebert und Adalvvin gehört, s. oben S. 111, A. 6. Ueber den um 100 Jahre jungem Wichard II. s. unten Anm. 3. 2) Iring ist bezeugt z. J. 895 u. 898, wurde aber schon unter Marinus I. (882—884) erwählt; s. 'fr. I No. 170, Mon. Germ. Scr. XVII 362, und unten Beil. III. 3) Auf Iring folgte zunächst der hier irrtümlich durch Landelous ersetzte Adalbero L, welcher z. J. 900—915 urkundlich bezeugt ist und am 15. Mai 915 oder 916 starb, sodann der 917 von den Heiden erschagenc Rudolf II., später noch der z. J. 930 sicher bezeugte Wichard II., und zwischen letztern Richwin, Bischof von Strassburg, als Verweser des Basler Bistums; s. oben S. 96 und unten Beil. III. Ueber Adalbero I. s. Schöpflin Alsatia Diplomatica I No. 126, Hergott Genealogia Habsburgica III 834, und Annales Einsidlenscs majores im Geschichtsfreund I 100. Ueber Rudolf II. s. oben S. 100, und über Wichard II. s. Tr. I No. 79, sowie auch Grandidier, Histoire d'Alsace II 84 i. d. Anm., wo dieser Bischof auf Grund einer seither verlornen Urkunde schon z. J. 930 erwähnt wird. Ueber letztere Jahrzahl vgl. auch Mooyor in B. Beitr. VII 8 ff. ' 4) Landelous, der hier irrtümlich Adalberos I. Stelle einnimmt, jedoch erst auf Wichard II. folgte, ist bezeugt z. J. 961; s. Tr. I No. 80. Ein aus der Kirche von Herznach stammendes und jetzt im Museum in Arau befindliches Relief trägt die Inschrift: Landelous episcopus hoc opus fieri jussit. S. die Abbildung bei E. A. Stückelberg, Denkmäler zur Basler Geschichte, Tafel 6. 5) Martinus III. ist schon in Elor. Temp. entstellt aus Marinus IL, das Jahr 930 hingegen erst hier aus 937, wie jene Quelle die Thronbesteigung Ottos I. datiert. 6) Ueber diesen Bischof s. oben S. 100. 7) Ueber diese Jahrzahl s. oben S. 101. 8) Der an die Stelle von Landelous verschobene Adelbero I. wird hier verschmolzen mit dem 999—1025 regierenden Adalbero IL Ueber letzteren vviot ff°' 85 ff ' und die Q ue Henauszüge von R. Thommen in B. Beiträgen XV 180 ff.; und über sein Grab s. unten Beil. I. — Ueber alles Folgende s. oben S. 97. 1019. 113 Quo tempore, anno videlicet domini 1019 5. idus octobris, 1019 indictione 2, ecclesia Basiliensis, per prescriptum sanctum Heinricum restaurata et preciosis reliquiis et ornamentis dotatp, per dictum Adelbcrum episcopum est dedicata, ipso imperatore • r > astante, anno regni sui 18., imperii verro 6., in honore sancte resurrectionis Jhesu Christi, sancte crucis, sancte deigenitricis Marie, sancti Joliannis Baptiste, apostolorum Petri et Pauli, Andree, Thome et omnium apostolorum, et omnium sanctorum, ipsi episcopo et imperatore astantibus, et conbenedicentibus re- m verendis patribus et dominis Popone archiepiscopo Treverensi, Wernario episcopo Argentinensi, Ruodardo Constanciensi episcopo, Hugone Genovensi 1 ), Hugone Lausanensi, Erico episcopo atque imperialis cappelle custode 2 ). [b] Sunt autem in ipso summo altari reliquie imposite et l5 incluse, quas predictus imperator Heinricus magna devocione donavit, videlicet de sangwine domini miraculoso, de ligno sancte crucis, de vestimentis sancte Marie, de sepulchro domini, reliquie apostolorum Petri et Pauli, Andree, Thome, Johannis Baptiste, Mauricii, Clementis pape, Sebastiani, Ciriaci, Bonifacii, 20 Meinradi, Cosme et Damiani, Silvestri, Willibaldi, Felicitatis, Juliane, Helene, Cecilie, Agathe et Gertrudis, cum pluribus aliis reliquiis 3 ). Adelberdus 4 ) et Uodalricus"') successive episcopi, tempore prescriptorum pape Benedicti et imperatoris Heinrici, successu a temporis. Bruno 6 ) episcopus, tempore pape Gregorii VI. et imperatoris Conradi II. [anno domini 1025 citra]. 9. Ha.: imporatori. 11. IIa.: Wornacio episci-po Argentinensi episcopo. 12. Hs.: HugoGenouensi (wobei G durchlöchert ist). 1) Dieses entstellte Wort las Brilinger: Senonensi. Doch ist in der *«• noch deutlich die Spur eines G zu erkennen, und zudem hatte um 101!) tncht Senones einen Bischof Hugo, wohl aber Genf. 2) Erich, Bischof von Havelberg; s. Jahrbücher d. d. Reichs unter Heinrich IL, Bd. II 294, A. 8. 3) Ueber weitere Geschenke vgl. B. Chron. IV 368 u. VI 24(5, ferner ir - I No. 187. 4) Ueber die Verschiebung Adalberos I. zwischen Landclous und Adal- Ber o II. s. oben S. 96. Dass aber der 1025 verstorbene Adalbero ein andrer gewesen wäre als derjenige von 999, dafür fehlt bis jetzt jeder Nachweis. 5 ! Udalrich II. folgte 1025 auf Adalbero IL und starb am 26. Mai 1040; 8 - Tr. I No. i 00 £p u xi No. 3. Ueber sein Grab s. unten Beil. I den Zu- satz zu Ulrich I. *>) Ueber diesen fremden Bischof s. oben S. 101. Visier Chroniken. VII. 8 •Q4 Blaueusteins Bischöfe. 1040 Theodericus l ) episcopus, tempore Leonis pape X. 2 ), qui fuit Almanus, et imperatore Heinrico III. regnante [anno do- mini 1040 citra 3 ). low Beringerus 4 ) et Burckardus de Hasenburg 5 ) succesive epis- copi, tempore pape Steffani VIII., et imperatore Heinrico IV. regnante [anno domini 1057]. no7 Kudolfus 6 ), Berchtoldus 7 ) et Adelberus 8 ) successive episcopi, tempore pape Paschalis IL, et imperatore Heinrico V. regnante [anno domini 1107 et consequenter]. 5. Hs.: Heinrico III. (statt Uli.). 1) Er ist bezeugt z. J. 1041—1053, starb aber wahrscheinlich erst 1056, am 29. Dec, und ist nicht zu verwechseln mit dem Basler Dompropst Theodorich, welcher 1046 Bischof von Verdun wurde; s. Tr. I No. 113, 115, 116 u. 119, und Mon. Germ. Necrol. I 326, und vgl. unten Anm. 4. 2) Leo IX. heisst hier X. nach der irrigen Zählung in Flores Temporum; s. oben S. 111, A. 2. 3) 1040 stimmt nicht zu Kaiser Heinrich III., wohl aber zu Bischof Theodorich, dessen Vorgänger Udalrich II. im Mai d. J. starb, s. oben S. 113, A. 5. 4) Beringer wurde am I.Juni 1057 geweiht und starb 1072; s. Tr. I No. 120. 5) Burkhard, der seit 1072 regierte und am 12. April 1107 starb, war ein Sohn Graf Ulrichs von Penis (jetzt Vinelz, am Bielersee); s. Tr. I No. 124, 144 u. 154, und III S. 657. Die schon in einer Urk. v. 1259 ihm beigelegte Benennung >von Hasenburg« (französ. Asuel, zw. Pruntrut u. Delsberg) beruht wohl einzig darauf, dass der spätere Bischof Hugo von Hasenburg mütterlicherseits mit ihm weitläufig verwandt war; s. B. Urkb. I No. 367, ferner W. Gisi im Anz. f. Schweizergesch. 1886, S. 79 ff., und vgl. unten Anm. 7 u. S. 115, A. 4. 6) Rudolf III, Graf von Homburg, wurde 1107 erwählt und starb am 9. Nov. 1122; s. Tr. I No. 154 u. 164, und II No. 3. 7) Berchtold I. regierte seit 1123, trat aber 1133 vom Amt zurück und wurde Mönch zu Lützel, wo er am 2. März 1137 starb; s. Neugart, Codex diplomat. Alemanniae II No. 843, Marbacher Annalen in Mon. Germ. Scr. XVll 158 u. 159, Tr. I No. 175 und Jahrztb. d. Dornst, z. 2. März. Er war ein Bruder Graf Kudolfs von Neuenburg am See, welches Geschlecht von Graf Ulrich von Penis stammte; s. Grellet im Genealog. Haudb. z. Schweizergesch. I Tafel 16, und vgl. oben Anm. 5. 8) Adalbero III., Graf von Proburg, wurde im Sept. 1133 auf Wunsch Kaiser Lothars II. gewählt und am 11. Febr. 1131 geweiht, nachdem vorher vom Domkapitel ein Heinrich war erwählt worden, der mm verdrängt wurde; s. Annalista Saxo in Mon. Germ. Scr. VI 768, und Jaffe, Biblioth. rerum Germ. V 451, auch Tr. I No. 175, Anm. 3. Dieser Bischof starb am 16. Oct. 1137; s. Mon. Germ. Necrol. I 324. 1040—1190. 115 Ortliebus 1 ), Heinricus de Hornberg 2 ), Ludvvicus 3 ), et Hugo de Hasenburg 4 ) succesive episcopi Basilienses, tempore summo- rum pontificum successive presidencium Honorio IL, Celestiuo IL, Lucio IL et Eugenio III., et imperatorum Conrado III. et Fri- 5 derico priruo [anno domini 1140 et consequenter] 5 ). 1) Ortlieb, vorher Dompropst, wurde Bisehof 1137; s. Tr. I No. 176 u. 1"9. Sein längst verschwundener Grabstein, der ihn »Ortliebus de Vroburg« nannte, setzte seinen Tod auf den 18. Aug. 1167, und damit stimmen verschiedene Annalen, die ihn als Begleiter Kaiser Friedrichs I. 1167 in Italien an der Pest sterben lassen; s. Tonjola, Basilea sepulta S. 1 und Mon. Germ. Scr. XVI 94 und XVII 315. Jedoch eine Urkunde vom 6. Aug. 1167 nennt bereits seineu Nachfolger Ludwig, und weitere Nachrichten lassen diesen schon 1164 regieren; s. Tr. I No. 225, 226, 234 u. 235. Dieser scheinbare Widerspruch nötigt daher zur Vermutung, dass Ortlieb 1161 zwar nicht gestorben, wohl aber vom Bistum abgetreten sei, um sich fortan ganz dem Dienst des Kaisers zu widmen. Dieses erscheint auch um so denkbarer, da sein Nachfolger Ludwig gleichfalls ein Froburger war; s. Tr. V No. 5. Ueber Ortliebs Grab s. unten Beil. I. 2} Heinrich von Hornberg (im Schwarzwald), den erst die spätem Geschichtsschreiber »von Horburg« nennen, folgte 1180 auf Hugo von Hasenburg und starb am 26. Sept. 1190 auf der Heimfahrt vom dritten Kreuzzug; 8. Tr. I No. 249. und II No. 15 u. 16 (wobei in No. 15 statt 1180 zu lesen !st: 1181), ferner Marbacher Annalen in Mon. Germ. Scr. XVII 165, und Jahrztb. d. Dornst, z. 26. Sept. 3) Ludwig, der 1164 auf Ortlieb folgte, war ein Bruder Graf Vol- mars IL von Froburg. Da er vom Gegenpapst Paschalis III. ordiniert war, so wurde schon 1176 durch den Vertrag von Anagni sein Verbleibon im Amt in Frage gestellt, worauf jedoch erst im März 1179 im Concil zu Rom seine endgültige Absetzung erfolgte; s. Tr. I No. 225, 226, 234—236 u. 245, ferner B. Urkb. 1 No. 42, und vgl. oben Anm. 1. 4) Hugo, Freiherr von Hasenburg, war ein Enkel jenes Hugo, welcher sich von Kalmis (Charmoille, 1 St. n. v. Asuel od. Hasenburg) nannte und *»schof Berchtolds von Neuenburg Schwestersohn war; s. W. Gisi im Anz. 1- Schweizergesch. 1886, S. 94 ff. Als Domherr erscheint er schon 1169; *' * r - V No. 5. Doch als Bischof ist er nur bezeugt durch eine Urk. vom A Pril 1180, im B. Urkb. I No. 49, und durch das Jahrztb. d. Dornst, wonach er am 15. Mai starb. Laut Schnitts Wappentafel der Basler Bischöfe agierte er nur 20 Wochen, also von Weihnachten 1179 bis 15. Mai 1180, " n d damit stimmen die Marbacher Annalen in Mon. Germ. Scr. XVII 161, Wonach er nur im Jahr 1180 regierte, wo er starb. Wenn nun einzig seine ^rabschrift bei Tonjola S. 1 ihn schon 1177 sterben lässt, so wird diese ^ahrzahl schon dadurch widerlegt, dass er noch z. J. 1178 als Propst von ^ Ursanne bezeugt ist; s. Tr. I No. 240. , 5) Dieses Jahr, welches den Regierungsantritt Ortliebs bedeuten soll, Muht auf der irrigen Voraussetzung, dass dessen 2"jährige Regierung bis ^! seinem 1 167 erfolgten Tode gewährt habe, während diese 27 Jahre in »klichkeit von 1137, wo sein Vorgänger Adalbero III. starb, bis zu sei- em 1164 erfolgten Rücktritt zu zählen sind; s. oben Anm. 1, 8* üß Blauentteins Bischöfe. 1192 Lütoldus ] ) episcopus, tempore paparum Lucii III. et Urbani III., et imperatore Heinrico VI. regnante [anno domini 1192] 2). Heinricus de Thuno episcopus post Lutoldum 3 ). Nota: hie est saltus de prescriptis episcopis usque ad sequen- b tes 50 annorura, et presumitur alios infra istos fuisse episcopos 4 ). Lütoldus de Rötellein episcopus, sub papa Jnnocencio IV. 1249 et rege Romanorum Conrado IV. [anno domini 1249] 5 ). Berchtoldus de Ferreto, id est Pfhirt 6 ), episcopus tempore 12M pape Urbani IV. et Romanorum regis Conradi IV. filii Friderici io imperatoris II. [anno domini 1262] 7 ). [b v ] Heinricus de Nüwenburg uff dem See episcopus, tem- 1271 pore pape Gregorii X. et Romanorum regis Rüdolfi de Haps- purg [anno domini 1274] 8 ). Heinricus de Isena episcopus, tempore preseipti regis Rü- i» (im) dolfi et pape Adriani V. [anno 1285] 9 ). 10. Ha.: Courtdi III. 1) Dieser LütoldL, welcher vielfach mit dem spätem Lütold von Röteln verwechselt wird, war ein Bruder des Freiherrn Kuno von Arburg und starb am 7. Juni 1213; s. 11. Wackernagel im Anz. f. Schweizergesch. 1889 S. 357. lieber sein Grab s. unten Beil. I. 2) Für 1192 ist er als Bischof sicher bezeugt; s. Tr. I No. 275. Doch regierte er schon vorher als Statthalter seines auf dem Kreuzzug abwesenden Vorgängers Heinrich von Hornberg; s. unten in Schnitts Wappentafel den Hinweis auf eine seither verlorne Urk. 3) Auf Lütold von Arburg folgte zunächst der hier übergangene Walther von Röteln, welcher 1215 abgesetzt wurde; s. unten Schnitts Wappentafel. Heinrich von Thun regierte hierauf vom Jan. 121G bis zu seinem 12:(8 erfolgten Tode; s. Eubel. Hierarchia Catholica I 132 und Tr. I No. 371. Ueber sein Grab s. unten Beil. I. 4) Ueber diese irrige Vermutung Blauensteins s. oben S. 99. 5) Ueber Lütcld von Röteln, der seit 1238 regierte und am 17. Jan. 1249 starb, s. R. Wackernagel im Anz. f. Schweizergesch. 1889, S. 358. Er war ein Bruder des 1215 abgesetzten Bisehofs Walther v. lt.; s. Roller bei Merz, Burgen des Sisgaus III, Stammtafel 9. Ueber Lütolds Grab s. unten Beil. I. 6) Ein Sohn Graf Friedrichs II. von Pflrt; s. Merz, Burgen des Sisgaus I, Stammtafel 1. 7) Dieser Bischof starb am 10. Dec. d. J.; s. unten Beil. I. Unter Konrad IV. aber wurde er 1249 erwählt; s. Tr. I No. 400. 8} Er starb am 13. Sept. d. J.; s. unten Beil. I. Ueber ihn s. Albert Burckhardt in Basler Biograficn II 1 ff. 9) Dieser aus Isny im Allgau gebürtige Barfüsser wurde erst nach längerer Bistumsvakanz im Oct. 1275 von Papst Gregor X. ernannt und 1192—1308. 117 Petrus Rieh episcopus, tempore prescripti regis Rüdolfi et Pape Honorii V.'). Hie instituit et dotavit primo cottidiaDam distribucionem in choro Basiliensis ecclesie 2 ], et obiit anno domini 1296, se- 1296 5 pultus ante altare beate virginis 3 ). Petrus de Aspelt 4 ) episcopus Basiliensis primo, postea ar- chiepiscopus Maguntinensis factus. Hie frater ordinis Minorum et medicus fuit 5 ). Basiliensem ecclesiam presedit circa annum domini 1300°), tempore pape um «oo 10 Clementis V. 7 ), et obiit Maguncie et ibidem sepultus anno domini 1320. 1320 Eo tempore rex Albertus dux Austrie filius dicti Rüdolfi r egis regnavit, et fuit interfectus die sanetorum Philippi et Ja- JS03 cobi apostolorum in loco, ubi nunc summum altare est situm ''monasterii Küngsfelden, anno domini 1308, a duce Johanne filio iratris sui 8 ), qui eciam vocabatur Rtidolfus, ipsi Johanni duci »stantibus Walthero de Wart 9 ), qui actum manu perfecit, et 10. Hb.: Clementis VI. später, 128G, zum Erzbischof von Mainz erhoben; s. Tr. II No. 203 u. 330, auch unten Beil. I. Das Jahr 1285 in der Hs. erscheint demnach entstellt »us 1275 oder 1286. 1) Er war Bischof seit 1286; s. Tr. II No. 328. Ueber ihn, der schon 1274 erwählt, aber nicht bestätigt worden war, s. Wurstisens Münsterbeschreibung in B. Beitr. XII 441 ff., auch unten Beil. I, zu Heinrich v °n Isny. 2) Das betr. Statut, welches zwar erst 129S, jedoch im Auftrag des Verstorbenen Bischofs, durch Dekan Heinrich von Bechburg erlassen wurde, s -_ itn Landesarchiv zu Karlsruhe, Nekrolog 3, Bl. 5. In der Basler Copie dieses Jalirztb. d. Domstifts finde ich es nicht. 3) Genau so bezeichnet sein Grab das Jahrztb. d. Dornst.; s. Tr. II Wo. 489. Vgl. auch Gräberbuch d. Münsters S. 49: in capella virginis Marie. ~~ Die Kapelle mit diesem Altar lag unter dem Kreuzgewölbe der linken Seite des Lettuers, welcher den Chor des Münsters vom Schiff trennte; s. Fechters Top. S. 12. 4) Es i s t ungewiss, ob er aus Aspelt bei Luxemburg gebürtig war od er dem Trierer Geschlecht Aichspalt angehörte; s. Allg. D. Biographie. 5) S. Tr. II No. 490, A. 1. Die Bezeichnung als Minorit beruht wohl ai 'l Verwechslung mit Heinrich von Isuy. 6) Er regierte 1296 bis 1306, wo er Erzbischof von Mainz wurde; s - ebend. II No. 490. Weiteres über ihn s. unten Beil. I. 7) Das Folgende, bis 1320, stammt aus dem Jahrzeitb. d. Dornst, z. °- J uni, z. T. gedr. bei Tr. II No. 490, A. 1; vgl. unten Beil. I. 8) Bis hier stimmt dieser Bericht wörtlich mit Blauensteins Zusätzen u den Elor. Temporum; vgl. oben S. 76. 9) Walther hiess der Freiherr von Eschenbach, während hier Rudolf v °n Wart gemeint ist. \1g Blauensteins Bischöfe. uno dicto von Palm, et uno dicto de Escenbach, illustribus, et pluribus aliis. (1309) Otto de Grandisono episcopus, tempore pape Clementis V. et imperatoris Heinrici VII. [anno domini 1311] 1 ). Qui impe- (131 3 ) rator in civitate Senensi Ytalie, in die assnmpcionis Marie, s A " B ' ' 5 per suum confessorem ordinis Predicatorum in baustu vini sibi post sumpcionem sacramenti ex calice porrecto veneno inmixto interiit. Inde mortuus eductus et in civitate Pisana sepultus est. Hie fuit de Lützelnbnrg natus. Gerbardus de Wippingen 2 ) episcopns, tempore pape Jo- 10 1325 bannis XXII. et regum in discordia electorum Ludwici ducis Bavarie et Friderici ducis Austrie [anno domini 1325] 3 ). Jobannes de Gabilone episcopus, qui litigabat cum Hartungo Müncb archidyacono Basiliensi 4 ), tempore pape Benedicti XII. (1336) et Ludwici Bomanorum regis suprascripti. [Anno domini 1336 i« obiit] 5 ). Nota: de gestis prescriptorum episcoporum Basiliensium ni- cbil reperi scriptum nisi nomina, ut prenotantur, et annos ali- 4. IIs.: Heinrici VI. 12. Hb.: 1320 (XX statt XXV). 1) Bischof Otto regierte nur vom Nov. 1306 bis 1300, wo er auf einer Gosaudtschaftsreise zu Clemens V. am 26. Juli zu Sorgues bei Avignon starb; s. Eubel 1 132 und Tr. III No. 85, A. 1, ferner O. Koller in B. Zeitschr. f. Gesch. XIII 290 ff. Es mag daher 1311, wie die Hs. hat, entstellt sein aus 1306 oder 1309 (XI aus VI oder IX). — Alles Folgende über Heinrich VII. stammt aus Flor. Temp. 2) Gerhard von Vuippens (zw. Bulle und Freiburg i. S.), ein Neffe Ottos von Grandson, wurde Ende Juli 1309 von Clemens V. zum Bischof ernannt, während das Domkapitel den schon 1296 gegen Peter von Aspelt vorgeschlagenen Dompropst Lütold von Röteln wählte. Ueber diesen Wahlstreit, in welchem über Basel das Interdikt verhängt wurde, und aus welchem Gerhard erst 1312 als Sieger hervorging, s. die Basier Barfüsserchronik, Ausg. v. Lemmens im Archivum Franciscamim Historicum IV 681, auch Tr. III No. 88 und B. Urkb. IV. No. 16, 17 u. 25, ferner Roller a. a. O., S. 292 ff. 3) Er starb am 17. März 1325; s. Tr. III No. 205. Ueber sein Grab s. unten Beil. I. 4) H. Münch von Landskron war am 22. März 1325 vom Domkapitel erwählt, während Graf Johann von Clnilon-Arlay am 30. d. Mts. von Benedikt XII. ernannt wurde; s. Basier Barfüsserchronik a. a. O., S. 686. Ueber diesen Streit, der erst 1328 beigelegt wurde, s. Mathias von Neuenbürg S. 67, ferner Tr. III No. 223, B. Urkb. IV No. 56-58, 63 u. 67—74, und Thommen, Urkunden z. Schwcizergesch. I No. 332, auch unten Beil. I. —" Ueber H. Münch s. auch O. Roller in B. Zeitschr. f. Gesch. X11I 344 ff- Er starb am 25. Oct. 1332; s. Jahrztb. d. Dornst, bei Tr. III S. 751. 5) Er starb am 23. Mai 1335; s. Eubel I 320. 1309—1363. 119 quorum, quibus presiderunt, et sub quibus summis pontificibus, imperatoribus et regibus Romanorum •). De subscriptis vero lacius ex lectis, visis et auditis scribam, ut patebit intuenti. [c] Johannes Senn de Münsingen 2 ), dictus de Büchegk ex s geonelogia matris 3 ), episcopus Basiliensis tempore pape Ur- bani V. et Karoli IV. Romanorum imperatoris et regis Bohemie [anno domini 1356 ante et post] 4 ). Huius episcopi tytulus in libris ecclesie Basiliensis talis est: Homo mansuetus, pius ac zelator pacis, amator cleri et populi, 'o ac tocius episcopatus fortaliciorumque reformatür et augustus 5 ). Huius regiminis tempore, anno domini 1356 in die sancti i3r.c Luce ewangeliste, ecclesia Basiliensis pro magna parte, ac altare ct ' 8 maius totaliter, et fere tota civitas Basiliensis per terremotum horribilem ruit. Ipse vero maximis laboribus, expensis et fati- 1r > güs prenominatus episcopus operatus est, ut ecclesia suo sub regimine fuit reparata. Cuius altare summum ipse, sibi astan- tibus episcopo Citonensi fi ) et abbatibus sancti Blasii 7 ) et Bein- wiler 8 ) monasteriorum Constanciensis et Basiliensis dyocesarum, • crastina die sancti Johannis baptiste, que fuit dies dominica, anno '363 2( * domini 1H63 cum devocione eximia reconsecravit 9 ), reimpositis reliquiis, que in ruina altaris per dei graciam illese fuerunt reperte, que per Adelborem episcopum, ut subra describitur, imposite fuerunt, consecracione tarnen prima per Adelborem facta tempore sancti Heinrici imperatoris ipsius ecclesie re- 25 manente 10 j. 5. Hg.: ex goonelia. 11. Am Rde.: Baailea ruit per terremotum. 1) Uobcr die diesbezügliche Quelle s. oben S. 90. 2) Münsingen zw. Bern und Thun. 3) Seine Mutter Johanna war des Strassburger Bischofs Berchtold v on Bucheck Schwester; s. Tr. III No. 270, A. 2, und vgl. unten Beil. I. Deshalb wird er auch schon in der Handfeste Imers von Harnstein, von 1383, kurzweg >Johannes de Buchegg« genannt; s. B. Urkb. V No. 22. 4) Er regierte seit 1335; s. ebend. III No. 271. 5) Vgl. Jahrztb. d. Dornst z. 30. Juni, bei Tr. IV No. 99. Weiteres über ihn s. unten Beil. I. 0) Peter Senn, ein Predigermönch und Titularbischof von Zcitun (jetzt •Lamia, in Griechenland), war Bisehof Johanns Weihbischof. Ueber ihn s. Un ten Schnitts Wappentafel. 7) Heinrich von Eschenz; s. Wurstisen S. 66. 8) Heinrich II. ; s. Mülinen, Helvetia Sacra I 70. 9) Ueber diese Weihe diente hier als Quelle vermutlich eine seither Verlorne Urkunde, ähnlich derjenigen, welche im Altar vermauert und 1529 "ei dessen Abbruch wieder aufgefunden wurde; diese s. unten Beil. 1. 10) Vgl. oben S. 113. 120 Blauensteins Bischöfe. Item rex Cipri protunc intravit Basileam, et ob devocionem episcopi, cleri et populi civitatis Basiliensis mansit in civitate 8 diebus 1 ), et interfuit dedicacioni et reconciliacioni altaris et ecclesie prescriptorum. Obiit autem ipse reverendus pater Jobannes episcopus 5 1865 ultima die mensis junii anno domini 1365 2 j, et sepultus est in Jum 30 ecclesia Basiliensi ante altare sancti Ymerii, quod ipse episcopus fundavit et dotavit :) ). Cui successit episcopus Johannes de Vienna Gallicus, sibi in omnibus omnino contrarius. 1382 Johannes de Vienna Gallicus, episcopus Basiliensis [anno "> domini 1382 citra] 4 ) tempore scismatis et pape Urbani VI. et Wentzeslai Romanorum et Bohemie regis, qui postea a Romano regno per electores imperii fuit depositus. De virtutibus et beneficiis huius episcopi Johannis nichil reperitur scriptum, quia homo litigiosus extitit, non via juris, sed via facti, puta l5 cum gladio, et forsan animo recuperandi jura et terras ecclesie alienatas. Sed erravit in calculo, quia alienata non recupera- vit, sed habita dispersit et perdidit 6 ). Movit enim gwerram civitati Basiliensi 6 ) cum adjutorio ducis Austrie, qui protunc in istis partibus morabatur 7 ). Cui duci dedit pro suo stipendio 20 Minorem Basileam civitatem 8 ), cum curia et habitacione sue episcopalis residencie fl ), pro triginta milibus fiorenorum. Item 1) Gleichzeitig mit Peter I. von Cypern war in Basel auch König Wal- demar II. von Dänemark. Ueber beide s. Stadthaushalt Basels II 3, ferner Königshofen in Chron. d. d. Städte IX 858, und Wurstisen S. 177. 2) S. Jahrztb. d. Dornst bei Tr. IV No. 99. 3) S. unten Beil. I und Gräberbuch S. 52, ferner Wurstisen S. 179: underhalb der chorstegen auf der rechten Seiten von St Immers altar. — Ueber diesen Altar s. Fechter, B Neujahrsbl. 1850, S. 31. Die Grabschrift s. Tonjola S. 4. 4) 1382 starb er; s. Jahrztb. d. Dornst, z. 7. Oct, bei Tr. IV No. 193. Ueber sein Grab s. unten Beil. 1. 5) Vgl. die leider nur im Auszug erhaltene Klagschrift des Domkapitels gegen ihn, bei Tr. IV S. 764 ff. 6) Ueber diese Fehde, vom August 1374 bis Juni 1375, s. B. Chron. IV 19 u. 20, und VI 260 u. 264, ferner B. Urkb. IV No. 385 ff. und Tr. IV S. 739, sowie auch den Brief vom 4. Sept. 1374 in Schilters Anmerkungen zu Königshofen, S. 897. 7) Ueber Leopolds III. Verhalten in dieser Fehde s. Wackernagel, Gesch. d. Stadt Basel I 290 ff. 8) Diese Verpfandung war schon vor Nov. 1374 besigelt, konnte jedoch erst nach Friedensschluss in Kraft treten, da während des Kriegs Oross-Basel von Klein-Basel Besitz ergriffen hatte; s. B. Urkb. IV No. 380, OTT a " Ch B ° 0S ' Urkb ' d - Landsch - Basel No - 428 - Hier fügt Brilinger bei: ubi modo ecclesia Carthusiensium est edi- ncata. — Ueber diesen Hof, der 1401 für die Kartaus erworben wurde, 1365—1382. 121 fecit gwerram Bernensibus, qui valles Münstertal und Telsperg- tal igne et rapina funditus devastarunt 1 ). Castrum Byel, in oppido situm, cum opido igne consumpsit 2 ). Ulis et ex aliis causis impingnoravit castra, opida et terrae, videlicet Ergöwe 3 ), 5 vallem sancti Ymerii, pro 1200 francken 4 ), cum structura Kallen- berg, Spiegelberg cum suis, territoriis pro 7000 [cj] et 500 francken, Sanct Ursicien castrum et opidum in eadem inpigno- racione inclusa 5 ). Item Louffen cum suis attinenciis pro 2000 flor. 8 ). Item Waidenburg et Honburg pro 3000 et 400 flor. 7 ). 10 Item Birseg pro 3000 flor. 8 ). Item castrum Plützhusen pro 1200flor.' J ). Summa prescriptorum quinquaginta milia 000 flor. 10 ). Item ultra obligavit ecclesiam in annuis censibus florenorum, bladorum et vini, et in aliis diversis debitis et obligacionibus, cpie extendunt se ad multa milia. Ecce fructus gwerrarum! s- Fechters Top. S. 139, auch E. Wackernagel im Histor. Festbuch 1892, S. 277, und B. Chron. I 255 ff. 1) Uebcr diese Fehde s. Justingers Bemerchronik, Ausg. v. Studer S. 132 ff. 2) Ueber diese Burg s. Blösch, Gesch. d. Stadt Biel I 45. Durch des Bischofs Schaaren wurde ara 31. Oct. 1367 die Stadt verbrannt. Die Burg hingegen wurde erst nachher durch die Berner zerstört; s. unten Briefers Chronik. 3) Erguel oder Arguel, die Burg im St. Immertal, von welcher das ganze Tal auch Sergau liiess. — Sowohl diese als die meisten der hier folgenden Verpfändungen erwähnt auch die Klagschrift bei Tr. IV S. 765. 4) Franken Messen die den Gulden entsprechenden französischen Goldmünzen; s. z.B. bei Tr. IV No. 223,: 11000 florenorum francorum. 5) Diese drei Herrschaften (französ.: Chauvillier, Muriaux und St. Ursanne) waren von 137G bis 1384 an Graf Johann von Vienne, Admiral von Frankreich, verpfändet; s. Tr. IV No. 206 und V No. 219. Ueber ihn s. ß- Chron. V 62, A. 2, und S. 128. Den Pfandherrn von Erguel kenne ich nicht. 6) Laufen wurde schon 1371 an Graf Walraff den altern von Tierstein verpfändet; s. Tr. IV S. 722, und vgl. ebend. No. 146. 7) Beide Herrschaften wurden 1381 dem Edelknecht Burkhard Münch v °n Landskron dem altern um 3366 Gl. verpfändet, nachdem sie 1374 an bestreich waren versetzt worden; s. Boos No. 428 u. 443. 8) Birscck war dem Edelknecht Ulrich von Ramstein verpfändet, und * 3 ~7 wurde die Pfandsumme von 3000 auf 3300 Gl. erhöht; s. Tr. IV S -387, A. 1. 9) Diese Burg, französ. Pleujousc, aber sonst auch Neuenburg genannt, w «rde 1380 an Hans Ulrich von Hasenburg verpfändet, der 1386 bei Sem- paoh fiel; s. Tr. IV S. 764. 1() ) Mit Einschluss der 30 000 Gulden für Klein-Basel ergeben die hier ^gezählten Pfandschaften statt 50 600 Gl. nur die Summe von 48 600 Gl. odoch ist diese Aufzählung überhaupt nicht vollständig, indem z. B. die 1376 für 3000 Gl. erfolgte Verpfändung Isteins fehlt; vgl. Tr. IV S. 746 u - 851. Ueber weitere Schulden dieses Bischofs s. Tr. IV S, 709 ff. 122 Blauensteins Bischöfe. Ymerius de Ramstein et N. Schaler canonicus 1 ), morfcuo prescripto minus glorioso episcopo, eliguntur in discordia in 1382 episcopos, tempore scismatis anno prenotato [1382, sub regibus Romanis Wenczeslao et Roperto] 2 ), unus declinans ad papam in Roma Urbanum VI., alter ad papam in Aviona se nominantem 5 dementem VII. 3 ), quüibet eorum apprehendens terras ecclesie, quas potuit 4 ). De qua dilferencia iterum ecclesia Basiliensis dampnificata est. Ymerius prescriptus obligavit Brunnendrat pro 13000 flor. 6 ), quod postea reemi oportuit pro 23000 flor. 6 ). Item castrum Goldenfelsz pro 3000 et 300 flor. 7 ). Item Tels- io perg duo castra 8 ) pro 6000 flor.»). Summa prescriptorum 32000 et 300 flor. 10 ). Item ultra prescripta tempore Ymerii restabant solvendi de censibus neglectis et aliis diversis debitis 12000 flor. citra. Item eo tempore civitas Basiliensis certa officia et theo- lonia pro summa 22000 et 200 flor. ad suos usus inpingnoravit, 1& prout adhuc tenent 11 ). Et sie reperitur vero calculo, ecclesiam 1) Wernher Schaler war Erzpriester seit 1368, und Imer von Ramstein, vom freiherrlichen Zweig dieses Hauses, war Schulherr;' s. Tr. IV No. 116 u. 193. 2) Während die Jahrzahl die zwiespältige Bischofswahl betrifft, beziehen sich die genannten 2 Könige auf die Dauer des Schismas. Zugleich aber zeigt die Nennung Ruprechts, dass Blauenstein nicht wusste, dass Bischof Imer nur bis 1391 regierte; vgl. unten S. 123, A. 2. 3) Anfänglich hielten beide zu Clemens VII., bis Imer im März 1383 sich an Urban VI. anschloss und deshalb von diesem bestätigt wurde; s. Eubel I 133. 4) Ueber die offne Fehde zwisch'en Bischof Imer und W. Schaler s. Tr. IV No. 200, und ebend. S. 778 u. 819, ferner H. Haupt in Zeitsohr. für Gesch. d. Oberrheins 1890, S. 45 ff. Erst im Juli 1385 wurde für 2 Monate ein Waffenstillstand geschlossen, und noch im Febr. 1391 nannte W. Schaler sich Bischof von Basel; s. B. Urkb. V No. 53 u. 148. 5) Pruntrut wurde 1384 der Stadt Basel verpfändet, dann 138G an Graf Steffan von Mömpelgart; s. Tr. IV No. 208, 210, 212 u. 223, ferner ebend. S. 851. 6) Die Auslösung erfolgte erst 1401, um 22 500 Gl.; s. ebend. V No. 157. 7) Genauer 3200 Gl. Denn um diese Summe war die Burg (französ.: Roche d'Or) seit 1385 an Peter von Cly verpfändet; vgl. Tr. IV No. 218 u. 321, und ebend. S. 852. 8) Vgl. B. Chron. V 357, wo in Dclsberg neben dem »parvum castrum« noch die >curia< erwähnt wird. 9) Die ursprüngliche Summe von 4000 Gl., wofür Delsberg 1389 der Stadt Basel verpfändet wurde, stieg durch verschiedene Zuschläge noch i'> diesem Jahr auf 5984 Gl.; s. B. Urkb. V No. 125-128 u. 132. 10) Genauer 32200 Gl.; s. oben Anm. 7. 11 > Vß 1 - das »m 1396 verfasste Verzeichnis der Pfandschaften bei Tr. IV b. 851, wonach die der Stadt z. T. schon durch Johann von Vienne verpfändeten Hoheitsrechte, nämlich Zoll, Münze, Fuhrwein und Kclleramt, 1382—1417. 123 Basiliensem tempore Ymerii episcopi fore obnoxiain et impig- noratam in summa centum milium et 600 flor. citra 1 ). Ymerio itaque defuncto 2 ) et vale lamentabili relicto 3 ), re- mansit ecclesia Basiliensis sine episcopo [tempore paparum et 5 regum ut supra]. Et episcopus Argentinensis protunc nominatus Fridericus de Blanckenhein, communi vulgari dictus bischoff Lung, factus est administrator ecclesie Basiliensis 4 ). Qui non' diu administravit, quia promotus in episcopum Trajectensem, sue nacionis terram 6 ), ecclesias Argentinensem et Basiliensem reli- 10 quit. Et de gestis suis non aliud nisi, quod prescripti conten- dentes reliquerunt, ipse rursus inpignoravit. Inter cetera resi- duum omnium quartarum decime per Alsaciam prius non impignoratarum ecclesie Argentinensi pro certa summa obliga- vit ,! ). Quas decimas episcopus ibidem adliuc tenet. 15 Humbertus comes de Novo Castro super Ilam 7 ), Gallicus, assumptusin episcopum Basiliensem tempore pape Johannis XXIII. et llomanorum regis Sigismundi, sub spe rebabendi certa castra, opida et terras patri suo per Jobannem de Vienna pro 7500 flor. obligata et inpingnorata 8 ); cuius contrarium repertum fuit 9 ). Iiic zusammen die Summe von 22173 Gl. erreichten. Doch auch dieses Verzeichnis ist unvollständig, da z. B. das 1385 um 10Ü0 Gl. versetzte Schult- heissenamt fehlt; s. B. Urkb. V No. 41. 1) Stellen wir nur die von Blauenstein erwähnten Verpfändungen Johanns von Vienne und Imers von Harnstein zusammen, so übersteigen sie, wich ohne die 12000 Gl. versessener Zinse, die hier genannte Summe noch immer um mehrere tausend Gl. 2) Er starb erst am 17. Juli 1395, nachdem er 1391 vom Bistum zurückgetreten war; s. Tr. IV No. 257 und S. 840, und vgl. oben S. 122, A. 2. 3) Vale steht hier substantivisch, im Sinn von Abschiedsgeschenk; s ' Ducange. 4) Von 1391 bis 1393; s. B. Chron. VI 272, auch Tr. IV S. 824. 5) Die Blankeuheim waren ein niederrheinisches Freiherrengeschlecht, welches 1405 den Grafenstand erlangte. Als Friedrich 1393 Bischof von Utrecht wurde, folgte ihm in Basel der hier übergangene Dompropst Konrad Münch von Landskron, der jedoch in demselben Jahr wieder zurücktrat; s - B. Chron. V 352 und VI 273. (i) Für 4200 Gl.; s. Tr. IV No. 206, und vgl. ebend. S. 851. 7) Dieses Grafengeschlecht nannte sich nach der 3 St. südöstl. von B'Isle-sur-Doubs gelegenen Burg Neuchätel, gewöhnlich >Neuenburg in Burgund« genannt. Humbert wurde 1395 erwählt. Doch regierte für ihn his 1399 sein Vater Graf Diebold VI., der ein Schwager Bischof Johanns Von Vienne war; s. B. Chron. V 352, A. 4, und Tr. IV S. 866. 8) Um diese Summe waren 1385 St. Ursitz, Spiegclberg und Kallen- "Wg an Graf Diebold durch Bischof Imer versetzt worden, nachdem sie Bc hon von 1376 bis 1384 verpfändet gewesen; s. oben S. 121, A. 7, ferner B ' Urkb. V No. 54 u. VI No. 219 z. J. 1426, auch Tr. IV S. 851 u. V S. 699. 9) S. unten S. 124. 124 Blauensteins Bischöfe. erat dominus magnificus in temporalibus et secularibus negociis, more nobilium de spiritualibus modicum curans, quia non [d] est visus in habitu sacerdotali nee pontificali, sed sepe in ar- mis. Raro venit Basileam, et quando intrare voluit, congrega- vit exercitum armatorum, 40 aut 50 equitum 1 ). Item inping- r > noravit castrum Honburg, Waidenburg et oppidum Liestal con- sulatui Basiliensi pro 22000 flor. 2 J. Item ipse traxit civitatem Basiliensem in causam super certis querelis et artieulis coram concilio Constanciensi, quod tunc viguit. Sed nichil reportavit, nisi quod officium ammeister, quod constituerant more Argen- io tinensium, fuit suppositum 3 ). Ipse obiit in Castro Telsperg 4 ), et sepultus est in ecclesia Basiliensi. Eius obsequie restant adhuc peragende, nee apparet eius sepulchrum 5 ). Hartmannus Müncli de Münchenstein cantor huius ecclesie eligitur per capitulum in episcopum durante Constanciensi con- is cilio 6 ) [anno domini 1418, sub papa Martino et rege Sigismundo]. Et quia senex et plenus dierum, et propter certas alias causas, Martinus papa V. in concilio electus dedit sibi intrusum Con- radum Helye doctorem 7 ). Cum quo concordavit, tarnen gravi- bus cum expensis ecclesie 8 ). Hie episcopus non regebat, sed w regebatur per suos consangwineos 9 ). Aliquando cum uno aut duobus famulis incedebat. Nullam missam celebravit. Hie 11. Ha.: suppitum. 1) Ueber ihn Tgl. B. Chron. V 352 ff., auch unten Beil. I. 2) S. Boos No. 520, z. J. 1400. Uebcr frühere Verpfändungen dieser Gebiete s. oben S. 121, A. 7. 3) Das 1410 neuerdings errichtete Ammeistcrtum wurde 1417 wieder aufgehoben; s. B. Chron. V 150. 4) Am 22. Juni 1417; vgl. ebend. und Tr. V No. 64, auch unten Anm. 6. 5) Vgl. B. Chron. V 353. 6) Demnach geschah seine Wahl noch vor April 1118, wo das Concil sich aufloste, und somit gehört der an einem 22. Juni erfolgte Tod seines Vorgängers Humbert ins Jahr 1417; s. oben Anm. 4. Zwar erlangte Hartmann die päpstliche Bestätigung erst am 2. Sept. 1418; s. Kübel 1 133. Doch erklärt sich diese Verzögerung schon daraus, dass der im Nov. 1417 erwählte Martin V. ihm anfänglich in K. Hei einen Gegenbischof ernannt hatte. 7) Konrad Hcl, von Laufen am Rheinfall, erscheint schon 1389 als bischöflicher Gencralvikar, 1399 als Domherr und 1400 als Doktor geistlichen Hechts; a. Tr. IV S. 016, 032 u. 810. Er starb im Nov. 1423 als Erzpriester und wurde zu St. Martin begraben; s. Tonjola S. 217. 8) Dieser Ausgleich erfolgte sicher noch vor Sept. 1418, wollartmann bestätigt wurde; s. oben Anm. 0. 9) Vgl. B. Chron. V 351 ff. 1423—1424. 125 certis ex causis diinisit episcopatum Jobanni de Fleckenstein abbati Salsensi 1 ). Johannes de Fleckenstein, abbas monasterii Salsensis 2 ) ordinis Cluniacensium, ad episcopatum ßasiliensem per con- 6 sangwineos prescripti Hartmanni episcopi vocatus 3 ), et ad re- signacionem ipsius Hartmanni per papam Martinum V. in epis- copum ßasiliensem confirmatus 4 ), abbacia predicta sibi per dictum papam in commendam reservata, tempore llonianorum regis Sigismundi, qui eciam regnorum Bohemie et Ungarie do- 10 minus et rex fuit. Hie episcopus cum magnifica comitiva, videlicet Friderico de Fleckenstein episcopo Wormaciensi, Rabano de Helmstat episcopo Spirensi, multisque comitibus, baronibus, militibus et nobilibus, numero 500 equitum 5 ), die 29. mensis maji anno '4M 15 domini 1 423 intravit Basileam, possessionem episcopatus appre- bendens, non tarnen ea de causa cum tanto apparatu, sed causa recuperandi certa castra et terras ab ecclesia alienatas. Quod protunc factum non fuit, sed postea. Nam anno sequenti con- 1424 gregavit alium exercitum armatorum, numero 1200 equitum 20 citra 6 ), et in una nocte 7 ) apprehendit castrum Goldenfels, Sancti Ursicini castrum et oppidum, Spiegelberg cum Monte Falkonis 8 ), et Plützhusen 9 ), cum omni territorio ipsis castris attinentibus, que usque in hodiernum diem manent aput ecclesiam Basilien- sem. De qua apprehensione comes Theobaldus de Novo Castro 25 movit gwerram Johanni episcopo et sue ecclesie, que duravit 20 f. Hs.: Santi Uraicini. 1) Vgl. unten S. 126. Hartmann starb bald darauf, am 12. Mai 1424; »• Tr. V No. 77. Ueber sein Grab s. unten Beil. I. 2) Sek im Unter-Elsass. 3) Vgl. B. Chron. V 355. 4) Am 8. Jan. 1423; s, Eubel I 133. 5) Vgl. B. Chron. a. a. O.: cum 600 equis. ß) Ueber diesen Zug, vom Oct. 1424, vgl. B. Chron. IV 36, A. 6, und V 184 u. 356. 7) Wohl richtiger s. ebend. V 356: triduo. 8) Montfaucon in den Freibergen, 2 St. nordöstl. von Spiegelberg, war schon damals nur ein zu letzterer Burg gehöriges Dorf. 9) Erobert wurden von den hier genannten Burgen auf diesem Zug nur 3, nämlich Goldcnfcls, St. Ursitz und Plützhusen, während Spiegelberg, sowie auch Kallenbcrg, dem Bischof erst durch den Frieden von 1426 wieder '■»gesprochen wurde. Alle 5 aber waren im Pfandbesitz Graf Iaebolds VIII. von Neuenburg, und zwar St. Ursitz, Spiegclberg und Kiillenberg schon von dessen Grossvater Diebold VI. her; s. B. Urkb. VI No. 190 u. 219, auch ß - Chron. V 184, und vgl. oben S. 124, A. 1. 126 Blauensteins Bischöfe. per integrum annum et ultra 1 ); nam maxiniis expensis et labo- ribus habuit se defendere 2 ). Habuit enim soldatos multos, equestres et pedestres, aliquando [d v j 400 vel 500 et ultra. Civitas Basiliensis prestitit magnum auxilium, ymmo constitu- erunt se una secum principales contra adversarium 3 ). Receperunt 5 unasecum campum cum omni eorum potencia, cum bombardis 1425 et machinis, ante fortissimum castrum et oppidum Elenqurt 4 ). Nov. (io) q U0( j e ^ victum fuit, spoliatum et positum in ruinam, circa festum sancti Martini anno domini 1425 6 ). Habuit eciam magnam assistenciam nobilium, precipue et notanter comitis io Johannis de Tierstein 6 ), cum suo Castro Blumenberg 7 ), et domini de Eroberg 8 ) et aliorum. Et in illa gwerra ecclesia Basiliensis iterum maxima dampna sustinuit, sie quod necessitate exigente oportebat certa Jura et officia inpignorare et notabiles summas peeuniarum mutuo reeipere 9 ). Tarnen ipse episcopus causa ip-15 sius gwerre non fuit, quia liomo pacis extitit. Fuit enim in- tenta per suum antecessorem, qui videns se non posse proficere, voeavit eum non ut ipsum, sed ut suos consangwineos, qui protunc erant magne potencie, ut experiencia doeuit 10 ). Aliud notabile dampnum tempore sui regiminis sustinuit, 20 1435 videlicet quod idus junii anno domini 1435, quo decretum de Juni 9 ablacione annatorum et solucione investiturarum, ordinum et beneficiorum iterum fuit per concilium editum et publicatum 11 ). Usque ad eius mortem non habuit unum denarium de commis- sionibus, investituris, confirmacionibus, byenniis, in sigillo et 25 20. Ha.: tempore sue regiminis. 1) Ueber diese Fehde, die bis März 1426 währte, vgl. B. Chron. IV 36 ff. u. 435, auch V 184 u. 356. 2) Vgl. B. Urkb. VI No. 190 u. 201. 3) Schon zur Eroberung der 3 Burgen im Oct. 1424; s. B. Chron. IV 36, A. 6, und vgl. B. Urkb. VI No. 204. 4) Ueber diese Belagerung von Hericourt vgl. B. Chron. IV 38 ff. und V 185 u. 356. 5) Die Uebergabe geschah am 10. Nov; s. ebend. — Auf einen im März 1426 vereinbarton Waffenstillstand folgte am 7. Mai d. J. der Friedens- schluss; s. B. Urkb. VI No. 218, auch B. Chron. V 356. Einen weiteren Erfolg, z . J. H27, s. unten Beil. I. 6) Ueber ihn vgl. B. Chron. IV 39 und V 356. 7) Diese Burg wurde vom Feind im Sommer 1425 durch Ueberfall gewonnen; s. ebend. IV 435. 8) Johann von Froberg, französ. Montjoie; vgl. ebend. IV 39. 9) S. B. Urkb. VI No. 190 u. 201. 10) Vgl. B. Chron. V 355. 11) S. Concil. Bas. III 408 ff. und V 134 ff. 1425—1435. 127 alias, de omnibus beneficiis sue dyocesis vacantibus, nee confirmacionibus et ordinacionibus prelatorum et clericorum, Ipse enim dominus episcopus reliquit patriam sue nacionis, lo- cura ubertatis et deliciarum, scilicet abbaciam predietam, ubi 5 habuit mansiones quatuor.magnificas in abbacia 1 ), in Argentina, in Hagnöw et Wissenburg; et venit ad ecclesiam Basiliensem, ubi tantum mansiones dnas omnino vacuas reperit: unam domum in Basilea parvam, vix sufficientem pro simplici cappellano 2 ), aliam in Telsperg inteetam 3 ), ubi tempore pluvie vix invenit io refrigerium pro mensa et lecto suis. Quibus perturbacionibus premissis ac aliis pluribus non obstantibus, ipse recuperavit tempore regiminis sui castra et opida subscripta cum suis terri- toriis et attineneiis, videlicet castrum Goldenfels, castrum Sant Ursicien cum oppido, castrum Spiegelberg cum Monte Falconis, 15 castrum Plutzhusen 4 ), oppidum Louffen, castrum Birsegk, Ystein cum suis attineneiis, villam Riehen 5 ); et reemit a valle Telsperg annuos census, in quibus erat onerata pro summa 5000 flor. et ultra 6 ). Et in singulis edifieavit et reformavit pro suo posse. Non tarnen hec omnia licet aliqua solvit cum promtis peeuniis, 20 sed mutuatis pro annuis censibus. Omnia tarnen solvisset, si rnorte preventus non fuisset; quia dedit se ad statum infimum, contentus cum tribus aut quatuor famulis, postponens superfluas expensas. Eciam suos consangwineos non cogitavit elitäre. [e] Breviter ut concludam, ipse erat homo paeificus, pius, 2| > misericors. Nulli petenti veniam denegavit, nee aliquem de s ua presencia ad suos officiales remisit; eciam suam presenciam frulli denegavit. Ymmo eciam propter demerita et vicia con- dempnatis misericordiam et pietatem exhibuit, et maxime cleri- Cls , quorum eciam infamiam per omnia oecultavit, et suis offi- 30 cialibus sie facere preeepit. Nee aliquem officialem in utroque statu habere voluit crudelem, nee crudelitatem exercere permi- Item per omnia largus, non tarnen prodigus fuit, in ex- sit. 1) In Selz. 2 ) Vermutlich ist der Schürhof gemeint (jetzt Münsterplatz No. 19), ^° auch sein Nachfolger Friedricli ze Ein noch wohnte; s. 13. Chron. V 357. 3) Das dortige »pairum castrum« stellte er wieder her; s. ebend. 4 ) Vgl. oben S. 125. 5) Laufen wurde schon 1424 ausgelöst, Birseck 1435, und Eiehen 1434; .' ■«• V S. 755 u. 772, und Bruckners Merkwürdigkeiten d. Landsch. Basel ■U 742. Doch über die Auslösung von Istein kenne ich keine Urk.; vgl. u - Chron. V 353, A. 6. ü ) Die Auslösung erfolgte kurz vor 1430 um 5500 Gl.; s. Tr. V No. 89, md Tgl. ebend. IV S. 851 und B. Chron. V 356. J28 Blauensteins Bischöfe. hibicione esus et potus, et maxime pauperibus. Et postquam in premissis et alüs piis exerciciis, et presertim pontificalibus officiis, ecclesiam Basiliensem per 1 3 integros annos et 8 men- 1136 ses rexit 1 ), in vigilia sancti Thome apostoli anno domini 1436 migravit ab hoc seculo 2 ); et per prelatos sacri concilii, epis- '•> Dec. 21 copos, abbaten, alios prelatos et doctores et suposita die sancti Thome cum sollempni processione delatus in ecclesiam, in ca- pellam episcopi Maguntinensis 3 ), et ibidem per episcopum Lau- sanensem, qui postea factus est cardinalis 4 ), tumulatus cum 1437 precibus et oracionibus consuetis. Cuius exequie postea de '° Januar menge j anuar ü p er sacrum concilium, puto cardinales, patriar- chas, archiepiscopos, episcopos et omnia eius supposita, in presencia fasallorum ecclesie et cleri tocius dyocesis, cum magna sollempnitate et honore, eciam cum collacione per nota- bilem doctorem de eius virtutibus et planctu solito sunt cele- l5 brate. Requiescat in pace. Hec omnia, et plura alia hie non scripta, ego oculis meis vidi, audivi et interfui, quia per 7 annos eius secretarius et cuppellanus fui, semper in eius camera dormivi, ad altare et mensam servivi, et horas canonicas secum dixi, et secreta, que nulli revelavit, mihi non obtieuit. 2" Fridericus ze Rin custos 5 ), et Bernhardus de Rotsamhusen canonicus Basiliensis, defuneto Johanne episcopo prescripto, per capitulum in discordia eliguntur 5 ). Sed dominus Fridericus obtinuit episcopatum et confirmatur episcopus per papam Euge- 1437 nium IV. 7 ), sub Romanorum rege Friderico III. 8 ), anno domini 25 1437»). Hie fuit prudens dominus et expertus in negoeiis secu- laribus, habens magnum favorem nobilium patrie. Multum bene 1) Vom 20. Mai 1423 bis 20. Dec. 1436 gerechnet, sind es genauer 13 Jahre und 7 Monate; s. oben S. 125. 2) Vgl. Jahrztb. d. Dornst, bei Tr. V No. 105, auch Wurstisen S. 321. 3) Ueber sein Grab s. Gräberbuch S. 53. 4) Ludwig de la Palud, der 1440 durch Felix V zum Kardinal von St. Susanna ernannt wurde; s. Wurstisens Chronik S. 370. 5) Als Domcustos erscheint er seit 1431, und als Domherr schon 1410, s. Boos No. 664, S. 704, und Wurstisens Analekten S. 96. 6) Vgl. B. Chron. V 357, A. 8, und Tr. V S. 779 ff., auch unten Briefer i- J. 1437. ') Am 4. Febr. 1437; s. Eubel II 115. 8) Friedrich III. regierte erst seit 1440. 9) Nach zweimaliger zwiespältiger Wahl, vom 9. Januar und 9. Februar, wurde ihm vom Domkapitel erst am 12. März das Bistum übergeben, worauf er am 5. Mai geweiht wurde; s. die Notizen in seinem Brevier, bei Tr. V No. 106. 1436—1451. 129 ordinatus in regimine, licet rigidus 1 ). Ipse reemit castrum Kallenberg 2 ) et edificavit, quia dirutum. Eciam in Castro Gol- denf'els et in aliis dornibus edificavit et reformavit, et maiora forsan fecisset, si non fuisset impeditus. Tempore enim suo 6 erat maxima gwerra inter Alberchtum ducem Austrie fratrem imperatoris prenominati et Switenses et eorum confederatos 3 ). Et civitas Basiliensis protunc erat confederata cum Bernensibus et Solodrensibus 4 ) et per consequens in gwerra, [e v ] propter quam sustinuit maxima dampna. Jurisdictio fuit suspensa, ville 10 ecclesie spoliate et conbuste 5 ). Magnas expensas habuit, dietas visitandas pro pace et concordia tractanda; et finaliter judex deputatus inter ducem et nobiles patrie et civitatem Basiliensem super omnibus differenciis eorum; propter quas per plures menses m Columbaria propriis expensis moram traxit 6 ). Et illis et 15 aliis causis impeditus, quod non potuit ecclesie proficere tantum, quantum ex sua industria fecisset. Item suo tempore fuit Eugenius papa per concilium, cuius membrum ipse erat 7 ), depositus, et Felix p.ipa V. electus per elec- tores per concilium deputatos 8 ); de quorum numero ipse erat 9 ). 20 Quibus non obstantibus ipse per suum officialem Johannem Greminger fecit Eugenio deposito Rome in consistorio publico ob- edienciam, adhuc concilio in Basilea existente. De quo infra J n descriptione Eugenii, folio 109, clarius habetur 10 ). Hie nee missam dixit, nee pontificalia officia celebravit; 5 de quo in extremis planctum magnum habuit. Et postquam ecclesie Basiliensi 13 annis et 8 mensibus presedit 11 ), in vigilia e piphanie domini anno domini 1451 diem suum clausit extremum, " 5 n ' 1) Hierüber s. unten Beil. I. 2) Diese schon im Frieden von 1426 vorgesehene, jedoch ans Geldnot verschobene Auslösung wurde noch 1436 durch Bischof Johann vorbereitet, so dass nur die letzte Zahlung erst am 21. Febr. 1437 stattfand; s. Wurstisens Chronik S. 321 und Tr. V S. 773 u. 774, ferner B. Chron. V 356, und vgl. °oen S. 125, A. 9. 3) Vgl. oben S. 59 ff. 4) Seit 1441; s. B. Urkb. VII No. 2. 5) Vgl. B. Chron. V 38S u.. 390. 6) S. ebend. IV 205 ff., z. J. 1446. 7) Nämlich Bischof Friedrich; s. unten Anm. 9. 8 ) S. B. Chron. V 47«, z. J. 1439, auch oben S. 47. 9) S. das Verzeichnis bei Wurstisen S. 357. !0) S. oben S. 51. , H) Von seiner Weihe (5. Mai 1437) bis zum Todestag gerechnet. Doch agierte er schon seit dem 12. März; s. oben S. 128, A. 9, B »sler Chroniken. VII. 9 ^30 Blauensteins Bischöfe. et cum sollempni processione ad ecclesiam deportatus 1 ), et in sepulchro sumptuoso eo vivente constructo in medio cappelle episcopi Maguntinensis honorifice sepultus' 2 ), subsequentibus exe- quiis magnificis. Arnoldus de Roperg decretoruni doctor, decanus huius ec- ■< clesie 3 ), in concilio Basiliensi suo tempore auditor causarum, per capitulum concorditer in episcopum electus [anno domini u r >i 1451], per papam Nicolaum V. provisus 4 ). A quo per suos ora- tores pro confirmacione missos supplicavit, ut more suorum predecessorum episcoporum sibi dignaretur indulgeri recipere 10 pecunias de sigillo et primos fructus de beneficiis in sua dyocesi vacantibus 5 ). Papa respondit: si licita sunt ista, recipe, non indiget licencia; si illicita, non licet nobis indulgeri. Episcopus satisfaciens verbis pape non recepit more suorum preceptorum, sed duplum, triplum aut quadruplum. * 5 Durus eciam fuit in correctionibus. Nundinas ante ecclesiam Sept. 8 majorem, que fiebant in festis nativitatis Marie et dedicacionis 6 ), Oct. ii proliibuit. Esum butiri in quadragesima casum episcopalem in- stituit 7 ). Structuram curie episcopalis per Felicem papam in- ceptam magnifice consumavit 8 ). Monasterium sancti Leonhardi 20 in Basilea reforrnavit, et reguläres canonicos ibi posuit"). Tempore suo studium Basiliense incepit, cuius cancellarius primus April-1 ip se fuit 10 ), anno videlicet domini 1460 die sancti Ambrosii, 5. decanus i. d. Ha. corrigiert aus: scolasticus. 6. Hs: in consilio. 1) Hierüber s. B. Chron. IV 57 u. 305, auch V 357, ferner Jahrztb. d. Dornst, bei Tr. V No. 130. 2) Ueber sein Grab s. Gräberbuch S. 51 und unten Schnitts Wappentafel. 3) Ductor war er schon 1440 bei seiner Aufnahme ins Concil; s. Concil. Basil. VII 177. Als Dekan folgte er auf den am 27. Aug. 1450 gestorbenen Joh. Wiler; s. B. Chron. IV 306, A. 2. 4) Am 22. März 1451; s. Eubel II 115. Ueber seine Wahl und Weihe s. B. Chron. a. a. O., auch unten Beil. I und Briefers Chron. 5) Ueber das betreffende Verbot des Concils, von 1435, s. oben 8.41. 6) Auf der Basler Kirchweih, am 11. Oct. 7) Wie es mit diesem Verbot später gehalten wurde, s. unten S. 132. 8) Ueber diesen Bau s. K. Stehlin in der B. Festschrift von 1901, S. 312 ff. 9) Er versuchte wohl 1457 eine Reformation dieses Stifts. Doch gelang diese erst 1404 unter Joh. von Veningen, als die bisherigen Chorherren durch (i von auswärts berufene ersetzt wurden; s. Joh. Bernoulli im B. Jahrbuch 1895, S. 121 ff. 10) Die Unterhandlungen über Gründung einer Universität begannen erst 1459, nach Bischof Arnolds Tod, und der erste Kanzler war Bischof Joh. von Veningen; s. W. Vischer, Gesch. d. Universität Basel, S. 13 ff. 1451—1458. 131 sub papa prescripto*) et Bomanorum imperatore Friderico III. Item pontificalia et officia divina sepe per se celebravit 2 ). [fj Hie affabilem et pium ridenti ore se ut frequenter omnibus ex- hibuit 3 ), proponens multa bona facere, quia juvenis erat. Sed 5 postquam presedit annis Septem, die saneti Johannis ante portam i*5S Latinam de sero sanus se ponens in lectum, in nocte gravatus mfirmitate surgens de lecto volens se recreare, et se in lectum i'eponere volens, cecidit retrorsum et subito extinetus est 4 ). Et crastino die 7. maji, anno domini 1458, cum processione Mai 7 10 sollempni ad tumulandum in capellam episcopi Magantinensis sepedietam deportatus, exequiis bonorilicis subsecutis 5 ). Dominus Johannes de Venningen, decanus ecclesiarum Ba- siliensis et Spirensis 6 ), per capitulum eligitur concorditer in episcopum et a papa Calixto III. confirmatur, tempore impera- lr > toris Friderici III. [anno domini 145^] 7 ). Hie multum expertus i«s et practicus in spiritualibus et temporalibus negoeiis 8 ). Omnia officia pontificalia, missam et divina officia celebrat, libros legit et diligit 9 ). In temporalibus multum agilis et industrius, eciam in armis tempore necessitatis. Rigidus in corectione in utroque 20 statu 10 ). Diligit peeunias, et fortunatus in acquirendo eas 11 ). Largus tarnen in exponendo tempore necessitatis et ad houores, et notanter in strueturis et edifieiis fortaliciorum et habitacionum 1) Nämlich unter dem als Gründer der Universität schon in der Fortsetzung der Elores Temporum erwähnten Pins IL; s. oben S. 55. . 2) Ein Beispiel s. unten Beil. I. 3) Vgl. ebend., ferner Jahrztb. d. Dornst, bei Tr. V No. 142. 4) Vgl. ebend. und B. Chron. IV 331. Da er in der Nacht vom 6-/7. Mai starb, so wurde sein Tod im Jahrztb. d. Dornst, zum 7. Mai verzeichnet. 5) Vgl. B. Chron. IV 60. Ueber sein noch vorhandenes Grab s. Gräberbuch 8. 50 und unten Beil. I. fi) Ueber seine Wirksamkeit in Speier s. Jos. Stöcklin, Bischof Joh. v - Venningen, Basler Dissertation von 19()2, S. 5 ff. 7) Er wurde am 17. Mai 1458 erwählt und am 12. Juli vom Papst bestätigt, worauf am S.April 1459 die Weihe erfolgte; s. B. Chron. IV 331, 3 32 u. 408, auch V 358, ferner Tr. V No. 144—146. 8) Vgl. unten Beil. I. 9) Unter ihm wurde in dem später »Betsalc genannten Obergeschoss zwischen beiden Kreuzgängen des Münsters eine Bibliothek errichtet, in Welche er viele Bücher schenkte; s. Wurstisens Münsterbeschreibung in B - Beitr. XII 462. 10) D. h. gegen Geistliche sowohl als Laien. Ein Beispiel s. B. Chron. M 239 u. 275. H) Vgl. ebend. S. 290 u. 297, auch unten Beil. I. Ueber die Einnahmen un ter seiner Regierung s. Stöcklin S. 281 ff., 328 ff. u. 338. 9* 132 Blauensteins Bischöfe. sive domorum ecclesie 1 ). Ipse enim reemit castrurn et opidum Brunendrut cum suo territorio 2 ), et ipsum de novo quasi fun- ditus edificavit, et ita magnifice et sumptuose, quod sufficeret pape aut imperatori aut cuicunque principi ad inhabitandum 3 ). Ubi exposuit reemendo et reedificando quinquaginta milia flor. 6 et ultra 4 ). Item ipse impetravit a papa Pyo IL, quod homines utriusque sexus et Status sue dyocesis et territorii eciam aliarum dyoce- sarum possunt in quadragesima in pulmentis loco olei uti putiro 5 ). 10 (i«0—1465) Item eo tempore predictus papa Pius concessit per 6 annos Sept. 8-1 onin jjj Ug Christi fidelibus ecclesiam Basiliensem in festo nativi- tatis Marie et per 8 dies sequentes 6 ) visitantibus et manus ad- jutrices pro reparacione ecclesie porrigentibus indulgenciam plenam, remissionem omnium peccatorum. ir ' Item ipse dominus episcopus tempore sui regiminis diversas impeticiones et vexaciones a magnis et potentibus habuit et hodie habet 7 ); et tarnen sua prudencia et industria cum ipsis suis adversariis ita egit, quod nunquam usus est armis, licet aliquando magnas expensas sustinuerit—excepta illa maxima 2° 14-5 gwerra, que de presenti agitatur [anno domini 147f>] 8 ) inter imperatorem Fridericum predictum, regem Francie, Sigismun- dum ducem Austrie et eis adherentes [f v ] ex una, et Karolum 4. Hs.: quocunqne principi. II). Ils.: tempore sno rtgimini». 1) Vgl. B. Chron. III 227. 2) Ueber diese 1461 erfolgte Auslösung s. Tr. V No. 156 u. 157, auch oben S. 122, A. 6, und unten Beil. I, ferner Stöcklin S. 19 ff. 3) Ueber diesen Bau und seine Ausschmückung vgl. Stöcklin S. 184 »■ u. 195 ff. 4) Vgl. unten Beil. I, wo nur: ultra 24 000 flor. Die Auslösung kostete 22 885 Gl., und die Baukosten von 1463 bis 1469 betrugen 21109 Gl.; s. Stöcklin S. 1!) ff. 5) Vgl. oben S. 55. 6) Vgl. B. Chron. IV 333, wonach dieser 1460 erteilte Ablass im ersten Jahr 15, und die 2 folgenden je 12 Tage währte. Ueber seine Verlängerung auf weitere 3 Jahre s. ebend. S. 344, und vgl. auch oben S. 55. Ueber die Verteilung seines Ertrages s. unten Beil. I. 7) Uebor solche Streitigkeiten s. B. Urkb. VIII No. 92, 196, 370 u. 385. Ueber seinen Streit mit Basel, der erst 1476 seinen Höhepunkt erreichte und 1177 beigelegt wurde, s. B. Chron. III 483ff. und B. Urkb. VIII No. 528, ferner seine Klage gegen Basel, bei Stöcklin S. 121 ff. 8) Vgl. oben S. 74. 1475. 133 ducem Burgundie, regem Anglie 1 ) et eis adherentes ex aila Parte. In qua gwerra ipse dominus episcopus conpulsus utitur armis causa defensionis, et ecclesia recipit maxima dampna. Omnipotens deus corda parciuni convertere dignetur ad pacem, 5 quia pauperes horribiliter opprimuntur et cruciantur 2 ). 2. Ha.: ex alia partibus. 1) Eduard IV. 2) Ueber Bischof Johanns Tod s. unten Beil. I, z. S. 1478. Beilagen. Die Zusätze zu Blauensteins Chronik. "Wie wir schon in der Einleitung sahen, so wurde um 1510 die Chronik Blauensteins durch Hieronymus Brilinger in humanisti- 6 schem Sinn überarbeitet, zugleich aber auch durch eine Reihe von Zusätzen erweitert, und diese seine Arbeit ist uns in der von ihm gefertigten Handschrift Z 37 der Kantonsbibliothek in Aarau erhalten 1 ). Die meisten dieser Zusätze schöpfte Brilinger aus dem noch vorhandenen Jahrzeitbuch des Domstifts 2 ), das er als »über 10 vitae chori ecclesiae Basiliensis« auch mehrmals anführt. Da jedoch dort nur selten eine Jahrzahl steht, so bezieht er dessen Angaben nicht immer auf den richtigen Bischof. Von sonst noch erhaltenen Quellen, auf die er gelegentlich verweist, ist ausser zwei Urkunden von 1283 und 1400 einzig Hermann von Reichenau zu nennen. Mit 15 dem bei Bischof Pantalus erwähnten »Catalogus virorum illustrium ac serenissimorum archiducum Austriae« des Jakob Manlius ist vermutlich dessen »Fürstliche Chronik« gemeint 3 ). Zu den seither verlornen Quellen hingegen gehört eine Urkunde von 1343 über die Weihe der Kirche zu Pfeffingen, sowie auch das Jahrzeitbuch 20 der St. Johannisbruderschaft der Kapläne des Münsters. Bei Bischof Fridebert, welchen Blauenstein »Fridericus« nennt 4 ), bemerkt Brilinger nur allgemein, dass derselbe »in aliis codicibus« Fridebertus heisse. Ebenso beruft er sich für einen Zusatz bei Hartmann Münch auf »quidam antiquiores Codices«, und bei Friedrich ze Rin be- 25 1) S. oben S. 104. 2) Jetzt im Landesarchiv zu Karlsruhe als Nekrolog No. 3, wovon eine Copie im Basler St. Archiv, Domslift Bd. A, und Auszüge bei Trouillat. I n der Ausgabe in Böhmers Fontes IV 145 ff. sind die hinten beigefügten Jahrzahlen blosse Zutaten des Herausgebers und keineswegs immer richtig. 3) S. P. Albert in Ztschr. f. Gesch. d. Oberrheins, N. F. XX 180 ff. 4) S. oben S. 111. Beilage I. 135 stimmter auf einen »antiquior codex«. Da nun der betreffende Inhalt sieh auf keine bekannte Quelle zurückführen lässt, so scheint Brilinger hier eine seither verlorne Schrift benützt zu haben, welche wenigstens über die Bischöfe des XV. Jahrhunderts etwas ein- 5 gehender berichtete. An Blauensteins Schluss aber, also nach 1475, fügt er als Fortsetzung bloss noch Bischof Johanns von Veningen 147 8 erfolgten Tod. Die Handschrift Brilingers, welche diese seine Ueberarbeitung von Blauensteins Chronik enthält, diente später als Vorlage jenem lo Unbekannten, welcher das Werk bis 1529 fortsetzte und zugleich dem Texte Brilingers noch weitere Zusätze beifügte 1 ). Diese aber beruhen teilweise lediglich auf dem weitern Inhalt von Brilingers Handschrift, und zwar zunächst auf Auszügen aus den Flores Temporum und den Vermischten Chronikalien, welche durchweg dem >5 Buche Blauensteins entstammen 2 ), sodann auf Brilingers Auszügen aus dem Mainzer Archiv 3 ), und zum Teil auch auf dessen lateinischer Version der Grössern Basler Annalen 4 ). Ausserdem jedoch scheint dieser Fortsetzer von 1529 noch weitere, jetzt verlorne Aufzeichnungen Brilingers gekannt zu haben, die in der vorhandenen 20 Hs. sich nicht finden. So fügt er z. B. bei Bischof Heinrich von Isny an einen Auszug aus dem Jahrzeitbuch des Domstifts einen Bericht über die 1512 unter Brilingers persönlicher Mitwirkung erfolgte Oeffnung des Grabes der Königin Anna, der uns sonst nur noch in deutscher Uebersetzung in der Beinheimischen Hs. er- 25 halten ist 5 ). Ausser den Aufzeichnungen Brilingers verwertete jedoch der Fortsetzer von 1529 in seinen Zusätzeu noch andre bekannte Quellen. So verweist er zunächst bei Bischof Pantalus auf Siegbert von Gem- bloux, Antonius Sabellicus, Eusebius und den Fasciculus Temporum. 30 Wenn er aber als seine Quelle über den Bischof Waldo das »Chro- nicon Hermanni Contracti« nennt, so verwechselt er diesen alten Geschichtschreiber mit dem viel spätem Reiehenauer Chronisten Gallus Oehem. Mit den »vetustis cartulis« oder »antiquis cartulis« hingegen, auf die er sich bei Pantalus und bei Konrad Münch ;, 5 beruft, mag irgendwelches seither verlorne Verzeichnis der Bischöfe gemeint sein. Verloren ist auch eine von ihm erwähnte Urkunde des Gegenbischofs Härtung Münch, von 1326, während diejenige des Bischofs Johann Senn, über die 1363 erfolgte Weihe des wiederhergestellten Münsters, in ihrem Wortlaut uns einzig hier noch er- 40 halten ist. Aus dem XV. Jahrhundert dürfte namentlich der Bericht über die Bischofsweihe Arnolds von Rotberg auf irgendwelcher 1) S. oben S. 105. 2) S. Cod. Z 37, Bl. 97—105. 3) S. ebend. den eingeklebten Zettel hinter Bl. 91. 4) S. ebend. Bl. 105-108, auch B. Chron. V 20 ff. 5) Vgl. B. Chron. V 443. ]_3ö Blauensteins Bischöfe. zeitgenössischen Aufzeichnung beruhen, die sich gleichfalls nur hier noch vorfindet. Da die Zusätze des Fortsetzers von 1529 sich auf dasselbe Werk beziehen wie diejenigen Brilingers, so ordnen wir sie unter diese ein, nach der Reihenfolge der Bischöfe, und unterscheiden sie 6 von jenen durch eckige Klammern. Zugleich aber lassen wir schon bei den Zusätzen Brilingers, soweit es zum richtigen Verständnis nötig erscheint, die Anschlussteilen aus Blauenstein in Cursivschrift vorausgehen. Unter den Zusätzen des Fortsetzers übergehen wir einzig einige Nachrichten, welche unverkennbar auf den in Bd. V 10 und VI bereits veröffentlichten Grössern Basler Annalen beruhen. Dem Zusatz über das Grab der Königin Anna hingegen fügen wir die schon oben erwähnte deutsche Version aus der Beinheimischen Handschrift bei 1 ), da sie zum vorliegenden Text einige Ergänzungen bietet. Die Varianten bei Trouillat bezeichnen wir 15 mit Tr. Hinsichtlich der Rechtschreibung ist einzig zu bemerken, dass schon Brilinger, als Humanist, für ae nicht mehr das mittelalterliche e schreiben will wie Blauenstein. Da jedoch in der Aussprache das herkömmliche e für ae ungestört fortlebte 2 ), so schwankt 20 er beim Schreiben immer noch zwischen ae und e, und dasselbe gilt auch von seinem Nachfolger. Im Druck jedoch setzen wir überall ae, soweit der Text nicht auf einer altern Quelle beruht. Zu Pantalus (S. 109). Iste Pantalus fuit comes de Vroburg 3 ), ut reperi in catha-25 logo virorum illustrium ac serenissimorum archiducum Austriae, quem jussu Maximiliani doctor Jacobus Manlius diligenter collegit 4 ). Martyrio coronatus est [anno 454. In quo supputationis tempore Eusebius, Sigebertus, Anthonius Sabellicus et Tem-3» porum fasciculus concordant 6 ), licet iu historia sancte Ursule et 1) S. oben S. 135. 2) Noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts wurde in Basel das lateinische ae wie e gesprochen. 3) Diese Zuweisung an die Froburger beruht wohl darauf, dass unter den frühesten Bischöfen von bekannter Herkunft mehrere diesem Grafenhaus entstammten; s. oben S. 114, A. 8, u. S. 115, A. 1 u. 3. 4) Gemeint ist vermutlich dessen »Fürstliche Chronik«, die ich nicht kenne; s. P. Albert i. d. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrheins, N. F. XX 186 ff. 5) Vom Hunnenfürsten Julius, der das Martyrium der 11000 Jungtrauen befalil, sagen schon die Flores Temporum: qui alio nomine Athila vocabatur. Deshalb ist Julius hier ersetzt durch Attila, und dementsprechend das Jahr 238, wie Blauenstein hat, durch 154 aus Siegbert von Gcmbloux; Beilage I. 137 Pantali, que in ecclesia Basiliensi pro lectionibus legitur, et in quibusdam vetustis cartulis reperiatur, quod passa sit circa an- nurn domini 238 1 ). Sed ratio temporis hoc non permittit, ut patet in legenda undecim miliuni virginum 2 ).] 5 Zur bischofslosen Zeit nach Pantalus (S. HO). Et canonici fugerunt in Grandisvallem, ubi per aliquot annos, ut fertur, latitabant 3 ). Zu Walanus. [Vel Waldo, ut chronicon Hermanni contracti habet.] 4 ). 10 Zu Heito (S. 111). Tempore LeomsIIL, qui fuit Almanus, comes de Tags- purgs). [Hetto vel Hatto, secundum Hermannuni contractum. Hunc Hettonem imperator misit Constantinopolim.] 6 ). 5 Zu Udalricus I. Ule Udalricus in chrypta anteriori Basiliensis ecclesiac est tumulatus, ut in eius anniversario legitur 7 ). 10. ecclesiae fehlt i. d. Hs. s - Mon. Germ. Scr. VI 3)0. Fasciculus Temporum hingegen (Bl. 52 d. Ausg. y - 1-181) hat 434; und sowohl Antonius Sabellicus in seiner llhapsodia Histo- fiarurn (II 324 d. Ausgabe von 1538) als auch Mattheus Palmerius, der 'Mtsetzer des von Hieronymus übersetzten Chronicon des Eusebius (Bl. 98 v "■ Ausg. v. 152!)), erwähnen aus dieser Zeit nur den Attila, nicht aber die "000 Jungfrauen. 1) So auch bei Blauenstein; s. oben S. 109. 2) Diese Legende nennt kein Jahr, aber statt Julius den Hunnenkönig Athotälla; s. Tr. I S. 16. 3) Vgl. oben S. 110: ecclesia latitabat in Grandivalle. 4) Ueber Waldo, der mit Walanus nicht zu verwechseln ist, aber gleichfalls dem VIII. Jahrhundert angehört, s. unten Briefers Chronik. 5) Verwechslung mit Leo IX., der dem elsässer Grafenhause von Egis- leiIn oder Dagsburg entstammte. 6) Ueber diese Sendung von 811 s. unten Schnitts Wappentafel. 7 ) Der betr. Eintrag im Jahrztb. d. Dornst., z. 26. Mai, bezieht sich *" c ht auf diesen Bischof, sondern auf den 1040 verstorbenen Udalrich IL JJ enn die vordere Krypta, die bei der Münsterrenovation der 1850er Jahre 2 °rstört wurde, war im IX. Jahrhundert noch nicht vorhanden; s. Tr. II No. 3, " n(1 K. Stehlin, Baugeschichte d. B. Münsters S. 14 ff., und vgl. oben S. 111, A - 5 » und S. 113, A. 5. 1J}8 Blauensteins Bischöfe. Zu Fridericus (S. 111). In aliis codicibus reperitur Fridebertus'). Zu Iringus (S. 112). (917) Basilea ab Ungaris destructa anno 910, juxta chronicon Hermanni contracti 2 ), tempore Leonis VI. et Jobannis X 3 ). 5 Zu Landelous. [Circa haec tempora, videlicet 902, gens Hungarorum jam tertio Bavariam, Saxoniani, Lothoringiam et totam fere Ger- maniam invaserunt, civitatem Basiliensem funditus quasi de- struentes] 4 ). i° Zu AdalberoII. (S. 113). Iste episcopus Adalbero sepultus est in chrypta posteriori ecclesiae Basiliensis, ut in eius anniversario reperitur 5 ). De prescriptorum episcoporum patria, genere, vita, morte ac sepulchris pene nihil invenitur. Fieri tarnen potuit, ut ob 1 5 eorum virtutem et modestiam, qua laudes humanas parvi fecere, humilibus eos sepulturis absque monumentis et inscriptionibus contentos fuisse. Quippe qui et nominum suorum rerumque gestarnm memoriara non appetebant in terris post mortem suam celebrari, sed apud deum nomina sua in libro vitae scripta salu- 20 temque sempiternam pro bonis operibus mercedem redditum in, ut certo sperabant, et in eo quiescebant. 1) Vgl. oben S. 111, A. 7. 2) Hermann hat das richtige Jahr 917; s. Mon. Genn. Scr. V 112. 3) Schon Hermann nennt z. J. 913 als Vorgänger Papst Johanns X- statt Lando irrtümlich Leo IV. ; s. ebend. 4) Dieser ganze Zusatz des Fortsetzen von 1529 beruht auf Brilingers Auszug aus den Flor. Tempor.; s. Brilingers Hs. Bl. 100^ und vgl. Meus- chens Ausg. d. Flor. Temporum S. 89. Das Jahr 902 (bei Menschen 901), das zu Landelous in keiner Weise stimmt, bezieht sich in den Flor. Temporum nur auf die Thronbesteigung Ludwigs des Kindes, unter dessen R e ' gierung diese Quelle die dreimaligen Einfälle der Ungarn samt der Zerstörung Basels ohne Jahrzahl erwähnt. Das Jahr 902 wurde somit erst vom Fortsetzer von 1529 auf die Zerstörung Basels bezogen, die in Wirklichkeit erst 917 erfolgte; vgl. oben Anm. 2. 5) S. Jahrztb. d. Dornst, z 12. Mai. Ueber die hintere Krypta s. Steh- lin, Baugesch. d. Münsters S. 43 ff. Ueber die daselbst 1907 entdeckten 3 Bischofsgräber s. B. Zeitschr. f. Geschichte V1I1 287 ff. Beilage 1. 139 Zu Bruno (S. 113). Et est sepultus in chrypta anteriori. Cuius anniversarium sanctus Heinricus imperator dotavit, ut in libro vitae 1 ). Zu Theodorich (S. 114). s Tempore Leonis IX. [Iste Leo Alemanus fuit, nomine Bruno 2 ), episcopus Tullensis.] Zu Ortlieb (S. 115). Iste Ortliebus sepultus est ante altare sanetae crucis, quod nunc altare confraterniae beatae virginis nuneupatur, juxta gra- 10 dus chori 3 ), ut in libro vitae in suo anniversario est notatum <). [Sub illo Orthlebo festum sanguinis miraculosi est insti- tutum] 5 ). Zu Hugo. Ille Hugo sepultus est ante cameram campanarii 6 ). Cuius 16 sepulcrum attingit summum gradum, ubi itur in chryptam posteriorem, ut in libro vitae reperitur 7 ). Zu Lütoldl. (S. 116). Lütoldus de Arburg sepultus est in chrypta posteriori, ut in libro vitae comperitur 8 ). 8. Hs.: nomine Bano. 1) Ueber diesen Würzburger Bischof und sein angebliches Begräbnis in Basel s. oben S. 101. Zudem verwechselt hier Brühiger die Kaiser Heinrich II. und III. 2) Die Entstellung in Bano, wie die Hs. hat, stammt aus den Flor. Temporum. 3) Mit dieser Ortsbestimmung stimmt Wurstisen S. 111, laut welchem Ortliebs Grab schon 1381 beim Bau des Lettners wieder aufgefunden wurde. 4) Das Jahrztb. d. Dornst, z. 18. Aug. sagt nur: sepultus est ante altare sanete crucis. Das weitere ist also Brilingers Zusatz. 5) Dieses Fest, welches der von Kaiser Heinrich IL geschenkten Reliquie galt, wurde in Basel am 19. Juni begangen; s. B. Chron. IV 474 und v gl. oben S. 113. 6) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 15. Mai, wo jedoch nicht »campanarii« steht, sondern »campanariorum«. Alles Folgende ist Brilingers Zusatz. 7) Vgl. unten Schnitts Wappentafel: Ligt begraben in S. Gallen capellen u nder der kindlin altar. 8) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 7. Juni. Ueber sein 1907 aufgedecktes Grab B - B. Zeitschr. f. Gesch. VIII. 296. 140 Blauensteins Bischöfe. Zu Heinrich von Thun (S. L16). Heinricus de Thuno sepultus in chrypta posteriori 1 ). Zu Lütoldll. Lütoldus de Rotellen sepultus ante sanctum Stephanum in ecclesia Basiliensi 2 ). '•> Zu Berchtold von Pfirt. M&rz 2 I n libro vitae 0. nonas martii habetur Berchtolfus, et nön Berchtoldus 3 ). Ille Berchtoldus sepultus est ante altare sancti (1262) G a lli u t i n Hbro vitae, 4. idus decerubris 4 ). ßec. 10 ' ' ' ■ Zu Heinrich von Neuenburg. w Ille Heinricus construxit capellam, in qua est sepultus 6 ), 1274 ut in libro vitae. Obiit anno domini 1274 ydus septembris 6 ). [Eius imago lapidea hodie in ecclesia Basiliensi juxta vetus campanile erecta cernitur] 7 ). Zu Heinrich von Isny. is Hunc Heinricum de Isena episcopum Basiliensem Rodulphus Romanorum imperator summa dilectione est prosecutus. Cuius amoris indicium in littera privilegii, qua arcem Porrentrut ecclesie Basiliensi donavit, inter cetera tenoris verba ostendit: Te diligo, et chordis mei te posui signaculum 8 ). 20 Ipse Rüdolphus Romanorum rex habuit uxorem Annam comitissam de Hohenberg. Que sepulta est Basilee juxta sum- 1) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 17. Febr., und ebenso über sein Grab. 2) S. ebend. z. I(i. Jan. Dieser Altar lag im südliehen Querschiff. 3) Dieser Eintrag im Jahrztb., z. 2. März, bezieht sich auf den 1133 abgesetzten und 1137 gestorbenen Berchtold I. von Neuenburg, und nur das Folgende auf Berchtold IL von Pfirt; s. oben S. 114, A. 7, und S. 116, A. 6. 4) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 10. Dec, bei Tr. II No. 91. Dieser Altar lag im nördlichen Querschiff. 5) Ueber diese Kapelle, die zweite des nördl. Seitenschiffs, s. Stehlin, Baugesch. d. Münsters S. 98. 6) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 13. Sept., bei Tr. II No. 194. 7) Beim Georgsturm, dessen Ecke die von diesem Bischof gestiftete zweite Kapelle des nördlichen Seitenschiffs berührt. Dieses Standbild ist jedoch nicht mehr vorhanden. 8) Vgl. Rudolfs Urk. v. 20. April 1283, bei Tr. II No. 286: quod ipsum velut insigne signaculum locavimus in cor nostrum, semper pl e ceteris diligendum. Beilage I. 141 mum altare cum duobus filiis, Carolo, qui in puerili etate de- cessit 1 ), et Hartemanno, qui in Rheno juxta Rinow subrnersus 2 ), ut in catlialogo doctoris Jacobi Manlii 3 ). Iste Hartemannus primitus fuit sepultus in ecclesia Basics liensi prope majus altare, in dextro latere ante altare sancti' 12sl ) Petri apostoli, ut habetur in libro vite 13. kalendas januarii in suo anniversario 4 ). Ille Rodolphus cornes de Habspurg, de quo superius est nientio facta, Spirae est contumulatus. io In libro vitae, ydus julii: 1201 Juli 15 Mortuus est anno milleno, centum triplicato, Sex minus atque tribus, julii rex mense Rodulphus. anno 1291, regni sui 18 6 ). Uxor vero eius Anna, que Vienne obiit 0 ), ibidem balsamata 15 atque ad Basileam traducta, post summum altare ad levam par- tem cum suo filio Hartemanno, qui in Rheno apud Rinow ad patris comitias properaturus noctu voragine quadam cum aliis nobilibus, qui secum erant, naufragium passus periit, anno 1281. 1281 [De bac Anna Romanorum regina et suo filio Hartemanno 20 talis memoria in libro vite cbori Basiliensis vetusta litterarum forma conscripta legitur 6 ): Anno domini 12S1 Anna regina 12s 1 Romanornm obiit 7 ), et sepulta est secus maius altare in sinistro latere, feria quinta in media quadragesima. Cuius sepulture März 20 interfuerunt tres episcopi, sex abbates, trecenti sacerdotes et 25 alii quam plures clerici, cum multis baronibus et cetu populi. Ipso quoque anno Rüdolfo Romanorum rege secus Oppenheim conmorante, curiam cum primatibus in natali domini habere nee. 25 disposuit. Ad quam Hartmannus filius eius, lantgravius Alemanie 8 ), cum navigio festinare satageret, in Reno apud oppidum Rinöwa 30 festo beati Thome apostoli crepusculo noctis cum aliis decem Dec 21 1) Er starb 1270, 3 Monate nach der Geburt. 2) Näheres s. unten. 3) Vgl. oben S. U6, A. 4. 4) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 20. Dec, bei Tr. II No. 264. 5) Im Jahrztb. steht z. 15. Juli dieser Vers nicht, wohl aber das übrige; 8 - Tr. II No. 402. 0) Das Folgende, aus dem Jahrztb. d. Dornst., s. in Mon. Germ. Scr.XXX, '24, auch bei Fechter im B. Neujahrsblatt 1850 S. -l(i. In der Basler Copie "es Jahrztb. finde ich es nicht. ") Am HS. Febr.; s. Jahrztb. bei Tr. II No. 256. 8) Richtiger wäre: Alsatie. ^42 Blauensteins Bischöfe. submersus interiit. Quod pater percipiens, episcopum Basilien- sem ipsum destinavit sepelire in dextro latere altaris beate Marie maioris ecclesie Basiliensis. Cuius sepulture quatuor episcopi interfuerunt] 1 ). [Creditur, quod iste Hartemannus post rnagnum terremotum 5 1356 anno 1356 in die sancti Lucae factum, quo fere totus chorus corruit, sit ad sinistram partem altaris ad suam matrem trans- latus, ubi jam amborum sumptuosum mausoleum cernitur 2 ). 1512 Quod postea circa annos domini 1512 3 ) per quosdam dominos de capitulo est apertum, et quidam capellanus Hieronimus Bri- '° linger eorum jussu intravit, atque reginam integram reperit, filio eius ad latus sine ordine posito 4 ). Erat regina Corona argentea auro delinita coronata, pretiosis lapidibus, margaritis, saphyris, topasionibus corone impositis 5 ). Quam tollens idem Hieronimus de capite, dominis presentibus tradidit"); que hodie adhuc in 16 sacristia conservatur 7 ). Apud sepulchrum nullum apparet epi- grammen....., tarn insignibus personis res profecto in- digna] 8 ). [Wernherus episcopus Moguntinus 25 annis fuit. Quo mor- 12. Hs.; ad latus sui ordine. 17. Hinter opigrammen eine unlesliare Stelle. 1) Bis hier aus Jahrztb. d. Dornst. Alles weiter Folgende hingegen stammt nur aus Brilingers Hs., Bl. 02, findet sich aber in deutscher Ueber- setzuug teilweise auch in der Beinheimischen Hs., Bl. 31; s. oben S. 135. 2) Ueber dieses Grabmal, das jedoch neben der Königin nicht Hartmann, sondern den als Säugling verstorbenen Karl darstellt, s. Gräberbuch S. 3, ferner H. Wölfflin in der Festschrift des B. Histor. Museums von 1894, S. 151 ff. 3) 1512 scheint genauer als 1510, wie die Beinheimische Hs. hat, da in Brilingers Hs. diu von ihm vorgeschlagene Grabschrift ebenfalls auf 1512 lautet; vgl. unten Anm. 8. 4) Nämlich Karl; s. oben Anm. 2. Vgl. Beinheimische Hs.: mit sinem gebein uff einem hüfflin on Ordnung. 5) Vgl. ebend.: ein sylberi vergült krön mit edlem gestein, linder welchem ein wack (Stein) was von einem saphir, ward uff viertzig guldin geschetzt. 6) Vgl. ebend.: Dann usz geheysz einer gnedigen herren schlouff er in das grab und nam der küngin die krönen ab dem houpt und sübert sy in sinem husz. — Brilinger wohnte im Haus zur Krone an der Freien Strasse (jetzt No. 45); g. Histor. Grundbuch im St. Archiv. 7) Ueber diese Krone, jetzt ira Museum in Berlin, s. Karl Burckhardt in Mitteilungen der B. Antiquar. Gesellschaft X 1 5, wo auch eine Abbildung derselben. 8) Aus Brilingers Hs. Bl. 02 folgt hier noch dessen Entwurf einer Grabschrift für die Königin und für Hartmann; vgl. oben Anm. 3. Beilage I. 143 tuo') et sede Moguntina vacante, eo quod in discordia duo essent electi, videlicet Petrus Basiliensis canonicus prepositus majoris ecclesie 2 ), et Gerrardus de Eppenstein archidiaconus Treverensis, et negotio diu ventilato in curia Romana, Honorius papa IV., 5 utroque eorum relicto 3 ), Heinricum de Ysenheim 4 ) de ordine Minorum episcopuni Basiliensem in archiepiscopum Moguntinum ordinavit, et Petrum predictum prepositum episcopum Basiliensem fecit 6 ), regis Rodulphi quondam medicum 6 ). Sequitur Petrus natus de Treveris 7 ), qui construxit monasterium Carthusiensium 10 et collegium in Oppenheim 8 ). Is etiam prius episcopus fuit Basiliensis, anno 1320] 9 ). 1320 Zu Peter von Aspelt (S. 117). Eiusdem episcopi anniversarium in libro vitae chori eccle- (1320) siae Basiliensis adhuc extat nonas junii 10 ). Juni (2) 18 Ille Petrus construxit capellam, quae nuncupatur capella archiepiscopi Moguntini 11 ); vide librum vitae 4. kalendas de-Nov. 28 cembris 12 ). S. Hs.: prefecit. 1) Wernher von Eppenstein regierte 1259—1284. — Den hier folgenden Abschnitt entnahm der Fortsetzer den Auszügen Brilingers aus dem Mainzer Archiv; s. oben S. 135, A. 3. 2) Peter Reich von Basel war Dompropst von Mainz seit 1275; s. Eubel im Histor. Jahrbuch d. Görresgesellschaft IX 399. 3) Erst später, 1289, folgte Gerhard von Eppenstein dennoch als Erz- Bischof auf Heinrich von Isny. 4) Verwechslung von Isny im Allgau mit Isenheim im Elsass. 5) Beide Ernennungen erfolgten am 15. Mai 1280; s. Tr. II No. 330 u. 3 31, und vgl. oben S. 116, A. 9. 0) König Rudolfs Leibarzt war nicht Peter Reich, sondern Peter von Aspelt; s. Tr. II No. 490, A. 1. 7) P. von Aspelt folgte als Erzb. von Mainz nicht direkt auf H. von Isny, sondern erst 1306 auf Gerhard von Eppenstein; vgl. oben Anm. 3. 8) Vgl. Successio episcoporum Moguntinensium, bei Böhmer, Fontes *v 361. n 9) 1320 starb er, und Bischof von Basel war er bis 1300; s. oben S . 117. 10) Das Jahrztb. d. Dornst, hat IV nonas junii (also 2. Juni), während er laut seiner Grabschrift in Mainz am 4. Juni starb; s. Tr. II No. 490, A. 1. t. H) Ueber diese Kapelle, die dritte des nördl. Seitenschiffs, s. Stehlin, öa ugesch. d. Münsters S. 99. •2) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 28. Nov. 144 Blauensteins Bischöfe. Zu Gerhard von Wippingens Tod (S. 118). 1325 Anno domini 1325, 16. kalendas aprilis 1 ). Cuius imago Man n erec t a juxta vetus campanile ecclesiae Basiliensis [et ibidem sepultusj 2 ). Zu Johanns von Chälon Gegenbischof. 6 [De illo Hartungo Monachi archidiacono ecclesie Basiliensis reperitur quoddam instrumentum in quadam appelationis causa ab eo emanatum, in quo se electum et confirmatum in episco- 1320 pum Basiliensem nominat. Cuius instrumenti datum 1326] 3 ). Zu Johann Senn von Münsingen (S. 119). )0 Idem episcopus consecravit ecclesiara et altaria in Pfeffingen, 1343 anno 1343, 15. kalendas septembris, et nominavit se in hac con- Ang ' 18 secratione episcopum Basiliensem natum de Münsingen 4 ). 1356 Zum 18. Oct. 1356: In libro vitae chori Basiliensis reperitur 0ct " 13 anniversarium inscriptum cuiusdam canonici Basiliensis Johannis l5 Christiani de Argentina, qui illo anno et die Basileae motu terrae oppressus est 5 ). Dominus Burchardus de Sennen miles fuit pater illius epi- scopi, et domina Johanna de Bücheggk mater 6 ). [Sequitur copia literae reconciliationis, quam idem Joannes 20 episcopus cum sacris reliquiis summo altari imposuit, que iterurn in altari reperta fuit cum ipsis reliquiis anno a Christi nativi- «29 täte 1529, 9. februarii, dum ipsi Basilienses, Oecolampadiana secta seducti et a Christiana religione aversi, ipsam ecclesiam 2. Hs.: 1326, 16. kal. apriliä. 1) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 17. März, bei Tr. III No. 205. 2) Vgl. ebend.: qui sepultus est in capclla domini Heinrici de Neuvenburg episcopi nostri. — Hierzu vgl. oben S. 140, A. 7, ferner Gräberb. S. 50. 3) Diese Urk. scheint verloren zu sein. Doch denselben Titel s. U> einer Urk. v. 1325, bei Tr. III No. 206. — In der Hs. des Fortsetzers von 1529 folgen hier noch einzelne Nachrichten von 1346, 1367 u. 1373 aus Brilingers latein. Version der Grössern Basler Annalen; s. B. Chron. V 2l f 24 u. 20. 4) Auch diese Urk. ist verloren. 5) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 18. Oct., bei Tr. IV S. 666. S) S. Tr. III No. 331. Beilage 1. 145 horribiliter devastarunt atque spoliaverunt 1 ). Cuius literae talis tenor fuit 2 ):] [Nos Joannes dei et apostolice sedis gratia episcopus Basi- liensis, natus quondam Burckardi dicti Sennen de Münsingen 5 militis, et quondam nobilis dominae Jobannae nate spectabilis quondam domini Henrici comitis de Bücliegge lantgravii in Burgundia 3 ), ad omnium et singulorum presentem scripturam intuentium notitiam cupimus pervenire, quod, cum ecclesia nostra Basiliensis anno domini 135(> in die beati Lucae evangeliste 1356 10 per terremotum esset destructa et miserabiliter desolata, et postmodum processu temporis provido et discreto viro domino Henrico Völmin canonico eiusdem nostrae ecclesie, tunc ma- gistro fabricae existente 1 ), providamque diligentiam cum studio operoso eiusdem restaurationi fideliter adhibente, competenter, 16 divina favente dementia, per pia christifidelium subsidia restau- rata, nos anno domini 1363 die dominica, que fuit crastino m3 post festum beati Johannis baptiste, hoc altare maius eiusdem nostre ecclesie in nomine sanctae et individue trinitatis, beate Marie virginis gloriose et aliorum sanctorum, prout in literis 20 super hoc editis continetur 6 ), consecravimus, adhibitis solemni- tatibus debitis et consuetis.] [Huic Joanni Senn Berchtoldus de Bücheck episcopus Ar- gentinus, cum in vincnla ab hostibus conjectus esset, ecclesie Argentinensis administrationem commisit 6 ).] 25 Sepultus est ante altare saneti Ymerii, [ubi usque in hunc diein statua suae imaginis ereeta apparet 7 ).] Zu Johann von Vienne (S. 120). Et est sepultus in Brunnentrut 8 ). 14. novembris anno 131)7 ineepit ille episcopus litem cum Noy u Juni 2. r > 1) Vgl. unten S. 15'!. 2) Diese Urk. ist einzig hier erhalten. 3) Die Landgrafschaft Klcin-Burgund, welche früher diesem Grafen- hause zustand, gehörte schon seit 1313 dem Hause Oesterreich; s. Dierauer, °esch. d. Schweiz I 228. '!) H. Vülmin wurde 1370 auch bischöflicher Münzmeister; s. B. Urkb. X V No. 342. 5) Hierzu vgl. oben S. 1 1 9, A. ',). 6) Dieses Amt übertrug ihm uicht der gefangene Bischof, sein Oheim, s °ndern Papst Benedikt XII., 1337; s. Mathias von Neuenburg, Ausg. Y - Studer, S. 100. "') Vgl. Gräberb. S. 52. 8) S. Jahrztb. d. Dornst, i. 7. Okt., bei Tr. IV No. 195. Basler Chroniken. VII. 10 146 Blauensteing Bischöfe. dominis capellanis, ut in libro vitae confratemiae 18. kalendas decembris 1 ). Zu Imer von Kamstein (S. 123). 1386 [His temporibus, videlicet anno 1386, 9. mensis julii, Lu- poldus dux Austriae cum numeroso nobilium exercitu juxta '•> opidum Sempach ab Helvetiis prosternitur.] Zu Friedrich von Blankenheim. [Conradus Monachi episcopus Basiliensis. Incertum est de illo, an fuerit episcopus Basiliensis. In antiquis tarnen cartulis hoc loco inseritur 2 ).] lü Zu Humbert von Neuenburg. Ille Humbertus donavit ecclesiae Basiliensi, ad ampliandum locum sepulturae in ambitu, partem orti a curia episcopali usque ad capellam sancti Nicolai^), et hoc tarnen cum consensu capituli, juxta litteram desuper confectam circa annum domini 15 i4oo 1400 4 ). (1414) Anno domini 1415 incepit concilium Constanciense 6 ), et 1*18 terminavit anno 18, secunda post penthecostes 11 ). Mai 16 Zu Hartmann Münch (S. 124). Iste Hartmannus in Fröscheneck prope Mutentz habitavit 7 ), 20 ibique [odio et] 8 ) crapulae deditus et mortuus 0 ), ut in quibus- dam antiquioribus codicibus reperi. 1) Dieses Buch scheint verloren zu sein. 2) Konrad Münch, der einzig bei Blauenstein fehlt, regierte 1393 bis 1395; s. oben S. 123, A. 5. 3) Das Areal, auf welchem später der Kleine Kreuzgang erbaut wurde. Ueber diesen, sowie über die St. Niklauskapelle s. Stehlin, Baugesch. d. Münsters S. 251 ff. 4) Diese Urk., vom 9. Oct. 1400, s. ebend. S. 252, A. 1. 5) Genauer im Nov. 1414; s. B. Chron. V 151. 0) An diesem Tag reiste Martin V. ab, nachdem das Concil schon im April seine letzte Sitzung gehalten hatte. 7) Vgl. B. Chron. V 354, A. 11. 8) »Odio« vielleicht verschrieben statt: otio. 9) Nachdem er 1423 das Bistum aufgegeben, starb er 1424; s. Jahrztb. d. Dornst, z. 12. Mai, bei Tr. V No. 77. Beilage I. 147 Et sepultus in capella sancti Nicolai, ante altare trium regum 1 ). [Eius sepulchrum in capella sancti Nicolai ecclesiae Basi- liensis adhuc liodie visitur 2 ).! Zu Johann von Fleckenstein (S. 125). Anno 27 expugnavit castrum Limer, et in cinerem redegit 3 ). 1427 Zu Friedrich ze ßin (S. 130). De illo Frederico de Ueno reperitur in quodarn antiquiore codice, quod clerus et populus in sua morte gaudebat, ob suam w tyrannideni et injusticiam, quibus in suum clerum inhumaniter sevivit. Decem enim presbyteros carceribus mancipatos sine justicia fame interemit, et alios multos presbyteros diris funibus et cathenis constrictos pro extorsione pecuniarum in carceres conjecit 4 ). 16 1451 diem clcmsit exlremum. [Eodem anno, mense januario, mm Jan. obiit Amedeus dux Sabaudiae, quondam Felix papa V., cuius morte scisma cessavit in dei ecclesia 5 ).] Zu Arnold von Rotberg. In episcopum electus anno 1451, [29. mensis januarii. Deinde 1451 20 in die sancto penthecostes ab Argentinensi 6 ), Wormatiensi 7 ) 1) Vgl. Gräberb. S. 49. — Ucber den Dreikönigsaltar in der St. Niklaus- kapelle s. Fechter im B. Neujahrsblatt 1850, S. 47, Anm. z. S. 39. 2) Dieses Grab ist längst verschwunden. — In der Hs. des Fortsetzers folgt hier noch aus Brilingers Hs. Bl. 104 die aus Blauensteins vermischten Nachrichten stammende Notiz z. J. 1420 über die Stiftung der Marienmesse im Munster; s. oben S. 84. 3) Lignieres, verdeutscht Limers, oberhalb Neuenstadt, aber jetzt zum Kanton Neuenburg gehörig, gehörte im XIV. und XV. Jahrhundert den Bischöfen von Basel; s. Tr. IV No. 188 u. 270, auch Jos. Stöcklins Dissertation über Johann v. Vcningeu S. 313 u. 315. 4) Vgl. oben S. 52, ferner B. Chron. V 110 u. II". 5) Amadeus VIII. starb am 7. Jan. 1451. Doch infolge seines Verzichts hatte das Schisma schon im April 1449 aufgehört; s. B. Chron. IV 291, 6) Weihbischof von Strassburg war seit 1447 der frühere Basler Weihbischof Hermann Rossmann; über ihn s. unten Schnitts Wappentafel über Bischof Friedrich ze Bin, ferner Eubel, Hierarchia Catholica II 304. 1) Der Barfüsser Herbold, Titularbischof von Tana (Asow); s. Eubel E 269 x,. 311. 10* 148 Blauenstcins Bischöfe. Juni 18 et Constantiensi episcopis suffraganeis ] ) in episcopum unctus et consecratus. Hie in festo corporis Christi futuro in summo altari sumine j.mi 21 ecclesie suae cathedralis summam missam solenniter decantavit, Georgio de Andlo preposito et Henrico de Andlo scolastico ad 5 aram sibi astantibus, Joanne Wernlino de Flachs]andt 2 ) et Petro Textoris, illo evangelium, hoc epistolam legentibus, Joanne de Kheno cantore et Thoraa de Rhode archidiacono in pulpito im- ponentibus, Berchtoldo vero de Nuwenfels et Ludovico de Ep- tingen canonicis graduale cantantibus et ad missam ministrantibus. ,0 Ecce huius temporis miram canonicorum humilitatein, quam nostrae aetatis canonici fugiunt et abhorrent. Re denique divina peraeta, idem Arnoaldus episcopus eucharistiam tota statione circumferens, deferebant et baldachinum, vulgariter die hy- meltzen, Rodulphus de Ramsteyn baro, Bernardus de Rotperg i burgimagister 3 ), Johannes Rott et Henmannus de Offenburg milites. Aderatque magna pro more veteri utriusque sexus caterva, que et devotionem et stuporem pre se ferre visa est, quoniam proximi antecessores episcopi per centum et ultra annorum curricula nihil huiusmodi episcopatus officii memo- 20 rantur implevisse 4 ).] 1458 Die saneti Johannis ante portam Latinam [gravi infirmitate 0 detentus, sero cubitum ire volens, resupiens cecidit subitoque extinetus obiit 6 ).] Hie Arnoaldus episcopus tali laudabili et claro titulo in 25 libro vitae ecclesie Basiliensis insignitur 6 ): Reverendus in Christo pater et sui gregis fidelissimus pastor sempiternis lachrymis deplorandus dominus Arnoaldus de Rotberg, huius insignis ecclesie optatissimus episcopus et decretorurn doctor eximius, lumen patrie ardentissimum, pacis zelator, arri- 30 dentique ore eunetis blandissimus, qui vite integritate, bene- ficientia, bumilitate, benevolentia quoque ac benignitate non 3. Hs.: Huic in feßto. 16. Hs.: Hermannus de Offenburg. 1) Statt Constantiensi hat Appenwiler wohl richtiger: Basiliensi; s. B- Chron. IV .'iOti. Der damalige Basler Weihbischof war der Barfüsser Nikiaus Ammann, Titularbischof von Tripolis in Syrien; s. unten Schnitt a. a. O. 2) Der spätere Dompropst. 3) Des Bischofs Bruder; s. B. Chron. IV 308. 4) Nämlich seit Joh. Senn v. Münsingen; s. oben S. 119 z. J. 1363. 5) Vgl. B. Chron. IV 331. 6) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 7. Mai, bei Tr. V No. 142. Beilage 1. 149 solum suo capitulo et clero, vero etiani vassallis et militibus suis ac universo populo praesul gratissirnus fuit ec. Apud sepulchrum eius hec carmina saxo insculpta pro epi- tajjliio leguntur: 5 Laudibus eternum presul venerandus in aevum Arnoldus jacet liic, quem stirps clarissima Rotperg Edidit et clara vexit ad aethera virtus. Lux presulum alma, decus et regula cleri, Canonum eximius floruit et ipse doctor. 1,1 Arduurn impenderat paci ubicumque laborem, Et fidus patriae seinper zelator erat. Cunctis pius animo ceu alter amore parens Fato raptus lugubri annis florentibus heros Obiit et totam replevit lacrymis urbem. 15 1458, 7. maii 1 ). U58 Mai 7 Zu Johann von Venningen (S. 131). Diligit pecunias. Quare a quibusdam suis emulis Johannes de Pfenningen est appellatus. [Hie elegantis staturae vir erat 2 ), non solum pacis amator, 2 o verum etiam paeificus, id est pacem faciens, litesque et dis- cordias inter prineipes et alios pro virili parte passim e medio tollens 3 ).] Anno millesimo quadringentesimo sexagesimo primo arcem uei Brunnentrut, que impignorata erat dominae de Mumpelgart et 25 postea jure hereditario ad duces de Wirtenberg devoluta, re- emit 4 ) et ferme ab ipso fundamento renovavit pretiosoque 23. Hs. sexagesimo nono. 1) Am noch vorhandenen Grabmal im Münster ist diese Inschrift, Welche Tonjola S. 10 mit entstellter Jahrzahl gibt, jetzt nicht mehr sichtbar. 2) Vgl. Schillings Bernerchron., Ausg. v. Tobler, I 75, auch Stöcklins ■Dissertation über J. v. Venningen, S. 7. 3) Solche Friedensvermittlungen s. B. Urkb. VIII No. 92, 140, 180 usw. 4) Pruntrut war 1386 dem Grafen Steffan von Mömpelgard verpfändet worden, dessen Enkelin und einzige Erbin Henriette sich mit Graf Eberhard IV. von Wirtemborg vermählte. Von 1419, wo letzterer starb, regierte s ie die mömpclgardischcn Lande bis 1444, wo ihr Sohn, Graf Ludwig L, sie beerbte, und so blieb Pruntrut bis zu dieser Auslösung von 1401 in wirtem- bergischem Besitz; vgl. oben S. 122, A. 5, und S. 132, A. 2. Das Jahr 1469, wie die Hs. hat, beruht auf Entstellung aus 1401 (LXIX aus LXI; s. Tr. V No. 157 u. 158. 150 Blauensteins Bischöfe. apparatu instauravit. Antea enim exigua et fragilis erat. In quo expensas ultra 24000 florenorum habuit 1 ). Cessit etiam sub eo ecclesie Basiliensi arx Zwingen post mortem Rodulphi de Ramstein baronis 2 ). Impetravit indulgentias plenarias a Pio papa II. per quinquennium in ecclesia Basiliensi per mensem & semper durantes 3 ). Cuius pecunie ibidem collectae papa partem unam, fabrica alteram, et ipse episcopus tertiam accepit. A prefato etiam papa butiri esum in quadragesima pro suis sub- ditis in tota diocesi, in opidis etiam et terris extra diocesim ad ecclesiam tarnen spectantibus, impetravit 4 ). Ad quod privi- w legium impetrandum unusquisque subditorum unum solidum erogavit 5 ). Imposuit etiam collectam super spirituales et secu- lares clericos 6 ). Quo tempore fraternitas saneti Joannis super atrio 7 ) pro sua portione 200 florenos exposuit, et ultra hos 500 florenos mutuo dedit, quos postea eis honeste restituit 8 ). 15 Sub eo etiam nundinae Basilienses exordium liabuere dominica 1471 ante Simonis et Judae anno 1471 9 ).l Plusquam 20 annis l0 ) foeliciter episcopatum gubernavit. Obnt in arce Prunnentrut 11 ). Ad Basileam vectus, in ecclesia Basiliensi ante petitionem circa gradus chori 12 ) sepultus anno 1478, 5. Hs.: Pio papa III. 1) Vgl. oben S. 132, A. 4. 2) Zwingen, an der Birs, war eines der sog. 4 versehwornen Leben des Bistums, und sein letzter Inhaber, Freiherr Rudolf von Ramstcin, starb 1459 ohne eheliehe Nachkommen; s. Tr. IV Nr. 3, S. 6, und Tonjola S. 1.08. 3) Genaueres über Zweck und Dauer dieser Ablässe von 1460 u. 1463 s. B. Chron. IV 333 u. 344, auch oben S. 132. 4) Vgl. oben S. 55 u. 132. 5) D. h. 3 Jahre jedesmal 4 Pfennig Stehler; vgl. oben S. 55 und B- Chron. IV 342. 6) Vgl. hierzu die Bulle vom 14. April 1401, bei Tr.V No. 154, ferner das Einnahmenverzeichnis bei Jos. Stücklin, Bischof Joh. von Venningen» S. 312 ff. 7) Die Bruderschaft der Kapläne des Münsters, die ihre Gottesdienste in der St. Johannskapelle auf dem Münsterplatz hielt. 8) Laut dem in Anm. 6 erwähnten Einnahmenverzeichnis lieh I 461 diese Bruderschaft dem Bischof 600 Gl. 9) Auf Grund der Bewilligung Kaiser Friedrichs III. v. 11. Juli d. }•> s. B. Urkb. VIII No. 404. 10) 1). h. 20t/ 2 Jahre; s. B. Chron. III 218, A. 4. 11) Am 20. Dec. 1478; s. ebend. und IV 80, ferner Jahrztb. d. Dornst. i. 20. Dec, bei Tr. V No. 185. 12) Ueber die Leichenfeier und das Grab s. B. Chron. III 218 ff., auch Gräberb. S. 53. Beilage IL 151 22. mensis decenibris. Ad sepulchrum eius.....cum clioro 1478 l l)ec '22 nons lectum est psalterium per totum 30 >) die noctuque per capellanos ecclesiae, prout ipse dominus vivens ordinavit. II. Die anonyme Fortsetzung zu Blauensteins Chronik 2 ). [39] Caspar de ltlieno custos ecclesie Basiliensis 3 ), qui tem- ■> pore Sixti pape IV. et Friderici Romanorum imperatoris anno 1479 predicto Joanni de Veningen in episcopatu successit 1 ), un satisque modeste et prudenter antistitio prefuit. Cumque 21 annis episcopatom rexisset, ob diversa [40] incommoda sibi in regi- mine incumbontia ac debitorum onera, quibus implicatus fuerat 6 ), "> ad capituli sui requisitionem regimen capitulo commisit anno 1500, reservata tarnen sibi pensione annua 400 florenoruni"). isoe Quo facto, Christophorus de Utenheim custos ecclesie Basiliensis a capitulo in locumtenentem est constitutus 7 ). Sub eodem Casparo dominium dominorum de Hasenburg ad ecclesiam Ba- 15 siliensem est devolutum 8 ). Corruit et Palatium retro ecclesiam 1. Hinter »sepulclirum eius« folgen in Brilingers Hs. 3 unleserliche Worto, die schon rtor Fortsetzer Ton 15251 üliorgoht. 1) I). Ii. täglich bis zum 30. nach seinem Todestag. Das Nähere s. in seinem Testament, bei Stöcklin, Bischof Job. v. Venningen S. 139 ff. 2) S. oben S. 105. 3) Als Custos erscheint er schon 1465; s. B. Urkb. VIII No. 252. 4) Ueber seine Wahl vom 4. Januar, seine päpstliche Bestätigung vom 5 - März und seine Weihe vom 30. Mai s. B. Cliron. III 220, 222, 223 u. 255, auch Wurstisen S. 4(il. 5) Ueber seinen Streit mit der Stadt s. Heusler S. 401 ff. und R.Wacker- nagel, Gesch. v. Basel II 213 ff., auch B. Chron. IV 85 und V 533 ff. 6) Durch Vertrag vom 30. Dec. 1500; s. Regest bei Tr. V S. 913, und die ganze Urk. in Wurstisens Analekten S. 382. 7) Nachdem schon im Vertrag von 1500 seine Ernennung zum Gencral- v ikar ausbedungeu war, wurde er am 24. Sept. 1502 zum Coadjutor des Bischofs ernannt; s. Tr. I S. 120 d. Einleitung. 8) Hans Lütold, der letzte Freiherr von Hasenburg, gab 1479 alle seine Lehen auf und starb bald nachher; s. Tr. V S. 870, und vgl. ebend. IV S. 896 die Stammtafel dieses Geschlechts. 1£,2 Blauensteins Bischöfe. 1602 Basiliensem die sancti Erhardi anno 1502 1 ). Obiit in arce Brunnentrut 2 ), hinc ad monasterium Lncide Cellae ductus ibi- Nov. (ii?)que sepultus 3 ) eodem anno 1502, ö. novembris 4 ), divo Maxiliano Romani imperii sceptra foeliciter tenente. Christopliorus de Uetenheim episcopus, qui prius cum pre- 5 dicto Casparo antistitii locum tenuit 6 ) adeoque prudenter et modeste ecclesiae negotia gubernavit, quod [41] postea per capitulum ad sedem pontificalern concorditer sublimaretur, sub Alexandro papa VI. et Maximiliano imperatore augustissimo 6 ). Is verum principem et habitu et corpore pre se ferebat. Fuit 10 quidem elegantis staturae, et quando inter principes, dum comitia celebrabantur, versabatnr, statura, moribus et habitu ceteros ante- cellens, canonum doctor, humanis sacrisque litteris insignis 7 ). Non tarnen doctus, sed et doctos mire diligebat. Tante etiam frugalitatis, ut nunquam veste serica utebatur. Non otio, non l* deliciis, non pompe deditus, sed litterarum lectionibus medita- tionibusque continue adhaerebat. Mansuetus, blandus, omnibus- que affabilis. In celibatu vivens, bonae, sanctae ac pudicae vitae exemplum clero suo et populo prebuit. Circa rem familiärem, ut fertur, parumper tenax, aerisque avidus. In negotiis 20 expediendis aliquando lentus, causis tractandis raro finem ira- ponens. In festis officia divina sepius cantabat, ita perseverans ad ultimam usque senectutem, [421 ut ab astantibus sibi in 1603 altari sub brachiis quandoque ad aram duceretur. Priruo regi- minis sui anno solemnem cum clero totius diocesis sue synodum '% celebravit 8 ). In qua et officium peregit, ac prandio acto cleroque iterum vocato, ante summam templi aram exhortatione devota atque ornatissima est clerum affatus, ut se mortalem cognosceret. 9. Hb. : Alexandro papa VIII. 24, Hb. : in altarii sub bracliiis. 1) Ueber diesen teilweisen Einsturz der Pfalz s. Stehlins Baugesch. d. Münsters S. 259, A. 2 u. 4. 2) Dass er wohl eher in Delsberg starb, s. B. Chron. IV 85, A. 2. 3) Zu Lützel im Chor; s. Wuratisens Analekten S. 409. 4) Laut Kl. Weissbuch starb er am 8. Nov.; s. B. Chron. IV 85. Das vorliegende Datum, das sich auf den Begräbnistag zu beziehen scheint, ist vermutlich verschrieben aus II. Nov. (VI aus XI). 5) Vgl. oben S. 151, A. 7. 6) Am I. Dec. 1502; s. B. Chron. IV 87. Ueber diesen Bischof vgl- ebend. I 414 ff., auch Tr. I 226 ff. d. Einl. und J. J. Herzog in B. Beiträgen I 33 ff. 7 ) Schon 1473 war er Eektor der Universität; s. Matrikel. 8) Ueber diese Synode vom 2:i. Oct. 1503 s. Herzog a. a. O. S- 40 ff. JJie ihr vorgelegten Statuten zur Reformation der Geistlichkeit s. gedr. im Sammelbaud E. W. II 34 der Oeffentl. Bibliothek. Beilage IL 153 Propheticum illum pro adagio habuit: »Dispone domui tue, quia morieris et non vives« 1 ). Sed quid multa de eius virtutibus! Dignus erat, ut ad cathedram episcopalem exaltaretur, qaia omnibus officiis intentus, quae ad reverendum episcopum spec- 6 tabant. Porro sub eodem episcopo sunt ecclesiae et personis eius multa privilegia ablata, non tarnen culpa sua, sed subditorurn 2 ). [43] Anno 1515 festo exaltationis crucis fugerunt Helvetii 1515 circa Mediolanum a facie Galli, aliquot rnillibus ex eis pro- ep ' 10 stratis 3 ). Item arx Pfeffingen, que multis temporibus sub ditione ecclesie Basiliensis et beate virginis fuit, anno 1520 per Basi- 1520 leos 200 noctu capta, obtenta et violenter ab ecclesia alienata 4 ]. Cessavit etiam sub eodem episcopo privilegium illud vetustis- 15 simum, quo antistes ante fores ecclesie Basiliensis magistratum annue et consules creavit 6 ). Anno namque 1521 senatus Basi- 1521 liensis huiusmodi magistratum ausu proprio per se creavit, civibus ad plateam sancti Petri 6 ) vocatis, episcopi consensu minime ad hoc interveniere 7 ). 0 mala tempora, [44] in quibus 2ü subditi suum principem, oves pastorem, filii patrem adeo temere deserunt atque ab eo recedunt! Ubi leges, ubi ratio, ubi fas equitasque? Det deus his quoque finem, et quosdam sua gratia resipiscere faciat! Preterea, eodem episcopo vivente, anno 1520 opidulum 1520 Brunentrut cuiusdam sacerdotis negligentia enormi est incendio combustum 8 ). 7. Hs.: privilegia allata. 8. Am Bande, von spaterer Hd.: Hoc non est verum. 9. Ebenso: Hoc est verum. 18. Hs.: ad palatium sancti Petri. 1) S. II. Buch d. Könige, Cap. 10, 1. — Diese Ansprache s. gedr. im Anhang zu obigen Statuten. 2) Hier folgt in der Hs., wörtlich nach Brilinger, die 1515 vom Rat 0e schlo Ssene Kinbürgerung der in Basel wohnenden bischöflichen Beamten; 9 - unten Brilinger z. J. 1515. — Demgemäss beginnt in der Hs. das Folgende nicht mit »Anno 1515«, sondern mit: Eodem anno. 3 ) Ueber die Schlacht bei Marignano s. B. Chron. I 22 u. VI f>5 ff. 4 ) In der Nacht vom 15./16. Sept.; vgl. ebend. I 24 und VI 194. Doch ^urde infolge eines am 23. Juli 1522 geschlossenen Vertrages diese Burg aem Bischof wieder übergeben; s. B. Urkb. IX No. 539. 5 ) Ueber diesen Brauch s. B. Chron. VI 307 ff. , 6 ) Da der St. Petersplatz gemeint ist, so ist »palatium«, wie die Hs. at > vermutlich verschrieben aus: platea; s. ebend. S, 310. 7 ) Vgl. Heusler S. 427 ff. 8 ) Am 8. Sept.; vgl. B. Chron. I 25. 154 Blauensteins Bischöfe. Huius Christophori temporibus, anno domini 1520 1 ), pul- lulavit pestilentissima heresis Lutherana, a quodam fratre Mar- tino Luther Wittenburgensi, natione ut famabatur Bohemo, ordinis sancti Augustini, orta. Qui falsa et heretica sua doc- trina orthodoxam fidem in dubium trahere est conatus, f'alsaque '< veritatis imagine sirnplicibus Christianis illusit, et multos doctis- simos viros suis opinionibus seduxit. Totam fere Christianitatem et maxime Grermanos venenosis suis dogmatibus periculosissime fedavit. a devotione avocavit, ac sanctum piumque sacrificandi ec- clesiae ritum 2 ) vilipendit. Papam ecclesie Caput et omnem cleruni 10 in laicorum odiurn et contemptum traxit, priscorum etiam [45] hereticorum sectas a sanctis patribus. et conciliis damnatas re- novavit. Tandem post multas erroris sui insolentias a sanctis- simo domino nostro Leone papa X. anathemate percussus 3 ), et omnes sui adherentes a Karolo duce Austriae Romanorum 15 rege potentissimo omnibusque Rouiani imperii principibus, dum comitia Vormatie celebrabant, publice in seditiosum hereticum declaratus, et eius libri ibi combusti 4 ), a clarissimis univer- sitatibus Parisiensi, Coloniensi et Levoniensi 5 ) in multis arti- culis, quos heretice scripsit, reprobatus et condemnatus, anno 20 Christi 1521. Tandem predictus Christopborus, magno jam senio con- fectus, episcopatui renunciavit, in arce Brunentrut mortem obiit, 1527 ductus ad opidulum Talemontem 6 ), ibidem sepultus 16. die (März 16) . ,.f ak.->t,\ « mensis marin, anno Voll 1 ). 2S Nicolaus de Diesbach, doctor canonum, decanus ecclesie M»i 6 28 Basiüensis, ex Berna Helvetiorum opido oriundus 8 ), 28. mensis 24. Für den Tag u. Monat Bind in der Hs. Lücken gelassen. 1) Dieses Jahr bezeichnet den offenen Bruch zwischen Luther und dem Papsttum vgl. unten Anm. 3. 2) Nämlich die Messe. 3) Durch die Bulle »Exsurge domine«, vom Juni 1520. 4) Durch das auf dem Reichstag zu Worms im Mai 1521 erlassene Edikt, das über ihn die Acht verhängte und seine Schriften dem Feuer überwies. 5) Löwen. 6) Delsberg. Die Grabschrift s. bei Tonjola S. 25 des Anhangs. 7) Nachdem er schon seit 1519 einen Coadjutor neben sich hatte, trat er am 19. Febr. 1527 vom Bistum gänzlich zurück, starb am 16. März d. J- und wurde in Delsberg begraben; s. Wurstisen S. 555, auch Tonjola a.a.O. Der in B. Chvon. 1414 als Todestag genannte 19. März mag sich auf sein Begräbnis beziehen. 8) Geb. 1478 als Sohn des Ritters Ludwig v. D.; s. Anselms Berner Chron. V 187, A. 4, ferner B. Beiträge XII 502. Beilage IL 155 maji [46] anno a Christo nato 1519 a predicto Christophoro adhuc superstite cum consensu capituli in coadjutorem est assümptus, ac per sedem apostolicam in futurum episcopum confirmatus*). Hy duo per octennium non concordi regimine 5 guberuarunt, non sine magno ecclesie dispendio, quia, ut in adagio est, multitudine pastorum neglecte gubernatur 2 ). Ipse tarnen Nicolaus, videns se non posse proficere, accepta a capi- tulo pro expensis habitis non modica pecunia 3 ), consensu capituli coadjutoriae cessit, mense januario anno 1527 4 ). 1527 10 Philippus de Gundoltzheim custos ecclesie Rasiliensis, ' 7im ' Christophoro predicto adhuc superstite, per capitulum in opidulo Talemonte congregatum in episcopum eligitur, ultima februarii anno domini 1527 5 ), Carolo invictissimo caesare imperium Ro- 1527 manum gubernante et dementem papam VII. tunc Rhome super e r ' 8 15 mole Adriana [47] in vinctilis detinente 6 ). Quo anno urbs Romulea, totius orbis quondam domina, a cesareano exercitu est expugnata, direpta et miserabiliter hostibus in predam tradita. Interim moritur Christophorus 7 ), et Philippus per archiepiscopum Risuntinensem 8 ) confirmatus, quia papa ab Carolo detentus et 20 curia in nihilum redacta et dispersa. Eodem anno, die martis Sept (23) post Mathei 9 ), obtenta in episcopatu obedientia, cum pulchro 50 equitum comitatu 10 ) Rasileam intravit. Utinam foelix et Sopt (24) fortunatus introitus! Postera vero die u ) sub horarum decanta- tione per dominos canonicos, capellanos et nobiles suos 12 ) ad 10. Ha.: qni papa. 1) Ueber die Kosten dieser Bestätigung s. Wurstisen S. 528. 2) Ergänze: grex. 3) Nämlich 4000 Gl. nebst einem .Tahrgeld von 500 Gl.; s. Ansllelm V 188. 4) Laut Trouillat I 12S d. Einl. bat er um seine Entlassung schon im Dec. 1520. Doch erst im Januar wurde als sein Nachfolger J. R. von Hall- wil gewählt, der aber schon am 12. Febr. starb; f. unten Schnitts Wappentafel. Er legte deshalb erst am 21. Febr. sein Amt endgiltig nieder, nachdem am 19. Bischof Christoff das Bistum aufgegeben hatte; s. Wurstisen S. 555. Er starb in Besancon am 15. Juni 1550; s. Tr. a. a. O. 5) Vgl. Wurstisen a. a. O. 6) Die Erstürmung Iloms, nach welcher Clemens VII. noch mehrere Monate in der Engelsburg eingeschlossen blieb, erfolgte erst am 0. April d. J. 7) Am 10. März; s. oben S. 154, A. 7. 8) Anton von Vergy. 0) Der Einzug in Basel geschah Montags den 23. Sept., worauf Dienstags die Einführung im Münster folgte; s. B. Chron. 1415 und IV 98. 10) Vgl. B. Chron. IV 98: mit 40 pferden ungevorlich. 11) Also am 24. Sept; s. oben Anm. 9. 12) Die Leheuträger des Bistums. 156 Blauensteins Bischöfe. ecclesiam ductus, et cum decantatione »Te deum laudamus« supra altare positus. Fuit ille Pliilippus annos natus circiter 40, mediocris stature, corpulentus, elati incessus, animosus, litera- turae mediocris, in temporalibus satis expeditus. De prosapia plus ingenua quam opulenta fuit 1 ). 5 Sub hoc Philippo civitas regalis Basilea a vera et indubitata fide ad hereticam Oecolampadii sectam descivit, et summum Mariae [481 templum cum ceterorum divorum ibidem templis 1529 miserabiliter devastavit atque spoliavit, anno 1529, 9. februarii, ubi cessavit omnis christianus et divinus cultus. In quo etiam !0 anno ecclesia Basiliensis ad Friburgum Brisagoium est trans- sept. 8 lata, et nativitatis Mariae eiusdem anni residentia inchoata 2 ). 1553 Obiit in arce Pruntrut anno 1553, in profesto exaltationis ept ' 13 sancte crucis 3 ). Melchior de Liechtenfels canonicus et custos ecclesie Basi- 1 5 liensis*) per venerabile capitulum in episcopum Basiliensem 1 55 * electus est in Talemonte 16. octobris anno 1554 5 ). Oct. (8) ' 1) Die Gundolsheim waren ein fränkisches Adelsgeschlecht. 2) Nach vorübergehendem Aufenthalt in Neuenburg a. Rhein zog das Domkapitel nach Freiburg, in den nach ihm noch jetzt genannten »Baslerhof« an der Kaiserstraße; s. B. Chron. VI 121, auch Tr. I 129 d. Einl. — Hier schliesst in der Hs. die Fortsetzung von 1529, und das Folgende ist Zusatz von späterer Hand. 3} Diesen Todestag bestätigen zwei amtliche Berichte im St. Archiv, Bischöfl. Handlung L 18, Bl. 3 u. 14. Die abweichende Angabe mehrerer Quellen, wonach dieser Bischof erst Anfangs October gestorben wäre, rührt wohl daher, dass sein Tod mehrere Tage geheimgehalten wurde; s. ebend. und vgl. B. Chron. I 167, auch unten Beilage 1 zu Briefers Chron. Ueber das lange Provisorium nach seinem Tod s. ebend. 4) Custos war er erst seit dem Tode Bischof Philipps, wo der bisherige Custos, Dr. Johann Steinhauser, zum Statthalter des Bistums erwählt wurde. Vorher war er Erzpriester; s. Wurstisen S. 629, und Bischöfl. Handlung L 18, Bl. 1. 5) Seine Wahl zum Bischof setzt Trouillat (I 130 d. Einleitung) auf den 8. Oct. 1554, und damit stimmt auch seine Grabschrift in Pruntrut (gedr. bei Vautrey, Histoire des eveques de Bäle III 119), laut welcher er als Bischof 20 Jahre, 7 Monate und 8 Tage regierte, also vom 8. Oct. 1554 bis zum 15. Mai 1575, wo er starb. Beilage III. 157 III. Der Bischofsrodel von Münster im Elsass. Das älteste bis jetzt bekannte Verzeichnis der Basler' Bischöfe befand sich ehemals im Kloster St. Gregor zu Münster im Elsass, ging aber in der französischen Revolution zugrunde und ist uns nur noch in den Ausgaben von Martene und Durand, sowie von Gran- 5 didier, erhalten. Da jedoch letztere die vollständigere ist, so halten wir uns ausschliesslich an sie J ). Wie wir schon früher sahen, so lag diesem llodel ein und dasselbe noch ältere Verzeichnis zugrunde, auf welchem mittelbar auch Blauensteins Chronik beruht, und welches die Bischöfe von Walaus bis Iring in richtiger Reihenfolge nannte, 10 hingegen in der offenbar erst später beigefügten und mit Beringer schliessenden Fortsetzung für Landeolus und Adalbero I. die Stellen verwechselte 2 ). Wenn nun hier Walaus als »archiepiscopus« bezeichnet wird, so bedeutet dies nur, dass er von Papst Gregor III., unter welchem '6 er erwählt wurde, wegen besonderer Verdienste durch Verleihung des Palliums, des Abzeichens der Erzbischöfe, sei ausgezeichnet worden 3 ). Wir dürfen daher in ihm wohl einen Wiederhersteller des Bistums aus vorausgegangener Verwahrlosung vermuten, und das kann uns einigermassen erklären, weshalb alle alten Verzeichnisse erst mit M diesem Bischof beginnen, während uns doch schon aus dem VII. Jahrhundort wenigstens ein Ragnachar als Bischof von Basel bezeugt ist 4 ). Der einzig im vorliegenden Rodel aufgeführte Ricuinus oder Richwin hingegen ist sonst nur als Bischof von Strassburg bezeugt, und zwar von 913 bis 933. Da jedoch Basel 917 von den Ungarn 25 zerstört wurde und hierbei, wie wir früher sahen, vermutlich der hier fehlende Bischof Rudolf II. umkam 6 ), so erscheint es sehr wohl denkbar, dass hierauf das verwaiste Bistum einige Jahre durch den benachbarten Bischof von Strassburg sei verwaltet worden. Wenn sodann hinter Fridebert der bei Blauenstein vorhandene 30 Adalwin fehlt, so dürfen wir hierin wohl nur das Versehen eines Abschreibers vermuten. 1) Vgl. Martene und Durand, Thesaurus anecdotorum III 1385, ferner Grandidicr, Histoire d'Alsacc II 83, und nach letztem Mon. Germ. Scr. XIII 374. 2) S. oben S. 96. 3) Dieselbe Auszeichnung empfing von Gregor III. z. B. auch Bonifacius. 4) S. Vita s. Eustasii und Vita s. Agili, beide bei Mabillon, Acta sanetorum ord. s. Benedicti II 110 u. 304. 5) S. oben S. 100. 158 Blauensteins Bischöfe. Im altern und durchweg richtigen Teil dieses Rodels, von "Walaus bis Iring, wird neben jedem Bischof ein Papst genannt, und zwar stets derjenige, unter welchem er erwählt wurde.' Diese zeitbestimmende Beigabe versuchte nun auch der erst gegen Ende des XI. Jahrhunderts schreibende Fortsetzer weiterzuführen, und so 5 finden wir neben den ersten zwei Bischöfen, welche er auf Iring folgen liisst, die Päpste Hadrian III. und Steffan VI. Auf diese verfiel er jedoch augenscheinlich nur deshalb, weil sie in den Papstverzeichnissen gleich auf Marinus folgen, den er im alten Rodel als Papst neben Bischof Iring fand. In Wirklichkeit jedoch stimmen diese 10 zwei Päpste keineswegs zu jenen zwei Bischöfen, und auch der Fortsetzer selber scheint das Trügliche dieses Verfahrens bald erkannt zu haben, da er den weiter folgenden Bischöfen keine Päpste mehr beifügte. Weil wir aber in diesem Bande als allgemeine Beilage ein urkundlich begründetes Bischofsverzeichnis noch folgen lassen, 1* worin für die älteste Zeit mehrfach auf diesen Rodel verwiesen wird, so setzen wir zu den hier als Zeitbestimmung beigefügten Päpsten, soweit sie richtig sind, am Rande noch deren Regierungs- jahre. Haec sunt nomina episcoporum Basileensium. (731/41) Walaus archiepiscopus sub Gregorio Papa III. (7*1/52) Baldebertus sub Zacharia papa. (705/816) Haittho sub Leone papa III. (817/24) Udalricus sub Pascbale papa I. (844/47) Wichardus sub Sergio papa 1 ). (855/58) Fridebertus sub Benedicto papa III. 2 ). (867/72) Ruodolphus sub Adriano IL 8 ). (882/84) Iringus sub Marino papa 1 ). Landeolus sub Adriano papa III. 5 ). 1) Unter Sergius IV,; vgl. oben S. 112, wo dieser "Wichard I. hinter Fridebert und Adalwin verschoben ist. 2) Über Adalwin und Hartwig, die hier noch folgen sollten, s. oben S. 111, A. 8 u. 0. 3) Ueber diesen Rudolf L, dessen Todestag auf den 29. Juli fiel, s. ebend. Anm. 9. 4) Hier schloss das alte Verzeichnis, und alles Folgende ist Fortsetzung aus dem XI. Jahrhundert. 5) Landeolus, der hier an irriger Stelle steht, regierte nicht unter Hadrian III., sondern erst um 901, als Nachfolger Wichards IL; s. oben S. 112, A. 4. 20 Beilage III. 159 Ricuinus sub Stephano VI. 1 ). Wichardus. Adalbero 2 ). Adelbero. Udalricus. Theodericus. Beringerus. 1) Vor Ricuinus fehlt der allerdings nur kurz regierende Rudolf II.; oben S. 112, A. 3. 2) Ueber Wichard II. und Adalbero I. s. ebend. IV. Die Aufzeichnungen von Johannes Ursi 1474—1498 samt älteren Nachrichten. Baslor (Jhrouiken. VII. ' ' Einleitung. Johannes Betz oder Bär 1 ), der Verfasser der hier folgenden Lebenslauf Aufzeichnungen, war gebürtig von Durlach und wurde deshalb Verfassers in Basel meistens kurzweg »Doctor Durlach« genannt 2 ). Er selber jedoch latinisierte seinen Namen, indem er sich gewölm- * lieh Johannes Ursi nannte 3 ). Da er schon 1454 auf der Universität zu Heidelberg immatrikuliert und ebendort 1458 der Freien Künste Licenciat wurde 4 ), so fällt sein Geburtsjahr jedenfalls noch vor 1440. Nach Basel scheint ihn die 1460 erfolgte Gründung der Universität gezogen zu haben. Denn w in diesem Jahre wurde er hier immatrikuliert 5 ) und studierte Jurisprudenz, worauf er 1467 in geistlichen Rechten Licenciat und 1473 Doctor wurde 6 ). Im April 1474 erscheint er als Stadtschreiber von Breisach, zur Zeit als dort Peter von Hagenbach gestürzt wurde 7 ). Im Herbst dieses Jahres bewarb er "> sich in Basel, wo er schon damals mit dem Kaplan Hans Knebel befreundet war, um das erledigte Stadtschreiberamt. Jedoch statt seiner wurde Nikiaus Rüsch erwählt, der bisherige Stadtschreiber von Mülhausen 8 ). Bald nachher aber, im Januar 1475, erscheint er in unsrer Stadt als Procurator oder Advocat am 20 bischöflichen Hofgericht 9 ), und in demselben Jahr begann er auch an der Universität als Lehrer des Kirchenrechts zu wirken ,0 ), wofür er seit 1478 vom Rat einen Gehalt von jährlich 57 J / 2 Ib. 1) S. Vischer, Geschichte d. Universität Basel, S. 241. 2) S. Stadthaushalt Basels II 410, 417 u. s. w. 3) S. z. B. unten seine Chronik z. J. 1494. 4) S. Töpke, Matrikel der Universität Heidelberg I 278 und II 397. 5) S. Basler Universitätsmatrikel z. J. 1460. 6) S. Matrikel der Jurist. Fakultät, Bl. 6 u. 12. 7) S. B. Chron. II 76, wo ein Brief von ihm an Knebel, über Hagenbachs Sturz, ferner s. ebend. II 78. 8) S. ebend. II 110, A. 1, III 278 und IV 138. 9) S. im Gerichtsarchiv, Bd. A. A. 18, Bl. 40. 10) S. unten seine Chronik z. J. 1494. 11* 164 Ursi. bezog 1 ). Auch ernannte ihn schon 1476 Herzog Sigismund von Oestreich zu seinem Kat und Diener 2 ). Schon im Januar 1475 übergab Ursi in Basel vor dem bischöflichen Hofgericht verschiedene Zinse und sonstige Guthaben an seine Schwiegermutter Ursula Goldschmidin von Frei- 5 bürg i. B. 3 ), und dieses lässt vermuten, dass er kurz vorher seine Frau verloren habe. Denn bald nachher, noch vor 1478, schloss er eine neue Ehe mit Verena, der Tochter des sehr begüterten Hans Schmid von Ottmarsheim. Als nun dieser im letztgenannten Jahre von Wilhelm von Rappoltstein, dem öst- 10 reichischen Landvogt zu Ensisheim, unter nichtigem Vorwand gefangen gehalten wurde, um von ihm Geld zu erpressen, da verwendete sich Ursi für ihn bei Herzog Sigismund, so dass jener zu Schmids Freilassung genötigt wurde. Kaum war jedoch der Herzog aus dem Elsass wieder nach Innsbruck gezogen, is so benützte der Landvogt den nächsten Anlass, um sich an Ursi zu rächen. Als nämlich dieser am 22. Juli 1478 aus Basel zum Herzog reiten wollte, da wurde er schon in der Hardt, beim Pauliner Kloster zum Roten Hause, von des Landvogts Dienern überfallen, welche den Auftrag hatten, ihn entweder 20 fortzuschleppen oder zu ermorden. Mit genauer Not entkam er jedoch in den Wald und von dort nach Muttenz, indess sein mit Gepäck beladenes Saumross den Räubern als Beute blieb 4 ). Zwei Jahre später, 1480, kaufte er gemeinsam mit seinem Schwiegervater, der erst 1491 das Basler Bürgerrecht 25 erwarb 5 ), um 136 Gl. das äussere Weiherhaus Gundoldingen 6 ), und 1484 kaufte er für sich das Haus zum Schlegel an der Freien Strasse 7 ). Als gelehrter Jurist stand Ursi in Basel bald in hohem Ansehen, und so wurde er schon 1476 vom Rat z. B. um ein so Gutachten über das Erbrecht der Bettelorden ersucht 8 ). Noch wichtigere Dienste jedoch leistete er, als 1482 das Auftreten des Bischofs Andreas von Krain die Stadt in einen Streit mit dem päpstlichen Stuhl verwickelte. Durch eine Rede, die er am 31. Oct. d. J. vor der versammelten Geistlichkeit hielt, be-36 1) S. Stadthaushalt Basels II 410. 2) S. B. Chron. II 334 und III 155 u. 187. 3) S. Gerichtsarchiv, A. A. 18, Bl. 40. 4) S. B. Chron. III 191. 5) S. Erkanntnissb. I 112. 6) S. Fertigungsb. X 491. 7) S. Histor. Grundbuch, Freie Strasse No. 8) S. Ochs, Gesch. Basels V 35. Einleitung. 165 wog er diese, vorläufig noch dem Vorgehen des Rates beizustimmen 1 ), und um Weihnachten übernahm er eine Sendung nach Ruffach, zum päpstlichen Legaten Angelus, Bischof von Sessa, der gegen Basel eine sehr drohende Haltung angenommen 5 hatte 2 ). Wiewohl diese Verhandlung scheint erfolglos geblieben zu sein — oder wohl gerade wegen der bedrohlichen Lage, in der sich Basel damals befand —, versicherte sich der Rat auch Ursis weiterer Dienste, indem er ihm am 16. Januar 1483 noch io neben seiner bisherigen Besoldung von 57y 2 Ib. als Professor einen Jahrgehalt von I 20 Gl. aussetzte, wogegen Ursi, so oft es nötig würde, auf eigene Kosten die Stadt auswärts als deren Gesandter vertreten sollte 3 ). In dieser Eigenschaft wurde er gleich darauf mit dem Ratsherrn Lienhard Grieb zu Kaiser Friedrich 15 nach Wien gesandt, um Basel in dem Streit mit Bischof Kaspar ze Rin vor dem Kammergericht zu vertreten 4 ). Das Zerwürfnis mit dem päpstlichen Stuhl hingegen wurde erst zwei Jahre später beigelegt, als am 23. Januar 1485 für Basel die Absolution verkündet wurde, und bei dieser Feierlichkeit war es wieder 20 Ursi, der dem päpstlichen Gesandten Benedikt Mansella gegenüber im Namen des Rats und der Bürgerschaft das Wort führte 6 ). Im Herbst dieses Jahres wurde er nach Rom gesandt, um mit Innocenz VIII. wegen eines zu Gunsten des Basler Spitals und der Elendenherberge bewilligten, jedoch scheinbar wieder in 25 Frage gestellten Ablasses zu unterhandeln 6 ). Nach längerem Aufenthalt daselbst erlangte er im wesentlichen alles, was der Rat gewünscht hatte, in einem Breve vom 3. Dec, in welchem er vom Papste sehr gelobt und zugleich der Rat gebeten wird, seine durch verschiedene Umstände so lange verschobene Heim- 30 kehr zu entschuldigen 7 ). Ueberhaupt scheint er das Zutrauen Innocenz' VIII. in hohem Grade sich erworben zu haben, da dieser ihn noch mit einem besondern, für uns jedoch nicht näher bestimmbaren Auftrag an den Rat von Basel betraute 8 ). 1) S. Stadt. Urk. 1482 Oct. 31, und vgl. Jakob Burckhardt in B. Beiträgen V 60. 2) S. B. Chron. VI 304, A. 1, ferner B. Beiträge V 77 ff. 3) S. Erkanntnissb. I 14 v , auch Stadthaushalt II 446. 4) S. B. Urkb. VIII No. 664, auch Stadthaushalt II 440. 5) S. Stadt. Urk. 1485 Jan. 23, wovon im B. Urkb. IX No. 5 nur ein Auszug. 6) S. hierüber B. Wackernagel, in B. Zeitschr. f. Gesch. II 259. 7) S. B. Urkb. IX No. 23. 8) S. ebend. No. 28. 166 Ursi. Anfangs Februar 1486 wieder in Basel angelangt 1 ), musste Ursi hierauf im Mai nach Bern, wo er Basel in einer Streitsache mit dieser Stadt zu vertreten hatte 2 ). Aber die Reise nach Rom hatte einen Kostenaufwand von über 600 Gl. verursacht 3 ), und diesen konnte Ursi unmöglich tragen. Wohls aus diesem Grund wurde am 1. Sept. sein Dienstvertrag vom Rate dahin abgeändert, dass er künftig stets nur auf Kosten der Stadt reisen, dafür aber statt des bisherigen Jahrgehalts von 120 Gl. nur ein Wartgeld von 20 Gl. jährlich erhalten sollte 4 ). Auch dieses wurde im Juni 1487 auf 15 Gl. herab- io gesetzt und hörte mit 1490 gänzlich auf, so dass er fortan vom Rate nur noch als Professor einen Gehalt bezog 5 ). Einen Ersatz für die verlorne Stelle als städtischer Rechtsanwalt bot ihm im Juli 1494 seine Ernennung durch das neue Reichsoberhaupt, Maximilian, zum königlichen Rat 6 ). Doch in- is folge dessen scheint er durch längere Abwesenheit seine akademische Lehrtätigkeit in Basel unterbrochen zu haben. Denn schon im Februar 1495 beschloss der Rat seine Entlassung auf nächste Pfingsten, wegen seiner Nachlässigkeit »in der Lectur« 7 ). Immerhin wurde durch seine Rückkehr nach Basel dieser Ent- 2» scheid noch aufgehalten, indem im April der Rat sich darüber beriet, ob man ihn »wider zu der Lection wolle lassen kommen« 8 ). In der Tat wurde er hierauf am 19. Mai, wo die juristische Fakultät alljährlich das Fest ihres Patrons St. Ivo feierte, wieder zum Dekan gewählt, welches Amt er schon 1480 und 1488 be- 25 kleidet hatte 9 ). Nicht lange nachher jedoch scheint er die Geduld des Rats auf eine neue Probe gestellt zu haben. Denn am 5. August 1496 wurde seine endgiltige Entlassung auf nächste Weihnacht beschlossen und Sebastian Brant zu seinem Nachfolger ernannt 10 ). 30 Wohl um dieselbe Zeit, wo diese Entlassung erfolgte, kaufte Ursi aus der Hinterlassenschaft des am 20. Juli 1496 hingerichteten Heinrich Rieher d. jungem 11 ) um 850 Gl. die Burg 1) S. B. Zeitschr. II 2G0, A. 1. 2) S. B. Urkb. IX No. 36. 3) S. Stadthaiishalt II 463 u. 468. 4) S. Erkanntnissb. I 62 v. 5) S. ebend. Bl. 74, u. vgl. Stadthaushalt II 477. 6) S. unten seine Chronik z. J. 1494. 7) S. Erkanntnissb. I 142 u. 143. 8) S. Oeffnungsb. VII 33 \ 9) S. Matrikel d. Juristenfakultät z. J. 1480, 1488 u. 1495. 10) S. Erkanntnissb. I 153 v , und vgl. Stadthaushalt III 63. 11) Uebcr diesen s. B. Chron. VI 327. Einleitung. 167 Wildenstein 1 ). Seine Aufzeichnungen jedoch reichen nur bis April 1498 2 ), und jedenfalls bald nachher starb er. Denn schon am 12. April 14H9 wurde sein ältester Sohn Ezechiel Bürger von Solothurn und versprach dieser Stadt, zum Nachteil Basels, 5 seine Burg Wildenstein ihr jederzeit offen zu halten. Solothurn besetzte daher während des Schwabenkrieges das Schloss und wünschte es auch zu kaufen 3 ). Doch wurde letztere Absicht dadurch vereitelt, dass im Januar 1500 Jörg Schönkind im geheimen Auftrag des Basler Rats die Burg von Ursis Wittwe i« und ihren zwei Jüngern Söhnen Severin und Diebold, die nicht Solothurner Bürger geworden waren, um 775 Gl. kaufte 4 ), um sie nachher der Stadt zu übergeben. Von Ursis ältestem Sohn Ezechiel aber wissen wir weiter nur, dass er schon 1488 die Universität bezog und dass er später eine Kaplanei in Frick «innehatte, die er jedoch nicht selber versah 5 ). Der jüngste Sohn hingegen, Diebold, war beim Verkauf von 1500 noch nicht mündig 6 ). Die wenigen cbronikalen Aufzeichnungen, welche Ursi Handschrift hinterlassen hat, sind in einer Handschrift enthalten, welche 20 sich jetzt als Cod. ms. chart. F 82 in der Universitätsbibliothek zu Würzburg befindet und auf ihrer modernen Cartondecke die Aufschrift »Miscellanea Basiliensia« trägt. Diese Handschrift, welche 55 Blätter fol. mit moderner Paginatur umfasst, ist offenbar aus drei Fragmenten zusammengesetzt. Die ersten 25 zwei Blätter nämlich, mit dem Wasserzeichen des Halbmondes, enthalten von unbekannter Hand neben einem 1427 datierten Verzeichnis der im Kloster St. Mathias bei Trier aufbewahrten Reliquien auch eine für Pilger verfasste und mit Venedig beginnende »Via ad sepulcrum domini in Jerusalem«. Auf Bl. 3 30 bis 9 hingegen, welche als Wasserzeichen ein P mit dem Kreuz tragen, folgen von andrer Hand des XV. Jahrhunderts zwei Kaiserurkunden, nämlich eine vom 25. April 1431 datierte wörtliche Wiederholung des von Sigismund am 25. März d. J. erlassenen Verbots der Aufnahme von Pfahlbürgern durch die 1) S. Merz, Burgen des Sisgaus IV 85. 2) S. unten den Schluss derselben. 3) S. Merz a. a. O., auch B. Beiträge XII 272, A. 1. 4) S. B. Urkb. IX No. 243 u. 258, auch Boos, Urkb. d. Landsch. Basel No. 973. 5) S. Univ. Matrikel z. J. 1488, u. Merz IV 86. 6) S. B. Urkb. a. a. O. 168 Ursi. Städte 1 ), und ferner die den Landfrieden und das Münzwesen betreffende Reformationsordnung Friedrichs III. vom 14. August 1442 2 ). Doch fehlt von der ersten Urkunde der Anfang, den ohne Zweifel ein längst verlornes Blatt enthielt. Den Kern aber der ganzen Handschrift bilden Bl. 10—55, welche als & Wasserzeichen teils P mit der Zange, teils das Kreuz auf dem Berg aufweisen. Hier nun finden wir durchweg nur Ursis Hand, mit einziger Ausnahme der letzten Seite, wo eine spätere Hand einige Notizen über Inschriften und über die Papstglocke des Basler Münsters eintrug. io Gleich diesen letztern Aufzeichnungen sind auch diejenigen von Ursis Hand durchweg lateinisch, obschon reichlich ein Dritteil derselben lediglich in übersetzten Auszügen aus der deutschen Weltchronik Königshofens besteht. Hiezu aber diente ihm als Vorlage eine Handschrift der Redaktion B, welche als Fort- is Setzung die sog. Rötelerchronik enthielt 3 ), also vermutlich der jetzige Cod. Ell der Basler Oeffentlichen Bibliothek 4 ). Weitere Auszüge weltgeschichtlichen Inhalts beruhen auf Quellen, die mir nicht bekannt sind, deren es jedoch mindestens zwei waren. Die eine derselben, die von Erschaffung der Welt 20 bis zum Ausgang des XII. Jahrhunderts scheint gereicht zu haben 5 ), enthielt zahlreiche Verse, wovon die meisten auch bei Gottfried von Viterbo sich finden 6 ). Das Pantheon dieses letztern aber kannte Ursi auch direkt, da auf Bl. 42 eine knappe Aufzählung verschiedener Völkerschaften die Ueberschrift trägt: 25 »Pantheon vel Gotfridus Viterbiensis quasi totum colligens«. Eine weitere Schrift weltgeschichtlichen Inhalts, welche Ursi auszog, die aber nur von Alexander bis auf Karl den Grossen scheint gereicht zu haben, datierte die Ereignisse nach den Jahren der Gründung Roms, und erst vom Beginn desVI. Jahr- 30 hunderts an nach der christlichen Zeitrechnung 7 ). Neben diesen Auszügen aus verschiedenen Geschichtswerken, welche ohne irgendwelche übersichtliche Anordnung im Ganzen wohl zwei Dritteile des Buches füllen, bemerken wir noch ein- 1) S. Deutsche Reichstagsakten IX No. 429. 2) S. Müllers Reichstagstheater I Cap. 12, S. 163 ff. 3) Vgl. Bl. 12—16, 20, 27*, 31—40, 46, 49—50 u. 55 mit Chroniken d. deutschen Städte Bd. VIII u. IX, und mit B. Chron. V 120 ff. 4) Über diese Hs. s. B. Chron. V 113. 5) Auf Bl. 10 u. 21—26. 6) Vgl. Bl. 22 mit G. v. Viterbo bei Pistorius, Scriptor. rer. Germ. II 93, 132, 134 u. 149. 7) S. Bl. 28—31, 35, 43 u. 51. Einleitung. 169 zelne sonstige Schriftstücke, welche Ursi dazwischen hinein gleichfalls abschrieb. Hieher gehört zunächst auf Bl. 17 die »Bulla laureationis«, durch welche Kaiser Friedrich III. dem Aeneas Silvius den Dichterkranz verlieh, sowie auch des Gre- 5 krönten poetische Danksagung, und hierauf folgen noch zwei »Orationes<, wovon die eine »in genere demonstrativo« und die andere »in genere judiciali«, welche beide unserm Schreiber offenbar als Muster dienen sollten. Ferner finden sich auf Bl. 36 v einige Notizen aus noch erhaltenen Urkunden von 999, io 1146 und 11G0 für das Bistum Basel 1 ), und weiter auf Bl. 40 T das Dekret des Basler Concils vom 22. Januar 1435 2 ). Sodann bemerken wir auf Bl. 46 v ein datumloses Schreiben Eugens IV. an den Bischof von Lucca, worin er eine Streitfrage über die Ostercommunion entscheidet, und auf dieses folgt neben zwei 1 5 apokryphen Briefen über Christus noch die poetische Grabschrift für den 1483 verstorbenen Sultan Mohamed II. 3 ) Zwischen all diesen Abschriften und Auszügen aus meistens ureis eigen« noch vorhandenen Quellen trug Ursi da und dort auf leer ge- nungen" bliebenen Blättern und Seiten auch von ihm selbst verfasste 20 Aufzeichnungen ein, und unter diesen bemerken wir zunächst auf Bl. 44, 45 und 50 einige Betrachtungen über verschiedene Rechtsfragen, ferner auf Bl. 10 und 41 das zweimal geschriebene Verzeichnis der von ihm promovierten Doktoren, Lizentiaten und Baccsilauren, und auf Bl. 52 ff. zwei bei solchen Anlässen 25 von ihm gehaltene Promotionsreden, denen noch die für einen Doktor erforderlichen 7 Eigenschaften und die ihm zukommenden 9 Privilegien beigefügt sind 4 ). So beachtenswert nun in gewisser Hinsicht diese Promotionsreden erscheinen mögen, so gehören in die Basler Chroniken immerhin nur die wenigen 30 Aufzeichnungen, welche teils Begebenheiten aus Ursis eigener Zeit betreffen, teils von Basels Vergangenheit handeln. Zu diesen letztern gehört zanächst auf Bl. 9 V ein Verzeichnis der Basler Ammeister von 1385—1389, die uns jedoch schon in den amtlichen Quellen noch vollständig erhalten sind 5 ), so dass 1) Diese Urk. s. bei Trouillat I No. 85, 194 u. 219. 2) S. Mansi, Conciliorum collcctio XXIX 101. 3) Für dieses Gedicht verweist Hammer, Gesch. d. Osman. Reiches, auf Spandugino S. 69. 4) Die Promotionslisten samt den Ecden s. in B. Zeitschr. f. Gesch. XII 53 ff. 5) S. unten das Verzeichnis der Ammeister in den Allgem. Beilagen dieses Bandes. 170 Ursi. hierüber Ursis Aufzeichnung durchaus entbehrlich erscheint. Beachtenswerter erscheinen hingegen auf Bl. 19 und 20 die Erzählungen einiger Begebenheiten von 1409—1412, und ferner auf Bl. 49 Ursis Vermutungen über Basels Ursprung und älteste Zeit, womit er vor allem die Unabhängigkeit der Stadt gegen- s über ihrem Bischof zu begründen sucht. Wenn er jedoch ausserdem auf Bl. 32 Basel 452 durch Attila lässt zerstört werden, so beruht diese Angabe lediglich auf Königshofen, der vom Zug der Hunnen im genannten Jahr nur kurz berichtet: und gewunnent Strosburg und alle stette uf dem Ryne'). 10 Wie bei dieser Nachricht z. J. 452, so ist auch in dem Abschnitt über Basels Ursprung der Einfluss Königshofens nicht zu verkennen. Doch zog hier Ursi zugleich eine jener mir unbekannten, von ihm aber auch sonst ausgeschriebenen Weltchroniken herbei 2 ), sowie auch eine Stelle aus dem Decretum 15 Gratiani. Ausserdem aber verwertete er nebenbei auch die lokale Tradition, so namentlich zur Erklärung der um eine Stunde vorgehenden Basler Uhr. Ebenso beruhen die wenigen Nachrichten aus den Jahren 1409—1412 wohl zum grössern Teil auf mündlicher Ueb erlief er ung, während das kurze Verzeichnis 20 der Ammeister vermutlich einer jetzt verlornen Vorlage entnommen ist. Sind die Aufzeichnungen aus älterer Zeit von sehr geringem Umfang und zudem nur teilweise von einigem Wert, so wäre wohl zu erwarten, dass Ursi über seine eigene Zeit, wo er im 25 öffentlichen Leben keine unbedeutende Stellung einnahm, um so reichlichere Berichte hinterlassen hätte. In der Tat ist uns in Knebels Chronik ein Brief erhalten, worin Ursi eingehend über die letzten Gewalttaten und den Sturz Peters von Hagenbach berichtet 3 ). Jedoch im Gegensatz zum umfangreichen Werke 30 seines Freundes Knebel finden sich über die Zeitgeschichte in seiner Handschrift nur wenige Aufzeichnungen, und auch diese sind ordnungslos über Bl. 19, 20, 25, 41 und 46 zerstreut und berichten meistens nur von Naturereignissen wie Misswachs, Seuchen u. dffl. Wie er schon die von ihm vollzogenen Pro- 35 motionen zweimal niederschrieb 4 ), so finden wir die Pest von 1) S. Chron. d. d. Städte IX 788. Hingegen kannte Ursi schwerlich Simon v. Ghezas Gesta Ilungarorum, welche Attüas Sieg bei Basel erwähnen; s. Mon. Germ. Scr. XXIX 258. 2) S. oben S. 168. 3) S. B. Chron. II 76. 4) S. oben S. 169. Einleitung. 171 1492 hier doppelt erwähnt, und den Bericht von der Teurung von 1481 und 1482 sogar in drei verschiedenen Fassungen. Wiewohl nun diese Aufzeichnungen an zwei Stellen bis 1474 und 1475 zurückgreifen, so hat Ursi sie doch augenscheinlich 5 erst 1483 begonnen und nach und nach bis 1498, also bis zu seinem Tode weitergeführt. So wenig jedoch ihr Inhalt ein allgemeines Interesse beanspruchen kann, so erscheinen sie immerhin schon deshalb beachtenswert, weil für Basel gerade über diesen Zeitraum überhaupt nur spärliche Chronikalien vor- 10 banden sind. So ist Ursi z. B. der einzige, durch den wir über die 1492 in Basel herrschende Pest Näheres erfahren. Da nun von seinen Söhnen keiner in Basel geblieben zu sein scheint 1 ), so kann es nicht befremden, wenn seine Aufzeichnungen hier völlig unbekannt blieben. Sie wären es auch heute noch, wenn is nicht im vorigen Jahrhundert der seither verstorbene Prof. Kerler den Basler Staatsarchivar Dr. R. Wackernagel auf Ursis jetzt in Würzburg befindliche Handschrift in sehr verdankenswerter Weise aufmerksam gemacht hätte. In der vorliegenden Ausgabe von Ursis geschichtlichen Auf- Ausgab« 20 Zeichnungen stellen wir an den Anfang seine auf Bl. 49 geschriebenen Vermutungen über Basels ältesteZeit, und an diese reihen wir zunächst die Nachrichten von 1409—1912, wie sie ordnungslos auf Bl. 19 u. 20 sich finden. Die gleichfalls ohne einheitliche Ordnung auf verschiedene Blätter zerstreuten und 25 in verschiedenen Jahren niedergeschriebenen Begebenheiten aus Ursis eigener Zeit hingegen ordnen wir möglichst nach den Jahren, in welchen die einzelnen Einträge scheinen entstanden zu sein. An mehreren Stellen zeigen nämlich schon die verschiedenen Tinten, dass Ursi auf ein und dasselbe Blatt zu ver- 3o schiedenen Zeiten schrieb, während er umgekehrt an andern Stellen Ereignisse aus mehreren Jahren, wie z. B. von 1474 bis 1483, offenbar im Zusammenhang eintrug. Die wenigen Einträge von späterer Hand aber, welche die Rückseite von Bl. 55 füllen, lassen wir, soweit sie nicht auf bekannten Quellen be- 3 <> ruhen, als erste Beilage folgen. Und als zweite Beilage fügen wir aus dem Familienbuch der Eptinger einige Chronikalien bei, welche zu den Aufzeichnungen Ursis allerdings nur insofern in Beziehung stehen, als sie sich auf die Jahre 1480—1487 beschränken und mithin derselben Zeit angehören wie diese. 1) S. oben S. 167. [49] Civitas Basiliensis in temporalibus solum regem Romanoruin recognovit suum dominum. G Origo civitatis non potest certa ratione monstrari; verum coronice indicant eam vetustissimam esse 1 ]. Nam tempore Tullii Hostilii ipsa speciosa dicebatur, ipsaque et Alsacia bella pa- r. ciuntur ab eo. Ideo eo tempore non fuit subjecta Romanis, jam quasi annis quingentis post destructionem Troye. 237 Item anno domini 237 11000 virgines passe sunt apud Coloniam, et cum eis Ciriacus papa XIV et Pantolus episcopus Basiliensis primus 2 ). Qui non erat dominus civitatis, sed apud io gentiles morabatur, quottidie expectans martirium, sicut et suo tempore sexta persecucio Christianorum. Qua martirisati fuerunt sub Maximiano 3 ) beata Cecilia virgo, beatus Poncianus papa et ita plures. Civitas antea fuit, quam haberet episcopum, nee fuit do- 15 minus eius. Non enim legimus pontifices habuisse posessiones, (223) nisi forte primus Urbanus anno 232 4 ), qui ordinavit notarios ad conscribendum gesta martirum per orbem 5 ). Ille cepit pauca predia possidere, usque ad papam Silvestrum, qui successit Petro post 299 annos 0 ) et fuit ditatus per Constantinum imperatorem. 20 Nam ante Urbanum clerici vivebant more apostolico, qui scri- bitur in actibus apostolorum, et vivebant de elemosinis pau- perum 7 ). (1077) Item anno domini 1050, quo Heinricus quartus imperavit, eo Rome penitenciam agente, et contra eum emanavit malum 25 17. Urbanus anno 232 nachträgl. corrigiert aus: Adrianus. 1) Die zum Folgendon benutzte Quelle kenne ich nicht. 2) Vgl. Pantaluslegcndc bei Tr. I No. 7, und oben Blauenstein S. 109. 3) Richtiger: Maximino. 4) 232 scheint entstellt aus 223; vgl. Königshofcn in Chr. d. d. Städte IX 513. 5) Dies wird sonst dem Antheros zugeschrieben; s. ebend. S. 514. 6) Vermutlich entstellt aus: 249 annos (CCIC aus CCIL). 7} Vgl. Königshofen S. 513. Aelteste Zeit. 173 de fönte Romane perfidie 1 ). Tandem reversus, letate sunt sue civitates Reni 2 ). Item circa annum domini 1280 comes Rudolfus de Hapsperg (1273) in regem Romanorum electus et a Gregorio X confirmatus. s Obsedit civitatem Basiliensem, et in obsidione eligitur in regem Romanorum. De qua electione Basilienses prius erant certi quam ipse electus 3 ), et ei presentantur claves portarum tamquam suo vero domino. Rudolfus admiratus audivit ab eis, se fore elec- tum in eorum dominum, et cum bona pace cessavit ab obsi- io dione. Eo tempore borelogium Basiliense fuit anticipatum ad preveniendum horam indictam ad violandum menia civitatis, ut dicitur 4 ). Item civitas Basiliensis semper fuit tenta et reputata pro civitate libera et imperiali ab universo imperio; atque honestum 15 locum, scilicet quartum, inter civitates imperiales semper habuit et habet 6 ), et privilegia regalia, in quorum quieta posessione semper fuit et est 6 ). Item episcopi a beato Petro ordinati erant in civitatibus gentilium. Nam in civitatibus, ubi etnici solebant habere primi- 20 flamites et archiflamites, erant deputati episcopi et archiepiscopi, et ad archiflamites homines solebant appellare. Ac in aliis locis prefici debent presbiteri, ut dicit papa Petrus, Lucius, Clemens, Anacletus, Leo. Petrus igitur limitavit provincias. Tarnen omnes episcopi erant in paupertate et in persecucione, ut notatur « 80. distinctione per totum 7 ). Et ita ante Pantalum erant episcopi Basilienses, quorum tarnen nomina sunt ingnota. [49 T ] Item Romani, quando orbi dominabantur, dabant ju- dices singulis provinciis, qui in niaiore honore a populo habe- 1) Gemeint ist wohl Canossa z. J. 1077. 2) D. h. Bisehof Burkhard mit seiner Stadt Basel hielt nachwievor zum Kaiser. 3) Diese Angabe mag auf lokaler Tradition beruhen; sie wird jedoch durch keine ältere Quelle bestätigt. 4) Dies ist die älteste bis jetzt bekannte Aufzeichnung dieser Sage. Doch scheint ihre Verbindung mit Rudolf von Habsburg nur auf Ursis Vermutung zu beruhen; vgl. eine spätere Fassung bei Stumpf, Buch XII, Cap. 34, wonach sie noch im XVI. Jahrhundert mit keinem geschichtlich feststehenden Ereignis in Verbindung gebracht wurde. — Die wirkliche Ursache des einstündigen Vorgehens der Basler Uhr war die fehlerhafte Beschaffenheit der Sonnenuhr am Münster. 5) Ueber die 7 Freistädte des deutschen Reichs s. Heusler S. 310 ff. 6) Eine Aufzählung dieser Privilegien s. ebend. S. 330 ff. 7) Dieser ganze Abschnitt beruht auf Distinctio 80 im Decretum Gratiani. 174 Ursi - bantur quam reges. Nee mirum si postea potestas judicandi delata sit episcopis in aliena civitate, sicut Justinianus dedit episcopis privilegium, ut suspecto judici debet adjungi epi- scopus i ). Item tempore Petri Basilienses erant conversi per sanetum Maternum; tempore vero Pantali non erant Cbristiani 2 ). 1) Hier folgt in der Hs. ein Hinweis auf Collatio 9 einer mir unbekannten und nur in Abkürzung angedeuteten Schrift, sodann weiter noch ein Auszug aus Künigshofen IX 793 über Freiburgs und Basels Fehde mit Graf Egon von Freiburg (1365). 2) Vgl. hiezu, was Königshofen VIII 356 ff und IX 709 über die Bekehrung des Elsass durch Maternus und den nachherigen Rückfall des Landes ins Heidentum berichtet. [191 Anno 1410 forum publicum translatum fuit a Mino- 1410 ribus ad atrium ecclesie Basiliensis 1 ), et de post ad medium civitatis 2 ). Anno 1411 ipsa die Agnetis 1 ) capti fuerunt domini Johannes uu 5 Freuler scolasticus 4 ], in domo sua, et magister Jodocus Schuri 5 ), !Jaa ' 21 ' canonici ecclesie Basiliensis; et fuerunt repositi ad carceres, et postea aliqui relegati 6 ), aliqui reconciliati ad preces episcopi Basiliensis 7 ). Anno domini 1412 mercurii post festum nativitatis Christi 8 ) Uli 'o Basilienses cum ter partito exercitu iverunt ad obsidendum castra vicina Nuwestein, Blawestein et Furstenstein 9 ). Blawestein fuit 4. Hb.: ipsa die Agate. 9. Hs.: ante festum. 1) Auf den Münsterplatz. Ueber diese Verlegung vgl. B, Chron. VI 357, und über ihren Beweggrund s. Wurstisen S. 220. 2) Auf den Kornmarkt. Diese neue Verlegung geschah jedenfalls noch vor 1450, da in der Folge Bischof Arnold von Botberg auch einzelne auf dem Münstcrplatz noch gehaltene Jahrmärkte verbot; s. oben S. 130. 3) Die hier genannten zwei Domherren sassen schon am 31. Januar d. J. im Gefängnis; s. B. Urkb. VI No. 46. Ihre Verhaftung kann also nicht erst auf >Agate< (5. Febr.) erfolgt sein, wie die Hs. hat, sondern dieses Datum ist vermutlich entstellt aus Aguetis (21. Januar). 4) Henmann Fröwler von Hirzbach war schon 1382 vom Rat gefangen gelegt worden und hatte Urfehde schwören müssen, weil er im Streit seines Oheims, des Domcustos Rudolf Fröwler, gegen die Stadt Partei ergriffen hatte; s. B. Urkb. V No. 4 u. 28, auch unten Brilinger z. J. 1376. Ueber die Ursache seiner neuen Verhaftung von 1411 s. B. Chron. V 83 u. 99ff., auch B. Urkb. VI No. 46. 5) Ueber Jost Schürin s. B. Chron. IV 42, A. 2, ferner B. Zeitschr. f. Geschichte III 66 ff. 6) Ueber Fröwlers Verbannung s. B. Chron. V 99 ff. 7) Jost Schürin erscheint nachher wieder als Domherr bis 1420; s. B. Zeitschr. a. a. O. 8) Vgl. B. Chron. IV 24, wonach die gleichzeitige Belagerung der hier genannten 3 Schlösser Mittwochs den 30. Dec. 1411 begann, also nach damaligem Jahresanfang 1412. 9) Ueber diesen Zug und seine Ursache vgl. B. Chron. IV 24 und V 146 ff. 176 Ursi. mane expungnatum l ) et mox igne destructum. Sequenti die 2 ) fuit castrum Nuwestein expungnatum, et nobiles, qui in eo erant, exierunt nocte secrete 3 ). Furstenstein intra biduum 4 ) eciam fuit victuin, et in eo capti Heinricus de Ueno cum uno alio nobili et sex famulis, qui erant mox capite trunckati. Ita 5 Basilienses cum gaudio intrarunt civitatem Basiliensem 5 ). (H12) [19 V ] Anno 1425 quidam nequam fuit quadritus prope Con- stanciam, ex eo quod voluit conari ad tradendum Basilienses duci de Urslingen 6 ). Hio Anno 1410 Basilienses sibi elegerunt Johannem Wiler in io capud, vulgariter ammeister'J. Item castrum Ystein fuit de dominio ducis Austrie 8 ), sicut Minor Basilea 9 ); in cujus signum liodie appellatur ab Ystein ad palacium Rapoltzstein in Minori Basilea 10 ). Postea Ystein in pingnus datum nobilibus den München 11 ). Moto autem bello " 1) Nämlich am folgenden Morgen (31. Dec), nachdem in der Nacht die Besatzung entflohen war; s. unten Anm. 3. 2) Also am 1. Januar 1412; s. oben Anm. 1. 3) Laut Rotem Buch und Röteler Chronik geschah diese Flucht aus Blauenstein. Die Besatzung von Neuenstein hingegen wurde nach Basel geführt und hier enthauptet; s. B. Chron. IV 25 und V 147. 4) D. h. 2 Tage nach der Eroberung von Neuenstein, als nun das ganze Heer vor Furstenstein vereintet war; s. ebend. V 147. Die Uebergabe erfolgte mithin am 3. Januar; vgl. oben Anm. 1 u. 2. 5) Am 5. Jan. kehrten sie heim; s. ebend. IV 25 und V 147. 6) Diese Hinrichtung erfolgte nicht 1425, sondern in Basel am 15. Februar 1412, und die Gegend von Constanz war nur des Gerichteten Heimat; s. Wochenausgabenb. III 144, zuni Februar 1412, und vgl. Wurstisen S. 223. Basels damalige Fehde gegen Reinold von Urslingen rührte daher, dass Letzterer als Helfer des aus Bern gebürtigen Hans Gruber am 17. April 1411 bei Breisach einige Basler Kaufleute überfallen hatte. Uebor diese Fehde s. Th. von Liebenau im Anzeiger f. Schweizergesch. 1S99, S. 225 ff. Auf die Hinrichtung vom Febr. 1412 folgte schon am 23. März ein Friedensschluss; s. B. Urkb. VI No. 58. Da übrigens der Herzog von Urslingen trotzdem den Streit sowohl 1415 als 1420 aufs neue erhob, so mag die Jahrzahl 1425, wie die Hs. hat, aus einer dieser Zahlen verschrieben sein. Doch das richtige Jahr jener Hinrichtung bleibt 1412. 7) Vgl. B. Chron. V 143. 8) Seit 1384; s. ebend. S. 351. 9) Nämlich pfandweise von 1375 bis 1386; s. B. Urkb. IV No. 389 und V No. 76. 10) Jetzt Rappoldshof No. 9, auch »zum Rumpel« genannt. Ueber diese Liegenschaft s. R. Wackernagel im Histor. Festbuch 1892, S. 332, wo jedoch keinerlei Bestätigung der vorliegenden Angaben sich findet. 11) Nämlich 1392 an den Edelknecht Burkhard Münch v. Landskron den altem (f 1410), doch unter Vorbehalt des Besatzungsrechts im Kriegsfall; s. Tr. IV S. 829. 1410—1412. 177 inter Katherinani Burgundie ducissam Austrie relictam 1 ), qui- dam nobilis Burkardus Munich tenuit castrum Istein, et pacta inita cum Basiliensibus non servavit 2 ). Nam per tempus litis Basilienses ibi suis expensis habebant de qualibet zunfta unum 5 hominem, et cum eis unum capitaneum, pro custodia castri 3 ). Ipse autem Burckardus conabatur clam inducere armatos contra Basilienses 4 ). Custodes castri miserunt Ulricum de Buchs, qui postea factus erat magister leprosarii Birse 5 ) et tandem custos porte civitatis sancti Albani") ec, ad dicendum ea 7 ). Basilienses 10 eadem nocte cum facibus et armis exierunt 8 ). Illud videns nocte dictus Burckardus — respectus enim luminis videbatur in Castro — mox exivit et reliquit castrum 9 ). Basilienses agressi sunt castrum, et amissis octo viris 10 ) obtinuerunt castrum. Tandem 1) Katharina von Burgund, die Gemahlin Leopolds IV. von Oestreich, war noch nicht Wittwe, als 1409 die in ihrem Namen geführte Fehde gegen Basel begann, sondern sie wurde es erst 1411. Wohl aber war jener schon zur Zeit dieser Fehde landesabwesend. 2) Der oben S. 176, A. 11, erwähnte Edelknecht Burkhard Münch d. ältere (+ 1410) wird hier verwechselt mit seinem gleichnamigen Sohn, dem Ritter B. M. d. Jüngern (+ 1431). Der Erstere wollte mit seiner Burg Istein in der Fehde zwischen Basel und Oestreich neutral bleiben und äusserte deshalb in einem Brief an Basel sein Bedauern darüber, dass sein Sohn in ein andres dem Vater gehöriges Schloss eine östreichische Besatzung aufgenommen habe; s. Basels Antwort auf diesen nicht mehr vorhandenen Brief, vom 15- Oct. 1409, im Missivenb. I 8, ferner den hierauf geschlossenen Neutralitätsvertrag vom nämlichen Tag im B. Urkb. VI No. 15. Das vom Sohn 'ür Oestreich geöffnete Schloss wird im Briefe Basels nicht genannt, war aber vermutlich das gleichwie Istein dem Vater verpfändete Landser; s. B. Chron. V 96, A. 4. 3) Diese Basler Besatzung, unter Dietrich Eremann, bezog die obere un d untere Burg Istein erst nach der Eroberung vom 11. Nov. 1409; s. B. Urkb. VI No. 22. 4) Will sagen: Burkhard M. d. jüngere sandte in aller Stille, doch spätestens am 10. Nov., nach Istein eine östreichische Besatzung. Ueber seine Berechtigung hierzu s. oben S. 170, A. 11. •>) Des Siechenhauses St. Jakob. 6) Als solcher lebte er noch 1454; s. Schönberg S. 620. 7 ) Da Istein vor der Eroberung vom 11. Nov. keine Basler Besatzung mitte, so kann U. v. Buchs auch von keiner solchen gesandt worden sein, j* «gegen mag er sonst sich in der Nähe befunden haben, als die östreichische Besatzung dort eintraf, und mochte auch ohne Auftrag dies in Basel melden. ,, 8 ) In der Nacht vor dem 11. Nov.; s. B. Chron. IV 24 u. 432, und v 140. 9 ) Nämlich B. M. der ältere, der nicht zur östreichischen Besatzung Stählt sein wollte. 10) Ueber die Verwundeten, wie über den Sturm überhaupt, vgl. Wur- sen S. 215, der hier vermutlich aus der seither verlornen Chronik Jost hunn s schöpfte, ferner s. B. Chron. IV 432. Basler Chroniken. VII. 12 178 Ursi. lite composita 1 ), dominus Austrie in reconpensam dedit dicto Burckardo redditus in Siritz ec. 2 ), et mons datus est civitati 3 ), 1409 anno domini 1409 4 ). Item propter lites episcopatus Basiliensis adeo tenuis factus est, quod episcopus Basiliensis Hartmannus Munch de München- s stein residenciam habuit in Froschneck, cum uno famulo et uno equo, et vehehatur in curro ad civitatem 5 ). Et quadam vice currus cecidit, et episcopus fregit brachium. Quondam eciam propter inopiam vacahat episcopatus, et episcopus Argen- tinensis quondam erat locum tenens 6 ). 10 [20] Quidam Henninus Spitz civis Basiliensis 7 ) ambiciosus habuit filium Otmannum 8 ). Pater donavit episcopo 9 ) centum fiorenos, ut filium preficeret in magistrum zunfftarum 10 ), et factum est 11 ). Tarnen sepius coactus exivit senatum, quando sec- 16 reta tractabantur. 4. Hb. : tenuus factus. 1) Auf einen langen Waffenstillstand seit dem 10. Dec. 1409 folgte mit Oestreich der Friedensschluss vom 3. Nov. 1410; s. B. Urkb. VI No. 19 u. 36. 2) Sierenz, halbwegs zwischen Basel und Mülhausen, lag in der Herrschaft Landser, die seit 1406 an Burkhard Münch d. altern verpfändet war; s. B. Chron. V 96, A. 4. 3) Gemäss Basels Vertrag vom 3. Nov. 1410 mit den beiden Münch; s. B. Urkb. VI No. 39. 4) Diese Jahrzahl bezieht sich auf das hier Erzählte überhaupt. 5) Vgl. B. Chron. V 354, und oben S. 124. 6) Dies geschah nur 1391 —1393, wo Bischof Friedrich von Strassburg für den zurückgetretenen Imer von Ramstein das Bistum Basel verwaltete; s. oben S. 123. — In der Hs. folgt hier eine unvollständige und teilweise verwirrte Aufzählung aller Bischöfe von Heinrich von Neuenburg bis zu Ursis Zeit. 7) Henmann Spitz von Delsberg, ein Tuchhändler, kaufte 1381 das Bürgerrecht und erscheint schon um 1400 als einer der reichsten Bürger; s. Rotb. S. 321 und Heusler S. 256. 8) Diesen Namen finde ich in diesem Geschlecht sonst nirgends. Wohl aber erscheint Henne Spitz der jüngere 1412 als Oberstzunftmeister z. J. 1412, und 1413 als Ratsherr der Zunft zum Schlüssel, nachher jedoch nicht mehr; s. Schönberg S. 776. 9) Ueber Humberts von Neuenburg schlechte Verwaltung und fortwährende Geldnot s. B. Chron. V 352 ff., auch oben S. 124. 10) Ueber das diesbezügliche Recht des Bisehofs s. Wackernagel, Gesch. v. Basel II 224, auch B. Chron. V 80, A. 5. 11) Ueber die zur Erlangung dieses Amtes schon bisher verübten Ränke s. ebend. Basilea. [19] Anno domini 1481 et 1482 fuit mangna caristia in i«i Basiliensi civitate, et vendebatur una viertzalla spelte Tel tritici "' pro 3 libris d., et pro 4 libris d., et pro 4 libris 15 s. d. Ba- 5 siliensibus *). Item Burgundos fames expulit 2 ), et confugierunt in maxima multitudine ad Almaniam et servierunt hominibus pro solo cibo sine vino. Multi moriebantur fame, senes et pueri, tempore hyemis 3 ), et tota die vix potuit bomo colligere panes pro persona sua. In civitate Basiliensi eo tempore do- 10 mini Basilienses rl ) ordinarunt locum pro Burgundis infirmis in macello apud monasterium fratrum Minorum in publica strata 6 ), et deputarunt quemdam civem, nomine Stoffel Ludi 6 ), ad di- spensandum inter infirmos elemosinas quottidie oblatas, prout m mangna quantitate erant oblata. Et erant multi infirmi, 15 imo totus locus plenus 7 ); omni die et quasi omni hora aliqui ex eis moriebantur. Vini sama valebat 2 libros communi va- lore 8 ), et siligo plus valebat quam triticum. Omnia erant cara, exceptis piscibus. Eo tempore cives Basilienses emerunt plada m civitate Argentinensi; nam Argentina toti fere Almanie 20 ministrabat blada copiose. Multi homines moriebantur infir- fflrtate oculta, dolore capitis et furore. Et plurimi convalebant Sr ae remediis medicorum, et plus effecit apud infirmos bona custodia clam secreta, quam medicorum concursus et cura. 1) Vgl. unten S. 180 u. 181, ferner B. Chron. V 533. 2) Die Ursache der dortigen Not s. unten S. 180, A. 10. 3) Vgl. Anshelms Bernerchronik I 188, z. J. 1481. 4) Der Rat. 5} Also auf dem Barfüsserplatz, der bis 1410 als Marktplatz gedient ha *te; s. oben S. 175. 6) Dieser war Gerber und wohnte 1454—1484 im Haus zum Frieseck; "• Schönberg S. 662 und Histor. Grundb., Gerbergasse No. 43. 7) Der Barfüsserplatz war bedeutend kleiner als jetzt, da die Kloster- gebäude, worunter auch ein Krankenhaus, bis an den Birsig reichten; s. Ä - Wackernagel im Festbuch d. Histor. Museums 8. 233. , 8) Der Saum hatte 96 Maass. Der Preis von 2 lib. bezieht sich offen- ar nur auf geringern Wein, da gleichzeitig 1 Maass des besten 5—6 Rappen 8 a «; vgl. unten S. 180 u. 181. 12* 180 Ursi. 14S3 Anno domini 1483 fuit maxima habundancia bladorum, vini, ordei, pisorum et consimilium, quam nemo antea vidit 1 ). Et zw. Sept. s tanta copia, ut intra festum nativitatis Marie et Michahelis de- u ' 29 cem cives Basilienses convenirent in foro bladorum, vulgariter by dem Heissen Stein 2 ), haberent copiam de pane, vino et uvis. & Et computata zecha non consumpserunt decem obulos Basilienses, sed citra. Nam mensura vini pro obulo vendebatur 3 ), que anto valebat 5 vel G rappas 4 ). (H74) [20] Anno domini 1475 6 ) commune in Prisacb ipsa die Apn 10 pasce de sero vi expulit Picardos nomine ducis Burgundie ibi i« April ii locatos 6 ). Crastino capitur per eos Petrus de Hagenbach, qui (Mai 9) postea intra duos menses trunckatur capite 7 ). Dux Burgundie movet bellum, et vincitur exercitus eius primo circa castrum (1475 Elekurt, secundo circa castrum Granse, tercio circa opidum Murta. Quarto ipsemet occiditur circa opidum Nanse. Cuius 15 morte pax donatur patrie, et totus orbis confugit ad Suitenses, petens ab eis presidium 8 ). H83 Anno domini 1483 rex Francie Ludewicus moritur. Qui prius eodem anno assertum filium suum desponsavit filie Maxi- miliani ducis Austrie et Burgundie ec, et lis eorum totaliter 2» fuit pacata a ). Hsi Anno domini 1481 et 82 fuit maxima caristia vini, blado- ul482 rum, pomorum, oleorum 10 ). Multi fame et frigore perierunt. Burgundorum terra propter gwerras inculta remansit 11 ). Ipsi divertunt ad Argentinam, Collumbariam et Basileam in maximo v> numero, viri, mulieres et parvuli. 2. Hs.: pisarum et consilium. 1) Vgl. unten S. 181, ferner B. Chron. V 534. 2) Ueber den Heissen Stein auf dem Kornmarkt vgl. B. Chron. IV 282 und V 562. 3) Für 1 Pfennig oder Stäbler. Hiezu vgl. unten S. 181 und V 534. 4) Denselben Preis s. unten S. 181. 1 Rappen galt 2 Pfennige. 5) Richtiger: 1474. 6) Ueber diesen Aufstand s. Ursis Brief an Knebel, in B. Chron. II 76. 7) Am 19. Mai, also kaum 1 Monat nach dem Aufstand. 8) Ueber die Stellung der Eidgenossen infolge ihrer Siege s. Dierauer, Gesch. d. Eidgenossenschaft II 242 ff. 9) Gemäss dem Frieden von Arras, vom 23. Dec. 1482, wurde im Juni 1483 Maximilians kaum dreijährige Tochter Margaretha als Braut Karls VIII- nach Frankreich gesandt. 10) Vgl. oben S. 179. 11) Wegen des Kriegs zwischen Ludwig XI. und Maximilian. 1481—1492. 181 Anno sequenti 83 fuit maxima habundaucia vini, bladi, 1483 fructuum et omnium terre nascencium. Et eadem die vende- batur mensura vini in civitate Basiliensi illa pro 5 obulis, illa i48i pro duobus, illa pro uno, et due pro tribus obulis, de bono 5 vino l ). Omnes homines paciebantur defectum in vasis ad col- ligendum vina. In Priszgaudia quisquis poterat comparare unum plaustrum vini, octo samas, pro 1 floreno. In Suntgaudia rustici vicini adduxerunt in bigis uvas venales ad villam Hirtz- velden 2 ). 10 [20 v ] Anno domini 1482 fuit in Basilea caristia bladi, vini 1482 et omnium venalium, exceptis piscibus. Viertzella siliginis va- lebat 4 libras, mensura vini sex rappas 3 ). Annus sequens cum iterum sequenti fuit vertilissimus. i*83 Viertzella spelte valebat octo solidos Basilienses, et pro una u ' 15 rappa vendebantur 4 mensure vini optimi 4 ); et una mensura vini cocti vix valebat duas rappas. Caro et pisces habebantur in optimo foro, similiter omnes fructus terre. [46] Eclipsis solis fit mangna et omnino obscura, 17. die 1485 niarcii anno domini 1485, circa horam quartam post meridiem 5 ); 4rz (1 ' 20 et durarunt tenebre quasi per quartam höre; et ante et post eclipsim fuit dies clara. [20 v ] Anno domini 1487 ipsa die Johannis et Pauli mar- 1487 tirum, que erat 20. dies junii, erat in Basilea grando maximus 6 ), n 20 major pars in quantitate ovi, aliqua sicut caput pueri. Et 5 destruxit bladum, vina et quasi omne tectum et tegulum domus. kt incepit in Burgundia circa Salinam 7 ), et ivit per Basileam usque ad Nigram Silvam apud monasterium sancti Blasii et villam Bondorff. [46] Lapis mangnus cecidit de celo prope opidum Ensisz- 1492 kein, inter opidum et silvam die Hart, die septimo mensis no- not. 7 1) Vgl. oben S. 180, ferner B. Chron. V 534 zum April 1484. 2) Halbwegs zwischen Mülhausen und Colmar. 3) Vgl. oben S. 179 u. 180, A. 4. 4 ) Vgl. ebend. und B. Chron. V 534. 5 ) Genauer: Mittwoch d. 16. März; s. unten S. 188 und Brilinger z. J. 148 5, auch Anshelms Bernerchron. I 272. 6) Vgl. B. Chron. V 318 u. 535, auch VI 305, 326 u. 444, ferner Univ.- Matrikel z. J. 1487. 7) Salins, südl. v. Besancon. 182 Urei. vembris, hora duodecima in meridie, cum magno tonitru et parvo fulmino i ). Tonitrus erat terribilis sicut terre motus. Ha- Duit autem lapis in pondere 153 libras 2 ). 1492 Opidum Waltzhut igne consumitur pro majore parte 3 ), anno 1492. b Pestis magna epidemie fit in Basilea et circumquaque, anno 1492 4 ). ßemedium tantum erat excellens: Recipe erbam, scilicet scherkrut, cum radice et herba, lava pure, pone in ollam puram totam plenam, adde acetum acutissimum; pone ad ignem per quinque aut sex horas, ut tercia pars Tel plus deficiat. i° Exterge succum et da pestilentico, et statim curabitur. Tarnen debet ipse pestilenticus post potum non comedere, non dormire, per decem horas, et, si potest, debet deambulare et corpus suum exercitare; non debet sangwinem emittere. H92 [25 v ] Anno domini 1492 pestilencia invadit Basileam circa 15 s<-pt. 29 tempus sancti Michahelis s ). Et plures sunt domus, quarum una amisit 11 bomines, alie novem, alie octo ec. Plures domus evacuantur. A porta circa domum Theutonicorum usque ad fontem exteriorem fi ) moriuntur centum et decem homines, qua- tuordecim matrimonia separantur. Item a porta Eschemertor 20 usque ad fontem Steblis brunn 7 ) moriuntur decem puelle nu- biles. Quidam juvenis, cuius mater et soror mortue fuerunt et sepulte apud sanctum Petrum, accessit cimiterium 8 ) dicens: ecce ibi mater mea et ibi soror mea sunt sepulte; ego vero infra quatuor dies hie jacebo, et frater meus prope me. Et sie 25 accedit. Ipse autem tali tempore erat sanus, et frater sanus. Aliud mirum: Quidem sutor amisit uxorem et Septem liberos, 22. IIa.: mortui fuerunt et aepulti. 24. Hs.: ego ibi mater mea et ibi soror mea sunt senulti. 1) Vgl. B. Chron. VI 5 u. 320, auch Anshclm I 411 und Etterlin S. 228. 2) Alle andern Berichte schätzen ihn auf 2>/2 oder 3 Zentner. 3) Vgl. Wurstisen S. 08: zum halben Teil. 4) Näheres s. unten. 5) Von dieser Pest finde ich sonst keine Nachricht. 6) Vom innern St. Albantor, beim Deutschordenhaus, durch die St. Al- banvorstadt bis zum Brunnen beim Schöneck. 7) Vom innern Acschentor die Freie Strasse hinab bis zum jetzigen Postgebäude, an dessen Stelle Steblins Brunnen stand. Ueber diesen Namen s. Fechters Top. S. 37. 8) Dieser Kirchhof lag auf der Südseite der Kirche, z. T. auf dem Areal des jetzigen Primarschulhauses. 1492—1495. 183 relictis duntaxat uno filio seniore et filio juniore. Senior sanus dixit: ecce fratrem meum vidi, qui me vocavit, ut ante diem lune sirn secum. Sic accedit. Basilea a festo Michahelis usque 119 2 festum Gregorii amisit ultra tria milia in peste ] ). Apud sanctum m s ubs 5 Albanum sepulti sunt ultra 2 i / 2 centum. Mta 12 [20 v ] Anno domini 1494 ipsa vigilia sancti Marci evange-^ 49 r 4 u 24 liste captus est in Reno prope Basileam unus piscis habens longitudinem Septem pedum, vulgariter ein stör. Anno domini 1494, lune ante festum Georii, noete venit April 21 10 pruina mangna, et destruxit vites per quasi totam Alemaniam et Burgundiam 2 ). [41] Ego Johannes Ursi de Durlach assumptus sum ad lec- 1475 tionem ordinariam matutinam juris canonici in generali studio Basiliensi anno domini 1475 3 ). 15 [41 v ] Anno domini 1494 de mense julii assumptus sum ad 1494 consilium regis Romanorum 4 ), non minus salva lectione ordi- naria 5 ), quam tenui postea per annum 6 ). Ingnis maximus evolat in civitate Basiliensi, et circa quadra- ginta domus et oree ingne consumuntur uff dem Heuberg prope 20 sanctum Leonhardum in nocte, ipsa nocte festi sancti Georii, nws anno domini 1495 7 ). Et ante bina vice frigus destruxit vites, pr ' duobus annis immediate successive 8 ). Rex Francorum cum centum milibus armatorum, equitum (1494/9B) et peditum 9 ), intrat per Sabaudiam Galliam 10 ) et Romain, et vi 25 obtinet posessionem regni Neapolitani expulso rege, qui confu- git ad regem Hyspanie u ). 1) In Bern starben 1493 an dieser Pest 1500 Menschen; s. Anshelm I 425. 2) In der Nacht vom 21./22. April; vgl. B. Chron. V 197. 3) In der Hs. folgt hier das Verzeichnis der von ihm Promovierten, ahgedr. in B. Zeitschr. f. Gesch. XII 55 ff. 4) Maximilians. 5) Das Folgende ist nachträglicher Zusatz. 6) Ueher seine Entlassung s. oben S. 166. 7) S. B. Chron. VI 326 u. 360. 8) Vgl. oben zum 21. April 1494. 9) Pur das Heer, womit Karl VIII. 1494 nach Italien zog, ist diese Zahl viel zu hoch; vgl. z. B. Anshelm I 429: 50 000, oder II 8: 40000. 10) Gemeint ist wohl Gallia Cisalpina, also Ober-Italien. 11) Alfons II. von Neapel floh nach Sicilien, also in das Gebiet Ferdinands d. Katholischen. Alles Folgende ist später beigefügt. 184 Ursi. Tarnen rex Francie brevi tempore mansit Neapoli. Et for- sitan tribus mensibus quietus, et volens redire per Ytaliam habet bellum et cum difficultate evasit. Postea vero mox rex Neapolitanus expulsus*) recuperat rengnum Neapolitanum auxilio Venetorum, et Franci expelluntur et occiduntur. Postea vero 5 rex Francie se parat ad arma, ad recuperandum rengnum Nea- 1498 politanum, sed moritur anno domini 1498 2 ). 1) Nämlich Ferdinand IL, zu dessen Gunsten sein Vater Alfons IL im Januar 1495 auf den Thron verzichtet hatte. 2) Karl VIII. starb am 7. April 1498. Beilagen. i. Die Einträge von späterer Hand. Wie schon in der Einleitung bemerkt wurde, enthält die letzte Seite von Ursis Handschrift einige Einträge von unbekannter späterer Hand 1 ). Zunächst sind es nur einzelne Notizen über Freiburg und Breisach, welche teils auf der Chronik Königshofens, teils auf zwei 5 noch vorhandenen Urkunden von 1146 und 1218 beruhen 2 ), und die wir somit übergehen können. Dasselbe gilt auch von zwei gereimten Inschriften aus dem Schloss zu Breisach, die uns auch lö Briefers Chronik der Basler Bischöfe erhalten sind, und für welche wir deshalb auf diese verweisen 3 ). Der weitere Inhalt, den 10 wir hier folgen lassen, beschränkt sich daher auf eine gereimte Bearbeitung der römischen Inschrift an der Pierre Pertuis und weiter auf eine Nachricht von 1493 über den Umguss der Papstglocke des Basler Münsters. Sculptum in Petra Julii Cäsaris 4 ): Nummis Augusti via ducta per ardua montis. Fecit iter scindens petram in margine fontis 6 ). De campana magna Basilee. Campana magna 6 ) fit Basilee expensis ipsius ecclesie cathedralis anno 1493 die 17. mensis octobris post prandium 1) S. oben S. 168. 2) S. Chron. d. d. Städte IX 792 ff., und Tr. I No. 194 u. 313. 3 ) S. unten Briefers Chronik z. J. 1254. 4) Die noch jetzt vorhandene Inschrift an der Pierre Pertuis, dem 1 ass zwischen den Tälern von Moutier und St. Jinier, wurde schon frühe Caesar zugeschrieben; s. Justingers Bcrnerchron. S. 395. T 5 ) Die schon längst sehr fragmentierte wirkliche Inschrift s. bei • C. Orelli, Collectio inscriptionum latinarum I No. 401. , 6) Ueber diese 1442 gegossene Glocke, welche 1489 einen Biss erhalten a tte, s. "Wurstisens Münsterbeschreibung, in B. Beiträgen XII 426 ff., und V 6 J - B- Chron. VI 430. 186 UrsL hora quarta, et habet in pondere centum centenarios, uno plus vel minus. De quolibet centenario datur magistro *) unus florenus cum quarto 2 ), et ecclesia dat omnes expensas. Et post campa- nam completam remansit materia, que facit quadraginta centenarios vel circa. 6 II. Aus dem Stammbuch, der Eptinger. Das Eptingische Stammbuch, welchem die wenigen hier folgenden Chronikalien entnommen sind, ist längst bekannt durch die darin enthaltene Erzählung des 1484 verstorbenen Ritters Hans Bernhard von Eptingen von seiner 1460 unternommenen Pilgerfahrt nach Jerusalem. Denn dieser höchst wertvolle Reisebericht io wurde schon vor 80 Jahren — leider allerdings nur unvollständig — im Schweizerischen Geschichtsforscher veröffentlicht 3 ). Auch vom übrigen Inhalt des Buches hat schon 1878 Th. von Liebenau im Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde eine durch Anführung einzelner Stellen belebte Uebersicht gegeben 4 ). Die vordere Hälfte 15 des im Ganzen 416 Blätter umfassenden Bandes enthält nämlich neben Hans Bernhards Pilgerfahrt noch weitere Aufzeichnungen desselben Verfassers, sowohl über den sagenhaften "Ursprung seines Geschlechts als auch über seine nächsten Vorfahren. In der zweiten Hälfte hingegen, welche teils vom Waidwerk, teils von den 1435 20 bis 1487 stattgehabten Turnieren und schliesslich wiederum von den Eptingischen Ahnen handelt, gibt sich als Verfasser durchweg Bernhards jüngerer Bruder Ludwig zu erkennen. Das einzig noch vorhandene Buch, das sich noch Ende des vorigen Jahrhunderts im Besitz der mütterlicherseits von den Eptingern stammenden Familie « von Sonnenberg in Luzern befand, ist jedoch nicht die Urschrift der genannten zwei Brüder, sondern eine im XVI. Jahrhundert gefertigte und keineswegs fehlerlose Abschrift, und deshalb ist auch die Rechtschreibung nicht mehr die ursprüngliche. Der von Th. v. Liebenau s. Z. geäusserte Wunsch einer Her- 30 ausgäbe des ganzen Buches in den Basler Chroniken 5 ) kann leider 1) Georg von Speier; s. Wurstisen a. a. 0. 2) U/4 Gulden. 3) S. Schw. Geschichtsforscher VII 313 ff. Ueber diese Pilgerfahrt s. auch B. Beiträge XII 15 ff. 4) S. Anz. f. Schw. Altertumsk, IV 835 ff. 5) S. ebend. S. 836. Beilage II. 187 auch jetzt so wenig als damals erfüllt werden, da der Inhalt doch grösstenteils vom diesbezüglichen Programm zu weit abliegt. Wir müssen uns daher hier auf einige wenige Nachrichten von 1480 bis 1487 beschränken, welche sich zwar mitten unter den Berichten ■> von auswärtigen Turnieren vorfinden, jedoch die Basler Lokalgeschichte berühren. Ihr Verfasser, Ritter Ludwig von Eptingen, war seit 1474 verheiratet mit Margaretha von Landenberg, mit welcher er nach dem Tode seines Bruders Hans Bernhard das Weiherhaus zu Pratteln bewohnte. Nachdem er 1487 Wildeptingen an 10 Basel verkauft hatte, wurde er 1488 östreichischer Obervogt der Herrschaft Rheinfelden und starb 1500 ohne Nachkommen 1 ). Wir Herrrnann von Eptingen 2 ), Hanns Jacob von Bodmann 3 ), 1480 Ludwig von Eptingen 4 ), Caspar von Mörsperg 5 ), Lutolff von Berenfels 6 ), Diebolt von Granwiler 7 ) ryttere, Heinrich von 's Schellenberg, Jacob von Eptingen der jünger 8 ), Balthasar von Randeck, Heinrich von Randeck 9 ), Hansz Heinrich von Baden I0 ), fuoren uff montag unser lieben frauwen abendt, assumptionis Aug. u zue latin genandt, sassen zue Basel mit unsern pferdten und turniertrögen auff den Rein in drey verdeckte schiff, wiewohl 20 solcher Rein ausz der massen vast grosz wasz und vil schaden in solcher Reingrösse geschach, die bruggen zue theyl, der Reinbruggen zue Basel namtblich joch hinwegg stiesz 11 ), und rann auch zue Seckingen die gantz brugg, und sonst deszgleychen au enden 12 ). Geschach auch an gantzen dorffern, kürchen, 2 5 ackern, matten, holtz und weiden, leüthen und güetern, dasz wunder und groszer schrecken in allem landt was. Auch so weren sonsten alle wasser so grosz und ungestimm, dasz es ungedächtlich wasz und ist gewesen jemer gesindt. 1) S. Aug. Burckhardt bei Merz, Burgen d. Sisgaus III Stammtafel 5. 2) Sohn des 1479 verstorbenen Hermann v. E. v. Blochmont; s. ebend. Er starb 1502; s. seine Grabschrift zu St. Martin, bei Tonjola S. 218. 3) Ueber ihn s. Anshelms Bernerchron. II 401, z. J. 1504. 4) Der Verfasser; s. oben. 5) Sohn des vor 1478 verst. Beter v. M.; s. Merz III Stammt. 4. 6) Sohn des Bürgermrs Arnold v. B.: s. ebend. I Stammt. 7. 7) Grandvillars, zw. Delle und Beifort. 8) Des obigen Hermanns Vetter, der Stammvater aller spätem Eptinger; s. Merz III Stammt. 5 u. 6. 0) Ueber Heinrich v. R. s. B. Chron. VI 9, A. 2. 10) S. ebend. V 318, A. 8. 11) Nämlich 3 Joche, die schon am 24, Juli zerstört und erst im März 1481 wieder hergestellt wurden; s. ebend. V 531 ff. und VI 324, auch B. Stadthaushalt II 422 u. 425. 12) Vgl. B. Chron. VI 301. 188 Ur»i. Also, wiewohl der Rein allso unmosz und wundergrosz was, so fuoren wir doch darauff, allsz obgemeldt ist, zue solchem turnier gehn Mentz, mit gottes hilff den zue volfüeren, allsz auch geschach. Solche schiff-füerung in verdingung gestuent unsz alle obgemelt bisz gehn Mentz hundert 15 gülden, im 5 verding zue füeren ohn allen costen und zehrung. Auch weren wir alle zollfrey; esz hett unsz sonsten an der füerung vil mehr gekost; genussen desz löblichen turniers und rytterspils hieran. Ich Ludwig von Eptingen rytter bin zue Mentz im turnier io 1480 gewesen in diser gestalt 1 ), auff zinstag vor sanct Bartholomei vg ' tag anno ec. im achtzigisten jähre 2 ). 14S0/81 Item darnach denselben winter anno 1480 nechst kam gar ein grosze kelten und vast groszer schnee. Dessenthalb alle reben erfruoren, auch leuth uff dem veldt 3 ). Gott behüet unsz 15 alle zeit! 1485 Item auff müthwochen nach müthfasten und alls in mitten ' des mertzen anno 85 do kam umb die zeit nach mitag zwüschen der stundt vieren und fünffen von dem lauft' desz mondts für und inn die söhnen' 1 ), domit die sonnen mehrtheyl bedeckt mit 20 einem kohlschwartzen synwelen teckel, dardurch sy ihrn schein vast verlohr. Dann ausz solchem schwartzen teckel darnach zue ring umb ein wenig die sonn gesehen ward, deshalb der glaszt des tags sich nit gar vürbarg. Es ward aber sonst vast und finster gnueg, alls dasz inn solchem nit vil mehr zue ge- 25 schehen gedacht, vor gehört und also geschehen ist. Gott walte allesz! H67 Item in disem 87 jähr uff zinstag nach sanct Johannis des jam 26 t a Qjj ergz umD vesperzeit do kam so ein groszer hagel mit so steinen, dasz alle tächer zue Basel zerschlagen wurden 5 ). Sonder ohn zahl viel Schadens geschach auch an vil glaszfenstern. Ich 19. Hs.: desz monats. 24. Ha.: nit gar überarg. 1) In der Hs. folgt ein Turnierbild. 2) Dasselbe Datum gibt diesem Turnier auch Kilchmann, der ihm als Zuschauer beiwohnte; s. B. Chron. VI 444. Die Mainzer Chronik hingegen datiert es auf Sonntag nach Bartholomäus (27. Aug.): s. Chron. d. d. Städte XVIII 84. 3) Vgl. oben Ursi S. 180 z. J. 1481. 4) Vgl. ebend. S. 181 und unten Brilinger z. J. 1485. 5) Vgl. ebend. Beilage IL 189 Ludwig von Eptingen müeszt uff meinem hoff zue Basel bei Eptingerbrunnen 1 ) und meinsz bruedersz seeligen kinder 2 ) hoff vor dem Eschenmerthor 3 ) vertecken zue den alten zieglen, so noch gantz waren bliben, bei feunffthausent ziegel 4 ), ohn andern 5 zeug und 36 täwen 5 ) doran gethon zue tecken. Dasz gloster zue den Barfüeszern doselbsten fi ) mechten mit hundertthauszent zieglen kaum gnueg haben, handt sye mir selber geseyt. 1) Das Eckhaus Bäumleingasse No. 20 und Kittergasse No. 12. 2) Ludwigs 1484 verstorbener Bruder Hans Bernhard hinterliess 3 Söhne, Nikiaus, Hans Friedrich und Jakob; s. Aug. Burckhardt bei Merz III Stammtafel 5. 3) Der Hof, den sie in der Aeschenvorstadt besassen, aber 1492 verkauften, lag auf einem Teil der jetzigen Liegenschaft zum goldenen Löwen; a. Fertigungsb. XIII 31 und 39v. 4) Vgl. B. Chron. V 535. 5) 36 Taglöhne. 6) Ueber dieses Kloster s. R. Wackernagel im Festbuch d. Histor. Museums v. 1894, S. 159 ff. V. Die Aufzeichnungen des Kaplans Hieronymus Brilinger. 1474—1525. Einleitung. Öchon im V. Bande der Basler Chroniken wurde Hieronymus BriUngsrs Brilinger erwähnt, als Uebersetzer sowohl der Grössern Basler Annalen ins Lateinische als auch von Beinheims Chronik ins Deutsche *), und ferner im vorliegenden Band als Ueberarbeiter s von Blauensteins Werk 2 ). Sein Vater Kaspar Brilinger, dessen Name auch Brillinger, Brfllinger und Brilliger geschrieben wurde 3 ), war vermutlich von Rappoltsweiler gebürtig 4 ), erscheint aber in Basel schon 1460 als »Schreiber« und als Besitzer des Hauses zum Kleinen Mailand in der Streitgasse (jetzt No. 16) 5 ). lu Bald nachher, 1465, kaufte er das etwas grössere Haus zur Krone an der Freien Strasse (jetzt No. 45), und zugleich erscheint er fortan als Procurator am bischöflichen Gericht 6 ). Er starb 1496, über 80 Jahre alt, und seine gleichaltrige Ehefrau Clara folgte ihm zehn Jahre später, also neunzigjährig 7 ). 16 Von den sechs Kindern dieses Ehepaares wurde die älteste Tochter, Barbara, 1477 Nonne im Steinenkloster, und auch die drei Söhne widmeten sich alle dem geistlichen Stande. Der älteste, Kaspar, bezog 1474 die Universität, und nachdem er 1479 Baccalaureus geworden und folgenden Jahrs die Priester- 20 weihe empfangen, wurde er 1481 Kaplan zu St. Peter und 14S5 am Münster 8 ), in welch letzterer Stellung er noch z. J. 1505 bezeugt ist 9 ). Der 1469 geborene jüngste Sohn aber, der nach 1) S. B. Chron. V 6 ff., 341 u. 443. 2) S. oben S. 104. 3) Brülingen liegt in Lothringen, sttdöstl. v. Metz. '1) S. unten S. 206 die Familiennachrichten, wo es von seiner Tochter Ursula heisst: recessit ad Rapoltzstein. 5) S. St. Archiv, Spital F 5, z. ,T. 1460 u. 1464, und Histor. Grundb., ötreitgasse No. 16. 6) S. Histor. Grundb., Freie Strasse No. 45. ?) S. unten S. 206. 8) S. ebend., und Univ.-Matrikel z. J. 1474. 9 ) S. St. Archiv, Karthaus L, Bl. 47, z. 16. Febr. Basler Chroniken. VII. 13 194 Brühiger. dem Heiligen seines Geburtstages (30. Sept.) den Namen Hiero- nymus empfing, wurde gemeinsam mit seinem 2 Jahr altern Bruder Jakob schon 1482 zum Diakon geweiht und 1485 auf der Universität immatrikuliert 1 ). Während nun dieser 1489 die Priesterweihe empfing und nachher durch Vermittlung eines 5 Verwandten eine Pfarrei in Schwaben erhielt, wurde Hieronymus schon 1487 Provisor der Schule beim Münster 1 ). Wie lange Brilinger dieses Amt versah, ist ungewiss, und ebensowenig wissen wir, in welcher Eigenschaft er 1492 nach Rom reiste und wie lange er dort blieb'-). Doch kehrte er io jedenfalls vor 1505 nach Basel zurück und studierte hier Kirchenrecht. Denn in diesem Jahr war er Rector der Universität, obschon er dabei nur als »sacri juris alumnus« oder »scholaris« bezeichnet wird ;i ). Vier Jahre später, 150'.), unternahm er eine Reise nach Frankfurt und Mainz, auf welcher er is z. B. auch Rheinzabern besuchte und überall römischen Altertümern nachforschte 4 ). Aber schon 1505, als er das Rectorat bekleidete, war er Kaplan am Münster, und zwar wohl schon seit längerer Zeit, da er in der Folge, z. J. 1512, als Assisius erscheint, d. b. als einer der vier obersten unter den zahl- 2» reichen Kaplänen dieser Kirche. Im letztgenannten Jahre war er es, der im Auftrag der neugierigen Domherren im Chor des Münsters das Grab der Königin Anna öffnete und der Leiche die silbervergoldete Krone vom Haupt nahm, welche fortan im Kirchenschatz verwahrt wurde 5 ). 28 Bald darauf fertigte Brilinger aus Auftrag des Domherrn Arnold zum Luft das noch jetzt vorhandene Diplomatarium 6 ), eine Abschrift der von Päpsten und Kaisern dem Bistum Basel erteilten Diplome, und diese Arbeit vollendete er am 22. Sept. 1513. Einige Jahre später, vermutlich im Auftrage Bischofs« Christoffs von Utenheim, schrieb er das gleichfalls noch in der Urschrift vorhandene »Ceremoniale Basiliensis episcopatus«, eine eingehende Beschreibung der in Basel an hohen Festtagen und bei sonstigen feierlichen Anlässen gebräuchlichen Ceremo- 1) S. unten S. 20ü, und Univ.-Matrikel z. J. 1485. 2) S. ebend. 3) S. Univ.-Matrikel z. J. 1505. 4) S. seine Hs., Bl. 4: Cum anno 1509 ex Francofordia Moguntiam osoendissem; und ebend. Bl. 5: Cum in Zabernia ad Iihenum sita essem. Doch im Scpt d. J. war er wieder in Basel; s. B. Urkb. IX Ho. 349. 5) S. oben S. 142. 6) Dasselbe befindet sich jetzt im St. Archiv in Bern, als Diplomata- rium A des bischön. Archives. Einleitung. 195 men. Diese Arbeit brachte er am 25. März 1517 zum vorläufigen Abschluss, ergänzte sie aber l, r j2b' oder noch später durch einen Anhang 1 ). Sodann übersetzte er 1522, wie schon erwähnt 2 ), für Bürgermeister Adelberg Meyer, den Neffen des Dom- 5 herrn Arnold zum Luft 3 ), die Chronik Heinrichs von Beinheim ms Deutsche. Doch ist uns diese Uebersetzung einzig noch in einer Abschrift erhalten, gleichwie auch der lateiniche Urtext längst verloren ist 4 ). Die Ueberarbeitung der Chronik Blauensteins hingegen, sowie auch die lateinische Uebersetzung der 10 Grössern Basler Annalen, finden sich beide in einer Handschrift, welche Brilinger für sich selber fertigte. In diese Handschrift, welche sich jetzt als Cod. Z 37 in der Kantonsbibliothek in Aarau befindet, begann er spätestens 1510 alles einzutragen, was ihm der Aufbewahrung wert schien, so namentlich allerlei 15 von ihm z. T. schon in Rom gesammelte Inschriften. Doch erst von 1511 an zeichnete er in diesem Buche Jahr für Jahr auch die Zeitereignisse auf, und so entstand eine kleine Chronik, die jedoch nicht weiter reicht als bis 1525. Immerhin war er noch 1 527 in Basel, da er in sein Buch die Grab- 2 " Schrift des damals hier gleich nach der Wahl verstorbenen Bischofs Rudolf von Hallwil eintrug 5 ). Als jedoch im Februar 1529 die Reformation siegte, verliess jedenfalls auch er gleich andern Kaplänen die Stadt und siedelte mit dem Domkapitel nach Freiburg i. B. über. Denn schon z. J. 1530 finden sich J s in seinem Buch einige Inschriften aus dieser Stadt"), und 1535, wo er sein väterliches Haus zur Krone verkaufte, wird er bei der Fertigung vom 29. Juli ausdrücklich als »Hieronymus ßrüllinger, ein priester zu Frey bürg i. B.« bezeichnet 7 ). Wie lange er aber nachher in dieser Stadt noch lebte, ist unbekannt, und ebensowenig wissen wir, ob er mit dem in Basel erst 1536 eingebürgerten Buchdrucker Nikiaus Brylinger irgendwie verwandt war 8 ). Auch von den weitern Schicksalen der von ihm nmterlassenen Handschrift wissen wir nur, dass sie 1786 durch 1) S. Brilingers Ceremoninle, Hs. d. Oeffentl. Bibliothek, Bl. 1 u. 37v, ^° er bemerkt, dass 1526 der Heinrichstag (13. Juli) auf einen Freitag fiel, dieser Anhang beginnt auf til. 35. 2 ) S. oben S. 193 u. B. Chron. V 341. 3 ) S. Wurstisen S. 439 und B. Chron. VI 416. 4 ) S. B. Chron. V 341. 5 ) S. Hs. Bl. 67v un d vgl. Tonjola S. 13. 6 ) S. ebend. Bl. 68. 7 ) S. Histor. Qrundb., Freie Strasse No. 45. 8 ) S. Oeffnungsb. VIII 42. 13* 196 Brilingcr. General B. F. von Zurlauben von Zug käuflich erworben wurde, von dessen Hand sie einige Randbemerkungen enthält, und dass sie mit dessen ganzer Sammlang später von der Helvetischen Regierung gekauft wurde und schliesslich nach Aarau in die Kantonsbibliothek gelangte 1 ). B Die Hand- Diese Handschrift umfasste ursprünglich 182 Blätter in ih/inhait. folio, wovon jedoch eines hinter Bl. 150 ausgeschnitten ist. Als Wasserzeichen tragen sie meistens den Ochsenkopf mit dem Stern. Doch weisen auch zwei Hefte den Bären auf, und weiter eines den Ochsenkopf mit der Schlange. Der Umschlag, aus w einer Pergamenturkunde von 1435 gebildet, trägt auf der Vorderseite die Aufschrift »Vetustatis fragmenta«, und auf der Rückseite des Buches folgt ergänzend: »foecundat officiosa sedulitas«. Die Paginatur, bis Bl. 21 mit roter Tinte, aber weiter blos noch mit Bleistift geschrieben, ist modern und zählt infolge des >s schon erwähnten Ausschnitts statt 182 nur 181 Blätter. Ueberblicken wir den Inhalt dieser Handschrift, so bilden die vordersten 70 Blätter ein Ganzes für sich, nämlich eine bunte Sammlung von allerlei Inschriften, teils römischer Herkunft, teils Grabschriften aus späterer Zeit. Die erstem stam- 20 men meistens aus Born und dessen Umgebung, zum Teil auch aus Mainz und Rheinzabern, wo Brilinger, wie er ausdrücklich bezeugt, sie selber sah 2 ). Ausserdem aber sind mit vereinzelten römischen Inschriften auch Städie wie Neapel, Benevent, Ravenna und Rimini, ja selbst Tarragona und Cadix vertreten, wohin 26 er wohl niemals gelangte. Die Grabschriften, soweit sie aus Rom stammen, betreffen meistens berühmte Humanisten, und nicht minder zahlreich sind diejenigen berühmter Juristen aus Bologna. Weitere Inschriften dieser Art stammen aus Mantua und Ferrara, sowie auch aus Basel 3 ), und ferner finden sich 30 einzelne aus Heidelberg, Strassburg, Innsbruck und Halberstadt. Neben diesen Grabschriften jedoch finden sich zwischenein auch beliebige sonstige Inschriften aus späterer Zeit, wie z. B. diejenigen in der Burg zu Breisach 4 ), oder an einer Monstranz im 1) S. Zurlaubens Brief vom 11. Mai 1786 an Vander Meer: Coinparavi egregium manuscriptum ec. 2) S. Hs. Bl. 5. 3) S. ebend. Bl. 63 ff. 4) S. ebend. Bl. f>2 v , und nochmals Bl. 144 v . Den genauem Wortlaut dieser Inschriften s. unten in Briefers Chronik, z. J. 1254. Einleitung. 197 Basler Münster 1 ). Auch enthält die Sammlung allerlei erdich- tete Grabschriften, und zwar meistens in Versen, wie z. B. für SultanMohamed.II. 2 ), sowie auch sonstige kurze Gedichte verschiedenen Inhalts. Zu dem allem aber fügte Brilinger noch 5 manche eigene Entwürfe zu Grabschriften für Personen bei, die er verehrte, wie z. B. für Kaiser Maximilian oder für seine Eltern 3). Diese durchweg lateinische Inschriftensammlung scheint Brilinger erst lange nach 1509 angelegt zu haben. Denn schon 10 auf Bl. 4, wo er anlässlich der römischen Inschriften von Mainz seinen damaligen Besuch dieser Stadt erwähnt, bemerkt er nebenbei, dass dort Doctor Gresamundus der jüngere »id tem- poris« erzbischöf'Jicher Hofrichter gewesen sei — also in vergangener Zeit. Andrerseits aber verzeichnet er auf Bl. 67 v 15 noch eine Grabschrift aus Basel von 1525 4 ), und selbst nach seiner Uebersiedlung nach Freiburg trug er auf Bl. G8 V eine dortige noch von 1531 ein. Erst in dieser Stadt war es wohl auch, dass er an die bisherigen 70 Blätter, welche aus 5 gleichförmigen Heften von je 7 Bogen (mit dem Ochsenkopf! bestehen, 20 noch ein weiteres Heft von 10 Blättern andern. Papiers (mit dem Bären) fügte. Hier nun legte er sich zunächst auf Bl. 71 ein Verzeichnis der auf Inschriften üblichen Abkürzungen samt ihrer Bedeutung an, und weiter trug er auf Bl. 72—74 noch einzelne Inschriften aus Rom, Padua, Verona, Metz und 2r ' Trier nach, worauf Bl. 75—80 leer blieben. Auf diese Inschriftensamuilung folgt wieder ein Heft von 16 Blättern (Bl 81—9(5) mit dem Ochsenkopf, deren vorderstes nur die Ueberschrift trägt: »Cronica quorundam Basileorum antistitum, cum quibusdam statutis papalibus et aliis antiquis in 30 civitate Basiliensi et prope eam gestis«. Im übrigem bleiben Bl. 81—82 leer, und erst auf Bl. 83 v stehen die verschiedenen Berechnungen des Zeitraums von der Schöpfung bis Christi Geburt, und zwar genau so wie bei Blauensein 5 ). Weiter folgt nun auf Bl. 84—91 die vollständige Abschrift der von diesem 115 verfassten Chronik der Basler Bischöfe, samt Brilingers nach- 1) S. Hs. Bl. Ol! und vgl. B. Mitteilungen d. Antiquar. Gesellsch. X 5 U. 10. 2) S. ebend. Bl. 54* und vgl. oben S. 109. 3) S. ebend. Bl. 65. 4) Diese bei Tonjola fehlende Inschrift betrifft Doctor Lucas Kletts am 22. März 152-S verstorbene Ehefrau Elisabeth. 5) S. oben S. 32. 198 Brilinger. fraglich am Rande beigefügten Zusätzen 1 ). Hieran aber schliesst sich zunächst auf Bl. 91 T eine alte im Innern des Münsters am Georgsturm befindliche Inschrift 2 ), und erst später fügte unser Kaplan noch auf Bl. 92 verschiedene diese Kirche betreffende Nachrichten über Stiftungen von Kapellen, Altären und Jahr- 5 Zeiten aus der ersten Hälfte des XIV. Jahrhunderts bei 3 ). Die folgenden Bl. 93—94 blieben leer, während Bl. 9"> einige Notizen über Brilingers Eltern, seine Geschwister und über ihn selbst enthält, die jedoch nicht weiter reichen als bis 15l>6. Auf Bl. 1)6 hingegen wurde erst später von unbekannter Hand ein io Auszug eingetragen aus Nikiaus Cusanus' Concordantia Catholica, Buch III Cap. 3, worin dieser einen Vergleich zwischen den Basler Concilien von 1061 und 1431 zieht und zugleich bemerkt: »Sunt vero anni precise 500, quibus per Heinricum II ipsa Basilea civitas, id est regalis civitas, destructa magna 15 Augusta per Ungaros funditus, aedificata et in ecclesiis fun- data fuit.« Wie für dieses Heft, so lieferte auch für das folgende, welches Bl. 97—108 umfasst, den Hauptinhalt das von Blanen- stein hinterlassene Buch. Unter der Ueberschrift »Statuta et 20 inventa a quibusdam, cum certis antiquis in et circa Basileam gestis« findet sich hier auf Bl. 97—103 eine Reihe von Auszügen aus den durch Blauenstein ergänzten und bis 1415 fortgesetzten Flores Temporum 4 ). Der Ueberschrift entsprechend, beziehen sich manche dieser Auszüge auf die von Päpsten aus- 2* gegangenen Satzungen, sowie auf schon im Altertum gemachte Erfindungen, und weiter erwähnen sie aus späterer Zeit auch allerlei auf Basel bezügliche Begebenheiten. Weiter jedoch folgen noch Brilingers Uebersefzungen von ursprünglich deutschen Texten, nämlich auf B'. 103 7 —105 die vermischten Auf--W Zeichnungen, welche bei Blauenstein auf Bl. x—y sich finden 5 ), sodann auf Bl. ll>5 y — K-8 die von 1338 bis 1416 reichenden Grössern Basler Annalen 6 ). Statt dieser Auszüge und Uebersefzungen enthalten erst die folgenden Teile der Handschrift Brilingers eigene chronikale 35 Aufzeichnungen. Zunächst auf Bl. 1()9—110 finden wir Bell S. oben S. 134 ff. 2) Diese Inschrift s. in Wurstisens Münsterbeschreibung, in B. Beiträgen XU 439. 3) S. unten Beilage I. 4) S. oben S. 28 ff. 5) S. oben S. 80 ff. 6) S. B. Chron. V 20 ff, und oben S. 195. Einleitung. 199 gebenheiten von 1474 bis 1506, deren Anfang mitbin noch in das Kindesalter des Ji09 gebornen Verfassers zurückreicht. Und in der Tat klingt in seiner Erwähnung des Burgunderkriegs nur noch die dunkle Erinnerung nach, so dass er die r ' Siege bei Grandson und Murten mit einander verwechselt. Auch über den unglücklichen Andreas von Krain weiss er nicht viel mehr, als was schon die beigefügten Briefe enthalten. Es sind demnach diese Aufzeichnungen keinenfalls Jahr für Jahr entstanden, sondern wohl alle erst nach 1506. Weiter noch 10 folgen auf Bl. 111—120 nur einige amtliche Briefe aus und nach Italien, von 1510, 1513 und 1512, denen auf Bl. 120 v die Personalien des im März 1513 erwählten Papstes Leo X. beigefügt sind. Unter der Ueberschrift »Quaedam gesta in anno 14« finden 15 sich auf Bl. 121 ff. die verschiedenen Begebenheiten dieses Jahres. Doch dem Jahresanfang mit Weihnachten entsprechend, erwähnt Brilinger hier vor allem noch den in Basel am 28. Dec. 1513 auf den Wunsch Leos X. gehaltenen Bittgang, wobei er seinem Berichte den Wortlaut des diesbezüglichen Breves vor- 20 ausschickt. Unter allem aber, was er nun von 1514 aus Basel zu berichten hat, nimmt der strenge Winter dieses Jahres die erste Stelle ein. Und wie er schon beim Burgunderkriege und später noch seinen meist kurzen Berichten gerne die darüber vorhandenen lateinischen Distichen und deutschen Reimsprüche 5 beifügt, so lässt er auch hier ein lateinisches Gedicht des aus Zörbig bei Halle gebürtigen Jakob Richter folgen, welches ]enen Winterfrost und das bunte Treiben der damaligen Basler a uf dem überfrornen Rheine schildert 1 ). Weit umfangreicher als diese speziell auf Basel bezüglichen Aufzeichnungen von 1514 sind jedoch die gleichfalls hier aufgenommenen auswärtigen Schriftstücke dieses Jahres. Neben dem Entwurf eines Bündnisses der Eidgenossen mit Leo X 2 ), a "-f Bl. 125—128, finden wir zunächst einen aus Rom an Kaiser Maximilian gerichteten Brief über die dort mit reichen Ge- 35 Sc henken erschienene portugiesische Gesandtschaft, ferner auf Bl. laoT—^ (jiß von Ulrich von Hütten ausgegangene Flug- 1) Abgedr. in B. Zeitschr. f. Gesch XII 397 ff. In diesem »Jacobus «Judex Zorvicensis« vermutet Dr. Hans Herzog in Aarau wohl mit Recht einen Vorfahr des aus Zörbig gebürtigen berühmten Chirurgen August Gottlieb Richter (f 1812); s. Allg. D. Biografie XXVIII 447. 2) S. Eidg. Abschiede III 2, S. 778 ff., z. 24. April 1514, ferner ebend. "• 1365 ff. d cn hierauf am 9. Dec. geschlossenen Vertrag. 200 Brilinger. schrift über die angebliche Hinrichtung und das Geständnis seines Gegners, des getauften Juden Joh. Pfefferkorn 1 ), sodann ein Schreiben Heinrichs VIII. von England an Leo X. über seinen Friedensschluss mit Frankreich, und weiter noch auf Bl. 13f> v — 136 die von dem in Korn lebenden Humanisten Janus Vitalis ver- 5 fasste Beschreibung des aus einem Kreuzzug entstandenen Bauernkriegs in Ungarn 2 ). Ausserdem sind neben kurzen Notizen über Missgeburten in Rom und Venedig auf Bl. 128 einige Lobsprüche auf Leo X. beigefügt, und auf Bl. 137 —138 noch nachträglich die Inschriften, welche im April 1513 bei Anlass i° seiner Krönung an Korns Triumfbogen und Palästen zu sehen waren. Aus den Jahren 1515 und 1516 berichtet Briünger auf Bl. 13S T ff. neben der Schlacht bei Marignano nur weniges aus Basel, und hierauf lässt er auf Bl. 141 v noch einen Brief Hein- U richs VIII. vom 14. Sept. 1516 an die Eidgenossen folgen 3 ). Erst nachträglich fügt er sodann auf Bl. 138, 141 und 142 v noch einzelne Verse verschiedenen Inhalts bei, worunter einer über ein Unwetter von 1517 zu Born und ein andrer aus Strassburg mit der Jahrzahl 1518. Ausserdem aber füllte er das bisher leer 20 gebliebene Bl. 139 Y mit einem auf Akten aus Rom beruhenden Bericht über die 1376 durch den Rat von Basel verfügte Verbannung des Domcustos Rudolf Fröwler 1 ). Mit Bl. 143 beginnt hierauf ein neues Heft von 8 Blättern, und dieses enthält keine Chronikalien, sondern neben einzelnen deutschen Sprichwörtern 5 ) v> und lateinischen Inschriften und Versen namentlich eine Reihe verschiedenartiger Vaticinien, welche teils die allgemeine Weltlage, teils insbesondre Italien betreffen. Den Schluss aber bildet auf Bl. 15() v das Verzeichnis der 1512 zu Trier gefundenen Reliquien 6 ), während wir andrerseits schon auf Bl. 144 auf die so Jahrzahlen 1521 und 1530 stossen, welche die späte Entstehung dieses Teils der Handschrift bekunden. 1) Hierüber s. Ed. Böckings Verzeichnis von Huttcns Schriften S. 12. ferner über Joh. Pfefferkorn den Artikel von L. Geiger i. d. Allg. Deutschen Biographie. 2) Diese an Johann Piso von Ferrara gerichtete Beschreibung s. bei M. Sanuto, Diarii XIX 99 ff. 3) Diesen Brief, von welchem Eidgen. Abschiede III 2, S. 1013 nur einen kurzen deutschen Auszug geben, s. im Anzeiger f. Schweizergesch. 1912, S. 315. 4) S. unten Beil. II. 5) Einige von diesen s. in B. Zcitschr. f. Gesch. XII 400. 0) Ueber die alten Drucke dieses Verzeichnisses s. Hensen im Central- blatt für Bibliothekwesen 1887, S. 481 ff. Einleitung. 201 Jedenfalls älter als Bl. 143—150 sind hingegen die nun weiter folgenden Einträge, welchen ursprünglich ein seither ausgeschnittenes Blatt vorausging, und die jetzt auf Bl. 151 mit der Ueberschrift »Anno 1517« beginnen. Als Fortsetzung der r> frühern bis 151(5 reichenden Aufzeichnung der Zeitereignisse finden wir hier zunächst noch einen im Oct. dieses Jahres aus Rhodus nach Rom gesandten Brief über die Eroberung Egiptens durch die Türken, sodann auf Bl. 152 y ff. die Antwort Kaiser Maximilians, vom 28. Februar 1517, auf die diesbezügliche 10 Mahnung Leos X. zur Hilfe gegen die Türken 1 ), ferner auf Bl. 155 ff. des Papstes neue Vorschläge vom 12. Nov. zu demselben Zweck 2 ). Weiter folgt auf Bl. 163 v zum Jahre 1519 eine angeblich in Verona aufgefundene alte Prophezeiung auf Kaiser Karl V., sodann auf Bl. Hi4ff. ein Brief Leos X. an die 15 Eidgenossen 3 ), und schliesslich noch die Birsigüberschweinmung und gleichzeitige Pest in Basel. Das hierauf folgende Wormser Edikt vom 10. März 1521 4 ; gibt Brilinger auf Bl. 166ff. unter einer Ueberschrift, die seinen Standpunkt gegenüber Luther deutlich ausspricht, indem sie 20 lautet: »Caroli potentissimi et invictissimi caesaris mandatum contra falsas et pestilentissimas opiniones iuipiumque comentum cuiusdam Martini Lutheri vel potius Luciferiani, qui orthodoxam hdem in dubium trahere, simplicibus etiam Christianis damna- biliter üludere est conatus, nuperrime emanatum.« — Unmittel- 25 bar auf das Edikt von 1521 folgt z. J. 1525 ein Brief Erzherzog Ferdinands über die Schlacht bei Pavia, und hinter diesem stehen auf Bl. i68 v —169 bloss noch einige Rezepte. Ein neues Heft hingegen, welches Bl. 170—173 umfasst, enthält einzig ein Dekret des Basler Concils vom 9. Juni 1435 5 ). Im letzten Heft M aber folgt auf Bl. 1 74—180 eine Sammlung deutscher Reimsprüche 0 ), während Bl. 181 neben einigen Rezepten und lateinischen Sprüchen nachträglich noch die kurze Notiz eines in Basel im Juni 1523 herrschenden Frostes bringt. Schliesslich sind noch zwei neben Bl. 91 eingeklebte Zettel zu erwähnen, *> wovon der eine einise Auszüge »ex archiviis ecclesiae Mogun- i . OD i tinae« enthält, der andere hingegen eine seither verschwundene 1) S. Raynald, Annales ecclesiastici XX 1517, No. 2—5. 2) S. Ed. Böckings Ausg. von Ulr. v. Huttens Werken V 14(5. 3) Diesen Brief, vom 20. April d. J., s. Eidg. Absch. III 2, S. 1152 ff. 4) S. Reichstagsakten, jüngere Reihe II No. 75. 5) S. Mansi, Conciliorum collectio XXIX 104. G) Eine Auswahl derselben s. in B. Zeitschr. f. Gesch. XII 400 ff. 202 Brilinger. Inschrift von 1528, die sich auf das Domherrenhaus auf dem Münsterplatz bezieht'). Drei Teile, Aus dieser Uebersicht des Inhalts ersehen wir zunächst, dass die jetzige Reihenfolge der einzelnen Hefte keinesfalls durchweg ihrer Eutstehungszeit entspricht. Denn während b Bl. 109—142 und 151 —169 zusammen unverkennbar eine spätestens 1510 begonnene und bis 1525 fortgeführte Aufzeichnung der Zeitereignisse enthalten, weist das dazwischenliegende Heft (Bl. 143—150) eine Sammlung von Inschriften, Versen und Weissagungen auf, in welcher uns schon auf dem zweiten Blatt io die Jahrzahl 1530 entgegentritt. Ueberhaupt zerfällt die Handschrift hinsichtlich ihres Inhalts in drei leicht zu unterscheidende Teile von allerdings sehr ungleichem Umfang. Der grösste derselben, nämlich die Sammlung von Inschriften, Reimsprüchen usw., umfasst neben Bl. 1—30 noch Bl. 113—150 und Bl. 174 — 181, 15 also die halbe Handschrift, und wurde jedenfalls erst nach 1509 angefangen, aber bis 1531 weitergeführt. Zum weit geringern zweiten Teil hingegen gehören die Abschriften aus altern Quellen, nämlich auf Bl. 81—108 aus Blauenstein und den Grössern Basler Annalen, und auf Bl. 170 — 173 das Concils-20 decret von 1 435. Den dritten Teil sodann bilden auf Bl. 1 09—142 und I51—169 Brilingers eigene chronikale Aufzeichnungen, die zwar bis 1474 zurückgreifen, jedoch vermutlich erst von 1506 oder 1510 an bis 1525 Jahr für Jahr fortgeführt wurden. Brilinger» So verschieden diese drei Teile nach ihrem Inhalte sind, 25 esmnong so ^.^ s j cn Brühiger doch in jedem als Humanist zu erkennen. Vor allem weist hierauf im ersten Teil seine Sammlung römischer Inschriften, sowie auch späterer Distichen und Epitaphien, denen er zudem noch seine eigenen Entwürfe beifügt. Doch auch im zweiten Teil spricht hierfür die humanistische Ueber- 30 arbeitung der Chronik Blauensteins 2 ), und selbst unter den Chronikalien des dritten Teils bemerken wir neben dem lateinischen Gedicht über den gefrornen Rhein von 1514 die ausführliche Beschreibung eines römischen Münzfundes von 1516. Zugleich aber erweist er sich noch als ein fleissiger Sammler 35 deutscher Reimsprüche. Auch sein Humanismus hinderte ihn 1) Ueber dieses Haus, wo jetzt die Lesegesellschnft, s. B. Chron. VI 309, und Wurstisens Münsterbeschreibung in Beiträgen XII 474 und 479. Diese Inschrift lautet: Extructam me diffieillimo tempore ex templi do- nariis canonici pro suis consultationibus et musis sacrum esse perpetuo voluerunt anno 1528. 2) S. oben S. 104. Einleitung. 203 jedoch keineswegs, auf kirchlichem Gebiet ein entschiedener Gegner jeder Neuerung zu sein und zu bleiben. Schon oben wurde sein Urteil über Luther erwähnt 1 ), und dem entsprechend wird auch Zwingli, über dessen Tod er in seiner Inschriften- 5 Sammlung auf Bl. 68 v den bekannten Vers mitteilt 2 ), von ihm in der Ueberschrift als »trihereticus« bezeichnet. Aber schon vorher auf Bl. 45, schickt er auch einer fingierten Grabschrift Savonarolas noch folgende Bemerkung voraus: »Hieronymus Savenarola, divi Dominici non flamen pius, sed flanima impia, 10 mauspicatae garrulitatis concionator, postquam simulatae prae- stigiis sanctimoniae Florentiam diu ludificatus est, strangulatus, ambustus, nequissima nequissimis umbris victima corruit. Viator tanquam canis Aegiptius legito fugiens. Sub nocentissimo nan- que cinere praestantissimum virus latitat.« — Die angebliche 15 Grabschrift aber lautet: Quis jacet hie? Scelus est nomen dare. Foemina vel vir? Vir malus inferna dignus ave et lapide. Cur? Coluit caedes, incendia, vulnera tantum. Unde scelus? Nullos credidit esse deos. *" Quo periit fato? Flammis Hieronymus hie est Proditus impostor, nosco, licet taceas. Maxima non latitat virtus, non crimina. Praebet lila boni titulos nominis, illa mali. Gleichwie den kirchlichen, so war Brilinger auch den politischen Neuerungen durchaus abhold, und deshalb ist er auf die gegen den Bischof und die Hohe Stube gerichtete Verfassungsänderung, die sich 1515 in Basel vollzog, nicht gut zu sprechen. Und wenn er nachträglich auf Grund von aus Rom erhaltenen Akten die 1376 erfolgte Verhaftung eines Basler 30 Domherrn durch den Rat erzählt 3 ), so will er offenbar damit zeigen, dass letztere Behörde schon in alter Zeit gegen das Domstift sich Gewalttaten erlaubte. Als aber vollends der Bildersturm von 1529 ihn zur Auswanderung nach Freiburg bewog, da mochte er wohl auf das letzte Blatt der Handschrift J6 die Worte schreiben: »Basilienses modo hoc apte possent dicere: Quaesivimus bona, et ecce turbatio!« Von den vielen auswärtigen Inschriften, welche die Handschrift enthält, mag Brilinger auf seinen verschiedenen Reisen 1) S. oben S. 201. 2) Diesen Vers s. B. Chron. VI 199. 3) S. unten Beilage II. 204 Brühiger. nach Rom und bis Mainz*) manche selber gesammelt haben. Von daher stund er vermutlich auch später noch mit einzelnen Bewohnern der damals besuchten Städte in brieflichem Verkehr, und wohl auf diesem Weg erhielt er namentlich aus Rom die Abschriften solcher Aktenstücke wie z. B. der Briefe 5 Heinrichs VIII. an Leo X. oder des Ordensmeisters von Rhodos an einen Kardinal. Andrerseits aber kann er z. B. den Brief Erzherzog Ferdinands an die Regierung zu Ensisheim wohl nur aus dem Elsass erhalten haben, während wieder andre Briefe, die aus Mailand an Zürich gerichtet sind, ihm vermut- 10 lieh aus letzterer Stadt mitgeteilt wurden. Würdigung Fragen wir nun, welchen Wert der vielgestaltige Inhalt Ausgabe, von Brilingers Handschrift für uns haben kann, so mögen sich unter den gesammelten Inschriften und Distichen wohl noch solche finden, welche einzig hier uns erhalten sind, und das- is selbe gilt auch von den deutschen Reimsprüchen. Doch fehlt es andrerseits auch weder an Inschriften noch lateinischen Versen, welche aus andern Quellen schon längst bekannt sind. Und ebenso können wir sowohl für die wenigen Zusätze zur Chronik Blauensteins als auch für die Grössern Basier Annalen 20 auf die Basler Chroniken verweisen 2 ). Doch selbst jener Teil der Handschrift, welcher die Zeitereignisse umfasst, enthält neben Brilingers selbständigen Aufzeichnungen noch verschiedene auswärtige Aktenstücke, welche schon in andern Publikationen sich finden, und die wir deshalb in der vorliegenden 25 Ausgabe übergehen können. Zu diesen gehört zunächst Huttens Schrift gegen Joh. Pfefferkorn 3 ), sodann Vitalis Beschreibung des ungarischen Bauernkriegs 1 ), ferner das Reliquienverzeichnis von Trier 5 ), die ausweichende Antwort Maximilians auf die Mahnung zum Kriege gegen die Türken, sowie auch Leos X. » u neue diesbezügliche Vorschläge 0 ), endlich noch das Wormser Edikt gegen Luther 7 ). Auch von den amtlichen Schreiben, welche die Beziehungen auswärtiger Mächte zu den Eidgenossen betreffen, sind mehrere schon längst gedruckt in der Sammlung eidgenössischer Abschiede. Die übrigen hingegen, welche bis- :iS 1) S. oben S. 194. 2) S. oben S. 136 ff. und 15. Chron. V 20 ff., «auch VI 251 ff. 3) S. oben S. 200, A. 1. 4) S. ebend. A. 2. 5) S. ebend. A. 6. ti) S. oben S. 201, A. 1 u. 2. ") S. ebend. A. 4. Einleitung. 205 her teils nur in deutschem Auszug, teils auch gar nicht bekannt waren, sind aus Brilingers Handschrift schon im Anzeiger für Schweizergeschichte veröffentlicht worden'). Den Brief Heinrichs VIII. an Leo X. jedoch, über seinen Friedensschluss 6 mit Frankreich, glauben wir schon deshalb übergehen zu dürfen, weil sein Original zweifellos im vatikanischen Archiv noch vorhanden ist und wohl in absehbarer Zelt in irgendwelchem Sammelwerk zur Veröffentlichung gelangen wird. Anders verhält es sich hingegen mit den Briefen über die portugiesische 10 Gesandtschaft an Leo X., über die türkische Eroberung Egip- tens und über die Schlacht bei Pavia, da es sehr ungewiss erscheint, ob und wo jedes dieser drei Aktenstücke sonst noch vorhanden sein mag. Es hiesse daher dieselben der Vergessenheit preisgeben, wenn sie in der vorliegenden Ausgabe aus- 16 geschlossen würden. Den Aufzeichnungen der Zeitereignisse welche auf Bl. 109 ■—142 und 151 — 1G9 die Jahre 1474—1525 umfassen, lassen wir Brilingers auf Bl. 95 eingetragene Familiennachrichten vorausgehen. Die aus dem XIV. Jahrhundert stammenden Angaben 20 über verschiedene Stiftungen im Münster hingegen folgen als erste Beilage, und ebenso als zweite der aufBl. 139 v verzeichnete Bericht über die 1376 erfolgte Verbannung des Domherrn Rudolf Fröwler. Zur ersten Beilage ist noch zu bemerken, dass ihr Inhalt teilweise schon 1695 in Stehlins Baugeschichte 5 des Basler Münsters verwertet wurde 2 ]. Ferner ist im Allgemeinen hinsichtlich der Rechtschreibung beizufügen, dass wir Brilingers Schwankungen zwischen ae und e auch hier so wenig berücksichtigen wie in seinen Zusätzen zu Blauensteins Chronik 3 ), sondern hiefür durchweg ae setzen. 1) S. Anzeiger 1912, S. 311 ff. 2) S. Stehlin S. 99, A. 2, S. 101, A. 1, und S. 270. 3) S. oben S. 130. [95] Caspar Brilinger curiae episcopalis Basilieiisis pro- curator'), post multos labores huiusque vitao labiles miserias 149U eternas, octogenarius et ultra, vir plenus dierum, anno 1496, Sept. 11 g i(j uum septembrium, circiter mediam noctem de boc seculo ad Christum migravit. Cui deinde uxorem suam Claram, coe- 5 1506 Tarn sibi, anno 15ü6, 3. kalendarum septembrium, bora secund.i ug ' ' mane, die lucescente, dormienti similem et spiritum exhalan- tem, ut cum eo eternaliter viveret, ad se vocavit. Quorum animae feliciter conquiescant. '477 Barbara illorum filia anno 1477 nonas januarii assumpsit io ordinem sancti Dominici, et intravit claustrum sanctae Mariae Magdalenae ad Lapides in civitate Basiliensi. 1479 Caspar illorum filius anno 1479 kalendis martii gradum i 4s0 baccalauriatus assumpsit. Anno 80, 15. kalendas aprilis, erat März B sabbatum judica, ordinatus est in subdiaconum. Eodem anno 15 jnii 2 in festo visitationis Mariae celebravit primicias. Anno 81 in Marz 4 i7 die sanctae Gertrudis factus est cappellanus ecclesiae sancti Petri, in altari secundae prebendae sanctae crucis 2 ). Anno 1485 dehinc 85 idibus junii factus est capellanus altaris sanctae jum i.i Agnetis in ecclesia Basiliensi 3 ). 20 1482 Ursula recessit ad liapoltzstein 4 ) anno domini 1482, 12. ka- Aprii 20 lendas mai. ii65 Adelheidis nata est 1465, 15. kalendas septembris, et obiit Au ^anno 1505 Argentinae. 1467 [95 T ] Hiacobus in mundum editus est anno 1467, ipsa 25 Au?. 28 Augustini. Is cum suo fratre Hieronymo primam tonsuram W52 assumpsit anno 82 prima junii 8 ). Primitias celebravit in altari Juni 1 1) lieber ihn und seine Kinder b. oben S. 193. 2) Zu diesem Altar gehörten 4 Kaplanspfründen; s. Liber marcarum bei Tr. V S. 45. 3) Dieser Altar stand im Münster in der Marienkapellc Bischof Heinrichs von Neuenburg, der zweiten des nördl. Seitenschiffs; s. Jahrztb. d. Dornst, z. 24. Dec. 4) Gemeint ist wohl das Städtchen Rappoltsweiler, am Fuss des Berges, auf welchem die Burg Bappoltstein sich erhebt. 5) Ueber die 1485 erfolgte Immatrikulation dieses Brüderpaares s. oben S. 193. 1505 Juni 20 1469 1465—1500. 207 beatae virginis in ecclesia Basiliensi J ), ipsa Laurentii anno 89. im Favore et consensu patrui sui, magistri Henrici Brilinger, factus Aug ' 10 rector in Wäcbingen prope Rotvvyl. Pustularum infirmitate periit anno 1505, 12. kalendas julii. Hieronymus, ut patris sui manus testatur 2 ), ex alvo niatris procliit anno 1469 in die Hieronymi, circa noctis medium, ' quare Hieronymus merito appellatus. Hie in scola maioris ec- ep ' clesiae 3 ) provisor effectus anno 87. Postea Urbem intravit anno n&7 92 septima septeinbris. i4"2 Sept. 7 1) Vermutlich der Marienaltar in der Kapelle Heinrichs von Neuenbürg: vgl. oben S. 20ii A. 'S. Ucber diesen Altar s. Stehlin, Bangcsch. d. B. Münsters S. HS, A. 5 u. 7. 2) Also laut Aufzeichnungen seines Vaters. 3) Die Domschule oder >Schule auf Burg« befand sich auf dem Münster- platz im Hause No. 6, bis sie l.'i4ü in das jetzige Untere Gymnasium verlegt wurde; s. Wurstisens Münsterbeschreibung in B. Beiträgen XII 480. H70 [109] Anno doinini 1476 dominica invocavit 1 ), quae fuit M&nS n nd lO^OO martyrum, Carolus dux Burgundiae princcps potentissi- juni 22 mus auxilio ducis Austriae, Basiliensium, Columbariensium, Selestatensium, Argentinensium aliarumque eivitatum, cum qui- bus illa tetnpestate foedus ad tempus Helvetii percusserunt 2 ), 5 ab ipsis Helvetiis circa opidum Murton in fugam conversus, castra sua opulentissima et munitissirna perdidit, cecideruntque de suo exercitu uno die "20 milia armatorum 3 ). Anno deliinc ■ U77 1477 dominica ante trium regum idem dux Burgundiae Carolus ab Helvetiis interfectus circa Nantsee, cum modica strage sui io exercitus 4 ). H74 Anno 1474, 9. mai, Petrus de Plagenbach balivus ducis Mal ° Austriae B ) ob suam tyrannidem in civ.tate Brisaciensi est de- collatus 6 ). De cuius proverbio, quod tunc habuit, quidam poeta sie lusit: 15 leb bassz 7 ). Omnis sors fallax, sed fallacissima ludi. Ifasenbach »ich bassz«, spes tua stulta fuit. 1482 Circa annum domini 1482 quidam episcopus Andreas Crainensis 8 ) ad Basileam se reeepit, concilium convocare conans, 20 1) Am Samstag vor Invocavit, nicht Sonntags, geschah die Schlacht bei Grandson, während der 10 000 Rittertag (22. Juni) zur Schlacht bei Murten stimmt, die gleichfalls an einem Samstag geschah. Ueber beide Schlachten s. B. Chron. II 352ff., III 1 ff., 32:i u. 329, und V 521 u. >29. 2) Durch die Verträge vom 31. März und 4. April 1471; 8. cbend. V 510, A. 5. 3) Diese Zahl hat der Brief der Basler Hauptleutc vom 23. Juni; s. ebend. III 14. 4) S. ebend. III 90 ff. und V 525. 5) Sollte heissen: Burtrundiae. 0) S. ebend. II 85 ff. und V 507 ff. 7) Neben »ich basz< (ich würfle) sind in der Hs. am Bande 3 Würfel gezeichnet. Ueber diesen Wahlspruch und die 3 Würfel, welche Hagenbachs Söldner auf ihren Rockärmeln trugen, s. ebend. II 02, A. '-', und S. 74. 8) Andreas Zamometic, ein Dominikaner slavischer Herkunft, seit 14 ib Erzbischof »Craynensis«, d. h. von Granea, einer seither verödeten Küstenfestung südlich von Saloniki, welche um diese Zeit die Venezianer an die 1474—1482. 209 contra papam quosdam articulos famosos imprirnere faciens, et valvis ecclesiarum affixit 1 ). Quem papa comprehendere mandans, in hunc tenorem capitulo Basiliensis ecclesiae epistolam scripsit: Sixtus papa IV. dilectis filiis praeposito 2 ) et capitulo eccle- 5 siae Basiliensis. [109 v ] Dilecti filii, salutem et apostolicam benedictionem. Quoniam archiepiscopus Crainensis ea, quae falsissima sunt, de sede apostolica obloqui non cessat, nostraque bumanitate abu- titur, qui carcere eum liberavimus et processus contra eum 10 formatos cassari mandavimus ;i ), ob quos gravissima animadver- sione dignus erat, scribimus ad venerabilem fratrem episcopum Basiliensem 4 ), ut illum comprehendat et in carceribus detineat, donec aliud a nobis habuerit in mandatis, aut ad alios epis- copos, in quorum jurisdictione archiepiscopum ipsuru Crainen- 15 sem esse audierit, nostro nomine scribat, ut itidem faciant et ipsum archiepiscopum comprehendant. Quare, si episcopus ipse Basiliensis istic non esset, vos praemissa exequi diligenter et ac- curate studeatis, et ita operemini, ut idem archiepiscopus com- prehendatur, ut, quando mansuetudine non potest, pena condiscat 0 a talibus abstinere, contrariis non obstantibus quibuscumque. Saturn Romae apud sanctum Petrum sub annulo piscatoris, die 27. aprilis anno 1482, pontificatus nostri anno undecimo 5 ). April 27 L. Grifus«). Deinde scripsit capitulo ecclesiae Basiliensis aliam epistolam 6 commendaticiam in hunc tenorem: Sixtus papa IV dilectis filiis praeposito, canonicis et capitulo civitatis Basiliensis. Dilecti filii, salutem et apostolicam lürken verloren; s. Jos. Schlecht, in Quellen und Forschungen d. Görres- gesellschaft VIII 3, auch Eubel, Hierarchia Catholica 131« und II 155.— Ueher das Folgende vgl. Schlecht a. a. O., ferner Jakob Burckhardt in B. äeitr. V 27 ff., auch B. Chron. VI 303 ff. und unten Briefer z. J. 1482. 1) Am 25. März d. J.; s. B. Chron. a. a. O. und Schlecht S. 74 ff., ferner »n St.-A r chiv, Missivenb. XVI J 2 s ff. den Brief des Basler Rats vom 6. April, gedr. bei Schlecht, Beil. 44. Ueber die gedruckte Proklamation vom 25. März s - Schlecht S. 96 ff. und Beil. 20 u. 45. 2) Joh. Weruhcr von Flachsland. 3) Als Gesandter Kaiser Friedrichs III. war er seit 1478 mehrmals in Rom gewesen, jedoch 1481 mit Sixtus IV. in Streit geraten und deshalb im um d. J. eingekerkert, aber im Juli wieder freigelassen worden; s. Schlecht 8 - 43 ff. u . 52 ff . 4) Den Brief an Bischof Kaspar ze Bin s. ebend. Beil. 25. 5) Diesen Brief s. ebend. Beil. 26, und den gleichzeitigen an den Rat T °n Basel s. B Urkb. VIII No. 624, sowie auch bei Schlecht, Beil. 27. 6) Leonhard Grifus, Bischof von Gubbio und Geheimschreiber Sixtus' IV. ; 8 - Schlecht, Beil. !U5, S. 136, A. 15. Basier Chroniken. VII. 14 210 Brilinger. benedictionem. Venerabilis frater Angelus Suessanus 1 ), nuntius et orator zoster cum potestate legati de latere, referet non- nulla devotioni vestrae nostro nomine, in quibus hortamur, plenam ei fidem adhibere velitis. Datum Romae apud sanctum juii 22 Petrum sub annulo piscatoris, die 22. julii, pontiBcatus nostri r > anno 11 2 ). [110] Qui quidem archiepiscopus Crainensis, postea car- ceribus circa interiorem portam dictain Spalenthor mancipatus 3 ) 1481 et ibi detentus usque ad annum 1484, crastino Martini 4 ) laqueo NoT- n sibi mortem conscivit. Et ita mortuus et suspensus pendebat, 10 U85 nullo nisi consulibus scientibus, usque ad vigiliam Hilarii 5 ), in Jan ' 12 qua vasi per lictorem impositus de ponte in Rhenum praeci- pitabatur 6 ). Not. 22 Anno domini 1485 ipsa Ceciliae audita sunt tonitrua magna et choruscationes visae 3. post meridiem 7 ). 15 H80 Anno 1480 circa Magdalenae ingens fuit aquarum inundatio 8 ). Juii™ Rhenus in tantum crevit, quod ad lateres usque inferioris muri Minoris Basileae circa litus ascendit 9 ). Etiam homines in ponte stantes facile in Reno manus lavare poterant 10 ). Quod ego ipse feci in latrina pontis juxta Maiorem Civitatem 1J ), tunc de- 2Ü cennis adulescentulus 12 ). 1485 Anno 1485, 16. martii, erat solis eclypsis ab hora quarta Mara 16 pomeridiana usque ad horam quintam 13 ), eratque adeo tene- 1) Angelus Gherardini, Bischof von Sessa, unweit von Capua; s. Eubel II 268. 2) Vgl. den gleichlautenden Brief vom 21. Juli an den Rat von Basel, aber zugleich auch die Instruktion vom 22. für den gleichfalls von Rom abgesandten, jedoch dem Basler Kloster angehörenden Barfüsser Emericb von Kernel, beide im B. Urkb. VIII No. 631 u. 032. 3) Am 18. Dec. 1462 im Rathaus verhaftet, wurde er am 21. auf das innere Spalentor verbracht; s. B. Chron. VI 304, A. 2. 4) In der darauf folgenden Nacht; s ebend. A. 4. 5) Den Grund dieser Verzögerung s. ebend. A. 5. 6) S. Wochenausgabenb. XI 616, z. 13. Jan. 1485. 7) Vgl. B. Chron. V 317. 8} Vgl. ebend. V 531 und VI 301, 324 u. 444, auch oben S. 187. 9) Ueber diese äussere Mauer längs dem Rheinufer s. R. "Wackernagel im Histor. Festbuch v. 1892, S. 240. 10) Vgl. B. Chron. VI 444. 11) Also beim Rheintor. Jedoch bleibt es fraglich, welcher Ablauf hier mit »latrina« gemeint sei. 12) Vgl. oben S. 207. 13) Vgl. oben Ursi S. 181, wonach sie nur »quasi per quartam höre« währte. 1480—1501. 211 brosum, acsi in nocte esset. Ad quod Sebastianus Brant poeta clarissimus sie allusit: Bis dedit octo dies forte et tot martius horas Versus ad oeeiduas sol tenebrosus aquas. '-> Nach sexs *) mertz stund und tag Vil kleines schins die sunn hie pflag. Quaere annum per litteras utrobique 2 ). [110 T ] Anno 1487 sexto kalendas julii erat horribilis et i* 8 ? Wgens tenipestas grandinum, et ceciderunt lapides instar ovo- 1(1 rum gallinarum, et longe maiores. Quibus maior pars tectorum urbis Basileae trita corruit 3 ). Anno 1484 ipsa Valentini venerandus doctor Matbeus Muller M84 curiae episcopalis Basiliensis officialis 4 ) a quodam nullum jus in eum habente in monticulo saneti Petri, qui dicitur Toten- 15 geszlin, nequiter est occisus. Unde: Valentine, tuos celebrans Basilea triumphos Praesulis officians labitur ense tibi 6 ). Anno domini 1501 in die divi Henrici imperatoris inierunt «oi Basilienses perpetuum foedus cum Helvetiis. Et illo die et ' a nno fecerunt juramentum ipsis ante praetorium in foro frumen- torum cum magna solennitate 6 ). Anno nonagesimo nono in die Magdalenae 7 ) nobiles terrae H99 Australis nomine divi Maximiliani obsederunt castrum Dorneck v ^ Um sex milibus virorum 8 ). Illo die, circa 3. vel 4. horam 9 ), ~° aelvetii cum impetu in eos, nullo cogitante, irruerunt et fecerunt c onflictum, et ex utraque parte ceciderunt 15Ü0 viri 10 ). 1) Sollte heissen: sexzecliend. 2) In der Hs. folgt hier ein rätselhaftes Zeichen, das ich auf die Jahr- a M 85 nicht zu deuten weiss. 3) Vgl. oben Ursi S. 181 u. 188, ferner B. Chron. V 318 und VI 305, 326 • 444 -----i n je,. Hs fo ] gt n j er derselbe latein. Vers wie in B. Chron. V 539. 4) Als Offizial erscheint er schon 1473; s. ebend. II 55. 5 ) Denselben Vers s. ebend. VI 340. 6 ) Vgl. ebend. V 324 und VI 18. f m. 7 ' An d i esem Tag geschah die Schlacht, nachdem die Belagerung schon «uher begonnen. v 8) Diese Zahl hatten in der Schlacht die Eidgenossen; s. B. Chron. I 11. Für das Belagerungsheer hingegen s. ebend.: ob 10 000, und besser n °ch Anshelms Bernerchron. II 226: ob 15000. 9 ) Vgl. Anshelm II 228: zwischen 2 und 3. , 10) Hiezu vgl. B. Chron. V 322: by 1200 (auf Ostreich. Seite), und Ans- A e ™ H 2 32, der auf eidgen. Seite 200 Tote zählt. Andrerseits Aber schätzt ^»shelm S. 233 den östreichischen Verlust auf >ob 3000t. 14* 212 Brühiger. 1806 Anno 1506 idibus augusti cometam ferruginei coloris vidi- g - 13 mus conplusculi 1 ). Quaternis noctibus circa Ursam maiorem, quam Diten Greci vocant, fulgebat fere ad quatuor liorarum spatium. Circiter horam primam aut secundam noctis versus septentrionem descendebat, caudam porrigens adEoum 2 ). Eodem anno obiit illustrissimus princeps Philippus, divi Maximiliani fiÜUS 3). 1) Vgl. B. Chron. VI 192, auch Anshelm II 420. 2) Der Planet Venus als Morgenstern. 3) Philipp I., König von C'astilien, starb am 25. Sept. d. .T. — In der Hs. folgt Bl. 111—120 zuerst das Schreiben der Tagsatzung vom 14. Sept. 1510 an Julius IL, dann 5 päpstliche Briefe von 1510—1513 an die Tagsatzung, und ferner 3 Briefe von 1512 aus Mailand an Zürich; s. Eidg. Abschiede III 2, S. 519, 542 u. (i32ff., und Anzeiger f. Schweizergesch. 1912, S. 311 ff. 1475—1513. 213 [120 v ] Johannes de Medicis, Leo papa X., 11. die decem- ü«M bris anno 1476 natus 1 ) filius Laurentii de Medicis, die 11. sep- Dez ' tembris anno 1492 obtinuit capellum cardinalatus sub papa t492 Innocentio 2 ). Die 11. mensis aprilis anno 1512 fuit captus m$' ■> Ravennae, dum fuit legatus summi 3 ). Die 11. martii anno 1513 *jj* " fuit electus in papam. Die 11. aprilis eodem anno fuit coro- März n natus*). Apri11 ' [121] Quaedam gesta in anno 14 6 ). Leo papa X. in- timat electionem suam episcopo Basiliensi 6 ), ut pro ec- 1 °clesia et sua sanctitate solennes faciat processiones. Leo episcopus servus servorum dei, venerabili fratri episcopo Basiliensi salutem et apostolicam benedictionem. Salvator noster dominus Hiesus Christus, ut ab eterna morte liberaret humanuni genus, mortalitatem nostrae carnis assumpsit, sacro- 15 sanctamque universalem ecclesiam sua passione fundatam in terris usque ad consumationem saeculi perpetuari voluit, et gregis sui oves pascendas per variam successionem pastorum, • Weiter folgen Bl. 128 zwei lateinische Distichen auf Leo X. 4) Vgl. oben S. 216. 5 ) Er erfolgte am 12. März 1514; s. ebend. Anm. 4. 6 ) Tristan von Cunha; s. Raynald, Annales ecclesiastici XX 1514 No 1. ") Der Minorit Diego Pacheco; s. ebend. 8) Johann von Farra, Ritter des Christusordens; s. ebend. 218 Brilinger. inde quidam Indus nigritanti colore pulcherrimo equo vehebatur aella Indica ornato. Post equitem insidebat clunibus animal quoddam pardo simillimum, corpore tarnen procerius et macu- larum varietate visendum. Hunc sequebatur elepbas Indus pbaleratus arcam l ) deferens continentem quaedam preciosa mu- 6 nera, quae Serenissimus ille et Christianus princeps sanctissimis apostolis Petro et Paulo nuncupatim et sanctissimo domino nostro mittebat. Tegebat arcam vestis quaedam auro inter- texta insignibus et armis regiis variata, quae nedum arcam, sed fere universam molem illam et vastitatem elephantis ope- 10 riebat. Cervici disciplinatissimae beluae insidebat alter Indus veste aurea et serica indutus, cuius dicto belua paret. Pro- cedebat ingens animal lento gradu. Mox sequebantur aliquot mulae pulcherrimae, post ipsas oratorum familiäres et ministri inferioris ordinis, omnes tarnen honesto habitu induti. Deinceps 15 sequebatur ordo nobilium, qui numero erant circiter 50 magni- fico et eleganti cultu, omnes torquati, torques [129] ipsi eius- dem speciei, non minoris ponderis quam ostentationis. Inter quos, qui insigniores erant, et margaritis et gemmis inter- lucebant, et praeter ceteros filius primi oratoris 2 ). Hos seque- 20 batur caduceator sive araldus regis, aurea veste conspicuus, insigne regis 3 ) super pectus deferens pulcherrimis margaritis et carbunculis coronatum et circumseptum. Postea procedebant oratores ipsi magnificentissime induti. Princeps legationis pileum insigne gestabat singularibus margaritis non dicam ornatum, «& sed undique tectum. Post oratores sequebantur nonnulli viri togati, gravi et venerabili conspectu, postremo cetera turba familiarium. Pontifex cum plurimis cardinalibus arcem sancti Angeli petiit, ut Hadriani pontem 4 ) pertranseuntes oratores videret. Populus universus Romanus ad hoc novum spectaculi 3° genus videndum effusus est. Nee mirum. Karo enim fit, ut prineipes tarn splendido tamque magnifico apparatu legatos ad Urbem mittant. Nee Roma unquam retroactis saeculis, quando etiam rerum potiebatur, quamvis plures Ethiopiae et Aphricae elephantes viderit, Indum antea conspexit. Elephas cum ante 35 fenestram cancellatam, ad quam pontifex consistebat, pervenit, monitus a rectore reverentiam sanctissimo exhibuit summissis genibus. Constituta die postea praedicti oratores obedientiam 1) Vgl. oben S. 216: propugnaculutn. 2) S. oben S. 217, A. 6. 3) Das königliche Wappen. 4) Die Engelsbrücke. 1514. 219 praestiterunt more solito 1 ), in qua praestanda prudentissimam et Christiano principe dignam orationem habuerunt. Postea autem statuta die 2 ) summo pontifici non minus sumptuosa quam religiosa munera, assistentibus ei fere universis cardinalibus, 5 obtulerunt, redditis primo sanctitati suae quibusdam litteris ipsius gloriosissimi regis haue sententiam continentibus paucis- simis verbis: se primitias rerum Indiae et Ethiopiae reddere voluisse pientissimo servatori nostro et felicissimis eius apostolis Petro et Paulo sanctitatique suae, ipsius domini dei nostri w optimi maximi in terris vicario, illam humiliter rogando, [129 V J ut tarn benigno animo munuscula acciperet, quam devotissimo affectu exhiberentur. Munera autem erant sacrae vestes tarn pro ministris quam sacerdotibus ad omne munus sacrificii ac- commodatae, boc est tarn missae quam vespertini officii. Eas 's autem isti vocant tunicellam, dalmaticam, casulam pluvialem sive cappam. Ac etiam vestes ad altaris partem anteriorem operiendam, quam binc pallium altaris vocant. Erat omnis vestis auro contexta margaritisque ita operta, ut rarissimis in partibus aurum conspici posset. Erantque miro artificio ipsae 2ü margaritae dispositae, nodis quibusdam se connectentibus et mala granata :i ) colligantibus, quod artificium et rem aspectu multo jocundissimam et opere mirabilem, sumptuosam et magni- ficam reddebat. Certis autem locis erant salvatoris nostri et sanctorum effigies serico et auro depictae distinctaeque, et or- 26 natae plurimis lapillis preciosis, quos carbunculos seu rubinos v ocant. Ii non dolati aut expoliti, sed rüdes ac simplices in s edibus suis extracti sunt, non prae se ferentes ullum fucum, sed simplicitatem illam et candorem quendam genuinum, qui rebus divinis debetur. Quid plura? Unico verbo comprehendam: 80 m ateria pretiosa erat, sed materiam superabat opus. Opus autem ipsum religio et devotio singularis donantis principis, quae me plurimum movit, ut omnia verbosius et morosius forsan 6t diffusius, quam occupatissimae aures maiestatis vestrae pa- wantur, perscriberem. Quod ideo feci, ne aliquid, quod ad tarn 36 celsissimi principis laudem consanguinei maiestatis vestrae 4 ) Pertinct, qui religionem nostram cum tanta gloria usque ad 9. Hs.: sanctitatiique euae. 1) Am 20. März; s. Pastor S. 52. 2) Am 21. März; s. ebend. 3) Granatäpfel. 4) König Manuel war Vetter von Maximilians Mutter, der Kaiserin J-eonora. 220 Brühiger. Garamanthes l ) et Indos propagavit, qui sanctam sedein apo- stolicam cum taDta pietate et liberalitate veneratus est, silentio pertransirem. Gratissimum fuit donum sanctissimo domino nostro, reverendissimis cardinalibus, universis ordinibus, cuncto populo Romano. Laudatus fuit ipse rex [130] sacratissimo pontißcis s ore honorificentissimis verbis publice in consistorio, cum respon- deret oratoribus suae maiestatis. Et privatim tarnen acceptavit donum, certatimque ab omnibus merito eius laudes decantantur. Munera ipsa pro ingenio cuiusque varie existiniantur. Nonnulli quinquaginta esse milium ducatorum, alii quadraginta, alii tri- w ginta aut saltem vigintiquinque 2 ). Porro rniirgaritae non sunt magnitudine insignes, sed multitudine et numero pene infinitae. Gemmae quoque non sunt magni pretii, non tarnen spernendae, et permultae. Utrunque sit, hoc certe credo, nulluni pontificem nee ecclesiam Komanam unquam tarn pulchras et pretiosas vestes is habuisse. Processi obviam ipsis oratoribus, ut est mos vetustus curiae. Deinde illos visitavi, ut etiam est de more, videlicet oratores regum tunc primum venientes ab oratoribus llomae degentibus salutari. Obtuli eis omnem operam meain, nomine maiestatis vestrae, ad omne obsequium serenissimi regis eorum 20 pro ea necessitudine, quae illi cum maiestate vestra intercedit. Gratissimum fuit eis hoc officium, et inter cetera dixerunt resrem suum nulla re magis efferri et gloriari, quam quod affinitatis vineulo conjunetus sit cum maiestate vestra. Eodem die, quo ipsi elephantum cum ceteris muneribus sanctissimo domino nostro 25 obtulerunt 3 ), quidam nuntius sive orator quorundam populorum Christianorum et ritum catholicae ecclesiae observantium, qui morantur apud Hierosolymam et Maronitae appellantur, montes Assyrios incolentes' 1 ), sanetissimum dominum nostrum redditis litteris illorum populorum veneratus est et obedientiam prae- 3° stitit, petentibus iis confirmationem archiepiscopi sui, quem ele- gerunt ipsi populi 5 ). Alias forte ob distantiam locorum minime ritum catholicae ecclesiae observahant. Opera autem et studio 1. Hs.: Garamantbaß. ö. He.: oxtimantur. 1) Hier genannt für Afrika, weil sie im Altertum als das entlegenste Volk dieses Erdteils galten. 2) Vgl. oben S. 217, A. 1. 3) Am 21. März; s. oben S. 219, A. 2. 4) Die Maroniten am Libanon. 5) Nämlich ihres Patriarchen Simon Petrus, von welchem später eine neue Gesandtschaft erschien; s.Pastor IV 1, S. 571, ferner Kaynald XX 15H No. 87 ff. 1514—1515. 221 fratrum Minorum ab Observantia 1 ), qui in illis terris morantur a quinquaginta annis citra 2 ), ritum catholicae ecclesiae accepe- runt et obedientiae sumnii pontificis se submiserunt. Bene valeat diuque felix vivat maiestas vestra sacratissima. Die 27. martii J* 11 .. x M:trz 27 s anno 1514. Carpensis 3 ). [133] Ad huius monstrosae figurae simiiitudineni 4 ) est puer Venetiis a foemina editus anno 1514 vicesima quinta mensis Nov. 25 üovembris. Quo die et anno Tyberis fluvius in triduo ad 22 hominis pedes excrevit et usque ad gradus aedis sancti Petri 10 ascendit. Qua quidem insueta inundatione tertiam fere Romae Urbis partem, non sine rerum et liominuni maxirao damno, operuit 5 ). [138 V J Anno 1515 circa festuni visitationis Mariae 6 ) con- tsis clusit senatus Basiliensis: quod omnes curiales episcopi suis 15 civibus se conformes efficerent juranientoque se obligarent ad omnia onera subeunda, vigilando, custodiendo, bella etiam in- trando; et si talia renuerent, omnis emptio, venditio, cuncta etiam ad humanuni victum spectantia eis denegari deberent- Post longum itaque tractatum per reverendum dominum Christo- pnorum episcopum Basiliensem cum senatu — nam se ad justi- ham obtulit apud Helvetios — perseverarunt tandem cum prima conclusione: aut sie id facerent, aut civitate exirent 7 ). Porro 1) Die Franziskaner von der Observanz. 2) Vgl. Pastor II 214. 3) Albert Pius, Graf von Carpi, Maximilians Gesandter in Rom; s. «oend. S. 19. — In d. Hs. foigt Bl. I30 T —132 zunächst eine Abschrift des von Ulrich von Hütten verfassten Flugblattes über die angebliche Hin- öchtnng und das Geständnis des getauften Juden Joh. Pfefferkorn, sodann 6m Brief Heinrichs VIII. an Leo X., vom 12. August 1514, über seinen "iedenaschluss mit Frankreich; s. oben S. 200. 4) In d. Hs. ist hier eine Abbildung dieser Missgeburt aufgeklebt. 5) In d. Hs. folgt auf Bl. 133—138 des Janus Vitalis Beschreibung ües ungarischen Bauernkriegs von 1514, und nachträglich noch einige Inschriften, welche 1513 in Rom anlässlich der Krönung Leos X. an Triumphbogen und Palästen angebracht waren; s. oben S. 200. 6) Also am 2. Juli. Jedoch fasste der Rat den hier erwähnten Be- ^hluss schon am 25. Juni, nach seiner Tags zuvor erfolgten Neuwahl; s. ^rkanntnissb. II 117» 7) S. ebend. Bl. 118 die Bestätigung des Beschlusses vom 25. Juni wrch den Grossen Rat. Dieselbe trägt dort das Datum > zinstag vor -Ylagdalenentag« (17. Juli). Doch laut dem vorausgehenden Text wurde .*■?. Zweck der Unterhandlung zuerst ein Aufschub bis zum 16. Juli be- Wl lligt und nachher bis zum 18. verlängert. Das obige Datum ist daher errnutlich verschrieben statt >zinstag nach Magdalenentagc (24. Juli). 20 222 Brilinger. rebus sie ad octiduum stantibus 1 ), episcopo dissimulante, curiales senatui juramentum praestiterunt 2 ). Intel* quibus etiam erant aliqui offieiis cliori et ecclesiae maneipati, videlicet organista 3 ), campanarius 4 ) et dominorum de capitulo statuarius 5 ). Prob facinus indignum et dies infaustus, quo tua vetustissima privi- f> legia, o sacratissima Maria, tuae sacratae aedis sunt infraeta! Arx cum opidulo Waidenburg, opidum Liestal, officium scul- teti civitatis Basiliensis, una cum maiori teloneo, sunt impigno- rata a quibusdain episcopis Basiliensibus civitati Basiliensi pro quinquaginta milibus fior 6 ). Et haec impignoratio diversis est 10 temporibus celebrata 7 ), quamquam unum instrumentum post- remo sit desuper confectum, continens omnes impignorationes. In quo sonat unus articulus, quod omnia debeant simul redimi, et non singulatim 8 ). [139] Galli et Helvetiorum cruentus apud Mediolanum i» conflictus, anno 1515. ir>i5 Sumptibus et impensis Julii papae deeimi rex Francorum per Suitzeros ex Italia pulsus 9 ). Qui 10 ) per biennium fere gravi reparato exercitu rursus per juga Apennina 11 ) Italiam intravit. 15. Hs.: singillatim. 1) Von der erfolglosen Unterhandlung vom 16. bis zur Bestätigung des Beschlusses am 24. Juli; s. die vorige Anm. 2) Zuerst am 28. Juli leisteten 7 Prokuratoren und Pedelle des geistlichen Gerichts den Eid, und auf diese folgten bis zum 11. August weitere 7, worunter auch der nachmalige Stadtschreiber Heinrich Ryhiner, und ferner vom 16. bis 28. noch 13 Klosterschaffner, Siegriste und sonstige Kirchendiener; s. Erkanntnissb. II HS" ff. 3) Hans Grosz; s. ebend. B. 119. 4) Ruman Peyger von Günzburg; s. ebend. 5) Der Steinmetz Paul Fäsch, Werkmeister der Müusterfabrik; s. ebend., ferner Stehlin, Baugesch. d. Münsters S. 263. 6) Genauer betrug 1431 diese Pfandsumme 47823 GL; s. Boos, Urkb. d. Landsch. Basel, No. 664. 7) Nämlich der Zoll seit 1373, das Schultheissenamt seit 1385, und "Waidenburg und Liestal seit 1400; s. B. Urkb. IV No. 359 und V No. 41 und 209, ferner Boos No. 256. 8) S. die Urk. v. 12. Juni 1431 bei Boos No. 664. Ueber den Streit wegen verlangter Auslösung dieser Pfandschaften s. Heusler S. 401 ff. 9) Schon 1512 war Ludwig XII. auf Antrieb Julius' IL aus Italien vertrieben, dann nochmals 1513 unter Leo X, weshalb hier Julius >deci- mus« heisst. 10) Auf Ludwig XII. folgte 1515 Franz I. 11) Ueber verschiedene Pässe der Penninischen Alpen, nicht der Apen- ninen; s. Dierauer, Gesch. d. Eidgenossensch. II 445. 1515. 223 Cui cum Suitzeri quadraginta milium armatorum exercitu') ob- viarent usque ad montem Apenninum 2 ), subdola suorum capi- taneorum proditione, vel quia resistere non valebant 3 ), usque ad Mediolanum iteruru retrocesserant 4 ). Rex Suitzeros secutus 5 et juxta Mediolanum ad duo almanica miliaria castra sua me- tatus, aggressum illic Suitzerorum praestolaturus 5 ). Cumque de concordia ab utraque parte tractaretur eoque esset deventum, quod novern fines Helvetiorum concordiam acceptassent 6 ), vigilia Sept. t3 exaltationis sanctae crucis Suitzeri Mediolanum cum suo exer- lu citu, regem ex castris pulsuri, circa meridiem exiverunt 7 ). Cun- que die advesperascente ad pugnam ventum fuisset 8 ), usque ad noctem pugnatum est, resque Gallorum magis quam Helvetiorum ob multam stragem ad i'ugam spectaret, uterque exercitus ibi loci, ubi dimicatum est, noctem istam transegit. Interim rex 15 Francorum milites suos Germanos 8 ) bortatus, ne ad unam ad- versam pugnam animos remitterent, sed viriliter crastino luce- scente dimicarent, et quod fortes in eam aciem ire vellent, in qua non solum sibi, sed universae coronae Franciae salutem indubie essent quaesituri. Sic peditum plialanx stetit cum 20 equitum et bombardarum praesidio, Suitzerorum accessum ex- pectantes. Quid plura? Jam lucescente die praelium atrox Sept. 14 commissum est, pugnatumque utriusque armis et viribus. Tandem post cruentissimum certamen rex Francorum victoriam est a deptus, et Suitzeri agmine consternato Mediolanum abierunt. 1) Ueber diese Zahl vgl. B. Cliron. VI 68, A. 1 u. 6. 2) Bis an den Fuss der Penninischen Alpen; s. Dierauer II 444. 3) Ueber den wahren Grund des llückzugs s. ebend. S. 443 ff. 4) D. h. die Berner, Freiburger und Solothurner nach Arona, die übrigen Orte hingegen teils nach Varese, teils nach Monza; s. ebend. S. 446. 5) Ueber dieses befestigte Lager bei S. Breda unweit Marignano s. e °end. S. 450. 6) Gegen den am 0. Sept. vereinbarten Friedensvertrag von Gallerate Deharrteu unter den 13 Orten einzig die 3 Waldstädte samt Glarus fest auf essen Verwerfung, während andre schwankten; s. ebend. S. 44'J u. 450. 7) "Während die in Arona stehenden Berner, Freiburger und Solo- jW'rner heimwärts zogen, hatten die übrigen 10 Orte sich am 10. Sept. in Mailand vereinigt, und hierauf gab am 13. ein Scharmützel den Anlass, dass sie mittags von dort gegen das französische Lager rückten; s. ebend. b - 447 u . 449. 8) Ueber den Anteil Basels an dieser Schlacht vgl. B. Chron. I 21 ff. un d VI 66 ff. u. 331. Ueber deren allgemeinen Verlauf s. Dierauer S.451 ff., allwo S. 455, A. 2 auch eine Uebersicht der diesbezüglichen Quellen. -, 9 ) Sein Heer zählte über 20000 deutsche Landsknechte; s. ebend. B. 444. 224 Brilinger. Verum Suitzeris fuifc ea pugna funesta, et Gallis victoria minus insignior, quo hostium apparatus minor 1 ). [142 T ] Distichon de tauro Uriensi in conflictu apud Mediolanum occiso, anno ec. 17 2 ). Urius ut cecidit prae duro vulnere taurus, 5 Sola gemit viduo Suicia vacca thoro. Der stier von Uri, do er lag Durchstochen hart uff einen tag, Ist kü von Schwytz ein wittwen gmacht Und hat gelüyet tag und nacht. 10 1516 [140] Anno salutis 1516 mense aprili inter castella Jurae montis Landeskron 3 ) et Rynegg 4 ) numismata sequentium in- scriptionum inventa sunt inter saxa, ubi nullum muri vestigium apparuit, sed cum ex nativo ac rudi scopulo cementa cederentur opificum ligonibus eruta, nuniero supra octingenta 5 ). ,5 Joni 22 [141] Anno domini millesimo quingentesimo decimo sexto, dominica ante Joannis baptistae, juxta decretum senatus Basi- liensis 6 ) est unus ex plebe 7 ) — et non nobilis vel unus de 10. Hs.: gelüget. 1) Während das französische Heer auf 45 bis 55000 Mann geschätzt wurde, zählte das schweizerische nach dem Wegzug der Berner, Freiburgcr und Solothurner höchstens noch 25000; vgl. B. Chron. VI 68, A. 3 u. 6, und Dierauer S. 444. — In der Hs. folgt Bl. 139 v die Verhaftung des Dom- custos Rudolf Fröwler durch den Rat von Basel, von 1370; s. oben S. 200 und unten Beilage II. 2) 1517 bezeichnet nur das Jahr, wo Brilinger diesen auf die Niederlage von 1515 bezüglichen Vers vernahm und deshalb erst hinter den Aufzeichnungen von 1516 eintrug. 3) Ueber Landskron s. Merz, Burgen d. Sisgaus III 7 ff. 4) Die Trümmer dieser in der Nähe gelegenen Burg wurden 1516 an der Landskron verbaut; s. ebend. S. 8. Ueber den auf Rineck hausenden Zweig des Geschlechts ze Rin s. ebend. I Stammtafel 12. 5) Ueber diesen Münzfund kenne ich keine sonstige Nachricht. — In der Hs. folgen auf Bl. 140 v die Inschriften von 33 dieser Münzen, wovon 1 von Claudius, 2 von Probus, 1 von Aurelius Carus, 6 von Diocletian, 9 von Constantius und 14 von Maximian. 6) Am 8. März 1515 hatte der Grosse Rat die bisherigen Vorrechte der Hohen Stube aufgehoben und erkannt, dass fortan niemehr beide Häupter aus ihr dürften gewählt werden; s. Kl. Weissb. Bl. 136 ff., im Auszug bei Hcusler S. 424. 7) Jakob Meyer zum Hasen, bisher Zunftmeister der Hausgenossen; s. B. Chron. VI 545. 1516. 225 zunfta nobilium, ut ab antiquo fuit observatum — in magistrum civium electus. Quod magnum et novum fuit in civitate Ba- sileiensi l ), Eodem die et anno duo carnifices dicti Harnascher 2 ) duos r > boves in carnario 3 ) mactarunt valoris 60 florenorum. Praefato anno, festo visitationis Mariae, Clara zum Luft, Juii 2 relicta Mathiae Ysenlin civis Basiliensis 4 ), praesentavit ornatum sericum candidi coloris, quem ob memoriam et amorem sui mariti, quia intestatus decesserat, ecclesiae Basiliensi legavit '» et donavit 5 ). [151] Anno 1517«). Reverendissimo in Christo patri et domino, domino Fran- i5io cisco episcopo Albanensi sacrosanctae Romanae ecclesiae cardi- nali Vulturano 7 ), domino et protectori nobis observandissimo. 's Reverendissime in Christo pater et domine, domine mi observandissime, humili commentatione praemissa. Vellem da- retur copia feliciora vestrae reverendissimae dominationi nun- tiandi. Postquam quae in Oriente geruntur, expedit ut sciat, ut suo sapientissimo consilio in sacro senatu possit facilius cum 20 reverendissimis patribus, quorum unus est, ex cardinibus de- liberare. Turcus 8 ) ad monarchiae culmen aspirans dolis prius quam armis Sultanum oppressit, cum per suos continuos oratores se IG. Hs.: ohservandissimae. 10. Statt cum hat Hfl. »quae« vor einer Lücke, u nd statt quorum »cuius«. 23. Hs.: oppressus est. 1) Zu Bürgermeistern waren bisher stets nur Ritter gewählt worden. £>och se j t p e t er Offenburg im Dec. 1514 gestorben war, blieb Wilhelm Belgier, der Bürgermeister von 1515, im Rat der einzige und letzte Kitter; s - Heusler a. a. O. und B. Chron. VI 455. 2) Wolfgang H., vermutlich ein Sohn Walthers des Ratsherrn der Metzger, erscheint 1518—1528 als deren Zunftmeister; s. B. Chron. VI 535ff. Schon 1450—1474 war Heinrich H. Meister und später Ratsherr dieser Zunft; s - Schönberg S. 789 ff. 3) In der School an der Sporrengasse, auf dem Areal des jetzigen Marktplatzes. 4) Mathias, ein Enkel des 1436 verstorbenen Konrad Iselin, war 1489 ° ls 1511 Ratsherr der Zunft zum Safran und starb 1512; s. B. Chron. VI 53 6 ff. und Wurstisen S. 572, und vgl. oben S. 5. 5) Ueber den Inhalt von Bl. 14lv— 150 s. oben S. 200. e ) Erst 1517 erhielt Brilinger Kenntnis des hier folgenden Briefes. 7) Den nach seinem frühern Bistum Volterra benannten Kardinal Franz koderini scheint Brilinger hier zu verwechseln mit Franz Remolini, der jedoch e rst im März 1517 Kardinalbischof von Albano wurde; s. Eubcl III 8. 8) Sclim I. K »sler Chroniken. VII. 15 226 Brühiger. pacis avidum significaret, a qua Suitanus non erat alienus 1 ). Ex quo factum est, ut et Sophis se Sultano conjungere vere- retur 2 ), ne sub confederationis pretextu ab utroque postmodum circumveniretur; et Sultanus ipse ad maiora belli perfidia com- parandum segnior effectus est. Demum, cum Turcus vidit bom- ■• bardarum currus Anadolae montes 3 ) superasse et exercitum in planitie collocatum esse, et oportuna cibaria comparasset, statim jurisdictionem Sultani invasit. Cui Sultanus cum vellet obstare, eius in fugam converso exercitu mortem obiit, et in eo con- flictu utrinque caedes non parva commissa est 4 ). Turcus autem 10 partam victoriam sequens, Alleppo urbe maxima et potenti abs- que aliquo negotio potitus est, Tripolimque et Berithim 5 ) mari- timas Syrie urbes per solos conductores potitus est, se ultro dedentibus populis auxilii spe privatis. Memeluchi autem, qui ex recenti strage superstites fuerunt, et qui suppetias veniebant, 1 5 Damascum se contulerunt, ubi novum exercitum comparabant. Et cum per totam Syriam [151 v ] prosperos Turcorum successus et populorum deditionem intellexissent, veriti, ne a popularibus i5i6 proderentur, relicta Damasco sexta praesentis mensis die Cbaerum se contulerunt 6 ), ubi et novum Sultanum creabunt 7 ) et vires 20 colligere nitentur. Turcus vero, passa Damasco totius Syrie capite, ab insequendo Maineluchorum reliquias non cessat. Et opinantur omnes, per totum hunc mensem Chaerum perveniet 8 ) et victori exercitu parvo negotio Mamelucborum gentem penitus delebit, et tarn facile Egiptum quam Syriam suae dictionis 2S faciet. Praeterea, licet Turcus terrestri expeditione omnes mari- 5. Hs.: aignioi effectus. 11. Hs.: partim victoriam. 26. Ha.: terrestri cxpeditioni, 1) Ueber die gegenseitigen Gesandtschaften Selims I. und des Mamelukensultans Kanssu Ghawri von Egiptcn, von 1512 bis August 1516, s- Hammer, Gesch. d. Osman. Reiches II 391, 410, 419, 425ff. und 464 d. ersten Aufl. 2) Ismail, der Begründer der persischen Dynastie der San, hatte 1512 eine Gesandtschaft an Kanssu Ghawri abgeordnet, nachher aber nicht mehr. Durch Selim I. bekriegt und besiegt, verlor er 1514 an diesen einen Teil seines Gebiets; s. ebend. S. 392 u. 403ff. 3) Das Taurusgebirge. 4) Ueber die Schlacht vom 24. Aug. 1516, wo Kanssu Ghawri auf der Flucht umkam, a. Hammer II 474. 5) Beirut. 6) Dieses Datum (6. Oct.) bezeichnet den Tag ihrer Ankunft in Cairo, nachdem sie Damascug am 22. Sept. verlassen hatten; s. Hammer S- 481- 7) In der Tat wählten sie am 22. Oct. Tuman Beg; s. ebend. S. 492. 8) Cairo eroberte Selim erst im Januar 1517; s. ebend. S. 496. 1516. 227 timas urbes, ad quas misit, sie consecutus, et Mameluchi duas tantum triremes in Alexandrino portu habeant, neque timeat aliquid suae potentiae possit obstare, tarnen quam diligentissime Constantinopoli classem numerosam et potentem omnigeneris s navigiorum instruit 1 ). Et cum Otthumanica gens hanc residen- tiam summo odio sit consecuta, et hie suos progenitores super est 2 ), possumus facile conicere, non ad alios fines tendit, quam ut nos ex inproviso invadat. Quare nos non cessamus com- uaeatus comparare, praesidium accire et bello necessariis juris- io dictionem nostram in Oriente pro viribus munire. Et quia in obsidionis difticultatibus populi spe subsidii destituti consue- verunt esse remissores et varia consilia agitare, ut eos in laborum tolerantia retineamus et roboremus, in praesentia maio- r em ex nostris onerariis navibus ad partes Provinciae mittimus 3 ), i5 ut sub eius protectione aliae naves stipendio nostro militaturae tue eo tutius se conferre possint. Ceterum religiosos nostros e t) qui curata possident beneficia, Tocamus, ut cum dieta vel alüs navibus huc veniant. Et quia veremur, ne multi a labo- r ibus declinando nostris praeeeptis parcant [152] et se a pro- 20 fectione ultramarina eximi faciant et importunis preeibus sanc- tissiruum dominum nostrum 4 ) onerent, vestram reverendissimam doniinationem ex corde rogamus, dignetur apud praelibatum s anctissimum dominum nostrum intercedere, praefatis preeibus suas benignas aures minime adhibeat, et omnes super benefieiis 25 n °stris litigantes et ceteros religiosos nostros ex Urbe pellat e * Rhodum mittat, neque sinat, ab alienis et nostra religione 111 Romana curia vigeantur, et concedat, ut nos seeundum statuta nostra vivamus et verna sub praesentia inobedientibus sta- tutas penas retribuamus. Et sie fortiores evademus. Sed si, weisse Rose« genannt wurde. 12) Vgl. Anzeiger S. 347 und Frundsberg: monseigneur de Bussy d'Amboise. 13) Verwechslung mit Franz v. L.; s. unten S. 231 A. 4. 14) Wilhelm Gouffier, Herr zu Bonnivet; s. Anshelm V 34 u. 129, A. 3- 1525. 231 groff von Beymunt 1 ). des kiings oberster Stallmeister 2 ), des küngs oberster marschalck 3 ). Franciscus der jung von Lottringen 4 ). ' Marcus Anthonius von Trivultz 5 ). der herr Galliatz 6 ). der herr von Bysilis 7 ). 1) Diesen finde ich sonst nirgends. 2) Vgl. Anshelm V 129: grandequier La Scut, also Thomas de Foix gen. l'Escut. 3) Vgl. ehend.: der marschalk und gubcrnier in Burgun. 4) Herzog Antons von Lotringen Bruder, ein Oberst der Landsknechte; 8- Anzeiger, Frundsberg und Anshelm a. a. O. 5) Trivulzio, den icli jedoch in keinem Verzeichnis der Gefallenen finde. 6) Galcazzo von San Severino; s. Anshelm. 1) Federigo di Bozzolo, der das italienische Fussvolk führte; vgl. Anzeiger S. 344 u. 347, und Frundsberg: lc capitaine Frederic. — Ueber den heitern Inhalt der Hs. e. oben S. 201. Beilagen. Stiftungen im Münster 1 ). 1343 Anno millesimo trecentesimo quadragesimo tertio, sexta & am 27 ante Petri et Pauli, est capella ad latus novi campanilis ecclesiae Basiliensis constructa 2 ), ad similitudinem capellae domini Har- tungi Monachi olim archidiaconi Basiliensis juxta vetus campanile in alio latere ecclesiae constructae 3 ). Et curia domini Marquardi de Warta canonici Basiliensis 4 ) nunc curia domini Rodulfi de 10 Rinach juxta partem angularem demolita 5 ), ut via publica inter ecclesiam et praedictam curiam in eadem latitudine permaneat. Quare ex grata vicissitudine capitulum ad praefati domini Marquardi anniversarium 3 Ib. census ordinavit 6 ). um Ille Marquardus obiit 1346 7 ). 1& 1) Ueber diese Beilage, auf Bl. 92 d. Hs, s. oben die Einleitung S. 198. 2) Ueber diese vom Domherrn Peter v. Bebeinheim gestiftete Kapelle, neben dem südlichen oder Martinsturm, s. Stehlin, Baugesch. d. Münsters S. 101. Das Datum z. J. 1343 ist vermutlich dasjenige der seither verlornen Stiftungsurkunde; vgl. ebend. Anm. 3. 3) Ueber diese Kapelle, neben dem nördlichen oder Georgsturm, s. ebend. S. 97. Ueber ihren Stifter H. Münch s. oben S. 118, A. 4, und über den Altersunterschied der zwei Türme vgl. Stehlin S. 9 u. 109, auch S. 180 ff. 4) Dieser, ein Sohn des 1308 geräderten Rudolf von Wart, starb 1346; s. Jahrztb. d. Dornst. 24. Dec, bei Tr. III S. 130, A. 1 entstellt in 1347. 5) Hans Rudolf, ein Sohn Hans Erhards von Reinach, erscheint als Domherr noch 1495; s. die Stammtafel dieses Geschlechts, von W. Merz, im Bd. XXI d. Argovia. Sein Hof war demnach das jetzige Antistitium, das übrigens im XIX. Jahrhundert behufs nochmaliger Strassenerweiterung einen neuen Abbruch erlitt. 6) Diese Stiftung finde ich im Jahrztb. d. Dornst, nicht. 7) Vgl. oben Anm. 4. Beilage I. 233 Episcopus Johannes Sennen ordinavit decimam in Ober- wiler ad anniversarium suum et parentum, et quod decanus confraterniae sancti Johannis super atrio 1 ) eandem decimam habeat colligere et vendere. Et pro labore suo gaudere debet 5 in die anniversarii portione canonicali, et recipere dona hono- raria consueta. Actum anno 1342 2 ). 1342 Item janua juxta altare trinitatis, qua itur ad ambitum, dicitur janua monasterii 3 ). Anno 1330 obiit illustris Fridericus rex Romanorum, et 1330 10 sepultus in Austria, in claustro prioratus Murbach ordinis Carthusiensis 4 ). Cünradus de Gotzkon camerarius ecclesiae Basiliensis obiit 1323, et sepultus in capella sanctae Mariae prope vetus cam- 1323 panile 5 ). Quam capellam decentiori modo, quam antea fuerat, 15 instruxit et in toto pulchrius emendavit 6 ). Item locus ante capellam sancti Nicolai dictus est ubicun- que locus capituli 7 ). Item sub medio arcu, ubi itur ad capellam sancti Nicolai 8 )» sepultus est Eberhardus custos Maguntinensis et canonicus 20 ecclesiae Basiliensis 9 ). 1) Dieses Amt versah 1346 Johann von Waldshut; s. Wurstisens Münsterbeschreibung, in B. Beiträgen XII 481. 2) S. die Urk. v. 1. Juli 1342 bei Tr. III No. 331. Ueber dieses Bischofs und seiner Eltern Jahrzeiten s. ebend. III S. 544, A. 2, und IV S. 224. 3) Diese jetzt vermauerte Tür führte aus dem Chor des Münsters in den östlichen Flügel des grössern Kreuzgangs; s. Stehlins Baugcsch. S. 226 und 269. Ueber den Dreifaltikeitsaltar s. in Fechters B. Neujahrsblatt 1850 d »e Anm. zu S. 29, Z. 28. 4) Die Kartause Mauerbach in Oestreich. 5) Ueber diese Kapelle, die zweite im nördl. Seitenschiff, s. Stehlin S. 98 0) Ueber diese Stiftung Konrads von Gösken vgl. Wurstisens Ana- lekten S. 50 und Jahrztb. d. Dornst, z. 14. Jan., beides bei Stehlin S. 99, A. 2. c 7 ) Vgl. Stehlin S. 228 und 270. Ueber die Niklauskapelle s. ebend. 8. 251. 8) Ueber den romanischen Korbbogen zwischen dem grössern Kreuz- Sang und der Niklauskapelle s. ebend. S. 227 u. 228. ■~ 9) Der einzige Eberhard, den ich zum XIV. Jahrhundert als Basler ^omherrn finde, ist Graf Eberhard von Kiburg, der seit 1382 in Basel als ustos erscheint und 1395 starl • 14 - Juli, bei Tr. IV S. 840. U8t os erscheint und 1395 starb; s. B. Urkb. V No. 4, und Jahrztb. d. Dornst. 234 Brilinger. fi.332) [92 T ] Circa annos domini 1333, secundum librum vitae 0ct ' <25) 9. kal. novembris 1 ), Hartungus Monachi obiit. Qui sepultus est in capella sua, quam ipse construxit juxta vetus campanile 2 ). Consecratio altaris sancti Heinrici et Cunigundis, siti in ambitu ecclesiae Basiliensis'). 1341 Anno dominicae incarnationis 1348, inditione prima, quarto Apni 2 nonag aprilis dedicatum est hoc altare in lionorem sanctorum Heinrici imperatoris confessoris et sanctae Cunegundis virginis a venerabili Heinrico Anaverzensi archiepiscopo 4 ), dante indul- gentias 40 dierum singulis annis in anniversario dedicationis io huius altaris, et in festis singulorum praedictorum patronum 5 ) et per octavas eorundem octavas habentium. Continentur autem in hoc altari reliquiae, videlicet de vestimento gloriosae semper virginis Mariae, sanctorum Heinrici imperatoris et confessoris, Cunegundis virginis 6 ), Petri et Pauli, Philippi et Jacobi, Pan-'S thaleonis, Valentini martyrum, Ambrosii episcopi, Benedicti abbatis et Scolasticae virginis. Dedicatio huius altaris cele- nach bratur singulis annis proxima dominica post festum omnium Nov ' ' sanctorum. Est praeterea sciendum, quod hoc altare constructum et donatum est a discreto viro Johanne rectore ecclesiae in 20 Landser, capellano et subcustode huius ecclesiae, in remedium animae suae et omnium parentum suorum et benefactorum 7 ). 1) Genauer 1332, VIII. kal. nov.; s. bei Tr. III S. 751 das .Tahrztb. d. Dornst, z. 25. Oot., dem diese Nachricht bis zu Ende sonst wörtlich entnommen ist. 2) Vgl. oben S. 232, A. 3. 3) Ueber diesen Altar, im östl. Flügel des grössern Kreuzgangs, s. Stehlin S. 278. 4) Der Prämonstratenser Heinrich Albertus od. Albus, seit 1345 Erz- bischof von Navarzan in Armenien, erscheint als Basler Weihbischof schon 1346, und starb 1349; s. Tr. III No. 347 u. 357, und Eubel I 87. 5) Der Heinrichstag am 13. Juli, und Kunegunde am 3. März. 6) Diese Reliquien von Heinrich und Kunegunde waren erst im Herbst 1347 von Bamberg nach Basel gesandt worden; s. Tr. III No. 364 u. 365. 7) Er starb 1356; s. .Tahrztb. d. Dornst, z. 14. März, bei Stehlin S. 279. Beilage II. 235 II. Violenta proscriptio a civitate Basiliensi domini Eo- dulphi Fröwlarii, per consules civitatis circa annum domini 1371 facta*). (1376) Temporibus Gregorii XL, qui circa annum domini 1371 r ' ecclesiae praefuit Romanae, Wernhero de Bernfels Basileae magistratu gubernante, in Laurentii profesto consules civitatis Aug. g cum servorum suorum et armatorum non parvo numero stipati a d ecclesiam Basiliensem venerunt ibique fores ecclesiae et turrium 2 ), ne quisquam exiret, observantes atque campanarum 10 funes sursum trahentes, ne pulsando in populo tumultus fieret, quendam dominum Kodulphum Fröwlarii, ecclesiae custodem 3 ), ( gra- tf 6t oneroae contra magistrum civium et consules Basilienses fecerat«: ■ ■£>• Urkb. V No. 4. Auch als Basel im Oct. 1377 mit Hannemann von uenstein Frieden schloss, wurde neben dem frühern Bürgermeister Hart- , ntl Rot einzig noch R. Fröwler von diesem Frieden ausgenommen: s. «W iv No . 4 1 6 . 236 Brilinger. online evasit. Postea se ad Urbem transferens 1 ), eundem senatum Basileiensem ad curiam citavit 2 ). Haec ex articulis sanctis- simo domino nostro papae oblatis collecta 3 ). 1) In Rom war erst seit 1378 wieder ein Papst, nämlich Urban VI. 2) Hiebei half ihm Domherr Johann Fröwler, sein Neffe, der deshalb in Basel gefangen gelegt, aber im Juni 1382 auf Urfehde freigelassen wurde. Der wegen dessen Gefangennahme über Basel verhängte Bann jedoch wurde erst im Januar 1384 auf Bitte des Rats wieder aufgehoben; s. B. Urkb. V No. 4 und 28. Weiteres über Joh. Fröwler s. oben S. 175. 3) Demnach scheint Brilinger die betr. Akten bei seinem Aufenthalt in Rom gesehen zu haben; s. oben S. 194. — Rudolf Fröwler wird schon z. 4. Oct. 1381 als verstorben erwähnt; s. Tr. IV S. 769. Wenn nun seine im Münster in der Fröwlerkapelle einst befindliche Grabschrift seinen Tod scheinbar auf den 1. August 1385 setzte, d. h. MCCOLXXXV kalend. augusti, so gehört offenbar V nicht zur Jahrzahl, sondern zu »kalend.«, und hieraus ergibt sich als richtiger Todestag der 28. Juli 1380. Demnach ist die Stammtafel der Fröwler bei Merz, Burgen d. Sisgaus II 164 zu berichtigen. Die Grabschrift s. in Wurstisens Beschreibung des Münsters, in B. Beiträgen XII 458, und bei Tonjola S. 6. VI. Die Anonyme Chronik aus der Reformationszeit. 1521—1526. Einleitung. Die hier folgende Chronik aus der Keformationszeit war iund- his vor wenigen Jahren in Basel völlig unbekannt. Wir ver- schrift - danken ihre Kenntnis einzig unserm Mitbürger Prof. H. A. Schmid w Göttingen, der bei seinen kunsthistorischen Forschungen über 5 Matthias Grünewald sie im. K. Bezirksarchiv zu Colmar auffand. Die einzige Handschrift, in welcher sie uns erhalten ist, findet sich unter den Akten der Antoniterpräzeptorei Isenheim und trägt die Signatur H 69, 2. Von ihren 20 Blättern in Folio, die ein blauer Papierumschlag deckt, sind nur die 2 letzten 'o leer geblieben. Die übrigen 24, mit moderner Paginatur versehen, enthalten auf S. 1—47 die von einer Hand des ausgehenden XVI. oder beginnenden XVII. Jahrhunderts geschriebene Chronik, die jedoch nur von 1521 bis 1526 reicht, und auf "• 48 folgt von späterer Hand blos noch der Tagsatzungs- 16 beschluss vom 28. Juni des letztgenannten Jahres 1 ). Schon die zeitliche Kluft zwischen dem Inhalt der Chronik Un d der Fertigung dieser Handschrift lässt es bezweifeln, dass sie des Verfassers Urschrift sei. Noch deutlicher aber zeigen die vielfachen Schwankungen zwischen der Rechtschreibung 20 Yova - Anfang und derjenigen vom Ende des XVI. Jahrhunderts, sowie auch manche sinnstörende Entstellungen, dass wir hier nu r die sehr mangelhafte Wiedergabe einer Vorlage haben, deren Schriftzüge und Rechtschreibung dem Abschreiber nicht ^ehr geläufig und deshalb auch nicht immer verständlich % waren. Laut einer Archivnotiz in dieser Handschrift stammt die- Verfasser, selbe aus dem Nachlass Justus Firmin Brombachs, des Schwagers Von »Franz Beer, Administrator zu Isenheim«. Gesetzt nun, dieser Letztere sei kein andrer als jener Franz Bär, welcher gleich seiner ganzen Familie infolge der Reformation aus Basel 1) Diesen BcschluBS s. Eidgen. Absch. IV la, S. 953. 30 240 Anonymus. auswanderte und 1554 in Freiburg i. B. seinem Oheim dem Domherrn Ludwig Bär eine Grabschrift setzte 1 ), so läge es allerdings am nächsten, den Verfasser unserer Chronik, der sich als ein entschiedener Anhänger des alten Glaubens erweist, in dem genannten Domherrn und Propst zu St. Peter zu vermuten. 5 Jedoch wird bei der Badener Disputation von 1526 gerade dieser in einer Weise erwähnt, welche unmöglich von ihm selber herrühren kann, und andrerseits erscheint z. J. 1521 Bürgermeister Jakob Meyer zum Hasen, der doch sein Schwager war 2 ), in ein durchaus ungünstiges Licht gestellt. Beachten wir ferner, wie i" z. J. 1522 anlässlich der bei Bicocca Gefallenen für einen Taufnamen eine Lücke gelassen ist, auf welche die Bemerkung folgt >was ein Ber«, so ersehen wir hieraus, dass der Verfasser nicht wusste, dass des Domherrn Ludwigs damals gefallener Bruder Bonaventura hiess 3 ). Der Schreiber unserer Chronik ist dem- i& nach überhaupt nicht in der Familie Bär zu suchen, sondern er bleibt für uns ein Unbekannter. Dass er aher jedenfalls in Basel lebte, das ergibt sich schon daraus, dass er z. B. bei der soeben erwähnten Schlacht bei Bicocca die Entfernung dieses Landgutes von Mailand mit derjenigen zwischen Pratteln und M Basel vergleicht. Wie sich aus dem Inhalt der Chronik ergibt, so war dieser Unbekannte jedenfalls kein Freund des fremden Solddienstes und der damit verbundenen Jahrgelder, sondern er erkannte deren verderbliche Wirkung. Aber noch entschiedener war er, ^ wie schon erwähnt, ein Anhänger des alten Glaubens, dem jede Neuerung auf diesem Gebiet zuwider war, und der deshalb auch für den Bauernkrieg keine andre Ursache kennt als eben >die Lutherei.« Zudem aber missfallt ihm schon die dem Bischof nachteilige Verfassungsänderung von 1521, und indem er den 'i» sonst altgläubigen Bürgermeister Jakob Meyer zum Hasen wegen >seinen böszfiindigen listen und anschlegen« tadelt, fügt er ausdrücklich noch bei: »und insonders wider ein stifft von Basel«- Demnach war er vermutlich ein Geistlicher, jedoch keinenfalls ein Domherr. Denn z. J. 1525 erwähnt er »die stiffern« (die 35 Stiftsherren) in einer Weise, welche zeigt, dass er nicht zu ihnen gehörte. Beachten wir nun andrerseits, wie er zur Badener 1) Ueber die Familie Bar s. August Burckhardt in Basler Biographien I 50 ff., und speziell über diesen Franz Bär s. S. 70, und über Ludwig S. 74 ff., sowie auch S. 84 den Stammbaum. 2) S. ebend. S. Gü u. 84. 3) S. ebend. S. 82 und B. Chron. I 33. steliuags- zeit. Einleitung. 241 Disputation von 1526 von den altgläubigen Teilnehmern aus Basel nur die drei nennt, welche dem St. Petersstif't angehörten, hingegen den Weihbischof Augustin Marius übergeht 1 ), so liegt allerdings die Vermutung am nächsten, dass unser Chronist unter 5 den 43 Kaplänen zu suchen sei, welche dieses Stift damals aufzuweisen hatte 2 ). Sollte diess nun wirklich der Fall sein, dann wäre die Chronik zwar nicht von Ludwig Bär dem Propst zu St. Peter verfasst, aber doch immerhin von einem seiner Untergebenen. Und da der Inhalt nicht weiter reicht als bis Mitte 10 1526, so starb der Verfasser vermutlich noch in diesem Jahr. Die Urschrift seines Werkes aber gelangte wohl erst durch einen seiner nach dem Bildersturm von 1529 ausgewanderten Amts- briider aus Basel ins Elsass, wo dann später die einzig noch vorhandene Abschrift gefertigt wurde. 16 Wiewohl die Chronik die Jahre 1521 bis 1526 umfasst, && so wurde sie jedenfalls nicht erst in letzterm Jahr begonnen. Denn z. J. 1523 wird anlässlich der in Waldshut durchgeführten Reformation bemerkt: »Wie aber dise ding ein end nemmen werden, stot in dem gewalt gottes, als ihr vileich hernach hören 20 werden«. Unser Chronist wusste mithin, als er dieses schrieb, noch nichts von Waldshuts erst im December 1525 erfolgter Unterwerfung, die er dann später, zu Anfang von 1526, allerdings noch erwähnt. Andrerseits aber trägt das vorderste Blatt, wo die Chronik mit 1521 beginnt, auffälligerweise die Ueber- i5 Schrift »Anno vicesimo quinto«, und schon dieser Umstand lässt vermuten, dass der Verfasser erst 1525 zu schreiben begann. Nun äussert er allerdings schon z. J. 1521 den Wunsch: »Gott geh den hendlen ein gueten ausztrag«, und wiederum z. J. 1522: »Gott geb ihnen vil glucks zu kriegen«. Jedoch knüpft er den 30 erstem Wunsch an die Zerwürfnisse wegen des fremden Solddienstes, und den letztern an die von den Franzosen zu Novara verübten Greuel. Beide Wünsche gelten daher nicht der Zukunft, sondern sie sind durchaus nur ironisch gemeint. Weiter aber verweist er schon z. J. 1523 ausdrücklich auf seine Berichte über die folgenden Jahre, indem er schreibt: »als ihr hören werden under dem vierdten und feünften johr«. Und ebenso erwähnt er schon z. J. 1524 als eine traurige Frucht des neuen Glaubens die durch den Bauernkrieg von 1525 ver- ') Vgl. unten z. J. 1526, und das Teilnehmerverzeichnis in Eidgen. Absch. IV la, S. 931. 2) S. d. Raplaneicnverzeichnis bei Tr. V S. 45. Die Namen sämtlicher Kapläne von 1524 s. im St. Archiv, St. Peter SS, Bl. 43 ff. Basier Chroniken. VII. IG 242 Anonymus. ursachten Schlächtereien: »als ihr hören werden in dem 5. jähr«. Wie mithin die ganze Chronik wohl erst 1525 begonnen wurde, so kann insbesondere dieser letztere Hinweis nicht vor Juni dieses Jahres geschrieben sein, aber auch nicht später. Denn nach der Niederlage der Bauern im Elsass wurde am 5. Juni 5 zwischen den Parteien ein Tag zu Basel vereinbart, der am 4. Juli beginnen sollte, und zu diesem erst in Aussicht stehenden Tage bemerkt unser Chronist: »Gott wöll, das es wol geraht«. Wie nun diess jedenfalls schon im Juni geschrieben ist, so wurde wohl gleich nachher auch die weiter noch folgende |0 Erzählung vom Aufstand der Breisgauer und Schwarzwälder beigefügt, welche mit der wehmütigen Betrachtung schliesst: »Und sieht man noch khein end; dann iederman ist gerystet über den andern. Gott wöll uns verzeihen und sein gnad senden. Amen«. 15 Der Vermutung, dass dieses Amen — wenn auch nur für kurze Zeit — den vorläufigen Schluss der Chronik gebildet habe, steht allerdings scheinbar der Umstand entgegen, dass kurz vorher zur Belagerung von Radolfszell bemerkt wird: »als naher stobt«. Doch sahen wir oben, dass unser Chronist bei 20 allen frühern Hinweisen auf spätere Stellen stets den Ausdruck braucht: »als ihr hören werden«. Es erscheint daher sehr wohl denkbar, dass in der Urschrift der Chronik dieses ganz vereinzelte »als naher stoht« nur als nachträglich beigefügter Zusatz gestanden habe. In der Tat wird Radolfszell später 25 nochmals erwähnt, jedoch erst nach ausführlicher Erzählung der Basler Unruhen vom Mai d. J., infolge welcher, wie ausdrücklich bemerkt wird, in einigen Kirchen der Stadt noch »umb St. Bartholomeus tag« (24. August) nicht geläutet wurde. Dieser Teil der Chronik wurde somit erst um diese Zeit ge- ;!0 schrieben, doch auch nicht später, indem unser Chronist hier noch beifügt: »nit waisz ich, wie lang es wehren würdt«. Gleich dem frühern endigt auch dieser Teil mit einem frommen Wunsch: »Gott well, das es ein guet end nemme. Amen«. Der folgende Teil hingegen, der seinem Inhalt nach erst im Sep- x> tember kann entstanden sein, schliesst ohne solchen Wunsch. Wohl aber folgt statt dessen ein Lied von 25 Strophen über den Bauernkrieg, worin die Besiegten in rohester Weise verhöhnt werden, und weiter noch zwei Reimsprüche desselben Inhalts 1 ). « 1) Dasselbe findet sich nicht unter den 20 Liedern über diesen Krieg bei Lilienkron, Histor. Volkslieder d. Deutschen, Bd. III No. 374—39.'!. Einleitung. 243 Dieses Lied, dessen Dichter sich nicht nennt, muss noch gegen Ende 1525 oder anfangs 1526 entstanden sein. Denn von der nun folgenden Fortsetzung der Chronik über letzteres Jahr scheint der erste Teil schon im April geschrieben zu sein, 5 der zweite hingegen anfangs Juni. Denn mit der auf diesen Monat in Baden veranstalteten Disputation bricht die Chronik unversehens ab, ohne irgendwie über deren Verlauf oder ihr Endergebnis zu berichten 1 ). Es liegt daher die Vermutung sehr nahe, dass den Verfasser der Tod an der Fortsetzung seines 10 Werkes verhinderte. Den Hauptinhalt der Chronik bildet für die Jahre 1521 iniait und 1522 neben den innern Angelegenheiten Basels der Krieg Wür ™ g zwischen Karl V. und Franz I., namentlich um Mailand, sodann für 1523 und 1524 die Anfänge der Keformation sowohl 15 in Zürich als in Basel. Ins Jahr 1525 hingegen fällt neben der Schlacht bei Pavia und dem Fortgang der Basler Reformation hauptsächlich der Bauernkrieg in Süddeutschland, samt den entsprechenden Basler Unruhen, worauf dann z. J. 1526 neben den Nachwehen dieser Bewegung noch die Weiterent- 0 Wicklung der Basler Reformation bis zur Badener Disputation folgt. Da unser Chronist von auswärts keine Briefe mitteilt ^e z. B. Knebel, sondern offenbar nur erzählt, was er durch Mündliche Mitteilungen in Basel erfahren konnte, so sind seine berichte über auswärtige Ereignisse meistens nur von geringem - 5 Wert. Eine Ausnahme bildet jedoch bei den Mailänderkriegen die Schlacht bei Bicocca, von der ihm jedenfalls dabeigewesene ^a,sler berichteten. Und ebenso verdient auch beim Bauernkriege Beachtung, was er hierüber aus Basels Nachbarschaft, Uatnlich aus dem Sundgau und aus der Herrschaft Röteln er- z anlt. Noch wertvoller jedoch sind seine Aufzeichnungen, soweit sie die innern Vorgänge in Basel betreffen, so zunächst über die Verfassungsänderung von 1521 und über die durch dea fremden Solddienst und die Pensionen entstandenen Par- 8s r^gen, vor allem aber über das allmähliche Wachsen der Re- 0 jormationsbewegung und über die mit dem Bauernkrieg verknüpften Unruhen vom Mai 1525. Dabei ist allerdings der entschieden altgläubige Standpunkt unsres Chronisten in Bedacht zu ziehen, der ihn zum leidenschaftlichen Gegner aller , *) Deshalb der oben S. 239 erwähnte Eintrag von späterer Hand auf er ktfcten Seite, als teilweiser Ersatz für diesen Mangel. Mangel. 16* 244 Anonymus. und jeder »Lutherei« macht, so dass er weder Zwingli noch Oekolampad unbefangen zu beurteilen vermag. Dessen ungeachtet erscheint seine Darstellung schon deshalb beachtenswert, weil sie verschiedene Tatsachen berichtet, über welche die der Reformation günstigen Zeitgenossen schweigen. Er gehört da- s her in gewissem Sinn zu derselben Gruppe altgläubiger Chronisten wie der Kartäuser Georg und dessen ungenannter Ordensbruder 1 ), und in der Tat bringt sein Werk zu den Schriften dieser beiden manch wertvolle Ergänzung. Ausgabe. Der vorliegenden Ausgabe dieser Chronik liegt eine durch 1" Archivschreiber Säuberlin mit bewährter Genauigkeit gefertigte Abschrift zugrunde. Von ihrem Inhalt lassen wir einzig das Lied vom Bauernkrieg samt den darauffolgenden zwei Reimsprüchen aus, da dasselbe in der Zeitschrift Alemannia bereits veröffentlicht ist 2 ). Im Text der Chronik aber sind einige 15 Lücken zunächst dadurch entstanden, dass an den zwei vordersten Blättern der Handschrift die obere Ecke abgerissen ist 3 ). Einige weitere Lücken hingegen, für fehlende Namen, sind offenhar absichtlich gelassen 4 ) und fanden sich mithin wohl schon in der Urschrift, gleichwie auch solche Stellen, wo 20 statt eines Taufnamens nur ein N steht, oder statt weiterer Namen ein ec. Ungleich störender als die wenigen Lücken dieser Art sind jedoch die ziemlich zahlreichen auf Missverstand beruhenden Entstellungen einzelner Wörter, wozu sich zuweilen noch den Satzbau verwirrende Verschiebungen und sinnlose 25 Wiederholungen gesellen. Diese Mängel rühren wohl durchweg erst vom Schreiber der vorliegenden Handschrift her. Doch mag, wie schon bemerkt, deren Ursache wenigstens teilweise in den vermutlich altertümlichen und ihm daher ungewohnten Schriftzügen seiner Vorlage liegen 5 ). Denn wenn er 30 z. B. öfters werden schreibt, wo es jedenfalls wurden heissen sollte, so ist zu berücksichtigen, dass in Handschriften vom Anfang des XVI. Jahrhunderts e und u nicht selten sich sehr ähnlich sehen 0 ), so dass ein gedankenloser Abschreiber diese Buchstaben leicht verwechseln konnte. Indem wir nun in 1 3i 1) S. B. Chron. I 359 ff. und 429 ff. 2) S. oben S. 242 und Alemannia Bd. 40, Heft 4, S. 51 ff. 3) S. unten S. 247, 249 u. 250. 4) S. unten z. B. S. 251. 5) S. oben S. 239. 6) S. z.B. im Staatsarchiv das 1524 angelegte sog. Schwarze Buch- Einleitung. 245 Text alle sichtlichen Entstellungen möglichst berichtigen, führen wir sie, soweit sie irgendwie von Belang sind, in der Variantenrubrik an. Die oben erwähnten Lücken jedoch ergänzen wir in Cursiv, soweit diess mit einiger Sicherheit ge- 5 schehen kann. Und gleichfalls in Cursiv fügen wir hin und wieder einzelne Wörter ein, welche zwar teilweise schon in der Urschrift mögen gefehlt haben, jedoch zur Erleichterung des Verständnisses nötig erscheinen. Wie schon erwähnt, schwankt der Schreiber der Hand- Beeht- 10 schrift fortwährend zwischen seiner eigenen, dem ausgehenden sohr8lb ' 111 ^ XVI. Jahrhundert entstammenden Rechtschreibung und der viel altern und mundartlich gefärbten seiner Vorlage, so dass er z. B. neben »geschiz« auch »der scheüzen hausz« schreibt. Wenn wir aber z. B. neben »rat« nicht nur »rot« finden, son- 15 dem auch »roth, roht, rott« und »rath, raht, ratt«, so dürfen wir wohl schon beim Verfasser der Chronik keine gleichmässig durchgeführte Rechtschreibung voraussetzen. Von ihm aber rühren wohl auch die vielfachen Spuren des mundartlichen Einflusses her, welche z. B. in i für ü, in ai für ei, oder in b 20 und g für das anlautende p und k zu Tage treten. Auf der altern Basler Mundart beruht ferner der Wegfall von t im Auslaut hinter ch, ck und z in Wörtern, wie z. B. »mach, merck« und »besez« für »macht, merckt« und »besezt«, sowie auch das ausgestossene g vor t z. B. in »besortendt« statt »besorg- u tendt«, oder wenn für »sich« nur »si« steht. Andrerseits aber Verrät sich die Unsicherheit des Schreibers, wenn er z. B. *geschacht« schreibt für »geschah«, oder »leidig« für »ledig«, w eil die Mundart teilweise ei in e zusammenzog. Auch wenn er z. B. »ersötzen« schreibt statt »ersetzen«, oder »franzosist« "statt »französisch«, so erklären sich solche Entstellungen aus der Mundart, welche ö in e verwandelt und »ist« in »isch«. Alle diese Eigentümlichkeiten aber behalten wir bei, und nur lj i solchen Fällen, wo sie Missverständnisse verursachen können, Verweisen wir sie in die Varianten. Wie in manchen andern Handschriften jener Zeit, so trägt a uch hier das einfache u oft ein Zeichen, das sich vom Diphthongen ü kaum unterscheiden lässt, während dieser andrerseits oft in ue oder uo aufgelöst ist. Wir setzen daher ü nur ^ solchen Fällen, wo die Sprache den Diphthongen unbedingt «fordert. Wie für die Vokale, so behalten wir auch für die Konsonanten alle Schwankungen bei, wie die Handschrift sie aufweist. Doch vereinfachen wir diejenigen Consonantverdopp- Un gen, welche für die Aussprache keine fühlbare Bedeutung 246 Anonymus. haben. Hieher gehört vor allem die Verdopplung von n vor d oder t im Auslaut, wie z. B. in unnd, hannd usw., sodann von 1 in tonlosen Endsylben, wie z. B. Basell, esell usw., ferner von f zwischen zwei andern Consonanten, und ebenso von s hinter eh. In gleicher Weise lassen wir h weg hinter ck ■■> und gk, wie z. B. in »starekh«, und ebenso hinter t im Auslaut, wie z. B. in »gueth«. Hingegen behalten wir h überall bei, wo es hinter k im Anlaut als Hauchzeichen steht, wie z. B. in »khommen«, oder hinter einem Vokal als Dehnungszeichen, wie z. B. in »ihr, ruht, persohn« usw. 10 Anno vicesimo quinto 1 ). Item in dem einundzwanzigisten jalir uff sontag vor dem 1521 tag sanct Johannis des tlieüffers 2 ), alsz dann alle jähr auf disen um sontag ein weyser ratt der statt Basel durch ihr reittenden 5 hotten, die freyen amhtleüte des weltlichen stabs 3 ), müsend auf den sambstag desselben Sonnentags allermeniglich der ganzen gemein der statt Basel bieten bey ihren eyden, zu erscheinen uff Bunr vor dem münster und hören die erwöhlung durch einen bischoff von Basel, auch ettlich herren ausz dem capittel 10 mit sambt etlichen der ruhten 4 ), eines neuwen burgermaisters, zunftmaisters und eines neüwen rahtes, auch hören nach der erwölung den aydt, so ein bischoff von Basel ihnen lasst vorlesen, welchen eydt sie auch dem bischoff und dem stifft schweren, alsz dann alle jähr und in menschengedechtnusz 15 beschehen wasz. Aber auf disz jähr lasst ein raht zu Basel nit u mbieten die amptleüt und verkhünden auf Burg solches zue hören, wie obstaht; und liessendt verkhünden uff allen zeünften allen burgern, zu erscheinen und hören die erwöhlung und kysung eines burgermaisters, zunftmaisters und raten uff dem 0 rlaz hinder dem thümb zu sanct Peter 5 ), welches vor allzeit 2. u. 3. In d. Hb. ist die obere Ecke dos Blattes abgerissen, daher die ergänzten Lücken. 5. Ha.: wüsond. 1) Diese Ueberschrift bezeichnet das Jahr, in welchem der Verfasser Zl » schreiben begann; s. oben S. 241. 2) Nach altem Herkommen fand die alljährliche Katserneuerung am konntag vor Johannis statt. Doch 1521 erfolgte sie acht Tage früher; s. Un ten S. 248. 3) Die 4 Amtleute beim Grossbasler Stadtgericht. Ueber den herkömmlichen Brauch bei der Ratserneuerung s. B. Chron. VI 307 ff., ferner "rilingers Ceremoniale Basiliensis episcopatus S. 01. 4) Nämlich 2 Domherren und 6 Ratsgliedcr bildeten zusammen die s Kieser; s. B. Chron. VI 300, A. 3. 5 ) St. Petersplatz. Die Kirche heisst hier Dom, weil ein Chorherren- 8tlft damit verbunden war. 248 Anonymus. und jähr besehenen wasz auf der Burg bey dem münster 1 ). Also erschein auff denselben sontag 2 ) auff dem Platz, bey und under der Schützen hausz 3 ), meniglich von Basel. Und wart da erwölt uf der Scheüzen hauß zu einem neuwen burger- maister Adelberg Meyer, was ein thuechman 4 ), an her N. Zieg- •"> lers statt 5 ); und wasz ein, hieß Jacob zu dem Hasen, alter burgermaister 6 ). Und wardt erwölt ein oberster zunftmaister, hiesz Uoly Falckner 7 ). Und das alt härkhommen ward nit gehalten, und wurdent auch rät gemacht [2] nach ihrem besten duncken und willen 8 ). Und diser handel ist nit geschehen auf 1» den nechsten sontag vor sanet Johannis tag, sunder auf den Juni 16 sunentag vor demselben 9 ). Dann sye ylten mit der sach und besortendt, ihr fürnemmen würde gehündert. Item darnach in khurzen tagen ward durch ein weysen rat der statt Basel geordnet und gemacht, dasz khein ausz- l5 lender oder frömbder burger zu Basel ein rott bisizen solt, noch khein sechser in kheiner zunft erwölt werden, wiewol sie vor lange zeit den roht besessen hatten und auch zu sechseren erwöld wurdend. Aber allein khünder von Basel solten fürer den rott besizen und sechser erwöld werden 10 ). Ausz welchen 2 * dingen ein grosser unwill erwuechs zwischen den heüptern und den raten und den auszlendeschen burgern. Und ward grosser 2 f. Hs.: bey der und under der Schulzen hausz. 1) Diese Neuerung hatte der Rat insgeheim schon am 12. März d. J. beschlossen, infolge seines Streits mit dem Bischof wegen der Burg Pfef- fingen; s. Kl. Weissbuch Bl. 140 ff., auch Heusler S. 425 ff., wo S. 428 ff. der Beschluss im Auszug. 2) Sonntags den 16. Juni; s. unten Anm. 9. 3) Das Gesellschaftshaus der Stachel- oder Armbrustschützen. 4) Er war seit 1514 Ratsherr der Krämerzunft zum Safran. Ueber ihn S. B. Chron. V 450 ff., und VI 345 ff. u. 544 ff. 5) Wilhelm Zeigler, der dem Rat seit 1487 angehörte und der letzte Bürgermeister ritterlichen Standes war, starb 1521, vermutlich noch vor der Ratserneuerung vom Juni; s. B. Chron. I 214 und VI 535 ff., ferner unten Schnitts Auszüge, z. J. 1521. G) Jakob Meyer, wohnhaft zum Hasen. Dieses Haus stund neben dem Räthaus, an der Stelle des jetzigen Turmes. 7) Dieses Amt bekleidete er schon 1519; s. B. Chron. VI 546. 8) Unter 15 Ratsherren wurden jedoch nur 2 neue gewählt, und auch unter den 15 Zunftmeistern nur 3; s. ebend. S. 547. 9) Also am 16. Juni; vgl. oben S. 247, A. 2. 10) Dieser Beschluss wurde am 29. August gefasst, wie derjenige über die französischen Pensionen; s. B. Chron. I 32, 212 u. 214. Ferner s. bei Ochs V 368 das Citat aus einer mir unbekannten Handschrift. 1521. 249 rott 1 ), und darin beschlossen, dasz die frembden also wol ein rott solten besizen alsz Baselkhünder, und ward abgetbon und blibe wie vormabls 2 ). Anno vicesimo primo. 5 Uff sanct Oswaldts tag seündt gemusteret worden under Aug. 5 Francisscussen Sickinger als einem hauptman '20 tbausendt knecht und 4 thausendt pferdt 3 ), ein grosse zahl der büchsen, hauptstuck und schlangen. Und disz ist beschehen etlich meil ob Straszburg, bey Straszburg und inwendig Straszburg; und 10 seündt ettlich tag still gelegen. Uff freytag vor sanct Bartholomeus tag 4 ) ist von der kay-Aug. (i7) serlichen mayestet gemeinen Eydgenossen ein tag angestelt zu Zürch, ein endtlich andwurt zu geben der kayserlichen mayestet: ob sie wollen der krön Franckreich beystendig sein, oder der 15 kayserlichen mayestet, oder also stillsizen B ). Uff mittwochen oder donstag vor sanct Lorenzen tag ist der Aug. 7 gemusteret Sickingers zig uffgebrochen und durch das herzog- oder 8 thumb Lutringen gezogen, alsz in dem das land Lutringen geöffnet wasz 6 ), und alsz [3] red wasz, für Metz hinin 7 ), und die statt 20 Mettz zu gewinnen. 1. Ha.: dann die frembden. 20. In der Hs. ist die obere Ecl;e des Blattes abgerissen, daher die Lücke, die hier nur teilweise ergänzt ist. 1) Am 14. Oct. und folgenden Tagen; s. B. Chron. I 2!). 2) Am 10. Oct.; s. ebend. S. 30 u. 213, und vgl. unten S. 257. 3) Karls V. Auftrag an Sickingen lautete nur auf 15000 zu Fuss und 2000 Pferde, und in Wirklichkeit waren es überhaupt blos 15 000 Mann; s- Ulmann, Franz von Sickingen S. 200 ff., und vgl. Eidgen. Absch. IV la, S ' 76 u. 82. 4) Von der kaiserlichen Gesandtschaft wurde die hier folgende Frage & u Zürich schon am 5. August gestellt, jedoch von den Eidgenossen eben- d °rt erst am 17. in ablehnendem Sinn beantwortet; s. Eidg. Absch. S. 74 H; g 4, auch Anshelms Bernerchron. IV 402 ff., und vgl. unten S. 250 u. 253. ^ s mag also das Datum »frevtag« verschrieben sein für »samstag« vor B. (17. August) und somit sich nicht auf die Frage beziehen, sondern auf die Antwort. 5) Die Antwort s. unten S. 250. 6) Herzog Anton von Lothringen hatte vorher zu Frankreich gehalten. "<} Von Strassburg über Metz ziehend, vereinigte sich Sickingen Mitte Au gust an der Maas mit einem kaiserlichen Heer, welches Graf Heinrich T °ü Nassau-Breda führte, und das von der von Karl V. selber in Flandern Stammelten Streitmacht zu unterscheiden ist. Zunächst galt es nun blos be dan zu belagern, den Sitz des mit dem Kaiser verfeindeten Grafen Robert v °ia der Mark, mit welchem übrigens bald darauf ein Waffenstillstand geflossen wurde; s. Ulmann a. a. O., S. 202 ff., und unten S. 251 f. 250 Anonymus. um Aug. 5 Item umb sanct Oschwaldts tag, wie obstaht 1 ), ist zue- samen gekommen im Niderlandt ein grosse meiige volcks zue fuesz und auch zue rosz mit einem schweren zig der büchsen, von dem groszmechtigen herren und fürsten kayser Caroln 2 ) und von andern khünigen, fürsten und Herren, mit nammen 6 Engellandt, Denmarck, Ungern und Schotten 3 ). Ist red ausz- gangen, das derselb mechtig zige, von gott verordnet, auch aufgebrochen sey zu ziehen uff die cron Franckreich 4 ). Und ist dieser zig, als dann red wasz, in Flandern zuesamen khomen 5 ). Aug. (17) Item auf zinnstag 6 ) nach unsser frauwen tag der himmel- 10 fart ist der kayserlichen mayestet ein antwurt geben von den Eydgenossen: wann die krön Franckreich angriffen werd auff seinem erdtreich, so wollen sie deren krön Franckreich bey- stendig sein. TorAug.in Item etlich tag vor sanct Lorenzen tag 7 ) seündt bey acht 1 5 oder 9 thausendt Eydgenossen freyer knecht 8 ) gelauffen uff Mey- 2 u. It. In der Ha. ist die ouore Ecke dos Blattes abgerissen, dalior die Lücken, die hier nur teilweise ergänzt sind. 1) Zu diesem Datum vgl. oben S. 249 den Zuzug Sickingens. 2) Schon im Juli begann Karl V. in Flandern ein Heer zu sammeln, welches im August 18000 Fussknechte nebst ansehnlicher Reiterei zählte; s. Eidg. Absch. IV 1 a, S. 76, und Baumgarten, Gesch. Karls V., II 42. 3) Christian II. von Dänemark befand sich persönlich bei Karl V., und ebenso war Ludwig II. von Ungarn mit ihm verbündet. Auch Heinrich VIII. von England schloss am 25. August mit ihm ein Bündnis, erklärte jedoch erst im Mai 1522 an Frankreich offen den Krieg. Hingegen mag »Schotten« auf einer Verwechslung mit Polen beruhen; s. Baumgarten II 23 ff. u. 120, auch Eidg. Absch. S. 76 u. 84. Für keinen dieser Könige aber ist ein bewaffneter Zuzug bezeugt. 4) Der anfänglich verhehlte Zweck dieser Rüstungen war allerdings der Krieg gegen Franz I. 5) S. oben Anm. 2. 6) Dieses Datum (20. August) mag den Tag bezeichnen, wo der nachfolgende Beschluss der Tagsatzung in Basel bekannt wurde. Doch dieser Beschluss wurde Samstags den 17. August gefasst; s. Eidg. Absch. S. 84, auch Anshelm IV 407, und vgl. oben S. 249, A. 4. 7) Unter Berufung auf den am 5. Mai vereinbarten, jedoch noch nicht besigelten Bund von 12 Orten mit Frankreich hatte ein Gesandter des französischen Statthalters von Mailand schon am 10. Juli in Bern einen Zuzug von Söldnern verlangt, und infolge dessen begann namentlich aus Bern alsbald das Reislaufen, ohne die Erlaubnis der Obrigkeit abzuwarten; s. Eidg' Absch. S. 62 u. 63, auch Anshelm IV 442. Auch der hier erwähnte Zuzug aus Basel erfolgte schon am 18. Juli, und zwar mit Erlaubnis des Rats; s- B. Chron. I 27. 8) Ende August stunden in französischem Sold wohl 25000 Eidgenossen, wovon 12000 in der Picardie und die übrigen meistens in Italien; vgl- 1521. 251 landt zu i), auch etlicli knecht ausz Basel und ausz ihren emp- tern 2 ), 300 oder mehr; handt gehabt einen hauptman, hat Yssenflam geheyssen, ein burger von Basel 3 ). Dise knecht seündt gon Meyland in die statt khommen, etlich über den 4 ) 5 ....., und etlich wider herheim gezogen. Nit ist wol zu wissen, was die ursach gesein ist 5 ). Item es seündt auch ettlich vil knecht geloffen ausz der Eydgenoschafft an andere end zu dem könig von Franckreich 6 ). Auch fast vil landtsknecht hat er hin und her zertheilt in die 10 krön Franckreich 7 ). Item etlich wuchen vor sanct Lorenzen tag ist ein grosse vor Au s-"» macht der Hyspanier gezogen mit etlichem züg des kaysers über den Runzpfal 8 ), gegen den künig von Franckreich, und handt zwo schlachten mit dem Franzosen. Und hand die 15 Hyspanier triumpf behalten, und vil leüt umbkhommen. Item zu dem dritten ist aber ein schlacht beschehen mit den Franzosen in dem Kunzenfal, und hand die Hispanier aber •las feldt behalten, [4] doch mit grossem schaden. Und alsz die red was, seündt ob 30 thausendt man bliben. 0 Item khurtzlich vor sanct Verenen tag ist kayserlicher ma- vor Sept. i yestet züg zu rosz und fuesz und büchsen, so dann zusammen khommen was in dem Niderland, unden herauff, und ist khommen zu desz Sigingers zug und ein herr geworden 9 ); ist starck 4 - Ha.: von Meyland. 5. In der Hs. eine Lücke gelassen für den Namen. 5. Hs.: wider erheira. 13. Hs.: über den nunzpfal. 17. Hs.: Franzosen einem den nunzeufal. Anshelm IV 443 und 458, auch Ulmann S. 217 und Baumgarten II 45 in d. Anm. 1) Zur Verteidigung dieses seit 1515 wieder französischen Gebiets. 2) Aus Basels Landvogteien. 3) Heinrich Ysenflam, ein Verwandter Ulrich Falkners, der gleich diesem an den geheimen französischen Pensionen beteiligt war; vgl. B. Chron. * 28 und B. Urkb. X No. 41, auch unten S. 255. Er fiel 1525 in der Schlacht be i Pavia; s. Basels Brief v. 22. Aug. 1525, im Missivenb. A. 28, Bl. 62. 4 ) Vermutlich über den Gotthard. 5 ) Es wurden ihnen Boten nachgesandt, sie zur Rückkehr zu bewegen; s - Anshelm IV 442. 6 ) Namentlich in die Picardie; s. oben S. 250, A. 8. 7 ) Franz I. hatte ihrer 10000 im Sold; s. Baumgarten II 29. 8 ) Koncesvalles, französ.. Ronceval, an der französischen Grenze im ^Panischen Navarra. Die hier folgenden Nachrichten beziehen sich auf die Mtreibung der Franzosen aus dem im Mai d. J. durch sie eroberten Königlich Navarra. Das Datum »etlich wuchen vor st. Lorenzen tag« (10. Aug.) ttla g sich daher auf die Verbreitung dieser Nachricht in Basel beziehen, j. 9 ) Ueber Sickingens Mitte August erfolgte Vereinigung mit dem kaiser- lc hen Heer unter Nassau s. oben S. 249, A. 7. 252 Anonymus. gesein ob den 21 thausendt pferdten, 80 thausendt fueszknecht, und o thausendt Hyspanier usserlessen und wol gerist 1 ). Diser mechtig zug hätt geschifFet über die Sau 2 ), und die Sau in- genommen; und ettlich stett an der Sau, so dienen der krön Franckreich, werend ingenommen, mit namen Mason 3 ) und me, 6 also denn usz der kayserlichen mayestet here geschreiben wasz, fünff statt und 13 schlosz. nach Item etlicb wucben und tag nach sanct Verenen tag zog sept-1 fa e kayserlich mayestet mit sampt des Sigengers herr für ein statt genant Mosier, gelegen an der Sau 4 ), und was vast ein >° grosse macht dovor; was auch des Franzosen 5 ). Und lag dasz her etlich wuchen und tag do vor der statt, und ward ge- nödiget mit dem geschiz. Und kham zu dem dickern mol mer, die statt were ingenumen und gewunen; was alsz nit daran. Aber zuletzt zoch die kayserlich mayestet ab und liesz die 15 statt also pleiben 6 ). Und an dem abzug wurden etlich der reisigen von dem her der kayserlichen mayestet von reysigen Franzosen niderleyt; beschach an dem abziehen 7 ). Item darnach in khurzen tagen oder nach sanct Verenen tag ward ein tag angestelt mit dem Franzosen und den Eyd- 20 genossen gehen Dyssyon, in Hochburgunn gelegen 8 ); uff welchen tag der Frantzosz in eygner person kham 9 ). Also kha- 1) Das nun vereinigte Heer zählte reichlich 30000 Mann; s. Ulmann S. 203. Doch wenn selbst das vom Kaiser in 'Flandern gesammelte Heer hinzugerechnet wird, so bleibt die vorliegende Schätzung immer noch viel zu hoch; s. oben S. 250, A. 2. 2) Die Scheide, französ.: Escaut. Ueber diesen Fluss rückte allerdings das von Karl V. in Flandern gesammelte Heer. Doch wird die Scheide hier verwechselt mit der Maas, da nur an dieser das nachfolgend erwähnte Mouson liegt. 3) Mouson wurde am 27. August eingenommen, jedoch nicht durch das von Karl V. gesammelte Heer, sondern durch das von Heinrich von Nassau und Franz von Sickingen geführte; s. Baumgarten II 39. 4) Nicht Karl V., der an der Scheide stund, wohl aber Nassau und Sickingen begannen schon am 30. August die Belagerung von Mezieres au der Maas; s. Baumgarten II 40, und oben Anm. 2. Auch hier bezieht sich mithin das Datum nur auf die Verbreitung dieser Nachricht in Basel; vgl- oben S. 251, A. 8. 5) Nämlich die Stadt. 0) Der Abzug erfolgte am 27. Sept.; s. Baumgarten S. 41. 7) Vgl. Anshelm IV 458. 8) Dieser Tag zu Dijon, zur Besiglung des schon am 5. Mai vereinbarten Bundes zwischen Frankreich und den Eidgenossen, fand bereits arß 18. Juli statt; s. Eidg. Absch. IV 1 a, S. 59 ff. u. 1491 ff., auch Anshelm Fv 409 ff. u. 417. 9) Franz I. 1521. 253 mend etliche örter der Eydgenossen auch dohin. Da wurdent ettliche Vereinigung oder vertrag oder zusagen mit dem Franzosen versigelt. Und des versigles halb ward etwasz misshandelsz gebraucht, und warend die Eydgenossen nit mit einandern eins; 6 [5] sonder die von Zürch, alsz das oberst ordt, wolten nit ver- siglen mit den Franzosen 1 ). Item alsz der Franzosz 2 ) ettlich tag vor sanct Lorenzen tag vor Was vor Mosier, zog er für ein statt mit namen Tordney 3 ), ist Au s- 10 fast grosz und mechtig, und ein starck fest schlosz darein. lu Dise statt gewann er, und nachdem er sie gewunen hat, verordnet er posten 4 ) gemeinen Eydgnossen und allen örtern, in- sonders auch einer statt von Basel, wie er die grosse statt Dortney mit sampt dem schlosz erobert hette; und meint, ein Eygnoschafft solte sich des auch freüwen 5 ). Mecht villeicht eim 16 gefallen, dem andern nit. Item umb sanct Lorenzen tag oder khurzlich darnach ward um gesandt von der kayserlichen mayestet der cardinal, ein bischoff Aug ' 10 v on Sytten, zu den Eydgnossen; und ward ein tag zügericht z u Zyrch c ). Und wer et der tag eben lang zu Zyrch, und ward vil 20 gehandelt mit den Eydgnossen. Und was die red, er begert e m summ volcks von den Eydgnossen; ward im nit zügeseit 7 ). Aber die von Zürch seiendt im mit ganzer macht behilfflich gesein 8 ). Er hett auch ein grosz unsäglich guet bey im, und gab ein grossen solt 9 ). Unnd zugend deren von Zyrich ein ^grosse macht zu im 10 ), und ein grosse vile der landtsknecht 2.: Hs%: vertug oder zusagen. 1) Ueber Zürichs Weigerung s. Bullingers Reformationsgesch. I 41 ff., auch AnBhelm IV 412 ff. 2) Vielmehr: der Kaiser. . 3) "Während Nassau und Sickingen im Sept. vor Mezieres lagen, bewerte Karl V. Tournay, welches Franz I. seit 1518 innehatte, und das "ün am 1. Des. sich ergab; s. Baumgarten II 43 u. 57, A. 2, auch Ulmann ^ 4 ) D. h. er sandte Nachricht durch den damals neu geschaffenen Botendienst. 5) S. Eidg. Absch. IV 1 a, S. 149, Karls V. Brief v. 2. Dec. aus Oudenarde. °) Mathäus Schinner erschien in Zürich an den Tagsatzungen sowohl 0to 5. als vom 17. August; s. Eidg. Absch. S. 73 ff. u. 84, und vgl. oben b ' 249, A. 4. 7 ) Vgl. oben S. 250, A. 6. fü a ^ Als er am 4 ' Se P t - in Züricn vor Rat crscnien > bewilligte ihm dieser ' r d ea päpstlichen Dienst 2600 Mann; s. Eidg. Absch. S. 94 ff. 9 ) S. Bulliuger I 52. l0 ) S. oben Anm. 8, auch Bullinger S. 53. 254 Anonymus. und sonst, von der Ettschz und allenthalben 1 ), und ward fast mechtig an leüten. mch Item umb sanet Verenen tag ist der cardinal von Sytten " ep ' ausz dem landt gerückt von Zürch 2 ), und seynndt zu im gezogen etlich thausent aus den Growen Püntern 3 ). Und ist der bapst und ettlich der Hyspanier, so in Rohm und umb Rohm gelegen seindt 4 ), mit einer grossen macht gezogen zu dem cardinal 5 ). Und ist ein grosse weit zusamen khommen, und hand do in Lamparten ingenommen vil statt, so dann der Franzosz dem stuol Rohm abzogen hatt 6 ). Item es lageut auch die Venediger mit einer grossen macht in Lamparten zu hilff dem Franzosen und der statt Meylandt 7 ), auch ettlich orter der Eydgnoschafft s ). Und hatten die von 5. Hs.: den groben Püntern. 10. Hs: dem strol Rohm. 13. Hs.: ettlichen örter. 1) Diese Landsknechte zogen schon im August über Trient zum päpstlichen Heer am Po; s. Eidg. Absei). VI 1a, S. 76 und Baumgarten II 33, 2) Der Aufbruch von Zürich erfolgte erst am 16. Sept.; s. Bullinger I 54. 3) Mit den Graubündnern und den Zuzügen aus andern Orten der Eidgenossen waren es wohl 6600 Mann, welche mit Schinner von Chur aus über das Gebirge und durch venezianisches Gebiet neben Bergamo vorbei bis nach Medole im Gebiet von Mantua zogen, dessen Herr und späterer Herzog Friedrich Gonzaga mit Leo X. verbündet war. Erst hier in Medole, das sie Ende Oct. erreichten, wurde ihnen der wahre Zweck des Zuges eröffnet, nämlich die Vertreibung der Franzosen aus Mailand. Während nuu einzig die Zürcher und Zuger diese vertragswidrige Zumutung mit Entschiedenheit ablehnten, Hessen die übrigen Hauptleute sich überreden und zogen zu dem unweit bei Ostiano stehenden päpstlich-kaiserlichen Heere; s. Bullinger I 54 ff. u. 62 ff., und Eidg. Absch. IV 1 a, S. 142, auch oben S. 253, A. 8. 4) Leo X. selber war nicht bei seinem Heere, wohl aber eine aus Neapel von Seite des Kaisers ihm zugesandte Schaar von Spaniern; s. Baumgarten II 32 ff. 5) Oder vielmehr die von Schinner geführten Eidgenossen, mit Ausnahme der Zürcher und Zuger, zogen von Medole hinüber zum kaiserlichen Heer; s. oben Anm. 3. 6) So namentlich die zeitweise zum Kirchenstaat gehörigen Städte Parma und Piacenza, zu deren Einnahme im Nov. die den Angriff auf Mailand ablehnenden Zürcher und Zuger verwendet wurden; s. Bullinger I 64 fl. und oben Anm. 3. 7) S. Baumgarten II 60 und Eidg. Absch. IV 1 a, S. 131. Doch gegen die unter Schinners Führung über venezianisches Gebiet ziehenden Eidgenossen verfuhren sie keineswegs feindselig; s. Eidg. Absch. S. 113 ff., 122 ff. u. 143. 8) Vgl. oben S. 250 u. 253. 1521. 255 Basel [6] auch einen hauptmann mit nammen Ysenflam uff des Franzosen seyten 1 ), hat ein frifentlin 2 ). Es war auch ein haupt- man uffbewegt von Basel, neinblich N. Bomgartner, nam etliche burger von Basel an und zog zu dem cardinal uff des bapst •"'Seiten 3 ). Und wasz ein unwill gewessen under den Eydgnossen, und insonders in der statt Basel 4 ); wann einer zog zu dem bapst, der ander zu den Franzosen. Uff des bapst seyten was gelts genüg, und bezalt iederman mit ehren 5 ). Item diser zug und grosse mach ist lang in Lamparten '" gelegen. Und die stett also ingenommen, ist der zug des bapst und cardinals geruckt uff Meyland, ist gesein nach sanct Gallen nach tag 6 ), und hand die Venediger, so den nit weit von Meyland hagen den Meylandren zu hilff, ausz dem land vertreiben und ettlich nidergeleydt 7 ), und darnach in khurzem Meyland in- 15 genommen mit gewalt, und was darin gelegen was von Franzosen und Eydnossen, alsz darausz getriben 8 ), und nit vil erstochen, allein was sich verhinderet hatt 9 ). Und schreyendt die burger all in der statt Meylandt »imperi, imperi«, auch die frauwen 10 ); und ward des Keichs baner uff den kilchof 11 ) ge- 20 steckt, und an dem dritten tag n ) auf den münsterthurn. Und 2. Ha.: ein fürfentlin. 5. IIa.: ein vveyl gev.easen. 14. IIa.: ettlich nit geleydt. 1) Ueber diesen Zug und über Ysenflam s. oben S. 251. 2) Vgl. B. Chron. I 28: liesz ein fry fenly machen. 3) Auch dieser Zuzug, von 300 Mann, war anfänglich für den französischen Dienst bestimmt. Als jedoch durch Tagsatzungsbeschluss vom *'• August alle weitern Zuzüge verboten wurden, warf sich Jakob Baum- gartcr trotzdem zum Hauptmann auf und überredete die Mannschaft zum Päpstlichen Dienst unter Schinner; s. B. Chron. a. a. O. und Eidg. Absch. • Hl) , auch unten S. 256 f. — Jakob Baumgarter war ein Bruder jenes Chri- ^°ff B., welcher 1532 sich entleibte; s. B. Chron. VI 337 und Erkannt- üls sb. in 200. 4) Vgl. B. Chron. I 29, auch Anshelm IV 408 ff. und Bullinger I 66. 5) Vgl. oben S. 253. ö) Der Vormarsch auf Mailand erfolgte erst gegen Mitte Nov., nach eme m siegreichen Gefecht an der Adda, bei Cassano; s. Eidg. Absch. IV 1 a, ö> l31 , und Anshelm IV 448. 7 ) Vgl. Anshelm S. 449. -p 8) Mailand wurde am 19. Nov. ohne Kampf eingenommen, indem die 'ranzosen beim Anrücken der Päpstlichen die Stadt sofort räumten; s. «au mgarten n g2 9) Vgl. V,. Chron. I 28 und Anshelm IV 449 ff. 10 ) Vgl. Anshelm a. a. O. . 11 ) Auf dem Platz vor dem Dom. 12 ) Am dritten Tag nach der Einnahme? 256 Anonymus. was von den Franzosen usz Meyland flöge, und etlich ander, khomend gehen Chuem'). Und die sie aus Meylandt haben getriben, warent Hyspanier und landtsknecht 2 ). Dann der Cardinal und des bapst zig wöltent die von Zürch 3 ) und ander Eydnossen nit dobey haben, darumb dasz vil Eydgnossen zu '■> Meylandt lagen bey den Franzosen 4 ). Item und als Meylandt in geworden was, zugent die Spanier und die landtsknecht ohn die Eydgnossen eylendts denen nach, so von Meyland geflohen warend gehen Khüm, und nament Khüm mit gewalt ein und schluegent sie darausz 6 ). Und kam 10 der Franzosen nit vil umb, und flohendt bisz an den Gotthardt mit [7] ihrem reysigen zig, und liesendt all ihr haab dahinden und gewehr, und zugend zu fuesz über den Gotthardt. Und öffneten die Eydgnossen innen ir landt, und liessend sie mit grossem elendt und armuet zue fuesz durch ihr landt ziehen, i 6 Und insonders durch Freyburg in Niechtlandt zogen ihren vil in hossen und im wames 6 ), und hieschend das almuessen. Item alsz ein statt von Basel sich verainiget hat mit andern ördtern der Eydtgnoschafft mit dem Franzossen, und etlich krönen und pension genommen hatten 7 ), ward ein grosser zwey- 20 tracht in der statt Basel. Dann etlich freyer knecht zogendt zu den Franzosen, etlich zu dem bapst 8 ); dann der bapst lag zu veldt wider den Franzosen. Und sprachendt die knecht, die zu dem bapst zogend: ein statt Basel hat gellt genueg von den Franzosen, sie weiten gelt nemmen von dem bapst oder' 6 von andern fürsten, wer den der were, der ihnen gelt böte zue geben; und hatten einen hauptmann mit nammen N. Baum- garten 9 ). Und ein statt von Basel liesz das verbieten, und 1. Hs.: was umb den Franzosen. 7. Hs.: Meylandt ingeuor was. 24.Hs.: genuegen Yon den. 1) Como; vgl. Anshelm a. a. O. 2) Vgl. B. Chron. I 29. 3) Die Zürcher nahmen damals Piacenza ein; s. oben S. 254, A. 6. 4) Beim Abzug aus Mailand waren bei den Franzosen nur n° cl1 4000 Eidgenossen, indem die meisten aus Unzufriedenheit schon -vorher heimgezogen waren; s. Anshelm IV 449, auch Eidg. Absch. IV la, S. 1* ' 130 ff. u. 143, und Baumgarten II 62. 5) Anfangs Dec. übergab die französische Besatzung Como g°n e freien Abzug und Schonung der Einwohner. Aber diese wurden von de Spaniern dennoch misahandelt; s. Eidg. Absch. S. 155. 6) Also ohne Harnisch. "•) Vgl. oben S. 252 und unten S. 257. 8) S. oben S. 255. 9) Ueber diesen Zug s. ebend. Anm. 3. 1521. 257 under den thoren zu behalten und rechtfertigen; half alles nit. Deszgleichen ausz den ämbtern luffen auch ettlich hinweg, und that ein jeder, was er wolt, und was khein gehorsamkheüt. Gott geb den hendlen ein gueten ausztrag! 5 Item darnach in khurzen tagen 1 ) nam der cardinal von Sytten, was bischoff zu Sitten, vil knecht ahn von den Eyd- gnossen. Und zogendt die von Zürch mit ganzer macht mit dem cardinal zu dem pabst. Dann die von Zürch hatten sich ölt verbunden mit dem Franzosen, und zogendt auf Mey- 10 landt zu 2). Item auf die kalte khürchweyhung an dem obent 3 ), und oct. darnach in derselben wochen, ward ein unhelligkhait zwyschen der gmain und den pensionnieren, so der raten warend; dann etlich hatten die pension genomen, etlich nit 4 ). Und was grosser 16 rot in acht tagen 3 oder 4 mahlen 5 ), [8] und ward der oberst zunftmaister, mit nammen Uly Falckner, gefencklich angenommen und in die kefig gefiehrt uff Spalathor 6 ); welches vatter e m sattler gewessen was 7 ). Und etlich wichent ausz der statt 8 ). Und diser seündt gesein 18, die also pension genommen haben 9 ). 2. IIa.: lanffen auch. 12. Hs.: ward ein unheyligkliait. 1) Ueber den hier folgenden Zug, der am 16. Sept. von Zürich aufbrach, und zu welchem in Chur auch der soeben erwähnte Basler Zuzug stiess, vgl. oben S. 253. 2) S. oben S. 254, A. 3. 3) Am Abend des 11. Oct. Näheres hierüber s. B. Chron. I 29. 4) Die im Vertrag bestimmte Pension hatten nur 4 Ratsherren und ' Sechser abgelehnt; s. B. Chron. I 214. Hier aber handelte es sich um geheime Pensionen; s. cbend, S. 29 u. 213, ferner unten S. 258 und Wurstisen ö- 5;*2. 5) Zuerst am 14. Oct., und zuletzt am 19., wo der Beschluss gefasst Wu rde; s. B. Chron. I 29 u. 30. Ueber die Verhandlungen s. ebend. auch S. 213. 6) Auf dem innern Spalentor. Schon am 23. Oct. wurde er auf Ur- ehde wieder entlassen. Doch kam er wegen neuer Umtriebe 1525 noch- ^ a l s ins Gefängnis, bis er am T.Juli 1525 eine neue Urfehde schwur; s. a - Urkb. IX No. 524 u. X No. 41. „ ") Heinrich Falkner war 1494 —1502 Zunftmeister der Maler und pttler, welcher Zunft er seit 1463 angehörte; s. B. Chron. VI 538 ff., und m St. Archiv Rotes Buch d. Zunft zum Himmel Bl. 19. 8) Ein Beispiel s. B. Chron. I 29. ,. , 9 ) Aus dem Vergleich der Ratsbesatzungen ergeben sich nur lli Namen, e in den nächsten Jahren nicht mehr gewählt wurden; s. ebend. VI 546 ff. g. ei ner von diesen, Hans Heinrich Gebhart, gelangte 1529, nach dem g der Reformation, wieder in den Rat. B »sler Chronikon. VII. 17 !l 258 Anonymus. Dec. 13 Item auf sanct Lucien in dem einunndzwanzigisten jähr ist mehr gehen Basel khomen, wie dasz der Sickinger mit sambt des kaysers zug geruck sey für ein statt, genant Thoroney 1 ); ist ein reichstatt, doch under dem gewalt gesein des Franzosen, und hat allwegen mehr gunst gehiipt zu der krön Franckreick s dann zu dem Reich. Item in demselben einsundzwanzigsten jähr ist gesein ein burgermaister, ist alter burgermaister gesein, hat gehaisen Jacob zum Hasen oder Jacob Meyer, ist ein moler gesein 2 ); von welchem vil irriger Sachen erwachsen seündt aus seinen bßszfündigen i» listen und anschlegen, und insonders wider ein stifft von Basel 3 ). Diser ist auch verlümbet gesein der pension halben, ist auch entsezt worden, dasz im khein knecht noch ist gangen, und etlich tag usz dem rot, dasz er nit ist in den rot gangen 4 ). Ihren seündt auch so vil gesein in dem rot, die leimbet sein gesein ,5 der pension halben oder etlichs gellts und krönen, so dann ihnen heimblich worden was und etlich under sich gethailt hant, dasz die uberigen des rohts zu schwach waren 5 ) und muesstent ein beystandt haben durch die sechser der zeünften. Darumb wart so dick grosser rot 6 ). 20 Item als Uoly Falckner der Zunftmeister ausz dem rot gesezt war und von dem ampt des burgermaysters 7 ) gestossen, wart ein Statthalter erwolt, hiesz N. zu dem Sternen in der Huetgassen 8 ), 1) Uebcr die Einnahme von Tournay, vom 1. Dec., s. oben S. 253. Doch war Sickiugcn nicht dabei; s. Ulmann S. 223. 2) Jakob Meyer zum Hasen, der Altbürgermeister dieses Jahres, war zünftig bei den Hausgenossen, also vermutlich ein Wechsler. Wohl aber war er ein Gönner Holbeins, der für ihn die jetzt in Darmstadt befindliche Madonna malte. 3) Er war Amtsbürgermeister, als 1520 Basel wegen der Burg Pfeffingen mit dem Hochstift in Streit geriet; s. Heusler S. 425 ff. und B. Chron. VI 546. 4) Will wohl sagen, dass er schon vor seinem Ausschluss aus de» Rat die Sitzungen nicht mehr zu besuchen wagte. Gleichwie Falkner wurde auch er verhaftet; s. B. Chron. I 29 u. 30. Ueber seinen spätem Streit mit dem Bat s. seine Urfehde vom 17. März 1523, im B. Urkb. X No. 0. 5) Demnach waren unter den G4 Mitgliedern des neuen und alten Rats die 16 nachher ausgeschlossenen keinenfalls die einzigen an den geheimen Pensionen Beteiligten. S. auch bei Ochs V 365 das Citat aus der schon oben S. 248, A. 10 erwähnten Hs. 6) Vgl. oben S. 257. 7) Soll heissen: des oberstzunftmeisters. 8) Martin von Tachsfelden, der Wirt zum Schwarzen Stern (jetzt Hutgasse No. 15) war 1408—1518 Ratsherr der Gartnerzunft gewesen. Ueber ihn g. B. Chron. VI 40, 77 u. 539 ff. Seine Ernennung zum Statthalter erfolgte auf Grund eines Gesetzes vom 23. Aug. 1520, welches den Fall vorsah, dass beide Oberstzunftmeister abwesend wären; s. Schwarzes Buch Bl. '• 1522. 259 ein sitiger ersamer man; was auch deren einer, so die pension nit nemmen wolte 1 ). 19] Anno vicesimo secundo. Item uff den VIII. tag des neüwen jahrs 2 ) in dem 22. jähr 1522 5 ward dem Franzosen ein tag angestelt zu Lucern, und begert Jan ' 1 an gemein Eydgenossen 16 thausendt man 3 ) und etliche freye fenlin 4 ), traff sich beydertheil bey 24 thausendt 5 ), im behilff- hch zu sein, Meylandt wider under die krön Franckreicb zu bringen. Also ward im sollches volck zuegeseit"). Er ver- 10 sprach und verhiesz auch denen von Basel, sovil der rähten z Ogen, 6 söld, und einem jeden sechser 4 sold ein monet, und einem knecht vier gülden 7 ). Gefiel nit jederman wol, dasz der s old so ungleich wasz, und verluf sich mancherhand red zu Basel und in ihren emptern. Ir ' Item es ward auch ein tag der kayserlichen mayestet angestelt auf den XII tag zu Zyrch 8 ). Also ward dahin geschickt J*n. (7) der bischoff von Straszburg 9 ) und der kayserlichen mayestet Wffmeister 10 ); reytent durch Basel wol mit 50 pferden. Nit ist z tt wissen, was die bottschafft guets gehandelt habe 11 ); dann 0 die hendel seiindt dem gmeinen man nit so ganz offen gesein a lsz die hendel des Franzosen, alsz ihr hernach hören werden n ). 4. Hs.: des neüwens jahrs. 12. Hs.: ver gülden. 1) Schon z. J. 1520 erscheint er nicht mehr in der Ratsbesatzung, und ebensowenig steht er im Verzeichnis derer, welche 1521 die Pension verschmähten; s. B. Chron. I 215 und VI 646. 2) Der Neujahrstag, 8 Tage nacli Weihnachten. 3) S. Eidg. Absch. IV 1, S. 152. Ihre Verteilung auf die 12 mit rankreich verbündeten Orte, wobei Basel 400 Mann stellte, s. ebend. S. 104. 4) Ueber ein solches aus Basel s. unten S. 260. „, 5 ) Nämlich mit Einschluss der Freifähnlein; vgl. unten S. 201, wo die esamtzahl der Eidgenossen im französischen Heer sogar auf 2600O geschätzt wird. 6) Die Zusage erfolgte durch die 12 Orte, ohne Zürich, am 18. Jan.; s - E idg. Absch. S. 163. 7 ) Vgl. B. Chron. I 32: eim rotzherren 26 krönen, eim sechser 13 krönen, Clla gemeinen knecht 37 2 krönen. 8 ) Genauer: auf Dienstag nach dem XII. Tag, also auf den 7. Januar; S - E idg. Absch. S. 159. 9 ) Wilhelm, Graf von Hohnstein. 10) Gemeint ist wohl Graf Rudolf von Sulz; s. Eidg. Absch. a. a. O. 11) S. ebend. S. 161 ihre Instruction. 12 ) S. unten S. 260. 17* 260 Anonymus. Jan. 25 In der wochen vor unsser frauwen tag der liechtmesz kliam ein bottschafft'), was ein graff oder ein ritter von desz Franzosen bottschafft, so den zu Lucem lag 2 ), in die statt Basel, villeicht mit 8 pferdten, und liesz do zu Basel mustern 4 hundert kneclit nach seinem gefallen. Und ward ein hauptman, 5 hiesz der Dichler, was ein Schlosser 3 ). Disen knechten ward ettlich gellt zu uffrüstung. Aber die rotsherren und sechser, die sich hatten lassen mustern, vermeindten den sold zue emp- fahen, alsz dann ihnen verhayssen was und beschlossen uf dem tag zu Lucern, einem der raten 6 sold, und einem sechser a> 4 sold 4 ). Woldt nit also naher gohn, und was ein zwitracht under ihnen. Dise bottschafft des Franzosz was vast häbig und gab nit zuvil ausz. Nit weysz ich, wie es ein gstalt hatt umb den sold, den die entfangend. [10] Es ward auch ein freyfenlin von denen von Basel autf- l5 geworffen, under welchem fenlin auch bey 3 hundert knechten gemustert wurden; hattend einen hauptman, hiesz der Ysen- üam 5 ), was vormals ausz Meyland getriben, do es die Hyspanier und landtsknecht mit gewalt eingenommen hetten 6 ). Jan. so Item auf donstag vor unsser frauwen tag der liechtmesz, -" was auf ein sonentag 7 ), khomen die von Mylhausen gehn Basel, wol mit achtzig mannen und mit einem vast grossen fenlin> was wys und rott; und lagen zu Basel bey dem Storeken 8 ) bisz Febr. 3 an den montag, und ruckend denselben tag gehen Wallenburg- Febr. 7 Item auf freitag auf unsser frauwen tag der liechtmesz p zugendt die von Basel usz um die 3 noch mitag, und zu- gendt bisz gehen Liestall, mit 4 hundert knechten zu hilft dem Franzosen wider Meyland' 0 ). Und hettendt ein hauptman, 26. Hs.: zu die von Basel usz um die 3 meyl noeb mitag. 1) Am 25. Jan. kam nach Basel »des künig trysenier«; s. B. Chron. IS*« 2) Ueber die französische Gesandtschaft vom Januar zu Luzern s. Ei"g' Absch. S. 151. 3) Anton Dichtler war Ratsherr der Schmiedenzunft bis 1522, nachher nicht mehr; s. B. Chron. VI 547. 4) Vgl. oben S. 259, A. 7. 5) Heinrich Ygenflam; vgl. oben S. 251, A. 3 und S. 255, A. 2. 6) S. oben S. 255. 7) Nämlich Lichtmess (2. Febr.) fiel 1522 auf einen Sonntag. S) Das Gasthaus zum Storchen (jetzt Stadthausgasse No. 25) erlang ^ erst im XIX. Jahrhundert durch Ankauf des Nachbarhauses zum F« cl seinen jetzigen Umfang. . 9) Vgl. B. Chron. I 32. Sie zogen nicht mit den Bernern ube L < V. Simplon, wie zuerst verabredet war, sondern über den Gotthard; 8. & 1 e' Absch. S. 174. 1522. 261 hiesz der Dichler, war ein Schlosser und derraeten 1 ); und der lutener was ein appodecker 2 ) ob dem hausz zu dem Stäblin 3 ): und ein fenrich was ein rnezger, hiesz Gorgian Oberlin oder Schülyi). Item alsz diser zug zusamen khomen ist, hat man sie geschätzt 26 thausendt 5 ), und seündt vil gueter leüten darunder gesein ausz allen örtern der Eydgenossen. Und ward geredt, dasz der Franzosz, die Venediger, die Florentiner und die Eyd- guossen ob den hundertthausendt man bey einander gehupt 10 hetten 6 ). Dise grosse mach ist bisz gehen Meylandt gerück, und ein wuchen oder 6 tag umb Meylandt gelegen 7 ), und handt doch der statt Meyland khein schaden mögen bringen. Dann sie ist besez gesein mit Hispanier und landtsknechten, wol fflit 20 thausendt 8 ). Alsz nun der Franzosz mit allem seinem 15 her und macht nit hat mögen schaffen, hat er sich genehet einer statt [11] mit nammen Naferr, und die statt benottiget und also mit gewalt ingenommen, und do zu tod geschlagen, 3. Hb. : und ein feirob was ein inezger. 1) Vgl. oben S. 260, A. 7. 2) Der Apotheker Haus Charomellis, der schon 1515 als "Weibel auf "pro. Zug nach Marignano gedient hatte, war auf dem hier erwähnten Zuge ni cht Lutener (Leutenant), sondern Lieferherr; s. B. Chron. I 32 und VI (>6. fiachdem er noch 1528 im Stadtgericht gesessen, kündete er im Juni 1529 infolge der Glaubensänderung sein Bürgerrecht, zog nach Istein und verkaufte 1535 sein Haus zum Roten Löwen an der Freien Strasse (No. 31), ^° schon seit 1454 sich eine Apotheke befand, an seinen Berufsgenossen ihoman von Thunsel gen. Silberberg; s. B. Urkb. X No. 71 u. 73, ferner °effnungsb. VII 240^ und Histor. Grundb., Freie Strasse No. 31. 3) Das Haus zum Roten Löwen (No. 31) ist vom Hause zum Stebliu ■No. 27) getrennt durch das Haus zum Erenfels (No. 27); s. Histor. Grundb. &• a. 0. 4) Schuli war der Beiname des Metzgers Gregor Oberlin, welcher seit &19 das Haus zum Karspach am Rümelinsplatz No. 11 besass; s. Histor. Ur undb., und vgl. Oeffnungsb. VII 189* und B. Chron. I 32. 5) Vgl. oben S. 259: 24000. •p 6.) Nachdem die Eidgenossen sich Ende Februar bei Monza mit den ranzosen und Venezianern vereinigt hatten, wurde das Heer auf über 1)000 Mann geschätzt; s. Anshelm IV 512. Von Florenz, wo es allerdings galirte, gi ng blos Johann Medici mit seiner Söldnerbande von 2000 zu Fuss md einiger Reiterei zu den Franzosen über; s. Baumgarten II 93. 7 ) Nur eine Woche oder 6 Tage, vom 6. bis 12. März, lag das Heer 0r Mailand; s. Eidg. Absch. S. 184. 8 ) Mit Einschluss der Bürgerschaft; s. Baumgarten II 94, und vgl. 'Uten S. 262: 10000 Landsknechte und Spanier. 262 Anonymus. was darin geseyn sey 1 ). Etliche red wasz, sy were uffgeben, und hette man sie gefristet irs lebens; wurde ihnen nit gehalten, sonder vil junger zu todt geschlagen, vil frauwen und junckfrauwen geschmecht, kircben beraubt, und vil ander grü- ligkheit, davon nit zu sagen ist 2 ). Wer dise seünd gesein, ist 5 gott und den menschen nit verborgen; gott geb ihnen vil glucks zu kriegen! Item nach dem und alsz Nafren gewunnen was, zugend die Eydgnossen und der Franzosz von Nafren, und schlügend ein her ze feld zwischen Bafy und Meyland 3 ) und ettlichen i° dörffern. Und zu derselben zeit lag der herzog von Meyland mit zehenthausendt knechten zu Bafy 4 ), und lagendt zu Meylandt auch bey 16thausendt landtsknecht und Spangoler 5 ). Dise zu Bafy und Meylandt lagen alle in desz kaysers nammen, konig Carlysz von Oesterreich und könig in Hyspanien. Dise knecht' s in disen beeden stetten zu Meyland und Bafy mochtent nit zsamen khommen 6 ), schuoff der Franzosen beer mit sambt den Eydgnossen, Venediger und Florentiner 7 ). Doch zuletst zocht der herzog von Meylandt mit seinen knechten, so bey im zu Bafy, heimlich und styll bey nacht nit alsz weit, alsz von Basel 2" gehen Sanct Jacob ist, für des Franzosen und der Eydgnossen herr, und kamen mit glick gehen Meylandt zu demselbigen zug 8 ); und lag der zug also etlich tag zu Meylandt bey einander. Item alsz was nuhn der Franzosist zug mit sambt den Eydgnossen inen worden, dasz der herzog von Meyland mit seinen 25 knechten als vil als 10 thausent 9 ) usz Bafy; und zugendt fir 8. Hs.; Item nach dem end als. 10. Hb.: ein berren zwischen Bafy und Meyland zo feld und ettlichen dörffern. 21. Hs.: für das Franzosen. 25. Hs.: ihnen werden, daaz. 1) Ueber die Erstürmung von Novara, vom 29. März, s. Anshelm IV 513, auch Baumgarten a. a. O. 2) Ueber die von Eidgenossen verübten Greuel vgl. Anshelm S. 514. 3] Ein Heer, d. h. ein Lager, bei Casina, halbwegs zwischen Pavia und Mailand; s. Daumgarten II 95. 4) Von Trient war Herzog Franz Maria Sforza mit dieser Streitmacht, die jedoch laut Anshelm IV 512 nur C000 Landsknechte und 3U0 Reiter zählte, auf dem Umweg über Piacenza am IG. März nach Pavia gelangt; *• Baumgarten II 94, A. 2. 5) Vgl. unten S. 263: S000 Landsknechte und 7000 Spanier. Dieses in Mailand stehende Heer befehligte Prosper Colouna; s. ebend. 6) Zu diesem Zweck hatten sie das Lager bei Casina bezogen; s. oben Anm. 3. ") Ueber die Florentiner s. oben S. 261, A. 6. 8) In Mailand zog er am 4. April ein; s. Baumgarten a. a. O. 9) Vgl. oben Anm. 4. 1522. 263 Bafy und lagendt etlich wuchen und tag vor Bafy. Und ward die statt gröszlich genotiget durch schiessen bisz auf den stürm, und abgeschossen 1 ). Aber wenig ward geschafft, und zogendt wider ab und schueffen nit 2 ). 5 Item nachdem alsz der zug zu Meylandt zusamen komen was 3 ), warendt 8 thausendt landtsknecht, 7000 Spangöler 4 ) und der herrzog von [12] Meylandt, der dann zu ihnen khomen was ausz Bafy 5 ), zugendt ir etlich thausendt ausz Meylandt, bey 1000; und wurffen einen schanzgraben uff vor Meylandt, alsz lu Weit alsz von Basel gehen Bratenlen sein mag 0 ), mit einer grossen menge des geschizes und der handtschizen; und ver- schanzent sich in allem vorthel mit einem graben in flachem veldt, und warend warten mit frölichem herzen und manheyt des Franzosen, der Venediger und Florentinern, mit sampt 15 31 thausent der Eydgnossen und ihrer freyen knechten 7 ). Den sie wüsstendt wol, sy würdend angriffen in dem schanzen 8 ); dann er ward durch lyst der Hyspanier also angeschlagen. Item es wardt ein burger von Basel gefangen, der do bottschafft hin und her trug von Basel zu ihren leüten und 20 Wider gehen Basel. Diser ward gefangen von den Kayserischen, und ward gehen Meyland gefuert, und lag lang gefangen. Und noch vil marter und folteres ward er leidig gelosen und kham wider gehen Basel. Der sprach, das deren, so ausz Meylandt gezogen warend frey in das veld gegen dem grosen unuber- 26 wündtlichen hufen des Franzosen, Venediger, Florentiner und Eydgnossen, nit mehr warend ffesein dan 8 thausendt landts- 24. Hs.: in das veld gezogen dem grosen wunber wündtliclicn hufen. 1) lieber diese Beschiessung vgl. Anshelra IV 514. 2) Sie zogen hinweg nach Monza, nachdem das kaiserliche Heer unter ^°lonna aus Mailand zuerst nach Binasco, von dort aber zur Kartause von "avia gezogen war und sie mithin im Rücken bedrohte; s. Anshelm IV 515. 3) Nach dem Wegzug der Franzosen vor Pavia zog das kaiserliche Heer wieder nach Mailand; s. ebend. 4) Die frühere Besatzung Mailands unter Colonna; vgl. oben S. 261. A - 8 , und S. 262, A. 5. 5) Mit 6000 Landsknechten und 300 Heitern; s. oben S. 262, A. 4. 6) Bei dem Landgut Bicocea, unweit von Mailand an der Strasse nach -uonza. In dieser neuen Stellung lagerte nun das Hauptheer unter Colonna, wahrend Herzog Franz mit seinen Landsknechten bis zur Schlacht vom - 7 - April in Mailand blieb; s. Anshelm IV 515 ff. 7 ) Vgl. oben S. 256 u. 261, auch unten S. 264, wonach die Eidgenossen höchstens 26 000 Mann zählten. 8 ) Vgl. Anshelm a. a. O. 264 Anonymus. knecht und Spangöler 1 ), und nit alsz vil alsz obstod 2 ). Und disen burger nempt man den Börlinniacher 3 ). Item nachdem und alsz der Franzosz mit den Venedigern, Florentinern und groszmechtigen manlichen Hochtutschen den Eydgnossen 4 ), deren gesein ist 26 thausendt oder mehr 5 ), dise 4 r » seündt geschezt worden auf hundertthausendt man°J. Sobald sie innen worden seind und ir so wenig seünd gesein, hat auf April 2- den achten tag der ostern dise grosse menge der weldt des Franzosen, mit vil thausendt küriser der Franzosen und Venedigern, und mit einem grossen geschütz, uff mitag disen kleinen io zug angriffen, so dann verschanz seünd gesein. Also handt die landtsknecht und Hyspanier sich erwehrdt der [13] grossen macht und sie ausz dem veldt geschossen und geschlagen, und ihnen die schanz und das veldt behalten, und in einer halben stundt dise grosse mach zu nit gemacht, und der Eydgnossen nit ein 1 5 wenig erstochen, erschlagen und erschossen 7 ); 16 hauptman seündt pliben ausz der Eydgnoschafft 8 ), acht fenlin durchnider geleit. Auch handt die landtsknecht etliche verlohren, doch das veld behalten. Item die von Basel handt etlich namhafft burger verlohren, 20 mit namen des Meltinger des obersten zunftmaisters sun, was ein einiger sun 8 ), einen burger, biesz......, was ein Ber 10 ) 22. In der Hs. Lücke gelassen für den Namen. 1) Der gefangene Basler Bote wusste offenbar nur von jener Streitmacht, welche Herzog Franz am Tage der Schlacht aus Mailand nach Bicocca führte, und schrieb daher dieser allein den Sieg zu; s. Anshelm IV 51G. 2) Vgl. oben S. 262. 3) Vgl. Wochenausgabenb. G. 14, S. 147, z. 31. Mai 1522: 5 lib. Henn- rich Berlinmacher zu stur einer Badenfart (einer Kur in Baden im Argau). Wegen -wiederholter Misshandlung seiner Mutter musste Laurenz Bielman, »des Börlinmachers sun«, im März 1523 schwören nach Kom zu pilgern. um die päpstliche Absolution zu erlangen, und als er ohne diese im August wieder in Basel erschien, wurde er nochmals unter Androhung der Enthauptung aus der Stadt gewiesen; s. Urfehdenb. II 332, 338 u. 349. 4) Vgl. die damals übliche Bezeichnung als »Eidgenossen des Hochdeutschen Bundes«. 5) Vgl. oben S. 263 A. 7. 6) Vgl. oben S. 261, A. 6. 7) Uebcr die Schlacht bei Bicocca, vom 27. April, vgl. namentlich Anshelm IV 515 ff. 8) Vgl. ebend. S. 518: 17 fürnemer houptmannen. 9) Jakob Meltinger; s. B. Chron. I 33. Sein Vater Heinrich, bisher Oberstzunftmeister, wurde im Juni d. J. Bürgermeister. 10) Bonaventura Bär; s. B. Chron. a. a. O. 1522. 265 und ein kliaufi'man. Item den herrenwürdt zu dem Weyssen Adler 1 ), Cüradt Davidts sun, was ein metziger 2 ), ein kannen- giesser, was.....son 3 ), und ander nie, so nit namen hand. Auch ist einer gestorben, hiesz Uolrich Zosz sechser 4 ), ein & scherer der Kegel, auch ein sechser 5 ); gott waist der andern namen aller. Gott w611, das sie seelig seyendt worden, das sie umb des christenlichen glaubens willen und umb des gellts willen also redlich gestritten und vil sölden verdient hand, diser 6 sold, diser 4 6 ). Und als sie in die flucht geschossen wurden, io wichen sie denselben tag in ein statt, lag von der schanz2 theüt- schen meyl, hiesz Monschier'). Und in der nacht und an dem abendt zugendt vil der Eydgnossen von forcht wegen usz dem veld, ettliche Lender 8 ), vil Berner, was Welsch was 1 '), und Freyburg. Und do das ander orter und statt sahen, zugent an dem 15 morgen früehe 10 ) auch ausz der statt, und kament also unsere von Basel wider heinib. Und blib also Meylandt dem kaysser, das vormals der bapst mit sambt dem cardinal von Sytten ingenommen hat 11 ). Item alsz die von Basel heimb waren khomen, fiengen sy 20 ettlich hauptleüt, die vormahls warend zu dem bapst gezogen und die knecht aufgetriben hatten, alsz Friderich Weybel 3. In der IIs. Lücke gelassen für den Namen. 1) Diesen Namen trug noch \im 1900 das Wirtshaus am Barfüsserplatz, Reiches jetzt das obere Ende der Gerbergasse bildet und demgemäss als "o. 84 bezeichnet ist, während es im Histor. Grundbuch von früherher noch a |ä »Barfüsserplatz No. 19c erscheint. Laut letzterer Quelle gehörte jedoch dieses Haus 151)—1523 keinem Wirt, sondern Hans Blum dem Zimmermann. 2) Licnhard, der Sohn Konrad Davids des Zunftmeisters zum Safran; "• B. Chron. I 33. 3) Der nur z. J. 1521 bezeugte Jakob Kannengiesser war vielleicht lQ Sohn Andreas Suchdentruncks des Kannengiessers, welcher 1530 starb; e - Histor. Grundb. Spalenberg No. 1 und Münzgasslein No. 20. , 4 ) Dieser war ein Schindler, mithin ein Sechser der Zunft der Zimmer- ieute, und wohnte in der St. Albanvorstadt, wo noch jetzt das Haus No. 98 Zxa Zosse heisst; s. Histor. Grundb. 5 ) Hans Kegel od. Keigel, ein Sechser der Schererzunft, war schon i£ 13 gegen Dijon gezogen; s. im St. Archiv Rotes Buch der Zunft zum iJ-Hnmel, Bl. 211v auch B. Chron. a. a. O., allwo noch weitere Namen von Ballonen. 6 ) Vgl. oben S. 259 und 260. ") Nach Monza; vgl. Anshelm IV 518. 8 ) Aus den Waldstädten. 9J Romanisch sprechende Graubündner. !0) Am 28. April. ll ) Vgl. olfen S. 255. 266 Anonymus. lutiner 1 ); lagent etlich tag in dem kefy und müsten vil gelts geben, etlicher hundert gülden, [14] etlich fünfzig gülden. Und darnach fieng man die andern knecht, und muessten auch in das kefy; welcher nit vier gülden geben wolt, müest 4 tag im kefy ligen. Also namen ihren vil dasz kefy an, und biestendt & die 4 gülden ab in dem kefy 2 ). Und was ein wild leben, und stund man in grossen sorgen, es werd ein utflauff 3 ). Dann etliche warend bapstlich, etliche französisch; und meindendt, die bey dem bapst warend gesein: man solte die, so bey dem Franzosen warend gesein oder zu dem warend geloffen wider i° ehr und aydt, auch strafen alsz wol alsz sie; und was ein wild leben. Also ist Meylandt bliben in der hand der kayserlich mayestet bisz in dasz 24 iahr, wiewol sich vil selzamer hendel zutragen und verloffen hat 4 ). Anno vicesimo tertio. 152-, In disem jähr hat sich — und etlich jähr davor — ein bösser blost ufferhebt der Luterey halben. Durch welche Lu- terey sich grosz Übels erhebt hat in dem ganzen Theütschen land wider christenlichen glauben, brauch und Ordnung, do vil 20 von zschreiben were; lasz ichs also bliben 5 ). In disem jähr seündt die von Zürch ganz von christen- licher Ordnung gefallen, und bracht dazu durch einen falschen lehrer mit nammen Zwinglin 6 ). Diser verfliecht kezer, verdampf von der kirchen und von den fürsten, hat vil Übels zwegen 2 brocht, sonder die clöster zu Zyrch aufgethan, und durch sein 23. IIa.: und brauch dazu. 24. Hs.': Disor verfliecht, verdampt kezor von der kirchen. 1) Wohl eher: Fridolin Weber; s. Urfchdcnb. II 321. 2) Vom 16. Mai bis 4. Aug. 1522 wurden im Ganzen 45 Mann, welch 13 1521 dem Papst zugezogen waren, nach geschworner Urfehde der Haft entlassen, und von diesen hatten 7 schon am 23. Jan. schwören müssen, in uC" wärtigung ihrer Strafe nicht aus der Stadt zu entweichen; s. Urfehdenb' II 313 u. 316 — 322, ferner Erkanntnissb. III 198. 3) Ueber stürmische Auftritte beim Einzug der Heimkehrenden vo Bicocca s. Urfehdenb. II 315 u. 316. 4) D. h. ungeachtet des neuen Feldzugs von 1524, wo die Franzose im Nov. Mailand vergeblich belagerten. 5) Vgl. B. Chron. I 384. . ,- 6) Am 29. Jan. 1523 fand in Zürich die erste Disputation mit Zwing" statt, infolge welcher der Rat sich für ihn erklärte; s. Bullinger, Befor- mationsgesch. I 84 ff. u. 97 ff. 1523. 267 predigen zwegen bracht, dasz münchen und frauwen ausz den glöstern geloffen seünd und liand weib und man genommen zu der ehe 1 ). Und er hat auch selb ein burgerin von Zürch zu der ehe genommen 2 ). 6 [15] Item er hat auch durch sein lehr und gehaisz alle bilder ausz den kirchen lassen thuen, auch vil althar abthuen m den kirchen 3 ), deszgleichen singen, lessen, und meszhaben ganz abgethon 4 ), an freytagen und sambstagen geheissen fleisch essen, vil fastaben und feyrtag abgethon, auch die fasten der ,0 40 tagen vernittet und gehaissen fleisch fressen 5 ), die mesz- gewänder und kappen, und wasz zu gottesdienst gebörd hat, verkhaufft und vervvendt in weltliche hofart, alszdann ettliche kleidung von borlin gestickt, alsz brustthüecher und halsz- mentelin zu Basel gesehen worden seündt. Und wurden die bild 15 in den kirchen unmenschlich entehrt, auch vil der priester vertreiben. Und in den landtschafften der Zürcher etliche priester wiber genommen handt, zu theutsch mesz gelessen, das sacra- ment desz altars ganz vernütet. Der articlen seündt ohn zahl, f., auch Eidg. Absch. IV la, S. 455. 4) Erst im April 1525; s. Bullinger I 263 ff. 5 ) Schon 1522 predigte er gegen das Fastengebot; 8. ebend. S. 69. G) Gemeint ist wohl zunächst die Verheerung der Kartause zu Ittingen, ^ Juli 1524, doch vielleicht auch bereits die Unruhen vom März 1525; s. ßuüinger I 180 ff. u . 205 ff. J) Die drei Waldstädte samt Zug, zu denen sich die Städte Luzern Dü Freiburg gesellten. a« t> 8 ' Die genannten 6 Orte drängten Zürich namentlich im Juli 1524, von fall . ormati °n abzustehn, und es wurde selbst gedroht, dass sie andern- o ,, mit diesem Ort nicht mehr gemeinsam tagen würden; s. Eidg. Absch- *' Ui n. 454 ff, auch S. 501. 268 Anonymus. orter, alsz Schaff hausen, Basel ec. stiiz dozwischen gelegen seündt 1 ), die villeicht auch verwendt seind gesein, als zu besorgen ist, mit diser kezerey, als ihr hören werden under dem vierdten und feünften johr 2 ). Item zu Walzhüt ist auch ein falscher lehrer oder doctor 5 ufferstanden 3 ), so den von andern enden vertriben was umb diser kezerey willen 4 ). Hat vil ungehür und unchristenlicher hendel geheysen wider christenlichen brauch und Ordnung, und sich verglicht mit dem Zwinglin zu Zürch 5 ), auch die sacra- ment abgethon desz altars und des thauffs, und kein neüw-10 geboren khünd mehr wellen thauffen. Und disser stucken [16] seündt ahn zal, die so ganz kezerisch seündt, das khein mensch daran gedencken soll. Sy hand auch der kayserlichen mayestet kayser Carolis alsz eines fürsten von Oesterreich, des sie gesein seündt, mandat 6 ) verspottet und verachtet, und hand disen büben is nit von ihnen wollen thuen. Derselb lecker ist fast köstlich beklaidet gangen mit vil ringen an den henden, und genossen anderer priester zinnsz und gilt, so den er vertriben hat, und durch sein evangelische lehr das ehlich weiblich bild betrogen hat. Wie aber dise ding ein end nemroen werden, stod in 20 dem gewalt gottes, alsz ihr vileich hernach hören werden 7 ). Item diser doctor hiesz khein künd mehr thauffen, und sprach: es möcht khein heyligen gaist niemand empfahen, den der zu seiner Vernunft khomen were, und solt man khein khündt thauffen, es were dann acht oder 9 jähr alt. Und diser articel 25 ward auch von einem esel geprediget zu Basel zu sanct Lien- hardt, hiesz her Marx 8 ), was ein ippiger ungelerter esel. Es liessendt sich auch zu Waldtshut die alten noch einmal thauffen, 3. Hs.: nnnd dem vierdten. 13. Hü.: ander priester. 1) Nebeu diesen 2 Städten nahm auch Bern damals noch eine vermittelnde Stellung ciu; s. Eidg. Absch. S. 454 u. 457. 2) S. unten z. J. 1524 u. 1525. 3) Balthasar Hubmaier aus Friedberg bei Augsburg. 4) Ueber sein früheres Wirken in Regensburg s. Bullingcr I 223 ff. 5) Er stimmte anfänglich mit Zwingli überein; s. ebend. S. 224. IS) In Bestätigung des Wormscr Edikts von 1521 hatte Karl V. am 15. Juli 1521 gegen Luther ein neues Mandat erlassen; s. Baumgarten II 344. 7 ) Vgl. unten z. J. 1520. 8) Marcus Bertschi oder Bersius von Korschach, Leutpriester zu St. Leonhard; s. B. Chron. I 37, A. 5. 1524. 269 und meinten, sie werend nit recht gethaufft 1 ). Ich hoff aher, sie werden zu dem dritten mal gethaufft werden in dem Rein. Anno vicesimo quarto. Item auf sanct Johannis in dem 24 jähr hat zu sanct Jo- l52 -| * hannes ein Prediger ausz dem convent zu Basel geprediget, und noch der predig ist er von canzel in den closterhoff 2 ) gangen. Ist zu im Idiomen Toman Yrimi 3 ) und in gerechtfertiget seiner predig; seündt vil der Luterischen zügetretten. Ist dasz gschrey khomen under die fischer 4 ) und ander, so dann dasz W Wolgehabt hand, und hand den Yrimi und ander Luterischen mit ungezempten wordten ausz dem hoff getriben, und ist wol zuegangen. [17] Item es hat auch ein Luterischer burger, ein haffner usz Essemervorstatt 5 ), einem capplan uff Burg, mit nammen 16 herren Cuorraten Zymmerman, in sein antliz geschlagen, dasz rnund und nasz geblietet hat. Was mengem leydt, wann er khundt es wol verdienen. Item es seündt auf montag noch sanct Johannes tag die Juni 27 Regenten zu Ensheim in nammen ires herren Ferdinandi usz- 20 gezogen 0 ) in das Kinzgenthal für Kenzigen 7 ), ist gesein bey 5 thausendt. So die von Kenzigen solches verstanden hand, seünd sie mit zweyhunderten mit irem Lutherischen pfaffen gehen Straszburg gezogen und hand in geleitet bis dar 8 ); dann 14. IIa.: Essenervorstatt. 15. Hs.: antzliz. 1) Vgl. hiczu Hans Salats Chronik z. J. 1524, im Archiv für Schweizer. Peformationsgesch. I 86. 2) In der nach dem Johanniterhaus benannten St. Johannsvorstadt lag das Predigerkloster, dessen nördlich der Kirche gelegener Hof wegen seiner Gemälde der Totentanz hiess. ■i) Vermutlich entstellt aus: Damian Yrmi. Ueber diesen und seinen «ruder Hans, welche beide der Reformation anhiengen, s. F. Holzach in basier Biografien I 42 ff., ferner B. Chron. I 215 u. 451 ff., und VI 06 u. 120. 4) Die Fischer wohnten meistens in der St. Johannsvorstadt. 5) Aeschenvorstadt. 0) Ferdinand, der für Karl V. die östreichischen Lande regierte, hatte kurz vor diesem Zuge in Breisach einen Landtag gehalten; s. Villinger Chronik, in Bibliothek d. Litterar. Vereins, Bd. 104, S. 97, und Hartfelder. Gesch. d. Bauernkriegs in Südwestdeutschland S. 271 ff. 7) Kenzingcn liegt nicht im Kiuzigtal, sondern am Band der Rheinebene, unweit dem Kaiserstuhl. 8) Vgl, Villinger Chron. a. a. O.: ob 150 man. Diese zogen mit ihrem Prediger Jakob Other schon am 24. Juni zunächst in die markgräflich oadisclte Nachbarschaft. Von dort weggewiesen, gelangten sie hierauf nach ktrassburg; s. ebend. und Hartfelder S. 272 ff. 270 Anonymus. die von Straszburg seündt vast guet Luteriach geaein. Also hat diser zug Kenzigen ingenomruen, und hand doin iren 4 gefangen, mit nammen den stattschreiber und sunst iren 3 der gewaltigen, und hand dem stattschreiber den kopff abgeschlagen; und die anderen 3 hand sie gehen Enszheim gefüert gefangen. Auch 5 hand sie etliche weiber, die sich zfast in der kezerey geyebt, in das halsseyssen gestelt 1 ). Sy hand auch in des stattschreibers hausz und an andern enden ein grosse zahl der büecher gefunden diser kezerey; hat man den hencker lossen zerhauwen, darnach verbrennen 2 ). Man hat auch deren, so den pfaffen ge- i° leytet hand gehen Straszburg, ihre weiber und künd nach- , geschickt 3 ), und die statt Kenzigen besezt 4 ). Juni 24 Item es ist auch vor sanct Johannea tag gestelt gehen Regelspurg 5 ); seündt beriiefft worden alle bischoff des ganzen Theütschen landts, uff 70, umb der Luterischen sach willen. W Item es hand auch die Eydgnossen etlich tag angesetzt gehen Baden, gehen Zug fi ), umb der Luterischen sach willen, und insonders der von Zürch halb. Wann sie waren ganz gefallen von christenlicher Ordnung an fasten, biessen, beichten, betten, feyren, fleischessen in der fasten, freitag [18] und samps- 20 tag, fronfasten, an weywasser, palmen, salz, liechter, das sacra- ment des altars zu nit gemacht, verachtet, verspottet andere sacrament, crysam, das heylig öhl 7 ). Auch ist ein burgermeister gestorben, hat sich vor der Lutherischen schar nit durften lossen versorgen mit den sacramenten, und also gestorben 8 ). Auch 25 hand sie alle bilder ausz den kirchen gethon und verbrent, und 11. Hs.'.fgolytet hand. 1) Schon vor der Einnahme vom 27. Juni hatte der Rat die Hauptschuld feigerweise den Weibern zugeschoben; s. Hartfelder a. a. O. 2} Auf ihrer Asche wurde am 7. Juli der Stadtschreiber enthauptet; s. ebend. S. 27-1. 3) Die nach Strassburg Entwichenen hatten bei 350 Frauen und Kinder zurückgelassen; s. ebend. Als jedoch auf den 19. Sept. ein Gerichtstag angekündigt wurde, kehrten die meisten von Strassburg zurück und wurden begnadigt. Hingegen wurden allerdings 10 Hauptschuldige mit Weib und Kind auf ewig ausgewiesen; s. Villinger Chron. a. a. O. 4) S. Hartfelder S. 273. 5) D. h. diser Tag zu Itegeusburg wurde auf Johannis (24. Juni) angesetzt; s. Baumgarten II 387. 0) In Baden am 28. Juni, 16. Aug. und 3. u. 23. Sept., und in Zug am 11- Juli; s. Eidg. Absch. IV 1 a, S. 444, 453, 472, 486 u. 495. '') Vgl. oben S. 267. 8) Im Juni d. J. starben beide Bürgermeister, nämlich am 13. Fell* Schmid und am 15. Marcus Röyst; s. Bullinger I 159. 1524. 271 was von steinen gesein ist, zerschlagen und zerbrochen, den chorgang, singen und lessen abgethon, und gottes lob und ehr ganz nidergelegt 1 ). Item es wurden auch andere firdter vergüfft mit der irrung, 5 alsz oberzelt, Schafhaussen, Basel und etliche mehr 2 ), doch nit W solcher gestalt als Zürch, wiewol Basel ein grosz wort ge- hapt hat diser dingen, und man ein uffsehin uff sie gehapt hat, schafft der bischottlich stuel und die hochschuel 3 ). Wan die oberkheit der gaistlichen dorfft nit wol straffen, schueff die vile 10 der abgefallenen durch ihre predicanten, so dann der weltlich gewalt handthabet 4 ). Und hand sich vil grosse büberey ver- loulfen durch die Luterischen predicanten, von dem kein man gnuegsamblich davon reden noch schreiben kan. Wann sie seündt ein tac und all tag zusamen khomen, wie sie eins wurden 15 zu predigen und den gmainen man an sich zugent. Und hand s ich vil selzamer Sachen verloffen; was auch an andern enden a lsz in der Eydgnoschafft und sonst. Auszgeloffen münch, vertreiben pfaü'en liesz man die canzel bescheyssen und ein stuel- r echt thuen. Auch etlich priester, burgerskünd und sunst priester, 0 "ie hindersessen gesein seiend 5 ) und die suo an dem heyligen palmtag gefressen 0 ), hand vil miszbrüch und irrung geprediget, (is22i damit sie ir übertrettung und die Verspottung desz lambs Christi pn Jesu, vergleichnet einer sü, möchtent grundfestenen und beschirmen. [19] Item es ist auch in demselben jähr ettlich tag noch sanct Peters und Paulus tag ein grosser hagel khomen 7 ); ist nach 00 ö " Juni 29 10. IIa.: durch ihren predicanten. 23. Hs.: raucht unnd grundfestenen. 1) Vgl. Bullinger I 160 ff. 2) Vgl. oben S. 258, A. 1. B _ 3) Ueber das Verhalten der Universität s. B. Chron. I 440ff., ferner ■kgli, Schweizer Reformationsgesch. I 1G0 ff., 172 u. 397. 4) S. das Mandat vom 27. Febr. d. J., in B. Chron. I 42 ff. , 5 ) Ein Bürgerskind war z. B. der Spitalpfarrer Wolfgang Weissen- ° Ur ger, der Solin Jakobs des Ratsherrn der Weberzunft, während der oben ' ' 2 °8, A. 8 erwähnte Marcus Bersy, Bonifacius Wolfhart und andre von abwärts zugewandert waren; s. B. Chron. I 35 u. 383, A. 6. 6) (Jeher den berüchtigten Spanferkelschmaus vom 13. April 1522, au Reichem sowohl Weissenburger als Wolfhart teilnahmen, s. ebend. I 36 u. ,. 3 i A. ü, und unten z. J. 1526. ferner die Ensisheimer Chronik in Stöbers s satia 1873/74 S. 293, und Th. Burckhardt-Biedermann im Anzeiger f. hweizergesch. VH 125 ' • 7 ) Von diesem Hagel finde ich keine andre Basler Nachricht. Vgl. ein Andrcas Eetsch, bei Mone, Quellen z. Gesch. Badens II 47, über nei > Hagel vom 6. Juli d. J. im Klettgau. 272 Anonymus. vast über Basel und ihren bann gangen und grossen schaden gethon an körn und wein. Und ist ungleich zuegangen; eim ist schaden geschehen, dem andern nit, wie dann jedlicher geschickt ist gesein in dem Lutherischen evangely. Item es hand auch die von Stein und Dyessenhofen sich '•> gar ungebeürlich gehalten und wider christenliche Ordnung gethon, alle bild ausz der kilchen gethon und etlich, vast den mertheil, verbrend, und in andern unchristenlichen wercken sich ungebürlich gehalten 1 ). Item es hand auch am Zürchersee in einem dorff die pauren 10 ein gmein gehapt, ob sie die bilder der heylligen wellen verbrennen oder nit, und seündt eins worden, man soll sie verbrennen. Ist einer under ihnen herfürtretten, also gered: man soll ihnen acht tag zyl geben, sich zu verantwurten. Doch das zyl ist ihnen nit nochgelassen, und hand sie verbrentt. 15 Do hett einer sanct Barblen bild und in sein arm von ihrem heltüm genommen und also gesprochen: »kom Bärbeli, kom, du inuest auch in das bad«, und hat das bild verbrent. Item bald nach disen hendlen ist khomen ein nngehordeS ungehür wetter 2 ); ist von Stein bisz under Schaffhusen herab 2° gangen und alles das, das gestanden ist von fruchten, zu nit gemacht, und die decher und ziegel alsz verschlagen. Und sein die stein vast ötosz gesein und hand etlich menschen zu tod geschlagen. Und ist red auszgangen, es hab an einer gegne bey 14 menschen zu tod geschlagen, die man in ein stiittle 2& mit karren gefüehrt hat, und vil wund worden von den steinen auf den todt 3 ). Item es hat sich begeben, das zu Zürch zween einander wund hand gemacht uff einem kirchof; hand sie den kirchof nit wollen wider lassen [20] weyhen. Ist das grasz augenblick- 3 ° lieh dür worden, alsz wer es besengt worden von einem feür, das man es mocht in der hand zerreyben. Disz hand gesehen etlich burger einer statt Basel. Item man hat auch einem priester in der Eydgnoschafft, vergüfftet mit der Luterey, die zungen zerspalten, und mit 1) Gemeint sind die Unruhen vom Juni und Juli d. J., welche die Verheerung der Kartause Itingen herbeiführten; s. Eidg. Absch. S. 445, 4G0B-, 470 ff. u. 491 ff. 2) Vgl. S. 271 Anm. 7 über den Hagel im Klettgau vom 6. Juli- Die Villinger Ohron., S. 98, hingegen erwähnt aus dieser Gegend einen solchen zum 20., und Eidg. Absch. S. 459 zum 18. Juli.' 3) Von Getöteten weiss keiner dieser Berichte. 1524. 273 nieten auszgehauwen. Wann nit vil örter der Eydgnossen seündt vergifft gesein alsz Zürch, Schafhussen l ) und ec. Item es ist ein priester gefangen worden und gehn Ensz- heimb gefriert, ist ein Luterischer priester zu Yllkhürcli gesein. 5 Diser priester ist lang gefangen gelegen umb seiner uber- scliwencklicben missenthat, so er dann übel zfigeredt hat und gescbendt die gebererin Christi in solcher gestalt, das khein menschen, so den Christen ist, sein mundt zympt zu beflecken mit solcher unrainigkeit. Diser priester ist degradiert worden 0 zu Enszheim uff einer hohen brigi durch einen weichbischof von Straszburg 2 ) und einen vicary von Basel 3 ). Item es ist ein priester uifgestanden, ein falscher prophet, ls t gesein ein Lutherischer priester der pfarr zu sanct Ulrich u "d ein caplan der stifft Basel 4 ), hat bey im gehabt ein hueren. 5 Dise huor hat gehabt ein Schwester, ist gesessen bey dem lut- Priester uff der stifft 6 ). Dise zwo huoren hand die zwen pfaffen So ganz vergüfft mit der Luterey, das nit von zu reden ist. Und ist zue besorgen, dasz dise zwo huren begabt seient ge- sei n, und insonders des zu sanct Ulricbs hur, von etlichen ' j utherischen ehmanen, alsz sie sich selbs beriempt hand, wie sie bi'un schauben und ander kleyder uberkomen handt und ihren Pfaffen geroten: sie sollen auch das Lutherisch evangelium pre- 4. Hs.: Luterer priester. 10. Hs.: hohen vrigi. T 1) Wie in Zürich, so gewann schon 1524 auch in Schaff hausen die Deformation die Oberhand; s. Eidg. Absch. S. 373 u. 459. . . 2) Konrad Wickgram war zugleich Kirchherr zu Ensisheim; s. Ensis- heimer Chron. in Stöbers Alsatia Bd. 1873/4, S. 289. ,. 3) Bischöflicher Vikar von Basel war Heinrich von Schönau; s. Bri- lln ger 8 Ccremoniale S. 89, und B. Chron. I 44. Ueber H. v. Schönau s. ferner ,lnte n z. J. 1525. . 4) Die Pfarrei St. Ulrich, deren Kirche an der Kittergasse auf dem real des jetzigen Hauses Nr. 7 lag, war aus einer Kaplanci des Domstifts ^standen, und deshalb wurde ihr Pfarrer den Kaplänen des Münsters bei- I^aUt; s. Job. Bernoulli im B. Jahrbuch 1894, S. 237 ff. Ueber ihren Pfarrer, akob Imelin, s. unten, ferner s. Herzog, Joh. Oekolampad I 246, 293 u. jH auch B. Beiträge XII 500 und Joh. Kütiners Diarium in B. Zeitschr. t; 5) Als Prediger am Münster amtete damals der aus Strassburg gebür- ge Dominikaner Dr. Johann Burkhard. Gegen diesen klagte im April 1525 Sc} r . Von ebendort stammende Stadtschreiber Schallcr vor Rat wegen Be- s Uln pfung, und da sich überhaupt herausstellte, dass über ihn »gross Ge- i m "" eu gehe, so wurde er seines Amtes stillgcstellt und verliess Basel für r,„ ,.' 8 - Schwarzes Buch Bl. 8. An seiner Stelle predigte hierauf, doch jj, °is Nov. d. J., der gleichfalls zur Reformation hinneigende Weihbischof ma in Limpurger; s. B. Chron. I 403. Ba »l« Chroniken. VIT. 1 8 274 Anonymus. dio-en, so werden sie auch gnueg uberkhommen alsz andere [21] Lutherische pfaffen, alsz der in dem spital 1 ) und zu sanct Märten 2 ). Diser kezer 3 ) ist der erst gesein, der under den pfaffen z'Basel ein eheweib genommen 4 ). Dann er nam sein bösse huren, die so lang bey im gesessen ist, und füehrt sy n zu kirchen und hat grosz fest. Disser pfaff hat geheyssen mit nammen Jaclin Ymelin. Er hat auch die messen und sacra- ment desz altars ganz abgethon 5 ). Er ist auch der erst gesein, der under beeden gestalten die leüt versehen hat und gesprochen: do sey nit der leib Christi, sonder wein und brot, 10 und allein ein zaichen und ein bildnusz des leidens Christi. Er hat auch geredt: welcher mensch mesz hör oder sehe, wer im weger, er sehe den leibhaftigen theuffel; dann es sey mit dem ein abgott. Er hat auch abgethon die beicht. Er hat auch ein tisch zugericht des altars, und die leüt geladen zu ,r ' dem tisch gottes, und die leüt versehen und gesprochen: wer mit im zechen wöl, der mög khommen zu dem tisch gottes. Nit waisz ich, ob er ihnen brot oder wein geben hat. Ein sygrist und er hand den überigen wein heimb getragen und gesoffen. Deszgleichen hat auch gethan ein leutpriester z» sanct Alben"), hat den wein auch lassen stöhn, und hand in junge bueben auszgesoffen. Disser Jaclin Ymelin ist auch der erst gesein, der altag geprediget hat zu sanct Elszbetten 7 )- Er hat auch niemandt wollen volgen, weder 7. noch 30. wellen halten, auch khein jahrzeit 8 ), dasz fegfeür und dasz noch- 1) Wolfgang Weissenburger; s. B. Chron. I 35. 2) Vikar für Anton Zancker, den kränklichen Pfarrer zu St. Martini war seit 1522 Ockolampad, der jenem im Febr. 1525 als Pfarrer folgte! s. Herzog I 283 ff. 3) Nämlich Jakob Imelin, a. oben S. 273, A. 4, und unten. 4) Schon vor ihm hatte in Liestal der dortige Pfarrer Stcffan Sw> r Hochzeit gehalten, worauf am IG. Februar 1524 in Basel eine Disputation über die Priesterehe gefolgt war; s. B. Chron. I 445, auch Herzog I 240J ■ 5) Dies geschah anfangs 1525. Doch auf Befohl des Bats musste et wieder Messe lesen; s. Herzog I 203. 6) Peter Frabenburger, der wegen schwerer Verfehlungen nachher au gewiesen wurde; s. B. Chron. I 445ff. und Herzog I 247. 7) Diese Kirche gehörte zur St. Ulrichsgemeinde und lag mehr »» Mittelpunkt derselben, während die St. Ulrichskirche ausserhalb ihrer ®^~_ zen lag. Zudem war, Dank einem Vermächtnis des 1514 verstorbenen B J f ronymus Bär, an die Stelle der alten St. Elsbethenkapelle seit 1516 ei Neubau getreten; s. Joh. Bernoulli im B. Jahrb. 1894, S. 210 ff. _ 8) Die Totenämter am siebten und dreissigsten Tag nach dem B" 1 " scheid, sowie alljährlich am Todestage. 1524. 275 thün 1 ) der abgestorbenen auch ganz verachtet und verworffen. Und wen er die krancken hat versehen, hat er das brot in ein ermel genommen und ihnen dasz gebrocht, und also versehen. Er ist auch der erst gesein, der in thüsch gethaufft hat, und so 5 Vil unmenschlicher und unchristenlicher dingen gebracht, das kliein mensch davon reden khann. Er ist auch der erst pfaff, der zu Basel ein bart gezogen hatte. Er hat auch heftig geredt wider die opfer, zinnsz und zehendt, die fürbittung der heyligen verworffen und die walstatt der heyligen 2 ), wider fasten, beichten, 1(1 messen ganz geredt, [22] weichwasser, palmen, kerzen, gesegnet salz und die österliche gesegnete speysz alsz ganz verspott und v eracht :i ), und alle kirchenziehrung und ehr ganz vernittet, und freitag und sampstag erlaubt fleisch zu fressen 4 ), deszgleichen fiuder heylige oben 5 ), und vil mehr, den hie mögen geschreiben 15 Werden. Item alsz nun ein bischoff von Basel 6 ) den bodenzinnsz u ff einem jeden hausz zue Basel hett 7 ), ein rappen, so dann au f sanct Martins tag alle jähr verfalt, ist disz jahrs nit geben Nov. n Worden 8 ). Item es seündt auch vil auszgeloffen münch, so dann zu ß asel ausz den clöstern, alsz Barfuessenclostcr, Augustinercloster Und andern clöstern 9 ) geloffen seündt; band etlich handtwerck gelernt alsz hafner, etlich wagnerhandwerck, etlich weberhandt- Werckioj j) 0 seündt etlich 5 oder 6 jähr priester gesein, und ais e band vil weiber genommen und zu mehrtheil uszgeloffen 1- Hs.: «ocli ganz veraclitot. 1) Die Fürbitte nach dem Tode. 2) Die Wallfahrtsorte. 3 ) Vgl. unten S. 279. d r^ -^ ocn ™ Mai 1523 war ein Schlossergesellc wegen Uebertretung °s Pastengebots vom Rat bestraft worden; s. Urfehdenb. II 343, u. vgl. Unte » 8- 278, A. 8. 5 ) An den Vorabenden der Feiertage. 6) ChristofF von Utenheim, für welclien seit 1519 sein Coadjutor Nikiaus n Diessbach regierte. de | 7 ' ' DieSC Zius P flic, it nmfasste selbst von der innern Stadt (innerhalb Teil n Grabcn ) nicht den ganzen Umfang, doch immerhin den grössern u ! s. Näheres bei R. Wackernagel, Gesch. d. Stadt Basel I 00. 8 ) Vgl. B. Chron. VI 310, und B. Urkb. X No. 31. , 9 ) Vgl. cbend. I 402, z. J. 1525. Die ersten Austritte erfolgten jedoch 80ll °; 1522; s. Fgli I 158: v er ?' ^»'sen gewerbtreibenden Mönchen wurde später die Einbürgerung Wehr t; s. Erkanntnissb. IV 27v, zum 1. Aug. 1527. 18* 276 Anonymus. nunnen, alsz ausz Klingenthal 1 ) und Engenthal 2 ). Es ist auch vil frembds volck gehen Basel khommen; und was an andern orten vertreiben gesein ist und ausz Clustern geloffen, ein som der auszgeloffenen münch, hat alsz blaz und beschirmbs zu Basel gehabt 3 ) durch etlich, so dann das regement in handts '■> band gehabt 4 ). Under disen auszgeloffen manchen ist ein ver- Uempter doctor mit nammen Eckenlecker ins bad hinausz 5 ) (fast under die brück) 0 ); hat vil ubels zu Basel geschafft, ist ein poet gesein 7 ), und sunst nit vil gewyst in der heyligen geschafft 8 ); hat auch die alten articul der alten kezern, die vor' 0 zeiten vor vil jähren zu dickerm mal verdampt seind gesein, herfürgezogen für dasz neüw evangely 0 ), und vil leiit verfüert und an sich gezogen, insonders mit disen Worten: alle ding sollen gemein sein, und iedes alsz vil haben alsz das ander sey der anfang der christenlichen kirchen gesein; auch man 15 und weib sey jederman gemein, und der christenmensch sey [23] gefreyet worden durch den todt Christi; herumb soll nie- mandt eygen sein und keiner oberkheit, alsz voral dem bapst, gehorsam sein 10 ). Und sunst hat er alle articul gehalten wie 3. Hb.: ein Kon des auBzgelofl'enen müncli. 1) Nonnen aus Klingental, welche sich verehelichten, s. bei C. Burck- hardt in Mitteilungen der B. Antiquar. Gesellsch. VIII 33. 2) Ueber dieses hinter Muttenz gelegene Kloster, in welchem 1 ^3J nur noch 4 Nonnen wohnten, s. B. Urkb. X No. 146 u. 164, auch Brückners Merkwürdigkeiten I 28 ff. 3) Hierüber s. z. B. Herzog I 299 ff. 4) Vgl. unten S. 277, A. 5. 5) Den entlaufenen Mönchen wird hier auch Oekolampad beigezählt, weil er in der Tat einige Zeit dem Brigittenorden im Kloster Altcnmünster angehört hatte; s. B. Chron. I 383, A. 3. Mit der vorliegenden Umdeutung seines Namens aber, der nach Basler Mundart »Ekelambadiuss« lautete, vg 1 - unten z. J. 152(> die kürzere und wohl auch verbreitetere in »Klaus Bader'' Zudem galt »ins Bad hinuss« gehen als ein beliebter Vorwaud der Kloste'" lexite, wenn sie für längere Zeit ihr Kloster verlassen wollten; s. z. B. Klingental C. Burckhardt a. a. O. S. 32. 6) Dieser Zusatz will wohl nur das Bild vom Bade noch weiter » uS führen. 7) Gemeint sind seine humanistischen Studien im allgemeinen. I* 8 . nur wahrend seines Tübinger Aufenthalts, 1512, hatte er sich nebenbei i lateinischer Dichtung versucht; s. Herzog I 107 ff. u. 123. , 8) D. h. mit der Scholastik hatte er sich wenig befasst; s. eben S. 105. 9) Schon Huss hatte z. B. das Abendmahl in beiderlei Gestalt g« for ^ e « 10) Dies alles lehrten nur die weitestgehenden Wiedertäufer; vgl- Chron. VI 130. 1525. 277 dann der lecker zu Zürch'), wiewol sie nit all in craff't gangen seündt, doch leider numen zuvil. Usz disen dingen hat der bursman genomen nit wollen zehenden geben, noch zinnsz geben, wonn und weid generab wellen haben; und seündt uns 5 von disen predicanten grosz uffruer erwachsen, und seündt vil thausendt man zu todt geschlagen worden, alsz ihr hören werden in dem 5. jähr-). Disser bueb ist auch der erst gesein, der sich hat lassen berichten 3 ) under beiden gestalten zu sanct Ulrich, und sunst zwo frauwen mit im; und ist selbs ein priester 10 gesein und ein predicant zu sanct Martin 4 ), und hat vil bue- berey angefangen und die haüpter der statt Basel an sich gezogen 5 ). Disser hat auch ein tisch zuegericht; und zue besorgen ls t, es werd grosz ubels von im erwachsen. Anno vicesimo quinto. Item in dem anfang dises jahrs hat der Franzosz ein grosz i»25 hermenge der weit mit Franzosen, Eydgnossen, landtsknechten u "d anderer beystender der fürsten und statten gesamblet und Bafy belegert, und dozwischen Meyland ingenommen 6 ) und das her vor Bafy vest und mechtiglich gesterekt, und ob den 0 öundertthausendt man davor gehi'ipt 7 ), und die statt hefftiglich genöttet und abgeschossen 8 ). Also ist disser kaysser Caroly, ein - fürst von Oesterreich und künig in Hyspanien, uffgesein mi t einem zug, doch disem Franzosischen zug nit gemäsz 9 ), Ull d auf ein morgen früche den Franzossen in seinem lager J) Nämlich Zwingli. 2 ) S. unten S. 279 ff. u. 284 ff. 3 ) Das Abendmahl empfangen. 4 ) S. oben S. 274, A. 2. 0 5 ) Nämlich den Bürgermeister Adclberg Meyer zum Pfeil und den , "wstzunftmeister und spätem Bürgermeister Jakob Meyer zum Hirzen. Die 0 eid en andern Häupter hingegen, Bürgermeister Heinrich Mcltinger und De rstzunftmeister Lucas Zeigler, blieben beim alten Glauben. d 6 ) Die Belagerung von Pavia begann schon anfangs Nov. 1524, nach- v, am 2 6.0ct. Mailand war eingenommen worden; s. Baumgarten, Gesch. ***» V., Bd. II 3G9. v J) Noch im Oct. 1524 zählte das Heer höchstens 30 000; s. das genaue S 362 ChniS im Amei S er f ' Schwcizergesch. 1892, S. 344 ff, auch Baumgarten 8 ) Dennoch misslang am 9. Nov. der Sturm; s. Baumgarten S. 370. w 9) Das kaiserliche Heer zählte kaum 25 000 Mann, und Karl V. selber damals in Spanien; s. ebend. S. 378 und vgl. unten S. 278. 278 Anonymus. überfallen vor der statt Bafy, und angriffen 1 ); und hat die grosse macht zu nit gemacht, ein grosse weldt zu todt geschlagen, vil der Eydgenossen und der landtsknecht, und den könig von Franckreich verwundet und gefangen, den könig von der [24] Rosen 2 ) zu todt geschlagen und etlich herzogen, 5 vil graffen und freyen, auch der rittern und edlen ohn zahl. Es seiindt auch etlicher Bassler todt bliben; got weist wol ihre namen 3 ). Dissen zug hat gefüehrt der herzog von Meylandt, alsz er ausz Meylandt weichen muest, und ein herzog von Burbun 4 ) in namen kayssers Caroly. Es ist auch sollches grosz w guet gewunnen von buchsen, essender speisz, golt und gelt, sylber und kleineytter, seyden, dammast, das nieman davon schreiben khann, und also die grosse macht in 3 stunden zu nit worden 5 ). Und also hat der kaysser Meylandt wider eingenommen, und hand den könig von Franckreich gehen Mey- 15 landt gefangen bracht und in dasz schlosz zu Meylandt ge- leyt«). Item etlich monat dernacht ward der Franzosz in Hyspanien zu kaysser Carolen von Oesterreich gefüehrt. Febr. 2 Item an unsser frauwen der liechtmesz tag ist an vil enden das wachs nit gesegnet worden, und palmen auch nit 7 ). In der fasten dises jahrs handt vil leüt, beynach der halb- theil, fleysch gefressen 8 ), wenig gebeichtet, dorlich und spottlich zu dem sacrament gangen, und dasz sacrament nit für Christuß 1 noch sein bluet gehalten. 12. Ha.: kleinlieyttor. 1) Nachdem das kaiserliche Heer schon seit dem 2. Febr. 1525 nah e bei Pavia gestanden, erfolgte dieser Augriff am 24.; s. Baumgarten S- 3 ' J| ferner oben S. 229 den Brief Erzherzog Ferdinands. 2) Von der weissen Rose, nämlich Herzog Richard von Suffolk, ° e englische Kronbewerber; s. oben S. 230, A. 11. 3) Vgl. B. Chron. I 48. Unter den Gefallenen war auch Hcinric b Ysenflam; s. oben S. 251, A. 3. 4) Herzog Karl von Bourbon. 5) Nach 9 Uhr morgens war der Sieg entschieden. f 6) Vielmehr in das Schloss von Pizzighetone, von wo er im Mai seinen Wunsch nach Spanien zum Kaiser geführt wurde; s. Baumg- ** u. 425. 7) Letzteres geschah am Palmsonntag. Uebcr beide Bräuche s- Hngers (Jeremoniale Bl. 9 u. 11. * 8) Dies geschah ungeachtet der Ratserkanntniss vom 12. Febr. ■ welche den Metzgern für die kommende Fastenzeit das Schlachten verD i s. Erkanntnissb. IV 2, und vgl. Wochenausgabenb. 14, S. 554. 1525. 279 Item man hat auch die jerlich gedechtnusz der begrebnusz Christi zu sanct Ulrich, zu sanct Alben, zu sauet Martin und andern kirchen nit begangen, noch die urstend 1 ). Item man hat auch in dem spital, zu sanct Ulrich und in 5 andern kirchen die österliche speysz nit gesegnet 2 ). Und band Vil frommer Christen ir speysz uff Burg geschickt in dasz münster, und hat man die speysz gesegnet bey dem altar der heyligen dreyfaltigkhait under unser frauwen mesz 3 ). [25] Item an dem osterabendt ist an vil enden der thauff, Apm ib 10 noch osterstock, noch das feür gesegnet worden 4 ). Aber die stiffern 5 ) hand für und für billichen brauch und Ordnung gehalten 6 ). Anno vicesimo quinto. Item in disem jähr, nach ostern, ist ein grosz aufm ehr „ach I5 gesein. In dem Franckenlandt seünd auch etlich Lutherisch ArriI li; bundtschücher 7 ) gesein, und ihren vil thausendt zu todt geschlagen von etlichen forsten und herren, und von dem Schwedischen punt. In disem jähr ist ein grosser ungehördter uffruehr auff- 20 erstanden under den Lutherischen pauren 8 ), und seiindt zue- 20. Hs.: unnd den Lutherischen. 1) Ueber diese Kirchen, in welchen evangelisch gepredigt wurde, vgl. oben S. 273—275 u. 277. Wie am Charfreitag und Ostertag die Grab- le gung und Auferstcliung im Münster gefeiert wurde, s. Brilingers Cere- m onial e Bl. 19» u. 22". 2 ) Vgl. oben S. 275. Ueber diesen Brauch schweigt Brilingers Cere- ^oniale. , 3 ) Wer Dreifaltigkcitsaltar lag im Chor des Münsters; s. Fechter im ■"• Neujahrsbl. 1850, S. 29. 4) Ueber die Segnung des Taufsteins und des Feuers am stillen Samstag 8 - Brilinger Bl. 20. 5) Gemeint sind vermutlich die Chor- oder Stiftsherren von St. Peter; s ' °Den S. 241. , 6) Die Erbitterung, welche all diese Neuerungen bei den Altgläubigen /»vorriefen, bewog den Rat zu einem neuen Mandat, vom 22. April d. J., 7"n er zum Frieden mahnte; s. Erkanntnissb. IV 1, oder Decreta et Manila l 4v 7) Dieser Name kam her von frühern Aufständen von 1193 im Elsass "JJ 15 13 i m Breisgau; s. B. Chron VI 193 u. 327. Ueber den Aufstand n '525 in Franken s. Näheres unten S. 285 u. 296. im Ok' Ueber den Anf a«g dieses Aufstandes, welcher gleichfalls nach Ostern ut) erelsass begann, s. unten S. 282. 280 Anonymus. samen geloffen ob den 40 thausendt 1 ). Ist der melirtheil gezogen für Elsasz-Zabern, ist eins bischoffs von Straszburg 2 ); der ander theil ist bie oben pleiben und hat sich gelegert nit weit von dem Landtgraben, so dann nit weit leitt von Schlettstatt 3 ). Und der huff, der für Zabern zogen ist, hat Zabern genutet '•> und das stättlin also eingenommen 4 ); und hand grossen schaden dorin gethon, vil thöchter und frauwen geschmiicht, und vil kirchen beraubt, und über alle masz unmenschlich gelebt in dem stättlin r >). Also hat ein bischoff von Straszburg mit bey- standt und hilff des durchleichtigen und christenlichen fürsten i" eins herzogen von Lutringen 6 ) und anderer seiner freunden, fürsten, graffen ein macht aufgebracht. Insonders hat der herzog von Lutringen gehabt 4 thausendt pferdt und 8 thausendt zue fuesz 7 ), und ist in eigner person mit sambt zweyer brueder, ist der ein cardinal gesein 8 ), mit dem zug herausz khommen. 15 Und seündt die andern herren und fürsten zu im zogen und handt sich genehet zu dem stättle Zabern, in welchem stlittle gelegen seündt ob den 20 thausendt bundtschücher oder evangelister 9 ). Und handt dasz stettlin wider eingenommen und ob 4 thausendt [26] erstochen; und wenig seünd entrunen 10 ). 20 7. Ha.: vil und kirchon. 14. IIb.: ein eigner person. 15. Hs.: ist er ein cardinal gesein. 1) Diese Zahl gaben sie selber an, nachdem der Aufstand sich auch im Unter-Elsass ausgebreitet hatte; s. Hartfelder, Gesch. d. Bauernkriegs 8. 7 1 ff., und vgl. unten Anm. 3. 2) Wilhelm, Graf v. Hohnstein. 3) Der grössere Haufe, über 20000 Mann, zog Mitte Mai nach Zabern, um dem heranziehenden Herzog Anton von Lothringen das Eindringen ins Elsass zu verwehren, während der kleinere, von 13 000 Mann, zunächst bei Kaisersberg blieb und erst am 21. Mai bis zum Landgraben rückte, welcher 2 St. südlich von Schlettstadt längs dem Eckenbach, der alten Grenze zwischen Ober- und Unter-Elsass, sich hinzog; s. Hartfeldcr S. 87ff. u. 09 ff., auch unten Anm. 9. 4) S. ebend. S. 122 und B. Chron. VI 499. 5) Für die Bauern finde ich dies nirgends bestätigt, wohl aber für die lotringischen Schaaren, nachdem die Stadt sich an diese ergeben hatte; s. B. Chron. VI 501, auch Hans Stoltz, Chronik von Gebweiler, Ausg. v. J. See, S. 29. 6) Dieser war von Wilhelm von Holmstein, Bischof von Strassburg, zu Hilfe gerufen; s. Hartfclder S. 122. 7) Vgl. ebend., auch B. Chron. VI 499. 8) Johann, Kardinal von St. Onofrius, und Claudius von Guise; s. B- Chron. VI 498 u. 499. 9) Vgl. ebend. S. 499: 22 000. 10} Am 17. Mai erfolgte die Ucbergabe. Aber noch kurz vorher wurde das Dorf Lupfstein erstürmt, wo ein Bauernhaufe sich verschanzt hatte, und 1525. 281 Und hand ihren vilen die köpff abgehauweii, auch etlichen Luterischen pfaffen*). Und nach demselben seündt sie eylendts gezogen an den Landtgraben, do der ander hu ff gelegen ist' 2 ); den hand sie auch ingenomen und ihren ob 4 thausendt er- 5 stochen. Und was entrunen ist, seündt geflohen in ein dorff mit namen Scherweiler; in welchem dorff sie auch erstochen hand ob den 5 thausendt. Und seündt an den 3 schlachten ob 26 thausendt 3 ) ewighellischer oder bundtschücher erstochen, und das dorff verbrend. Dise buntschücher handt vil kloster, 10 kilchen und priester beraubt an kelchen, sylber und golt, und es auf etlich wagen geladen; hat der herzog ausz Lutringen mit sambt den seinen gefunden und auff den wagen mit im ausz dem landt gefüehrt 4 ). Und ist ein groser schreck in dasz landt khomrnen; wann es seünd vil dörffer und stettlin, als 15 Keichenweiler, Amerschweiler, Kinssen 5 ) ec, do wenig man wider heimb khommen seündt; dann iren waren vil dorausz gezogen 6 ). Und also die forcht in das landt khommen wasz, 1. IIa.: etlich in Lutorisclion. von diesen fielen 3—1000. Nach der Uebcrgabe von Zabcrn hingegen, ala die Bauern nach Ablegung der Waffen herauszogen, wurde unter ihnen unversehens ein furchbares Gemetzel angerichtet, so dass nachher über !7000 Leichen gezählt wurden; s. Hartfelder S. 127 ff., auch B. Chron. 149 u. VI 500ff. 1) Vgl. Hartfelder S. 131. 2) Von Zabern zog das Heer südwärts dem Fuss der Vogesen entlang, bis es am Abend des 20. Mai bei Scherweiler, also 2 St. nördlich vom Landgraben, auf die Hauptmacht der Bauern sticss. Diese waren nämlich v °ni Landgraben vorgerückt und hatten unweit Scherweiler, am Eingang des Lebertals, eine günstige, durch eine Verschanzung verstärkte Stellung Wne. Demnach ist hier unter dem »Landgraben« wohl nur diese Verschanzung zu verstehen, die in der Tat erstürmt wurde. Hierüber, wie über die nun folgende Schlacht bei Schorweiler, s. Hartfeldor S. 137 ff. und B. Chron. VI 501 ff. 3) Wirklich waren es auf diesem Feldzug 3 »Schlachten«, wo die dauern zu Tausenden abgeschlachtet wurden, nämlich zu Lupfstein, Zabern u "d Scherweiler. Doch statt Lupfstein, wozu 4000 stimmen würden, nennt Unser Chronist den »Landgraben«, und für Zabern gibt er eine viel zu modrige Zahl; s. oben S. 280, A. 10. Die Summe von 20 000 hingegen stimmt ^ r ar nicht zu seinen 3 Zahlen, wohl aber annähernd zu den wirklichen Verlusten in den 3 Schlachten, sofern wir für Lupfstein 4000, für Zabern l'OOO und für Scherweiler 5000 annehmen; s. oben S. 280, A. 10. 4) S. Hartfelder S. 143. ») Kiensheim. 6) Diese Städtchen hatten nur aus Zwang sich den Bauern ange- Sc nlossen und Zuzüge gestellt; s. ebend. S. 87 ff. u. 96 ff. 282 Anonymus. handfc dise stettlin gekhert gehen Basel und sie gebetten, mitler zue sein zwischen dem herzogen von Lutringen und ihnen 1 ); dann sie besorgten, er zug weitter herausz in das landt, alsz dann sin fürnemmen was 2 ). Von sollcher pitt wegen hat ein statt von Basel alsz frumb und wisz herren mit sambt etlichen 5 örter alsz Zürch, Schaffhaussen und ec. gekhert zu dem herzogen von Lutringen 3 ), und ist ein tag gestelt worden gehen Basel zwischen der herrschafft und den Luterischen bunt- jui; 4 schuechern auf sanct Ulrichs tag 4 ). Gott woll, das es wol geraht! io zw. April ic Item in dem jähr, zwischen ostern und pfingsten, ist auch ein grosz aufruehr worden in dem Sundtgauw und Obern Elsasz 5 ). Dise handt ingenommen vil stett, Sulz 6 ), Rufach 7 ) und andere stattlin, und [27] do die burgerschafft genöt mit ihnen zue ziehen. Ir ist fast vil gesein, und seündt die zu Enszheimb 15 genöttiget worden und in sorgen gestanden 8 ). Es seündt auch vil edlen gehen Basel geflohen ab ihren heüssern und schlössen, und das ihr gehen Basel geflöcht. Dise handt auch alle müessen schweren einer statt Basel alsz hindersas 9 ). Es seündt auch vil priester, so auf dem landt gesessen sein, und vil münch, 20 so dann vertreiben waren, in die statt Basel khommen. Diser ewighellisch und Luterisch hauff hat vast grossen schaden ge- thon, alle klöster und kirchen beraupt, deszgleichen alle priester 1) Hierüber s. B. Chron. VI 503 ff. 2) Das war nicht seine Absicht. Denn ungeachtet der Bitten der östreichischen Regierung zu Ensisheim trat er gleich nach dem Sieg bei Scherweiler den Rückmarsch nach Lotringen an; s. Hartfelder S. 141 ff. 3) Am 25. Mai gingen mit einem Gesandten von Basel auch solche von Zürich und Solotburn, die sich gerade in Basel befanden, zum Herzog von Lotringen. Schaffhausen und Bern hingegen beschickten nur einen deshalb gehaltenen Tag zu Basel, welcher vom 30. Mai bis 5. Juri 1 währte; s. B. Chron. VI 505, 507 u. 509, auch Eidg. Absch. IV a, S. Gb'lff- u. 677 ff. 4) Dieser neue Tag zu Basel wurde auf dem obigen am 5. Juni verabredet; s. Eidg. Absch. S. 078, auch B. Chron. VI 507, ferner unten S. 283 u. 294. 5) Vgl. B. Chron. I 4.9 u. VI 503, ferner E. L. Waldners Chronik in Stöbers Alsatia Bd. 1873/4, S. 302ff., auch Hartfelder S. 24 ff. 6) Am 6. Mai; s. Hans Stoltz, Chron. v. Gebweiler S. 25. 7) Für Rufach trifft dies nicht zu; s. Hartfelder S. 28. 8) Vgl. B. Chron. VI 503, und Waldners Chron. a. a. O., S. 303 ff., auch Hartfeldcr S. 34 ff. 9) Vom 4. bis 21. Juli d. J. schwuren 13 Edclleutc den diesbezüglichen Eid; s. OeEfnungsb. VII 209*ff. u. Juni 1 1525. 283 uud auch vil aptyen, alsz Muerbach 1 ), Olsberg 2 ), Lüzel und vil andere, alle fahrende hab genommen, gold, sj'lber, kelch, und was do gefunden ist worden, alle ding zerschlagen, alle besez uffgehäbt und verkhaufft, die ziegel auf den fächern ver- 5 ganttet, und was eyssenwerck ist gesein, abgebrochen, also dasz der appt von Lüzel 3 ) sich beklagt, im wer wol bei 30 thaussendt gülden werdt schaden besehenen 4 ). Sie hand auch die kirchen allenthalben geschmöcht und ir bueberey hinder ettlichen altern getreiben, und vil unmenschlicher ding, 10 do vil von zu reden were. Diser aufruehr ist auch abgestellt auff den tag gehen Basel, wie vorstodt 6 ). Gott well, dasz vil zu guetem endt brocht werde! Es ist auch ein unsäglicher grosser auffruehr worden zwi- zw. Aprüie sehen ostern und pfingsten in der margraffschafft Rötelen 6 ), 15 mit sambt dem Waldt und anderen buren 7 ). Der margraff ist gesein ein fürst von Nidern Baden, muest weichen von dar ab dem schlosz 8 ), und sein landtvogt, landtschreiber 9 ) und burg- Vo gt, auch sunst edtlich hinder im uff dem. schlosz Rotelen gelosen. Hat dem margraven bedunckt guet sein, das schlosz 20 Rötelen einer statt Basel inzegeben; hand also ab dem schlosz 1. Hs.: Ollierg. 16. Hs.: von der al> dem schlosz. 1) Vgl. Haus Stoltz S. 28. 2) Das Nonnenkloster Olsberg, südl. v. Rhcinfcldcn, wurde von den Bauern der Umgegend am 30. April geplündert; s. im St. Archiv Polit. Akten Bd. M4, 2, Bl. 265 ff. und M4, 3, No. 11 ff., 17 u. 21 ff. 3) Theobald Hillweck; s. Wurstisen 8. 14. 4) Ueber die Verheerung der Cistercienserabtei Lützel durch die Birs- wler Bauern s. Basels Brief an diese, vom 14. Juni, im Missivenb. A. 82, Bl. 49. 5) Auf den 4. Juli, wo die Friedcnsunterhandlungcn beginnen sollten; s - oben S. 282, A. 3 u. 4. Ueber diesen Tag s. unten S. 294. 6) Die Herrschaft Röteln bildete mit Badcnweiler, Sausenberg und Hachberg die Obere Markgrafschaft Baden, welche 1503 nach Erlöschen ?. ei -Hachbcrger Linie an diejenige von Baden-Durlach sich vererbt hatte. Ue ber diesen Aufstand vgl. B. Chron. VI 509 und Hartfolder S. 290 ff. . 7) Ueber den Aufstand der Schwarzwälder und Breisgauer, im Verein mj t den Markgräfischen, s. Villinger Chron. S. 121, auch Hartfelder S. 309 ff. 8) Markgraf Ernst von Baden-Durlach war beim Ausbruch des Aufwandes nicht auf Röteln, sondern bis zum 5. Mai auf Hachbcrg und hierauf ln Freiburg; s. Hartfelder S. 28G und unten S. 284. t, , 9 ) Landvogt war Konrad Dietrich von Bolsenheim, und Landschreiber »althi Schloss erst infolge der Uebergabe; s. unten S. 284. 284 Anonymus. gehen Basel geschreiben 1 ), und Bassel hinwider 2 ). Zue disen bottschafften bin und her hand die bundschüchischen denen von Basel ein botten nidergeworffen und also ihr haimbligkhait in geschrifft bey im gefunden, und hand [28] ylendts dasz schlosz Rötelin belegt, das die von Basel nit hand mögen dorin khommen. * Und do die in dem schlosz gesehen handt, dasz der anschlag nit hat mögen ein fürgang haben, hand sy den Lutherischen bundtschüchern dasz schlosz aufgeben 3 ), in welchem gesein ist der landtvogt, der landtschreiber, der burgvogt und andere edel und budel'); hand ab dem schlosz gehen müessen und do vertröst lü wein, khorn, rocken und habern. Und ob 5 hundert säum wein, körn, fleysch und essende speysz, desz ein grosse vile gesein ist, ob thausent fiertel körn, rocken und habern, alsz nach dem besten, ein guet geschüz, vil bulvers, ist alsz vertröst worden. Also hand sie alle register und brieff zerrissen und verbrent, > 5 und vil ubels begangen. Und alsz der margraff vor dem vand 5 ), ehe das schlosz eingenomen ward, ist er auf Hochsperg khomen; do hat er auch müessen weichen und ist gehen Freiburg gewichen 6 ). Und noch dem, alsz sie das schlosz hand also ingehabt, handt sie das geschüz ab dem schlosz gefüert für Frey- 20 bürg in das Breyszgauw, und die statt genöttiget und eingenomen 7 ); wie es zuegangen sei, wayst gott wol. Und ist die priesterschafft und clöster geschetzt worden umb 3 thausenclt gülden; und hand sie gezwungen mit ihnen zue ziehen 8 ), und hand grossen schaden gethon in dem landt, priestern, klöstern, 25 10. Hs.: edel! und burdell. 1) Vom Markgrafen ist nur ein Brief vom 7. Mai aus Freiburg vorhanden, der am 9. aus Röteln nach Basel gesandt wurde, jedoch nichts von Uebcrgabe der Burg au Basel enthält; s. St. Arch., Polit. Akten M 4, 2, Bl. 20 u. 2 7 - 2) Ein Brief Basels an den Markgrafen findet sich im Missivenb. A. 28, Bl. 38, erst vom 20. Mai. 3) Die Uebergahe erfolgte noch vor dem 21. Mai; s. Missivenb. A. 28, Bl. 40. 4) »Burdell«, wie die Hs. hat, mag entstellt sein aus »budcll« (Büttel)' Sollte es aber von »burd« (Maultier) abgeleitet sein, so würde es die nie- dem Beamten im Gegensatz zum Adel als die arbeitenden Lasttiere bezeichnen. 5) D. h. gieng (von vunden, gehn; s. W. Wackernagels Wörterbuch/- 6) Nur aus Vorsicht zog er von Hachberg am 5. Mai mit seiner I' a ' milie nach Freiburg, und von dort noch vor dem 15. nach Breisach; 9- Hartfelder S. 286 u. 309, und Polit. Akten M 4, 2, Bl. 29. 7) Am 23. Mai; s. Villingcr Chron. S. 122. 8) Vgl. ebend., auch B. Chron. I 398 ff. bis Juni 'J4 1525. . 285 abteyen, und insonders dem abbt von sanct Blasy'), und seünd also in dem land bin und lnir zogen. Und zue letst seündt sie zogen in Undersee gen Zell und das lang belegert, alsz naber stobt 2 ). Grösser nott und angst ist nit gesein in der 5 gedechtnusz der menseben, als es gott durch sein zorn bat lassen kbommen über das Theütsch land; ist also Idiomen von den Luterischen predicanten. Wann es seündt von ostern bisz auf sanct Jobannes tag ob 20 und bundertthausendt mann ze Ap? 1 1C todt geschlagen 3 ), und siebt man noch khein end; dann ieder- 10 man ist gerystet über den andern. Gott wöll uns verzeihen und sein gnad senden. Amen! [29] Meniglichen sey auch khundfc von dem grossen unseg- lichen ufruehr, der erstanden wasz in dem Franckenlandt und ihren nähisten anstössen, auch von der burschalft; welcher 15 pauren ob den 4 thausendt zuesamon geloffen seündt. Dise band grossen schaden gethon der priesterschafft, klostern und den edlen. Sy hand ob den anderthalbhundert Schlosser zerbrochen und zerstört 4 ), vil stättlin ganz beraubt und geblindert, v ü gaistlicber erstochen. Und also zue letscht hat ein bischoü' 20 von Würzburg 5 ), vor welchem schlosz sie auch gelegen seünd 6 ), "Welcher auch im bundtnusz gesein ist des groszmechtigen und hayligen punts der Schwebischen. Diser punt hat nit wellen verlassen den herren von Würzburg, und ist über die pauren gezogen, und hand ihren vil thausendt erstochen und das schlosz 25 endtschütt 7 ); und hand vil Lauterisch er pfaö'en und predicanten gehenckt und erstochen, und etliche gefiiertheilt 8 ). Und muest die paurschafft allen schaden ersötzen, so beschehen was. üisz ls t alles kbommen von den Luterischen predicanten. '■ Hs.; aMroyben. 3. Hs.: unnd das landt belogort. 9. Hs.: und aie man noch. 21. Hs.: auch oln ljundtnnsz. T 1) Job. Spilmann. Am 27. April wurde das Kloster geplündert; s. Andr. Ketsch, bei Mono, Quellen z.'Gesch. Badens II 48, u. vgl. B. Chron. I 392. 2)_ Uebcr diese Belagerung von Radolfszell s. unten S. 293. >Als naher tobt« ist vermutlich ein späterer Zusatz; s. oben S. 242. 3 ) Vgl. B. Chron. I 391: ultra centum millia. ~ 4) Vgl. Job. Cochläus bei Baumann, Quellen z. Gesch. d. Bauernkriegs ?• '88: ob (SO slosser allein in Wirtzburger bistumb. — Ucber die Schlösser lra Bistum Bamberg s. cbend. S. 579. °) Kom-ad von Thüngen. , 6) Nachdem am 7. Mai die Stadt Würzburg sich mit den Bauern veröden hatte, belagerten sie das dortige Schloss Marienberg; vgl. unten °« 29G. g . 7 ) Nach der Niederlage der Bauern vom 2. Juni bei Königshofen ergab c » am (>. Würzburg und wurde Marienberg entsetzt; s. Cochläus a. a. 0. 8 ) Vgl. unten S. 290. 286 Anonymus. Es ist auch ein grosz aufruehr gesein in des Pfalzgraffen land, oder noch bey seinen landen. Hat sich der Pfalzgraff aufgemacht mit einem grossen zug zue rosz und fuesz, und hat die pauren sehr übel geschlagen und vil erstochen 1 ); und hat ein stattlin ingenommen, hiesz Neüwenburg 2 ), in welchem 5 er zwelffen die kopff hat abgeschlagen und sie lassen ligen auff dem merck bisz am tritten tag, das die pfäffen und Lute- rischen den eilenden anblick wol besehen. Er hat denen von Wurms und Speür endtbotten, sy sollen den gaistlichen ihren schaden widerkheren 3 ); und er selbs ist auf Weyssenburg zu 10 gezogen 4 ). Vicesimo quinto. irai 3 Uff des heyligen creütz tag im 25. jähr ist geworden zue Basel in der statt ein grosser aufruehr und ufflauff zur vesper- zeit B ), und ist das hauptpaner baldt vor richthausz gesein, auch 15 alle zunft [30] mit ihren paneren. Es seündt auch alle thor zuegeschlagen worden, und das feltgeschüz uff den Khornmarck und in das richthausz gefiiehrt 6 ); und ist ein grosser schreck gesein jederman. In derselben vesper ward verbotten, das man fürbasz an kheinem end der ganzen statt Basel nienen leüten 20 sollt, weder obendt noch morgendts, dann allein die wacht- glocken und wann man in den rott leütten solt 7 ). Es ward auch verbotten, dasz man zue sanet Elszbetten, zue sanet Ulrich und in dem spital die seyl von den glocken aufziehen solt; 6. Hb.: in welchom ein zwölften. 10. ITs.: nnnd es sellis widerliuevon nnnd ist auf. 15. Hs.: dag lianptparerpandt. 1) Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz, der am 23. Mai von Heidelberg auszog, schlug die Bauern am 24. Juni bei Pfeddershcim in der Rheinpfalz; e. seinen Brief vom 26. Juni, sowie auch Cochläus, beide bei Baumann S. 120 ff. u. 701. 2) Gemeint ist Neustadt a. d. Hardt; s. ebend. S. 702. 3) Dies geschah am 26. und 27. Juni, noch vor der Unterwerfung von Neustadt; s. ebend. S. 791. 4) Weiteres s. unten S. 294. 5) Alles hier Folgende geschalt jedoch auf Anordnung des Kats, w* folge der Nachricht vom Herannahen der Bauern ab der Landschaft; Vgl' B. Chron. I 50 ff. u. 393 ff., auch VI 124 ff. u. 474 ff. Uebcr diesen Aufstand s. Paul Burckhardt, Die Politik Basels im Bauernkrieg von 1525. Die dort als L 169, 1 zitierten Bände des St. Archivs tragen jetzt die Signatur: Politisches M 4, 1—3. 6) Vgl. B. Chron. VI 482, auch Wochenausgabenb. 14, S. 570. 7) Vgl. ebend. I 395. 1525. 287 dann die verreterey stund auff disen 3 orten zue stürmen 1 ). Also bleib ungeleütet bey 20 tagen an allen enden 2 ); aber an 3 orten ward noch nit gelütet umb sanct Bartbolorneus tag. •Nit waisz ich, wie lang es wehren wurdt 3 ). Man hat auch die s 14 tag ernstlich gewacht auf den thoren und thirnen 1 ), in dem tag mit grosser wacht gehüetet under zweyen thoren, Eschemer- thor und Spalenthor 5 ); die andern thor wurden alle verschlagen inwendig").. Man hat auch wacht gehapt auff etlichen zeünften nacht und tag, alsz zue dem Beeren, Schüssel und zue dem 10 Safi'ren 7 ); und diser ist vast vil gesein, ohn die wacht auf dem richthausz 8 ). Und wart dise wacht also verordnet, dasz auf disen zeünften von iedlicher zunft leit lagen, und liesz man die zunftbrieder von keiner zunft bey einander; dann man was bartheiisch der kezerischen Luterey halb. Es ward auch khein 15 trum geschlagen beynach einem fiertel jahrs. Und disser uff- lauff hat sich also erhobt: Es ist geworden ein anschlag uff der Weber hausz an den Steynen 9 ), ist erwachsen von einem predicanten mit nammen meister Wolffen Weyssenburg, welches vatter der rathen ist gesein 10 ); hat sy so hefftig verfüehrt mit 20 seinem predigen, und er auch taglich under ihnen ist gesein nnd sy hinder die Luterey bracht, das sie understanden hatten die ander partey, so nit Lutersch worden, zu vertreiben. Und disser Weyssenburg ist auch ein weber gesein 11 ), dem dise ding 6. Hs.: unnd zweier thoren, Eaclienerthor. 8. Hs.: auch tag wacht gehapt. 12. 11s.: zunfft weit lagen. 13. Hs.: von einer zunft bey einander. 1) Diese drei Kirchen erschienen verdächtig, weil dort evangelisch gepredigt wurde; s. oben S. 273—275. 2} Bis zum 20. Mai; s. B. Chron. I 395. 3) In der Kartaus wurde das Morgcngeläutc erst vom 5. Nov. an Wieder erlaubt; s. ebend. I 39(5. 4) Vgl. ebend.: per 14 dies et amplius. 5) Vgl. WochenausgabCnb. U, S. 539, z. 6. Mai 1525. 6) Vgl. B. Chron. VI 482. Diese Bewachung währte so lange wegen l ' Gl ' gleichzeitigen Unruhen im Elsass und Breisgau; s. ebend. I 396, auch °bcn S. 28211. "') Die Ratsherren und Meister dieser drei Zünfte waren durchweg solche, die nach der Glaubensänderung von 1529 als Altgläubige nicht mehr Stählt wurden; vgl. B. Chron. VI 549 u. 450. Diese Wachen wurden Sor ait aus Misstrauen gegen die neugläubigen Bürger andrer Zünfte an- Bordnet; vgl. ebend. VI 128. 8 ) Ueber letztere s. ebend. VI 482. 9 ) Im Zunfthaus der Weber, jetzt Steinenvorstadt Nr. 23. , 10) Ueber den Spitalpfarrer Wolfgang und dessen Vater Jakob Weissen- bllr ger s. oben S. 271, A. 5. H) Nämlich Jakob, der Vater. um Ali-. 288 Anonymus. nit zu wissen seündt gesein, sonder verborgen. Und disz ist der anschlag gesein 1 ): Mal 3 [31] Dasz auf desz heyligen creütz tag der erfündung sollent die ausz den emptern, der statt von Basel eygnen leüt, gericht haben auf den obend der statt Basel 2 ), so wurden sie oifen '■> fünden das thor an den Steünen und unbeschlossen — also auch gefunden ward von der wacht — so wellen die weber in der statt mit ihrem anhang zue ihnen fallen, und wellen innemen den closterhoff' und das closter an den Steinen, und eins prie- sters hausz, was von Roterstorff 3 ). Hat in dasselb gefehlet. io In disen hendlen hat zuesamen getrupplet ein priester mit nammen meyster Stefl'au, was vor etlichen tagen ein lutpriester zue Basel gesein. Diseni was ein pfrundt zue Basel genommen worden von der statt Basel, ursach halb seines eheweibs, so er dann genommen hat 4 ). Disser pfaff trüg prieff hin und wider 5 ) is umb den anschlag der weber G ); welche brieff er hinder im hat gelassen an der flucht, alsz er dann entran 7 ). Und also warendt die von Liestal die ersten, und andere empter mit ihnen eins worden 8 ). Auch brieff verwarloszt, die nit zue rechten banden khommend, wurdent angezaigt den ruhten, und also Warnung ^° geschacht 0 ). Es war auch der anschlag, soweit die empter in 10. Hs.: tat in dasselb gefleljot. 13. 11s.: Discm wardt ein pfundt zue Basoll genommen worden. l(i. Hs.: nnnd den anschlag. 17. Hs.: als er dann etwa». 1) Ueber den angeblichen Anschlag, welcher liier folgt und ein geheimes Einverständnis der in der Steinenvorstadt wohnenden Weber mit den aufständischen Bauern voraussetzt, förderte die nachherige gerichtliche Untersuchung nichts Sicheres zu Tage; s. B. Chron. I 52 u. 397, ferner die Verhöre im St. Archiv, Politische Akten M 4, 3, No. 11 ff. u. 28 ff. 2) Dieser mir dunkle und vermutlich entstellte Ausdruck will wohl sagen: auf den Abend vor Basel eintreffen. 3) Dr. Johann Friedrich, Pfarrer zu Rodersdorf im Leimental, wurde hierauf am 26. Mai ausgewiesen; s. Urfehdeb. III 55. 4) Nicht in Basel, sondern in Liestal hatte Steffan Stör von Diessen- hofen die vom Domkapitel zu verleihende Pfründe des Lcutpriestcrs innegehabt, jedoch 1524 infolge seiner Heirat verloren. Dafür halte ihn jedoch in Basel der Bat im Februar 1525 zum Prediger und Beichtvater des Cla- rissenklosters Gnadental bestellt; s. B. Chron. I 388 u. 445, auch VI 47"?. 5) Sicher ist nur, dass er am 1. Mai nach Liestal ging; s. seine Verteidigung in Polit. Akten M 4, 3, No. 10. 6) S. oben Anm. 1. 7) Auf seiner nachmaligen Flucht verlor er blos ein Exemplar der gedruckten zwölf Artikel der deutschen Bauern; s. B. Chron. VI 128. _ 8) Ueber den Beginn des Aufstandes in Licstal, am 1. und 2. Mai, 8. Paul Burckhardt S. 17 ff. 9) D. h. der von Stör verfasste Brief an die Zünfte, vom 2. Mai, wurde 1525. 289 die statt wärendt khommen, das etlich verordnet weren, den werckhof abzuelanffen und das geschüz. Es wurdent auch etlich thirenschlosz an den thurnen vergossen, und etlich büchsen die züntlechlm verschlagen 1 ). Also behüetet gott ein fromme ge- • r > mein, und wurdent die ding alle fürkhommen, und haten die ämpter ein feler geschlagen. Dann sy warend herein biz zu dem grendel 2 ) und zugent dieselb nach wider hindersich 3 ), bleibent zu Mutenz und zu Müchenstein und andern enden. Also auf mornendisz rittent die raht zu ihnen, und zugendt Mai 4 'o ab 4 ). Sie warendt auch auf den tag, alsz sie herab zugent, bey ihnen in den emptern gesein und hetten sie gern doheim behalten. Aber es geschacht nit 5 ); sie wüsten ihren anschlag und brachent auf und zogent herab gehen Basel. Do das die Sachen, die gesandt waren von der statt, schicktent sie eylendts 's ein botten, der verreit sie und that der statt Warnung 6 ), und wurdent alle [32] ding wol versehen mit gueter wart und werr 7 ). Und zugendt wider hindersich, alsz ihr vor gehört, mit grossem Unwillen, und beclagent sich: der anschlag wer nit also gesein, sie hatten ein andern verstand gehabt von ihren burgern 8 ). 20 Es wurden vil der weber gefangen, und sonst auch andere; dise wurdent gestreckt und hart gemartert, und verjahent allerley 9 ). Es wurdent ihr vil gefiiehrt in das Esselthürn- 3. Hs.: etlich tliiren an den thurnon schlosz vergessen. sofort dem Rat zugestellt; s. B. Chron. VI 127 u. 477ff., wo S. 478 auch sein Wortlaut. Die jetzige Signatur des dort in Anm. 2 zitierten Bandes s - oben S. 286, A. 5. 1) Ucbcr dieses Gerede vgl. B. Chron. I 51. 2) D. h. nur kleinere Gruppen, welche geglaubt hatten, die Tore seien 0 "en; s. obend. I 120. Ihre Hauptmacht jedoch rückte nur bis zur Katha- "nenkapelle vor dem Acschentor, welche an der Stelle des jetzigen St. Jakob- «enkmals lag; s. ebond. I 51, und VI 481 u. 483. 3) Am 3. Mai; s. oben S. 288. 4) Der am 4. Mai versammelte Rat richtete an sie keine Gesandtschaft, sondern nur ein Schreiben. Hingegen ritt eine gerade in Basel aussende Gesandtschuft von Solothurn zu ihnen und bewog sie zum Rückzug »ach Liestal; s. B. Chron. VI 482 ff., wo S. 483 auch das Schreiben des •"■ats vom 4. Mai. •>) Ueber diese Gesandtschaft des Rats, die am 2. Mai nacli Liestal S'eng nnd am ,t. dort vergeblich unterhandelte; s. ebend. VI 125ff. u. 475fl'. G ) S. ebend. VI 126. 7 ) S. oben S. 286. 8 ) Sie hatten gehofft, die Tore offen zu finden; s. oben S. 288. 1 .. 9 ) Vgl. B. Chron. I 52 u. 397, auch VI 128 u. 479, ferner die Ver- lore in Polit. Akten M 4, 3, No. 23 ff. Ba "ler Chroniken. VII. 19 290 Anonymus. lin 1 ); es lagendt auf ein mol ihren 5 in dem Esselthürnlin 2 ). Es lag auch ein burger von Basel under ihnen, was ein seckler. Disser hat sein ehefrauwen bei Mumpf 3 ) ermordet und in den Rein geworfen; ward auf ein rad gesezt. Er lag lang gefangen in dem Esselthürnlin, und etlich weber bey im, das man ihn nit •' khöndt richten, der laufi'en halb 4 ). Under denen, so in dem Eselthürnlin gefangen lagen, lag ein weber, hiesz der Lotter 5 ), hat vil ungeschickt brauch angetripplet; er hat vil hämisch in sein hausz lassen tragen, deren so zu dem ufflauff sollen khommen G ). Disser und ander wurden ledig noch etlichen i« tagen 7 ); und dorft ihr kheiner auf khein zunft mehr khommen, und dorften nit mit einander reden, und mäszten ganz wehr- losz gohn und schwören weder leib noch guet zu entpfremden, und wurdent ganz ehrlosz gemacht 8 ). Unter dissen ward einer gefangen, was ein wullenweber, het ein laden auf der Eyssen- 15 gassen 0 ). Disser zaigt an und verjaht, wie dasz er auf ein zedel verzeichnet hett mehr dann 15 der rähten, so dann nit Lutersch waren, sollche zu todt zu schlagen 10 ). Und disen zedel 3. Hs : bey rumpff ermordet. ID. IIa.: 7.\i entpfenden. IS Hs.: soll zu todt. 1) Ucber diesen Turm, der als Untersuchungsgefängnis für Verbrecher diente, s. B. Chron. VI 132, A. 2, auch I 397. 2) Vgl. ebend. I 52 u. 307, wonach im Ganzen 30 bis 40 in Untersuchung gezogen, aber meistens nach 8 Tagen entlassen wurden. Jedoch erwähnt das Urfehdenbuch III 49 ff. neben 1 Frau nur 21 Männer, welche alle im Lauf des Mai wieder entlassen wurden. Unter diesen befände» sich 8 "Weber, und als Gefängnisse dienten neben dem Eselturm auch hei diesem Anlass noch einige andre Türme der innem Stadtmauer. 3) >Bey rumpff«, wie die Hs. hat, gibt keinen Sinn. Hingegen weis 1 die Erwähnung des Rheins auf das unweit Scckingen am linken Ufer g e ' legene Dorf Mumpf. 4) Der Seckler Thomas Springinklce wurde Mitte Juni gerädert; üb er ihn s. "VVochcnausgabenb. 14, S. 549 u. 557, zum 3. u. 17. Juni, ferner ebend- S. 567, z. 15. Juli. ff _ 5) Hans Lotter von Brugg war Basler Bürger seit 1501; s. Oen nungsb. VII 78 v . . 6) S. seine Vergicht vom 15. Mai, in Polit. Akten M 4, 3, No. 28, auc» B. Urkb. X No. 44. Sein Haus lag in der Steinenvorstadt, jetzt No. ß 5 ! s- Histor. Grundb. 7) Er war einer der letzten, am 25. Mai; s. Urfehdenb. III 53. 8) S. ebend. S. 49 ff. def 9) Ulrich Leyderer, der hier gemeint ist, hatte seinen Laden an Eiscngassc im Haus zum Palmbaum, jetzt No. 17. Ueber ihn vgl. B. Chr °,' I 52 u. 397, und B. Urkb. X No. 44. Sein Wohnhaus s. unten S. 291, A- ' 10) Nicht ihren Tod hatte er erstrebt, wohl aber ihre Absetzung; s - Urkb. a. a. O. 1525. 291 fand man hinder im in seinem hausz 1 ), und ander articel, die verzaichnet waren und dineten zu dissem mortlichen schimpf; und wie er anzaigt hat, also fandt man denselben zedel. Disser hiesz N. Leyderer und was von Sanct Gallen, und was lang 5 zu Basel ein hindersasz 2 ), und sasz in der ehe bey dem andern weib, und was ganz besessen mit der Luterey, und lag bey 10 wuchen gefangen 3 ). Nit waisz ich, wasz ausz der sach werden will 4 ). [33] Vicesimo quinto. 10 Item man güeng nit mit creützen, und pleib jedermann in seinem kilchsperr; und der creizgang an den mittwochen Mai 2* ward auch abgestelt 6 ). Item es vil khein creüzgelt, und khoment wenig creüz. Item auf des heyligen creüz tag 0 ) kham niemandt ausz Mai 3 15 des Margraffen land, weder dann die von Hertten 7 ); schuoff der aufruehr, der in dem land was 8 ). Sie warend auch nit deren, die puntschücher warendt. 2. Hs.: wirtlichen schimpf. 11. Hs.: Meksperr; 1r>. Hs.: schuoff oclor nnfruchr. 1) Er wohnte im Haus zum Roten Occhslein, jetzt Steinenvorstadt No - 65; s. Histor. Gnmdb. 2) Er war Bürger seit 1510; s. Oeffnungsb. VII 13(5. 3) Er galt als der Hauptschuldige und wurde deshalb erst am 19. Aug. entlassen; s. B. Urkb. X No. 44, und vgl. B. Chron. I 397: ad minus per wes menses. Im Mai 1526 musste er die Wiedertäuferei widerrufen; s. Er- kanntnissb. IV 8 u. 13. Aber später, 1542, kaufte er das Haus zum goldenen ^nopf an der Gerbergasse und lebte dort bis 1581; s. Histor. Gruudb., «erberg. No. 74. 4) Ucber die schon Ende Mai vereinbarte Verständigung zwischen otadt und Landschaft s. B. Chron. VI 128 u. 487ff., ferner B. Urkb. X No. 38. 5) Die Bittgänge der drei sog. Kreuztage, zwischen Sonntag Rogate af Himmelfahrt, waren ursprünglich zur Abwendung von Erdbeben eingeführt und hatten deshalb für Basel seit dem Unglück von 1356 ihre besondere Bedeutung. Der grösstc dieser drei Bittgänge, an welchen bisher *ue Gemeinden der Stadt sich gemeinsam beteiligt hatten, war immer der- p ni ge vom Mittwoch vor Himmelfahrt gewesen. Ueber alle drei s. Bri- * n gers Ceremoniale Bl. 26vff., und über ihr teilweises Aufhören vgl. B. ^hron. I 396. B 6) Der Bittgang am Fest der Krenzerfindung (3. Mai), an welchem in »sei zugleich St. Walpcrt gefeiert wurde, ging nur über den Münsterplatz; ' -»»linger a. a. O. »nid 7 ) Herren, auf dem r. Rheinufer, gehörte zur Herrschaft Rheinfelden war somit nicht markgräfisch, sondern ostreichisch. 8 ) S. oben S. 283. 19* 292 Anonymus. Juni 18 Item die procession uff unssers herrgotts tag 1 ) ward auch abgestelt, und bliben all doheim, und giengen die im münster umb auf dem plaz 2 ). jnni (19) Item es ist uff donstag vor sanct Joliannis gestorben meines gnedigen herren von Basel vicary, ist gesein ein lediger von 5 Schfinauw und doctor 3 ). Diser hat vil pfründen gehabt, und zinnsz und zehenden, so er selber erkhaufft hat, und ist vast reich gesein. Under dissen pfruenden hat er eine gehabt uff der stifft Bassel, des altars der heimbsuechung Mariae und Elisa- beten 4 ). Und alsz disser gestorben wasz und begraben, ward to durch das gericht eins weissen rotts der statt Basel alles an- geschreiben, das er verlassen hat, und alles sylber, goldt und müntz in einer laden auf das richthausz getragen; und halff in nit das testament, das er vor dem rechten gemacht hat 5 ). Disse gerichtspersohnen lagendt bey acht tagen in dem hoff, 1 5 tag und nacht brassent und schlement. Juni (22) Darnach in 3 tagen 15 ) starb ein caplan der stifft, hiesz Andreas Boltz, was ein man gesein viler red und vast reich. Hat auch sein testament gemacht vor dem weltlichen staab; halff ihn auch nit, und ward von den gerichtsherren der statt 20 Basel alles angeschreiben. Disser hat sein gelt vergraben, der eilenden laüffen halb der Luterey; ward gefunden durch ettliche des gerichts, und auszgrabcn, was an gold . . . und 40 gülden; ward auf das richthausz getragen, und anders dazu. Disser hat ein caplaney gehabt des altars der heyligen drei künigen 23 in der capell sanct Niclausz 7 ). 4. Hs.: donstag gestorben vpr sanct Johanhis. 18. US.: vast reicht. 23. Hinter gold in der Hs. oine Lücke gelassen. 1) An der Prozession des Frohnleichnamsfestes, die vom Münster nach St. Alban ging, nahmen sonst alle Kirchgemeinden und Klöster teil; s. Bn- lingers Ceremoniale Bl. 29 ff. 2) Auf dem Münsterplatz. 3) Laut seiner Grabschrift bei Tonjola S. 13 starb Heinrich von Schönayi am 19. Juni 1525, und das war ein Montag. Das Datum >donstag« (22. Juni) mag daher auf Verwechslung beruhen mit dem nachfolgend erwähnten An' dreas Boltz, welcher 3 Tage später starb. Ueber Schönau s. B. Chron. I "« Der nach ihm benannte Schönauerhof lag an der Bittergasse, auf dem Areal der jetzigen Untern Realschule. 4) Dieser Altar, dessen Lage im Münster ich nicht kenne, hatte zwei Kaplaneien; s. Liber marcarum bei Trouillat V 52. 5) Doch quittierte am 29. Juni Heinrichs Neffe, Hans Rudolf von Schönau, für die vom Rat aus der Hinterlassenschaft empfangenen Wcrtschriftenl s. B. Urkb. X No. 39. C) Also vermutlich am 22. Juni; s. oben Anm. 3. 7) Ueber diesen Altar s. Fechter im B. Neujahrsbl. 1850, i. d. Anm. z. S. 39' 1525. 293 [34] Diser beeder pfrunclen seündt gefahlen in die hend der prelaten noch lauft' der monaten 1 ); hand die ralit für capittel geschickt: sie sollen die pfrunden nieman leyhen. Hat die ein der thümbprobst ze leihen, und die ander der dechandt und 5 der ec. 2 ). Vicesimo quinto. Item es ist ein grosz aufruehr gesein von den Hegeuischen hauren; seündt für Zell in Undersee 3 ) gangen und hand das belegert. Und seünd zu inen gezogen der Waldt 4 ), die Ober 1,1 Margraffschafft von Rötelen, und etliche Eydgnossen ausz Zürcher- hiett und Schaft'hausser 6 ), und sonst vil, die zue ihnen geloffen seündt; ist gesein 16 thausendt oder mehr 6 ). Und seündt also ettlich tag und wuchen vor Zell gelegen und sie genöttet 7 ); u nd niemandt hat gewist warumb. Und also hat sich ein zug 15 uffgemacht etlicher raysiger und auch zue fuesz, alsz vil alsz thausendt zue rosz und fuesz, und handt auf sambs- Juli l tag nach sanct Johannes tag disen hauffen, so vor Zell gelegen ist, angriffen 8 ); und den angriff hat gethan ein edelman oiit nammen Eck von Ruschach 9 ). Und ist einer von Emps 0 und einer von Fronsperg mit dem andern zug ernacht getruckt, u nd hand disen huften geschentt und in die flucht geschlagen bisz gehen Schaffhausen an den grendel 10 ), und vil erstochen, 1. IIa.; sol'mdt geflohen. IS. Hs.: aDgriffen worden. 1) D. h. nach Ablauf der vorgeschriebenen Wartezeit nach des bischerigen Inhabers Tod. 2) Zum Dompropst war nach dem Tode Johann Wernhers von Mörs- ber g im April d. J. Domherr Andreas Stürzel vom Eat ernannt worden, ^ekan war der bischöfliche Coadjutor Nikiaus von Diessbach; s. B. Urkb. f-No. 31 u. 36. — Schon gegen Ende 1524 hatte der Kat eine durch Todes- a ü erledigte Kaplanei am Münster von sich aus neu verliehen; s. Schwarz- bu ch Bl. 5vff. 3) Radolfszell am Untersee. 4 ) Die Schwarzwälder unter Hans Müller; s. Villinger Chron. S. 135. jj. 5 ) Solche Zuzüge zu diesem Haufen finde ich sonst nirgends erwähnt. r-^gegen bemühten sich Zürich, SchafFhausen und Basel vergeblich, für üe öselben zu vermitteln; s. Eidg. Absch. IV 1 a, S. G85, 700, 744 u. 756. 6 ) Vgl. Villinger Chron. S. 136: wohl 10000. 7 ) Vom 18. Mai bis Ende Juni; s. ebend. S. 121 u. 136. 8 ) Ucber dieses Treffen vom 1. Juli, bei Stockach, vgl. ebend. S. 136. 9 ) Eck von Reischach. Ii ll, 10 ' ^ eber die völlige Niederlage der Bauern am 2. Juli bei Hilzingcn, ^■Ibwegg zw . Radolfszell und Schaffhausen, vgl. Villinger Chron. a. a. O., 0 jedoch neben Marcus Sittich von Hohenems nicht Georg von Frunds- 294 Anonymus. und darnach vil dorffer verbrandt in dem Hegauw 1 ); und diser huff ist auch ein puntschucherhuff gesein. Es warend auch vil kilchen und Cluster beraupt an kelchen und meszgewander. Und von disen bueben wurden ettlich gehenckt in den mesz- gewandren; und vil Luterschen pfaffen, die mit ihnen zogen 5 waren, wurden auch ettlich gehenckt in kurzen kleidern. Diser beyder theil seündt gesein ob den 40, die also gehenckt wurden 2 ). Juli (4-14) Item acht tag vor sanct Margarethen tag ist ein tag zue Basel gesein, zwischen der herrschaff't und der purschafft; und 10 seünd vil edle [35] und regenten, und auch der oberkheit von der purschafft, die klein wasz, gehen Basel khommen; und wehret bey acht tagen 3 ). Und hat man alle tag 30 man wol gerüst für ein tagwacht; lagendt uff der Weinlutten hausz 4 ), und gab man iedtlichem ein tag für essen und drincken 1 x ji d. 5 ). ,5 Aug. 10 Und ward aber angestelt bis sanct Lorenzen 6 ); dozwischen sollt man dem Ferdinando von Oesterreich gehen Ynspruck die rach- tung fürbringen oder fürhalten 7 ). Vicesimo quinto. juii 7 Item acht tag vor sanct Margarethen tag ist der Pfalzgraff 20 für Weyssenburg gezogen und sie belegert 8 ), auch der Lute- rischen kezerey halben, und hat sie vast genSttiget mit schiessen, das man das schiessen zue Straszburg hat mögen hören 9 ). Do 1. Hs.: Hegnauw. 5. Hs.: vil lutorscheu pfiffen auch ettlich gehenckt, die mit ihnen ec. 10. IIa.: bey St. Lorenzen. '21. Hs.: für oyssenburg. berg genannt wird, sondern Graf Felix von Werdenberg. Immerhin war der über Innsbruck aus Italien zurückgekehrte Frundsbcrg seit anfangs Juni gleichfalls in dieser Gegend; s. G. Knöringer bei Baumann S. 405, und unten S. 295, A. 7. 1) Vgl. Villinger Chron. S. 136: mer dann 24 grosser dorffer. 2) Vgl. G. Knöringer und Cochläus bei Baumann S. 407 u. 796. 3) Genauer währte dieser Tag vom 4. bis 14. Juli; s. Eidg. Absch. IV 1 a, S. 735 ff., und vgl. B. Chron. I 53 und VI 507 u. 510. 4) Jetzt Marktplatz Nr. 13. 5) Hierüber finde ich nichts im Wochenausgabenb. 6) S. Eidg. Absch. S. 736. 7) Ueber die Gesandtschaft au Ferdinand nach Augsburg, welche statt einer Verlängerung der Waffenruhe bis 16. Oct. von ihm nur eine solche bis 20. Aug. erlangte, s. B. Chron. VI 511 ff. 8) Er erschien vor dieser Stadt am 7. Juli; s. Villinger Chron. S. 141 und vgl. oben S. 286. 9) Vgl. Villinger Chron. a. a. O. 1525. 295 ist ein grosse menge der pauren gelegen 1 ). Also hat er die statt eingenommen 2 ) und ein grosse zahl pauren erstochen 3 ), und ettlichen burgern und pfaffen die köpff abgehauwen 4 ), vil gefangen. 5 Acht tag vor sanct Margarethen tag ist ein grosser auf- ruehr worden bey Schrattenbach, zwischen Memmingen und Kempten; seündt ob den 20 thausendt pauren zuesamen Idiomen 6 ). Disen hauff'en hat angriffen graff Fölix von Fürstenberg 6 ) und herr Georg von Fronszberg 7 ), und band der pauren 10 ob 3 thausendt erstochen 8 ) und all in die flucht geschlagen mit einem kleinen zug zu rosz und zu fuesz' J ). Es ist auch nit weit von Memmingen ein aptey, heyst Münchrot 10 ). In disz aptey seündt auch die puntschücher gefallen und handt das closter beraubt, und seündt gesessen und handt gefressen und 15 gesoffen' *); und seünd überfallen worden vom Schwebischen punt, und die hand sie verjagt, und ist ein grosse zahl erstochen worden und todt bleiben. Vicesimo quinto. Zu Würzburg ist auch ein grosser zwitracht gesein in der 20 statt, auch der Luterey halb 12 ), also das der bischoff hat mües- 1) Im Gegenteil wurde der Einlass einiger hundert Bauern abgelehnt; s. Hartfeldcr S. 166. 2) Durch Ueborgabe am 12. Juli; s. ebend. S. 169. 3) Dies mag auf Verwechslung beruhen mit der Schlacht vom 24. Juni bei Pfeddersheim; s. oben S. 286, A. 1. 4) Ein Priester und zwei Bürger wurden enthauptet, und zweien die Pinger verstümmelt; s. Hartfelder a. a. 0. 5) Diesen bei Schrattenbach versammelten Bauern, welche Gochläus bei Baumann S. 795 nur auf 11000 schätzt, stand vom 12, bis 15. Juli der Schwäbische Bund unter Georg Truchsess von Waldburg gegenüber, wobei täglich Gefechte vorfielen; s. A. Geyer bei Baumann S. 746. 6) Vermutlich entstellt aus: Felix von "Werdenberg; s. oben S. 293, A. 10. 7) Mit 3000 stiess Frundsberg am Abend des 14. Juli zum schwäbischen Bundesheer unter Georg Truchsess von Waldburg, worauf am 15. die Bauern entflohen; vgl. Werdensteiner Chron., Geyer und Cochläus, bei Baumaun S - '183, 745 u. 795. 8) Vom 12.—15. Juli fielen 4 bis 500 im Gefecht, und auf der Flucht Wurden bei 3000 >ereilet«; s. Geyer und Cochläus a. a. O. 9) Nach dem Eintreffen Frundsbergs waren es 8000 zu Fuss und 1500 Zu Pferd; s. Werdensteiner Chron. a. a. O. 10) Rot, westl. v. Memmingen, und hier so genannt zum Unterschied Vom Nonnenkloster Rotenmünster, nördl. v. Rottweil. 11) Vgl. Fläschutzs Chron. v. Kempten, bei Baumann S. 385. 12) Vgl. oben S. 285. 296 Anonymus. sen weichen ausz der statt, [36] und die thomblierren all auf das schlosz geflöcht 1 ) und seündt nit sieb er gesein in der statt, alsz sie dann partheiisch warendt die burger. In dem hat sich erhäbt ein grosz aufruehr in der landtschafft von den pauren, und ist ein grosse zahl der pauren zuesamen geloffen, und 5 band verstandnusz gehabt von Luterischen ausz der statt, die paurschafft einzulassen bey nacht und heimblich, damit dasz das schlosz sie nit schädigen mög; dann das schlosz hat die statt mit schiessen wol mögen bewaren. Disser anschlag ist ihnen gerahten, und ist ein grosse menge der pauren in die io statt khommen 2 ). Dise hand grossen schaden gethan und vil beraubt, und hat die ein partey grossen trang und schaden gelitten; will ich umb khürze underwegen lassen. Das schlosz ist vast vest und guet, und hand dem schlosz nit mögen angewinnen. In disen dingen hat der bischoff von Würzburg 15 gemant alle seine lehenlitt, edel und unedel, in dem ganzen Franckenlandt, und hat vil der raysigen zuesamen bracht, und hat mit beystandt und hilft' des heyligen punts 3 ) disen häufen der pauren angriffen und den sig behalten, und der pauren ob den 10 thausendten zu todt geschlagen 4 ); achtundsechzig ent-20 heüpt, seündt gesein burger in der statt und etlich predicanten 5 ). Es wurden auch bey anderthalbhundert pfaff'en zu todt geschlagen in der Schlacht, so mit den pauren gezogen waren; und ward das schlosz endtschütt 6 ). Es was auch khein pfaff sicher uff dem landt, sie wurden all beraubt und geblindert. 25 Es seündt auch vil erschrockenlicher Sachen fürgangen, die nit müglich seündt zu erzelen. nach Bald nach sanet Lorenzen tag ist zue Basel ein grosse ug ' kezerey ufferstanden. Es liessendt sich etlich man und frauwen 1(J. IIs.: genant alle. 1) Die Belagerten auf der Burg Unserfrauenberg (jetzt Marienberg); s. bei Baumann S. 577 ff. 2) Am 7. Mai; s. oben S. 285, A. 6. 3) Des schwäbischen Bundes. 4) In den zwei Schlachten vom 2. und 4. Juni, bei Königshofen a. d. Tauber und bei Ingolstadt unweit Würzburg; s. Chron. d. Schreibers d. Truchsess v. Waldburg, bei Baumann S. 595 u. 596. 5) Hierüber vgl. Hans Lutz, bei Baumann S. 632. 6) Infolge der Uebergabe der Stadt am 6. Juni; s. cbend. S. 597. 1525. 297 thauffen, seündt die weiber gemeinlich bey guetem alter gesein'). Die kezerey ist geschehen in einem eckheuszlin gegen den Par- fuessern; hat ein Schneider in gewohnet 2 ), hat durch gefenck- nusz Zürch müessen verschworen 3 ); dann er und noch einer 6 hadtent zu Zürch ein crucifix gefierteylet 4 ). Also zug [37] sein gesell gehen Lucern, und ward im der kopff abgeschlagen; und kam diser Schneider gehen Basel. Do nun sollches lutprecht ward, ward der Schneider der theüli'er gefangen, und etliche man mit im 5 ). Disser Schneider muest ausz der statt Basel 10 schwören, und zween mit im, ausz ihren empter und gebiet, nimmermehr ze khommen 0 ). Es wurdent auch vil weiber gefangen 7 ), und andere selzam ding. Gott well, das es ein guet °nd nemme. Amen! 8 ). Auf sontag, montag und zünstag hand die Margräffischen Aug. g-8? 16 ihrem herren wider geschworen; dann sie hatten das llötelen khürzlich dovor wider ingeben 9 ). Es warend aber ettlich, die da ufftreiber dises handeis warend gesein, wottend nit schweren; I. Us.: die wober gemeinlich. 1) Wegen AViedertäuferei wurden -1 Männer und 5 Frauen verhaftet, a bcr am 10. Aug. und folgenden Tagen gegen Urfehde entlassen, womit für dieser Männer die Ausweisung verbunden war; s. Urfehdenb. III 62 ff. J>ßd vgl. unten Anm. G. Ferner s. Paul Burckhardt, Die Basler Täufer S. 12 ff. 2) Der Schneider Michael Scliürer von Balm bei Bern, der erst seit ■Dec. 1523 das Bürgerrecht erlangt hatte, war einer der 3 Ausgewiesenen yom 16. Aug.; s. Urfehdenb. a. a. O. und Oeffnungsb. VII 203. Er kehrte Jedoch schon 1526 zurück und verkaufte erst 1529 sein Haus an der Ecke dc r Weissengassc (jetzt No. 17), s. Erkanntnissb. IV 9, und Histor. Grundb. 3) D. h. schwören, die Stadt nie mehr zu betreten. '1) Vielleicht ist Schürer hier verwechsnlt mit seinem Freund Lorenz iochrütiner, von welchem solches berichtet wird; S. Paul Burckhardt a.>. O., b - 14 , und unten Anm. 6. 5) S. oben Anm. 1. ., , 6) Die andern zwei Ausgewiesenen waren der Weber Lorenz Hochfeiner von St. Gallen und der Buchdrucker Mathias Graf; s. Urfehdenb. a. a. 0. 7 ) Nur 5; s. oben Anm. 1. 8 ) Weiteres über die Wiedertäufer s. unten S. 304. . 9) Dies geschah gemäss dem zu Basel am 25. Juli vereinbarten Vcr- j£ a 8; diesen s. bei Schreiber, Urk. z. Bauernkrieg III No. 396. Die neue t »Idigung wurde von Dorf zu Dorf entgegengenommen, und so ist unter c s ontag, montag und zünstag c entweder der 30. Juli—1. August oder der * ■„• A ugust zu verstehen. Doch schwuren damals noch nicht alle Dörfer; "• üartfelder S. 348. 298 Anonymus. dann sie besorgten sich ihres lebens, und lieffendt zuesamen'). Man wolt sie auch nit begnaden, alsz auch an andern enden besehenen wasz 2 ). Item die von Freiburg 3 ) verbrantten ettliche heüsser zu Kilchzartten 4 ) und erstochent etlich, und fiengent ein haupt- 6 man; demselben hiewent sie den kopff ab. Anno vicesimo quinto. (nach) Item vor sanet Lorenzen tag ist der fürst Ferdinamlus Aug. iü ]5.] 10men geheQ Stuttgarten; und band iren zween Luterischen geprediget, ist dem fiirsten khundt worden. Also hat man sie, io alsz sie ausz der kirchen gangen seündt, beid gehenckt durch das gehaysz des fiirsten 5 ). Aug. 'ii Uff zinnstag vor sanet Bartholomeus tag band die edlen, so zu Ensiszheim gelegen seündt, in dem Sontgauw wider angriffen und etliche pauren erstochen und etlich dörffer ge-1» Mindert 6 ). Auf das ist ein stürm angangen, und seündt die Ang. 21 pauren zuesamen geloffen 7 ); und ist auf sanet Bartholomeus tag vast grosz guet von hauszraht und auch von fruchten geflöhet in die statt Basel, das kein karren noch wagen dem andern entwichen möchte, und was ein grosser schrecken in dem landt 8 )- "" 5. Hs.: Klockhzartten. 6. Hb.: demselben liiengent sie. 1) Unter Hans In der Matten, der mit einem Haufen Schopfheim bedrohte; s. Basels Brief an ihn, vom 22. Aug., im Missivenb. A. 28, Bl. 60, und Hartfelder S. 347 u. 437. 2) Weiteres hierüber s. unten S. 301. 3) Freiburg hatte sich am 17. Juli von den Bauern wieder losgesagt; s. Hartfelder S. 323, und vgl. oben S. 284, 4) Ueber Freiburgs hartes Verfahren gegen das ihm zugehörige D° r * Kirchzarten vgl. Schreiber a. a. 0., No. 414—416, auch Villinger Chrou. S. 147 und Hartfelder S. 324 ff. 5) Hierüber vgl. Nikiaus Thomans Wcissenhorncr Historie, bei Ba"- mann S. 112, wonach dies »um assumptionis Marie« (15. August) in Stuttgarts Umgebung geschah. Auch war Ferdinand noch am 12. Aug. in A"g s " bürg; s. Stalin, Wirtemberg. Gesch. IV 1, S. XIV. nichtiger wäre also: nach St. Lorenzentag. 6) Vgl. Hans Stoltz S. 30 ff. und B. Chrou. VI 514, auch Eidg. Abscb- IV la, S. 764 und Hartfelder S. 47. Mit dem 20. Aug. war die letzte vom 14. Juli landesabwesenden Erzherzog Ferdinand bewilligte Verlängerung des am zu Basel vereinbarten Stillstandes abgelaufen, und den damals auf den 21. Aug. angesetzten neuen Tag zu Basel hatte die östreichische Regierung zu Ensisheim nicht beschickt; s. oben S. 294, A. 7, und Eidg. Absch- S. 759 ff. ' ' 7) Näheres s. unten S. 299. 8) Vgl. B. Chron. I 53. 1525. 299 Es was auch auf demselben tag grosser roth 1 ). Auch warendt vil der haupt[38]leüthen, die die auffruehr gemacht hattent, ausz beeden landen 2 ) gehen Basel geflohen; und ward ettlichen die statt verbotten, insonders dem, der ein hauptman was ge- 5 sein in der Margraffschaö't, was ein haffner von Wyslit 3 ), ein ausz des MargraSen landt. Item es ward vor etlichen moneten ein hauptman gefangen (Juli) der puntschucher, bat vil ubels gestüfft, hiesz Hannsz Miller 4 ). Diser ward gehen Lauffenburg gefüehrt und lag ettlich zeit da 10 gefangen. Also ward im der kopff abgehauwen uff donstag vor sanct Bartholomeus tag 5 ), und der hencker schlueg im den Aug. n kopff also stendtlichen ab. Item 2 oder 3 tag vor sanct Bartholomeus tag ward neüwer A ^'.l l w ein zue Basel getruncken. Es warendt auch auf sanct Sixen Aug. e 15 tag beynach alle treibel zeitig 0 ). Item nach sanct Bartholomeus tag ward ein grosser auf- ■""* it ruehr in dem Sontgauw 7 ), und lieffent vil knecht zu ihnen, ettlich ausz den Eydgnossen 8 ), ettlich ausz des bischoffs von Basel land, und etliche ausz Basler empter und auch ausz der 20 statt Basel, wiewol man bey eyd und ehr verbotten hatt' J ). Dann die paurschafft in dem Sontgauw versatzten ihre dorffer, Un d namend knecht an und gabent ihnen solt, und kament in 5. IIa.; Wyllit. 1) Vgl. B. Chron. VI 515. 2) Aus dem Elsass und Breisgau. 3) Wieslet, 1 St. nördl. v. Schopfheim. Von den ursprünglichen Hauptleuten der Markgräflcr war keiner aus diesem Dorf; s. Hartfelder S. 293. "«gegen mag hier der oben S. 298, A. 1 erwähnte Hans In der Matten gemeint sein, dessen Herkunft ungewiss ist, der jedoch als besonders gefährlich galt; s. Hartfelder S. 347 u. 437. 4) Ueber Hans Müller, den obersten Hauptmann der Schwarzwälder, "• Andreas Letsch bei Mone, Quellen z. Gesch. Badens II 46. Er führte den Oberbefehl bis zur Niederlage vom 1. Juli bei Stockach; s. Eidg. Absch. b ' 69 5, auch oben S. 293. 5) Zu seinem Tod 8. Eidg. Absch. S. "63. 6) Ueber diesen heissen und fruchtbaren Sommer vgl. Hans Stoltz b ' 3 3 und B. Chron. I 404. 7 ) Vgl. oben S. 298 zum 24. August. 8 ) Vgl. Eidg. Absch. S. 766 ff., auch Hartfelder S. 55 ff. j- 9 ) S. Polit. Akten M 4, 2, Bl. 200, z. 24. Aug., ferner B. Urkb. X 28 q 5 Und Missiv enb- A 29, Bl. 18» die Aufforderungen v. 31. Aug. und f ' Se pt. zur Heimkehr. Vom 9. Okt. bis 5. Dec. schwuren 63 Basler Ur- ende, welche den Bauern zugeiogen und deshalb mit Gefängnis bestraft °rden waren; s. Urfchdenb. III 67 ff. Ueber ihre nachträglichen Sold- 0r deruug en s . Missirenb. A 29, Bl. 31 v. 300 Anonymus. ein grossen schaden, ob den 40 oder 50 thausendt gülden, und hatten der Eydgnossen und der freyen knechten bey 4 thausendt. Und die Sontgauwer pauren lagent starck im feldt wider die edlen und gaystlichen, die sie vormals beraubt hattendt 1 ) und hattendt vil der stättlin eingenommen, Altkhürch, Rufach, Sultz, 5 Sennen 2 ) ec.; und ward angestelt, und wart ein tag zu Basel 3 ). Und nachdem und alsz der tag und anstandt zue Basel ausz was 1 ), ward widerumb disser aufruehr. Es kam auch der bischoff von Straszburg mit 3 hundert pferden, und nam Sulz und Rufach wider ein, und schwueren im wider 5 ). Es kam lü auch vil rayssiger und auch fueszknecht gehen Ensiszheim. Disen zug entsazendt die Sontgauwer [39] pauren und namendt darumb so vil knecht ahn 6 ). Es kam ein edelmann umb 7 ), hiesz Juncker Hanns von Hornstorff 3 ), was gesein ein hoffmeister des bischoffs von Basel. Es kam auch einer umb, hiesz Jacob 1S Rott, was ein achtburger von Basel 0 ). Disser aufruehr ward abgestelt durch thättingsleütt von Basel 10 ), und gabent sich die pauren in gnad und ungnad 11 ), 17. Hb.: durch thättige loütt. 18. Hs.: in gnad und ungern 1) Nämlich im Mai d. J.; vgl. oben S. 282. 2) Sennheim. Von den liier genannten Städtchen hatten sie einzig Sulz am 6. Mai eingenommen; s. cbcnd. Anm. G u. 7. 3) Uober diese Tagung, auf welcher am 14. Juli ein Stillstand bis zum 10. Aug. war vereinbart worden, der nachher bis zum 20. verlängert wurde, s. oben S. 294, A. 3 u. 7. 4) Am 20. Aug.; s. oben S. 298, A. 0. 5) Er kam am 1. Sept. nach Rufach, das jedoch nie von ihm abgefallen war, und für Sulz vermittelte der Abt von Murbach, Georg von Masmünstcr, die Unterwerfung, worauf am 10. Sept. dieses Städtchen dem Bischof aufs neue huldigte; s. Haus Stoltz a. a. O., S. 31 u. 33, auch Hartfcldcr S. 51- 6) Vgl. oben S. 299, A. 9. 7) Vermutlich im Gefecht bei lllzach, am 31. Aug.; s. Hans Stoltz a. a. O. 8) Anshclm von Harmstorf; vgl. Kindler v. Knobloch, Der alte Adel im Oberelsass, in Vierteljahrschrift d. Vereins Herold IX 349, ferner X- L. Waldners Chron. in Stöbers Alsatia, Bd. 1873/4, S. 304, wo der Nam« entstellt ist in > Zarmstorf er«. 9) Ein Enkel des Bürgcrmeisterä Peter Rot; s. Merz, Burgen d. S 1S * gaus I, Stammtafel 11. 10) Ucber Basels erfolglose Bemühungen für die Bauern s. B. Chron. VI 515 ff. Erst auf dem Tag zu Offenburg, der am 12. Sept. begann, vermittelte Basel den Vertrag vom 18. Sept., dessen harte Bedingungen auch die Sundgauer Bauern notgedrungen annahmen; s. Hartfelder S. 358 ff. 11) S. ebend. S. 359 den ersten Artikel des Vertrags. 1526. 301 und muest iedfclicher paur geben 6 gülden, getheylt in 3 jähr 1 ). Und wasz der antreiber waren gesein, pfaffen und leyen in dem land, flohendt ausz dem landt, und khamend ihren vil gehen Basel. Die paurschafft muest auch alle ihre gewer 2 ) gehen 5 Ensiszheim tragen. Und der rayssig zug lag in dem land, zue Altkhiirch und andern statten, und vogleten im landt und fiengendt vil der uffrüehrer, pfaö'en und leyhen, nach ettlichen tagen disser rachtung. Und strichen vil wider in das landt und meinten, der sach wer vergessen. Die wurden gefangen 'o von den reysigen, und wurden auf karren und wfigen gefüehrt gehen Enszheimb; und wurdent der pfaffen vil gehenckt an die baüm, und ettlich gekhöpft 3 ). [43] Anno vicesimo sexto. Item in disem jähr nach ostern wurden hundert pferdt »««* 15 gehen Rötelen gelegt 4 ); durch welche pferdt der margraff von P " Nidern Baden, der dozumal auf Rötelen gesessen was, vil uffrüehrer liesz fahen und gehen Rötelin füehren. Von disen wurden 10 mit einander gericht husz vor dem schlosz. Es kament auch etlich davon und wurden hard gestrofft an ihrem guet. 20 Item darnach bald wurden aber 4 gericht mit dem schwort Vor Rötenlein auf dem mettlin. Item in disem jähr hat Ecolompad, der Clausz Bader 5 ), ein grossen miszbrauch angefangen wider christenliche Ordnung, alsz ein leütbescheüsser zu sanct Martin, welcher ein 25 grossen zuelauff hat uberkhommen, understund das ampt der öiesz ganz abzuthuen 0 ). Dann er hielt nit, dasz Christus were 3. IIa.: flagcnt ausz dorn lanüt. 10. 11s.: reysingon. 1) Vgl. Hartfcldcr S. 3G0 und ebenso Hans Stoltz S. 36, wonach 3 Gl. cu Monatsfrist und die übrigen 3 übers Jahr sollten bezahlt werden. 2) Ausgenommen das Seitengewehr; s. Hartfelder S. 359. , . 3) Vgl. Hans Stoltz S. 36, Villinger Chron. S. 151 und Niki. Thoman ^ Gl Baumann S. 124, sowie auch unten S. 303. — In der Hs. folgt liier ' • 39—43 ein Lied vom Bauernkrieg, samt 2 Reimsprüchen; s. oben S. 242 4) Schon im Nov. 1525 streiften von Bötein aus Beisige in der Um- S^gend; s . Missivenb. A 29, Bl. 19» Ueber ähnliche Vorkehrungen des c Wabischen Bundes vgl. G. Knöringcrs Chron. v. Füssen, bei Baumann 5) Ueber diesen Spitznamen s. unten S. 305. , G ) Früher zu St. Martin Vikar, war Oekolampad seit Februar 1525 rt Pfarrer. Doch wurde erst im Frühjahr 1526 seine Stellung ökonomisch rbessert und er zugleich vom Messelesen förmlich dispensiert; s. Herzog m «• 353, u. vgl. oben S. 276, A. 5. 302 Anonymus. nnder der gestalt des brots, und sein heylig bluet under der gestalt des weins. Diser lud die weld zu dem thisch gottes, und giengent etlich thausendt menschen zu dem thisch gottes ungebeichtet und ungereüwet, und entfiengent wein und brot in der gedechtnusz Christi 1 ), alsz er sprach: es wer brod und 5 wein, und nit mehr dann ein gedechtnusz gottes; und zöge ein grosse menge der weit an sich durch das, alsz er prediget, das usserliche werck nüt werd werend gegen gott. Dasz nam iedermann ahn, und ward dasz heylig evangelium ganz under- truckt, und lebt all weit in grosser leichtfertigkeit. ,0 [44] Item in disem jähr fileng man an nit mehr zue beichten, und fastet nieman oder gahr lüzel under der gmain. Item vil leüt füengent auch an, an dem freytag und sambs- tag fleysch essen. Item in der fasten frasz der mehrtheil fleysch 2 ). ,5 Item vil feyrtag wurden nit mehr gehalten von vil leüten 3 ), und aller kilchenbrauch ward ganz verspottet. Es beschach März so auch an dem heyligen carfreitag dem grab zu sant Peter, da Christus eingeleyt ward, in der nacht ein grose schmocht; und flohent die briester, so bey dem grab sungent, all usz der 20 kirchen, und ward die kirch beschlossen. Und sollches sot aufi Burg auch beschehen sein 4 ). Item der mehrtheil zue Basel frassent eyer die ganz fast; dann der merck was all tag vol der eyer, die feyl warendt. Wasz soll ich sagen? Der mensch hat sich ernittet 5 ) aller 25 leichtfertigkeit die ganz fasten. Vicesimo sexto. In disem jähr ward Waltshuet wider versßnt mit dem fürsten, und nament den christenlichen brauch wider an sich 6 ), 5. HC! er wer lirod. 1) Ueber diese Abcndmahlsfeier auf Ostern d. J. (1. April) s. Herzog i 354. Doch hatte eine solche nach neuem Ritus schon am l.Nov. 15* stattgefunden; s. ebend. S. 340. 2) Trotz dem erneuerten Verbot des Kats v. 15. Febr. d. J.; s. Missivenb. A 20, Bl. 33, und vgl. Urfehdenb. III 96. . 3) Eine gesetzliche Verminderung der Feiertage erfolgte erst uur Ratsbeschluss vom 28. Mai 1527; s. Herzog II 40. 4) Vgl. B. Chron. I 405. 5) D. h.: hat sich ernietet (sich hingegeben). G) Die Unterwerfung unter Erzherzog Ferdinand erfolgte schon a 0. Dec. 1525; s. B. Chron. I 403, auch Bullinsrer I 303 und Villinger Chron. S. 151. 1526. 303 und entran der doctor 1 ) und kam gehn Zyrch. Do ward er durch beger der herrschafft gefencklich angenomen und lag lang gefangen 2 ). Nit weysz ich das endt 3 ). Item Reinfelden kam auch wider zue gnaden des fürsten; 5 und wurdent alle pfaffen, so schraff Lutersch waren und wiber hettendt genomen, ausz der statt getreiben 4 ), und zngent ihr ettlich gehen Basel mit wyb und khündt. Item es ward auch zue Milhaussen ein Augustinermünch vertreiben, hat vil widerwertigkeit gemacht; und alsz red ausz- 10 gieng, hat er mehr dann ein eheweib genomen 5 ). [45] Item es wurden in disem jähr vil zue Ensiszheim ge- richt, etlich gehenckt, etlich gekhopft, ettlich gefiiertheilt, und was ein eilend wfissen. Dann die reütter, die in dasz landt waren gelegt, thAtten nit dann voglen und suechen G ). 15 Item in disem jähr ward die kaysserlich ruayestfitt mit dem Frantzosen wider gericht noch allem willen der kayser- Hchen may estalt 7 ). Was weitter beschehen wirdt, stott zu gott. Item es ward ein disputation gehen Baden angestelt von gemeinen Eydtgnossen, der grossen kezerey halben und irr- 20 thungs des glaubens und der christenlichen kirchen 8 ). Uff disz disputation wurden beriiefft der bischoff von Constants, der bischoff von Losen und von Basel 9 ), und vil gelerter leüt. Do sollent erscheinen der Zwyngly von Zyrch, Ecolompadi, den man nempt Clausz Bader, und etlich mehr, und sollent do 5 das neüw evangelium oder ihren nettwen glauben bewehren ll nd beschirmen. Und ward iederman frey gleyt zuegesagt, • r >. Hs.: so graft" Lutersch waren. 22. Hinter Losen ein unlösbares Wort: w . . . l. IIa.: welche parthey. 1) Vgl. oben S. 803. 2) Vgl. oben S. 271, A. 5. 3) Klybeck, seitwärts der Strasse nach Kleinhüningen, war noch H» XIX. Jahrhundert ein Landsitz ausserhalb Kleinbasels. Uebcr den dor am Palmsonntag 1522 gehaltenen Spanfcrkclschmaus s. oben S. 271, A- ' 4) Ueber die Hinrichtung des Gastgebers Sigismund Steinschnider vg ■ B. Chron. I 37 n. 384. . 5) Johann Lüthart von Luzern; s. B. Chron. I 409, A. 2, und vgl- Eidg. Absch. S. 932. G) Marcus Bertschi; vgl. oben S. 208, A. 8. 7) Thomas Geyerfalk; s. B. Chron. S. 409, A. 1. 8) Vgl. oben S. 274. cb '.)) Er war Meister der Gerberzunft und zugleich Fanuerherr, e» häutig Tagsatzungsgesandter; s. B. Chron. VI 548 und Wochenausgaben • 14, S. 540, ferner das Personenregister in Eidg. Absch. IV la. . 10) Namentlich Adelberg Meyer war ein entschiedener Anhänger neuen Lehre. — In der Hs. folgt S. 48 der von späterer Hand beiget"» Tagsatzungsbeschluss vom 28. Juni 1520; s. oben S. 239 u. 243, A. 1. VII. Konrad Schnitts Wappentafel der Basler Bischöfe, 237—1533. 20* Einleitung. Ne leben den lateinischen Chroniken Beinheims und Blauen- übersieht steins, welche beide dem XV. Jahrhundert angehören, sind uns .Triften. über die Basler Bischöfe einzig noch vier deutsche Handschriften aus der Reformationszeit erhalten, denen jedoch zweifellos eine 5 gemeinsame ältere Quelle zugrunde liegt. Verhältnismässig noch am deutlichsten ist diese erkennbar in der ältesten dieser Handschriften, nämlich in der erst nach 1 531 gefertigten Wappentafel der Bischöfe in Konrad Schnitts Wappenbuch. Wir lassen daher hier ihren Text getrennt vom Inhalt der andern io Handschriften als ein selbständiges, für sich alleinstehendes Werk folgen. Dieser ältesten Handschrift gegenüber erweist sich die erst 1546 geschriebene Chronik Nikiaus Briefers zwar nur als eine Ueberarbeitung, jedoch als eine so durchgreifende, dass sie gleichfalls eine Ausgabe als selbständiges Werk wohl recht- H fertigt. Die dritte Handschrift hingegen ist eine 1550 geschriebene Compilation, welche keine besondre Ausgabe erfordert, da hier Briefers Chronik den Grundstock bildet, an welchen sich Auszüge aus andern Quellen gleichsam als Zusätze anschliessen. 2 <> Und in ähnlicher Abhängigkeit steht auch die vierte Handschrift, nämlich die erst 1555 entstandene Chronik im jetzt in Berlin befindlichen sog. >Basler Turnierbuch«, als deren Grundlage sich allerdings nicht Briefers Werk erweist, sondern dasjenige Schnitts. Jedoch sind die hier vorhandenen Zusätze 25 grösstenteils schon in der Compilation von 1550 enthalten, und s o findet das Wenige, was dieser Handschrift eigen ist, seine passende Stelle am einfachsten teils als Varianten zu Schnitts Wappentafel, teils als Zusätze zu Briefers Chronik. Und auch die bis 1555 reichende Fortsetzung, welche diese Handschrift 30 aufweist, schliesst sich der Zeit nach noch besser an die von Briefer abhängige Compilation als an Schnitts Wappentafel. Eine fünfte Handschrift aber, die sich in Paris als No. 86 unter 310 Schnitts Bischöfe. den deutschen Hss. der Nationalbibliothek befindet, ist lediglich eine Abschrift aus diesem Turnierbuch. Die spärlichen Notizen über einige Basler Bischöfe hingegen, welche der 1-141 verstorbene Hans Wiler in Appenwilers Handschrift aus einem »Catalogon« eintrug, scheinen auf derselben Quelle zu beruhen 5 wie Schnitts Wappentafel; doch fallen sie schon wegen ihrer Kürze hier kaum in Betracht 1 ). Fciinitta Wenden wir uns nach diesem Ueberblick nun zu Konrad toftT Schnitts Wappentafel der Basler Bischöfe, so nimmt dieselbe die letzten 8 Seiten (Bl. 238—241) seines im Basler Staats-io archiv aufbewahrten Wappenbuches ein' 2 ). Jede dieser Seiten trägt 9 auf 3 Reihen verteilte Wappenschilder, neben welchen für den beizufügenden Text nur wenig Raum frei blieb. Den Anfang bildet der legendäre Bischof Pantalus, und um die zeitliche Kluft anzudeuten, welche ihn von den geschichtlichen is Bischöfen trennt, blieben die übrigen 8 Schilder der ersten Seite völlig leer, so dass erst auf der folgenden die mit Walanas beginnende Reihe der geschichtlichen Bischöfe anhebt. Da jedoch diese in ältester Zeit noch keine Wappen führten, so erscheinen auch hier die Schilder erst vom XII. Jahrhundert an 20 bemalt. Oberhalb jedes Schildes aber schrieb Schnitt ausser dem Namen des betreffenden Bischofs und des gleichzeitigen Kaisers und Papstes hin und wieder noch sonstige Angaben, und ausserdem fügte er bei den Bischöfen der spätem Zeit noch jeweilen ihre Weihbischöfe bei. An diesen alten Einträgen, welche noch 25 Papst Paul III. erwähnen und somit erst nach 1534 geschrieben wurden, nahm er nachträglich noch Korrekturen vor, so dass verschiedene Namen und Jahrzahlen auf Rasuren stehn. Und ungeachtet des sehr beschränkten Raumes finden sich ausserdem bei manchen Bischöfen noch weitere Notizen, welche zwar 3° gleichfalls von Schnitt geschrieben sind, jedoch vom alten Texte sich meistens deutlich als spätere Zusätze unterscheiden. Als eine teilweise Wiederholung von Schnitts Wappenbuch erscheint das bereits erwähnte »Basler Turnierbuch«, welches sich jetzt als Cod. D. 24A in der Kgl. Zeughausbibliothek in 35 Berlin befindet, und dessen Name lediglich daher stammt, dass 1) S. B. Chron. IV 405 ff. 2) Ueber Schnitts Lebenslauf s. B. Chron. VI 89 ff., und über seine künstlerische Bedeutung s. Hans Kögler in Monatsheften für Kunstwissenschaft IV 403 ff. Eine Beschreibung seines Wappenbuches gibt II. Wacker- nagcl im Deutschen Herold 1891 No. 11, und eine Abbildung aus demselben s. bei E. A. Stückelberg, Denkmäler z. Basler Geschichte, Taf. 29. Einleitung. 311 es neben den meisten Wappentafeln seiner Vorlage auch die dort vorhandene Turnierchronik enthält. Die Chronik der Bischöfe jedoch findet sich hier nur als ein nachträglich eingefügtes Heft von \ 4 Blättern, die als Wasserzeichen den Basel- • r ' stab mit blümchenähnlicher Bekrönung tragen. Von den 28 Seiten dieses Heftes sind blos 25 beschrieben und demgemäss in der erst später durchgeführten Paginatur des ganzen Buches als S. 693—717 bezeichnet. Auch hier ist bei jedem Bischof ein Wappenschild angebracht, jedoch nicht unter dem Texte wie 10 bei Schnitt, sondern neben demselben am Rande. An den hier bis 1555 reichenden Text aber schliessen sich von drei spätem Händen noch kurze Fortsetzungen bis 15S0. Auch finden sich von denselben Händen auf den Blatträndern des alten Textes noch allerlei Zusätze, die jedoch grossenteils auf noch vor- 15 handenen Quellen beruhen. Fragen wir nun, welcher Quelle Schnitt den alten Text Schnitts seiner Wappentafel entnahm, so zeigen vorerst einige entstellte a Jahrzahlen, wie z. B. 1236 statt 1486, oder 1473 statt 1478, dass er jedenfalls keine Urschrift eines Verfassers vor sich hatte, 20 sondern nur eine nachlässige Abschrift. Für die älteste Zeit aber, bis zum 1072 verstorbenen Bischof Beringer, lag seiner Quelle unverkennbar dasselbe alte Verzeichnis zugrunde wie der Chronik Blauensteins. Denn ganz in derselben Weise wie dort erscheint auch hier Bischof Adalbero I. verschoben 25 hinter Landelous >), während vorher, bis zu Bischof Iring, auch die beigefügten Kaiser und Könige beinah durchweg richtig sind. Die als weitere Zeitbestimmung beigesetzten Päpste hingegen stimmen auch in der Folgezeit zwar immer zu den Kaisern, doch nur selten zu den Bischöfen, und verraten sich 'o schon dadurch als eine spätere Zutat. Dasselbe aber gilt auch für die Jahrzahlen, welche bis Mitte des XIII. Jahrhunderts meistens mit einem vorbehältlichen »circa« versehen sind, jedoch ausnahmsweise bei einzelnen Bischöfen sich als deren richtiges Todesjahr erweisen. 35 Halten wir uns demnach blos an die beigegebenen Kaiser, so herrscht auch unter diesen für Bischof Irings Nachfolger, nämlich für das X. und XI. Jahrhundert, eine auffallende Verwirrung. Und dieser Teil der Wappentafel ist es auch, der an Namen und Jahrzahlen die meisten Rasuren aufweist. Die 4lJ erste Ursache dieser Verwirrung aber scheint in der schon er- 1] S. oben S. 90. 312 Schnitts Bischöfe. wähnten Verschiebung Adalberos I. zu liegen. Dieser Bischof, bei welchem der richtige Kaiser Konrad I. blos entstellt ist in Konrad IL, erscheint für diesen Zeitraum als der einzige, dessen beigefügte Jahrzahl 915 sich als durchaus richtig erweist 1 ). Und wenn dieselbe dennoch gleich andern von einem »circa« 5 begleitet ist, so sahen wir schon oben, dass eben Schnitts Quelle nur eine fehlerhafte Abschrift war. Es liegt daher die Vermutung sehr nahe, dass diese Zahl, und zwar ohne »circa«, schon im ursprünglichen Verzeichnis gestanden habe, gleichwie z. B. auch Blauensteins Quelle zum XI. und XII. Jahrhundert 10 solche vereinzelte Jahrzahlen enthielt 2 ). Da jedoch diesem verschobenen Adalbero I. irrigerweise seine Nachfolger Wichard II. und Landelous noch vorausgingen, so erscheint es leicht erklärlich, wenn diese zwei Bischöfe fälschlich in die Zeit vor 915, also unter die Kaiser Ludwig III. und Konrad I. versetzt wurden. 15 Für die nun weiter folgenden Bischöfe des XL Jahrhunderts, von Adalbero IL bis Burkhard, lassen Schnitts Rasuren und Korrekturen noch deutlich erkennen, dass sein ursprünglicher Text hier die richtigen Kaiser und Päpste hatte, und dass diese erst nachträglich durch Konrads I. Nachfolger Heinrich I. 20 und Otto I. samt entsprechenden Päpsten und Jahrzahlen des X. Jahrhunderts ersetzt wurden. Noch bei Bischof Burkhards Nachfolger, bei Rudolf von Homburg, ist Heinrich V. entstellt in den um ein Jahrhundert altern Heinrich IL Jedoch die beigefügte Jahrzahl 1103 stimmt wenigstens annähernd zu 25 Heinrich V., und beim folgenden Bischof Berchtold von Neuenburg ist von der bisherigen Verwirrung nichts mehr zu bemerken, indem fortan jedem Bischof der richtige Kaiser samt entsprechender Jahrzahl beigegeben ist. Infolge der Verwirrung tritt jedoch zwischen den obgenannten Bischöfen Burkhard und 30 Rudolf oder Berchtold eine scheinbare Kluft von über hundert Jahren zu Tage, und wie Schnitt sich diese wohl zurechtlegte, das mag dahingestellt bleiben. Haben wir oben aus der Verschiebung Adalberos I. ersehen, dass die Wappentafel bis um 1072 auf derselben Grundlage ® beruht wie die Chronik Blauensteins, so hört für die Folgezeit diese Verwandtschaft völlig auf, und statt dessen finden sich Angaben, welche letzterm Chronisten unbekannt geblieben sind. 1) Sie bezeichnet offenbar das Todesjahr dieses am 15. Mai verstorbenen und nach 915 nicht mehr nachweisbaren Bischofs. Ueber ihn s. oben S. 112, A. 3. 2) S. oben S. 99. Einleitung. 313 Von dem 1137 erwählten Ortlieb bis zum 1274 verstorbenen Heinrich von Neuenburg wird nämlich bei jedem Bischof die genaue Zahl seiner Regierungsjahre angegeben, und bei manchen werden in Kürze auch einzelne Begebenheiten erwähnt, 5 wie z. B. ihre Absetzung oder ihre Teilnahme an einem Kreuzzug u. s. w. An die Stelle der erst später beigefügten und mit »circa« versehenen Jahrzahlen aber treten seit Mitte des XIII. Jahrhunderts die offenbar dem Jahrzeitbuch des Domstifts entnommenen Todesjahre der Bischöfe. Doch erweisen "> auch diese sich als späte Zutaten schon dadurch, dass aus Missverstand des römischen Kalenders die Todestage, wie das Jahrzeitbuch sie hat, in Monatsdaten hier durchweg falsch aufgelöst sind. Da im alten Text der Wappentafel die Angabe der Regie- 15 rungsjahre nicht über Heinrich von Neuenburg hinabreicht und auch die Erwähnung sonstiger Begebenheiten nachher für lange Zeit aufhört, so ist das diesem Teil zugrunde liegende Verzeichnis vermutlich schon unter dieses Bischofs Nachfolger entstanden, also unter Heinrich von Isny, dessen 1275 erfolgter 20 Regierungsantritt ausnahmsweise noch erwähnt wird. Eine weitere Fortsetzung scheint jedoch erst unter Imer von Ramstein erfolgt zu sein, also zwischen 1382 und 1391. Denn bis 1365 folgen blos wieder die Todesjahre der Bischöfe, soweit sie im Jahrzeitbuch des Domstifts zu finden waren, und erst 26 bei Johann von Vienne wird z. J. 1366 auch der Tag seines Einzugs in Basel mitgeteilt. Noch deutlicher aber lässt hierauf die Erzählung des 1382 nach dieses Bischofs Tod entstandenen Wahlstreits einen zeitgenössischen Verfasser erkennen. Schon über die nächste Folgezeit hingegen erscheint der Inhalt wieder 0 ebenso dürftig wie zum Anfang des XIV. Jahrhunderts, und zudem stehn bis um 1430 die meisten Weihbischöfe an unrichtiger Stelle und sind selbst die Kaiser nicht alle richtig. Aber v °n 1436 an steht bei jedem Bischof wieder das Jahr und der Tag seines Todes, und zwar unabhängig vom Jahrzeitbuch. Doch 38 auch diese Angaben reichen nur bis zum 1478 verstorbenen Johann von Veningen, und schon bei dessen Nachfolger Kaspar ZG Rin fehlen sie gänzlich. Es liegt daher die Vermutung sehr na he, dass das früher nur bis 1383 reichende alte Verzeichnis seine weitere Fortsetzung schon unter dem letzgenannten Bischof ^"Welt, also jedenfalls noch vor 1502, und dass mithin das "enige, was in der Wappentafel noch folgt, von Schnitt selber ae rrührt. Dem unbekannten Fortsetzer jedoch, der unter Kaspar e Rin schrieb, ist mit Sicherheit noch ein Zusatz im altern 314 Schnitts Bischöfe. Teil zuzuschreiben, wo bei Bischof Ortlieb von Froburg die erst 1486 beim Kanzelbau im Münster erfolgte Auffindung seines vermeintlichen Grabes erwähnt wird 1 ). Denn wie schon oben bemerkt wurde, so erscheint diese Jahrzahl hier durch nachlässige Abschrift entstellt in 1286 2 ), und demnach fand Schnitt 5 diesen Zusatz wohl bereits in seiner Vorlage. Hieraus aber ergibt sich, dass das alte Verzeichnis der Bischöfe, dessen fehlerhafte Abschrift ihm als Vorlage diente, seine letzte Fortsetzung erst zwischen 1486 und 1502 erhalten hatte. Vermutlich war es schon der frühere, um 1383 schreibende i° Fortsetzer, welcher dem ursprünglich mit Walanus beginnenden Verzeichnis noch den zwar legendären, jedoch in Basel schon seit 1270 als Heiliger verehrten Bischof Pantalus voranstellte 3 ). Erst vom vorhin erwähnten letzten Fortsetzer kann hingegen der hinter Johann von Vienne eingeschaltete Johann von Buchegg a herrühren. Dieser angebliche Bischof beruht nämlich einzig darauf, dass schon in der 1383 von Imer von Ramstein für Basel erteilten Handfeste, sowie auch in allen spätem, der 1365 verstorbene Bischof Johann Senn von Münsingen auf Grund seiner mütterlichen Herkunft kurzweg »Johann von 20 Buchegg« genannt wird 1 ). Schwerer ist hingegen der hinter Rudolf von Homburg eingeschaltete, sonst jedoch nirgends bezeugte Ludwig von Pfirt zu erklären, sowie auch die Ursache, weshalb der 1213 verstorbene Lütold I. von Arburg hier »von Röteln« genannt, und dafür hinter dem wirklichen Lütold von ' Röteln noch ein Lütold »graff von der Nuwenstatt Arburg« eingeschoben ist. Ausserdem aber sind wohl gleichfalls nur dem letzten Fortsetzer die beigefügten Päpste und mit »circa* versehenen Jahrzahlen zuzuschreiben, sowie auch die falsch aufgelösten Todestage, die wir schon früher erwähnt haben 5 )- Schnitts Dürfen wir für den bisher besprochenen alten Text der Zusätze. Wappentafel wohl durchweg dieselbe seither verlorne Handschrift als Vorlage vermuten, so zeigen immerhin schon die teilweise korrigierten Jahrzahlen, dass Schnitt nach der vorläufigen Vollendung seines Werkes, also jedenfalls erst naci 1) Ucber diesen Kanzelbau s. K. Stchlin, Baugeschiehtc d. Basier Münsters S. 161 ff. 2) S. oben S. 311. 3) S. oben S. 102. ., 4) S. B. Urkb. V No. 22, 158, 193 u. 257, auch VI No. 414, VII No. «* VIII No. 8U u. 113, und IX No. 330. 5) S. oben S. 311 u. 313. Einleitung. 315 1534, noch irgendwelche sonstige Quelle rnuss beigezogen haben, die wir nicht näher zu bestimmen vermögen. Von den nachträglichen Zusätzen hingegen, welche Schnitt ungeachtet des eng begrenzten Raumes bei manchen Bischöfen noch anbrachte, 5 finden sich zwei Nachrichten aus älterer Zeit schon in seiner 1537 geschriebenen Weltchronik, nämlich Bischof Haitos Sendung nach Constantinopel und der angebliche Tod Bischof Rudolfs in der Normannenschlacht von 891 1 ). Doch völlig ungewissen Ursprungs sind einzelne Irrtümer, wie z. B. bei Hein- 10 rieh von Thun der angebliche erste Weihbischof, oder bei Otto von Grandson der aufgeklebte Zettel, laut welchem dieser Bischof erst 1312 an Gift gestorben wäre. Zugleich aber war Schnitt auch bestrebt, die Regierungsjahre jedes Bischofs, die das alte Verzeichnis nur für das XII. und XIII. Jahrhundert '■angab 2 ), mit Hilfe der bereits vorhandenen Todesjahre nachträglich auch für die Folgezeit zu ermitteln, was ihm jedoch Hur teilweise gelang. Weitere Nachträge zum alten Text sind solche, die auf meistens noch vorhandenen Urkunden beruhen. Zu diesen ge- 20 hört zunächst die von 1373 bis 1533 reichende Reihe von Verpfändungen bischöflicher Hoheitsrechte an die Stadt, deren im Rathaus verwahrte Urkunden für Schnitt, der ja bis 1536 im Rate sass, jedenfalls zugänglich waren 3 ). Ausserdem aber finden sich vom XII. bis ins XV. Jahrhundert bei manchen Bischöfen 25 auch einfache Jahrzahlen, welche alle durch ein beigefügtes «egleitwort, wie > Schöntalerbrief« oder »in litteris«, sich als Hinweise auf Urkunden zu erkennen geben und mithin als Belege für die Regierungszeit der betreffenden Kirchenfürsten Plenen sollen. Mit wenigen Ausnahmen sind diese Urkunden 0 Qoch vorhanden, und die meisten stammen in der Tat aus dem Kloster Schöntal, als dessen Pfleger Schnitt z. J. 1536 bezeugt ls t 4 ). Doch waren ihm auch andre Archive zugänglich, indem ^ r z. B. auf einen »Brief zu St Lienhart« von 1135 hinweist. Zum Schluss aber ist noch ein Zusatz zu erwähnen, welcher 5 keine Ergänzung, sondern eine Kritik seiner alten Vorlage bedeutet, nämlich seine nachträgliche Bemerkung bei Pantalus: * pissen bischoff gloub ich nit; dan ich (in) in kennen gloub- "^rdigen hystoryen nit geschriben find«. 1) Uebcr Schnitts Weltchronik s. B. Chion. VI 97, 167 ff. u. 276. 2) S. oben S. 313. 3) S. B. Chron. VI 90. 4) S. ebend. S. 93. 316 Schnitts Bischöfe. Chronik Wie schon oben erwähnt, findet sich der alte Text von Tum?«- Schnitts Wappentafel samt seinen Korrekturen und spätem Zutaten, sätzen nahezu vollständig auch in der erst 1555 geschriebenen Chronik im Turnierbuch, und zwar genau mit denselben Entstellungen einzelner Jahrzahlen, wie sie bereits erwähnt wurden *). '' Und ebenso herrscht bei den Bischöfen des X. und XI. Jahrhunderts in beiden Handschriften dieselbe Verwirrung. Auch erweisen sich die wenigen Abweichungen, welche das Turnierbuch hinsichtlich der den Bischöfen als Zeitbestimmung beigegebenen Kaiser und Päpste, sowie auch der Weihbischöfe to und der bei Schnitt mit einem »circa« versehenen Jahrzahlen darbietet, nur selten als wirkliche Verbesserungen. Immerhin enthält diese Handschrift einige Hinweise auf Urkunden des XIII. und XIV. Jahrhunderts, welche bei Schnitt fehlen, und diese lassen mithin einen Schreiber vermuten, der auf diesem 15 Gebiet ebenso bewandert war wie Schnitt. Doch am meisten unterscheidet sich dieser Schreiber von letzterm dadurch, dass er das bisherige dürftige Verzeichnis durch einige Auszüge aus Chroniken zu bereichern suchte, was bei der Wappentafel allerdings schon der sehr beschränkte Raum nicht gestattet hätte. 20 Als Quellen hierzu dienten die Colmarer Annalen und Mathias von Neuenburg, sowie auch Schnitts Weltchronik, während z. B- von der 1546 geschriebenen Chronik Nikiaus Briefers sich hier noch keine Spur findet 2 ). Die Auszüge aus Schnitts Weltchronik sind im Turnier- 25 buch genau dieselben wie in jener sonst mit Briefer's Werk verwandten Compilation, welche, wie wir früher sahen, schon 1550 gefertigt wurde 3 ). Und ebendort finden sich auch die Weihbischöfe, während sie bei Briefer fehlen. Wollten wir jedoch sowohl für jene Compilation als für das Turnierbuch 3 ° eine direkte Benützung von Schnitts Weltchronik voraussetzen, so wäre die genaue Uebereinstimmung ihrer Auszüge zum mindesten sehr auffallend. Weit näher liegt daher die Vermutung, dass die Chronik im Turnierbuch auf einer seither verlornen Vorlage beruhe, zu deren Quellen nebenbei aucn • Schnitts Weltchronik gehörte, und aus welcher schon 155" sowohl die Auszüge aus dieser als auch die Weihbischöfe in die Compilation aufgenommen wurden. Da nun Schnitt seine 153 geschriebene Weltchronik in den folgenden Jahren noch e r " 1) S. oben S. 309 u. 311." 2) S. ebend. 3) S. ebend. Einleitung. 317 gänzte 1 ), so ist diese Vorlage wohl erst nach seinem 1541 erfolgten Tod entstanden. Sie war also jedenfalls jünger als Schnitts Wappentafel, und demnach dürfen wir in ihr wohl einfach eine Ueberarbeitung dieser letztern erblicken. 5 An diese seither verlorne Ueberarbeitung fügte wohl erst der Schreiber der noch vorhandenen Handschrift die bis 1555 reichende Fortsetzung, und ebenso dürfen wir ihm wohl auch zwei durchaus irrige Bischöfe der altern Zeit zuschreiben, welche in keiner andern Handschrift sich finden. Zwischen den 10 Bischöfen Burkhard und Kudolf von Homburg ist nämlich ein Bischof »Rudolf« und ein »Datus« eingeschaltet. Der erstere, unter welchem 1033 St. Leonhard sollte gegründet sein, ist offenbar nur ein Doppelgänger Rudolfs von Homburg und beruht lediglich auf der gefälschten Jahrzahl im Gründungsbericht 15 jenes Klosters 2 ). Und gleichfalls auf dem erst 1107 erwählten Rudolf von Homburg beruht wohl »Datus ein bischoff zu Mentz und zu Basel anno 1107«. Nicht minder irrig ist auch die Bemerkung zur Urkunde von 1230 über die Abgrenzung zwischen St. Peter und St. Leonhard: »Hievor hatt yederman mitt dem 20 kylchgang ins munster gehört«. Andrerseits aber scheint der Schreiber dieser Handschrift seine Vorlage auch mit Schnitts Wappentafel verglichen zu haben, obschon diese seit 1553 im Rathaus verwahrt wurde'). Denn bei drei Bischöfen der altern Zeit, nämlich bei Adalwin, Adalbero IL und Burkhard, fügt 25 er an den Text seiner Vorlage einen mit »Ich find« beginnenden Zusatz, dessen abweichende oder auch blos ergänzende •Angaben stets genau mit dem entsprechenden Texte der Wappentafel übereinstimmen. Da die Chronik im Turnierbuch nur auf einer seither aller- Würdigung. 3( > dings verlornen Ueberarbeitung von Schnitts Wappentafel beruht, so hat sie neben letzterer umso weniger Bedeutung, als ihr Mehrinhalt uns grösstenteils schon in einer altern Handschrift erhalten ist, nämlich in der Compilation von 1550. Immerhin verleiht ihr schon die bis 1555 reichende Fortsetzung 35 einigen Wert, und ebenso bietet sie einzelne Ergänzungen so- w ohl zu Schnitts Hinweisen auf Urkunden als auch zu seinen Angaben über die Weihbischöfe. Auch Schnitts Wappentafel enthält verhältnismässig nur Weniges, was nicht schon in andern 1) S. B. Chron. VI 166. 2) S. 15. Urkb. I No. 21, und Trouillat II No. 2. 3) S. B. Chron. VI 95. 318 Schnitts Bischöfe. Quellen zu finden wäre. Wohl aber ist sie die älteste noch vorhandene Handschrift, in welcher uns das alte, jedoch mehrmals fortgesetzte Verzeichnis der Basler Bischöfe noch irgendwie erhalten ist. Leider ist dessen ursprüngliche Gestalt durch Schnitts Easuren und Korrekturen, die nur selten das nichtige 5 trafen, vielfach entstellt. Zugleich aber zeigen seine spätem Zusätze, welche grossenteils auf Urkunden beruhen oder auf solche hinweisen, wie sehr er bestrebt war, seinen mangelhaften Quellen gegenüber festen Boden zu gewinnen und dadurch einer bessern Kenntnis der Vergangenheit den Weg zu U> bahnen. Ausgabe. In der vorliegenden Ausgabe, die auf einer durch Archivschreiber Säuberlin gefertigten Abschrift beruht, unterscheiden wir vom alten Texte der Wappentafel Schnitts spätere Zusätze durch eckige Klammern. Wo nun im alten Text ein Wort auf 15 einer Rasur steht oder sonst korrigiert ist, bemerken wir es nur in der Variantenrubrik. Entstellungen hingegen, deren Ursprung in blossen Schreibfehlern zu vermuten ist l ), erwähnen wir gleichfalls unter den Varianten, während im Texte wir sie verbessern. Ebenso setzen wir die teilweise verschobenen Weih- 20 bischöfe durchweg an ihre richtige Stelle 2 ), und die mit einem »circa« versehenen Jahrzahlen führen wir am Rande nicht an 3 ). Hinsichtlich der Rechtschreibung gilt für Schnitts Wappentafel wesentlich dasselbe, was schon früher zu seiner Chronik bemerkt wurde 4 ). 25 Aus der Chronik im Turnierbuch, die wir fortan mit T bezeichnen, führen wir nur diejenigen Varianten an, welche in irgendwelcher Hinsicht bemerkenswert erscheinen können. Dem Text aber fügen wir aus dieser Handschrift einzig die wenigen Hinweise auf Urkunden bei, welche nur in ihr sich finden B ), 3 ° und solche geben wir gleich Schnitts eigenen Nachträgen in Klammern, jedoch zum Unterschied von jenen in Cursivschrifl- Die zahlreichen sonstigen Zusätze hingegen, welche diese Handschrift beim Vergleich mit Schnitt aufweist, finden sich mit Ausnahme der oben erwähnten irrigen Bischöfe 6 ) durchweg schon 3» in der Compilation von 1550, deren Inhalt wir im Anschluss an 1) S. oben S. 311. 2) S. oben S. 313. ■1) S. oben S. 311. 4) S. B. Chron. VI 108. 5) S. oben S. 310. 6) S. oben S. 317. Einleitung. 319 Briefers Chronik folgen lassen 1 ). Und ebenso fügen wir erst an letzteres Werk als Beilagen sowohl die einzig im Turnierbuch vorhandene Fortsetzung als auch die von spätem Händen herrührenden Zusätze 2 ). Andrerseits aber finden sich einige s die Weihbischöfe des XV. Jahrhunderts betreffende Angaben einzig in der Compilation von 1550. Und da Briefer die Weihbischöfe überhaupt nicht erwähnt, so fügen wir diese Ergänzungen dem Texte Schnitts ganz in derselben Weise bei wie die dem Turnierbuch entnommenen Hinweise auf Urkunden, io also in Klammern und Cursivschrift. 1) S. oben S. 310 und unten die Einleitung zu Briefera Chronik. 2) S. oben S. 311. Hienach fint man alle Bisclioff zu Basel. [238] Banthaleon der erst bisclioff zu Basel für dru mal über mer J ), und ist mit den 11 000 megden zu Coln getodt 237 worden anno 237 jar 2 ). [Dissen bischoff gloub ich nit; dan icb in in kennen gloub- '■> wirdigen hystoryen nit geschriben find.] [238 T ] Walanus ein biscboff zu Basel hat geregeirt under dem kunig Pipino usz Franckrich und under dem bapst Stef- fanno dem anderen 3 ), circa annum 748 jar. Baldebertus ein bischoff zu Basel hat geregeirt under dem <° Pipino usz Franckrich und dem bapst Steffanno dem IL, circa annum 760 4 ). Haito ein bischoff zu Basel hat geregeirt under dem grossen keysser Karlin, ein sun Pipinny usz Franckrich, und under dem (soo) bapst Leony dem III., anno 801 jar 5 ), und gelept zu der zit l5 Ludowicy des ersten, ein sun Caroly Mangny, und dem bapst S36 Steffano dem IV., anno 815; starb 836 6 ). an [Anno 811 schick Carolus Mangnus dissen bischoff gen 17. 83G corrig. in: 803. 1) Von dieser dreimaligen Meerfahrt weiss die Legende in ihrer gewöhnlichen Fassung nichts; s. Trouillat I No. 7. 2) Vgl. oben Blauenstein S. 109. 3) Wahrend auf Walanus schon 751 Baldebert folgte, wurde Pip in erst 752 König. 4) Ueber die beigefügten Päpste und mit »circa« begleiteten Jahrzahlen s. oben S. 311. 5) Mit dieser Jahrzahl ist wohl Karls Kaiserkrönung durch Leo ID. (genauer 800) geraeint. Haito ist als Bischof erst für 802 bezeugt; s. oben S. 111, A. 1. 6) Vom Bistum trat er schon 822 zurück; s. ebend. — 815 bezieht sich wohl auf Kaiser Ludwigs Thronbesteigung (genauer 814). VIII. und IX. Jahrhundert. 321 Constantinopel zürn Nycephero, friden zu machen 1 ). Er ward nach Waldon apt in der Richenouw 2 ).] Udalricus ein bischoff zu Basel hat geregeirt under Ludo- wico dem ersten und under dem bapst Steffanno dem IV., 5 anno 829 jar 3 ). (624) Frydebertus ein bischoff zu Basel hat geregeirt under dem keiser Ludwig dem anderen und under dem bapst Gregorio dem IV., circa annum 856 jar. Adelwinus ein bischoff zu Basel hat geregeirt under Ludo- io wico dem anderen 4 ) und dem bapst Johanne dem IX., circa annum 877 jar 5 ). Rudolphus ein bischoff zu Basel hat geregeirt under dem keyser Karly dem anderen genant Calvus und under dem Karolo dem dritten genant Crassus, und under dem bapst Martino 0 ), 15 circa annum 882 jar 7 ). Disser bischoff ist von den Heiden erschlagen 8 ) zu Worms, als Arnolphus wider die Merher und Nortmaner zoch. 8. 856 corrig. aus 839. 9. T.: under Carolo Crasso. 13. Hb.: genant Clavus. 16. Worms und Arnolphus auf Rasur, und vor dem Folgenden ein durchgestrichenes : wider sy zoch. 1) Kaiser Nikephoros I. Diese Nachricht z. J. 811 findet sich vollständiger schon in Schnitts Weltchronik Bl. 202, auch unten hei Briefer, und stammt ursprünglich wohl aus den Fuldaer Annalen; s. Mon. Germ. Scr. I 355. 2) Als er 806 dieses Amt übernahm, behielt er das Bistum bei; s. Tr. I No. 45. Ueber Waldo, welcher noch vor Haito auch das Basler Bistum verwaltete, s. Translatio sanguinis domini, in Mon. Germ. Scr. IV 447. 3) Falls bei 829 absichtlich kein »circa« steht, so könnte diese Jahr- aahl entstellt sein aus 824 (XXIX aus XXIV), wo dieser Bischof in Basel einzog; s. B. Beiträge III 308. Ueber Udalrichs I. hier fehlenden Nachfolger Wichard I. s. oben S. 111, A. 6. 4) »Under Carolo Crasso«, wie T hat, ist jedenfalls irrig, da Adalwins Nachfolger Rudolf I. schon unter Hadrian IL erwählt wurde, also spätestens 872; s. oben S. 158, den Rodel von Münster. 5) Ueber den hier übergangenen Bischof Hartwig s. oben S. 111, A. 9. 6) Gemeint ist der 882—884 regierende Marinus I. 7) Da Rudolfs Nachfolger Iring laut Rodel v. Münster unter Papst Marinus I. erwählt wurde, so ist 882 möglicherweise das richtige Todesjahr dieses Rudolf I., dessen Todestag das Reichenauer Jahrztb. auf den 29 - Juli setzt; s. Mon. Germ. Necrol. I 278 und oben S. 158. 8) Vgl. die Inschrift auf Rudolfs II. noch vorhandenem Sarkofag: 'ßudolfus episcopus a paganis occisus«. Zum Folgenden aber vgl. Schnitts Weltchronik Bl. 205 v : »Anno 891 hat der keisser Arnolffus Carolomanni s °ß die Merher und Nortmaner by Wurms erschlagen; in wellicher Schlacht - gehören; s. die vorige Anm. , 5) Vorausgesetzt, daß Konrad II. entstellt sei aus Konrad L, u n daß »circa« vor 915 nur auf nachlässiger Abschrift beruhe, so stimmt hier sowohl der Kaiser als die Jahrzahl genau zu dem für 900—915 sicher bezeugten Adalbero I., dessen zum 26. Mai verzeichneter Todestag sehr wahrscheinlich in letzteres Jahr gehört; s. oben S. 112 A. 3, u. S. 311. X. und XI. Jahrhundert. 323 Adelbertus und Uolricus 1 ), disse beide sind bischoff zu Basel gesin under dem keyser Conradt dem anderen und under dem bapst Johanny dem XL, circa annum 917 jar. Theodoricus ein biscboff zu Basel bat geregeirt under dem 5 keysser Heynrich dem ersten, und under dem bapst Jobanny dem XII., circa annum 930 jar. Beringus ein bischoff zu Basel regeirt under dem keysser Ottho filius Heinrici und under dem bapst Johanni dem XIII., circa annum 938. 'o Burcbardus ein fryher zu Hasenburg 2 ) was bischoff zu Basel under Othony primo 3 ) und bapst Benedicto V., circa annum 975 jar. Kung Henrich der vorgenant Niger hat geben dem bischoff von Basel zu eygen die landgraffschaft im Siszgouw und Äugst, 15 anno 1041 4 ). ic4i Rudolphus graff zu Homburg 5 ) was bischoff zu Basel under Hennrico dem II. und dem bapst Johanny dem XX., circa annum 1103 jar 6 ). [Hennricus Claudus ein hertzog usz Beyeren anno 1104 7 ).] 3. Johanny dem XI, corrig. aus: Sorgio IV. 5. Johanny dem XII. corrig. ans: Nicoiao dem II. 8. Otho filius Heinrici auf Rasur. 11. Hs.: »Otthony primo« auf Rasur, und dahinter »fünften«, ferner »Benedicto V.« corrig. aus: Honorio II. T nur: under Heinrichen II. anno 1020. 13. Dieso Notiz in d. Hs. durchgestr. 17. II. auf einer Kasur; T: IV. 18. T: 1114 jar. 19. Hs.: Hennricus Clauus. 1) Während Adalbero I. hier verschoben ist, folgten Adalbero II. und Udalrieh II. unmittelbar auf Landelous. 2) Uebcr Burkhards wirkliche Herkunft s. oben S. 114, A. 5. 3) Das hinter dem auf einer Rasur stehenden >Othony primo« noch unradiert gebliebene »fünften« zeigt deutlich, daß hier ursprünglich Heinrich V. genannt war; vgl. oben S. 312. 4) D. h. die Grafschaft Augusta, im Sisgau und Augstgau gelegen, Welche Heinrich III. dem Bischof Theodorich schenkte; s. Tr. I No. 113. Dass Schnitt diese Schenkung von 1041 erst hier erwähnt, erklärt sich aus der irrigen Zeitbestimmung der vorausgehenden Bischöfe, laut welcher Theodorich schon um 930 gelebt hätte. Zur nachträglichen Streichung dieser Nachricht aber bewog ihn vermutlich der Umstand, dass diese Schenkung andrerseits erst Heinrich VII. zugeschrieben wurde; s. unten bei Briefer den Zusatz zu Bischof Otto von Grandson. 5) Ueber Rudolfs III. Zugehörigkeit zu diesem Grafenhaus s. Merz, B urgen d. Sisgaus II Stammtafel 5. G) Er erscheint 1103 als Dompropst, hingegen z. J. 1114, wie T hat, >n mehrern Urk. als Bischof; s. Tr. I No. 146 u. 158 ff. 7) Da ursprünglich wohl Heinrich II. gemeint ist, so mag 1104 auf ■Entstellung beruhen von 1014, dem Jahr seiner Kaiserkrönung. 21* 324 Schnitts Bischöfe. [Ludowicus graff zu Pfirt was bischoff zu Basel under dem keysser Hennrich III. und dem bapst Benedicto dem IX., circa annum 1036 jar*).] Bertoldus grafi zu Nuwenburg [usz Burgund] 2 ) was bischoff zu Basel under dem keyser Lotbario ein hertzog zu Saxen der 5 viert und dem bapst Inocentio dem IL, circa annum 1138. [239 v ] Albertus graff zu Fronberg 3 ) was bischoff sü Basel under dem keyser Lothario dem viertten ein hertzog von Saxen und under dem bapst Inocenio dem IL, circa annum 1131 jar. [Brieff zu sant Lienhart halten 1135, sub Lotario III 4 )]. i° Ortlibus ein graff zu Froberg was bischoff zu Basel under keyser Conrad dem III. ein fryher von Stouffen und under Fryderico ein hertzog usz Schwaben dem ersten, und under dem bapst Eugenio dem IV. und Anastasio dem IV., circa annum 1155 jar. Disser bischoff hat geregeirt 27 jar 6 ), und ist tf (i486) sein grab funden worden anno 1286 jar, als man das pfulmet under der cantzel uff Burg grub und den ersten stein leit fi ). [Disser ist der XX. bischoff zu Basel gesin 7 ), under dem bapst Eugenio dem IV. und Anastasio dem IV.] [Diser half keiser Friderico Barbarossa Meiland erobern 20 1162 anno 1162, indictione X 8 )]. 1. Das Eingekl. hier nur auf aufgeklebtem Zettel. 6. T: 1125. 1) Ueber diesen Bischof vgl. B. Chron. IV 405. Doch fehlt für ihn jedes urkundliche Zeugnis; s. Merz, Burgen d. Sisgaus I, Tafel 1. 2) Dieser Zusatz ist irrig. Denn er war ein Graf von Neuenburg am See; s. oben S. 114, A. 7. 3) Ueber Adalberos III. und Ortliebs Zugehörigkeit zu den Grafen von Froburg s. Merz II Tafel 5. 4) S. B. Urkb. I No. 26. 5) Von 1137 bis 1104; s. oben S. 115, A. 1. 6) Da das Münster erst 1486 eine steinerne Kanzel erhielt, so ist 1280, wie die Hs. hat, entstellt aus 1486. Diese noch vorhandene Kanzel stund übrigens bis zur Renovation des vorigen Jahrhunderts 3 Pfeiler westlich von ihrem jetzigen Standort; s. K. Stchlin, Baugesch. d. B. Münsters S. 101 ff. Laut Brilinger, der sich auf das Jahrztb. d. Dornst, stützt, lag jedoch Ortliebs Grab neben dem Eingang zum Chor, und damit stimmt auc' 1 Wurstisen, laut welchem dieses Grab schon 1381 beim Bau des Lettners zum Vorschein kam; s. oben S. 139, A. 3. Das hier erwähnte, erst 14S0 gefundene Grab war also nicht dasjenige Ortliebs. 7) Als der 20. Bischof erscheint Ortlieb in Schnitts Verzeichnis nach Ausschluss des von ihm bezweifelten Pantalus. 8) Vgl. hiezu die datumlose Urk. bei Tr. I No. 224. Die X. Indiction stimmt z. J. 1102. XII. Jahrhundert. 325 Ludowicus Garwardus scyszmaticus l ) ein bischoff zu Basel regeirt 15 jar 2 ) under dem keysser Friderich dem ersten und dem bapst Lucio III. Disser bischoff ward abgesetz und in ban thon 3 ). Über das fürten die von Basel in wider in stat; s deshalb man interdictum ein lange zitt heilt, circa annum 1180 jar 4 ). [Etlich sagen 5 ), man hab 18 jar interdict gehalten 6 )]. Hugo fry zu Hassenburg was bischoff zu Basel 5 monat minder 7 tag 7 ), under dem keyser Friderich dem erst und dem 10 bapst Gregorio VIII. Disser bischoff lit begraben in sant Gal- lenn cappel under der kindlin altar 8 ), circa annum 1175 jar. Heinricus von Hornberg fryher was bischoff zu Basel under keysser Friderich dem ersten, und hat die kilch geregeirt 12 jar 9 ) under dem bapst Clemens dem III. Disser bischoff ist mit 15 Friderico gen Jerusalem gefaren und mit im in einem kleinen flusz ertruncken 10 ), circa annum 1190 jar. uoo 2. IIa.: 5 jar. 2. Friderich dem ersten corrig. in: Heinrichs des 4. 8. Hs.: 5 jar minder 7 tag. 11. Hs.: 1175 corrig. ans: 1185. 1) Ucber diesen Grafen von Froburg, dessen Schild in der Wappentafel allerdings leer ist, s. oben S. 115, A. 3. Schismaticus heisst er hier als Anhänger Friedrichs I. und des Gegenpapstes Paschalis' III. Für den Beinamen Garwardus (Gerwart?) weiss ich keine Erklärung. 2) Von 1164, wo er auf Ortlieb folgte, bis zu seiner endgültigen Absetzung 1179 sind es 15 Jahre, und deshalb erscheint »5 jar« entstellt aus 15; s. oben S. 115, A. 3. 3) Zuerst 1176, dann nochmals 1179; s. ebend. 4) Vgl. unten Anm. 6. 5) Vgl. die Compilation von 1550: Ich find in etlichen alten büchlin. 6) Von 1159, wo mit der zwiespältigen Papstwahl das Schisma begann, pis zum Frieden von Venedig von 1177 gerechnet; vgl. Annalen v. Marbach in Mon. Germ. Scr. XVII 161. Doch steht dieses allgemeine Interdikt in keinem Zusammenhang mit der Rückberufung Bischof Ludwigs, der überhaupt erst seit 1164 regierte; s. oben Anm. 2. 7) »5 jar« ist in der Hs. entstellt aus »5 monat«, da Hugo nur vom Dec. 1179 bis April 1180 regierte; s. oben S. 115, A. 4. 8) Vgl. oben S. 139. 9) Diese Zahl ist nur insoweit richtig, als er seit 1180 regierte und öaeh seinem 1190 erfolgten Tode sein Nachfolger Lütold I. erst 1192 zum Bischof erwählt wurde, nachdem er seit Heinrichs Aufbruch zum Kreuzig nur als dessen Statthalter geamtet hatte; s. oben S. 115, A. 2, und s - H6, A. 1. 10) Er ertrank nicht im Selef mit dem Kaiser, sondern starb am 26. Sept. 1190 auf der Heimfahrt; s. Marbacher Annalen S. 165 u. Jahrztb. d. Dornst. z - 26. Sept. 326 Schnitts Bischöfe. Lutoldus fry zu RSttelen 1 ) regeirt 21 jar 2 ) under dem keyser Hennrich dem VI. und dem bapst Celestino dem III. Disser bischoff ist mit Hennrico über mer zogen gen Jerusalem, 1197 circa annum 1197 jar 3 ). [In litteris funden: Disser ist bischoff worden anno 1191, 5 Heinricus sextus ward keysser anno 1191, Celestinus III. ward bapst anno 1191*).] [Schontaler brief 5 ): anno 1190 nonas octobris was er Statthalter.] Waltherus fry zu RSttelen 6 ) ein bischoff zu Basel regeirt i" 4 jar 7 ) under Friderico dem II. und dem bapst Celestino dem IV. 8 ). Disser bischoff ward von sinen cappittelbrüderen im consilio Latterano von wegen sins bösen huszhaltes ver- clagt und abgesetz 9 ), circa annum 1217 jar. Heinricus graff zu Thuno 10 ) wasz bischoff zu Basel und 1 5 1. fry corrig. aus: graff. 1. IIa.: 11 jar. 2. Celestino corrig. ans: Innocencio dem III. 4. 1197 corrig. ans 1191. 12. Hs.: brüderen; C o. T: cappittolbrnderen. 14. 1217 corrig. aus 1240. 1) Dieser Lütold I. war kein Freiherr von Röteln, sondern von Arburg; s. oben S. 116, A. 1. 2) Als Bischof ist er bezeugt von 1192 bis 1213, wo er starb, und demnach regierte er als solcher 21 Jahre; s. ebend. A. 1 u. 2, und unten Anm. 4. Vorher aber war er Statthalter seines Vorgängers; s. unten A. 5. 3) Ueber diesen Kreuzzug von 1197, während dessen Vorbereitung Heinrich VI. starb, s. Marbacher Annalen S. 167 ff. 4) Vermutlich ist hier die Urk. für St. Alban gemeint, welche zw. 25. Dec. 1191 und 14. April 1192 ausgestellt wurde; s. B. Urkb. I No. 6), u. Tr. I No. 275. 5) Diese Urk. v. 7. Oct. 1190 ist verloren. Vermutlich war Lütold Statthalter seit April 1189, wo Heinrich von Hornberg zum Kreuzzug aufbrach; s. Marbacher Annalen S. 164. 6) In Hs. folgt er erst auf Heinrich von Thun, doch mit dem nachträglichen Zusatz: Disser bischoff got dem Hennrico von Thun vor. 7) »4 jar« scheint entstellt aus >2 jar«, da Walther nur von 1213 bis 1215 regierte, wo er abgesetzt wurde; s. unten Anm. 9. 8) Dieser Papst stimmt nur z. J. 1240, welches in der Hs. erst nachträglich in 1217 corrigiert wurde. 9) Zur Klage über schlechten Haushalt s. Tr. I No. 309 u. 310, auch Joh. Bernoulli, Acta Pontificum Helvetica I No. 87. Doch scheint seine Wahl von Anfang an streitig gewesen zu sein, da die Marbacher Annalen seine Absetzung damit begründen: quod non canonicc intraverit; s. Mon. Germ. Scr. XVII 173, auch Tr. I No. 307, A. 1. 10) Dieses Geschlecht war nur ein freiherrliches. 1192—1249. 327 regeirt 23 jar 1 ) under keyser Friderich dem anderen und dem bapst Gregorio dem IX. [und dem bapst Honorio dem III.]. Disser bischoff hat das schlosz uff sant Lienbartz berg zu. einer pfarrkircben geben 2 ), circa annum 1239. ' [Under dissem der erst wichbischoff, genant Jobannes Lito- viensis ein Thuscber her, anno 1238 3 ).] [Schöntaller brieff, anno 1220, 1226, 1237, 1234*).] [Brieff zu sant Lienbart 1230, 18. octobris 8 ), die pfaren 123 ° uszdividiert«).] (S6ptl4) Lutoldus fry zu ßöttelen ein bischoff zu Basel regeirt 11 jar 7 ) under Friderico dem II. und dem bapst Celestino dem IV., circa annum 1250 jar. [In litteris anno 1239, anno 1241 8 ).] 4. 1239 corrig. aus 1237. 8. Hb.: X. octotrii. 1) Falls Bischof Walther nicht vom Domkapitel vertrieben wurde, noch bevor im Nov. 1215 seine Absetzung durch das Concil in Rom erfolgte, so wären für Bischof Heinrichs Regierungszeit 22 Jahre richtiger als 23, da er am 17. Febr. 1238 starb; s. Tr. I No. 371 und Jahrztb. d. Dornst, z. 17. Febr. 2) Ueber das neben der Kirche St. Leonhard gelegene Schloss Wildeck, das in keiner Urk. erwähnt wird, s. B. Chron. VI 246. Die 1118 gegründete Kirche St. Leonhard jedoch erhielt schon 1135 das Begräbnisrecht; s. B. Urkb. I No. 21 u. 26. 3) Ein Weihbischof d. N. ist erst z. J. 1285 bezeugt, und zwar als Erzbischof von Riga; s. B. Urkb. II No. 502 und Tr. II No. 317 u. 320. Laut Eubels Hierarchia Catholica I 316 gab es allerdings auch ein Bistum Littauen, jedoch nur für kurze Zeit. Es dürfte daher »Litoviensis«, entstellt sein aus »Livoniensis«, was völlig zu Riga stimmen würde. Auch beruht die sinnlose Verschiebung dieses Weihbischofs auf einer Verwechslung Bischof Heinrichs von Thun entweder mit Heinrich von Neuenburg, der dieses Amt in Basel zuerst einführte, oder mit Heinrich von Isny, unter welchem der hier Erwähnte dasselbe versah; vgl. unten S. 329. 4) Solche Urk. dieses Bischofs für Schöntal sind noch vorhanden z. J. 1218, 1226 u. 1237; s. Boos, Urkb. d. Landsch. Basel No, 35, 37 u. 47. 5) Genauer: 18. kal. octobris (14. Sept.); s. B. Urkb. I No. 13. 6) Von dieser Urk. über die Abgrenzung von St. Leonhard und St. Peter gibt T einen Auszug, der wörtlich mit Schnitts Weltchronik Bl. 242 übereinstimmt, doch mit dem irrigen Zusatz: Hievor hatt yedermann mitt dem kylchgang ins munster gehört. 7) Vom Febr. 1238 bis 17. Jan. 1219; s. oben S. 116, A. 5. 8) S. Tr. I No. 376 u. B. Urkb. I No. 160. 328 Schnitts Bischöfe. [240] Lutoldus graff von der Nuwen statt Arburg •) ein bischoff zu Basel regeirt under dem Friderico dem II. und under dem bapst Celestino IV., circa annum 1252. (1243) [In litteris 1242, 6. id. december 2 .] Berchtoldus graff zu Pfirt biscboff zu Basel regeirt 14 jar 3 ) b under dem keyser Heinrich dem VII. ein landgraff in Turingen 4 ), und Wilhelme- graff zu Holland, und under dem bapst Inocencio 1202 dem IV. und Alcxandro dem IV. anno 12G2 jar. [Disser bischoff hat sin sitz oder hoff gehapt uff dem Munsterplatz, da sant Kattrinnen vorstat 5 ), und zu disser zitt w her Josz von Rinnach in hantz hat °); ist ein eckhusz.] . (1253) [Ist also in brieffen funden litteris 1258 7 .] Heinricus graff zu Nuwenburg am See ein bischoff zu Basel regeirt 12 jar minder 3 monat 8 ), under dem keyser Kudolff von Haspurg dem II. 9 ) und dem bapst Gregorio dem X. Starb uff 15 1274 den ersten tag septembris 10 ) anno 1274 jar. Sept. (13) 1. T: graff von Arburg und der Nuwen Stadt. 4. Hs.: vf december. 1) »Arburg« beruht atif Verwechslung mit Lütold I; s. oben S. 326, A. 1. Doch für »Nuwen Statt« weiss ich keine Erklärung, sofern nicht das Städtchen unterhalb der Arburg so genannt wurde. Zudem ist dieser angebliche Lütold III. nur ein Doppelgänger Lütolds II.; s. oben S. 314. 2) »1242 vf december«, wie Hs. hat, scheint entstellt aus: 1243 VI id. dec. (8. Dec); s. Tr. I No. 384. 3) Vom Januar 1249 bis 10. Dec. 1262, wo er starb; s. Tr. I No. 400 u. II No. 91, und vgl. oben S. 327, A. 7. 4) Heinrich Raspe starb schon 1247. 5) Ueber diesen Hof, jetzt Münsterplatz No. 18, und über die von ihm darin erbaute St. Katharinenkapclle s. Wurstiscns Münsterbeschreibung inB. Beiträgen XII 491, auch Fechters Top. S. 20, und B. Chron. III 219, A. 4. Die bischöfliche Pfalz hinter dem Münster war seit 1247 zerstört; s. B. Urkb. I No. 195. 6) Jost von Reinach, von welchem dieser Hof noch jetzt den Namen trägt, erscheint als dessen Besitzer und als Domherr schon 1516; s. im St. Archiv Stadt. Urk. No. 2738. Ferner s. über ihn Erkanntnissb. III 212 ff., z. J. 1524. 7) Gemeint ist wohl die Urk. von 1253, wobei VIII gelesen wurde statt III; s. B. Urkb. III No. 36. 8) Vom Dec. 1262 bis 13. Sept. 1274; s. Alb. Burckhardt, in Basler Biographien II 41 ff. 9) Der II. heisst er hier unter Mitzählung des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden. 10) Dieses Datum beruht auf Missverstand von: idibus septembris (13. Sept.); g. Tr. II No, 194. 1249—1306. 329 Sin wichbischoff Albertus episcopus Prüsie ein Thuscher her 1279 1 ).] [Litteris 1269, 12651).} Hennricus de Ysenna, ein Barfüssermunch und ein lesz- s meister zu Mentz im Barfüssercloster 3 ), wasz bischoff zu Basel under keyser Rudolff zu Habspurg dem IL und dem bapst Mar- tino dem IV., anno 1275 4 ). [Geregeirt 10 jar 6 ).] 1275 [Disser ist ein gardian im Barfüssercloster zu Lutzern 6 ), genant Heinricus Gurtenknopff 7 ), und zu Basel gardian 8 ).] 10 [Ein Schontaller brieff 1282, 1284»).] Petrus Rych von Rychenstein ein bischoff zu Basel regeirt under Rudolpho dem IL und dem bapst Honorio dem IV. Disser bischoff starb uff den 3. tag septembris anno 1296 jar 10 ). 1296 [Regeirt 10 jar.] Sept ' 3 15 Wichbischoff: Bonifacius episcopus Bosaniensis ein Augu- stinermunch 1291 "). Petrus Medei 12 ) von Aspel, [regni Boemie cancellarius 13 )] ertzbischoff zu Mentz und bischoff zu Basel 14 ), regeirt under 1) Albert, Bischof von Pomesanien oder Marienwerder, ein Deutschordensherr, amtete noch 1280, und als sein Vorgänger erscheint schon 1264 der Barfüsser Dietrich, Bischof von Wierland (Vironensis, in Estland); s. B. Urkb. I No. 437 und II No. 320. Auf Albert folgte der z. J. 1285 bezeugte Deutschordensherr Johann, Erzbischof von Riga; s. oben S. 327, A. 3. 2) S. Tr. II No. 114 ff. und 142 ff. 3) Dieses Amt versah er noch 1274; s. Eubel im Histor. Jahrb. d. Görresgesellsch. IX 396. 4) Nachdem er 1275 am 9. Oct. in Lausanne geweiht worden, zog er am 18. Nov. in Basel ein; s. Tr. II No. 203. 5) Bis Mai 1286, wo er Erzbischof von Mainz wurde; s. ebend. No. 330. 6) Als solchen bezeichnet ihn Schnitt auch in seiner "Weltchronik Bl. 146 v . Jedoch erscheint als Guardian zu Luzern noch 1272 kein Heinrich, sondern ein Konrad; s. Oechsli, Anfänge d. Schweizer. Eidgenossenschaft, Regest No. 216. 7) Wegen des geknöpften Seilgürtels der Barfüsser. 8) Für Basel ist er nur als Lesmeister bezeugt; s. Joh. v. Wintberthur, Al 'sg. v. G. v. Wyss, S. 27. 9) Zu 1282 s. die Schöntaler Urk. bei Boos No. 151. Für 1284 jedoch finde ich nur sonstige Urk. dieses Bischofs; s. Tr. II No. 298 u. 313. 10) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 3. Sept. (III nonas sept.) bei Tr. II No. 489. U) Dieser ist bezeugt z. J. 1285—1297; s. Eubel, Hierarchia II 304, und Wurstisens B. Chron. S. 137. — Ueber das Bistum Bosnien, mit Sitz 111 Diakovar, s. Eubel I 145. 12) Vermutlich entstellt aus: medicus; vgl. oben S. 117. 13) Wenzels IL, für welchen er im Münster eine Jahrzeit stiftete; s. J *hrztb. d. Dornst, z. 18. Juni, bei Tr. III S. 101, A. 1. 1 4 ) Bischof von Basel 1296—1306, und Erzbischof von Mainz 1306—1320; "• °ben S. 117, A. 0. 330 Schnitts Bischöfe. dem keiser [Heinrich dem VII. ') und under dem bapst demente dem V., ward bischoff zu Basel anno 1296, regiert 10 jar], Wichbischoff: Ywannus episcopus Lacedemonensis, ein Lien- harder 12982). 1303 [Brieff 1303, kal. 16. may 3 ).] s April 16 (1305) Anno 1304 ist die graffschafft Homburg 1 ) und Liechstal an das bistüm gefallen. Otto ein fryher de Grandissono ein bischoff zu Basel regeirt under [dem keyser Ludwigen dem IV. und under dem bapst Johanny dem III., ettlich schriben: dem IL Ward bischoff M (1305) anno 1305, regiert 7 jar. Im ward in Yttalia vergeben anno (1309) 1312 jar»)]. Wichbischoff: Johannes episcopus Decapolanus ein Cister- censsermunch 1308 6 ). Martinus episcopus Trapanensis 7 ) ein Augustinermunch 1310. 15 Gerhardus de Wipinngen ein bischoff zu Basel under dem keisser Ludwig dem IV. hertzog von Beyeren und dem bapst 1. Das Eingekl. auf aufgeklebtem Zettel. 2. H«.: 12'Jl, regiert 15 jar (XCJI und XV, statt XCVI und X). 9. Das Eingekl. auf aufgeklebtem Zettel. 1) Heinrich VII. stimmt nur zu Peters Kegierungszeit in Mainz. 2) Der Barfüsser Iwan od. Johann, Titularbischof von Lacedämon, erscheint als Basler Weihbischof 1298—1300; s. B. Urkb. III No. 410, 430 u. 562. Laut Urk. No. 562 hatte er Beziehungen zum Stift St. Leonhard, wo er vielleicht auch wohnte; daher die irrige Bezeichnung als »Lienharder«. Das Bistum Lacedämon, von den Kreuzfahrern gegründet, hatte seinen Sitz in Paleo Chori bei Misitra; s. Mas Latrie, Tr6sor de Chronologie ec. Sp. 2049. 3) Diese Urk. scheint verloren zu sein. 4) Genauer die Herrschaft, nach welcher die Grafen d. N. sich nannten. Der Kauf geschah am 17. Dec. 1305; s. Boos No. 217. 5) Diese Angaben sind durchweg irrig. Denn Otto wurde Bischof HB Nov. 1306 und reiste im Juni 1309 als Gesandter Heinrichs VII. zu Cle mens V. nach Avignon, starb jedoch schon am 26. Juli d. J. in SorgueS (nördl. v. Avignon); s. Tr. III No. 82, Eubel I 132, und Roller in B. Zeitschr. f. Gesch. XIII 291, A. 5. Das angebliche Todesjahr 1312 rührt daher, dass Ottos Nachfolger, Gerhard von Wippingen, erst in diesem Jahr in den unbestrittenen Besitz des Bistums gelangte; s. oben S. 118, A. 2. 6) 1309 erscheint er als Weihbischof von Constanz; s. Eubel II 305. Sein Bistum war vermutlich die Decapolis in Palästina. 7) Vermutlich entstellt aus: Trapesonensis (Trapezunt); s. Boller in B- Zeitschr. f. Oesch. XIII 360, auch Eubel II 317. 1306—1365. 331 Johanny dem XXII. Disser bischoff starb uff den 16. tag apprilis anno 1325 jar ! ), regiert 13 jar 2 ). 1325 Wichbischoff: Jacobus episcopus Pannidensis ein Augustiner- munch 1313 3 ). s Johannes episcopus Retrehensis 4 ) ein Augustinermunch 1328 5). [Schöntal brieff 1312, secunda post jubilate 6 ).] ' 31 2 Johannes ein fryher de Gabylone ein bischoff zu Basel under dem keyser Ludwig hertzog von Beyeren dem IV. und io dem bapst Benedicto dem VII., anno 1325 jar, regiert 11 jar 7 ). 1325 Wichbischoff: Heinricus episcopus Anaversensis 1346 8 ). [Johannes episcopus Lingoniensis, administrator ecclesie Basiliensis 9 ).] [Datum in litteris anno 1329 10 ).] 1319 15 [240 v ] Johannes von Sennen genant von Munsyngen 11 ) ein bischoff zu Basel regeirt under dem keyser Karolle dem IV. ein hertzog zu. Lutzelburg, und under dem bapst Benedicto dem XII. Disser bischoff starb am lesten tag brachetz 1365 iar. 136 ^ „„ D J Juni 30 9. Hs.: 21 jar: T: 11 jar. 1) Entstellt aus 16. kal. aprilis (17. März); s. die Grabschrift bei Tr. III No. 205. 2) Von 1312 an gerechnet; s. oben S. 330, A. 5. Jedoch war er Bischof schon seit Juli 1309; s. oben S. 118, A. 2. 3) Besser: Paniadensis, nach dem Bistum Banados in Bulgarien. Er amtete ribch 1314, starb aber 1316 in Bologna; s. Wurstisens Epitome in Scriptor. rer. Basil. minor. S. 227, und Eubel I 406. 4) Vermutlich entstellt aus Rethymensis (Retymo auf Creta); s. Eubel I 161. 5) Dieser Johannes, ein Hospitaliter, ist für Constanz als Weihbischof sicher bezeugt z. J. 1319—1336, für Basel jedoch nur z. J. 1315—1320, und einzig von Wurstiscn a. a. O. noch z. J. 1324; s. Eubel II 305 und Roller S- 359. Im März 1323 hingegen amtete als Basler Weihbischof »frater Guichardus episcopus Comilnacensis provincie Galylee«; s. Tr. III No. 187. Dabei mag »Comilnacensis« entstellt sein aus »Comonatensis« in der Erzdiözese Nazaret; s. Eubel II 318. 6) S. Boos No. 236. 7) Genauer 10 Jahre, 1325—1335; s. oben S. 118, A. 4 u. 5. 8) Ueber diesen Erzbischof von Navarzan, der 1349 starb, s. oben S- 231, A. 4. 9) Im April 1328 zum Bischof von Langres ernannt, behielt er die Verwaltung des Bistums Basel bis zu seinem Tode bei; s. B. Urkb. IV No. 67. 10) S. Tr. III No. 236 ff. 11) Besser: loh. Senn von Münsingen. 332 Schnitts Bischöfe. Wichbischoff 1 ): Petrus episcopus Ofchonensis alias Cyto- nensis 2 ), ein Predigermunch, ein wichbischoff zu Costentz und Basel 1360. 1336 [Schondaler anno 1336 feria quarta post Nicolai/ 3 ).] Johannes ein fryher 4 ) de Vyanna usz dem Welschen land 6 wasz bischoff zu Basel under dem keyser Wentzelaus und dem bapst Vrbanno dem VI. Disser bischoff kam gen Basel uff i36ü purificacionis Marie 1366 5 ) und starb im September anno 1382 e m2Jar6); [regiert 17 jar 7 )]. (Oct. 7) Wichbischoff: Jacobus episcopus Castoriensis ein Bene dictdinermunch 8 ). Disser bischoff hat die stat Biell verbrent an aller heyigen 1387 abent anno 1367 iarS). Oct 31 Disser bischoff hatt der stat Basel versetzt den meren und 1373 den minderen zol, deszglichen die müntz 1373 10 ). ' Johannes ein fryher zu Bücheg ein bischoff zu Basel 11 ) under dem keisser Wentzelao und dem bapst Vrbanno den VI., circa annum 1382 jar 12 ). 9. Hs.: 22 jar (XXU statt XVII). 13. Hs.: 1870; T: 1307 1) Vgl. oben S. 331, A. 8. Auf den Weihbischof Heinrich folgte zunächst der z. J. 1350 hezeugte Predigermönch Niklaus von Villach, Titular- bischof von Marcopolis in Syrien; s. St. Archiv, Prcdigerkloster, Urk. No. 415, und Eubel I 341. 2) Richtig ist nur Cytonensis. Peter Senn, ein Sohn des Ritters Konrad Senn von Münsingen, wurde 1353 Titularhischof von Cython oder Zeitun (jetzt Lamia) in Griechenland und starb hochbetagt 1394, nachdem er als Weihbischof bis 1379 geamtet hatte; s. W. F. von Mülinen im Berner Taschenb. 1905, S. 174 ff., femer B. Urkb. IV No. 332 z. 20. Oct. 1369, auch oben S. 119, z. J. 13G3. 3) Vgl. Boos No. 300 und das dort erwähnte Vidimus vom 12. Dec- Demnach ist hier »feria quarta« entstellt aus quinta. 4) Richtiger: ein Graf. 5) Seine Ernennung durch Urban V. war schon im August 1365 erfolgt; s. Eubel I 133. 6) Laut Jahrztb. d. Dornst, starb er am 7. Oct.; s. Tr. IV No. 19o- 7) Von 1365 bis 1382; s. oben Anm. 5. 8) Dieser Bischof von Castoria (in Griechenland) amtetc als "Wen bischof noch 1384; s. Tr. V S. 697, auch Eubel I 179. 9) Näheres hierüber s. unten bei Briefer. 10) S. B. Urkb. IV No. 359 u. 360. — Ueber ähnliche Verpfändungen früherer Bischöfe an die Stadt s. ebend. No. 85, 143 u. 195. 11) Ueber den Irrtum, auf welchem dieser angebliche Bischof beruli , s. oben S. 314. 12) In d. Hs. folgt hier als Weihbischof: Hcinricus episcopus Thefc- licensis: s. unten S. 33;i, A. 8. 10 1365—1391. 333 Her Wernher Schaller ein ertzpriester zu Basel ward durch bapst dementem den VII. und hertzog Lupoid von Oesterrich zu einnem bischoff erwellt 1 ), und durch her Wernher von Beren- fels 2 ) uff den fronaltar uff Burg gesetz 3 ). Aber uff den selben tag 6 nach mitag machten die thümherren 4 ) einnen anderen bischoff, Ymmerium von Harnstein, der ouch bischoff beleib 5 ). Aber die herren von der statt schanckten beyden herren den win, circa annum 1383 6 ). Ymmerius ein fryher zu Bamstein ward bischoff zu Basel io under keyser Wentzelao und dem bapst dementen dem VII., anno 1383 jar 7 ). (i3S2) Wichbischoff: Heinricus episcopus Thefelicensis, ein Bar- füssermunch 1393 8 ). [Disser bischoff hatt das schultheissenampt zu Basel der 15 stat Basel versetz anno 1385 uff mitwuchen post epiphanie 9 ).] 1385 Frydericus ein fryher zu Blanckenheim ein bischoff zu Straszburg und admynistrator zu Basel under Wentzelao und dem bapst Benedicto dem XIII., circa annum 1391 10 ). 1391 2. Hs.: dementem den VI. lü. Hs.: dementen dem VI. 18. Bonedicto dem XIII. auf Kasur. 1) Die Bestätigung durch Clemens VII. erfolgte in Avignon am 2 1 . Nov. 1382; s. Eubel I 133. 2) Ein Sohn des Bürgermeisters Konrad und Neffe des 1356 beim Erdbeben verunglückten altern Wernher v. B.; s. Merz I Tafel 7. Er war Bürgermeister des Amtsjahres 1382/83, wurde aber 1384 als Anhänger W. Schalers und Oestreichs verbannt und fiel 1386 bei Sempach; s. B. Chron. V 556 und im St. Archiv Leistungsb. I 107 u. 108. 3) Im Münster. 4) Nämlich die Mehrheit derselben, nachdem am Vormittag vermutlich eine Minderheit W. Schaler erwählt hatte. 5) Als solcher urkundet er erstmals am 9. Dec. 1382; s. Tr. IV No. 196 ff. — Ueber den spätem Ausgleich mit W. Schaler s. oben S. 122, A. 4. 6) Dieses rein mutmassliche Jahr, statt 1382, erklärt sich aus der Einschaltung des angeblichen Joh. von Buchegg; s. oben S. 332, A. 11, u. S- 333, A. 1. 7) Genauer im Dec. 1382; s. oben Anm. 5. 8) Diesen Bischof von Tiflis in Georgien setzt Schnitt als Weihbischof z »m angeblichen Joh. von Buchegg; im Turnierbuch hingegen steht er bei Imer von Ramstein. Falls nun 1393 richtig ist, so amtete er noch unter dessen Nachfolger Friedrich von Blankenheim. Statt seiner nennt die Hs. ni er: Conradus episcopus Ebornensis; s. unten S. 334, A. 9. '••) Entstellt aus: uff zinstag vor epiphanie (3. Jan.); s. B. Urkb. V No. 41. 10) In d. Hs. folgt hier irrtümlich: Georgius ep. Dimitriensis; s. unten k- 334, A. 8. Ueber Bischof Friedrichs wirklichen Weihbischof s. oben Anm. 8. 334 Schnitts Bischöfe. [Disser bischoff hat die Klein stat Basel der Grossen stat '392 stat Basel verkoufft anno 1392 sabato ante balmarum 1 ).] Conradus Munch von Landszkron ein bischoff zu Basel 1393 under Robertus 2 ) und bapst Bonifacius IX., anno 1393 3 ). [Disser bischoff hat den bischoffzoll, deszglichen den ban- 6 1394 win, witter und hocher 4 ) versetz anno 1394 uff Thome apo- Doc - (14) stoli5).] Humbertus graff zu Nuwenburg ein bischoff zu Basel under dem keyser Sigmund hertzog zu Osterrych«) und dem bapst 1395 Johanny XXIII., anno 1395 jar 7 ). io Wichbischoff: Georgius episcopus Dymytrensis, ein Pre- digermunch, cyrca annum 1409 jar 8 ). Conradus episcopus Ebornensis 14IO 9 ). Marcus episcopus Chrysopolitanus, ein Barfüsser, zu Strasz- burg und Basel wichbischof 1413 10 ). 16 4. T: under Wentzelao. — ISonifacius IX. auf Rasur. 10. Johanny XXIII. auf Rasur, und 1395 corrig. aus 1115. 11. Hs.: Item der ander wichbischon' genant Georgius. 14. Hs.: Marcus episcopus Tripolitanus. 1) S. B. Urkb. V No. 172. 2) König Ruprecht stimmt nicht zu diesem Bischof. 3) In d. Hs. folgt als Weihbischof: Marcus ep. Tripolitanus; s. unten Anm. 10. 4) lieber die frühern Verpfändungen s. oben S. 332, A. 10. 5) Genauer: montag vor Thome (14, Dec); s. B. Urkb. V No. 20Ü u. Tr. IV No. 295. 6) Verwechslung des Kaisers mit dem 149ö verstorbenen Herzog von Oestreich. 7) 1395 wurde er erwählt, doch bis 1399 regierte für ihn sein Vater Graf Diebold VI.; s. Tr. IV No. 300 u. 312. 8) Dieser Bischof von Demetrias (jetzt Dimitri) in Griechenland ist als Basler Weihbischof bezeugt z. J. 1401—1405; s. in der Hs. VBÜ 15, 1 die auf S. 70 eingeklebte Urk. v. 28. Aug. 1401, und B. Urkb. V No. 34S. In Schnitts Hs. steht hier statt seiner: Egidius ep. Kosensis; vgl. unten S. 335. Er selber hingegen steht erstmals irrtümlich schon bei Friedrich von Blankenhcim, dann aber als Nachtrag auch hier, und zwar hinter jenem Egidius. Schnitt scheint demnach zwei gleichnamige Bischöfe von Deme- trias angenommen zu haben, und deshalb heisst in der Hs. dieser Bischol hier: Item der ander wichbischof genant Georgius. 9) Der Benediktiner Konrad Othlcm, Bischof von Hebron, den <»« Hs. irrtümlich schon bei Imer von Ramstein erwähnt, ist z. J. 1412 14 als Weihbischof von Constanz bezeugt; s. Eubel II 305. _ . 10) Dieser in d. Hs. schon bei Konrad Münch stehende und in »Tripolitanus« entstellte Bischof von Chrysopolis (in Arabien) amtete als Weihbischof noch 1421, also unter Hartmannn Münch, und nacher auch unter Joh. von Fleckenstein; s. Wurstisens Münsterbeschr. in B. Beitr. XII 5° ü > auch dessen B. Chron. S. 241, und vgl. oben Anm. 3. 1393-1425. 335 Disser bischoff hat das bistum sinnem vorfaren umb armüt willen wider übergeben •). [Disser bischoff hat dennen von Basel die stat Liechstal, Homburg und Wallenburg versetz anno 1400 secunda post t* 0 « »Jacoby»)] Juli2C Disser bischoff hat das vitzenthüm- und brottmeisterampt der stat Basel versetz anno 1404 in vigilia Thome 3 ). im Hartman Munch ist ein erweltter bischoff, aber nie bestetiget, under dem keyser Sigmund und dem bapst Eugenio dem IV., io anno 1417 jar 4 ). um [Man findt in ettlichen brieffen by Schontal ligende, das disser bischoff confirmeirt sy 1418 5 ).] ms [241] Johannes von Fleckenstein ein bischoff zu Basel under keyser Alberto hertzog zu Oesterrich und bapst Felix deniV. 6 ). d Eubel I 474. 9) Dieser Titularbischof von Rhosos in Cilicien, der in der Hs. irrtümlich schon bei Humbert von Neuenburg steht, erscheint 1432—1441 als Mitglied des Concils und starb 1454; s. Concil. Bas. II 33 u. VII 318, 336 Schnitts Bischöfe. Disser bischoff ist gestorben uff den 20. tag decembris 1436 anno 1436 jar 1 ). [Disser biscboff hat das sigel der stat Basel versetz umb 7000 gülden 2 ).] Friderich ze Rin ein bischoff zu Basel under keysser Albrech 5 hertzog zu Oesterrich und dem bapst Felix dem V., under wel- 1430 lichem das consilium zu Basel gewessen ist circa annum 1439. i< 51 [Starb uff den nuwenjarsabent anno 1451 3 ).] Wichbischoff: Nicolaus episcopus Grossensis 4 ). Item Hermanus episcopus Vernensis 5 ), ein Predigermunch io 1441. Arnoldus von Rottperg ein bischoff zu Basel under dem keysser E'riderich dem dritten ein hertzog von Oesterrich und under dem bapst Nicoiao dem V. 145S Disser bischoff ist gestorben anno 1458 uff den 7. tag * 5 Mai 7 c\ meyens 6 ). i4.',i [Anno 1451 fuit electus; regiert 7 jar.] Wichbischoff: Nicolaus [Ama?i] episcopus Tripolitanus, ein Barfusserrnunch').] [Ligt zu sanct Ciaren vergraben.'] 20 Johannes von Veningen ein bischoff zu Basel under keyser ferner Eubel II 248. Auf ihn folgte als Weihbischof schon 1435 der Bar- füsser Nicolaus de Rheno, Bischof von Tripolis in Syrien, dessen Zugehörigkeit zum Basler Geschlecht ze Bin bis jetzt nicht erweisbar ist, und hierauf 1436 Antonius, Bischof von Suda (jetzt Syra), und 1437 der Augustiner Paulus Gobelinus Bolant, Bischof von Börglum in Jütland, dessen Name entstellt ist in »Sabellinus«; s. Tr. V S. 773 u. 776, und Eubel II 126 u. 267. 1) S. oben S. 128. 2) Am 30. Mai 1425 verpfändete er der Stadt die Sigelgebühren um 6000 Gl., und auf diese wurden weitere 1000 Gl. erst 1437 unter Friedrich ze Ein geschlagen; s. B. Urkb. VI No. 201 u. 416. 3) Vermutlich entstellt aus: vigilia epiphanie (5. Jan.); s. oben S. 12"- 4) Richtiger: Grossitanus (Grosscto in Toscana). Dieses Bistum wurde dem Augustiner Nikiaus Spicelli vom Concilspapst Felix V. verliehen; B. Concil. Bas.VII 2 u. 407, z. J. 1440 und 1441, und Eubel II 304, wo jedoch Grossensis entstellt ist in Rossensis. 5) Richtiger: Verisiensis (Verissa in Thracien), s. Eubel I 553. Hermann Rosmann wurde, um Weihbischof zu werden, im Mai 1440 vom C° nc * zum Bischof »Vernensis« ernannt; s. Concil. Bas. VII 119, auch Tr. V S- 947, wo er >Vernessensis< heisst. 6) Vgl. oben S. 131, A. 4. 7) Er amtete schon unter Friedrich ze Rin, und auf ihn folgte 145 der Predigermönch Martin von Solcta, Bischof von Chrysopolis; s. Wurstisens B. Chron. S. 419 und Eubel II 3u4. 1436—1527. 337 Friderich dem dritteim und dem bapst Sixto IV., Innocenti VIII 1 ). Disser bischoff starb anno 1473 uff den 22. tag decembris. O* 7 «/ [Regiert 15 jar 2).] Dec - (20 ' [Anno 1458 quarta ante pentecostes fuit electus 3 ).] 145 . 8 s Wichbisclioff: Nicolaus Friesz episcopus Tripolitanus ein Augustiner. [Starb uff sant Alexius tag anno 1498 4 ).] «»8 Caspar ze Ein ein bischoff zu Basel under Maximiliano hertzog zu Oesterich und dem bapst Alexandra dem VI., anno 1473 jar, regiert 29 jar 6 ). (1478) 'o Wichbischoff: Thelamonius Limpberger [episcopus Tripolitanus] ein Augustiner [von Mentz lurtyg] anno 1498 fi ). 1498 Cristoffel von Uottenhein ein bischoff zu Basel under keiser Maximyliano und dem bapst Julio dem II. und Leony dem X., anno 1502 jar 7 ). 1502 18 [Starb anno 1527, lit zu Sant Ursitz begraben 8 ), regiert 1527 25 jar.] [Disser bischoff hat das dorff Reychen der stat Basel ver- kaufft anno 1520 9 ).] (i52ij Nicolaiis von Deiszbach ward by bischoff Cristoffels zitten 20 erweltt, under keisser Carolo dem V. und bapst Leoni den X., 19. Hs.: war l>y. 1) Innocenz VIII. stimmt nicht zu diesem Bischof. 2) Er starb am 20. Dec. 1478 und wurde am 22. begraben; s. B Chron. IV 80. Doch seine Grabschrift im Münster hat nur letzteres Datum, und daher rührt der vorliegende Irrtum; s. Tonjola S. 12. Auch das entstellte Jahr 1473 (III statt VIII) fand Schnitt jedenfalls schon in seiner Quelle, und deshalb zählte er nur 15 Regierungsjahre statt 20; vgl. oben S. 311. 3} Vgl. B. Chron. IV 331. 4) Nikiaus Fries von Breisach amtete von 1456 bis zu seinem Tode; s. Eubel II 281, B. Chron. III 654 und Tr. V 866 u. 904. Ueber ihn s. auch Univ. Matrikel z. J. 1460 und Emil Dürr in B. Zeitschr. f. Gesell. XI 416 ff. 5) Kaiser und Papst stimmen zu dieses Bischofs Todesjahr 1502, Während 1473 nur das irrige Todesjahr seines Vorgängers bezeichnet, von Welchem aus auch die 29 Regierungsjahre gezählt sind; s. oben Anm. 2. 0) Tilmann Limpurger amtete bis 1527, wo er nach Bischof Christoffs Tod als Anhänger der Reformation vom Domkapitel abgesetzt wurde; s. B - Chron. I 403, A. 1. Sein Nachfolger wurde Augustin Marius, Bischof v °n Thessalonich; s. B. Chron. I 402, 403, A. 1, u. 415. 7 ) Vorher, seit 1500, war er Bischof Kaspars Coadjutor; s. oben S. 155. 8) Vielmehr in Delsberg. Hierüber, wie über seinen Rücktritt und T °d, s. oben S. 154, A. 7. 9 ) Dieser Verkauf von Riehen wurde allerdings veranlasst durch den So g- Heffingerhandcl von 1520. Jedoch vereinbart wurde er erst am 17. April Basier Chroniken. VII. 22 338 Schnitts Bischöfe. i5io anno 1519 jar 1 ). Disser bischoff ist wol erweltt, aber nit bestediget, noch in das bischofflich ampt intretten 2 ), sonder hatz friwillig dem cappittel wider übergeben umb ein jerliche 1527 pentz, anno 1527 jar 3 ). Hans Rüdolff von Halwil 4 ) ward, nachdem und der von 5 Diszbach übergab, zu einem bischoff 6 ) erweltt im 1527 jar im (Januar) februario 6 ). Der leisz sich an einnem brüch schniden 7 ) und starb in dryen wüchen 8 ), und nam also das bistump nit ann, anno 1527 jar. Philipp von Gundeltzheim ward nach dissem allem zu ein '° bischoff zu Basel erweltt, under Carolo V. und dem bapst Adriano VI. 9 ) und demente VII. und Paulo III. ; ward bischoff anno 1527 jar. [Disser bischoff hatt der stat Basel die oberkeytt zu Biningen iM3 und Bottmingen versetzt anno 1533 10 ).] 1B 2. Hs.: nach in das. 10. Es.: war nach. 1521; s. Heusler S. 425 ff. u. 430, sowie auch die Urk. v. 23. Juli u. 8. Oct. 1522 im B. Urkb. IX No. 539 u. 543. Der förmliche Kaufbrief ist erst vom 23. April 1528; s. ebend. X No. 76. 1) Nämlich zu des Bischofs Coadjutor und späterm Nachfolger; flohen S. 155. 2) Um schweres Geld erlangte er allerdings die päpstliche Bestätigung; s. Wurstisens B. Chron. S. 528. Doch verhinderte 1527 sein Rücktritt als Coadjutor seine endgiltige Wahl zum Bischof. 3) Ueber seinen Rücktritt vom 21. Febr. d. J. s. oben S. 155, A. 4. 4) Schon 1476 war erWartner, und 1484 wurde er Domherr; s. "Wurstisens Münsterbeschreibung in B. Beiträgen XII 453. 5) D. h. zum Coadjutor und künftigen Bischof, da Christoff von Utenheim erst am 19. Febr. zurücktrat; s. Wurstisens B. Chron. S. 555. 6) Am 12. Febr. d. J. starb er; s. seine Grabschrift bei Tonjola S. l3- Seine Wahl hingegen erfolgte 3 Wochen vor seinem Tod, also um den 20. Januar; vgl. unten Anm. 8. 7) Vielmehr litt er am Blasenstein; s. Wurstisens Epitome, in Scrip' tores rer. Basil. minores S. 83: Cum se ob calculi in vesica cnati dolore lithotomi manibus commississet, Chironii vulneris inclementia obiit. 8) D. h. wohl: 3 Wochen nach der Wahl. 9) Hadrian VI. (f 1523) stimmt nicht zu diesem Bischof, der am 28. Febr. 1527 erwählt wurde; s. oben S. 155. 10) Diese Verpfändung wurde am 9. Sept. 1533 vom Bischof versprochen. Doch ist der Pfandbrief erst vom 24. Sept. 1534; s. Brückners Merkwürdigkeiten d. Landsch. Basel IV 341, und B. Urkb. X No. 160. VIII. Konrad Schnitts Auszüge aus verlornen Quellen, 1284—1541. 22* Einleitung. iJleichwie Konrad Schnitts Wappentafel der Basler Bischöfe Hana- nur wenige Blätter seines umfangreichen Wappenbuches ein- sc " ' nimmt, so wurden schon im VI. Bande der Basler Chroniken verschiedene Schriften veröffentlicht, welche uns in seiner noch 5 umfangreicheren Weltchronik erhalten sind 1 ), nämlich seine eigenen Aufzeichnungen aus der Reformationszeit 2 ), eine Anonyme Chronik 3 ) und die Grössern Basler Annalen 4 ). Neben dem Wappenbuch und der Weltchronik aber ist uns von ihm noch eine dritte Handschrift erhalten, welche allerdings jenen 10 beiden weder an Bedeutung noch an Umfang gleichkommt, jedoch immerhin einige Beachtung verdient. Diese Handschrift, Welche gleich der Weltchronik aus der Vaterländischen Bibliothek stammt und jetzt in der Oeffentlichen Bibliothek die Signatur VBP 11 trägt, zählte ursprünglich 194 Blätter kl. 4°, 15 erhielt aber später einen weissledernen Einband, wobei 4 Blätter vorgeheftet und die bisherigen so beschnitten wurden, dass an einzelnen Stellen der Text verstümmelt ist. Nur die beschriebenen Blätter, 175 an der Zahl, sind von späterer Hand mit r oter Tinte numeriert, und mit Ausnahme von Bl. 1 weist ihr 0 Inhalt durchweg die Schriftzüge Konrad Schnitts. Auf Bl. 1 hingegen, das zu den später vorgehefteten Blättern gehört, findet sich von andrer Hand folgende Aufschrift: »Alte ge- schichten der herren, edlen und bürgeren alhie zu Basel und angrentzeten landschafften. — Christoffel Haltter. — Gott ist 25 mein hört, der mich erhaltet hie und dort. 1619. — 1593 jars Mensis augusti 23.« Dieser Christoff Halter, vermutlich ein Sohn des 1612 in nohem Alter verstorbenen und bei St. Elsbethen begrabenen !) S. B. Chron. VI 165 ff. 2) S. ebend. S. 95 ff. 3 ) S. ebend. S. 187 ff. 4 ) S. ebend. S. 239 ff. 342 Schnitts Auszüge. Kudolf H. *), lebte schon 1610 als »Hosenlismer« (Strumpfwirker) im eigenen Haus zum Obern Pfannenberg in der Hutgasse 2 ), und erscheint 1611—1629 als Ratsherr der Brodbeckenzunft 3 ). Soll nun 1593 sein Geburtsjahr bezeichnen, so muss er gleich seinem berühmteren Zeitgenossen Rudolf Wettstein seinen Haus- 5 stand schon siebzehnjährig begründet haben 4 ). Das Jahr 1619 hingegen, das er gleichfalls nennt, mag die Zeit bezeichnen, wo die Handschrift in seinen Besitz gelangte und ihren jetzigen Einband erbielt. Aüge " Ueberblicken wir nun den Inhalt der 174 von Schnitt be- io meiner Inhalt, schriebenen Blätter, so finden wir zunächst auf Bl. 2—10 kurze Genealogien der Grafen von Würtenberg, von Froburg und von Tierstein, sowie auch des Geschlechts von Rotberg und der alten Landgrafen im Elsass. Auf Bl. 11.—22 hingegen folgen Auszüge aus dem Kleinen Jahrzeitbuch des Münsters und aus is denjenigen von St. Peter, St. Clara, der Augustiner, des Steinenklosters und der St. Johannesbruderschaft am Münster, von welchen Büchern allen jetzt einzig noch die von St. Peter vorhanden sind. Den Hauptinhalt der ganzen Handschrift aber bildet auf Bl. 23—175 eine nach Jahren geordnete und von 20 1045 bis 1541 reichende Sammlung von allerlei Notizen, wobei iede Seite mit einer Jahrzahl überschrieben ist. Der Inhalt dieser Sammlung bezieht sich allerdings zum grösseren Teil auf Basel. Doch findet sich hier auch manche Notiz nicht nur über den Sisgau und die benachbarten Grafen- 25 häuser, sondern z. B. auch über das Haus Oestreich und seine Lehenträger im Gebiet der jetzigen Schweiz. Mit Ausnahme der Todesfälle erwähnen jedoch diese Notizen nur selten irgendwelche Begebenheit. Hingegen lassen einzelne Nachrichten über Stiftungen sehr deutlich erkennen, dass hier dem Schreiber die 3° betreffende Urkunde vorlag. Und wenn die meisten sonstigen Notizen neben der als Ueberschrift dienenden Jahrzahl weiter nichts aufweisen als eine Reihe von Namen, die überdies hie und da noch ausdrücklich als »festes« bezeichnet werden, s° sind es offenbar nur die Aussteller und die Zeugenreihen be- & stimmter Urkunden, welche uns hier genannt werden. Und ffl der Tat lassen sich manche dieser Notizen an Hand der gegebenen Jahrzahlen auf noch vorhandene Urkunden zurück- 1) S. Tonjola S. 273. 2) S. Histor. Grundb. Hutgasse No. 11. 3) S. die Ratsbesatzungen im St. Archiv, Ratsbuch I 3. 4 ) Vgl. F. Fäh im B. Neujahrsblatt 1894, S. 4. Einleitung. 343 führen, während andre für uns freilich nur noch Fragmente aus verlornen Briefen sind. Soweit die Auszüge aus noch vorhandenen Urkunden eine Quellen. Uebersicht der von Schnitt verwerteten Quellen gestatten, so 5 gehören zu diesen ausser den bereits erwähnten Jahrzeitbüchern zunächst auch die Urkunden verschiedener Stifte und Klöster, vor allen von Schöntal, sodann von St. Peter, St. Leonhard, St. Alban, des Steinenklosters und der Augustiner. Doch ebenso häufig verwertete er städtische Urkunden, und auch von denen, 10 welche den Sisgau, den umliegenden Adel oder die östreichi- schen Lehenträger betreffen, sind manche noch vorhanden und zum grössern Teil auch in Druckwerken veröffentlicht. Ohne nun in letzterer Hinsicht irgendwie auf Vollständigkeit Anspruch zu machen, verweisen wir hier nur beispielsweise auf das Basler *5 Urkundenbuch, auf Trouillat, auf Boos, Urkundenbuch der Landschaft Basel, auf das Zürcher Urkundenbuch und auf Thommen, Urkunden zur Schweizergeschichte aus östreichischen Archiven. Neben den Urkunden jedoch gehörte zu Schnitts Quellen zunächst noch die mit Königshofen verbundene Bernerchronik 20 samt der Rötelerchronik, und auch aus den Colmarer Annalen nahm er einzelnes auf. Noch mehr aber schöpfte er aus dem Liber Diversarum Rerum des Rathauses, dessen Chronikalien ebenfalls schon längst veröffentlicht sind 1 ), und letzteres gilt auch von einer vereinzelten Notiz, welche er dem Brieftafel- 25 buch des Steinenklosters entnahm 2 ). Wenn die Auszüge aus verlornen Urkunden sowenig als Inhalt diejenigen aus längst bekannten Quellen ins Programm der Ter i° r 9 nen Basler Chroniken gehören, so enthält die Handschrift nebenbei Quellen. noch eine Anzahl von Nachrichten unbekannter Herkunft, welche 3o sehr wohl in einer Chronik ihre Stelle finden könnten. Die meisten derselben betreffen allerdings nur die Todesjahre angesehener Basler Bürger und benachbarter Edelleute, deren lange Reihe vom Ende des XIII. Jahrhunderts bis 1541 reicht, wo Schnitt starb. Zugleich aber findet sich namentlich aus 35 dem XV. Jahrhundert auch eine Anzahl chronikaler Nachrichten, die er möglicherweise einer seither verlornen Basler Fortsetzung der Bernerchronik oder Königshofens entnahm. Die Todesjahre hingegen, bei denen er oft auch das Grab erwähnt, mag er für die ältere Zeit teils auf den damals noch zahlreicher vorhan- io denen Grabmälern, teils in den seither vorlornen Jahrzeitbüchern 1) S. B. Chron. IV 27 ff. 2) S. B. Urkb. I No. 276, 344 Schnitts Auszüge. gefunden haben, während er für die Verstorbenen des XVI. Jahrhunderts wohl überhaupt keiner Quelle bedurfte. Zugleich aber bietet zu diesem Sterbeverzeichnis auch Schnitts Wappenbuch namentlich für das XVI. Jahrhundert noch manche Ergänzung. Denn in demjenigen Teil, welcher die Wappen des benachbarten 5 Adels und der Basler Bürger darstellt (Bl. 208—233) enthält dasselbe noch eine Anzahl beigefügter Notizen über Todesfälle, welche in der voliegenden Handschrift nicht erwähnt werden. Abgabe. Indem wir uns in dieser Ausgabe grundsätzlich auf die Nachrichten beschränken, für welche wir keine ältere Quelle 10 kennen, behalten wir immerhin auch solche Notizen bei, die zu einer längstbekannten Tatsache eine wenn auch nur nebensächliche Ergänzung enthalten, wie z. B. bei einem Todesfall die Grabstätte. Den ganzen Inhalt aber ordnen wir möglichst nach der Zeitfolge, und demgemäss schalten wir die dem Wap- u> penbuch entnommenen Notizen an den entsprechenden Stellen ein, wobei wir sie vom übrigen Inhalt jeweilen durch ein der lattzahl vorgesetztes W unterscheiden. [46] Anno 1284 starb her Arnold von Blatzheim i); lit an 1284 Steinen im closter im chor vergraben. [50] Anno 1295 ist das Augustinercloster zu Basel gebuwen 1295 und innen der erst ablasz geben 2 ). 8 [W 32 T ] Graff Petters von Arberg huszfrouw, genant Maria von Frouwenberg 3 ), starb anno 1319; lit zu Basel in sant Niclaus 1319 cappellen *). [67 y ] Her Uolrich graff zu Arberg, tliümbropst zu Basel 5 ), starb anno 1329 uff den 14. tag septembris 6 ). Sin mfitter ein 1320 10 greffin von Pfirtt 7 ); lit im munster in sant Niclausen cappellen. (Ang ' 19) [20 T ] Her Burchart Vitzthüm ritter obiit anno 1336 8 ). 1336 [13 T ] Her Hans Camerer, dechan uff Burg, starb anno 1337 9 ). 1337 [17] Conradt zum Angen starb anno 1343 10 ). 13« [5] Graff Büdolff von Dierstein, thümbher zu Straszburg, 1306 15 stifftet die capplany uff dem schlosz Varsperg und vergab sinne gütter im Fricktal daran anno domini 1306 11 ). Item er stifftet (1316?) 1). H«.: 1376. 1) Er war Subcustos des Domstifts; s. die Grabschrift bei Torjjola S. 277. 2) Die Augustiner kamen nach Basel schon 1276; s. Colm. Annalen in Mon. Germ. Scr. XVII 198. Doch mag erst 1295 zur Förderung des Baues ein Ablass erteilt worden sein, dessen Urk. jetzt verloren ist. 3) Maria von Froberg oder Montjoic, Gemahlin Peters I. von Neuenburg-Arberg. 4) Die St. Nikiauskapelle am Münster. 5) Graf Peters Oheim; s. Grellet im Genealog. Handb. d. Schweizer- gesch. I Tafel 17. Ueber ihn s. Roller in B. Zeitschr. f. Gesch. XIII 332. 6) D. h. 14. kal. sept.; s. Jahrztb. d. Dornst, z. 19. Aug., bei Tr. III 8L 227, A. 1. 7) Agnes von Pfirt, Gemahlin Ulrichs I von Arberg; s. Merz, Burgen «*• Sisgaus I Stammtafel 1. 8) Der letzte Ritter B. V., genannt Grisse, ein Enkel des gleichnamigen Bürgermeisters Ton 1279, ist noch 1334 als lebend, aber 1340 als todt befugt; s. Merz III Stammt. 14. Es mochte daher 1376, wie die Hs. hat, in Schnitts Quelle entstellt sein aus 1336 (LXXVI statt XXXVI). 9) Als Dekan erscheint er seit 1307; s. Tr. III No. 64. 10) Er sass im Rat als Achtbürger schon 1309; s. B. Urkb. IV No. 16. 11) Vielleicht entstellt aus 1316. Dieser Rudolf v. T. ist erst z. J. 1314 bezeugt, sodann aber 1322 auf Farnsburg ein Kaplan; vgl. Merz III Taf. 16 u nd Brückners Merkwürdigkeiten XVIII 2152. 346 Schnitts Auszüge. zwo capplanien und zweit altar im munster zu Basel, da dan der gralfen von Dierstein sinner vorderen begrebnusz ist 1 ), und vergab die usz sinnen eignen gutteren, wie dan das die brieff 1346 anzeigen, anno 1346. 1349 [17 v ] Albrecht Murnbar der junger starb anno 1349 2 ). 5 [75] Her Hennrich von Sant Alban, thfimbropst der hochen stiff Basel, starb anno 1349 3 ); lit by sant Margretten altter 4 ) in der hochen stifft vergraben. 1353 [80] Her Niclaus Bernner burger zu Basel starb anno 1358 5 ); lit im munster vergraben. 10 1365 [17] Her Uolrich von Spinis 0 ), rector ecclesie in Arberg, canonicus ecclesie sancti Pettri, starb anno 1365. [5 V ] Graff Sigmund von Dierstein der eltter hat das schlosz 1306 Varsperg nach dem erdbidem wider gebuwen anno 1366 7 ). Starb 1383 anno 1383; lit zu den Barfussern zu Basel vergraben. is 1306 [84 v ] Her Arnoldt von Rattperg ritter 8 ) starb anno 1366 ept. 15 u g. ^ en ^ .tag septembris; lit zu den Augustineren vergraben. [84 T ] Elysabett Maltererin von Friburg 9 ) hat zu graff Wal- raffen von Dierstein in die ee bracht 2000 marck silbers anno 1366 i0 ). 20 1) In der zweiten Kapelle des nördl. Seitenschiffs. Ueher diese zwei Altäre, zwischen welchen er auch begraben wurde, vgl. Jahrztb. d. Dornst, z. 15. Nov., auch Tr. V S. 51. Die Stiftungsurk. scheinen verloren. 2) A. Murnhart erscheint als Achtbürger im Eat 1336; s. B. Urkb. IV No. 129. 3) Von 1336 bis 1367 ist als Dompropst Thüring von Ramstein bezeugt; s. ebend. und Tonjola S. 4. Hingegen erscheint z. J. 1369 Johann von St. Alban als Chorherr von St. Leonhard; s. B. Urkb. IV No. 332. 4) Dieser Altar lag in der hintern Krypta, wo noch jetzt am Gewölbe die Marter dieser Heiligen gemalt ist; s. im St. Archiv das Gräberbuch des Münsters S. 161. 5) Er war Ratsherr der Kaufleutenzunft, und auf ihn folgte 1360 sein gleichnamiger Sohn; s. B. Chron. V 548 ff. 6) Spins bei Arberg. 7) D. h. wieder hergestellt, nicht völlig neu erbaut. Denn schon 1363 erscheint auf der Burg wieder ein Vogt; s. Boos, Urkb. No. 389, und Karl Roth in B. Zeitschr. VI 453. 8) Er war des Rats und Bruder des nachmaligen Bürgcrmrs. Hcnmann v. R.; s. Merz II Taf. 8, und B. Chron. V 548 ff. 9) Genauer: Gisela von Kaisersberg, Witwe Hans Malterers von Freiburg i. B. und zweite Gemahlin Graf Walraffs III. von Tierstein, der ein Neffe des Domherrn Rudolf v. T. war; s. Genealog. Handb. d. Schweizer- gesch. I 407. 10) Auf diese zweite Ehe Walraffs, die nicht standesgemäss war, bezieht sich Kaiser Karls IV. Urk. v. 14. Sept. d. J., im St. Archiv, Adelsarchiv No. 181. r ' 1349—1418. 347 [86] Billing zum Engel *•) burger zu. Basel ward zu Endingen «67 erschlagen 1367 2 ). [8 T ] Her Wernher von Rotperg ritter, Ennely von Brun- 1386 kilch sin huszfrouw, starb anno 1386 3 ), ligen zu den Augusti- 5 neren zu Basel vergraben, [W 125] Her Hans Puliant von Eptingen ritter, burger- (1399) meister zu Basel 1 ), lit zu den Augustineren vergraben. [l()5 v ] Graff Walraff von Dierstein 5 ) starb anno 1403; lit 1403 im closter Beinwiler vergraben. io [106] Cünrat Erb burger zu Basel starb uff unser frouwen uot Verbindung tag anno 1404«). Mära 2:> [6] Graff Herman von Dierstein ward erschlagen zu Sant uos Gallen anno 1405 7 ). [107 v ] Rudolff Vitzthvim ritter starb anno 1407 8 ); lit zu uo7 15 den Barfüsseren vergraben. [6] Graff Otto voii Dierstein") starb zu Louffenberg uffuis zinstag vor Verene anno 1418; und glich am mentag darnach s " p s t ' 5 starb sin dochter Dorothea. [111] Cuntzly von Louffen burger zu Basel starb anno 1418 10 ); 20 lit zu sant Martin 11 ). 1) »Das hus, hof und gesesse, bo man nennet zem Engel« (jetzt Engelhof) kaufte 1364 um 1100 Gl. »der Billung von Oltingen der watmann«, und noch 1412 bewohnte dieses Haus »Johannes filius quondam Ottmanni Billung«; s. Hist. Grundb., Nadelberg No. 4.— Dieser Hans B. geriet 1385 in Gefangenschaft des Basel befehdenden Götschi d. altern von Eptingen und wurde erst 1386 wieder frei; 8. B. Urkb. V No. 58, 65 u. 136, auch Stadthaushalt Basels II 39 und Leistungsb. I 110 v . 2) Ueber diese Schlacht s. B. Chron. V 58 und VI 256. 3) Des obgen. Arnolds SoIid, fiel er bei Scmpach; s. Merz II Taf. 8. 4) Er starb 1399; s. Aug. Burckhardt ebend. III Taf. 5. 5) Der oben z. J. 1366 erwähnte; s. ebend. Taf. 16. 6) Seit 13S2 war er Ratsherr der Kaufleutenzunft; s. Schönberg S. 556. 7) Dieser Sohn Sigmunds d. altern fiel im Gefecht vom 17. Juni d. J. am Häuptlisberg; s. Kingenberger Chronik S. 160. Er wurde in Basel im Kloster Klingental begraben; s. Tonjola S. 325. 8) Dieser Ratsherr von 1378—1384 war ein Urenkel des obgen. Burkhard V.; s. B. Chron. V 555 ff. und Merz III Taf. 14, auch oben S. 345. 9) Ein Bruder des obgen. Hermann v. T.; s. K. Roth bei Merz III Taf. 16. 10) Wie sein Vater Peter V.L., der Oberstzunftmeister von 1380, so bekleidete auch er dieses Amt 1402 und 1404, und blieb als Achtbürger im Rat bis zu seinem Tod; s. Stadthaushalt Basels II 85 u. 93, und Schönberg S. 774 ff., ferner Merz III Taf. 17. 11) Das.Grabmal dieses Geschlechts ist dort noch vorhanden. 348 Schnitts Auszüge. M25 [120 T ] Hugly von Louffen starb anno 1425 J ). H27 [W 226] Her Wernher Murnhart starb anno 1427 2 ). (1428) [121] Graft Hans von Welschen Nuwenburg 3 ) zoch in den Suntgouw mit 500 pferden anno 1427 4 ). (1433) [S T ] Sophia von Eotperg 5 ) die ward vermechlet her Burchart 5 Zybel, wellicher starb anno 1430 6 ). Darnach ist frouw Sophia in das closter an Stennen kommen und vil gütz mit ir hinin bracht 7 ). 1438 [127] Wendly von der Wittenmul edelknecht sagt bischoff Friderichen ze Rin ab anno 1438 8 ). io «439 [129] Her Hans von Hegenheim 9 ), der lest disz stammens 10 ), starb anno 1439; lit im munster begraben. [21] Juncker Claus Murer starb anno 1439"). nie [W231] Hans Studely der kremer starb anno 1446' 2 ). 1U9 [134 v ] Her Hans von Falckenstein hat anno 1449 hertzog ü> Albrechten von Osterrich umb armüt willen das schlosz Varns- perg verpfent umb 400 gl., und dasselbig geltt zu Seckingen mit siner bülschafft, enner von Hagenbach, verzertt 13 ). 14t >o [135] Her Bernhart von Rotzenhusen custer starb anno 1) Er war Konrads Bruder und sass im Rat 1412 und 1419; s. B. Urkb. V No. 99, Schönb. S. 776 u. 778, und Merz III Taf. 17. 2) Ratsherr von Achtbürgern und 1424 Oberstzftmr.; s. Schönb. S. 774ff. 3) Graf Johann von Freiburg, dessen Vater Konrad Neuenburg ererbt hatte. 4) Ueber diesen im August 1428 gegen Oestreich gerichteten Zug, dessen Gesamtstärke 2500 Mann betrug, Tgl. B. Chron. IV 43(3 und V 476, auch B. Stadthaushalt II 173 u. 174, ferner R. Wackernagel, Gesch. d. Stadt Basel I 454. 5) Schwester des nachmaligen Bischofs Arnold v. R.; s. Merz II Taf. 8. 6) Er war 1427 und 1429 Oberstzftmr. und blieb als Achtbürger im Rat bis zu seinem Tod, der erst am 1. Aug. 1433 erfolgte; s. Schönb. S. 777 ff. und Tonjola S. 312. 7) Im Steinenkloster wurde sie 1478 begraben; s. Tonjola S. 319. Jedoch verkaufte sie ihr Haus am Rheinsprung (jetzt No. 7, Universität) dem Rat erst 1462; s. im St. Archiv, Fertigungsbuch 8, Bl. 117*. 8) Ueber diese Fehde kenne ich keine sonstige Nachricht. Vermutlich stund dieser elsässische Edelmann auf Seite Bernhards von Ratsamhausen in dessen 1437 entstandenem Streit mit Friedrich ze Rin um den bischöflichen Stuhl; s. oben S. 128. 9) 1418—1436 Zunftmr. der Krämer; s. Schönb. S. 478ff. 10) Zu diesem Irrtum s. unten z. J. 1451. 11) 1423—1433 im Rat als Achtbürger; s. Schönb. S. 780 ff. 12) Ueber ihn s. B. Urkb. VI No. 471. 13) Mit Ausnahme der Pfandsumme findet sich diese Notiz auch in Schnitts Zusätzen zu seiner Weltchronik; s. B. Chron. VI 299. 1425-1452. 349 1450 l ). Her Friderich von Fleckenstein ward custer der hochen stifft 2 ). Her Adam von Ansoltzheim ritter widersagt der stat Basel anno 1450 3 ). 5 [W 227] Her Petter von Hegenheini, der lest disz stammens, 1451 starb anno 1451 4 ). [135] Disse sind anno 1451 mit Friderico gen Rom zogen in der stat Basel costen mit 30 pferden 6 ): Her Bernhart von Rotperg ritter houptman. 10 Jacob ze Rin Hans von Berenfels 6 ) Disse sind zu Rom zu ritter Bernhart Surly geschlagen. Bernhart von Effringen Bernhart von Louffen 7 ). « Petter Schonkind 8 ) Hans von Waltenheim. [135 T ] Her Jacob ze Rin ritter ward burgermeister zu Basel 1452 gantz jung, uff 20 oder 22 jar, anno 1452 9 ). HerHennrich Schlierbach der tüchman 10 ) hat unser frouwen 20 cappeilen uff Burg 11 ) lassen mallen in sinnem costen. 1) Bis hier vgl. Jahrztb. d. Dornst, z. 8. Juli, bei Tr. V S. 802. 2) Er wurde 1451 Dekan; s. B. Chron. IV 408. 3) Ueber diese Fehde, die erst 1454 beigelegt wurde, s. B. Chron. IV 315 und B. Urkb. VII No. 295, 397, 307, 402 u. 426, auch Wackernagel, Gesch. v. Basel II 3. 4) Vgl. oben S. 14. Er war 1438 Oberstzunftmr. und blieb als Achtbürger im Rat bis 1447; s. Schönb. S. 784 ff. 5) Mit 10 Glefen je zu 3 Pferden. Ueber diesen Zuzug vgl. B. Chron. V 427 und oben S. 15 u. 16. 6) Sowohl dieser als J. ze Bin zogen zur Romfahrt auf eigene Rechnung, also nicht im städtischen Sold; s. ebend. Beide wurden später Bürgermeister; s. Schönb. S. 789 u. 791. 7) Er war ein Enkel des Oberstzunftmrs. Konrad v. L., und erlangte 1462 dieselbe Würde; s. Merz III Taf. 17, und Schönb. S. 793. 8) Nicht Peter Schönkind zog nach Rom, sondern sein jüngerer Bruder Konrad, der gleichwie Hans Waltenheim erst 1454 in den Rat gelangte; s. B. Chron. V 427 und oben S. 15 u. 16, ferner B. Urkb. VII No. 409 und Schönb. S. 790. 9) Sohn des am 7. März 1433 verstorbenen Bürgermrs. Burkhard ze Rin v on Hesingen; s. Merz I Taf. 12. 10) Zunftmr. der Kaufleute 1454—1461; s. Schönb. S. 790 ff. Das Jahr 1452, unter welchem diese Notiz in der Hs. steht, kann sich demnach nur auf diese seine Stiftung beziehen. Wäre aber damit sein Todesjahr gemeint, so müsste in Schnitts Quelle die Jahrzahl entstellt gewesen sein aus 1462 (LH statt LXII). 11) Vermutlich die Marienkapelle unter dem Lettner, neben der Treppe, die vom Schiff zum Chor führte; s. Wurstisens Münsterbeschreibung in B. Eeitr. XII 447. 350 Schnitt» Auszüge. 145* [W 223] Her Anderes Ospernel, oberister Zunftmeister, starb anno 1454 1 ). 1455 [137] Graff Hans von Dierstein 1 ) starb anno 1455 uff mit- ng ' 7 wuchen nach Bartholomey zu Basel 3 ) und ward zu Pfeffingen vergraben. 5 Werlin Ereman, oberister Zunftmeister 4 ), was ein dryerher 5 ), handlet im ampt nit wol, wardt sinner eren entsetz anno 1455 6 ). 1456 [137 v ] Her Johans ze Rin, dechan zu Basel, starb anno 1456 7 ); und ward an sin stat Johannes von Veningen dechan zu Basel 8 ). « 1458 [9] Ludman von Kotperg ,J ) ertranck zu llinwiler uff Mathie Sept - 2I desz ewangelisten tag 10 ) anno 1458, sinnes alters im 12. jar. Juli 25 [139] Hans Murer, burger zu Basel, starb uff Jacoby anno 1458 u ). Sin huszfrouw, enne von Wissenburg 12 ), nam bald ein anderen man, her Petter Surlin den ritter 13 ), was arm; dem' 5 bracht sy zu 3000 gl. [139] Hans Bremmenstein, anno 1458 oberister zunft- 1) Oberstzftmr. war er 1440 —1444, und zugleich von 1431 bis zu seinem Tod erst Meister, dann Ratsherr der Kaufleutenzunft; s. Schönb. S. 782 ff. 2) Ein Enkel Walraffs III; s. Merz III Taf. 16 und vgl. oben S. 346. 3) Im 1437 von ihm erkauften Beinwilerhof, der fortan Tiersteinerhof und erst in späterer Zeit Schilthof genannt wurde; s. Eist. Grundb., Freie Strasse No. 96, 4) Dieser Achtbürger war Oberstzftmr. seit 1446; s. Schönb. S. 787 ff. 5) Die Dreierherren verwalteten die städtischen Finanzen. Doch finde ich ihn als solchen nirgends bezeugt, hingegen als Lohnherrn (über das Bauwesen) seit 1441; s. B. Urkb. VII No. 3. 6) Er wurde verbannt wegen Ungeldunterschlagung; s. im St. Archiv, Todbuch II 7, z. 5. März 1455. Doch wurde ihm 1457 gestattet, wieder in der Nähe der Stadt zu verkehren, und 1460 erscheint er als Schultheiss von Rheinfelden; s. B. Urkb. VIII No. 58 u. 136. 7) Als Dekan des Domkapitels ist er bezeugt z. J. 1455, und vermutlich folgte er auf den 1453 verstorbenen Friedrich von Fleckenstcin ', Bi Boos, Urkb. No. 785, und Tr. V S. 808. — Er fehlt bei Merz I Taf. 12. 8) Der spätere Bischof. 9) Dieser, vermutlich ein Sohn des Bürgermrs. Bernhard v. R.| ^'^ bei Merz II Taf. 8. 10) Hier ist offenbar nicht Mathias (24. Febr.) gemeint, sondern MatheuS (21. Sept.). 11) 1440—1452 im Rat als Achtbürger, versteuerte er 1453 ein Vermögen von 5500 Gl.; s. Schönb. S. 645 u. 785 ff. 12) Elisabeth v. W.; s. Wurstisens B. Chronik S. 226. 13) Dieser Bruder Bernhards sass im Rat seit 1455; s. Schönb. S. 790 und Merz I Taf. 8. Mai 1454—1458. 361 meister 1 ), was hievor saltzmeister 2 ), etwan ein schuchmacher gewessen 3 ). [ü T ] Her Thoman von Falckenstein nam zu der ee her Rüdolffs von Kamsteins desz fryherren dochter 4 ); die starb anno s 1458. Darnach nam er frouw Anna gehorne von Winsperg 5 ). [139 T ] Her Thiebold, her zu Nuwenburg und Liell in Bur- (1488) gund, starb im meyen anno 1459 6 ), ward lOOjerig, verleisz" 3 sun: der ein her zu Montegü 7 ); der ander, her de Albo- monte 8 ) und marckschalck in Burgund, wasz hogerechtig und io verliesz ouch fil kind 9 ); der dritt was jung 10 ). [136] Herr Rüdolff von Ramstein, her zu Zwingen und Gilgenberg, ist im schlosz zu Zwingen gesessen 11 ); hat zu der ee gehapt Ursula von Geroltzeck 12 ), by deren er ein dochter erboren hatt, welliche er her Thoman von Falckenstein ver- 15 mechlet hatt 1S ). Die ander eefrouw was her Hennrich von Lore dochter 14 ); by der überkam er zwo dochteren 16 ). Er schlug sy 8. Am Rande: Blamont. 1) Genauer im Amtsjahr 1457/58; s. Schönb. S. 791. 2) Als Salzmeister erscheint er 1446—1471; s. B. Urkb. VII No. 62 und No. 400. 3) Als Schuhmacher erscheint er 1433, wo er Ratsherr dieser Zunft wurde und blieb, bis er von 1441 an in derselben Eigenschaft die Zunft der Weinleute vertrat; s. Schönb. S. 783 ff. 4) Ursula v. R.; s. B. Chron. V 401, A. 7. 5) Genauer: Amalia, Gräfin v. Weinsberg; s. Boos, Urkb. No. 833, z. J. 1461. 6) Theobald VIII. von Neuenburg in Burgund, Herr zu L'Isle am D °ubs, starb laut der Stammtafel in B. Chron. III 568 schon 1458. Ueber An s. ebend. IV 35, A. 2. 7) Johann von Montaigu; s. ebend. III 569. 8) Theobald IX., Herr zu Blamont. 9) Beide hatten viele Kinder; s. ebend. 10) 1). h. er starb jung. 11) Vgl. B. Chron. V 401. 12) Mit ihrem Vater Heinrich, Herrn zu Lahr, erlosch 1426 das Haus Geroldseck, worauf Lahr an Graf Johann von Saarwerden, den Gemahl von Heinrichs älterer Tochter Adelheid fiel; s. Grote, Stammtafeln S. 113 u. 181. 13) S. oben Anm. 4. 14) Er heiratete nur einmal, nämlich Ursula, die Tochter Heinrichs von Geroldseck, des Herrn zu Lahr. Aber diese verliess ihn, weil er mit einer Schwester des Dompropsts Georg von Andlau in wilder Ehe lebte; s. B. Chron. V 402, sowie auch jinten S. 352. 15) Diese zwei, Margaretha und Anna, waren gleich ihrer altern Schwester Ursula die Töchter Ursulas von Geroldseck. Ueber beide s. B. Chron. a - a. O. 352 Schnitts Auszüge. von im in das eilend 1 ); also kam sy in ein closter 2 ). Er aber hatt alweg mit huren husz, by wellichen er fil kinder überkam. Her Rüdolff von Ramstein überkam ein naturlichen sun, Hans Bernhart von Gilgenberg genant 3 ), wellichen er erboren hatt von einer von Andlouw, des thümbropst Schwester 4 ). 5 Dissem sun gab er zu der ee Wersich von Stouffenberg dochter h ), die zu Jungholtz by Sultz 6 ) sasz. Er gab im zu der eestur 1200 gl. und das schlosz Gilgenberg, das er von dem bischofl von Basel zu lechen entpfieng 7 ). 1459 [139 T ] Her Rüdolff von Ramstein fryher starb uff Francyscy « anno 1459 zu Basel 8 ); lit ouch da begraben 9 ). [88] HennrichWarney, vogt zu Goldenfels, starb anno 1459 10 ). 1462 [W 229] Hans Waltenheim starb anno 1462 "j. Henman Waltenheim der wexler, sin vatter, starb anno 1459 12 ). [148] Frouw Anna von Eschentz, geborn von Wittenheim, « 14. Hs. W: anno 149. 1) Sie begab sich zunächst zu Graf Johann von Saarwerden, dem Gemahl ihrer Schwester Adelheid, führte aber 1459, nach dem Tode Rudolfs v. R., einen Prozess gegen dessen Erben und zog deshalb 1460 nach Luzern, wo sie Bürgerin wurde und den Untcrwaldner Heinrich Aschwanden heiratete, jedoch unter fortwährenden weitern Prozessen zeitweise in grosser Armut lebte; s. B. Chron. V 402, sodann aber namentlich Th. v. Liebenau in KathoL Schweizerblätter XVI 180 ff. 2) Dies trifft nur zu für ihre Tochter Anna, welche 1451 dem Steinenkloster übergeben wurde; s. B. Chron. V 401. 3) Ueber ihn s. K. Vischer-Merian in B. Beiträgen XII 252 ff. 4) Georg von Andlau folgte als Dompropst auf Peter Liebinger 1432 und starb 1466; s. Tr. V S. 768 und 836. 5) Süslin, Wersich Bocks von Staufenberg Tochter; s. im St. Archiv, Adelsarchiv No. 533, v. 26. April 1459. 6) Sulz im Ober Elsass. 7) S. die in Anm. 5 erwähnte Urk. 8) Der Vordere Ramsteinerhof (jetzt Rittergasse No. 22 u. 24), den er früher besessen, gehörte schon 1452 Heinrich von Beinheim; s. B. Urkb. VII No. 362, und vgl. Histor. Grundb., Freie Strasse No. 115, z. J. 1441, und Rittergasse No. 22. 9) Ueber sein Grab im Münster, in der Marienkapelle Bischof Heinrichs von Neuenburg, s. Wurstisens Münsterbeschreibung in B. Beiträgen XII 437. 10) H. Varnoy; vgl. Tr. V S. 821. Ueber die bischöfliche Burg Goldenfels s. B. Chron. IV 36, A. 2. 11) S. oben S. 349, A. 8. 12) Dieser war 1433—1459 erst Meister, dann Ratsherr der Hausgenossenzunft; s.. Schönb. S. 783 ff. Die verstümmelte Jahrzahl im Wappenbuch sollte also vermutlich 1459 lauten. 1459—1513. 353 ist ir gewessen "Diettyken und Dennicken 1 ). Disse frouw ist burgery worden zfi Solluthurnn 2 ); die haben sy gon Solloturn genomen und das schlosz zu Diettyken usz forcht der herschafft zu Rinfelden selbs verbrent anno 1477 3 ). (1468?) 5 [142 v ] Priderich Rott von Rossenburg 4 ) edelknech starb uff i486 dornstag vor Mathie anno 1466. Sin huszfrouw Adelheit von Fe r ' i[] Morsperg lit zu den Augustiner vergraben, starb anno 1474. 1174 [147] Hans Bremmenstein saltzmeister starb uff Hennricy 1475 imperatoris anno 1475 5 ), lit zu sant Martin. Juh ,:! 10 Her Hans von Flachszland ritter starb anno 1475, was burgermeister gewessen 6 ). [W 154] Her Bartlime Wurmly ritter, der lest disz ge- 14S3 schlechts, starb uff den ersten tag apprillis anno 1483: lit zu April ' Colmar by den Predigern. 15 [7 V ] Graff Oszwald von Dierstein starb anno 1487 zu Obern 1487 Baden'). [W 125 v ] Hans Uolrich Meyer von Huningen ward er- uo9 schlagen anno 1499 uff den 22. tag marcy»). Marz l2 [21 T ] Juncker Claus Meyer ligt vergraben in sins vatters isoo 20 grab Hans Ludwig Meyers 9 ); starb anno 1500. [165 v ] Graff Oschwald von Dierstein starb zu Langerach (1B13) anno 1512 10 ). 1) Anna, die Tochter Wernhers von "Wittenhcim und Margarethas v on Eschenz, war in erster Ehe vermählt mit Ulrich v. Eptingen und in zweiter mit Wilhelm Blümli, nannte sich aber als Wittwe nach ihrer Mutter »von Escheuze, da sie von dieser die Burg bei Diegten geerbt hatte, die nach nren bisherigen Besitzern Eschenz genannt wurde, und wozu auch das Dorf •Lenniken gehörte; s. Merz I 232 ff. 2) Ihre Beziehungen zu dieser Stadt begannen schon vor 1442; s. fi oend. I 234. 3) Dies geschah schon 1462 oder 1463, in der Fehde Solothurns mit liomas von Falkenstein, welche erst 1469 beigelegt wurde; s. ebend. I , J 6 und III 256. Das Jahr 1477, in welches Schnitt diese Zerstörung setzt, W also jedenfalls irrig. Auch wird das östreichischc Kheinfelden hier bloss genannt, weil Falkenstein von dort Hilfe erwarten konnte. 4) S. Merz I Taf. 11. Im Rat sass er nur 1419; s. Schönb. S. 778. 0 5 ) Bis ans Ende war er Ratsherr der Weinleutcnzunft; vgl. oben b - 351, a. 3. 6) Von 1454 bis 1462; s. Schönb. S. 790 ff. Später, 1473, stund er im ■Dienst Markgraf Rudolfs von Hochberg; s. B. Urkb. VIII No. 440. 7 ) Oswald I., Sohn des 1455 verstorbenen Hans v. T.; s. Merz III Taf. 16. 8 ) Im Treffen am Bruderholz; vgl. B. Chron. V 322 und VI 8. 9 ) Bis liier vgl. ebend. V 412. 10) Dieser Sohn Oswalds I. lebte noch im Juni 1513 und ist erst 1514 *"> todt bezeugt; s. K. Roth bei Merz III Taf. 16. Mit Langerach mag 'Migenargen gemeint sein. Basler Chroniken. VII. 23 354 Schnitts Auszüge. i5i2 [W 230] Her Friderich Hartman genant zfer Linden '), der lest disz statnmens, starb anno 1512 2 ). [W 228] Heinrich von Brunn, der erst ufF der Stuben, hat 1513 den rat besessen anno 1482 3 ). Morand sin sun starb anno 1513 4 ), der lest disz stammens. Die andern von Brunn sind gerwer 5 ), 6 ist aber ein geschlecht. [W 225 T ] Jorge Schonkind, der lest disz geschlechts, starb 1518 anno 1518 6 ). . 1519 [169] Graff Hennrich von Dierstein 7 ) starb zu Basel 8 ) uft san Anderes tag anno 1519, disz geschlechts der lest. "> i52i [W 227] Juncker Wilhelm Zeigler burgermeister starb anno 1521. 1522 [W 232] Her Jacob Meyer, zum Schwartzen Sternnen in der Hütgassen gesessen 0 ), ward oberister zunfftmeister anno 1522 10 ), und burgermeister anno 1530. 15 1525 [W 230 v ] Caspar Koch der maller, saltzmeister und ratzher, starb uff Nicolay anno 1525 n ). 1) Seit 1490 bald Meister, bald Ratsherr der Kaufleutenzunft, war er 1501 auch Oberstzunftmr.; s. Schönb. S. 530 ff., und vgl. B. Urkb. IX No. 200. Zur Linde hiess sein Haus an der Eisengasse; s. Histor. Grundb. Eiseng. No. 23, z. J. 1497. 2) Vgl. Tonjola S. 219. 3) Dieser verdiente sein Bürgerrecht 1448 im Rheinfelderkrieg, als Henmann Offenburgs Knecht. Doch von 146S bis 1491, wo er starb, war er Ratsherr der Kaufleute und gehörte somit nie zur Hohen Stube; s. Rotes Buch S. 211, Schönb. S. 795 ff., B. Chron. VI 534 ff. und Tonjola S. 110. 4) Dieser erst sass seit 1499 im Rat als Achtbürger; s. B. Chron. VI 539 ff. 5) Der erste dieser Gerber war Hans v. B., der 1484 das Bürgerrecht kaufte und 1518 starb; s. Rotes Buch S. 236. Sein Sohn war Urban, der 1517 Zunftmeister der Gerber wurde, und von welchem das jetzt noch blühende Geschlecht stammt; s. Schönb. S. 545 ff. und vgl. oben S. 300, A. 9. 0) Seit 1510 Vogt auf Münchenstein; s. B. Urkb. IX No. 353. 7) Oswalds II. Bruder; s. Merz III Taf. 10. 8) Nachdem er den Tiersteinerhof an der Freien Strasse (den spätem Schilthof) kurz vor seinem Tod verkauft hatte, blieb ihm noch derjenige am St. Albangraben, der spätere Würtenbcrgerhof; s. Hist. Grundb. Freie Str. Nr. 90 und St. Albangraben No. 14, und vgl. oben S. 350, A. 3. 9) Dieses Haus, damals ein Wirtshaus, war noch 1513 in andern Händen, blieb aber nachher im Besitz der Familie Meyer bis 1571; s. Histor. Grundb., Hutgasse No. 15. Nachdem jedoch Jakob Meyer schon 1521 durch Heirat das Wirtshaus zum Hirzen in der Aeschenvorstadt (jetzt No. 50) erworben hatte, wurde er stets nur nach diesem benannt; s. B. Chron. VI 00, A. 3. 10) Vorher, seit 1517, war er Ratsherr der Hausgenossenzunft; S- Schönb. S. 545 ff. 11) Ratsherr der Malerzunft seit 1495; s. B. Chron. VI 538 ff. 1512-1540. 355 [W 230 v ] Her Hans Gerster statschriber starb anno 1529 i ). [im) [W 125] Stoffel Rott, der lest disz stammens, starb anno 1532 15322). [W 231 T ] Hennrich Murer genant Buman, kremer 3 ), der lest * disz stammens 4 ), starb anno 1532. [135 T ] Her Hans Ymber von Gilgenberg ritter starb 1533, 1533 der lest disz stammens 6 ). [169 T ] Hans Yrmy der kouffman starb anno 1533 6 ). [W 228] Her Bernhart Meyer von Balderstorff starb anno 10 1533, der lest disz stammens"). [W 229 T ] Dieboldt von Arx starb anno 1534 8 ). 1534 [W 231] Jacob Götz, winman, saltzmeister, der retten a ), 1535 starb anno 1535. [9] Kuniguld von Rotperg starb anno 1538 10 ); lit im munster 153s 16 zu Basel. [ 1 69 T ] Ludwig Züricher der winman 11 ) starb anno 1538; lit im munster. [W 229] Hans Wiler der lest 12 ) starb anno 1539. «88 [W 227] Juncker Lux Zeigler, oberister zunfftmeister, starb 1540 2ü zu Ystein anno 1540 13 ); verliesz ein sun, ertranck im Bin anno 1) Ueber ihn s. B. Chron. IV 139, V 500 u. VI 553. Im Ruhestand seit 1524, starb er erst im August 1531. 2) Ueber ihn vgl. Merz I Taf. 11. 3) Als Kaufmann erscheint er z. J. 1514; s. B. Urkb. IX No. 415. 4) Er gehörte also nicht zum Achtbürgergeschlecht d. N., welches laut Wurstisen S. 226 erst 1559 erlosch. 5) Ueber diesen Sohn Hans Bernhards v. G., welcher 1496 und 1498 in Basel Bürgermeister war, jedoch vorher und nachher im Dienste Oestreichs stund, s. K. Vischer in B. Beistr. XII 254 ff. 6) Zunftmeister der Krämer seit 1530. Ueber ihn s. B. Chron. I 451 ff. U. VI 550. i) Er sass im Rat als Achtbürger bis 1529, wo er zu den Ausgeschlossenen gehörte; s. Schünb. S. 544 ff. und B. Chron. VI 118. 8) Von Beruf Kannengiesser, erscheint er seit 1508 als Lohnherr und 1514—1522 als Landvogt auf Homburg, worauf er nachher in Zeglingen wohnte; s. B. Urkb. IX No. 345 u. 418, ferner Histor. Grundb., Schnabelgasse No. 1 z. J. 1514 u. 1530, und Rüdengasse No. 2, z. J. 1508, auch Oeffnungsb. VII 153 u. 189. 9) Seit 1527 Meister, dann Ratsherr der Weinleute; s. Schünb. S. 549 ff. 10) K. geb. von Baden, Wittwe des 1476 bei Grandson zum Ritter geschlagenen Arnold IV. von Rotberg, der ein Neffe Bischof Arnolds und der Stammvater des jetzt noch blühenden Geschlechts war; s. Merz II Taf. 8 u. 9. H) Seit 1519 Meister, dann Ratsherr der Weinleute; s. Schünb. S. 546 ff. 12) Ueber ihn s. B. Chron. IV 398 ff., und vgl. B. Urkb. X No. 243. 13) Er war einer der 1529 ausgeschlossenen Ratsglieder, scheint aber Basel erst nach 15::2 verlassen zu haben; s. B. Chron. I 82 u. 472, A. 1, ferner B. Urkb. X No. 139. 23* 356 Schnitts Auszüge. 1540, ward zu Ystein funden. Juncker Daniel Zeigler, der lest, 1541 starb im augsten anno 1541 l); also gien der stam ab. April 24 [175] Juncker Adelberg von Berenfels 2 ) starb uff den 24. tag aprillis anno 1541, sinnes alters im 70. jar. Hat vil kinder gehept 3 ), aber alle gestorben vor sinnem end, bisz uff Juncker 5 Jacoben von Berenfels 4 ) und ein dochter; hat ennen von Am- pringen 6 ), was burgermeister zu Friburg im Briszgouw. 4. In d. Hs. fehlt hinter 7 die zweite Ziffer, weil der Blattraud beschnitten ist. 1) Laut Wurstisens B. Chron. S. 513 war Daniel ein Sohn von Lucas, also möglicherweise dessen angeblich schon 1540 ertrunkener Sohn. 2) Neffe des Bürgcrtnrs. Hans v. B.; s. Merz I Taf. 7, und oben S. 349. A. 6. 3) Bezeugt sind 3 Söhne und 2 Töchter; s. Merz a. a, O. 4) Auch dieser starb 154.'); s. ebend. 5) Brigitta, vermählt mit Philipp Jakob v. A.; s. ebend. IX. Des Dekans Nikiaus Brieffer Chronik der Basler Bischöfe, 741—1529. Einleitung. Wie bereits erwähnt, so wurde jenes alte Verzeichnis der Briefers Basler Bischöfe, das wir aus Konrad Schnitts Wappentafel Herkunft und kennen, schon wenige Jahre nach dessen 1541 erfolgtem Tode Lebenslauf. durch Nikiaus Briefer unter Zuziehung sonstiger Quellen über- 5 arbeitet und zu einer bischöflichen Chronik erweitert 1 ). Fragen ■wir nun zunächst nach des Verfassers Herkunft und Lebenslauf, so lebte in Basel ein Nikiaus Briefer schon im XIV. Jahrhundert 2 ). Doch den Stammvater des im XV. und anfangs des XVI. Jahrhunderts blühenden Geschlechts d. N. dürfen wir wohl 10 eher in jenem Peter Brief er vermuten, welcher sein Bürgerrecht 1424 auf dem Zuge nach Hirsingen verdiente 3 ). Denn dieser war gebürtig aus Karlisbach im Elsass, und wohl nur deshalb heisst noch heute das Haus No. 11 auf dem Rümelins- platz, welches um 1440 Ennelin Briefer besass, »zum Kars- 16 pach« 4 ). Mag nun diese Ennelin jenes Peters Wittwe gewesen sein, so war ein zweiter Peter, der das Bürgerrecht erst 144o auf dem Zuge gegen Laufenburg verdiente, vielleicht dessen Neffe 5 ). Gleich seinem Oheim trat auch dieser, da er Küfer War, in die Zunft der Zimmerleute, welcher alle Holzarbeiter 20 angehörten, und wohnte im genannten Haus zum Karspach 6 ). Schon 1451 besass er ein Vermögen von 200 Gulden, welches t>is 1470 auf 1200 Gl. stieg 7 ), und seit 1467 sass er im Rat, zuerst als Meister seiner Zunft, und von 1471 bis 1481 als 1) S. oben S. 309. 2) Er starb vor 1401; s. Histor. Grundb., Gerbergasse No. 57. 3) S. Rotes Buch S. 287. 4) S. Histor. Grundb., Rümelinsplatz No. 11, und Basler Adressbuch ] 862, S. 120. 5) S. Rotes Buch 8. 200, wo sein Geburtsort nicht genannt wird. 6) S. bei Schönbere S. 667 die Steuerliste von 1453, und Hist. Grundb. a. a. O. 7 ) S. Schöub. S. 5t)0, 667 u. 762. 360 Brief". Ratsherr 1 ), worauf er vermutlich 1482 starb. Ihm folgte im Rat 1483 bis 1501 der Küfer Hans Briefer 2 ), welcher im neben dem Haus zum Karspach gelegenen Haus zum Strauss (jetzt No. 9) wohnte und schon 1470 ein Vermögen von 600 Gl. versteuerte 3 ). Als dessen Nachfolger im Rat erscheint 1503—1523 Bartholo- '> meus Briefer 4 ), der das an den Strauss stossende Haus zum Rosenfeld (jetzt No. 7) bewohnte 5 ). Da nun diese drei Briefer im Rat sich ohne Unterbrechung folgten, so liegt die Vermutung nahe, dass von 1467 bis 1523 dieses Ehrenamt sich jeweilen vom Vater auf den Sohn vererbte, und dass mithin Bartholomeus ein ,0 Enkel, und Hans ein Sohn jenes 1443 eingebürgerten Peter Briefer war. Als ein zweiter Sohn dieses letztern, mithin als Hanses Bruder, erscheint noch ein jüngerer Peter, der 1483 bis 1503 als Zunftmeister der Weinleute im Rate sass, also die Küferei mit dem Weinhandel vertauscht hatte und im Haus 15 zum Karspachwohnte 0 ). Wie der ältere Peter Briefer, so hinterliess auch dessen Enkel Bartholomeus einen gleichnamigen Sohn, der als Küfer das neben dem Stammhaus Karspach gelegene Haus Zesingen (später zum Zeisig genant und jetzt No. 13) bewohnte und 1530 20 verkaufte 7 ). Von Nikiaus Briefer aber, dem Verfasser der vorliegenden Chronik, wissen wir zwar nur, dass er ein Enkel Hans Briefers war, und dass 1524 sein Vater noch lebte 8 ). Da jedoch die Ratsglieder nur jedes zweite Jahr wieder wählbar waren, aber im Zwischenjahr dem alten Rat angehörten, so dürfen wir diesen 25 Vater wohl in dem Ratsherrn Bartholomeus vermuten, dessen Tod wohl erst kurz vor der neuen Ratswahl vom Juni 1525 erfolgte, und demnach war Nikiaus des jüngeren Bartholomäus Bruder. Schon 1500 wurde Nikiaus Briefer auf der Universität immatrikuliert, und nachdem er Magister geworden, bezog er von 30 1507 bis 1513 von der Stadt einen Gehalt als Hochschullehrer. Aber schon 1511, wo er das Rektorat bekleidete, war er bereits auch Chorherr von St. Peter 9 ). Nachdem er 1520 nochmals 1) S. Schönb. S. 794 ff. 2) S. B. Chron. VI 534 ff., auch III 98 u. 101. 3) S. Schönb. S. 7(>2 und Histor. Grundb., Rümelinspktz No. 7. 4) S. B. Chron. VI 541 ff. 5) S. Hist. Grundb., Rümelinspktz No. 9. 6) S. ebend. und B. Chron. VI 534 ff. 7) S. ebend. No. 13. 8) S. im St. Archiv, St. Peter SS, Bl. 29, und Wurstisens Epitome S. Iö6. '■>) S. Universitätsmatrikel z. J. 1500 u. 1511, und Stadthaushalt Basels III 190 u. 230. Einleitung 361 Rektor gewesen und bald darauf zu St. Peter Dekan geworden, amtete er im Januar 1528 auf der Disputation zu Bern als einer der vier Präsidenten 1 ). Der Reformation gegenüber galt er jedoch als »ein treft'enlicher bäpstler«, und als diese Bewegung im folgenden Jahr auch in Basel siegte, verliess er in der Tat die Stadt und zog für einige Zeit nach Frankreich 2 ). Doch schon im April 1532 kehrte er nach Basel zurück und bezog fortan wieder regelmässig seine Pfründe als Dekan zu St. Peter ;| ). Als Lizenziat beider Rechte hielt er nun, wie 10 früher, an der Universität wieder Vorlesungen über Zivilrecht 4 ). Auch wurde er, in Anerkennung seiner früheren Verdienste um die Universität, 1538 einstimmig in das »Collegium juris- consultorum« aufgenommen und folgenden Jahrs wieder zum Rektor erwählt 5 ). 15 Doch neben der Jurisprudenz war er zugleich ein eifriger Geschichtforscher. Hievon zeugt zunächst der noch vorhandene »Codex Briefen« 8 ), welcher neben vielen Urkunden, deren manche er von Gilg Tschudi erhielt 7 ), unter anderm auch die von Briefer unter Mithilfe von Konrad Schnitt verfasste Ge- 2 ° nealogie des Hauses Habsburg enthält 8 ). Weiter hinterliess er eine Urkunden Sammlung, die nach seinem Tod in den Besitz des Bürgermeisters Bonaventura von Brunn überging und von diesem auch Wurstisen mitgeteilt wurde 9 ). Diese seither verlorne Sammlung, die wir nur noch aus den Auszügen in 25 "urstisens Analekten kennen, enthielt allerdings zum grösseren l'eil noch bekannte Urkunden 10 ), doch immerhin auch einige, Welche einzig hier erhalten sind. Während nun in dieser Ur- 1) S. Anshelms Bcrncrchron. V 230, und Eidg. Abseh. IV 1 a, S. 1238. 2) S. ebend., forner Gasts Tagebuch z. 15. April 1548 (S. 60 in Bux- tQ rfs Ausgabe). 3) S. im St. Archiv, St. Peter QQ, Bl. 24 und TT 1, Bl. 35v u. 40^, und vgl. Qasts Tageb. a. a. O. 4) S. Herzog, Athcnae Rauricae S. 109, der sich auf Petrus Ilamus beruft. 5 ) S. Juristische Matrikel z. J. 1538: premerentibus id veteribus suis n <>u vulgaribus in academiam offieiis et benefieiis. Eerner s. Universitätsmatrikel z. J. 1539. 6) Früher E III 1, jetzt aber H III 1 der Oeffentl. Bibliothek. Eine Inhaltsübersicht dieser Hs. s. bei Sal. Vögeli im Jahrb. f. Schweizergesch. X IV 128 ff. 7 ) S. Vögeli S. 129. 8) S. ebend. S. 134, ferner Briefwechsel d. Beatus Rhenamis, Ausg v - Horawitz und Hartfelder S. 480, und vgl. B. Chron. VI 93 u. 94. 9) S. Wurstisens Analekten S. 41 3 ff. 10) Die meisten s. bei Boos, Urkb. d. Landschaft Basel, und einige im Basler Urkb. I und II. 362 Briefer. kundensammlung das Kloster Olsberg besonders stark vertreten ist, war es offenbar das Dominikanerkloster in Colmar, welchem Brief er den Besitz jener einzig noch vorhandenen Handschrift der Colmarer Annalen verdankte, die sich jetzt in Stuttgart befindet i). 5 Dem gleich ihm in Basel wirkenden Sebastian Münster, dessen Kosmografie 1544 im Druck erschienen war, lieferte er für die schon 1545 folgende zweite Auflage zahlreiche Berichtigungen, welche meistens die deutschen Kaiser betrafen 2 ). Doch auch dem Zürcher Johann Stumpf war er bei dessen 10 1540 vollendeter und 1548 gedruckter Beschreibung der Eidgenossenschaft behilflich, indem er ihm hiefür über Basel nicht allein >allerhand Antiquitäten« mitteilte 3 ), sondern sowohl eine Abschrift von Blauensteins Chronik der Bischöfe 4 ), als auch eine von Schnitt aus altern Quellen kurz zusammengestellte u Baslerchronik zusandte 5 ). Gleichwie Briefer die Arbeiten seiner Freunde förderte, so suchte er auch für seine eigenen Forschungen stets nach weitern Quellen. Kaum hatte er im Juni 1541 seine Genealogie der Habsburger vollendet, so bat er seinen Freund Beatus Rhe- 20 nanus, ihm eine Abschrift der im Besitz des Humanisten Hierony- mus Gebwiler befindlichen »annalium rerum Basileae et locis vicinis gestarum« zu verschaffen 6 ). Auch nach Gebwilers 1545 erfolgtem Tode bat er um dessen hinterlassene »Gesta Basili- ensia«, und ebenso um seinen »Catalogus episcoporum Basili- # ensium« 7 ). Doch seine fortgesetzten Bemühungen blieben völlig erfolglos, selbst als er in einem Briefe vom 23. Mai 1546 nur noch darum bat, ihm aus Gebwilers Katalog wenigstens die Namen der Bischöfe und die Zeit ihrer Regierung mitzuteilen 8 ). Er selber nämlich hatte inzwischen begonnen, ein solches Ver- 8° 1) S. Urstisius, Germaniae historici illustres II 4, und Mon. Germ. Sor. XVII 183. 2) S. Briefwechsel d. B. Khenanus S. 533. 3) S. Stumpfs Einleitung zum XII. Buch seiner Beschreibung der Eidgenossenschaft. 4) S. oben S. 10G. 5) Ueber diese seither verlorne Hs., welche Stumpf in seinem Quellenverzeichnis als »Basler Chroniken Conrad Schnitten«, und Herzog, Athenae Rauricae S. 110, als »Historia succincta civitatis Basileae« bezeichnet, vgl- Basler Ztschr. f. Gesch. XI 248. t>) S. Briefwechsel d. B. Rhenanus S. 480. 7 ) S. ebend. S. 535, 539 u. 545. 8} S. ebend. S. 552. Einleitung. 363 zeichnis der Bischöfe zusammenzustellen 1 ), und in der Tat trägt die an Stumpf gesandte Handschrift seiner diesbezüglichen Chronik die Jahrzahl 1546. Dieses Werk warjedoch wohl sein letztes. Denn er starb schon 1548, in der Nacht vom 14./15. April, als der 6 letzte seines Geschlechts, und wurde bei St. Peter begraben 2 ). Die von Briefer 1546 verfasste Chronik der Bischöfe, welche B ^" er an Stumpf sandte, ist noch vorhanden im Sammelband A 69 echrift (früher A 74) der Zürcher Stadtbibliothek, in welchem sie 1912 mi T ^™'" durch Dr. Gustav Müller (damals noch Cand. Phil.) glücklicher- üw seine 10 weise entdeckt wurde. In diesem sehr umfangreichen Bande Quell nahezu durchweg als irrig, während sie zum XI. Jahrhundert sich überhaupt nur vereinzelt vorfindet. Für die Folgezeit hingegen, von der Mitte des XII. Jahrhunderts an, fand Briefer in seinen Quellen für jeden Bischof entweder das Jahr seiner Erwählung oder sein Todesjahr, so dass die Kaiser zur Zeitbe- 25 Stimmung fortan entbehrlich wurden. Doch dessen ungeachtet fuhr er in seiner Chronik bis zu Ende fort, bei jedem Bischof sowohl die gleichzeitigen Päpste als auch die Kaiser samt dem Jahr ihrer Thronbesteigung anzugeben. War Briefer vor allem darauf bedacht, für jeden Bischof Reiche- 30 eine richtige Zeitbestimmung zu ermitteln, so war er nicht In]iaUs . minder auch bestrebt, sein also verbessertes Verzeichnis durch Herbeiziehung von Nachrichten »ex certis et indubitatis auton- b us« zu einer zuverlässigen Chronik der Basler Bischöfe zu erweitern 1). Zu diesem Zweck ersetzte er zunächst den schon 35 von Schnitt bezweifelten Bischof Pantalus durch eine Einlei- ■ tung über Basels Ursprung und älteste Geschichte, welche neben Blauensteins Chronik grossenteils auf der 1545 bereits in zweiter Auflage gedruckten Kosmographie Sebastian Münsters beruht, aber zugleich auch die Kenntnis von Königshofens Weltchromk 40 verrät. Indem er hierauf die Reihe der Basler Bischöfe mit I) S. oben S. 364. 368 Briefer. dem erst im VIII. Jahrhundert lebenden Walanus beginnen lässt, hebt er hervor, dass auch andre deutsche Bistümer erst um diese Zeit gegründet wurden. Hiefür aber beruft er sich auf: »Hermannus Contractus«, dessen Chronik überhaupt die einzige Quelle ist, welche er mit Namen nennt. Dieses Werk, '•> das schon 1529 in Basel im Druck erschien 1 ), kannte er möglicherweise auch aus jener Handschrift, aus welcher später Wurstisen dasselbe samt der damit eng verbundenen Chronik Bernolds von St. Blasien im Druck herausgab 2 ). Denn diese letztere diente Briefer offenbar als Hauptquelle zur Erzählung IQ des langen Kampfes zwischen Heinrich IV. und den Päpsten, zur Zeit der Bischöfe Beringer und Burkhard. Doch scheint er dieselbe teils aus dem in Tübingen schon 1525 gedruckten Lambert von Hersfeld ergänzt zu haben, zum Teil aber auch aus einer mir unbekannten Quelle. Und dieses letztere gilt i» ebenso von einigen Nachrichten des XII. und des beginnenden XIII. Jahrhunderts, sowie auch von mehreren die Bischöfe dieses Zeitraums betreffenden Jahrzahlen, von welchen allerdings einzelne schon in den Marbacher Annalen sich vorfinden 3 ). Die 1215 erfolgte Absetzung Bischof Walthers von Röteln hingegen 20 stammt offenbar aus dem nur bis zu diesem Jahre reichenden Chronicon pontificum et imperatorum Basiliense 4 ). Als Hauptquelle dienten für das XIII. Jahrhundert die Colmarer Annalen, deren einzig noch vorhandene Handschrift Briefer besass 5 ), und neben diese trat sodann bis Mitte des # XIV. die Chronik des Mathias von Neuenburg. Für die Folgezeit hingegen tat diesen Dienst bis 1475 Blauenstein, und nebenhin auch Beinheims Chronik der Bischöfe, während schon aus früherer Zeit einzelne Nachrichten genau mit der bereits erwähnten Kosmographie Sebastian Münsters übereinstimmen. 30 Auch kannte Briefer verschiedene Urkunden, welche in Schnitts Wappentafel nicht erwähnt werden. So ist er z. B. der erste, welcher den zwischen Rudolf von Habsburg und Bischof Heinrich von Neuenburg geschlossenen Waffenstillstand vom 22. Sept. 1273 nach seinem genauen Wortlaut wiedergibt"). Und das- 35 selbe gilt auch von zwei längst verschwundenen Inschriften zu 1) In Sichards Chronicon eruditissimorum autorum. 2) S. Mon. German. Scr. V 70. 3) S. ebend. XVII 161, 104 u. 179, z. J. 117!), 1189 u. 1238. 4) S. ebend. XXIV 148. 5 ) S. Urstisius, Qermaniae historici illustres II 4. 6) Diese Urk. vgl. in Wurstisens B. Chrou. S. 183. Einleitung. 369 Breisach, welche allerdings schon vor ihm von Brilinger, jedoch weniger genau, waren aufgenommen worden 1 ). Neben diesem Inhalt aus schriftlichen Quellen finden sicli schon über die ältere Zeit einzelne Angaben, welche teils auf 5 der örtlichen Ueberlieferung, teils auch blos auf Briefers Vermutung beruhen mögen. Doch erst mit der 1437 erfolgten Wahl Bischof Friedrichs ze Bin beginnt eine Reihe von Nachrichten, für welche wir ungeachtet ihres zunehmenden Um- fangs wohl keine schriftliche Quelle zu vermuten brauchen, 10 da sie der Zeit nach bereits als Briefers eigene Aufzeichnungen dürfen aufgefasst werden. Dieselben erscheinen nämlich anfangs nur als geringe Ergänzungen zu den Berichten Blauensteins, uud erst unter dem 1478 erwählten Bischof Kaspar ze Hin, in dessen Regierungszeit Briefers Jugend fiel, werden sie inhaltsreicher. Und gleichwie schon aus dem XL Jahrhundert der kirchliche Streit zwischen Kaiser und Papst am ausführlichsten erzählt wird, so bildet hier den Hauptinhalt zunächst der missglückte Concilsversuch des Andreas von Crain und später die Basier Reformation von ihren ersten Anfängen bis zum völligen 20 Sieg i m Februar 1529, und damit schliesst die Chronik. Haben wir bisher gesehen, wie Briefer das Ergebnis seines CompUatioi Sammeins und Forschens über die Basler Bischöfe in einer Ton 155 °" landschrift niederlegte, die er seinem Freunde Stumpf zum Geschenk machte, so lässt sich kaum bezweifeln, dass er denselben " j^halt gleicherweise auch für sich selber aufgezeichnet habe, ^ine solche von ihm gefertigte Handschrift ist in Basel allerdings nicht mehr vorhanden. Wohl aber findet sich, wie wir schon früher sahen 2 ), der gesamte Inhalt von Briefers Chronik iioch in einer Compilation, welche 1550 in Basel von unbe- 3 " J*nater Hand gefertigt wurde und jetzt als Cod. VBO 15, 1 der Oeffentlichen Bibliothek angehört. In dieser Handschrift, Reiche ursprünglich 52 Folioblätter enthielt, reicht der Inhalt bis 1538 und füllt 93 Seiten, neben welchen die leer gebliebenen Blätter mit dem erst später beigefügten grünen Papier- 35 J* ms chlag zusammengeklebt sind. Zwei nachträglich hinter dem ^chluss noch eingefügte Blätter enthalten von einer Hand des ^VlII. Jahrhunderts nur Auszüge aus Wurstisens gedruckter Chronik und aus dem sog. Calendarium der Karthaus 3 ). Von der- 1) S. oben S. 190. 2) S. oben S. 309. 3 ) Uebcr dieses Jabrzeitbucb der Karthaiis s. B. Chron. I 235, 363 u. 524 ff. R »«]pr Chroniken. VII. 54 370 Briefer. selben Hand folgt auch am Schluss der Compilation die gleichfalls aus Wurstisen stammende, jedoch nur bis 1554 reichende Fortsetzung, und ebenso verhält es sich sowohl hinsichtlich der Quelle als des Schreibers auch mit der Mehrzahl der in die Handschrift eingehefteten Zettel. Doch neben diesen finden 5 sich auch einige, die von einer Hand des XVI. Jahrhunderts beschrieben sind, und einer von diesen trägt die Unterschrift »Hans Jacob Losz« und gibt über die Quellen der Compilation folgenden Aufschluss J ): »Dieser cathalogus episcoporum Basi- liensium ist uszzogen und zusamenbrocht usz 2 Tütschen catha- 10 locis episcoporum domini Nicolai Brieffers, ouch einem sonst zerrissenen cathalogo, und usz Johannis Stumpften beschribunge zum gloubhafftigisten erlütert und beschriben im januario anno 1550«. Wie schon die durchaus verschiedene Schrift zeigt, war 15 der unterzeichnete Hans Jakob Losz oder Loosz 2 ) keinenfalls der Schreiber dieser Compilation. Vergleichen wir nun seine Angaben mit dem Inhalt der Handschrift, so erweist sich als deren Hauptquelle die Chronik Briefers. Da jedoch die 1540 speziell für Stumpf geschriebene Handschrift in Zürich ver- 20 blieb, so kann sie unmöglich dem Basler Compilator als Vorlage gedient haben. Vielmehr müssen wir hiefür eine zweite, von Briefer für seinen eigenen Gebrauch gefertigte, jedoch seither verlorne Handschrift seiner Chronik voraussetzen, und dafür spricht auch der Umstand, dass die Compilation im Vergleich zur Zürcher Handschrift einige bessere Lesarten aufweist. Wir dürfen daher unter dem einen der von Losz erwähnten zwei »Tütschen cathalocis Brieffers« wohl diese verlorne Handschrift vermuten. Zugleich aber sahen wir schon früher, dass zu den Quellen dieser Compilation jedenfalls auch die seither 30 verlorne Vorlage zur Chronik im Turnierbuch gehörte 3 ). So wenig nun diese Vorlage von Briefers Hand geschrieben war, so mochte sie immerhin gleich andern Handschriften in seinen Besitz gelangt sein und mithin zu seinem Nachlass gehören- Es liegt daher die Vermutung am nächsten, dass der zweites" der von Losz erwähnten deutschen Kataloge diese seither verlorne Vorlage war. Auch mochte Briefer dieselbe erst erworben haben, nachdem er 1546 seine eigene Chronik der Bischöfe sowohl für sich als für Stumpf bereits geschrieben hatte. 1) Ueber die übrigen von Losz beschriebenen Zettel s. unten Beil U- 2) Loosz lautet sein Name auf seiner Grabschrift; s. Toniola S. H'J- 3) S. oben S. 316. Einleitung. 371 Wenn nun Losz als eine weitere Quelle der Compilation Stumpfs gedruckte Beschreibung der Eidgenossenschaft nennt, welche in der Tat im XII. Buch, Cap. 22—34 speziell von Basel handelt, so lässt sich der Einfluss dieses Werkes allerdings mit völliger Sicherheit feststellen. Da nämlich Stumpf auch bei wörtlicher Abschrift seiner Quellen doch hin und wieder seine eigene Ausdrucksweise zur Geltung bringt, so gab der unbekannte Compilator schon in den aus Briefer stammenden, jedoch auch bei Stumpf vorhandenen Abschnitten an mancher " Stelle dem Wortlaut dieses letztern den Vorzug. Aus den von Briefer unabhängigen Teilen aber nahm er alles herüber, was sich irgendwie auf Basels Bischöfe bezieht, während er die vielen dort gleichfalls vorhandenen Nachrichten aus der städtischen Geschichte grösstenteils übergieng 1 ). Gleichwie das Verhältnis zum Werke Stumpfs genau erkennbar ist, so lässt sich auch aus dem noch vorhandenen -lurnierbuch mit einiger Sicherheit ermitteln, wie weit dessen Verlorne Vorlage dem Compilator als Quelle diente. Doch wissen wir nicht, ob diese Vorlage wirklich nur enthielt, was 0 a us ihr im Turnierbuch sich findet. Aber auch von Briefers ^ni'onik kennen wir nur die speziell für Stumpf gefertigte Zürcher Handschrift, während die in Basel verbliebene, welche <>50 dem Compilator als Vorlage diente, längst verloren ist. . se " r nun diese zwei von Brief er gefertigten Handschriften 5 lrn Wesentlichen übereinstimmen mochten, so erscheint es immer- iin denkbar, dass die Basler Handschrift teilweise mehr ent- J^elt, als was er für Stumpf zu wiederholen für nötig fand, ^s kann daher nicht befremden, wenn aus den meisten der von ftoefer benützten Quellen, wie z. B. aus Bernold von St. Blasien, •" Q der Compilation sich einzelne Abschnitte finden, welche in uer Zürcher Handschrift fehlen. Und ebenso begreiflich erscheint es, wenn Briefer z. B. die Entstehung der Zünfte, die ür Stumpf keine weitere Bedeutung hatte, einzig in seiner in Basel verbliebenen Handschrift erwähnte, oder wenn er in der 36 Zürcher Handschrift bei den Verpfändungen der Bischöfe die ^fandsummen wegliess. Andrerseits ober zeigt schon der von -L-osz erwähnte »zerrissene Cathalogus«, dass immerhin nicht *Ues, was in der Compilation weder auf Stumpf noch auf die Vorlage des Turnierbuchs sich zurückführen lässt, aus der ver- 40 ior nen Handschrift Briefers stammen kann. Doch fehlt uns v ') Ueber Stumpfs diesbezügliche Basier Quellen s. B. Zeitschr. f. Gesch. XT 244 ff. un d xill 101 ff. 24* 372 Biiefer. jede sichere Grundlage, um in der Compilation diejenigen Zusätze herauszufinden, welche dieser verlornen Quelle mögen entnommen sein. So fraglich demnach der Inhalt des »zerrissenen Catha- logus« für uns bleibt, so zeigt immerhin der Schluss der Com- * pilation, dass der Compilator auch eigene Zusätze beifügte, zu welchen er keiner schriftlichen Quelle bedurfte. Denn während Briefers Werk mit der Reformation von 1529 schliesst, folgen hier Auszüge aus Stumpf, die freilich nur bis 1532 reichen, und neben einer selbständigen Nachricht von 1538 vor allem 10 noch Mitteilungen z. J. 1529 über den Wegzug von Altgläubigen aus Basel, und zwar mit der Bemerkung, dass inzwischen die Alten unter ihnen alle gestorben seien. In ähnlicher Weise mag der Compilator dem Texte Briefers auch sonst noch einzelne Zusätze beigefügt haben, so z. B. den mit »Nota« über- ' 6 schriebenen zum vorhin erwähnten Abschnitt von der Entstehung der Zünfte. Umsomehr müssen wir somit darauf verzichten, für jeden Zusatz, den die Compilation beim Vergleich mit Briefers Zürcher Handschrift aufweist, die mutmassliche Herkunft zu bestimmen. 20 Würdigung Wie wir oben sahen, so ist es Briefer zwar trotz aller Be- "r"ulng! rnühung nicht gelungen, aus den ihm zugänglichen Quellen eine fehlerlose Reihenfolge auch der altern Basler Bischöfe sammt durchweg richtiger Zeitbestimmung herzustellen 1 ). Doch enthält seine Chronik hierin schon ungleich weniger Irrtümer als ä» Schnitts kaum ein Jahrzehnt ältere Wappentafel. Auch erscheint das alte Verzeichnis der Bischöfe bei ihm durch die Verwertung neu entdeckter auswärtiger Quellen, wie Bernolds von St. Blasien und andrer, in weit höherem Maass zur Chronik erweitert, als es Blauenstein auf Grund seiner spärlichen Hilft- 3 mittel vermocht hatte. Erscheint mithin Briefers Werk sehr beachtenswert in historiografischer Hinsicht, so enthält es immerhin aus der altern Zeit nur weniges, was nicht auf noch vorhandene Quellen sich zurückführen lässt. Sein wirklicher Quellenwert beschränkt sich daher wesentlich auf Briefers eigene B e "' richte, die sich über die fünf Jahrzehnte von 1478 bis 1529 erstrecken. Doch auch die Compilation ist nicht allein als Ergänzung von Briefers Zürcherhandschrift beachtenswert, sondern nicht minder wegen der eigenen Zusätze des unbekannten ^ Compilators über die Reformationszeit. 1) S oben S. 305 ff. Einleitung. 373 Zu weiterer Verbreitung gelangte der Inhalt von B™ferg Chronik einzig durch Stumpfs gedruckte Beschreibung derEid- genossenschaft, in welchem Werke sie sich für die von Basel und seinen Bischöfen handelnden Kapitel 23—34 des XII. Buches 5 als die Hauptquelle erweist. In Basel hingegen diente Brieter« hinterlassene Schrift blos als Grundlage zu der andrerseits auch auf Stumpf beruhenden Compilation. Als den ersten Besitzer dieser 1550 gefertigten Handschrift dürfen wir wohl jenen Hans Jakob Losz betrachten, dem wir die Auskunft über ihre Quellen '«verdanken i). Dieser war vermutlich ein Sohn jenes Baslers Hans Losz, welcher 1494 auf der Universität immatrikuliert wurde*). Er kaufte 1535 das damals »zur Hohen Schwelle« oder auch Schlierbacherhof, später jedoch Erlacherhof genannte Hans in der St. Johannsvorstadt (jetzt No. 17)»), und ebenso « erwarb er 1540 von Junker Hans Meyer von Hüningen dessen ausgedehnten Grundbesitz samt Freihof im Dorfe Gross Htt- ningen*) Seit 1544 verehelicht mit Helena Surgant 6 ), Blattete er 1549 neben andern woltätigen Vergabungen auch das noch jetzt bestehende Stipendium Loseanum für Studierende*). Er 2 « starb 1560 ohne Nachkommen und wurde bei St. leter begraben'). Seine Wittwe verkaufte schon folgenden Jahres den Hüninger Grundbesitz an die Stadt Basel, in deren Verwaltung derselbe fortan als »die Loosischen Güter« bezeichnet wurde ), und 1565 heiratete sie den Oberstzunftmeister und spatern » Bürgermeister Lucas Gebhard. Sie starb 1587, und ihr zweiter Gemahl folgte ihr 15938). Von Lucas Gebhards Nachkommen scheint sich die Compilation auf das schon damals blühende Geschlecht Heusler vererbt zu haben. Denn auf ihrem vordersten leeren Blatt findet sich der Vermerk: »Ex libns B. Uens- »ler 1825, 6«, worauf sie später in die Vaterländische Bibliothek gelangte. Da sie bis ins vorige Jahrhundert sich im Privatbesitz befand, so blieb sie wohl völlig unbekannt, und in der Tat scheint auch Wurstisen den Inhalt von Briefers Chronik, 1) S. oben S. 370. 2) S. Univers. Matrikel z. J. 1494. 3) S. Histor. Grundb. St. Johannsvorstadt No. 17. 4) S. B. Urkb. X No. 432. 8 B SätaiS B 30, , L4.Febr. 1549, auch TonjoUS. 119. Das Stipendil tTjSK«t 1587 in Kraft nach dem Tod semer Wmwe; s. Thommen, Die Universität Basel (1914) S. 199. 7) S. B. Urkb. X No. 432, und Tonjola S. 119. _ 8) S. ebend, und im St. Arohiv Bd. Htaingen 7. 9) S. Tonjola S. 130 u. 139. 374 Briefer. die er in seinem Quellenverzeichnis nirgends nennt, nur aus Stumpfs gedrucktem Werke gekannt zu haben. Ausgabe. In der vorliegenden Ausgabe von Briefers Chronik, der wir die Zürcher Handschrift zugrunde legen, lassen wir zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen die erzählenden Abschnitte, '■> deren Inhalt ausschliesslich aus Blauenstein oder aus Schnitt stammt, durchweg aus. Und ebenso übergehen wir die zum teil umfangreichen Auszüge aus Bernold von St. Blasien und Lambert von Hersfeld, soweit sie sich nicht speziell auf Basel beziehen 1 ). Was hingegen die Compilation an ergänzenden i° Zusätzen bietet, das fügen wir in eckigen Klammern bei. Auch hier jedoch fällt zum voraus alles weg, was dem gedruckten Werke Stumpfs entnommen ist 2 ). Und auch von dem, was vermutlich aus der verlornen Vorlage des Turnierbuches stammt, schliessen wir alles aus, was sich auf Schnitt zurückführen lässt. 16 Das Wenige aber, was die Compilation hinsichtlich der Weihbischöfe mehr enthält als Schnitt, das wurde oben schon der Wappentafel beigefügt 3 ). Gleich den Auslassungen am Texte Briefers werden übrigens auch diejenigen an der Compilation durchweg in den Anmerkungen erwähnt, wobei wir diese Hand- 2Ü schrift fortan einfach mit C bezeichnen. Als Beilage lassen wir, wie schon früher bemerkt 4 ), aus dem Turnierbuch zunächst die bis 1555 reichende Fortsetzung samt den Nachträgen bis 1580 folgen. Und aus derselben Handschrift geben wir als zweite Beilage die der Chronik der Bischöfe von späterer Hand ** noch beigefügten Bandbemerkungen. Recht- An Briefers Rechtschreibung vereinfachen wir blos die sehr Schreibung, häufige, jedoch sprachlich bedeutungslose Verdopplung von t im Auslaut hinter e und hinter r, ferner die übrigens sehr seltene von n hinter e und in »unnd«, sowie auch die von f zwischen» 0 zwei Consonanten. Hingegen behalten wir scheinbare Entstellungen, wie z. B. : schick<' für schickt«, »nach< für »nacht«, »stiff« für »stifft«, oder »sy« für >sich« unverändert bei, da sie in der mundartlichen Aussprache ihren Grund haben, Ib den Zusätzen aus der Compilation aber vereinfachen wir nur s 6 die dort sehr häufige Verdoppelung von n vor d, t und tz. 1) S. oben S. 368. 2) S. oben S. 371. 3) S. oben S. 319. 4) S. ebend. Catalogus episcoporum Basiliensiuin a Nicoiao Brieffero collectus anno 1546. 15091 AugustaRauracorumi), ze Tütsch Äugst ein niil ob Base ist mder landschafft, so diser zitt Bassler bystumbs ist Basel, ist m aer iauu , Caesar s vor und nooch '. die hauptstatt gewesen, by zytten jum ^ r; ave ta nambafft, wie solicbs anzeygt ein gehawner stein zu Cayeta r t? 7 Epu d L sä*^^^^ loManubns Agros divisit in Itaiia ßenevcuu deduxit Lugdunum et Rauricam 3 ). Lauttet ze Tutsch also: _ .. , .. Lucius Munatius Plauens, Lncn Bun Lucn enckeLLncn urenckel, burgermeyster, straffmeyster, feldherr zwey raol, em usibner in der priesterschafft, trinmpbierer von *» «f 6 ^ hatt gebawen dem Saturno nsz dem gewunnen ta|W»^ hausz, hatt auch uszgeteilt in Itaiia den ackerboden zu Bene vent und in Galliam in die statt Leon und Äugst ob Basel nüwe inwoner gesetzt. , . • „ Wellicher zitt aber die statt abgangen, weysstman kern eygenschafft. Wol ist zu gedencken, das solhchs geschehen, als Basel erbawen und zugenommen hatt. Basel ist gestanden und namhafft f ™« *»?^ %L miani Marcellini, wellicher gekriegt under keyser Julian« dem 1) Das Folgende wörtlich aus Sebastian Münsters Kosmographie, S. 336 ff. d. Ausg. v. 1545. WnUndsturm, dem Mausoleum des 2) Ueber diese Inschrift am ^^ÄSen d. Basler Antiquar. Munatius Plancus bei Gaeta, s. K. L. Roth in Mitteilung Gesellschaft, Heft IV. T„„^r?ft h ebend. S. 3, wonach sie 3) Die genauere Wiedergabe der l» , hrift *• jb. > ^^ lautet: Lucius Munatius Lucn film «Lucn *°P°* triumphavit ex Raetis, consul, censor, imperato,rxterum, septem^eg 1«^ ^V fa ^ aedem Saturni fecit de mambus, agros uivi» colonias deduxit Lugdunum et Rauricam. 376 Briefer. 364 verleügnetten Christen anno domini 361, und dornoch sine historias geschriben bisz zu den zitten der keysereu Gratiani und Valentiniani anno doinini 390 ] ). Er nennet dise statt Baailünv, Basiliam, und scliribet in sinem XXX. buch, wie Gratianus 2 ) wider die Allemanier eins starcke vest gebawen unferr von Basel, so die landtlütt Robur nennen. Wellicher zitt aber von yetzgedochten keyserren dise statt erbawen, kan man nitt wiissen 3 ]. Fünfzig jor vor der geburtt Jesu Christi hatt Julius Caesar den Ilinstrom, auch alles Gallierland erobert und betzwungen. i» Von diser zitt bisz noch der gepurt [510] Christi ungevor- lich 440 habend die Khömer und die Rhömischen keyser den Ehinstrom und Gallierland beherschet. Mittler zyt, by leben und bald nach absterben der aposteln, sind sanctus Matternus, sine gesellen und andere Christen in i» disz land khommen, Christenglauben geprediget, und habend on zwiffel vil inwoner Cristenglauben ansichgenommen 4 ). Ob aber einiche bischoffe, oder welliche, in den stetten Stroszburg und Basel gewesen sigen, kan man usz keinichen glaubwürdigen hystorien vernemmen. 20 Es zeygent ettliche geschriffteir'') wol an, das sanctus Pan- thalus der erst bischoffe ze Basel gewesen sige, by zitten des bapsts Pontiani, ungevorlich anno domini 240. Demselbigen aber würt angehengt, wie er mitt sanct Ursulen und den 11000 megten von Basel gehn Bhom, und wider von Rhoni 2» mitt Cyriaco dem bapst, anderen bischoffen und sanct Ursulen gesellschalft gehn Basel, und von dannen den Rhin hinab bisz gehn Coln gefaren, do yetzgedochte all von den Ungleübigen erschlagen sigen 6 ). Wyl aber usz merglichen Ursachen vil der gelertten an diser hystori zwyfel und mangel habent, würt 3" einem yeden sin urtheyl vorbehalten. Umb die zitt, anno domini 440 und bald dornoch, habend die Franci den underen Khinstrom und biligent Gallierland, und die Allemanni den obern Rhinstrom, ouch biligent Gallier- 1) 364 regierte nach Julians Tod Valentinian 1., .'(90 hingegen Valen- tinian IL 2) An der betr. Stelle wird allerdings auch Gratian erwähnt, doch als Erbauer der Feste bei Basel nur dessen Mitkaiser Valentinian I. 3) Bis hier stammt alles aus Seb. Münster S. 338, das Folgende hingegen aus Königshofen in Chron. d. d. Städte IX 702 ff. 4) Bis hier vgl. Königshofen a. a. O. und S. 708 ff. »J Nämlich Blauenstein; s. oben S. 109. *>) Bis hier s. ebend. Aelteste Zeit. 377 bind erobert, die Rhöiner und keyserlichen amplütt vertryben'), disz landschaft't ingenommen und besessen by den 60 joren. In wellicher zitt der bischoffen halb, so ze Stroszburg und Basel gewesen, nützig vermercket wärt. 5 Dornoch ungevorlich anno 494 habent dise beyde volcker, ^ranci und Allemanni, einander bekrieget. Nochdem aber Chlodoveus der Francier kunig die Allemannos überwunden, in der Schlacht gott dem almechtigen gelobt und verheyssen Christenglauben ansichzenemmen, liesz er bald dornoch sich 10 und sin volck teuften, büwet vor sinem absterben vil kilchen nnd gottshüser, und, wie die chronicken anzeygen, auch ein Münster ze Straszburg 2 ). Do ist wol zu gedencken, das er und s ine nochkummende künig in den fürnemen stetten des Rin- stroms, als Wurms, Basel, Constantz ec, sollichs auch gethon 15 haben. Und sind also die [511] münster gebawen, geystlich ™tt ze stifftherren dorin verordnet, vil jor vor und ehe die bischoft'lichen sitz in solliche stett und münster von bäpsten, keysern oder kunigen gestifftet worden. Also findet man ze Stroszburg von keynem bischoft', der 20 gewesen sige, von der zit Chlodovey anno 514 bisz zu der zitt ^hlotharii des andern und Dagoberti Magni, ungevorlich anno uomini 600, do Amandus der erst bischoft' doselbigen verordnet w ard 3 ). Und ze Basel findet man auch von keynem bischoft' Jon der zytt Chlodovey anno 514 bisz zu der zytt Childerici 0 des dritten und Pipini, anno ungevorlich 741 4 ) und 750, under wellichen Walanus der erst bischoff ze Basel verordnet worden. Walanus 5 ) bischoff ze Basel hatt regiert under bapst Za- £naria dem ersten und Stephano dem anderen, by zitten der «unigen Childerici des dritten anno 741, so des richs im nündten J or entsetzt, und Pipini, so an desselbigen statt künig verordnet an no domini 750. Wiewol ettlich vermeynen, das vor disem Walano auch andere bischoft gewesen 6 ), so wellent doch andere dogegen, das 29. C: 743. 1 ) Vgl. Königshofcn S. 703. 2 ) Vgl. ebcnd. S. 025. 3 ) Vgl. cbcnd. 8. 626 ff. 4) Ueber diese Jahrzahl s. oben S. 364. 5 ) S. oben S. 110, A. 4. 0 .<>) Vgl. z. B. Stumpf XII Cap. 23, der aus den gefälschten Akten des °ieils von Orleans den angeblichen Bischof Adelphius kannte. 378 Briefer. by zitten Childerici des dritten in dem erfczbistumb Bisantz die bistumb Basel und Losanen verordnet sigen; wie dan der- selbigen zitt in andern ertzbistumben auch geschehen, als Her- mannua Contractus schribt'), das auch by zitten dises Childerici des dritten durch verwilligung sines hoffmeysters Karolomanni 5 sanetus Bonifacius ertzbischoff zu Mentz in sinem ertzbistumb zwey andere bistumb gemacht, nämlich Wirtzburg uud Eystett, hiemitt sanetum Burckhardum gen Würtzburg und sanetum Willi- baldum gen Eystett erste bischoff verordnet anno domini 746. Baldebertus 2 ) bischoff ze Basel under Stephano dem andern i° und Paulo dem ersten, by zitten des yetzgedochten Pipini anno 760 3 ). [512] Hetto, Haito oder Hatto, erstlich apt in der Rychen- auw [der IX.] dornoch bischoff ze Basel 1 ), regiert under den bäpsten Paulo dem ersten, Constantino IL, Stephano III., Adri- l5 ano L, Leone III. und Stephano IV., by zitten der kunigen Pipini und sines suns Karoli Magni, so zu dem kunigrich kam anno 768 und nochmoln Römischer keyser ward anno 801, und by zitten sines suns Ludovici Pii anno 815 und hernoch. Diser bischoff was ein gelertter, wyser, frommer herr, ward 20 vast alt. Karolus Magnus sendett disen bischoff, den groffen von Tours und Avianum von Aquileia 5 ) gehn Constantinopel zu dem keyser Nycephoro, einen friden ze machen von wegen der keyser- 8U thummen Rhom und Constantinopel anno 811 6 ). # [Carolus Magnus hatt disen bischoff mit herrlichen regalia begäbet] 7 ). Als diser bischoff uff sin alter khommen, übergab er die regierung der abty der Rychenauw, auch des bistumb Basels, 23. Hb.: und Aramianum; C: mit Aviano 1) S. Mon. Germ. Scr. V 08. 2) S. oben S. 110, A. 5. 3) Vgl. oben S. 320. — In C folgt aus Stumpf XII Cap. 23 ein Abschnitt über Waldo, der zwischen Baldebert und Haito als Verweser des Bistums bezeugt ist in der Translatio sanguinis domini in Augiam; s. M o0 ' Germ. Scr. IV 447, auch Gallus Oeheme Chron. in Biblioth. d. Litterar- Vereins LXXXIV 45 u. 77 ff. 4) Als Bischof ist er schon 802 bezeugt, worauf er erst 806 zuglei« b Abt der Keichenau wurde; s. Trouillat I Nr. 45. 5) Hugo von Tours und Aio von Aquileia. „ 6) Vgl. oben Schnitt S. 321, ferner Schnitts Weltchronik im Cod. VB» h Bl. 202, und Seb. Münster S. 340. 7) Vgl. hierüber Heusler S. 7 ff. IX. Jahrhundert. 379 anderen ze verwalten anno 822. Vierzehen jar noch söllichem «22 starb er anno doraini 836!). 83« Udalricus bischoff ze Basel regiert [anno 823 2 ) und fürther 823 vil jar] under bapst Pascali I., Eugenio II., Valentino I., Gre- 5 gorio IV., by zitten des keysers Chlodovici Pii und sines suns Hlotharii I., so an das rych kam anno 840. Wichardus 3 ) regiert under dem bapst Sergio IL, so vor- niols os porci genant, und anderen biipsten 4 ), by zitten Hlot- tarii des ersten und sines suns Hludovici des anderen, so an 1,1 das rych kam anno 855. Fridericus oder Fridebertus 6 ) regiert under dem bapst Hadriano IL und Johanne VIII. , by zitten Hludovici IL und Karoli Calvi, so an das keyserthum kam anno 876 8 ), und sines suns Hludovici Balbi anno 878. Adelvinus 7 ) oder Adelinus regiert under gedochtem bapst Johanne VIII. , by zitten Ludovici Balbi und Caroli Crassi, so an das rych kam anno 880. Rüdolphus 8 ) der erst regiert under dem bapst Stephano V., °y zitten des keysers Karoli Crassi und sines brüders sun Ar- 20 n °lphi, [ein hertzog in Beyern, Schwaben und Francken] so an d as rych kam anno 891 9 ). 891 Als die ungleubigen Nortmanner heruff durch Galliam bisz 1J ? die bistum Tryer, Mentz und Wurms gezogen, ward Rudol- phus bischoff ze Basel und Sunderoldus bischoff zu Mentz er- 0 schlagen in einem stritt, in wellichem künig Arnolphus die Nort- Bianner überwand und garnoch gentzlich erlegt, anno 891 10 ). Yringus bischoff 11 ) regiert under bapst Formoso I. und 1) S. Hermann v. Reiehenau in Mon. Germ. Scr. V 102 u. 103. 2) 823 wurde er erwählt; s. oben S. 111, A. 5. 3) Uebcr diesen Wichard I. s. ebend. A. 6. 4 ) Hier fügt C aus Stumpf XII Cap. 23 die Päpstin Johanna bei. 5 ) S. oben S. 111, A. 7. , _ 6) Als 876 Karl d. Kahle Kaiser wurde, regierte laut Rodel von Münster oererts Bischof Rudolf L; s. oben S. 158. 7 ) S- oben S. 111, A. 2. 8) Ueber Rudolf L, sowie über den hier übergangenen Bischof Hartwig s - ebend. A. 3. CJ ) Laut Rodel v. Münster regierte schon um 884 nicht mehr Rudolf I., sondern Iring; s. oben S. 158. 10 _) Die Niederlage vom 26. Juni 891 am Geulenbach, wo Sunderold e 'j wird lii er verschmolzen mit dem am 1. Nov. dieses Jahres durch Arnulf e "ochtenen Sieg an der Dyle; s. oben S. 31, A. 8. *1) Aus Stumpf XII Cap. 23 hat hier C den irrigen Zusatz: ist angestanden anno 902. In dieses Jahr nämlich setzt Stumpf Arnulfs Kampf W den Normannen und Bischof Rudolfs Tod. Jedoch ist Iring als Bischof 8cnt >n z. J. S95 sicher bezeugt; s oben S. 112, A. 2. 380 Briefer. Bonifacio VI., by zitten keysers Arnolphi und sines suns Ludo- vici III., so an das rieh kam anno 903. Landelous 1 ) bischoff regiert under den bapsten Jobanne X. und anderen, bisz uff Martinum III., by zitten der kunigen Cunradi I. anno 913, Heinrici I. anno 920, und Ottonis I. » anno 937. 017 By zitten dises biseboffs, anno 917 2 ), zugent die Hunni mitt grosser macht heruff, beraupten und verderpten Beyern, Schwo- ben, den Bodensee, koment den Rhin herab, auch über den Schwartzwald, zerstörten Basel 3 ), verhergetten die landschafften 10 im bistum allenthalben, zugent in Burgund und Franckrich 4 ). (862) Anno 932 ward, wie ettlich anzeygen 5 ), das münster im Granwald, hinder Telsperg gelegen, gestifftet durch [514] die kunigin Bertham, verlossne wittwe kunig Rudolphs von Burgund 6 ). Welliche mitt verwilligung ires suns kunig Cünrads |6 auch gestifftet hatt die stifften Solothurn 7 ) und Anseltingen 8 ), auch das closter Petterlingen 9 ). 1) Ueber die Verschiebung dieses erst z. J. 961 bezeugten Bischofs, an dessen Stelle hier Adalbero I. und der von den Heiden erschlagene Rudolf II. folgen sollten, s. oben S. 96 u. 311. 2) Als vermeintlicher Nachfolger Irings wird Landclous hier irrigerweise zum Zeitgenossen der 917 erfolgten Zerstörung Basels gemacht. 3) Ueber diese Zerstörung Basels s. Hermann von Reichenau in Mon- Germ. Scr. V 112. Dass hiebei vermutlich jener Bischof Rudolf II. den Tod fand, welcher laut der Inschrift seines Sarkofages an einem 20. Juli von den Heiden erschlagen wurde, darüber s. oben S. 100. Das dieser Annahme scheinbar entgegenstehende Datum des 21. Januar, welches die Würzburger Annalen dieser Zerstörung Basels geben, beruht nachweisbar am einer Verwechslung; s. B. Zeitschr. f. Geschichte III 63. Es darf daher der 20. Juli 917 für das richtige Datum dieser Zerstörung gelten. 4) In d. Hs. folgt aus Bcrnolds Chronik der Zug der Ungarn von 926, s. Mon. Germ. Scr. V 422. 5) Genau dasselbe, was hier über die Königin Bertha folgt, lcit et Seb. Münster S. 317 mit den Worten ein: Die dritten vermeinen, es sei u. s. vT. Vgl. ebend. auch S. 274. 6) Die schon im VII. Jahrhundert gegründete, jedoch nachher verarmte Abtei Moutier-Grandval wurde 962 durch König Konrad, den Sohn des 93 verstorbenen Rudolf II. und der Königin Bertha, wiederhergestellt; s. Troui lat I No. 29 u. 81. Ueber die Entstellung von 962 in 932 s. unten Anffl- •'■ 7) Sie soll dort 930 die Gräber der Thebäer gefunden haben. D 0 ," 11 ist das dortige Chorherrenstift schon z. J. 870 bezeugt; s. Tr. I No. <>•>> und vgl. Jakob Anriet, Die Gründungssage von Solothurn S. 89. 8) Das Chorherrenstift Amsoldingen, bei Thun, soll sie 933 gestiftet haben; s. Mülinen, Helvetia Sacra I 29. . 9) Das Cluniacenserkloster Payerne stiftete sie 962. Doch ist in der Ur • die Jahrzahl entstellt in 932; s. Hidber, Schweizer. Urkundenregister 1 24 > No. 1062. — l n d. Hs. folgt aus Bernold der Einfall der Ungarn von B»'' s. Mon. Germ. Scr. V 422, 017—1010. 381 RMolphus der ander 1 ) bischoft' regiert under Johanne XII., Benedicto V. und andern bapsten, by zitten Ottonis I. und sines suns Ottonis IL, so an das rycb kam anno 974. Diser RMolphus ward sampt andern bischoffen beschriben, 5 und koment der religion halb zesammen zu Ingelheim 30 bischoft, in gegenwürtigheytt Ottonis I. und Ludovici künigs in Franck- rycb.2). Adelbero der erst :t ) regiert under Benedicto VII. 1 , Johanne XIV. und anderen bapsten, by zitten Ottonis des andern 10 und sines suns, so an das rych kam anno 984 4 ). RMolphus B ) der dritt regiert under Johanne XVIII., Johanne XIX. und Sergio IV., by zitten Ottonis III. und des heiligen Heinrici des andern, so an das rych kam anno 1002°). Adelbero der ander 7 ) regiert under Benedicto VIII., by bitten des heiligen Heinrici II. und Cünradi IL, so an das rych kam anno 1024. [515] Anno 1019 uff den 11. tag octobris wichet diser loifl kischoff die thumkilchen ze Basel, welliche lang hievor von 1) Was hier von dem angeblichen Rudolf berichtet wird, stimmt genau u Wichard II., dessen Teilnahme am Concil von 948 zu Ingelheim sicher gezeugt ist; s. Tr. I No. 79. Die Verwechslung rührt vermutlich daher, & s s schon Blauenstein zwischen Landelous und Adalbero I. einen Rudolf zuschiebt, den er als Zeitgenossen Ottos I. bezeichnet; vgl. oben S. 112. W wirkliche Bischof Rudolf II. hingegen ist der von den Heiden vermut- ueh 917 erschlagene; s. oben S. 380, A. 1. 2) In der Hs. folgt aus Bernold die Niederlage der Ungarn von 955; s - Mon. Germ. Scr. V 422. Qi- x. ^eber den hier an des Landelous Stelle verschobenen, jedoch z. J. y '-> bezeugten Adalbero I. s. oben S. ÜG u. 112, A. 3, sowie auch S. 322, A. 5. 4 ) In d. Hs. folgt aus Bernold das Aachener Concil von 992; s. Mon. Uerm. Scr. V 423. 5) Ueber die Wahrecheinlichkeit, dass auf Adalbero I. allerdings ein udolf folgte, nämlich der von den Heiden erschlagene Rudolf II., s. oben • 100. Der hier erwähnte Bischof d. N. jedoch, der unter Heinrich II. sollte gelebt haben, scheint auf Verwechslung zu beruhen mit Rudolf III. I on Homburg, unter welchem 1118 St. Leonhard geweiht wurde. Diese anrzahl ist nämlich im Gründungsbericht dieser Kirche abgeändert in 1033, wodurch der darin erwähnte Bischof Rudolf allerdings in die Zeit Kaiser fleinrichs II. und seines Nachfolgers Konrad II. versetzt wurde; s. B. Urkb. 1 No. 21 und vgl. unten S. 382, A. 7. 6 ) In d. Hs. folgt aus Bernold die Gründung des Bistums Bamberg *•*. 1007; s. Mon. Germ. Scr. V 424. Ferner folgt in C noch aus Stumpf 5~I Cap. 24 der Neubau des Münsters durch Heinrich II., sowie auch der lauer an der Pfalz, »nach anzeigen etlicher jarbuoher«. 7 ) S. oben S. 112, A. 8. 382 Briefer. den Hunis zerstört und durch disen heiligen Heinrichen den anderen wider erbuwen*). Udalricus der ander 2 ) regiert under Johanne dem XX. und Benedicto dem nündten, by zitten Cünradi des anderen, so hie- vor an das rych kommen anno 1024. 1032 Zu zitten dises bischoffs [anno 1032] starb kunig Rudolph von Burgund 3 ) wellichs regierung und kunigrich domoln gangen bisz in dasz bistum Basel 4 ). Diser hatt hievor sin kuniglich krön keyser Cünradten überschickt. UfF sollichs kam kunig Rudolphs schwestersun Otto, fürst in Campania 6 ), und nam zu io sinen handen das kunigrich Burgund. Disen bekriegt keyser 1033 Cünradt anno 1033 und 1034, und betzwang in, das kunigrich Burgund im, keyser Cunratten, ze übergeben. Bruno") bischoff regiert under Benedicto IX., Gregorio VI., Clemente II. und anderen bäpsten, by zitten Cünradi des an-i» deren und sines suns Heinrici des III. , so an das rieh kam anno 1039. By zitten dises bischoffs ward gewycht die kilchen zu sant Lienhart ze Basel 7 ). Und nachvolgender zitt ward dise kilcl), desglichen sant Petters, sant Martins und sant Albans, zu pfarr- 20 kilchen verordnet 8 ). Theodoricus 9 ) regiert under Leone IX. und Victore dem andern, by zitten Heinrici des dritten. Bapst Leo was hievor bischoff ze Tull, was von geburt ein graff von Eft'enszheim im Elsas. w 1) In d. Hs. folgen hier weiter aus Blauensteil] die der Weihe beiwohnenden Bischöfe; s. oben S. 113. Und in C folgt ferner aus Stumpf XII Cap. 24 des Kaisers Vergabung von Kleinodien, sowie auch von Pfef- fingen, an die Basler Kirche; vgl. B. Cliron. IV 368 u. VI 24G. 2) S. oben S. 113, A. 5. 3) Rudolf III. 4) Das Folgende aus Bernold; s. Mon. Germ. Scr. V 424. 5) Otto, Graf von Champagne. 6) Ueber diesen irrigen Bischof, der aus Blauenstein stammt, s. oben S. 101 u. 113. 7) Dieser Irrtum rührt dalier, dass im Chartular von St. Lconhard H° Gründungsbericht dieser Kirche das Jahr 1118 ihrer Einweihung durch Rasur entstellt ist in 1033 (MCXVIII in MXXXIII); s. B. Urkb. I No. 21 und Tr. II No. 2, und vgl. oben S. 381, A. 5 und unten S. 385, A. 8. 8) St. Martin und St. Alban erscheinen als Pfarrkirchen schon H ül > St. Leonhard hingegen erst 1118, und St. Peter zu Anfang des XIII. Ja' 11 " hunderts; s. B. Urkb. I No. 14, 2t u. 04, auch Joh. Bernoulli im B. Jahrbuch 180», S. 228 ff. — In C folgt aus Stumpf XII Cap. 24 noch eine Bemerkung über St. Leonhards Gründung durch den Dompronst Etzelin. 0) S. oben S. 114, A. 1. 1032—1061. 883 Diser bischoff Theodoricus und andere fürsten schickten ir volck Heinriche» dem dritten 1 ). [516] Beringerus 2 ) regiert under Stephano IX. und anderen bapsten,- by zitten Heinrici des IV., so vast jung, sibenjerig, 5 an das rych kam anno 1057, regieret mitt siner fraw mütter Agnesen der keyserin. Anno 1061 3 ) berüfft Heinricus IV. ein concilium gehn 1001 Basel. Dan als bapst Nicolaus IL gestorben uff den 26. tag juii 27 junii, überschickten die Römer Heinrico IV. ein krön und vil "gaben, begertten durch in ze verschaffen, domit ein bapst erwellet wurde. Uff sollichs beschreib er die bischoff Italiae und Germaniae, auch andere, und liesz er Heinricus IV. die ge- dochte krön im uffsetzen, nennet sich patricium Romanorum. Noch sollichem ward in disem concilio ze Basel uff den 25. tag oct. 25 '' octobris ze bapst erwellet Chadelo, bischoff ze Parma, und genant Honorius. Wider solliche waal satzten sich nochmols ett- 'ich Römer mitt liilff der Normanner 4 ), so domols ze Rom und Napels gwaltig woren. Welliche uff den 26. tag liievor, der do sept :ic was der letst tag Septembers, erwellet hatten Anshelmum bischoff ze Luca, Alexandrum II. genant. [516] Honorius 6 ), ze Basel erwellet, zog zu dem andern fflol mitt grossem gwalt wider Alexandrum den anderen; be- scuachen zwo schlachten, und behielten die, so Alexandro be- ^ liüfflich, das feldß), nämlich Otho fürst zu Meyland 7 ), und Gott- "'Hd der Normanner hertzog 8 ). Dornoch ward dise Spaltung inn einem [517] concilio ze Mantua betragen 0 ). Bleyb Alexander II. 1) In d. Hs. folgen aus Bernold S. 425 Heinrichs III. Feldzüge nach Böhmen und Ungarn, samt weitem Begebenheiten von 1041—1056. 2) S. oben S. 114, A. 4. 3) Dieser ganze Abschnitt stammt aus Bernold S. 427 ff. 4) Der hier folgende Zusatz ist nicht aus Bernold. 5) Dieser Abschnitt beruht auf keiner mir bekannten Quelle. 6) Nach einem misslnngenen ersten Versuch zog Honorius im April 1062 geg en Ronli wo mehrere Gefechte stattfanden, die jedoch kerne Entscheidung brachten; s. G. Meyer v. Knonau, Jahrbücher Hemrichs IV., Bd - I 246 u. 256 ff. 7) Wer mit diesem Otto gemeint ist, erscheint mir fraglich. 8) Dieser vermittelte anfangs Mai einen Waffenstillstand, indem er be ide Päpste zum Wegzug von Korn bewog, bis durch König Heinrich IV. e »»e Entscheidung getroffen würde; b. Meyer v. Kn. S. 262. 9) Ueber dieses Concil vom Juni 1064, in welchem Alexander II. bestätigt wurde, s. ebend. S. 380. 384 Briefer. bapst, und ward Honorius IL, ze Basel ervvelt, in ander weg verniigt 1 ). [517] Burckhardus, ein vryherr von Hasenbnrg an dem Blawen gelegen 2 ), was des bischoffs von Mentz camerer, ward durch Heinricum IV. ze einem bischoff ze Basel verordnet anno '> 1072 3 ), regiert under Gregorio VII., vor Hildeprandus genant, und Victor III. und anderen bapsten, by zitten Heinrici des IV. 1073 Anno 1073 entschlügent sich ettlich fürsten, nämlichen die hertzogen Rüdolphus ze Schwoben 4 ), Welffo ze Beyeren und Berchtolfus von Zeringen, domols ze Kernten hertzog 5 ), der i" geschafften und des hoffs Heinrici IV °). Uff sollichs bevleysz sich der künig Heinricus mehr dan vor, im die bischoff an- hengig zu machen. Under wellichen diser Burckardus bisz zu end siner regierung dem künig sunder triiwe und hilff ge- leystet 7 ). '' (1094) [520] Anno 1093 8 ) körnend vil schwerer wetter, und zerschlug der donder im munster ze Basel den baichen, uff wel- lichem das crucifix stund 9 ). Die bapstlichen sagten: es were des schuld, das diser bischoff, sine thumherren und die statt Basel bennig und dem bapst widerwertig weren 10 ). 20 1) Honorius fügte sich keineswegs in seine Absetzung, vermochte sich jedoch nur als Bisehof von Parma zu behaupten; s. Meyer S. 384, 4;i5 u. (io.'j. — In (1. Hs. folgt aus Bernold S. 428 Alexanders II. Handhabung des Verbots der Priesterehe. 2) Asuel, deutsch Hasenburg, an der südlichen Kette des Jura-Blauen, zw. Pruntrut und Delsberg. Ueber diese angebliche Herkunft Burkhards, der ein Sohn Graf Ulrichs von Penis war, s. oben S. 114, A. 5. Ueber ihn s. Albert Burckhardt im Jahrbuch f. Schwcizergesch. VII 5!) ff. 3) Unter Erzb. Siegfried I. von Eppenstein; s. Lambert v. Herst'eld in Mon. Germ. Scr. V 189, auch Alb. Burckhardt a. a. O. S. 000 ff. 4) Rudolf von Rheinfelden, der spätere Gegenkönig. 5) Weif IV. und Berchtold I. 0) Bis hier aus Bernold S. 429. 7) In d. Hs. folgen auf S. 517—520 aus Bernold, aber teilweise ergänzt aus Lambert von Hersfeld, die hauptsächlich den Kampf Heinrichs IV • mit Gregor VII. und dessen Nachfolgern betreffenden auswärtigen Ereignisse von 1073—1089, welche in G aus Bernold noch weitergeführt sind bis 1093; s. Mon. Germ. Scr. V 192 ff. u. 429 ff. 8) Das Folgende berichtet Bernold z. J. 1094; s. ebend. S. 459. 9) Ein solches Kreuz stund später, bis 1529, auf dem Lettner; ö. «. Chron. VI 116, auch Fechter im B. Neujahrsblatt 1850, S. 30. — Statt des Folgenden sagt Bernold nur: videlicet cum ex communicatis ibidem muH» convenissent; s. Mon. Germ. Scr. V 459. 10) In d. Hs. folgen aus Bernold weitere auswärtige Begebenheiten von 109o, und ausserdem in C noch solche z. J 1090; g. ebend. S. 459, 401 u. 464. 1073-1118. 385 Disem bischoff und der stifft Basel [521] hat Heinricus IV. vergobet die landgroffschafft im Siszgöuw, anch andere herschafften [im Elsas und sonst 1 )]. Diser bischoff Burckardus hatt by sant Albans kilchen ze ioss 5 Basel, so hievor ein pfarr was, ein closter Benedictinerordens gestifftet anno 1083 2 ). Es ward auch by zitt siner regierung gebawen das closter sant Marien Magdalenen zu Basel in der Steinenvorstatt, und zu den Rüweren genant, nochmols Predigerordens 3 ). 10 Rüdolphus ein graff von Honburg bischoff, regiert under Urbano II. und Pascali IL, by zitten Heinrici IV. und sines suns Heinrici V., so an das rych kam anno 110U 4 ). [Diser bischoff hatt die pfarrkirchen sant Lienhart gewy- chet 5 ), welche pfarrkilchen vorhin eyn spilblatz vor dem schlosz ,5 gsinß), circa annum 1064').] UM) [Fundation sanct Lienharts under disem bischoff, datum 1033 indictione XII., 4. nonas novembris 8 ).] ( i us > ' ' J Not. 2 1) Die Schenkung des Sisgaus geschah schon 1041 durch Heinrich III. an Bischof Theodorich; s. Tr. 1 No. 113, und oben S. 323, A. 4. Wohl aber schenkte Heinrich IV. dem Bischof Burkhard 1080 die Grafschaft im Buchsgau und 1085 die Herrschaft Bappoltstein im Elsass; s. Tr. I No. 136 u. 137. 2) Das 1083 gestiftete Cluniacenserkloster St. Alban wurde zur Pfarrkirche erst 1101; s. B. Urkb. I No. 14, und oben S. 382, A. 8. 3) Dieses Kloster der Beuerinen, welches im XIII. Jahrhundert dem redigerorden sich anscliloss, ist zwar urkundlich nicht früher bezeugt als z - J- 1230; s. B. Urkb. I No. 111. Dass aber dennoch seine Gründung Wohl ins XII. Jahrhundert hinaufreichen kann, darüber s. Fechters Top. 8. 108 ff. — In C folgt noch aus Stumpf XII Cap. 24 die Stiftung des Klosters & t. Johann am Bielersee, wofür Stumpf auf die »Acta der kirchen zu Lo- s anna« sioh beruft, nämlich auf das Chronicon Lausanensis cartularii. 4) In d. Hs. folgen hier zunächst aus Bernold S. 465 zwei auswärtige ■pegebenheiten von 1097 und 1098, dann die weiter unten folgenden von tj — "06j welche vermutlich einer seither verlornen Fortsetzung dieses "erkes entstammen. 5) Bis hier s. Stumpf XII Cap. 24, der sich hiefür auf »anzeig etlicher Baszier Chronicken« beruft, d. h. vermutlich auf Schnitts seither verlorne Baslerchronik; über diese s. B. Zeitschr. f. Gesch. XI 248. 0) Schloss Wildeck; vgl. B. Chron. VI 246. "') Vermutlich entstellt aus 1114 (MLX1V aus MCXIV). Denn in letz- term Jahr erscheint Bischof Kudolf als Zeuge in mehrern Urk. Kaiser Heinrichs V.; s. z. B. Tr. I No. 158 u. Zürcher Urkb. I No. 259. 8) Ueber diese aus 1118 entstellte Jahrzahl und über die Urk., auf Reicher sie samt der richtig gebliebenen Indiktion XII beruht, s. oben 8. 382, A. 7. — In C folgen weiter noch die oben in Anm. 4 erwähnten ■Auszüge aus Bernold und aus dessen Fortsetzung, wobei jedoch aus diesem yon ihm noch einige Nachrichten von 1U99 und llUO eingeschaltet sind, die w» Briefers Hs. fehlen. Basier Chronikon. VII. 25 386 Briefer. 1102 Anno 1102 1 ) bestettiget der bapst Pascalis II. alles, so Gregorius VII. wider Heinrichum und sunst gehandelt. ti05 Anno 1105 widersatzt sich Heinricus V. sinem vatter, nam zu einer ursach, sin vatter Heinricus IV. were noch in des bapsts bann; berüfft ein concilium gehn Northusen uff den s Mai (2i) 29. tag meyens 2 ). Doselbigen ward abermols bestettiget, so vormols geordnet der simonyischen halb [und die Nicolaite ver- damnet] und der priester ehe verbotten. i ioo Anno 1106 ward Heinricus IV. von sinem sun Heinrico V. gefangen und getrungen das rych ime ze übergeben. Als aber i° der vatter bald dornoch wider ledig, überkam er hilff by denen von CSln und Lüttich wider sinen sun, starb aber bald noch A"(f. i sollichem uff den 7. tag augusti. [522] Ludovicus eyn graff von Pfirt regiert under Pascali dem IL und Gelasio IL, by zitten Heinrici V. 3 ). 15 Berchtolphus ein graff von Nuwenburg in Burgund 4 ) regiert under Calixto IL und Honorio II. , by zitten Heinrici V. und Hlotharii des IL, so an das rych kam anno 1127. Adelbero ein groff von Froburg r> ) regiert under Innocen- tio IL, by zitten Hlotharii des andern. *° Diser bischoff bestettiget die geystlichen thümherren der regel sancti Augustini, so verordnet und gestifftet wurden in das closter und pfarrkilchen sant Lienharts zii Basel anno doli:* mini 1135«). (H37) [Diser bischoff starb 1140 7 ).] K Ortliebus, auch ein groff von Froburg, regiert under Cele- stino IL, Lucio IL, Eugenio III. und anderen Mpsten, by zitten 1) Ueber diesen und die folgenden Abschnitte z. J. 1102—1106 s. oben S. 385, A. 4. 2) Genauer am 21. Mai; s. Meyer v. Knonau, Jahrbücher Heinrichs IV-, Bd. V 225 i. d. A 3) Ueber diesen zweifelhaften Bischof s. oben S. 324, A. 1. 4) Richtiger: Neuenburg am See; s. oben S. 114, A. 7. 5) 8. ebend. Anm. 8. 6) S. B. Urkb. I No. 26. — In C folgt aus Stumpf XII Cap. 24 neben einem Auszug aus dieser Urk. noch dessen Bemerkung, dass damals der St. Leonhardsberg noch ausserhalb der Stadtmauer gelegen, und auf lhiu das Schloss »Wildensteyn im Leymtal« (richtiger Wildeck) gestanden sei; vgl. oben S. 385, A. 6. 7) Er starb am 16. Oct. 1137; s. oben S. 114, A. 8. Das angebliche Todesjahr 1140 erklärt sich aus der irrigen Voraussetzung, dass sein Nachfolger Ortlieb, der laut Schnitt 27 Jahre regierte und laut seiner Grabschrift 1167 starb, bis an sein Lebensende im Amt geblieben sei. V aBB jedoch Ortlieb schon 1164 das Bistum aufgab und demnach schon 1137 aul Adalbero folgte, s. oben S. 115, A. 1 u. 5. 1167 1105 1102-1165. 387 Cunradi des dritten, so an das rych kam anno 1138, und Fride- rici I. ; so an das rych kam anno 1153. [Er zoch mit Conrado III. mit vil anderen bisckoffen, fürsten und herren in Syriam, anno 1146 im maio 1 ). Zu wel-in 1 ?) 5 chem auch kam Ludovicus künig inn Franckrych 2 ) mit synem beer, erobertent das Heilig Land. Kam herwider im junio anno domini 1148 3 ).] in«») Diser bischoff was anhengig Friderico I. wider den bapst Alexaudrum III. und die Meylender, als Meyland belegert und 10 erobert 4 ). Ortliebus regiert das bistum 27 jar 5 ), ward begraben by dem cantzel im münster ze Basel 6 ). [Starb anno 1167 7 ).] Ludovicus [II.] Garwardus 8 ) ward bischoff under Alexan« droIH. anno 1165»). [533] Diser und andere bischoffe, anhengig Friderico I. Barbarossae, wurdent von dem bapst [Alexandro III.] verbannet, und die von Basel interdiciert. Sollichs aber achtent die von Basel wenig 10). Fridericus verschüff mitt sinem anhanff, das 4 bapst ein- anaernoch erwellet wurden wider Alexandrum 11 ). Dogegen sucht Alexander hilff by den künigen von Franckrych und Engeland 12 ), auch by den Venedigern 13 ). 21. Hs.: sfich; C: bucM. ') Im Dec. 1146 wurde in Basel durch Bernhard von Clairvaux der ■^-reuzzug gepredigt. Doch erst im Mai 1147 erfolgte von Regensburg der Aufbruch; g. Mon. Germ. Scr. XXVI 123, u. XX 385. 2) Ludwig VII. traf mit Konrad III. erst in Jerusalem zusammen. 3 ) Gemeint ist Ortliebs Rückkunft nach Basel, die jedoch erst im Juni 1149 erfolgte; s. Mon. Germ. Scr. XX 385. 4) Vgl. oben S. 324. 5) S. ebend. 6) Hierüber s. ebend. Anm. 6. — In C folgt hier wörtlich Schnitts ■Nachricht über den Fund von 1486. 7) S. oben S. 115, A. 1. 8) S. ebend. A. 3. 9) Genauer: 1164; s. ebend. A. 1. 10) In C folgt aus Schnitt das deshalb verhängte Interdikt. Doch ist »Etlicli sagen« hier ersetzt durch: Ich find in etlichen alten büchlin. Vgl. °oen S. 325. 11) Auf Victor IV. folgte 1164 Paschalis III., und auf diesen später ooch 2 weitere Gegenpäpste. 12 ) Bei Ludwig VII. und Heinrich IL, welche beide auf dem Concil z u Toulouse ihn als rechtmässigen Papst anerkannten. 13) Auf Venedigs Betrieb bildete sich gegen den Kaiser der sog. Vero- Deserbund, der sich bald zum lombardischen Städtebund erweiterte. 25* 388 Briefer. 1107 Anno 1167 belegeret Fridericus die statt Rom, müszt aber von wegen des grossen sterbents in sinem leger abzüchen un- geschafft'). ii77 Dornoch anno 1177 floch bapst Alexander zu den Venedigern 2 ). Deszhalb Fridericus sinen sun Ottonem 3 ) mitt grossem ■> volck und wolgerüster schiffung schicket, die Venediger ze bekriegen. Nochdem aber diser Otto von den Venedigern gefangen anno 1178 4 ), ward Fridericus getrungen, den krieg noch des bapsts und siner helfferen willen ze verrichten. Deszhalb er die bischoff ime anhengig witters nitt beschirmen mocht 6 ). 10 Dorum versamlet bapst Alexander das erst concilium gehn Toursz in Franckrych 6 ), das ander gehn Rhom, und wurdent entsetzt irer würdigkeyt und ämpter diser Ludovicus bischoff ze Basel, Rüdolphus ze Straszburg, und andere mehr bischoff, deszglichen alle priester und geystlichen, so von yetzgedochten 15 bischoffen gewicht worden 7 ). Hugo, ein vryherr von Hasenburg, ward bischoff anno ins 1179 8 ), regiert, wie ettlich schryben, nitt mehr dan 20 wüchen 9 ), under Alexandro III., by zitten Friderici 1. 10 ). diso) Heinricus von Hornberg ward bischoff anno 1179 11 ), regiert 20 10 jor, under Alexandro III. [und] anderen, dornoch under demente III., by zitten Friderici I. [524] Diser bischoff reyset mitt Friderico dem keyser über 1) Rom wurde sofort erobert, worauf jedoch im August eine verheerende Seuche den Rückzug bewirkte. 2) Nach der Einnahme Roms durch Friedrich I. floh Alexander Hill 67 nach Benevent zu den Normannen. Hingegen war es keine Flucht, als er im März 1177 nach Venedig reiste, um dort mit Friedrich I. zu unterhandeln. 3) Otto, der spätere Pfalzgraf von Burgund. 4) Ueber diesen angeblichen Krieg mit Venedig und Ottos Gefangennahme in einer Schlacht vgl. M. Palmerius, Ausg. v. Sichard, Bl. 122. 5) Das Folgende aus Chron. pontiflcum et imperatorum Basiliense W Mon. Germ. Scr. XXIV 147. 6) Im Concil von Tours, 1163, wurde über den Gegenpapst Victor IV- der Bann verhängt; s. Mansi, Gonciliorum Collectio XXI 1167. 7) Diese endgiltige Absetzung erfolgte im März 1179 im Concil z" Rom; s. oben S. 115, A. 3. 8) Doch erst zu Weihnachten d. J.; s. oben S. 115, A. 4. 9) Vgl. oben Schnitt S. 325: »5 monat minder 7 tag«, nämlich vom 25. Dec. 1179 bis 15. Mai 1180. 10) In C folgt wörtlich nach Schnitt noch sein Grab; 8. ebend. 11) Genauer 1180; s. oben S. 115, A. 2. Das Jahr 1179 beruht blos auf Vermutung, weil Heinrichs Vorgänger nur kurz regierte. 189 1167-1211. 389 mehr gehn Jerusalem. Nochdem aber Fridericus Siriam 1 ) erobert, und in sinem kriegsläger alle ding verordnet, badet und erwüsch sich der keyser in einem kleinen wasser, [Sale- ficum genant] 2 ), ertranck, wie ettlich schryben, in demselbigen. 5 Es starb auch domoln in Syria by dem keyser diser bischoff 3 ). Lütoldus ein herr von Röttelen 4 ), thümprobst ze Basel 6 ) [und eyn zyt Statthalter], ward bischoff anno 1189«), regiert i under demente III., Celestino III. und Innocentio III., by zitten Heinrici VI., so zu Rhomischem keyser gekrönt ward anno 1190, 10 Pbilippi, so an das rych kam anno 1199, Ottonis IV., so an (li* das rych kam anno 1209, und Friderici II., so an das rych kam anno 1212. Als Heinrichus VI. den Christen, so in Syria woren, ein Verglichen züsatz schicket, reyset diser bischoff mitt sinem 15 Zug sampt anderen fürsten auch hinüber, anno domini 1198 7 ). ii»9 Kam nochmols mitt anderen fürsten wider ze land, und regiert noch bisz in das 14. jar wol und löblich, wie von anfang; starb anno 1213 8). «13 [Der züsatz aber, so sy hinder inen gelassen und den Un- 20 göubigen zu schwach war, verlurent alle stett und landtschafft, so mit inen den Christen besetzt waren.] [Der bapst gebott Othonem bannig ze halten anno 1211.] 1211 [Fridericus ward beleitet untz gen Colmar 9 ).] [Diser bischoff Lütold von Rötelen hatt der statt Basel 25 vergünt und zugelassen, noch zu der Hochen Stuben 10 ) zu haben 1) Entstellt aus Seleuciam. Nach Syrien gelangte das Kreuzheer erst nach des Kaisers Tod. 2) Selef. 3) Er starb erst auf der Heimfahrt; s. oben S. 325, A. 10. — In C folgt noch daB irrige Jahr 1189; s. unten Anm. 6. 4) Vielmehr: von Arburg; s. oben S. 116, A. 1. 5) Als Dompropst ist für 1174—1194 ein Heinrich bezeugt; s. Er. I No. 232 u. 278. Es erscheint daher Lütold von Arburg hier verwechselt mit dem um ein Jahrhundert Jüngern Dompropst Lütold von Röteln welcher 1298 a l 8 Stellvertreter des Bischofs erscheint und 1309 zum Bischof erwählt, jedoch durch Gerhard von Wippingen verdrängt wurde; s. Ir. 11 JNo. bU und III No. 88, und B. Urkb. IV No. 16. 6) Als Bischof ist er erst z. J. 1191 bezeugt. Hingegen wurde er schon n M Statthalter; s. oben S. 326, A. 2 u. 5. , , . „ « 7) 1198 erfolgte die Rückkehr; s. Marbaoher Annalen in Mon. Genn. S °r. XVII 167, und vgl. oben S. 326. 8) Am 7. Juni; s. Jahrztb. d. Dornst. 9) Nämlich von Basel aus, als er 1212 aus Italien nach Deutschland kam. 10) D. h. zu den Rittern und Achtbürgern, die ursprünglich den Rat allein bildeten. 390 Briefer. 12 zünft 1 ), da eyn jede zunft mag nach irem gefallen eynen inn raht setzen, der wirt genant der meister inn der zunft 2 ). Und vergünt inen eyn haupt, der wirt genant der oberst Zunftmeister. Und ist über sollichs eyn vertrag zwüschen der statt und dem bischoff uffgericht, wirdt genant die handvesti 3 ).] '•> [Nota 4 ). Es ist zu wüssen, das die zwölf zünft nit eynes mals geben sind, sonder nach und nach 5 ). Nämlich so sind zum ersten geben die Grawtücher und Reblüt für eyn zunft, und Schüchmacher und Gerber für eyn zunft, und die Brott- becken, und die zum Beren, genant die Huszgnossen. Disz i" sind die vier ersten zünft, so von bischoff Lütold geben sind"). Die anderen zünft sind alle hernach von den bischoffen geben, wie dann das die handvesti anzeigen 7 ). Und ist die zunft zum Schlüssel, der Koufflüten, die letste zunft gewesen 8 ).] 1) Dieser Irrtum mag darauf beruhen, dass allerdings schon in der ältesten der noch vorhandenen Handfesten, von 1337, und auch in allen folgenden, als Gründer der Zünfte ein Bischof Lütold genannt wird, und dass die zwei 1248 von Lütold IL bewilligten Zünfte der Metzger und der Zimmerleute in der spätem Rangordnung der 15 Zünfte die eilfte und zwölfte Stelle einnahmen. Der älteste noch vorhandene Zunftbrief jedoch, für die Kürsner oder Pelzer, ist erst 1226 von Lütolds I. Nachfolger Heinrich von Thun erteilt; s. B. Urkb. I No. 108, 199 u. 221, und IV No. 134. 2) Die Zunftmeister wurden erst unter Bischof Heinrich von Neuenburg von der Zunft gewählt, statt wie früher vom Bischof, und auch erst seither gelegentlich zum Rat zugezogen; s. ebend. I No. 430 und II No. 146, und vgl. Geering, Handel und Industrie d. Stadt Basel S. 23 ff. Seit 1336 jedoch, wo die Zünfte im Rat eine bleibende Vertretung erlangten, wurde von den 8 Kiesern aus jeder Zunft ein Vertreter gewählt, der nicht Zunftmeister war; und erst seit 1382 sassen auch die Zunftmeister bleibend im Rat; s. Heusler S. 193 ff. u. 278. 3) Die erste Handfeste wurde von Heinrich von Neuenburg erteilt, also frühestens 1262, und auch der Oberstzunftmeister ist schwerlich älter, da er erst unter Bischof Peter Reich bezeugt ist; s. B. Urkb. IV No. 134, und Mathias von Neuenburg, Ausg. v. Studer S. 39. 4) Das Folgende ist offenbar ein Zusatz des Compilators, womit er das Vorhergehende berichtigen will, jedoch ohne den wirklichen Sachverhalt zu kennen. 5) Ueber ihre allmälige Entstehung, teils aus den alten hofrechtlichen Innungen, teils aus den offenen Handwerken und deren Bruderschaften, s. Geering a. a. O., S. 8 ff. 6) Von keiner dieser 4 Zünfte ist das Alter genau nachweisbar. Wohl aber erscheint in der spätem Rangordnung die Zunft der Hausgenossen als die zweite unter den 4 sog. Herrenzünften, während die übrigen 3 hier genannten als die ersten unter den 11 Handwerkerzünften folgen. 7! I Schon die älteste Handfeste, von 1337, sagt von den Zünften nur: " " chof Lutolt "nd ander unser vorvarn sasten; s. B. Urkb. IV No. 134. 8) Ueber das mutmassliche Alter dieser Zunft vgl. Geering S. 33 und Wackernagel, Gesch. d. Stadt Basel I 107 1213—1230. 391 Waltherus, ein herr von Röttelen, ward bischofi anno 1213, ma under Innocentio III. und Friderico II. Diser bischoff ward von sinen cappitelbrüdern von wegen sines ungebürlichen huszhaltens vor Innocentio III. verklagt 1 ). 5 Noctidem aber Innocentius ein conciliura benlfft gen Latterann ze Rom, in wellichem 400 bischoff und 800 apt zugegen, wur- dent entsetzt irer bistummen dise bischoffe: Adolphus und Theo- doricus erweite zu Coln, Lüpoldus ze Mentz, N. ze Würtzburg, ■N- ze Hildeszheim, N. ze Tüll, und diser Waltherus von Rötte- 10 len, erweiter ze Basel, anno 1215 2 ). 1215 [525] Heinricus, ein graff 3 ) ze Thuno in Bürgenden an der Aar gelegen, hievor by 26 jaren thümprobst ze Basel 4 ), ward bischoff ungevorlich anno 1215 5 ), regiert under Honorio III. und (1216) Gregorio IX., by zitten Fri'derici II. 15 [Heinricus 12järig, eyn son Friderici II., ward künig anno domini 1222.] (1220 [Fridericus in Siriam rediens excomunicatur a Gregorio IX. anno 1227.] 1227 [By zyten disz bischoffs anno 1228 beschach die Schlacht 122s zu Blodelszheym 6 ) zwüschen Berchtoldo von Teck, bischoff zu Straszburg, und dem graffen von Pfirt 7 ).] [Anno 1230 hatt diser bischoff wider underscheiden und mo oestimpt den becirck, so vor langer zyt inn und usserthalb der 1) Bis hier s. oben Schnitt S. 326. Das Folgende hingegen, bis »anno -; 18 ') stammt ans dem Chronicon pontificum et imperatorum Basilicnse, in M °n. Germ. Scr. XXIV 148. 2) Ausser Walter von Röteln ist unter allen hier genannten Bischöfen ^artbert von Hildesheim der einzige, welcher wirklich erst 1215 abgesetzt *urde. 3) Die irrige Bezeichnung stammt aus Schnitt; s. oben S. 326, A. 10. 4) Ein Heinrich erscheint als Dompropst 1174—1194, worauf weiter 01s 1215 die Urkunden keinen Dompropst mit Namen nennen; s. oben 8 \ 3 89, A. 5. Die 26 Jahre können daher als richtig nur dann gelten, wenn WM annehmen, der seit 1174 bezeugte Dompropst Heinrich habe nur bis JJ89 geamtet, also bis zum Aufbruch Bischof Heinrichs von Hornberg zum Kreuzzug, worauf dann als neuer Dompropst Heinrich von Thun folgte. 5 ) Genauer 1216, da das Concil in Rom, welches Bischof Walthers Absetzung beschloss, erst im Nov. 1215 begann. Vgl. auch Tr. I No.307, A. 1. 6 ) Bladolzheim, 3 St. ö. v. Ensisheim. , 7 ) Friedrich II. v. Pfirt. Ueber diese Fehde, an der auch Bischof Heinrich als Gegner dieses Grafen beteiligt war, und welche erst 1231 beigelegt wurde, s. Marbacher Annalen in Mon. Germ. Scr. XVII 175, und B. Ur kb. I No. 119. 392 Briefer. stattmuren beder pfarren sanct Lienharts und sanct Petern abgeteilt worden, wie es hinfür gehalten solle werden mit den begrebnussen und Vergabungen der edelknechten, achtburgern, auch anderer personen, alles mit raht und bewilligung syner thümherren, domols zegegen 1 ): Wühelmi cammerers, Heinrici ■' ertzpriesters, Heinrici von Lutenbach, Wernher von Tiersteyn, Ulrici von Kyburg, Hugonis des sengers, Ulrici des kellers, Crafftonis von Lutenbach, Joannis ze Ryn, liurckardi Lallen, alias ze Ryn 2 ), Berchtoldi von Pfirt 3 ), Conradi Göli-, Alberti von Hasenburg und Arnoldi von Bürglen 4 ).] W 1233 Anno 1233 hatt diser bischoff und bapst Gregorius IX. be- stettiget die stifftung eines probsts und der Chorherren in der pfarkilchen sant Petter ze Basel, so vormoln allein durch ein lütpriester und ettlich cappelanen versechen ward 5 ). In disem jor vergobet diser den brüdern Predigerordens "> die hoffstatt, uff wellicher ir kilch und kloster durch tägliche handreychung dises bischoffs und anderer lütten gebawen ward 6 ). Zu diser zitt vergobt und übergab auch herr N. Ezelinus den brüdern Barfüsserordens die hoffstatt und platz, uff wel- 2« lichem sy mitt hilff und handreychung dises bischoffs, herren Etzelini und anderer frommer lütten erbuwtten die kilchen und kloster zu den Barfüssern 7 ). Diser bischoff wasz von natur ein frolicher herr, [geflissen kilchen und clöster ze stifften und ze buwen ze fürdern.] Ward 2& alt, regiert by 23 joren, und was der erst bischoff ze Basel, so 1) Vgl. B. Urkb. I No. 113, z. 14. Sept. 1230, 2) > Alias ze Ryn* wird durch keine Urk. bestätigt. 3) Der spätere Bischof; s. unten 8. 393. 4) Die letzten 2 Namen sind weder in der Urk., noch finde ich sie sonstwo. 5) Vgl. B. Urkb. I No. 126, wo jedoch noch keine Kapläne erwähnt werden. Die päpstliche Bestätigung erfolgte 1234; s. ebend. No. 130. 6) Vgl. ebend. I No. 127 und III Nachtrag No. 2. 7) Die Barfüsser waren allerdings in Basel schon 1238. Jedoch lag diese erste Niederlassung vor dem (inneren) Spalentor, und erst 1250 wurde ihnen von Bischof Berchtold II. jene Hofstatt geschenkt, auf welcher sie ihre Kirche samt Kloster erbauten; s. B. Urkb. I No. 148 und III Nachtrag No. 29. — Unter »Etzelinus. ist hier vermutlich ein Glied des vor dem Spalentor begüterten Geschlechts Ozelin oder Oezeli zu verstehen, also ein Woltäter, der die erste Niederlassung ausserhalb der Stadt ermöglichte; •• K. Wackernagel im Festbuch d. Histor. Museums S. 244, A. 8, und vgl. B> Urkb. I No. 242 u. 350. 1233—1256. 393 neben im einen wychbischoff erhielt, nämlichen Johannem Luito- viensem episcopum, so hievor ein Tütscher herr gewesen 1 ). Diser bischoff Heinricus von Tuno starb anno 1238 2 ), ligt ms begraben in der crufft im münster ze Basel 3 ). 5 Lutoldus ein groff von Nüwenburg inn Burgund 4 ) ward bischoff anno 1238, regiert under Gregorio IX., Celestino IV. 12:» und Innocentio IV., by zyten Friderici IL, so von Gregorio IX. verbannet ward anno 1240, und des rychs entsetzt anno 1244, u nd Heinrici landgroffen von Türingen, so Rhomischer kimig 10 erweit ward wider Fridericum II. anno 1246, und Wilhelmi groffen von Holland Rhomischer künig, so erwellet anno 1248. Diser bischoff regiert 11 jar, starb anno 1249 B ). 1240 [526] Berchtoldus ein graff von Pfirt ward bischoff anno 1249, regiert under Innocentio IV., Alexandro IV. und Ur- 15 bano IV., by zitten als Fridericus IL starb anno 1250, und bald dornoch sin sun Cunradus auch starb anno 1252, [mitt Welchem Heinrich landtgraff usz Thüringen obgemelt umb das küngkrych krieget und ime by Franckfurt oblag. Das rych 1251; stund an satz 23 jar]. i0 Zu zitten dises bischoffs ward Wilhelmus von Holland Römischer kunig von den Phriesen erschlagen anno 1256. Und Wurdent noch im zu Romischem kunig erweelt Rychardus graff ornubiae, aes kunigs von Engenlands brüder, und Alphonsus «unig z ü Castilien; regierten aber beyd nitt lang 6 ). Als noch absterben Berchtoldi des fünften und letsten 121s hertzogen von Zeringen anno 1218 ettlich herlichkeytten und r echt in der statt Brysach an ein bischoff und stifft Basel körnen 7 ), wurdent die selbigen by zyt dises bischoffs Berchtoldi 1) Ueber diesen aus Schnitt stammenden Irrtum s. oben S. 327, A. 3. 2 ) Am 17. Febr.; s. Jahrztb. d. Dornst. 3 ) Vgl. oben S. 140: in chrypta posteriori. . . 4) Diese irrige Bezeichnung Lütolds II. mag daher rühren, dass Schnitt "er noch einen weitern Lütold einschaltet, den er »graff von der Nuwen- "tatt Arburg« nennt; s. oben S. 328. C hat richtiger: Lutoldus eyn fry *» Rotteion. 5 ) Am 17. Jan.; s. Jahrztb. d. Dornst. Ueber sein Grab s. oben S. 140. v 6 ) Diesen Abschnitt aus Colmarer Annalen s. Mon. Germ. Scr. *VÜ 190, 7 ) Am 13. Sept. d. J. bestätigte Friedrich II. die bischöflichen Hoheits- !;echte über Breisach, mit welcher Stadt jedoch das Reich vom Bistum be- Jehnt war; s. Tr. I No. 315 und B. Urkb. I No. 93, ferner Wackernagel, Uesc h. d. Stadt Basel I 31. 394 Briefer. wider erniiwert, noch inhalt diser versen 1 ), so in dem schlosz Brisach in ein stein gehauwen erfunden werden 2 ). 1254 Annos centenos domini per bis lege senos, His quinquagenos et quatuor adjice plenos, juni n In quinto denas julio faciente kalendas » Pontifici cedit Brisacum, jurat, obedit, Matri virgineae faciendo fidem Basileae. .......... desunt .......... Hie Phirretorum genus ortu praesul avorutn Berchtoldus . . . hanc aulam, quam dux sibi struxit 3 ) rt In eiusdem arcis porta, cuius basis quinquaginta a terra pedibus exaltata est 4 ), hos legimus versos 8 ): Hanc dux Berchtoldus portam struxisse notatur, A quo pro fraude Burgundia depopulatur 8 ). Anno domini 12ö4 7 ) gebott Innocentius IV. disem bischoff, a in ban ze verkünden graff Rudolphen von Habspurg, Gerarden von Gösincken, Heinrichen von Balm, Rudolphen von Wedisz- wyl, Heinrichen von Kienberg, Gerung von Tegerfeld, vrien und rittere, sampt anderen, so in vergangnen joren keyser Fryderichen und sinem sun Cünrado anhengig, by nach in das 20 1) Infolge des Kampfes zwischen Kaiser und Papst hatte der Bischof, als Anhänger des letztem, Breisach vom Reich wieder an sich gezogen und im Nov. 1250 zur Huldigung gezwungen. Hierauf aber verpfändete König Konrad IV., als Vertreter des Reichs, die Stadt seinem Anhänger, Graf Rudolf von Habsburg, und diesem gelang es, sich ihrer zu bemächtig en > bis am 17. Juni 1254, laut der hier folgenden Inschrift, der Bischof sie au« neue bezwang; s. Tr. I No. 404 und Wackernagel a. a. O. Ihre alten Frei- heiten bestätigte er hierauf erst am 26. Juni 1255; s. B. Urkb. I No. 288. 2) Die nachfolgende Inschrift findet sich in einem Nachtrag von späterer Hand auch bei Ursi, und ausserdem zweimal, jedoch weniger genau, in der Inschriftensammlung Brilingers, der auch ihre Stelle näher bezeichnet: supr» portam des rittershus. S. Brilingers Hs. Bl. 62 v , und vgl. oben S. 1° u. 196. ■i) Nämlich Berchtold IV. von Zäringen; vgl. oben S. 28. 4) Ueber diesen Torturm s. ebend. 5) Laut Brilinger a. a. O. befand sich diese Inschrift: supra portam turn • 6) Statt »Burgundia depopulatur« haben sowohl Ursi als Briling er - Burgundie gens populatur. — Von Kaiser Friedrich I. zum Rektor von Bur- gund ernannt, hatte Berchtold IV. von Zäringen schon 1153 dieses dem Reich entfremdete Land wieder unterworfen. 7) Dieser Abschnitt beruht auf einer Urk. vom 18. Aug. 1254; s. 1* I No. 424 und B. Urkb. I No. 274. 1254. 395 closter Marie [527J Magdalenen zu Basel in Steinenvorstatt gefallen, dasz selbig verbrant, beraubt, und die closterfrawen ge- schedigt hatten 1 ). Es ward auch zu zitten dises bischoffs Spaltung zwüschen 5 den edlen ze Basel 2 ). Wan als die Scholer und München an gütt und achtung die fürnemsten woren, und so die edlen von Basel uff turnier oder andere ort ritten, hatten dise geschlecht f ür alle andere den nammen. Sollichs verdrosz die andern edlen, machten ein besondere geselschafft und fenlin mitt einem 10 wissen sternen in einem rotten feld, richtent an ir trinckstuben zw dem Süffzen [und Brunnen] 3 ), nämlich dise geschlecht: Ep- tinger, Vitzthüm, Uffheim, Crafft, Bychen, Pfaffen, Ramstein, am Kornmerckt nochmols genant Nüwenstein, Matzerei, Fncker «nd andere, auch ettlich achtburger 4 ). Es sind auch disen an- 15 llen gig und in ir geselschafft gewesen die großen von Habspurg, y on Pfirt 6 ), von Fryburg im Briszgöw, und die herren von Badender. Die anderen machten auch ein fenlin, mitt einem grünen sittikust in einem wissen feld 6 ), behielten ir geselschafft und drinckstuben zu der Mucken 7 ), und woren dise geschlecht, nam- üch Scholer, München, ze Bin, Marschalck, Cammerer 8 ), Rott- 4. Ha. : war ; C: ward. 1) In C folgen aus Stumpf XII Uap. 25 einige Nachrichten von 1258 »nd 1259. 2) Dieser Abschnitt stammt aus Mathias von Neuenburg S. 8, jedoch mi t einigen Zusätzen. ty Das Folgende, bis und mit Brunnens ist Zusatz aus Seb. Münster *■ 2 85. Zum Seufzen hiess das 1787 abgebrochene Eckhaus gegenüber dem Stadthaus, und aus den Sternern gieng später die »Niedere Stub( hervor, die schon 1367 zum Seufzen ihren Sitz hatte. Die »Obere Stube z um Brunnen hingegen war blos eine Gesellschaft von Achtbürgern, und ln r Haus ist als Trinkstube erst um 1400 bezeugt; s. Heusler S. 253 ff., ua d Hist. Grundb., St. Petersberg No. 1 und Stadthausgasse No. 10 u. 12. -, 4) .Auch ettlich achtburger« ist Briefers Zusatz, und ebenso »von * r yburg im Brisg6w und die herren von Badenwiler«. Die Achtburger traten erst später teils der Gesellschaft zum Seufzen bei, teils bildeten sie dl e zum Brunnen; s. Heusler a. a. O. ^ T W 5) Statt des Folgenden bis »Badenwiler. hat M. v. Neuenb. nur: HeunicuB de Baden. Graf Konrad von Freiburg war zugleich Herr von Badender, das sich 1272 auf seinen Jüngern Sohn Heinrich vererbte; s. Grote, Stammtafeln S 96 6) Das Folgende bis »Mucken, ist Zusatz aus Seb. Münster S. 285 7) Dieses Haus, jetzt Schulhaus, diente als Trinkstube des Adels noch um 1450, wurde aber nachher vom Bat erworben; s. Hist. Grundb., Schlüssel- ber g No. 14. 8) Das Folgende bis »ettlich achtburger« ist Briefers Zusatz. 39B Briefer. perg, zer Kinden, Vorgassen 1 ), Uetingen genant Geyszriem 2 ), und andere, deszglichen ettlich achtburger 3 ). Disen sind anhängig und auch in ir geselschafft gewesen die graffen von Nüwenburg am See, die marggroffen von Hochberg, und die herren von Röttelen ec. 5 Diser bischoff Berchtoldus starb anno 1262 4 ). Heinricus, groff Ulrichs sun von Nüwenburg am See, hie- vor thumprobst und administrator des bistumbs by den lettsten i282jaren des bischoffs Berchtoldi 5 ), ward bischoff anno 1262, regiert under demente IV. und Gregorio X., by zitten als das Römsch l0 rych on satz stund. [528] Noch absterben Friderici II. undernomment sich die bäpst, die thumcappittel in Tütschen landen der bischofflichen erwelung ze berauben, sollichen gwallt bischoff ze verordnen inen selber züzuziechen. Dises understünd auch der bapst 1S wider disen bischoff 6 ). Als aber sin fründschafft grosz, bleyb er des bistumbs halb unangefochten. Noch im aber wurdent vier nochvolgende bischoff nitt von einem thumcappittel erweit, sunder von den bäpsten verordnet 7 ). Diser bischoff hatt ein grosse fründtschafft, wie obgemelt. 20 Dan sines vatters bruder was ein groff ze Nüwenburg am See 9 ), siner brüder einer was groff ze Nidow, der ander groff ze Arberg, der dritt groft ze Straszberg 9 ); siner Schwester milnner 1) Diese drei Geschlechter erwähnt M. v. Neuenb. später S. 40, als Gegner der Schaler und Münche; s. unten z. J. 1308. 2) Dieses Geschlecht war sesshaft in Klein Basel. 3) Der Stube zur Mücke gehörten niemals Achtbürger an; s. B. Chron. V 79, A. 1. 4) Am 10. Dec; s. Jahrztb. d. Dornst, bei Tr. II No. 91. Ueber sein Grab s. oben S. 140. — In C folgt noch Schnitts Nachricht von Berchtolds Wohnung; s. oben S. 328. 5) Er war Dompropst seit 1260, und Coadjutor des vom Schlag ge' lähmten Bischofs Berchtold seit 1261; s. B. Urkb. I No. 383 und Acta Pontificum Helvetica I No. 687, auch Alb. Burckhardt in Basler Biographie" 1 II 24 u. 34. 6) Vgl. M. v. Neuenburg S. 14. Bis 1264 regierte Urban IV., und nachher bis 1268 Clemens IV. 7) Vgl. unten über die 4 folgenden Bischöfe bis Otto von Grandsou. 8) Seines Vaters Ulrichs III. Bruder, der schon 1196 verstorbene Rudolf IL, war der Stammvater des neuenburgischen Zweiges dieses Grafenhauses, während dessen deutsche Besitzungen sich auf die Söhne Ulrichs III; verteilten; s. Grellet im Genealog. Handbuch z. Schweizergesch. I Taf. 1*' u. 17. _ Das Folgende, bis Röttelen, aus M. v. Neuenb. S. 9. j 1 Auf Bischof Heinrichs Bruder, Rudolf I. von Nidau, folgte schon 125, dessen gleichnamiger Sohn, während Ulrich von Arberg erst 1276 starb, und Berohtold I. von Strassberg 1269; g. Grellet a. a. O. 12G2. 397 der graff von Toggenburg 1 ), die herren von Regenspurg 2 ), Falckenstein 3 ), Gransen 4 ) und Rottelen 5 ). Er kaufft und lSszt wider an die stifft: Brunnendrutt schloszund statt, von sinem vetteren graff Gott- 'friden von Nuwenburgam See 6 ), [umb 260 marck anno 1269*)]. Das schlosz Tüffenstein von den herren von Tüffenstein. [umb 40 marck»).] Das schlosz Biedterthan mit siner zugehört 9 ). Buwet das schlosz zu Büssiszheim 10 ). 10 Gab ein mercklich summ gelts groff Uolrichen von Pfirt") «mm die graffschafft Pfirt mitt irer zugehört, und verleych die- s elbig im groff Uolrichen wider ze lehen. Under imm bessert sich die stifft innerhalb sechsz joren 12 ) ar * land, lütt und gütt merglich. 1) Diethelm von Toggenburg, vermählt mit Gertrud; s. Grellet a. a. 0. 2) Bertha war in erster Ehe vermälilt mit Lütold von Regensberg, uod in zweiter mit Simon von Grandson; s. ebend. 3) Graf Rudolf von Falkenstein; s. Merz im Genealog. Handb. 1 Taf. 23. 4 ) S. oben Anm. 2. 5) Konrad von Röteln; s. Roller bei Merz, Burgen d. Sisgaus III laf. 1. _ i n c f 0 ig t hj er auB Colmarer Annalen z. J. 1269 der Kauf der Burg Landser; s. Mon. Germ. Scr. XVII 193. 6) Ein solcher ist nirgends bezeugt, wohl aber ein mit Bischof Heinrich verwandter Graf Gottfried von Habsburg-Laufenburg (t 1271), von welchem « 1269 die Burg Biedertann kaufte; s. Tr. II No. 147, A. 2. In Pruntrut »per, samt dem zugehörigen Eisgau (französ.: Ajoie) stund schon um 1230 «e obrigkeitliche Gewalt teils bei den Grafen von Pfirt, teils beim Bistum Basel, worauf 1236 Graf Ulrich II. von Pfirt seine dortigen Rechte dem Grafen Dietrich III. von Mömpelgard abtrat. Weiter jedoch schweigen über Pruntrut die Urkunden bis 1281, wo Graf Diebold I. von Pfirt, Ulrichs II. k°hu, alle Rechte auf Pruntrut, welche einst Graf Dietrich III. von Mömpelgard besessen, um 180 Mark an Bischof Heinrich von Isny verkaufte; s. Tr. * No. 360 u. 368, und II No. 257 u. 262. ") Diese Jahrzahl samt dem Kaufpreis steht in den Colmarer Annalen *• 193 beim Kauf von Biedertann, wurde aber wohl schon von Briefer irrtümlich auf Pruntrut bezogen. Denselben Irrtum hat auch Wurstisen £• 131, der jedoch die Jahrzahl 1269 in 1271 ändert, und Neuenburg »am beei in N. in Burgund. ,, . _ . 8 ) Tiefenstein am Eingang des Albtales, westl. v. Waldshut; s. Lol- aa rer Annalen S. 194, z. J. 1271. 9) Jetzt »Burg« genannt, im Leimental; s. ebend. S. 193, z. J. l^b.l, a «ch oben Anm. 6 u. 7. 10) Biesheim am Rhein, nördl. v. Breisach; s. ebend. S. 195, z. J. 1273. H) Ulrich IL Ueber diesen Kauf s. die Urk. v. 1271 bei Tr. II No. 156, au ch Colm. Annalen S. 194. •!2) Von seinem Regierungsantritt 1262 bis 1268, wo die Fehde mit Hudolf von Habsburg begann. 398 Briefer. «es Anno 1268 erhüb sich krieg zwischen groff Rudolphen von Habspurg, groff Heinrichen von Fryburg im Briszgow, iren helfferen dem apt von Sant Gallen 1 ), ertlichen edlen von Basel, nämlichen der geselschaff zu Sternen an einem, und disem bischoffen, sinen helfferen den edlen von Basel der geselschaft 5 des Sittikust, den burgern der statt Basel gmeinlich, den stetten Rinfelden, Nüwenburg 2 ) und Brisach anderstheyls. Und weret diser krieg bisz in das fünft jar 3 ). Diser bischoff und sine pundtgnossen zerstörten groff Rudolphen die schlosz und flecken, so er in der landgroff[529]-schafft ,0 Ober Elsas und der herschafft des Steins Rinfelden, auch sunst an andern orten hatt, nämlich Blodeltzheim niiwlich mitt graben bewaret 4 ), Ottmarszheim 5 ), Aucken 6 ), Froschbach 7 ), Gerneck 8 ), Herttenberg und andere; eroberten auch das schlosz Rinfelden 9 ). Dogegen zerstört graff Rudolph mitt hilft' deren von Zürich ' des bischoffs schwestersünen den groffen von Toggenburg ir schlosz Uotzenberg ob dem Zürichsee gelegen 10 ), und hienieden dem bischoff und der stifft das schlosz Tüffenstein 11 ), das Münsterthaal und das Tälspergthaal, auch andere flecken und dörffer 1 *). P 1) Berchtold von Falkenstein (in Schwaben). 2) Neuenburg am Rhein. 3) Von 1268 —1273. — Die zwei folgenden Abschnitte, bis >flecken und dorffer«, sind in C ersetzt durch die ausführliche Erzählung dieser Fehde bei Stumpf XII Cap. 26, der liier hauptsächlich der Colmarer Chronik folgt. Zugleich jedoch versetzt der Compilntor irrigerweise in diese Fehde, und zwar ins Jahr 1272, den aus einer Urk. von 1254 bekannten Ueberfa 1 } des Steinenklosters durch Kudolf von Habsburg, obschon die betr. Urk. bei Briefer vorher schon, bei Bischof Berchtold von Pfirt, an richtiger Stelle z. J. 1254 verwertet ist; s. oben S. 394. 4) Ueber Blodelsheim, halbwegs zw. Mülhausen und Breisach, vß 1 ' Colm. Chron. z. J. 1268, in Mon. Germ. Scr. XVII 241. 5) Ueber Ottmarsheim, zw. Mülhausen und Neuenburg a. Rh., v 8'' Colm. Annalen S. 195, z. J. 1272, auch M. v. Neuenb. S. 10: turrim in Otn- marsheim destruxerunt. 6) Vgl. M. v. Neuenb.: duo fortalicia in Oughein (Auggen bei MüllheH»)- 7) Vgl. ebend.: unum castrum Fröschbach per comitem edificatum j uX Renum prope Banzenhein (zw. Ottmarsheim und Blodelsheim). 8) Ueber diese Burg, die ich sonst nirgends finde, s. ebend. , 9) Ueber Hertenberg bei Gebersweiler (zw. Ruffach u. Colmar) un über Rheinfelden s. Colm. Chron. S. 242, z. J. 12(58. 10) Ueber das 1268 zerstörte Utznaberg, bei Utznach, das den Grafen Wilhelm und Friedrich von Toggenburg, den Söhne Diethelms III- gehörte, s- ebend. S. 241. 11) Tiefenstein wurde 1272 zerstört; s. Colm. Annalen S. 104. 12) Vgl. ebend. z. J. 1271: combussit monasterium Grandis Vallis e plurea villas. 1268—1273. 399 Anno 1273 samlet groff Rüdolft einen grossen züg, be- 1273 legert mit hilff des apts von Sant Gallen und andern sinen helfferen die statt Basel umm Margarethae ettlich dag 1 ); [hatt sin um läger uff sanct Margrethen berg by Binnigen, bisz in das Steynen- 5 closter hinynj 2 ) zog aber wider ab ungeschafft. Nochmoln um crucis ze berbst samlet abermols graff Rü- ™ dolph einen züg, der meynung die statt Basel wider zu belegeren. Dogegen sterckten sieb merglicb der bischoff und die s tatt sampt iren pundtsgnossen. Und in allem anziechen ward 10 durch underbandlung ettlicher herren dieser krieg veranlosset 3 ), w ie hernoch volgt, de verbo ad verbum, litera ad literam 4 ). Wir grauve Rudolf von Habspurg und von Kiburg, lant- graue ze Elssassce, tun kunt allir menlich, daz wir und unsir ohen graue Henricb von Friburg 6 ) die missehelle, die wir und 15 die unsiren gegen unsirme herren.....dem bisseoffe von Basil han, furlasscin han an unsirn ohen.....den burggrauen von Nurenberg ß) und H. den marggrauen von Habberg 7 ), sü ze sbchtenne hinnan untz ze sant Gallen mez dem nehsten, nach £» J(J binnen odir nach rechte. Were abir daz unsir ohen der vor- 0 gmante burggraue unsir halp, und der marggraue unsirs herren des bisseoffes halp der bi nit mohtin sin, so stott ez unsir halp a Q unsirme ohenne graue Henriche von Fürstenberg 8 ), und un- Slrs herren des bisseoffes halp an.....dem alten von Gerolz- ecl£ ), oh ze minne odir ze rechte. Oh han wir hinnan untz 5 Ze dem selben sant Gallen mez einen stetin fride gegeben und ginommen tzwissen uns und Henrich unsirme ohenne von Fri- 8 - Hs.: iy; C: sich. 1) Genauer sagt die Basler Barfüsserchronik, Ausg. im Archivum Fran- ^scanum Historicum IV 677: in vigilia beate Margarete 5 vel 6 diebus. ttiezu vgl. auch Colm. Annalen und Chron. in Mon. Germ. Scr. XVII 195 "■ 242. n 2) Dieser Zusatz in C stammt aus der Vorlage des Turnierbuchs. Ua s Steinenkloster, damals noch ausserhalb der Stadt, lag seit dem Brand v °n 1253 in Trümmern, und erst 1275 begann der Neubau; s. oben S. 394, lind Fechters Top. S. 109. 3) Bis hier vgl. Seb. Münster S. 286. 4) F ur di e hier f 0 i gen de Urk., die sich sonst einzig in Wurstisens **• c hron. S. 133 findet, bietet die Hs. beim Vergleich mit dieser einzelne bessere Lesarten. 5 ) Heinrich von Freiburg-Baderrweiler. 6) Friedrich II. von Zollern. 1) Heinrich II. von Hachberg. 8 ) Heinrich I. von Fürstenberg, Heinrichs von Freiburg Oheim. 9) Heinrich I. von Geroldseck. 400 Briefer. bürg und allen dien unsiren und unsiren helferen und unsirme herren dem vorgenanten bisscoff und allen dien sinen und sinen helffern ane giverde, und sün undir uns und ime die Strassen offin sin nach altera rechte. Dur daz diz alliz [530] stete blibe ane allen argenlist, so henken wir unsir ingisigile an disen ■' 1273 brieff ze einem Urkunde. Datum anno domini MCC septua- ' ep ' gesimo tercio, festo beati Mauritii. Uff sollichs ritten die edlen von Basel der gesellschaff des Sternens wider in ire huser und hoff in der statt Basel'). (Oct 1) Mittler zitt, als uff den letsten tag septembris graff Rudolph l0 ze Franckfurt von den churftirsten zu llhömischem künig erwellet 2 ), und als groff Rudolph, so domoln ze Brugg und Habspurg was, durch den burggraven von Nürenberg sollichs vernommen 3 ), schickt er wider denselbigen gohn Basel, dem bischoff, der statt und allen iren helfferen friden zu verkünden,' auch die gefangnen beyder sitten ledig ze lossen. 1274 Bald doruff anno 1274 [habent] die Schwestern von Klingenthal Predigerordens [alle ire rechtung zu Werr künig Rüdolffo verkoufft und sind] in dem augsten von Werr herab kommen gehn Mindern Basel; habent doselbigen by dem Rhin angehebt ze 2" buwen das closter und die kilchen Klingenthal. Dise schwesterö sind anfänglich gewesen ze Huseren by Pfaffenheim unferr von Rufach, kommen darnoch anno 1259 hinuff inn das thaal Werr, i25n so inen der herr von Klingen vergobt hatt anno 1259 4 ). 1274 Dornoch über ein ior, uff den ersten septembris 6 ) anno 1274, 2 starb diser bischoff, ligt begraben vor dem altar in der capp ei durch in gestifftet im münster ze Basel bim glockhusz 6 ). Heinricus, eines becken sun von Isne im Algöw 7 ), B &r ' 4. Hs.: Dur das daz. Wurstisen: Dur daz diz. 1) Vgl. Colm. Annalen S. 175. 2) Genauer am 1. Oct; s. O. Redlich, Rudolf von Habsburg S. 16"' 3) In Brugg verweilte um diese Zeit Rudolfs Gemahlin; s. Colm. Chron- S. 244. Er selber jedoch vernahm schon am 20. Sept. im Lager vor Bas e durch den Burggrafen von Nürnberg, dass seine Königswahl in sichre Aussicht stehe; s. Redlich S. 123. 4) Diesen Abschnitt s. in Colm. Annalen S. 195. 5) Dieses irrige Datum stammt aus den Colmarer Annalen; s. M" n- Germ. Scr. XVII 92. Den richtigen Todestag, 13. Sept., s. im Jahrztb. d- Dornst, bei Tr. II No. 194. 6) D. h. nahe beim St. Georgsturm. Ueber diese Kapelle s. oben S. HO. t i. u 1] Da8B sein Vater vielme hr ein Schmied war, s. Eubel im Histor- Jahrbuch d. Qörresgesellsch. IX 394, A. 3, auch sein Wappen mit dem B« 1 ' eisen, in Schnitts Wappentafel S 240 1273-1275. 401 füsserordens, leszmeyster ze Lutzern, Basel und Mentz 1 ), und, wie ettlich sagen, der necromantzy erfaren, nochmols doctor der heiligen geschrifft 2 ). [By zyten als graff Rudolf! von Hapspurg was herr der 5 dryen ländern Ury, Schwytz und Underwalden, und synen sitz zu Habspurg by Lucern liatt 3 ), ist er gardian zu Lucern 4 ) und S1 n Rodolphi lieber bichtvatter gsin 5 ).] Ward von wegen herrn Petter Eychens, tbümprobsts ze Mentz und ze Basel 6 ), zu. Gregorio X. geschickt ze werben um 10 das bistum Basel 7 ). Aber Gregorius X. gab disz bistum disem Heinrico von Isne, wellicher bestettiget und ze bischoff gewicht [ward] ze Losannen, in gegenwürtikeyt des bapsts, küng Rudolphs und der künigin 8 ). Thett ze Basel sin inritten uff Dionisii den 9. octobris 9 ), hielt doselbigen noch Martini einen g»*) 15 sinodum und das erst ampt in der bischofflichen ifel 10 ). not. (18) J ) Als Lcsineister ist er nur bezeugt für Basel und Mainz; s. Eubel a - a- O. S. 306, ferner B. Urkb. III Nachtrag No. 07, Tr. II No. 203, und Joh. v. Winterthur, Ausg. v. G. v. Wyss, S. 27. 2) S. M. v. Neuenburg S. 17, und vgl. Eubel a. a. O. S. 395, A. 1. ;i ) Neu Habsburg am See. Die habsburgischen Herrschaftsreclite in öchwyz^ und Unterwaiden erlangte jedoch Graf Iludolf erst 1271, nach dem , " seines Vetters Eberhard, und wirkliche Machtbefugnisse über Uri erst als König. 4) Ueber diesen Irrtum s. oben S. 329, A. fi. Es erscheint daher auch sehr zweifelhaft, dass Heinrich damals Graf Rudolfs Beichtvater gewesen sei ; vgl. Eubel S. 395 ff. 5) Dieser ganze Abschnitt in C findet sich sowohl in Schnitts Welt- c 'ironik Bl. 146' als auch in T. 0) Peter Reich, der gleich nach Heinrich von Neuenbürgs Tod vom omkapitel zum Bischof erwählt, jedoch von Gregor X. nicht bestätigt "rde, war niemals Dompropst von Basel, hingegen schon seit 1264 Erz- Pnester, und wurde erst im April 1275 Dompropst von Mainz; s. Tr. II No - 198, und Eubel S. 399. ') Bis hier stammt dieser Satz aus M. v. Neuenburg S. 15. Heinrich Wurde von König Rudolf schon im Dec. 1274 mit dem erwählten Bischof ieter zu Gregor X. nach Lyon gesandt, um wegen der Kaiserkrönung zu «Uterhandeln. Zugleich aber bemühte sich Peter dort vergeblich um die Papstliche Bestätigung; s. Eubel S. 398 ff. 8) Die Bischofsweihe erfolgte zu Lausanne durch Gregor X. am 9. Oct. ' 27 5, während König Rudolf erst am 18. dort eintraf; s. Colm. Annalen b ' 198 und vgl. Eubel S. 401. 9 ) Schon die Colm. Annalen a.a. O. setzen irrigerweise den 9. Oct., wo er geweiht wurde, zu seinem Einzug in Basel, der erst »oetava Martini« (18. Nov.) erfolgte. — In C ist hier die irrige Jahrzahl 1274 beigefügt, statt 1275. J 0) Genauer: oetava Martini (18. Nov.), gleich nach seinem Einzug; s. C .°lm. Annalen a. a. O., und vgl. Eubel S. 402. — In 0 folgt hier aus Stumpf die irrige Angabe: Er liatt die Barfüser erstlich mit ime gen Basel bracht; s. oben S. 392, A. 7. "asler (Tiromkcn. VIT. 2G 402 Briefer. Er kaufft by siner regierung an sich die hüser von dem Eselthürnlin an der Barfüser closter bisz an das eck gelegen, liesz dieselbigen nidersclilissen, domit der gartten des closters erwyttert wurd 1 ). 12-c Er was [531] auch behulffen den brfidern Augustinerordens, 6 ir kloster und kilch ze buwen, so [von Mülhusen] gohn Basel kament anno 1276 2 ). (1279) Verordnet ettliche Schwestern von Gnodenthal ze Basel gehn sant Ciaren ze Mindern Basel, do vormols die sack- schwestern wonetten 3 ). ,0 1278 Kaufft von groff Thiebolt von Pfirt 4 ) die herschafft So. goren 5 ) [umb 400 marck] und gaab solliche im, groff Thiebolten, wider zu lehen anno 1278 fi ). [Nota: Es Stadt inn eynem cleynen büchlin: herschafft Pfirt und Soren 7 ).] > 6 Anno 1278 reytt diser bischoff eygner person mitt 100 reysiger pferden zu küng Rudolphen, was an der schlackt [als hauptman mit herr Cünradt Wernher von Hattstatt landtvogt Aug. 23 im Elsas] als uff Bartholomey abent 8 ) küng Ottokarus von Bell Die Barfüsser erwarben 1279 und in folgenden Jahren, zum Ten auf Betreiben des Bischofs, neben ihrem Kloster nocli verschiedene Häuser in der Nähe des Eselturms; s. Fechters Top. S. 34, und vgl. lt. Wackernagel i. d. Festschrift d. Histor. Museums S. 168. 2) Vgl. Colm. Annalen S. 198 und Fechters Top. S. 24. — In C folg* aus Stumpf XII Cap. 27 der Zusatz: denen auch der rath den platz gönnet. 3) Vgl. Colm. Annalen S 205, z. J. 1279, wodurch sich »von Gnodenthal« als eine Zutat Briefers erweist, jedoch als eine richtige. Denn m diesem Kloster, das in der Spalenvorstadt auf dem Areal der jetzigen Gewerbeschule lag, befanden sich Nonnen seit 1266; s. Basler Barfiisserchronik im Archivum Franciscanum Historicum IV 677. Hingegen beruht »SacK- schwestern« auf Missverstand von ^claustrum saccitarum* (Sackbrüder); *• K. Wackernagel a. a. O. S. 174. Doch diesem Irrtum folgte auch Stumpf- 4) Diebold I., Ulrichs IL Sohn; s. Merz, Burgen d. Sisgaus I Taf. '• 5) Sogern, französ. Soihieres, an der Birs, 1 St. ö. v. Delsbcrg. 6) Diese Nachricht beruht auf den Colm. Annalen S. 202, welche ebenfalls 400 Mark haben statt 200, wie die betr. Urk. hat. Dieser Vertrag von 1278, der zugleich die Grafschaft Pfirt umfasste, betraf übrigens nur die Restzahlung eines schon 1271 zwischen Bischof Heinrich von Neuenburg und Graf Ulrich II., Diebolds Vater, vereinbarten Verkaufs der genannten Gebiete um 850 Mark; s. Tr. II No. 156, 164, 166 u. 224, u. vgl. ° be " S. 397. 7) Vgl. Colm. Annalen S. 202: Phiretum et Sogerin. , ^ 8) Dieses samt dem ganzen Abschnitt aus den Colm. Annalen S. * stammende Datum stimmt nicht zur Schlacht, die erst am 26. August geschah, wohl aber zum Aufbruch des Heeres aus Wien; s. Colm. Chrono S. 2o0. 1276—12S8. 403 hem und mitt ime by 14 000 1 ) by Wien von kung Rudolphen erschlagen wurdent. Nochmols [anno 1283) 2 ) belegert diser bischoff mit hilff 1283 küng Rüdolffs sclilosz und statt Brunnendrutt, deszglichen das 5 schlosz Mylan 3 ), so der groff von Montpelgart dem bischoff wider recht vorhielt 4 ); erobert dieselbigen in der sechsten wuchen sollicher belegerung. Buwet dornoch die Schlösser Goldenfels, Schloszberg und Arguels), überkam und erkaufft zu denselbigen ettlich um- 10li gende dörffer. Anno 1285 zu uszgang des jars 6 ) schicket küng Riidolff (1286) disen bischoff zu dem bapst Martino IV 7 ). Als aber domoln das ertzbistum zu Mentz ledig, gab der bapst selbig ertzbis- tu m disem Heinrico, der uff dasselbig bestettiget ward anno 's 1286. i2sii Noch sollichem verschaff diser Heinricus by dem bapst, das herr Fetter Rych von Rychensteyn, ze Mentz thümprobst u «d ze Basel thfimherr, zu dem bistum Basel verordnet und bestettiget ward*). Heinricus was ertzbischoff ze Mentz zwey jar, starb uff den ms H. tag aprilis anno 1288 9 ). Hatt vormols regiert das bistum (Ml "' z 1S| Basel bysz in das 12. jar 1u ); ward von vilen genant bischoff Gürtelknopffn); [hatt dem bistumb wol huszgehalten.] ') Zu dieser Zalil vgl. Colm. Annalei) S. 203: ut cornmuniter dicebatur. 2) Dieser Abschnitt stammt aus Colm. Annalcn S. 210. 3 ) Milandre, nördl. v, Pruntnit. '') Ueber den Streit Graf Rainalds von Mömpelgard mit dem Bischof Wegen Pruntnit s. Tr. II No. 2G2, 269, 272 u. 284, u. vgl. oben S. 397, A. 0. •') Goldenfels (französ. Roche d'Or), 3 St. wcstl. v. Pruntnit, Schloss- bei 'g bei Neuveville, und Argucl im St. Immertal. Dieser Abschnitt stammt ans M. v . Neuenb. S. 20. G) Diese Sendung geschah erst im Febr. 12S0; s. Eubel, Hist. Jahrb. d. «Jorresges. IX 428. Das Folgende, bis anno 1286, aus Colm. Annalcn S.213. , , 7 ) Vielmehr zu Honorius IV., der schon im April 1285 auf Martin IV. folgte. : 8) Bi s hier aus M. v. Neuenb. S. 21 u. 25. — Peter Reich war vorher vom Mainzer Domkapitel in zwiespältiger Wahl zum Erzbischof erhoben, a »er von Honorius IV. nicht bestätigt worden; s. Eubel S. 429, und vgl. ob en S. 143. 0 9) Missverstand von 14. kal. aprilis (18. März), wie Colm. Annalen S - 215 haben. N>) Dies beruht auf der irrigen Voraussetzung, dass dieser Bischof g^ich auf seinen Vorgänger gefolgt sei, während er erst im Oct. 1275 er- hannt wurde, s. oben S. 401, A. 8. 1I ) S. oben S. 329, A. 7. 26* 404 Briefer. 1286 Petrus Rych von Rychenstein ward bischoff anno 1286 J ), sept.*u Un( ^ ze bischoff gewicht noch crucis ze herbst von des bapsts Honorii IV. vettern und legaten 2 ), by zitten kung Rudolff von Habspurg. [532] Diser bischoff was ein wyser wolregierender herr 3 ). 5 Und wiewol sine eitern und fründ von der geselschafft des Sternens waren, verschüff er destweniger nitt, das sine verwandten sich verdichten mitt den edlen der geselschafft des Sittikust. Ordnet sampt dem rhatt ze Basel, hinfür in glicher zaal von rittern, edelknechten und achburgeren beyder gesel- W schafft, des Sittikust und des Sternens, inn den rhatt der statt Basel jerlichen zu erwelen und setzen. Und so des jars von einer geselschaff der burgermeyster, solte von der anderen geselschafft der oberist zunftmeyster erwellet und also für und für abgeteylt werden 4 ). 15 [Dennocht begab sich eyn zweyung 5 ). Dann etlich im raht wider den bischoff der gemeyn zuvil anhängig waren, das auch her Hanns von Arguel eyn ritter im raht zu Basel") sich wider den bischoff in syner gegenwirtigkeit satzt. Sprach herr Peter Schaler ritter 7 ): Es müsz altzyt in eym husz eyn huszvatter 20 und eyn morn syn 8 ). Do sprach auch der bischoff zu dem von Arguel: wollte er nit zufriden und rüwen sin, wolte er ime die äugen uszstechen lassen. Dann er gar der gemeynd zuvil anhängig was.] 1287 Anno 1287 kriegten uff einander diser bischoff und der 25 groff von Montpelgardt 9 ). Des bischoffs reysigen verhergetten 1) Erwählt war er schon im Mai d. J.; s. Eubel a. a. O. S. 429. 2) Johann Savelli, Kardinalbischof von Tusculum, des Papstes Neffe. Bis hier vgl. Colm. Annalen S. 213. 3) Das Folgende aus M. v. Neuenb. S. 39. 4) Durch diese Anordnung ergänzte Bischof Peter gewissermassen den Stadtfrieden König Rudolfs vom 17. März 1280; diesen s. B. Urkb. II No. 515. 5) Auch dieser Abschnitt in C stammt aus M. v. Neuenb. a. a. O. 6) Er war nicht Ritter, sondern Achtbürger, und als solcher sass er im Rat noch nach des Bischofs Tod; s. B. Urkb. 111 No. 385, z. J. 1297- 7) Von 1269 bis 1307 war er mehrmals Bürgermeister. M. v. Neuenb. nennt ihn »senior« zum Unterschied vom gleichnamigen Sohn. Auch war er der Stifter der Schalerkapelle im Münster; s. Merz, Burgen d. SisgauB III Stammtafel 12. 8) Diesem Wortwechsel mit Schaler lässt M. v. Neuenb. die liier folgende Drohung des Bischofs vorausgehn. 9) Uebei diese Fehde mit Graf Rainald von Mömpelgard s. Redlich, Rudolf v. Habsburg S. 023. Das Folgende stammt aus Colm. Annaleu S. 214 u. 215. 6 1286—1294. 405 dem groffen sine dörffer. Dogegen legt der groß' dem bischoff ettlich reysig hernider, und wurden gefangen by 12 ritter und edelknecht dem bischoff zugehörig 1 ). Uff sollich samlet küng Rudolf dem bischoff ze hilff ein (1280J 6 merglichen züg usz dem Oberland 2 ) und sunst allenthalben, zugent uff den groffen von Montpelgard, sine helffere den groffen von Pfirt und den hertzogen von Burgund 3 ), belegerten zuletst Bisantz 4 ). Als aber die graffen und der hertzog überValien und geschediget wurden durch das Oberlandisch füsz- 10 volck von Schwitz und andern orten, welliche küng Rüdolff by n acht über den berg zu züchen zu sollichem verordnet hatt, schicktent morgens frü die groffen und der hertzog ire bott- schafft zu küng Rüdolffen, wurbent an yn umb ein friden, mitt er biettung die obgedochten gefangnen ledig ze lossen, auch 16 sunst sich mitt küng Rfidolphen und dem bischoff ze vertragen, u nd deszhalb sich eygener person gehn Basel [zu] verfügen. By zitt dises bischoffs 5 ), anno 1294, was zu Basel ein grosse 1294 hrunst, verbrunnen sechshundert hüser, und kament umb by viertzig personen. 20 Diser bischoff regiert bisz zu den zytten kung Adolphs 6 ), 1203 |j>33] zog eygner person mitt sinem züg zu dem selbigen, als v-'olrnar von dem kunig belegert, und uffgeben ward, und der nerr von Rapperstein 7 ), deszglichen der schulthesz von Colmar Hans Rösselman und sin sun, von dem kunig gefangen wurden 25 anno 1293. 1) Ueber diese Niederlage des Bischofs vgl. Ellenhards Chron. in Mon. Qerm. Scr. XVII 128 u. 130. 2) Oberland hiess für Basel alles Land jenseits des Jura, also die Jctzig c innere Schweiz, wo die habsburgisclien Besitzungen lagen. Den hier folgenden Zug nach Besancon unternahm König Rudolf erst im Sommer 12 89, und zwar hauptsächlich gegen Otto V., den Pfalzgrafen der Freigraf- Schaft Burgund, dem sein Bruder Graf Rainald von Mömpelgard allerdings H Hfe leistete. Ucber diesen Zug s. Redlich S...627 ff. 3) Herzog Robert II. von Burgund trat nachher nur als Vermittler ^"f; s. ebend. S. 634. Mit dem »Herzog', den schon M. v. Neuenb. S. 23 «rt, ist daher wohl nur Pfalzgraf Otto gemeint, welchem erst am 5. Juli 128 9 auch der bisher zum König haltende Graf Diebold von Pfirt sich an- sc Moss; s. ebend. S. 631. 4) Das Heer des Königs erschien vor Besancon am 22. August, worauf am 26. auch das burgundische in der Nähe der Stadt eine Stellung bez °g; s. ebend. S. 632 ff. Zum Folgenden vgl. M. v. Neuenb. S. 24. 5) Das Folgende aus Colm. Annalen S. 221. 6) Das Folgende aus M. v. Neuenb. S. 29. ") Anslielm v. Rappoltstein. 406 Briefer. 1206 Diser bischoff starb anno 1296 uff den 4. tag aprellen'), (Sept- 3) - Q ^ em ze } ien den jor siner regierung; ligt begraben in unser frawen cappell by dem chor im münster ze Basel 2 ). Petrus Medey 3 ) von Aspelt, welchen ettlicli Petrum de Treveri, ettlich Petrum Medici nennen 4 ), [als etlich schryben, & anfangs cyn Barfüsermünch 5 ), nochmaln des künig von Behem cantzler,] 6 ) was doctor der artzny 7 ), ward dornoch thümsenger ze Mentz durch fürderung herr Petter Ilychens thümprobsts ze Mentz, nochmols bischoff ze Basel nechst hievor gemelt 8 ). 1296 Diser Petrus Medey ward durch bapst Bonifacium VIII. ze 10 bischoff zu Basel verordnet anno 129(5°); hatt wol geregiert und dem stifft nutzlich huszgehalten under disem Bonifacio VIII., Benedicto XI. und demente V. , by zitten der klingen Adolphi und Alberti, so an das rych kam anno 1298. Dise stiff lü ) were on zwifel mercklich under im gebessert 15 worden, so er von ettlichen des adels nitt so grossen widerstand gehept. Es schlug uff ein zitt herr Härtung Münch thumherr 11 ), kung Albrechten anhengig, disen bischoff in sin angesicht. i:i04 Nochmols anno 1304 12 ) ward diser bischoff in Schwoben 20 von dem groffen von Montfort") gefangen. Sollichs liesz kung Albrecht geschehen, und müszt diser bischoff sich mitt grossem gelt lösen. 1) Dieses irrige Datum stammt aus Colm. Annalen S. 222; das richtige s. oben S. 329 bei Schnitt. 2) Ueber dieses Grab s. oben S. 117, A. 3. 3) Dieselbe Entstellung s. oben S. 320 bei Schnitt. '1) »De Treveri» nennt ihn M. v. Neucnb. S. 39, und »medici« haben die Grössern Basler Annalen in Schnitts Weltchronik; 8. B. Chron. VI 248. 5) Als Barfüsser bezeichnet ihn irrtümlich Blaucnstcin; s. oben S. )\1- 6) König Wenzels II. von Böhmen und Polen (t 1305), für den er im Basler Münster eine Jahrzeit stiftete; s. Jalirztb. d. Dornst, z. 18. Juni, bei Tr. III S. 101, A. 1. 7) Vgl. Blauenstein S. 117: medicus fuit. 8) Vgl. oben S. 404. Demnach wurde er Domsänger noch vor 1286, wo Peter Reich Bischof von Basel wurde. 0) Vgl. M. v. Neuenb. S. 39. 10) Auch diesen Abschnitt s. ebend. 11) H. Münch von Landskron, der spätere Gegenbischof von 1325; «• Merz, Burgen d. Sisgaus III Taf. 2, und unten S. 412. 12) Diese Jahrzahl stammt aus Colm. Annalen S. 230, und das Folgende aus M. v. Neuenb. a. a. O. , 13) Vielleicht Hugo III. v. M., Herr zu Tettnang (f 1309); s. Roller im Ucncalog. Handb. z. Schweizergesch. I Taf. 20. 1296—1306. 407 Nochvolgeuder zitt kaufft diser bischoff von groff Wernhern von Honburg an die stifft Basel das sclilosz Homburg, am Nideren Hawenstein gelegen, deszglichen Liechstall, mitt irer beyder zugehört 1 ). Als aber küng Albrecht auch in Werbung 5 gestanden dise herrschafften ze kauften, und aber groff Wern- her dieselbigen der stifft Basel mehr gönnet und ze kauffen gab, legt küng Albrecht uff disen biscboff, das cappittel und . [534] die statt grosse ungnad. [Und als etlich schryben, überfiel er Liechstal 2 ).] Anno 1305, noch absterben Gerhardi ertzbiscboff zu Mentz, (1306) ward diser bischoff durch den bapst dementem V. ze Mentz ertzbiscboff verordnet 3 ), nochdem er das bistumb Basel loblich geregiert batt nun jor 4 ). [Anno 1320 starb er, als er bede bistumb 24jar versehen mo "hatt; ligt zu Mentz begraben.] Otto, ein vryherr von Granson am Nüwenburgersee ge- 13ob legen, was bischoff ze Basel durch dementem V., anno 1306 6 ); Was ein junger gerader und freudiger herr, regiert under disem demente V., by zitten der künigen Alberti und Heinrici VII., 20 so an das rych kam anno 1308. Kung Albrecht was disem bischoff vast ungnedig, verzoch deszhalb für und für die regalia disem bischoff ze verliehen 6 ). [Solche ungnad wüst nun diser bischoff; verfügt sich eyns mf " s zu der künigin, als sy by Rynfelden uff eynem wagen 0 lu * ). Und als er sich zum wagen nehert, hiesz Cünradt Münch 8 ) 1) Dieser Verkauf geschah erst am 17. Dec. 1305, durch des schon »03 verstorbenen Wernhcrs von Homburg Schwager, Graf Friedrich von J-oggenburg; s. Boos, Urkb. No.217.— Das Folgende aus M.v.Neuenb. S.40. 2) Dieser Zusatz aus unbekannter Quelle beruht vermutlich auf Verwechslung mit dem Ueberfall von 1381 durch Albrechts Enkel, Herzog Leopold III.; s . B. Chron. VI 267. 3) Gerhard von Eppenstein starb im Febr. 1305. Doch erst im Nov. ^06 folgte ihm Peter als Erzbischof; s. Eubel, Hierarchia Cathol. I 336. 4) Von 1296 bis 1305 gerechnet, statt bis 1306. 5) Im Nov. d. J., nachdem infolge zwiespältiger Wahl des Domkapitels J^ütold von Röteln und Berchtold von Rüti sich entgegengestanden; s. *ubel I 132, A. 4. 6) Vgl. M. v. Neuenb. S. 40, auch Boiler in B. Zeitschr. XIII 284 ff. 7) Nach Rheinfelden fuhr die Königin Elisabeth am 30. April 1308 über Klein Basel, wo das hier Erzählte sich zutrug; s. M. v. Neuenb. S. 41, Ul >d Roller S. 287. 8) Konrad M. v. Landskron, der Bürgermeister von 1317 und Bruder des oben erwähnten Domherrn Härtung M.; s. Merz 111 Taf. 2, auch Roller a - a - O., und oben S. 406. 408 Briefer. den fünnan redlich uff das rosz schlahen 1 ), damit der kot an den bischoff sprützet.] Als aber kling Albrecht uff ein zitt gelin Basel kommen 2 ) und in der München hoff uff sant Peters berg sinen kuniglichen hoff hielt 3 ), verfügt sich diser bischoff zu kling Albrechten, 5 der meynung, wo kung Albrecht ime die regalia ze verliehen abschlachen wurde, so wolte er den kunig erstechen. Und als der bischoff kein Tutsch und dogegen der künig kein Welsch verstünden, do nam der bischoff mitt ime Hugen zer Sonnen ein burger ze Basel*) für sinen tolmetschen, zeygt ime an sinn 10 meynung und fürnemen, so er hette gegen dem künig. Aber Hugo zer Sonnen ermant den bischoff, das er von sollichem sinem furnemmen wellte abston. Nochdem sy für den künig komen, sprach der künig verächtlich under andern reden: was will diser lange schüler? Uff sollichs frogt der bischoff in 15 Welsch Hugen zer Sonnen: qui dit y? qui dit y? das ist: was sagt unser herr kunig? Als aber Hugo zer Sonnen eyn klüger wyser man was, antwurt er in Welsch dem bischoff: unser herr künig spricht, er habe yetz nitt wyl; aber uff morndrigen tag sollend ir herwider kommen, so welle er euch die regalia ver- 20 liehen. Uff sollichs wendet und neygt sich der bischoff gegen dem künig und sprach: grammersy. Der kunig ward diser dingen bericht, besorgt einen uffsatz, für glych morndes dags von Basel. [535] Als dise ungnod und widerwyll beyder herren noch- 25 1308 volgender zitt zünam und sich verzoch bisz anno 1308, do kriegt küng Albrecht uff disen bischoff und sine helffer. Und woren aber dem bischoff anhengig die geschlecht diser edlen ze Basel: Vorgassen, zer Kinden, Lörrach |Crafften| 6 ) Schönenberg 6 ), Schencken, Rottperg und andere. Ueszhalb belegert so küng Albrecht durch sine hauptlütt mitt sinem reysigen züg und füszvolck das schlosz Fürstenstein am Blawen, so deren 15. Hb.: diser langer schuler. 20. Hs.: Schauwenburg;. 1) Vgl. M.v. Neuenb.: qnod percuterent cquos. 2) Das Folgende stammt gleichfalls aus M. v. Neuenb. S. '10, geschah aber schon am 7. April 1307; s. Koller in B. Zcitschr. XIII 285, A. 2. 3) Dieser Hof lag auf dem Areal der jetzigen Herberggasse. 4) Er sass im Rat als Achtbürger; s. B. Urkb. III No. 385, z. J. 1297. 5) Dieses Geschlecht nennt weder M. v. Neuenb. S. 40, aus welchem dieser Abschnitt stammt, noch Briefer. 6] Schauenburg, wie die Hs. hat, ist entstellt ausSchönenbcrg; s. ebend. 1308. 409 von Rottperg was 1 ). [Utf welchem waren herr Wernher von Rotberg ritter, herr Niclaus zer Kinden ritter und andere des adels usz der statt, dem bischoff anhängig; heschach im aprellen anno 1308.] 1308 In demselbigen #ber ward küng Albrecbt von sines brüders r " sun hertzog Hansen und andern sinen mitthelffern [uff den meytag desselben jars] ze Windisch an dem faar erschlagen. Mai Do kam einer nachts durch das leger 2 ) bisz zu dem schlosz * ürstenstein, rüfft dem herrn von Rottperg und schrey: Herr v on Rottperg, der künig ist erschlagen! Sollichs vernommen auch durch eigine botten die kungischen, [so] vor dem schlossz *°gen; zugent deszhalb morgens frü mitt aller rüstung und züg hindannen. Noch sollichem kam herr Niclaus zer Kinden und andere 0 edlen von Basel dem bischoff anhengig, so uff dem schlosz * ürstenstein zu einem züsatz gelegen woren, in die statt Basel; besuchten und funden alsbald herr Fetter Scholeren 3 ), sine tr ünd, ander Scholer und die München 4 ), so küng Albrechten anhengig gewesen. Noch ettlichem schelten und verwissen s chlügent sy zusammen, und ward herr Niclaus zer Kinden von herr Pettern Scholern verwundet. Uff sollichs luffent die ur ger mit harnesch und weren zesammen. Zu denselbigen am diser bischoff, nam der bürgeren paner, zugent uff sant 56 ■ ^ ters ^erg in der München hoff, do yetz die Ellendherberg h durchluffend das hus, fundent im keller ob fünfzig füder ms , zerschlügent und verderpten allerhand im hoff, und uszten inen entrinnen jung und alt den München und Scho- ler n anhengig. Dogegen samletten sich uff dem Münsterplatz die Scholer, e München und ire helffere, zugent mit gewertter hand herab 30 v w ^ Ueber Fürstenstein s. Merz II 108 ff. Das Folgende nicht aus M. v - JNcuenb. Ken 2) Briefer {ol St hier dem Wortlaut Seb. Münsters S. 289, statt des du T 6 ™ Bcricnts von M. v. Neuenb. S. 44, laut welchem des Königs Tod „ C einen »nuncius veniens in verticem montis« verkündigt wurde. Hin- nJfiv . stam »nt aus M. v. Neuenb. alles Folgende über die Unruhen in Basel Da< * des Königs Tod. Pete 3 ] T Pcter Schaler III., Sohn des kurz vorher verstorbenen Bürgermeisters Mo/ tt.' 6 ela »gte als Ritter 1309 in den Rat; s. B. Urkb. IV No. 16, und e " m Taf. 12. lmd A' Es lebten damals 10 Schaler und 17 Münche; s. Merz III Taf. 2 in di , e1)er ^ese 1441 erfolgte Umwandlung des einstigen Münchenhofes SC Her berge s. B. Chron. IV 284, A. 8. 410 Briefer. bisz zu dem husz zum [Roten] Lewen'). Denselbigen aber begegnet der bischoff und die burger, tribent sy wider hinder- sich, das sy entwychen und fliechen müsten in die hüser do- selbigen, und wurdent gejagt [536] bisz uff die tächer, so do- mols gemeinlicb flach und von schindlen woren 2 ); Sprüngen & von dem tach uff Steblins hus über die gassen bisz uff das tach zum Schlüssel 3 ). Nochdem aber zuletst disz alles gestillet ward, müszten usz erkantnusz desz raths die Scholer und Münch, so an disem handel schuldig, zwo myl von der statt in die leystung schwe- '° ren 4 ). Und wiewol menglich vermeynt, dise leystung wurde nitt über zwey jar weren 5 ), verzog sich doch dieselbig wol bisz in das 14. jar 6 ). Bald noch yetzgedochtem ufflauff vertrügen sich die kuni- gin und kung Albrechts süne mitt disem bischoff' 7 ), gobent im 15 und sinen anhengeren ettlich summen gelts für iren erlittnen kosten und schaden, domitt sy ires herren des künigs tod des 1) Laut M. v. Neuenb. S. 45 flohen sie in dieses Haus. Dasselbe lag an der Freien Strasse auf einem Teil des Areals, welches das jetzige No. 31 dort einnimmt; s. Histor. Grundb., Freie Strasse No. 31. 2) Diese Bemerkung über die Schindeldächer, die in der Tat bis zum Brand von 1417 allgemein waren, ist ein Zusatz Briefers zu dem sonst aus M. v. Neuenb. S. 45 stammenden Texte. 3) Die hier genannten zwei Häuser an der Freien Strasse, jetzt No. 27 und 25, trennte die enge, jetzt Schlüsselbcrg genannte Symundsgasse. Zwischen Steblins Haus (No. 27) und dem oben erwähnten Haus zum Roten Löwen aber lag noch das Haus zum Ehrenfels (jetzt No. 29), über dessen Dach die Flucht also gleichfalls gieng; vgl. oben Anm. 1. 4) Diese Angabe Briefers beruht auf Missverstand der betr. Stelle bei M, v. Neuenb. S. 45, deren nachlässige Fassung auch alle spätem Forscher irregführt hat. "Wie jedoch in jüngster Zeit Roller in B. Zeitschr. XIII 301 nachgewiesen hat, sind unter den »predietc progenics«, welche verbannt wurden, nicht die unmittelbar vorher genannten Schaler und Münch zu verstehen, sondern deren viel früher erwähnte Gegner, die zer Kinden, Rotberg u. s. w. Erst nacli Bischof Ottos Tod nämlich, als im Oct. 1309 seinem vom Papst ernannten Nachfolger Gerhard von Wippingen der vom Domkapitel erwählte Lütold von Röteln sich entgegenstellte, war für die Schale' und Münche der günstige Augenblick gekommen, um sich für ihre Niederlage vom Mai 1308 zu rächen und im Rate die Verbannung ihrer Gegner durchzusetzen. Dass übrigens eine Verbannung der Münche für diese 2 eli ganz ausgeschlossen ist, ergibt sich schon daraus, dass in den nächsten 14 Jahren das Bürgermeisteramt 6mal von einem Münch bekleidet wurde; »• unten Allgemeine Beilage II. o) Statt »über zwey jar« hat M. v. Neuenb. blos: ultra mensern. 6) Also von 1309 bis 1323. "') Vgl. M. v. Neuenb. S. 45. 1309—1323. 411 fiiglicher rechen mochten gegen hertzog Hansen und sinen helfferen 1 ). Nochvolgender zitt hatt diser bischoff ansprach an N. groffen ze Pfirtt 2 ), wolt denselbigen mitt hilff der statt über- 5 ziechen. Es ward aber der span verrichtet, und macht der groff die herrschafft Blümberg ;) ) dem stifft Basel ze einem lehen 4 ). Diser bischoff starb nochmols uff dem weg in Italia in der widerfart, als er ze Rom gewesen. Ettlich meynten, im were 10 vergeben worden, anno 1312 5 ). 0309) Gerhardus von Wippingen usz Uechtland ward bischoff anno 1312 r >), regiert under demente V. und Johanne XXIL, 1312 by zitten Heinrici VII. und der zwyspaltigen erwellung der zweyen klingen Ludovici IV., hertzogen [zu Brixen 7 ) und] in 15 Peyern, und Friderici hertzogen zu Oesterrich, anno 1314 8 ). Alls dise beyd kunig erweit wurden, erhüb sich by regie- ru ng dises bischoffs vil unrüw und kriegs in disem und dem überhand, Schwoben, Peyern, Elsas und amRhin 9 ); weret bisz man zallt anno 1323. [537] Do ward uff sant Michels abent 1323 0 kun -g Friderich von kung Ludwigen gefangen 10 ). U Vgl. Seb. Münster S. 289. 2) Ueber diesen Streit mit Diebold von Pfirt s. M. v. Neuenb. a. a. O. 3 ) Ueber diese Burg vgl. B. Chron. IV 435 und oben S. 126. 4) Im Febr. 1309; s. Tr. III No. 175—177. — In C folgt hier aus tumpf XII Cap. 27 die angebliche Schenkung der Landgrafschaft Sisgau "Woh Heinrich VII. an Bischof Otto. Dieser Irrtum, der aus Schnitts Weltchronik Bl. 270* stammt, beruht auf einer gefälschten Urk. von 1275, orin Bischof Otto als Lehensherr der Laudgrafschaft Sisgau erscheint; s. °°s, Urkb. d. Landsch. Basel No. 111. Ueber die wirkliche Schenkung Von 1041 s . oben S. 385, A. 1. . ' Ueber diese aus Schnitts Wappentafcl stammenden, jedoch durch- e S irrigen Angaben s. oben S. 330, A. 5. Jed ü' V ° n Clemens V ' wurde Gerhard schon Ende Juli 1309 ernannt. a °ch stund ihm bis 1312 der vom Domkapitel erwählte Dompropst Lütold R öteln entgegen; s. oben S. 118, A. 2. 7 ) Dieser Zusatz, in C ist mir dunkel. 8) I u nach der Urk. im B. Urkb. IV No. 46, sodann die aus bisohöfM Wi,ltertnur stammenden Nachrichten von der Ermordung eines 10 Ilcn en Offizials, sowie auch eines päpstlichen Boten in Basel. 412 Briefer. 1326 Nochdem diser bischoff geregiert bisz in das dryzehend CM&r« ") j ar i) 7 s tarb er uff den 16. tag aprilis anno 13252), ligt begraben by dem glockhusz im münster ze Basel 3 ). Johannes de Gabylone, ein Burgunder, was bischoff ze Langers und administrator des bistums Basel 4 ), kriegt anfangs '•< ze Rhom um das bistum ze Basel mitt her Hartman Münch ertzpriester ze Basel anno 1325 5 ); regiert dornoch zehen jor under Johanne XXII., by zitten Ludovici IV. Disem und anderen bischoffen, deszglichen allen geyst- lichen [in Tiitschen landen] gebott Johannes XXII. für bfinnig 10 ze halten küng Ludwigen von Peyern 6 ). Aber sollichs unan- gesechen müszten diser und ander bischoff ire regalia und lehen von küng Ludwigen empfachen. Es woren auch der weltlichen priester wenig ze Basel und anderswo, die disem gebott des bapsts gehorsammen und sich wider küng Ludwigen setzen 1 5 wolten 7 ). Die Prediger und ander ordenslütt, so in den stetten interdict ze halten understünden, wurden usz den stetten ver- tryben, und ward disz sprüchwort zu inen gesagt: sy solten in den kilchen singen, oder usz der statt springen 8 ). Die regierung dises bischoffs verzog sich, bisz man zalt 20 1336 anno 1335. Ob er aber das bistum uffgeben, oder wo und wenn er gestorben sige, würt nitt verzeychnet 9 ). Johannes Senn von Münsingen, in Burgenden an der Aar 23. C: ob der Aar. 1) Von 1312 an gezählt; s. oben S. 411, A. G. 2) Ueber dieses entstellte Datum aus Schnitt s. oben S. 331, A. 1. 3) Vgl. Jahrztb. d. Dornst, bei Tr. III No. 385: juxta vetus oampanile (Georgsturm). 4) Er wurde am 30. März 1325 von Johann XXII. zum Bischof von Basel ernannt und später, 1328, zum Bischof von Langres, wobei er jedoch das Bistum Basel als Administrator beibehielt; s. B. Urkb. IV No. 56 u. 67. 5) Ueber diesen bis 1328 währenden Streit mit dem vom Domkapitel erwählten H. Münch s. oben S. 118, A. 4, u. S. 144. 6) Die betr. Bulle, vom 8. Oct. 1323, machte noch Bischof Gerhard durch Erlass vom 7. Jan. 1324 seiner Geistlichkeit bekannt; s. B. Ukb. I» No. 51 ff., auch B. Franziskanerchronik im Archivum Franciscanum Histori- cum IV 686. 7) Im Bistum Basel wurde das Interdikt einzig in der Stadt und in Rheinfelden gehalten; s. Heinr. v. Diessenhofen, bei Böhmer, Fontes IV 30. Zudem wurde es von Johann XXII. für Basel vom Sept. 1331 bis Ostern 1332, und nochmals vom Dec. 1332 bis Sept. 1334 aufgehoben; s. B. Urkb. IV No. 95, 109 u. 113. 8) Ueber Basel vgl. die Chronik d. Dominikaner v. Gebweiler, S. 37 d. Ausg. v. Mossmann. '•>) Er starb am 23. Mai 1335, aber keinenfalls in Basel; s. Eubel I 920, 1325—1356. 413 gelegen, [von der nriiter eyn fryherr zu Bucheck] l ), ward bischoff anno 1335 2 ), regiert under bapst Benedicto XII., demente VI., 1335 Innocentio VI. und Urbano V., by zitten Ludovici IV. und Karoli IV, so an das rych kam anno 1348 3 ). [538] By zitten der regierung dises bischoffes, anno 1348 i3 ^ und anno 1349, was ze Basel ein so grosser sterbent, als vor ™ m und noch nie mehr erhört was. Diser sterbent hatt angehept ensitt des mehrs, do er auch am grossisten was; gieng durch a lha land. Und wurdent die Juden gezygen, sy hetten die 10 orunnen-allenthalben vergih'tet. Deszhalb wurdent sy in disen landen des mehrenteyls verbrent und vertryben. Ze Basel wurdent sy gefürt in ein höltzin husz 4 ), so zu sollichem gemacht was in einer auw des Rhins, und doselbigen v _erbrantt, uff frytag nach sant Hylarii anno 1349 5 ). Die übe-1349 's rigen wurdent usz der statt vertryben. Ir kilchhoff, gelegen ,Ta "' 1C zwischen dem closter Gnodenthal und der Chorherren garten °der platz zu sant Petter, ward gantz zerstört, do yetz der w er c ] ino g' un( j musz ] iusz statt °). Die Grabstein wurdent gelegt u n die mur des inneren stattgrabens 7 ), und sunst an andere ort 2 °verbawen 8 ). Anno 1356 uff sant Lux tag noch vesperzitt 9 ) kam ein 135c grosser erdbidem, und verfiel der fronaltar und das münster ze 0cl " 18 1) Vgl. oben S. 119. Jedoch waren die Bucheck nicht Freiherren, andern Grafen. 2) Vom Domkapitel erwählt, regierte er seit 22. Juni d. J., wurde aber 5«t am 24. April 1330 von Benedikt XII. bestätigt; s. Tr. III No. 271, ^«Del I 133 und M. v. Neuenb. S. 99. g , ' In C folgt aus Stumpf XII Cap. 28, und stellenweise ergänzt aus A ' Mun sters Kosmographie S. 229, zunächst die päpstliche Baunung der _ lan ger Ludwigs, sodann Basels Bund mit Zürich von 1345, und weiter teil' • " Stumpfs Erzählung von Basels Absolution, deren Inhalt sich weise auf M. v. Neuenb. S. 144 zurückführen lässt. stim 4 ' Vgl ' M ' v- Nouenl) - s - J G0 : in domo nova eis facta- Im ub "g en m rnt der ganze Satz, bis »anno 1349«, genau mit dieser Quelle. 5 ) Bis hier s. cbend.; doch das Folgende ist Briefers Zusatz. q , -^ as nachmalige Zeughaus, von welchem das spätere Mueshaus, jetzt w erbehalle, Spalenvorstadt No. 14, zu unterscheiden ist. t !'• Jetet St Petersgraben. Ueber diese Grabsteine s. Wurstiseus Epi- 6 mstoriae Basilensis in Scriptores rerum Basil. minores S. 152 ff. N« v. ^ In C f °lgen aus Stumpf einige aus Gr. B. Annalen stammende "aermchten von 1351—1355; s. B. Chron. VI 253 u. 254. G Q1 9 ' Vgl ' Königshofen in Chron. d. d. Städte IX 862: umbe die vesperzit. X •a'n" S!l ^ Ko "rad von Waltighofen; ante versperas; s. B. Beiträge teil ~~ ^ ie6,er Abschnitt stammt teils aus Blaucnstein (s. oben S. 119), 118 aus Köuigshofen a. a. O. 414 Briefer. Basel zu dem grosseren tbeyl, deszglichen die statt an kilchen, hüsern, rinckmuren und thürnen des mehrentheyls, und by sechzig schlosz und bürgen allenthalben umm Basel i ). Diser bischoff regiert drissig jar, starb uff den letsten tag i3or> brochmonats anno \ 365, ligt begraben vor sant Ymers altar 5 • Iuni30 im münster ze Basel 2). Joannes von Vyanna usz Burgund ward bischoff 3 ) und kam i3f>6 gehn Basel uff unser frauwen liechtmesz anno 1366. Hatt re- Fel,r ' 2 giert under Urbano V., Gregorio XI. und Urbano VI., by zitten Karoli IV. und Wentzeszlay, so noch sinem vatter anhüb zu i° regieren anno 1378. [Diser zyt waren zwen päpst erwöllt, eyner pleib zu Rom, der ander zu Avinion 4 ); deszhalb grossz zweyungen waren 6 ).] Diser bischoff hatt krieg mit denen von Bern 0 ). Als aber die von Biel mitt den Berneren sich vormols verbunden 7 ) und v> deszhalb dem bischoff gegen den Berneren kein hilft' thün wolten 8 ), verfügt sich diser bischoff mitt den sinen gehn Biel, zeygt an, wie er mitt inen ettwas ze handien [hett]. Als aber die von Biel sich gegen dem bischoff keines arges versochen, pracht er heimlich sin kriegsvolck in das schlosz, 20 fiel in die statt, verbrantt dieselbig 9 ) uff allerheilgen abent 5. Hs.: 1356j 0: 2305. 1) In C folgt zunächst noch ans Stumpf XII Cap. 28 dessen ans verschiedenen Quellen compilierte Erzählung des Erdbebens. In der Hs. hingegen folgt weiter aus Blauenstein die 1303 im Beisein des Königs von Cypern vollzogene Weihe des wieder hergestellten Münsters. Auch dieser Abschnitt findet sich in C, jedoch mit dem aus Schnitts Weltchronik Bl. 282 stammenden Zusatz: Etlich schryben auch, das mit disem künig von Cipern auch der künig von Denmarck da gesyn sige. Hierüber s. oben S. 120, A. 1. 2) S. ebend. A. 2 u. 3. 3) Am 13. Aug. 1305 durch Urban V. ernannt; s. Eubel I 133. '1) Urban VI. in Rom und Clemens VII. in Avignon, beide seit 1318. 5) In d. Hs. folgt aus Blauenstein dieses Bischofs Charakteristik; s- oben S. 120. 0) Die Fehde mit Bern entstund erst aus dem hier folgenden Streit mit Biel; s. Justinger, Ausg. v. Studer S. 131 ff. 7) Ein seit 1279 bestehendes Bündnis war zuletzt 1352 wieder erneuert worden; s. Tr. II No. 242 u. IV No. 7. 8) Vielmehr als Biel den Bund mit Bern nicht aufgeben wollte; e - Justinger a. a. O. 9) Der Brand geschah jedoch nicht auf Befehl des Bischofs, sondern m seiner Abwesenheit; g. ebend., ferner die Urk. v. 10. Juni 1370 im Solo- thurner Wochenblatt 1830 S. 20 ff., auf welche Studer im Archiv d. Histor. • Vereins v. Bern VI 250 verweist 1365—1373. 415 anno 1367 1 ), weycli mitt sinem volck durch das schlosz bisz m- zu der Nüwenstatt. Uff sollichs koment die Berner, zerstörten 0ct - 31 m der statt Byel das schlosz 2 ), und verderpten dem bischoff alles, was sy ankommen mochten. Der bischoff nam dogegen zu hilff den groffen von Nidow ;! ), gab demselbigen für sin besoldung das stettlin Ölten ensitt dem Hawenstein an der Aar gelegen 4 ). Dornoch verderpten die Berner sant Ymersthaal, erstigen das schlosz Pirreport, do Julius Caesar vor zitten durch den felsen einen weg gehüwen 5 ). 10 &y verbranten auch das Münsterthaal und Tälspergthaal 6 ). ■Lhser krieg weret, bisz die Engeischen in das land komen 7 ), do ward der groff von Nidow von den Engeischen uff Büren erschossen 8 ). Nochmols kam diser bischoff auch inn spann und krieg 5 mitt der Grossen statt Basel, nam ze hilff hertzog Lupoiden v °n Osterrich. Demselbigen verpfendt er für sin hilff und be- soldung die Kleine statt Basel und sinen bischofflichen holt dorinn '■>). Diser und andrer kriegen halb [540] versetzt er das Ser- gow'o) xmd Sant Ymersthaal, Callenberg, Spiegelberg mit irer zugehörtt, schlosz und statt sant Ursitz, Lauffen mitt siner zu- geliord, Waidenburg und Homburg, Birseck, das schlosz Blutz- husen"). Der statt Basel versetzt er die muntz, den meheren und " pudern zoll im kauffhusz mitt allem das dorzü gehört, item ? s "luttampt und saltzverkauff, gefeil von den gesaltznen ls chen, die zoll von schmiden, kupferschmiden, schfimachern n d keüffelern, und anders; geschach uff Gregorii anno 1373 12 ). 1373 Über sollichs alles hatt er die stifft beladen mit zinsen in Mi,r ' ' 1) Dieses Datum wird bestätigt durch eine Klagschrift des Domkapitels c e 8 i n de " Ksc,lof > bei Tr - IV S. 765, worin es heisst: tali die, quando in- nu eratj erant mmd ; ue Im 0ct näm ]j c]) j iatte Bj e i se i t 1327 einen vier- Pgen Jahrmarkt; s. Blöscli, Gesch. d. Stadt Biel I 91. * Vgl. Justinger S. 132. 2 Rudolf IV., der letzte seines Stammes. *> Vgl. Justinger S. 133. •;) Vgl. ebeud. S. 132. ° S. oben Blauenstein S. 121. ' Also bis 1375; vgl. Justinger S. 137. » Vgl. B. Chron. VI 266, z. J. 1375. in rl ° ben Bla " e »stcin S. 120. }" [>■ h. die Burg Erguel im St. Imcrstal; vgl. ebend. S. 121, A. 3. 11 ) S. ebeud. 12 > S. B. Urkb. IV No. 359 u. 300. 416 Briefer. gelt, fruchten und win, auch andern schulden, so sich streckt über die hunderttusent gülden 1 ). 13S2 Diser bischoff starb im septembri 2 ) anno 1382, ligt ze (Oft. 7) ß runne ndrut begraben''). Johannes IV. ein vryherr zu Bücheck usz Burgenden, nach 5 by der Aar gelegen, was herr ein jar" 1 ); noch anzeyg des ge- melds in sant Alban closter ze Basel 5 ), villicht erweit, aber nitt bestettiget worden. Dan ettlich setzen disen bischoff nitt, von wegen das bischoff Ymerius von Harnstein, so nochvolget, nennet in einer verschrybung, datum anno 1387, bischoff Johannem von '° Vyanna sinen nechsten vorfaren 6 ). Wernherus Scholer, ertzpriester ze Basel, ward usz fürde- rung hertzog Lupoiden von Oesterrich durch bapst dementem VII. zu Avinion ze einem bischoff verordnet, und ze Basel durch herrn Wernheren von Berenfels rittern uff den fronaltar gesetzt i* (im) anno 1383 7 ). Desselbigen tags noch mittag erweiten die thümherren 8 ) auch ein bischoff, [541] herrn Ymerium von Ramstein vryen und schülherren ze Basel 9 ), so bestettiget ward durch Urba- num VI. ze Bhom 10 ). Also hatt yctwederer sinen eygnen bapst. 20 Burgermeyster und rhatt ze Basel schanckten beyden bischoffen den win 11 ). Yettweder nam zu sinen banden der stifft schlosz, stett und landschafft, so im werden mocht. Deszhalb die stifft abermols grossen schaden empfieng ,2 ). Nochmols stund herrWernher Scholer von siner ansprach 13 ), 2Ö 1) Blaucnst. sagt nur: multa milia; s. oben S. 121. •— In C folgt aus Stumpf XII Cap. 28 die aus Brcnnwald und Seh. Münster compilierte Bf Zählung der bösen Fasnacht von 1376. 2) Ueber diesen aus Schnitt stammenden Irrtum s. oben S. 332, A- 6 3) Vgl. oben S. 145, A. 8. 4) Ueber diesen angeblichen Bischof s. oben S. 332. 5) S. unten Beilage II, z. J. 1379. 6) S. z. B. Tr. IV No. 200. 7) Ueber diese Jahrzahl, wie über diesen ganzen aus Schnitt stammenden Abschnitt, s. oben S. 333. 8) D. h. deren Mehrzahl; s. ebcnd Anm. 4. 9) S. B. Urkb. V No. 4. 10) Diese Bestätigung erfolgte im März 1383, als Imer, der bisher & u Clemens VII. gehalten, zu Urban VI. übergieng. Er wurde hierauf auch »n Hasel als Bischof anerkannt; s. Eubel I 130 und B. Urkb. V No. 22. 11) Bis hier alles aus Schnitt; s. oben S. 333. 12) S. oben Blauenstein S. 122. 13) Noch am 7. Juli 1385 wurde nur ein Waffenstillstand bis 14. Sep*- geschlossen; s. B. Urkb. V No. 53. Im übrigen s. über diesen Abschnitt, der aus Beinheima Chronik der Bischöfe stammt, B. Chron. V 351, 1382—1409. 417 und ward im ingeben sin leben lang das schlosz Istein mitt siner zügehordt. Dasselbig verpfendet er hertzog Lupoiden von Osterrich. Hertzog Lupoid übergab es herr Burckardten München von Landskron. In desselbigen handen ward es noch- 5 moln von denen von Basel zerstört anno 1409 *). H09 Ymerius der bischoff versatzt schlosz und statt Brunnen- drut, Goldenfels mitt der zugehört, Tälsperg. Item der statt Basel hatt er verpfendt ettlich ämpter und zoll, wytters dann y or bischoff Johannes von Vyanna gethon hatt. Über dises 10 müszt er betzaln verseszner zinsen 12000 gülden 2 ). Als diser bischoff acht jar 3 ) geregieret hatt under UrbanoVI. u nd sinem gegenbapst demente VII., by zitten Wentzeszlay, übergab er das bistumb Basel herrn Friderichen von Blancken- heina bischoffen zu Straszburg anno 1391 4 ) [und nam wider an 1391 15 sich die thümpropsty, als etlich schryben, die er vorhin auch S °H ghept haben] 5). Fridericus ein vryherr zu Blanckenheim, bischoff ze Strosz- °urg und administrator ze Basel, genantt bischoff Lung 8 ), anno 1391 7 ), regiert under Bonifacio IX. und sinem gegenbapst Bene- 20 dict o XIII., by zitten Wentzeszlay. Diser bischoff hatt der statt Basel ze kauffen geben die Minder statt Basel sampt dem bischofflichen hoff, do yetz die arthusz statt, mitt allen iren rechten und zügehörungen; actum sampstag vor dem palmtag anno 1392 8 ).- 1392 Er hatt auch ettlich zehenden und quartas episcopales, so dl e stifft Basel in Elsas hatt, verpfendt der stifft Straszburg»). !0. Ha.; vorsesznen Zinsen. und I ^ e,Dor diese Bur g> welche 1384 von W. Schaler an Leopold III., (+ 14 2 VOn dessen Sohn Leopold IV. an den Edelknecht Burkhard Münch Vt 1410) übergieng, jedoch 1409 zerstört wurde, s. B. Chron. IV 432 und a »l, A. 2—5, und oben S. 176 ff. v 2) S. oben Blauenst. S. 122. — In C folgt noch aus Schnitt S. 333 die den O dUDg deS Sch «ltheissenamts, und aus Stumpf XII Cap. 29, der hier w. Basler Annalen folgt, der Bau der Stadtmauern. 3) Von 1383 bis 1391; s. oben S. 416 A. 10. da -R- DieS S escnah im J uni d. J., nachdem er im März versucht hatte, j a f ^tum auf 7 Jalire an Herzog Albrecht III. von Oestreich gegen ein an rgehalt von 200 Gl. zu übergeben; s. B. Urkb. V No. 150 und 156-159. ^ 5 ) Solches schreibt Beinheim, der jedoch diesen Bischof offenbar mit °nrad Münch verwechselt; s. B. Chron. V 351 und vgl. unten S. 418, A. 3. jj S. oben Blauenst. S. 123. II Seit 4. Juni d. J.; „. Tr. IV No. 257. ° 8. B. Urkb. V No. 172. s ) S. oben Blauenst. S. 123. B «1m Chronik.n. VII. 27 418 Briefer. [542] Diser Fridericus regiert 2jor, ward dornocb bischoff zu Uotterich in sinem vatterland'), und übergab dise beyde bis- 1393 tum Straszburg und Basel anno 1393 2 ). 1393 Cunradus Münch von Landskron, thümprobst ze Basel, ward biscboff anno 1393 3 ), regiert under Bonifacio IX. und sinem 5 gegenbapst Benedicto XIII., by zitten künigs Wentzeszlay. 1394 Diser bischoff verpfendett der statt Basel den bischoffzol und banwin, wytter dan er vor verpfendet was; actum uff zinstag noch Thomae anno 1394 4 ). Er regiert zwey jor, übergab das bistum herrn Hum- 10 prechten graffen ze Nüwenburg im Burgund, und ward wider 1395 thümprobst, anno 1395 5 ). Humprecht graff ze Nüwenburg im Burgund ward von dem cappittel von Basel postuliert zu einem bischoff anno 1395, regiert under Bonifacio IX. und sinem gegenbapst Benedicto XIII., ,5 by zitten Wentzeszlay, so des rychs entsetzt anno 1400 und an sin statt erwellet ward hertzog Rutprecht pfaltzgroff by Bhin und hertzog in Beyern. Dises bischoffs vatter her Thiebolt groff ze Nüwenburg, herr ze Blamont und landgraff ze Palme 6 ), ward, zu behilff sines 2° suns des bischoffs, pfleger verordnet über die stifft und das bistumb 7 ). Diser bischoff hatt verpfendt: schlosz und statt Sant Ur- sitz, Goldenfels, Blutzhusen und den Vryenberg, alles sinem vetteren herr Thiebolten von Nüwenburg 8 ); das schlosz Callen- 5 1) S. oben Blauenst. S. 123, A. 5. 2) Im Juli d. J.; s. Tr. IV No. 273, A. 1 und Eubel I 518. 3) Am 19. Aug. d. J.; s. Tr. IV No. 274. Als Dompropst erscheint er seit 1380; s. ebend. S. 760. Ueber seinen von Bonifacius IX. auf denselben 19. Aug. ernannten Gegenbischof Wilhelm von Codemberge, bisher Bischof von Tournay, s. Eubel I 133 u. 517. 4) Genauer: an dem nechsten mentage vor santThomans tage (14. De"-)' s. B. Urkb. V No. 209 und Tr. IV No. 295. 5) S. Beinheim in B. Chron. V 352. Als Dompropst erscheint er wieder am 11. Nov. d. J., und am 24. Aug. 1402 starb er; s. Tr. IV No. 30° und V S. 709. 6) Graf Diebold VI., Herr zu Blamont und Vizegraf (Vicomte) von Baume. 7) Am 11. Nov. 1395, gleich bei Humberts Erwählung durch das Domkapitel. Er verwaltete das Bistum, bis der Sohn im August 1399 die Bc- gierung selber übernahm, nachdem er am 14. Juli die pästliche Bestätig« 1 ^ erlangt hatte; s. Tr. IV No. 300, B. Urkb. V No. 257, und Eubel I 133- 8) Graf Diebold VIII.; „. B. Chron. V 352. 1393—1417. 419 berg graff Wilhelmen von Vilari [graff zu Ruppi] 1 ); Laufl'en den vryherrn von Ramstein 2 ); Homburg, Liechstal, Wallenburg sampt aller irer zugehört der statt Basel; actum uff Jacobi apostoli anno 1400 3 ). uco Juli (26) [543] Er hatt spann mitt der statt Basel von wegen des ammeysterampts 4 ); es ward aber vertragen durch kunig Rutt- prechten 5 ). Diser bischoff starb ze Tälsperg und ward begraben in das Münster ze Basel 6 ) anno 1403 7 ). <1417) 0 Diser zitt hatt Jacob Zybol ein achtburger ze Basel, unlang bievor obrister zunfftmeyster 8 ), erkaufft den bischofflichen hoff z e Mindern Basel, und doselbigen angehept ze buwen und ze stifften das Carthüsercloster 9 ). Hartmannus Münch von Münchenstein, senger, ward von 3. Hb.: aller iren. , !) Vgl. Tr. IV No. 307, i. J. 1397: Henricus comes de Küpe, dominus de Villario Sexel. Vi -j P* e '" er gemeinten Brüder Kunzmann und Henmann von Ramstein, Me Ritter und später Bürgermeister, gehörten nicht zum freiherrlichen m^p 6 dieSGS Geschlechts ; B - Tr - V S - 726 und A "g- Burckhardt bei Merz laf. 9. — Dieser Abschnitt stimmt völlig mit Beinheim, nur dass dieser tt »graff Wilhelmen von Vilari graff zu Ruppi« blos »domino de Vilario« all •' ^' *-" lron - V 352. Jedoch wurden die hier genannten Besitzungen e nicht erst durch diesen Bischof verpfändet, sondern sie waren es schon "«her, nur an andre Gläubiger; s. oben S. 121, 122, 415 u. 417. 3) Genauer: secunda post Jacobi; s. oben Schnitt S. 335. — In d. Hs. 0 gt aus Blauenst. dieses Bischofs Charakter; s. oben S. 124. i ' J- n 0 folgt weiter aus Blauenst. der Bericht über diesen Streit; s. • 5 ) Dieser Streit wurde erst 1417 beigelegt, und zwar durch Vermitt- in g Markgraf Rudolfs von Hochberg, der hier mit König Ruprecht ver- ech se i t wird; s. B. Chron. V 150. Zu diesem Irrtum vgl. unten die Jahr- Za M 1403. 6 ) Bis hier vgl. Blauenst. S. 124. u M , 7 ' Er 8ta rb am 22. Juni 1417; s. ebend. A. 4 u. 6. Das irrige Jahr J4U -* hat auch C. 8 ) Oberstzunftmeister war er 1375, und 1388 Bürgermeister. M M 9) Ueber J ' Zibo1 und seinc Stiftun g s - B - chron - l 258 S -' ferner Hans «pl,. . yer ' Grü ndungsgesch. d. Karthause St. Margarethental, Basler Dis- l40i aU ° n 19 ° 5 ' S - 39 ff - Der Kauf des ^iscfiöflic hen Hofes erfolgte schon ). Diser bischoff hatt wider an die stifft gelöszt schlosz und statt Brunnendrut [umb 23 000 gülden] 11 ). Dasselbig von grund 1. Für den dritten Bischof in 0 eine Lücke. 1) Die folgende Lücke in der Hs. ist vermutlich durch »Basel« zu er gänzen; s. oben S. 148, A. 1. 2) Diese Bestätigung, vom 22. März d. J., traf am 27. April in Basel ein i s. Eubel II 115 und B. Chron. IV 306. __ 3 ) Vgl. oben Blauenst. S. 130: Durus fuit in correctionibus. — In d. 3i 'olgt aus ebend. seine weitere Charakteristik. . 4) Schürhof hiess nicht der hier gemeinte Bischofshof hinter dem unster, sondern der Hof auf dem Münsterplatz (jetzt No. 19), welchen bis a hm mehrere Bischöfe bewohnt hatten; s. oben S. 420, A. 5. 5) Ueber diesen Bau s. K. Stehlin in B. Festschrift v. 1901, S. 312 ff., t . B] auenst. S. 130. Ueber einen frühern Bau, unter Joh. v. Flecken- lein , s. B. Chron. V 357. Das Folgende ist Briefers Zusatz. 1247 ^ DaS früheste Beispiel ist Berchtold v. Pfirt, der wohl infolge der , ' geschehenen Zerstörung der alten Bischofspfalz einen Domherrenhof lohnte; g. B. Urkb. I No. 195 und oben Schnitt S. 328. 7 ) Genauer in der Nacht vom 6./7. Mai; s. oben S. 131, A. 4. 8 ) S. ebend. (17 Uff Sow °hl Appenwiler als Schnitt haben: quarta ante pentecosten 1 Ma >); s. B. Chron. IV 331 und oben S. 337. 10 ) In d. Hs. folgt aus Blauenst. S. 131 dieses Bischofs Charakteristik. 11 ) Genauer um 22500 Gl.; s. Tr. V No. 157. 426 Briefer. uff fürstlich und kostlich erhuwen [und ob 5000 gülden doran verwendt] 1 ). 1460 [Anno 1460 uff den 4. tag aprilis 2 ) ward die hoche schul April 4 zu Basel angefangen, und von dem papst Pio IL confirmiert, zu der zyt keyser Friderichen desz III., synes rychs im 18. jar 3 ), 5 und under disem bischoff Hannsen von Veningen, sins bistumbs im 2. jar. Und ist der erst rector gewesen her Georgius von Andlow thümpropst zu Basel, der ander rector her Caspar ze Rhyn von Mülhusen] 4 ). Durch disen bischoff wer die stifft Basel on zwifel noch 10 vil mehr gebessert worden, wo sollichs nitt verhindert der Bur- (H74) gundisch krieg, so sich erhüb anno 1475 5 ), anfenglich zwischen hertzog Karle von Burgund, sinen helffern dem künig von Engenland 6 ) und anderen am einen theyl, der stifft und statt Köln, keyser Friderichen und dem gantzen rych anderstheyls. In & wellichem sich sunderlich wider den hertzogen von Burgund zusammen verbunden hertzog Sigmund von Osterrich und gmeine Eydgnossen anfangs, dornoch zu inen die bischoff und stett Stroszburg und Basel, und die stett Colmar, Schlettstatt und andere, dornoch zu disen allen der hertzog von Lutteringen 20 und statt Metz 7 ). Und als der stifft Basel landschafft den Burgundern vast noch, müszt diser bischoff und sin landschafft er- lyden däglichen und grossen kosten 8 ). 1478 Diser bischoff Joannes von Veningen, hatt geregiert zwenzig jor, starb uff den zwenundzwenzigsten tag decembris anno do- 3. C: 15. tag. 1) Vgl. oben S. 150: ultra 24000 flor., femer Blauenst. S. 132, wonach Auslösung und Bauten zusammen über 50000 Gl. kosteten. 2) »Den 15. tag-, wie C hat, ist entstellt aus 4. (XV aus IV); s. B* Chron. IV 332. 3) Im 18. Jahr seit seiner Krönung zum römischen König (seit 1442)» hingegen erst im 8. seit der Kaiserkrönung. 4) Der spätere Bischof, der im zweiten Semester 1460. das Bektorftt bekleidete. 5) »1475« stammt aus Blauenst., der in diesem Jahre schrieb, nach' dem der Krieg schon 1474 begonnen hatte. 6) Eduard IV. 7) Ueber diese Bündnisse vom März und April 1474, denen Be na von Lothringen und die Stadt Metz erst im April 1475 beitraten, s. Eidg- Abschiede II 476 ff., B. Urkb. VIII No. 458 u. 461—463, und B. Chron- II 208 u. V 510. 8) In C folgt aus Stumpf XII Cap. 33 z. J. 1474 Kaiser Friedrieb» Besuch in Basel. 1460—1482. 427 mmi 1478 1 ). Ward begraben in mitten in der kilchen vor der chorstegen im münster ze Basel 2 ). [350] Casparus ze Rhin [von Müllbusen] 3 ) custos und thüm- ber, ward, durch das cappittel ze biscboff erwellet anno 1478 4 ), (1479) 5 batt regiert under Sixto IV., Innocentio VIII., Alexandra VI, by zitten Friderici III. und sines suns Maximiliani, so zu künig erwellet anno 1486, und noch absterben sines vatters Friderici anhüb zu regieren anno domini 1493 B ). By zitten dises bischoffs kam gohn Basel Andreas ertz- 0 bischoff zu Crayn 6 ), undernam sich ein concilium gehn Basel z u beruften'); schreyb deszhalb an keyser Friderichen, geyst- hche und weltliche fürsten und andere, ze helffen, domitt ein concilium ze Basel wider den bapst Sixtum IV. und sine car- dinäl gehalten wurde 8 ). 15 Uff sollichs schickt der bapst sinen legatten Angelum bischoff ze Schweden 9 ), mitt bevelch, gedochten Andream ertz- bischoff ze Crayn gefängklich anzenemmen, ime dem bapst ze überantworten, und alle, so im anhängig, ze verbannen 10 ). Als aber die von Basel sollichs nitt wolten gestatten, wur- 0 dent sy allenthalben von dem bemeltem bischoff von Schweden 1- Hs.: Wehen; C: kilehen. 1) Er starb am 20. Deo. und wurde am 22. begraben; s. oben S.337, A. 2. 2) Ueber sein Grab s. B. Chron. III 219, A. 1, auch oben S. 150. 3) Er war ein Neffe Bischof Friedrichs und somit gleich diesem ein 2 e Hin von Hesingen, und nicht von Mülhausen; s. Merz I Taf. 12. Wohl *5 War er von Mülhausen gebürtig, laut folgendem von J. J. Losz beigefügtem Zettel: Diser Casparus ze Ryn ist z& Mülhusen geboren worden ono 1433, und durch her Heinrich Keigler daselbst getoufft; was custor öo 1465. — Dieser H. Kegeler erscheint in Mülhausen noch 1453, und Jpw als Pfarrherr von Weil (1 St. v. Basel); s. Mossmann, Cartulaire de -WulhouBe II 278. 4) Genauer am 4. Jan. 1479; s. B. Chron. III 220 und IV 81. 5 ) In C folgt aus Stumpf XII Cap. 33 der 1480 entstandene Streit e gen Reformation des Klosters Klingental. 6) Ueber ihn g. oben S. 208, A. 8. ß , 7 ) Ueber dieses Concils Ankündigung, vom 25. März 1482, s. oben *"9, A. 1. Erf 8 ' Ueber diese anfangs Mai versandten Schreiben, die jedoch keinen q 0l S hatten, s. J. Burckhardt in B. Beitr. V 31 u. 34, auch Schlecht in seilen u. Forsch, d. Görresgesellsch. VIII 103 u. 105. »V « An gdus Gherardini, Bischof von Sessa (lat. Suessa); s. oben S. 209. °n Schweden« heisst er auch in Urkunden, wegen der Aehnlichkeit von 8S * mit Suecia; s. B. Urkb. VIII No. 672. W k °J Die betr - Bulle, vom 16. Juli 1482, s. im St. Archiv, Politisches * ö > Bl. 29. 428 Briefer. in ban verkündet 1 ). Aber der mehrentheyl thümbherren der hohen stifft und andere geystlichen ze Basel achtenten sollichs verbannen gar nichts 2 ). In sollichem schickt der bapst niiwe oratores und legatten, nämlich Jodocum bischoff ze Sitten und andere, zu keyser 5 Friderichen 3 ). Derselbig bewilliget und bevalch, das der ertz- bischoff von Crayn obgedocht von denen von Basel gefenglich angenommen 4 ), doch doselbigen behalten und an kein ander ort usserthalb Tütscher nation gefürt werden solte, bisz uff witteren sinen bevelch 6 ). Er gebott auch allen des Rhomischen 10 rychs verwanten, die von Basel und geystlichen doselbigen für bannig nitt ze halten noch vermiden 6 ). 1) Schon am 3. Sept. hatte ein päpstlicher Sendbote, Peter von Kettenheim, Prior von Feldbach, vom Rate Crains Verhaftung gefordert und auf die Weigerung über Basel das Interdikt verkündigt; s. B. Urkb. VIII No. 637 u. 638. Bischof Angelus hingegen erschien in Basel vor dem Bat erst am 22. Oct, und nach wiederholten vergeblichen Citationen verhängte am 21. Nov. auch er von Rheinfelden aus über die Stadt das Interdikt; s. ebend. No, 641, 648, 651, 653, 655 u. 656. 2) Schon am 4. Oct. hatte die Geistlichkeit sich grossenteils gegen Kettenheims Interdikt erklärt, und noch entschiedener geschah solches am 24. Nov. gegen das von Bischof Angelus verhängte; s. St. Archiv, Oeffnungsb. VI 63*, z. 4. Oet. 1482, und B. Urkb. VIII No. 657 u. 659. 3) Jost von Sillinen, Bischof von Sitten, war einer der päpstlichen Gesandten, welche in der Versammlung vom 18. Dec. 1482 im Rathaus Crains Verhaftung forderten und erlangten; s. B. Urkb. VIII No. 665. Dass er aber vorher bei Friedrich III. gewesen, finde ich nirgends bezeugt. Er wird daher hier vielleicht verwechselt mit dem Barfüsser Anton Gratia Dei, der als päpstlicher Gesandter schon anfangs Sept. sich bei Friedrich III. in Wien befand, von wo er dann als dessen Gesandter anfangs Dec. nach Basel kam und in der Versammlung vom 18., welche mit Crains Verhaftung endete, auch für die drei päpstlichen Gesandten das Wort führte; s. B. Urkb. VIII No. 638 u. 665, ferner J. Burckhardt a. a. O., S. 67 ff. 4) Friedrich III., der gegen Crain geraume Zeit eine zweideutige Hai" tung angenommen, richtete schon am 20. Oct. an Basel ein Schreiben, worin er unter heftigen Anklagen dessen Verhaftung verlangte, falls derselbe die Stadt zu verlassen versuchte; s. St. Archiv, Politisches H 5, Bl. 22 u. 39» auch J. Burckhardt S. 34 u. 58. 5) In diesem Sinne war allerdings schon der Verhaftbefehl vom 20. Oct. gemeint. Doch wurde dieser Vorbehalt erst in Friedrichs III. Kreisschreiben vom 21. März 1483 geltend gemacht, nachdem Bischof Angelus die Auslieferung des Gefangenen gefordert hatte; s. B. Urkb. VIII No. 672. 6) Auoh dieses Verbot, welches das weitere Vorgehen des Bischof« von Sessa gegen Basel verhindern sollte, wurde erst im Kreisschreiben vom 21. März verkündet; s. ebend. 1484—1499. 429 Als aber gedochter Craynensis ettlich zitt gefangen, starb er in der gefängknusz i ). Nochdem der bapst 2 ) aller handlung beriebt, und das der biseboff von Schweden vil ze streng wider die von Basel und s ire geystlichen procediert in dem verbannen, schicket er einen commissarium 3 ), die von Basel und ire geystlichen ze absolvieren; beschach uff den 23. tag januarii anno 1485 4 ). sfüta [557] Diser bischoff Casparus [was eyn ernstlicher und trutzlicher herr,] B ) hatt von wegen der spannigen artickeln mitt der 10 statt Basel vil gehandlet 6 ), [hielt häfftig am capittel an, das man die spännigen artickel der statt zu kouffen gebe,] 7 ) kont aber dieselbigen usz vilvaltigen Ursachen zu endlichem usztrag nitt bringen 8 ). By zitten dises bischoffs erhüb sich krieg zwtischen künig 15 Maximiliano, dem Schwebischen punt und sinen helffern an einem, und den Grawenpündtern und gmeyner Eydgnossen am anderen theyl. Und wiewol diser bischoff, die stifft und die statt Basel des kriegs nitt woren, so ward destweniger nütt die stifft sant Germans und das Münsterthaal 9 ) von den Kün- 20 gischen verbrennet, dorum das dieselbigen thaallütt ze Bern burger woren 10 ). 1. In Ha. durchgestrichen: ertodtet er sich selber 1) In seinem Gefängnis auf dem innern Spalenthor wurde er am 12 - Nov. 1484 erhängt gefunden; s. B. Chron. VI 304, A. 4, und oben S. 209. ~ In C folgt hier aus Stumpf XII Cap. 33 unter irrigem Datum der Zusatz: ward in dem stüblin, dorinn er lag, also hangend und tod funden, als ob er sich selbst ertödet hette inn der gefäneknus; welches also by vuen lüten gar argwönig sin wolt. 2) Auf Sixtus IV. war im Aug. 1484 Innocenz VIII. gefolgt. 3 ) Den Barfüsser Benedikt Mansella, welcher Rom Mitte Dec. 1484 v erliesg; s. B. Urkb. VIII No. 705. 4) S. ebend. IX No. 5, auch B. Chron. VI 304. 5) Vgl. B. Chron. IV 85.' 6) Hierüber s. Heusler S. 401 ff., und R. Wackernagel, Gesch. d. Stadt ^asel II 213 ff. . 7 ) Vielmehr wollte er 1481 das der Stadt seit 1385 verpfändete Schult- ^eissenamt wieder einlösen; s. B. Urkb. VIII No. 598, auch B. Chron V 533 und oben S. 333. 8) Vgl. Wackernagel II 219. 9 ) Das Chorherrenstift St. German samt dem zugehörigen Münstertal. 10) Ueber dieses Burgrecht und den Raubzug vom 4. Juli 1499 s. B. "-hron. VI 11, A. 3. — In C folgt aus Stumpf XII Cap. 33 u. 34 der Friede T °n 1499, und z. J. 1501 Basels Eintritt in die Eidgenossenschaft. 430 Briefer. 1502 Diser bischoff hatt geregiert 24jar, starb anno 1502, ligt begraben zu Brunnendrutt 1 ). Christophorus von Uottenheim, doctor in geystlichen rechten, ward von dem cappittel bischoff erwellet anno domini 1502, hatt regiert under Alexandro VI., Pio III., Julio II., Leone X. 5 und Adriano, by zitten Maximiliani und Caroli V. , so an das rych kam anno 1519, [und anno 1500 geboren]. Diser bischoff was ein gelerter, frommer, geystlicher und wyser herr, fridsam und by menglichem eines gütten exempels; volbrocht die bischofflichen ämpter eygner person vilmoln 10 selber; hatt sich offt bemügt im geystlichen stand sines bis- tumbs gütt Ordnung und reformation ze machen 2 ), wellichs aber von wegen der zittleüffen und andern züfelligen sachen zu endlichem usztrag nitt mocht kummen. 1517 By disz bischoffs zitt siner regierung, anno 1517, hub an 16 doctor Martin Luther wider des bapsts und RhSmischen ablosz ze schriben, und in volgenden joren von dem gwalt des bapsts 1522 und der Rhomischen kilchen. Dornoch anno 1522 3 ) schütten er Martinus und sine anhenger das kind, wie man spricht, mitt dem bad usz. 20 [Joannes Oecolampadius fieng diser zyt zu Basel erstmal an zu predigen zu sanct Martin wider päpstliche Satzungen, und wie dasselbig wider das clar und pur evangelium were 4 )]. 1520 [Anno 1520 nament die von Basel dem bischoff das schlossz Pfaffingen in; darusz eyn grosse widerwertigkeit entstund 5 )- 25 Zuletst gaben die von Basel das schlossz wider, und verkaufft inen der bischoff dagegen das dorff Riechen umb 7000 gülden 6 ).] 7. Hb. nur: 16; C: 1519.1 13 Hb.: der leüffen zitt. 1) Vielmehr in Lützel; s. oben S. 152, und vgl. in T einen Zusatz von späterer Hand: Lyt se Lutzel im kor vergraben. 2) Vgl. oben S. 152. 3) In diesem Jahr trat Luther aus seiner Verborgenheit auf der Wartburg wieder in die Oeffentlichkeit, und auch in Basel begann damals die Reformation sich zu regen; vgl. B. Chron. I 33 u. VI 111, A. 2. 4) Vgl. ebend. I 35 n. VI 111. 5) Vgl. ebend. I 24 u. VI 194, auch oben S. 153. 6) Diesen Verkauf bestätigte erst der in Bern durch die Eidgenossen vermittelte Vertrag vom 23. Juli 1522. Doch scheint Basel schon 1520 von Riehen Besitz ergriffen zu haben. Der ursprüngliche Kaufpreis von 5000 Ol- wurde durch Uebereinkunft vom 8. Oct. 1522 auf 7000 Gl. erhöht, um damit die bisher der Stadt schuldige Pfandsumme auf dem Ertrag des bischöflichen biegeis auszugleichen; s. B. Urkb. IX No. 539 u. 543, ferner B. Chron. 1 24, und vgl. oben S. 337, A 9 1502—1527. 431 Vor yetzgedocliter zytt sind die geystlichen, die hohe stifft, kilchen und kloster ze Basel in irem höchsten gewesen, und mehr gehept an rechtung, Zinsen, nützen und gefeilen [552] dan vor zu keinen zitten. Welliches alles noch diser zitt 6 mercklichen abgenommen, des auch hüttigs tags noch kein uff- hören ist. Diser bischoff hatt in bemelten joren [als etlich schryben anno 1519] 1 ) mit verwilligung des cappittels einen coadjutoren lsio angenommen 2 ), herrn Niclausen von Dieszbach [von Bern] dechan 10 der stifft; welliches auch bestettiget ward durch Leonem X. 3 ). Als aber nochmols anno 1525 die paürische uffrür wider 1525 geystlich und weltliche oberkeytten sich erhüb, und auch, noch- dem dieselbig gestillet, vil ingriff und enderungen in der reli- gion und geystlichen Sachen sich zutrugen, übergab yetzge- 16 dochter Nicolaus von Dieszbach sin coadjutory [umb eyn jär- Hche pension] 4 ) mitt verwilligung des bischoffs dem cappittel anno 1527 B ). Dornoch übergab diser Christophorus bischoff 1027 dem cappittel auch das bistumb 0 ), und ward bald noch söl- "chem von dem cappittel ze bischoff erwellet Jacobus Philippus 20 de Gundelzheim usz Francken, custor und thümherr ze Basel. Jacobus Philippus von Gundelszheim usz Francken, custor Ze Basel, ward von dem cappittel ze bischoff erwellet anno *ö27, under demente, by zitten Caroli V. Was hievor ob den 1527 swentzig jaren ze Basel thümherr gewesen 7 ); hatt sich gegen 25 Möglichen fründtlichen und wol gehalten 8 ). Kam ze unrüwiger z *tt und gefärlichen leüffen an das bistum [die auch der reli- 1) So z. B. Schnitt; S. oben S. 338. 2) Am 28. Mai 1519; s. oben S. 154. 3) Am 8. Aug. 1519; s. Eubel III 144. 4 ) S. oben Schnitt a. a. O. , 5) Sein endgiltiger Rücktritt erfolgte am 21. Febr. d. J., 2 Tage nach em jenigen des Bischofs. Jedoch hatte er ihn mit dem Domkapitel schon lm Dec. 1526 vereinbart; s. oben S. 155, A. 4. j^. 6) Am 19. Febr. d. J., also noch vor Diesbachs endgiltigem Rücktritt, hierüber, wie über seinen Tod, s. oben S. 154, A. 7. — In C folgt aus c hnitt sein Tod und ausser der irrigen Angabe über sein Grab noch der ^schnitt über Rudolf von Hallwil, wobei aus dessen Grabmal im Münster Sow °hl seine Bezeichnung als Custos als auch sein Todestag (12. Febr.) ergänzt ist; g. oben S. 338 und Tonjola S. 13. lfi 7 ) Als Wartncr auf eine Domherrenpfründe wurde er schon am 21. Dec. 000 angenommen; s. Wurstisens Analekten S. 59. • 8) Vgl. Anshelm V 188: ein lieber ungelerter Franck. — Ferner vgl. h - R ütinerg Diarium in B. Zeitschr. f. Gesch. IV 52, und oben S. 155. 432 Briefer. gion und anderen schweren sorgen by syner regierung noch nye uffgehSrt]. 1528 In dem anderen jar siner regierung, anno 1528 1 ) nachdem Deo. 25/26 w yij ei i ac httag in der nacht, erhüben sich zu Basel beyd par- thien, so man nennet der alten und nüwen religion, und ver- & samlet sich yetwedere in harnesch und mitt gewerter hand. Es handelt aber der rhatt zwischen beyden theylen, und ver- Deo. 26 schüffen, das morndes uff Stephani den 26. decembris menglich wider ze husz keret. In wenig tagen dornoch kament die Eydgnossen von Zürich, ,0 Bern, Lutzern und Sollenthurn, auch der statt Straszburg bott- schafften 2 ). [Als nun von beiden religionen jetlichs usz gebott an das ort, welches es beschirmen wolt, gewisen, und von der gantzen gmeynd jederman zusamen versamlet was, eyn teyl, der alten religion, inn der kilchen zun Predigern, die anderen ,6 inn der kilchen zun Barfüsseren] 3 ) beredten [bemelte bottschaff- ten] beyde theyl uff nochvolgende meynung 4 ): Das hinofür in keiner kilchen ze Basel mehr dann ein mesz, [553] nämlich das fronampt, gehalten und die predican- ten beyder theylen das evangelium und die heilige geschrifft 2" fridsam, nütt uffrürisch, predigen und verkünden solten. Mittler- 1529 z itt f bisz ze pfingsten 5 ), solte ein disputatz uszgeschriben und gehalten werden; und was in sollicher mitt heyliger und biblischer geschrifft der mesz und ceremonien halb sich erfinden und bybracht wurde, by demselbigen solte es beliben. 26 Febr. 8 Dornoch uff mentag esto mihi 6 ) koment abermols zesam- men in harnesch und mitt gweren, so der nüwen religion woren, vermeynten und sagten: die predicanten der alten religion hetten mitt irem predigen wider den abscheyd gehandelt. Als aber dieselbig parthy den andern sich nitt widersatzten 7 ), wurdent 3° 1) Zum Folgenden vgl. B. Chron. I 67 ff. und VI 112 ff. 2) Die Gesandten von Zürich und Bern erschienen in Basel schon am 25. und 26. Dec. und halfen mit, die Bürger zur Heimkehr in ihre Häuser zu bewegen. Die Gesandten von Luzern und andern Orten hingegen trafen erst am 28. Dec. und folgenden Tagen ein; vgl. ebend. I 73 u. VI U 3 > A. 8 ff. 3) In diesen zwei Kirchen versammelten sich die Parteien am 4. und B.Jan. 1529; s. ebend. VI 114, A. 3. 4) Der hier folgende Vertrag wurde am 5. Januar 1529 vom Bat beschlossen und am 6. von beiden Parteien angenommen; s. ebend. VI H 4 > 5 ' k? n 11611 vollständi g el1 Wortlaut s. ebend. I 76 ff. 5 Genauer: bisz 14 tag noch pfingsten (30. Mai); s. ebend. I 77. 6 Vgl. ebend. I 81 ff. u . VI 115 ff. i) Vgl. ebend. VI 116. 1529. 433 in [allen] kilclien [in der Grossen statt] die bilder [und taflen]*) Feir. 9 zerschlagen uff der jungen fasznacht, und morndes uff der esch- u ' 10 mittwochen [vor den kilchen] verbrent [das es uff Burg dem münsterplatz nun füre hatt 2 ). Es waren auch alle thor beschlossen oder versehen] 3 ). Es beschach auch ein enderung in dem rhatt, und wurdent ettlich, so der alten religion, geheyssen des rhatts hinofür still- zeston, doch on Verletzung irer ehren; an wellicher statt bald andere verordnet 4 ). 10 In der vasten dornoch macht der rhatt die reformation, so ze Basel noch gehalten 8 ). Bald dornoch koment die thümherren und [der mererteil] 6 ) Feto. 10 cappellanen der hohen stifft von Basel gehn Fryburg in das Bryszgöw 7 ), und des bischoffs consistorium gohn Altkilch 8 ), 15 andere geystlichen und klosterlütt des mehrentheyls hin und wyder, yede wo sy mochten. [Und was von solchen geistlichen und closterlüt da pliben, wurden mit lybgedingen und sonst begäbet, und ir stand, alls inen zxigeseit, gehalten] 9 ). Was sich wytters zutragen, werdent die, so hernoch kum- 2o ment, beschriben 10 ). Es zugend harumb vil habender burger ussz der statt: Frantz Ber mit synen sünen 11 ), Hanns von Brunn 12 ), Hanns Oberiet der 1. Hs.: in der kilchen; C: in allen kilchen. 19. IIs.: Was sy wytters. 1) Vgl. B. Chron. I 87 u. VI 117, ferner Job. Rütiners Diarium in ß - Zeitschr. f. Gesch. IV 49 u. 51. 2) Genauer 8 auf dem Münsterplatz und 1 im Chor des Münsters; s. a - Chron. I 88, A. 2. 3) Vgl. ebend. 4) Vgl. ebend. I 82 ff. u. VI 118 ff. 5) Ueber die Reformationsordnung, die jedoch erst nach Ostern, am '• A Pril, publiziert wurde, s. ebend. I 98, A. 4. 6) Vgl. ebend. I 89 u. VI 121. 7 ) Ueber diesen Wegzug s. oben S. 150, A. 2. 8) Das geistliche Gericht. 9 ) Vgl. B. Chron. VI 121. 10) Hier schliesst Briefer, und alles Folgende nur in C. 11) Ueber den Ratsherrn Franz Bär, der am 9. Juni 1529 sein Bürgerrecht kündete und nach Freiburg zog, wo er um 1544 starb, s. August urekhardt in B. Biographien I 67 ff. Ueber seine 6 Söhne, von welchen Mehrere von Basel erst im August 1531 nach Freiburg zogen, s. ebend. ö - 69 ff. u. 85. 12) Hans Schaffner von Münsterol kaufte 1494 das Bürgerrecht und e staftig zum Safran, erscheint jedoch später als Gewandmann und liasler Chroniken. VII. 28 434 Briefer. alt 1 ), Claus Harnister 2 ), Mathis Schwertfeger 3 ) ec., etlich gen Fryburg inns Bryszgow, Colmar, Thann ec, und wohin sy dann wolten und mochten, da dann auch die alte religion gehalten ward 4 ). Auch thätent sich inn vorgemeltem ufflauff gar ylends usz der statt hinweg Juncker Heinrich Meltinger oberster Zunftmeister, so hernach zu Colmar starb 6 ), und mit ime Juncker Eglin Offenburger 6 ). Under welchen allen die alten nunmehr alle da ussen abgangen und die schuld desz lebens bezalt haben 7 ). (1537) Eyn abbt usz Franckrych 8 ), so zu Basel studiert, ward usz io Basel verkundtschafftet und by Hüningen selbdritt gefangen hinweg gefürt. Und als sich der abt underwegen erretten wolt, erschossen sy ine, und die anderen zwen wurden gen Schwartzen- burg inns Münstertal gefürt 9 ). Beschach von etlichen, so an wurde 1522 Zunftmeister zum Schlüssel, kündete aber sein Bürgerrecht am 26. April 1529; s. im St. Archiv d. Eintrittsbuch d. Safranzunft z. J. 1494, und Oeffnungsb. VII 29* u. 239, ferner B. Chron. VI 118 u. 547 ff. Sein Beiname von Brunn rührt daher, dass er schon 1494 verheiratet war mit Agnes, der Tochter des Katsherrn Heinrich von Brunn, und nach deren Tod mit dessen Bruder Jakobs Tochter Barbara; s. Eintrittsb. d. Safranzunft a. a. O., und im Gerichtsarchiv Fertigungsb. z. J. 1508. 1) Ueber diesen Ratsherrn s. B. Chron. I 354, A. 8, und VI 548, ferner Woltmanns Holbein I 178 (2. Aufl.). Er kündete sein Bürgerrecht am 22. März; s. Oeffnungsb. VII 238. »Der alt« heisst er zum Unterschied von Hans O., welcher in Basel blieb und erst 1564 starb; s. Tonjola S. 221. 2) Dieser, ein Gewandmann, kündete sein Bürgerrecht erst im Juli und lebte fortan in Freiburg; s. Oeffnungsb. VII 241 und Histor. Grundb., Marktpl. 3, z. J. 1515 und 1531. 3) »Mathis Heckel genant Swertfegerli« kaufte 1504 das Bürgerrecht und trieb anfänglich sein Handwerk an der Schwanengasse, wurde sodann Wirt und kaufte 1509 die Herberge zum goldenen Kopf an der Schifflände, die er jedoch 1517 wiederverkaufte; b. Oeffnungsb. VII 104 v , ferner Histor. Grundb., Schwanengasse No. 12 und Schifflände No. 3. Sein Bürgerrecht kündete er am 8. April; s. Oeffnungsb. VII 238. 4) Vgl. B. Chron. I 89. 5) Er war Bürgermeister, und laut Joh. Bütiner, der ihn gleichfalls irrtümlich als Oberstzunftmr. bezeichnet, starb er zu Colmar schon nach 4 Wochen aus Kummer; s. B. Chron. VI 549 und B. Zeitschr. f. Gesch. IV 49. 6) Ueber diese Flucht s. B. Chron. I 85. Eglin Offenburg kündete hierauf sein Bürgerrecht am 19. März; s. Oeffnungsb. VII 237, wo noch weitere solche Auswanderer verzeichnet sind. 7) Also noch vor 1550, wo C geschrieben wurde. — In C folgen hier noch einige kurze Notizen von 1529—1532 aus Stumpf XII Cap. 34. 8) Franz von Rochefort. Ueber die hier folgende Gewalttat vom Nov. 1637 und über ihre Folgen vgl. B. Chron. I 150 ff., VI 212 ff. u. 369 ff. 9) Schwarzenburg bei Münster im Weilertal; a. ebend. VI 213, A. 4 - 1537—1538. 435 die cron Franckrych ansprach hatten, nämlich von Wilhelmen Arsent und synen helffern. Welche schmach die statt übel verdrossz, rüsten sich mit dem panner uszzeziechen, die fynd und uffenthalter ze suchen 1 ). Ward verrichtet 2 ); aber der 5 schulthes von Bellicken, so auch harzü gehulffen, ward mit eym uszzug by nacht mit gewalt gehollt und zu Basel mit dem (1538) Schwert gerichtet 3 ). 1) Vgl. B. Chron. I 153. 2) Im März 1538; vgl. ebend. I 155 u. VI 214. 3) Diese Hinrichtung des seit Nov. 1537 gefangenen Ambrosius Krenchly erfolgte am 4. April 1538, also an seinem Namenstag; s. ebend. I 155 u. VI 215. — In C folgt noch aus Schnitt z. J. 1533 der Verkauf von Bin- ningen ata Basel; s. oben S. 338. 28* Beilagen. i. Die Fortsetzung im Basler Turnierbuch. Wie wir früher sahen, so beruht die im Basler Turnierbuch vorhandene Chronik der Bischöfe vermutlich auf einer seither verlornen Ueberarbeitung von Schnitts "Wappentafel 1 ). Zugleich aber weist sie auch eine bis 1555 reichende Fortsetzung auf, welche mithin noch jünger ist als die von Briefer abhängige Compilation, 5 und die wir deshalb erst hier folgen lassen 2 ). Von verschiedenen spätem Händen wurde diese Fortsetzung in Kürze noch bis 1580 weitergeführt, und diese Zusätze fügen wir ebenfalls bei. Zugleich aber weist die Pariser Handschrift 3 ) einige berechtigte Korrekturen auf, die wir in den Anmerkungen anführen. Die sehr unbeholfene Rechtschreibung behalten wir unverändert bei. t 15 3 3 Philipp von Gundeltzheim reyert 26 jor, starb anno 1553 im wintermonat fast im anfang 4 ), litt zu Delsperg begraben 5 )- Alsbald bischoff Philipp dott inen wurden dye von Solen- duren 6 ), namen sy Etting das dorff inn by der nach, und fyengeö i 6 ettlich buren, so zu inen nitt schweren woltten, und fürtten sy gebunden gen Dornach 7 ). Aber alszbald es dag ward, müsten 1) S. oben S. 316. 2) S. oben S. 318 u. 374. 3) S. oben S. 309. 4) Er starb schon am 13. Sept.; s. oben S. 156, A. 3. 5) Sein Grab ist nicht mehr vorhanden; s. Vautrey, Histoire des evßquefl de Bäle III 96. 6) Solothurn hatte schon vor Jahren die dem Kloster Reichenau & u " stehenden Lehenrechte zu Ettingen und Terwil vom Bischof von Constan pfandweise erworben; s. Eidg. Abschiede IV le, S. 753, und im St. Arcb" Bischön. Handlung Bd. L 19. ., 7 ) Nämlich 8 in Ariesheim, 3 in Ettingen und gegen 40 in TerWi • Ueher diesen Ueberfall, der am 22. Sept. 1553 erfolgte und die genannte» 3 Dörfer betraf, g. den Bericht in Bischön. Handl. L 18, Bl. 4, auch Eiog- Absch. IV 1 e, S. 842. Beilage I. 437 sy wider genn, was sy zu nach hatten inngenomen, und ouch dy gefangen on alle enttgelttnisz ledig Ion'). Dan das dorff was in einem burgrech mit der statt von Bassel 2 ), dy halffen inen. Es gab ein grosz gespott: by nacht genomen und im 5 dag wider gen! Es fyel ouch ein vogtt, domolen uff Gilen- oerg, was ein metzge; broch sinen heren vou Solendurn das bottenbrott, was sy gewunen hetten; fyel ein schenckel ab 3 ). Dan dye driw herschaffen hand dye von Etting uberfalen, Dornach, Gilenberg und Dyerstein, ungewarnet 4 ). 10 Noch dysem handel ist das bistum ein zitt lang on ein bischoff gestanden, vast ein jor lang. Do hatt das capittel ein statthaltter gesetz, der Steinhusser 5 ); wiewol er nitt von adel erboren, wasz er doch in hoffnung und hatt daruff gebratten- ziert, und in allem handel starb er. Uff den . . . dag .... 1554 hatt das capittel ein mayste- i&m ratter gemacht 6 ), der der styfft sach soltt verhandlen, und ist 15. maystoratter von späterer Hand corrig. in: administrator. 1) Vgl. B. Chron. I 168: und ward mit den Solothurneren dermossen geredt, das sy die gefangnen balt ledig hinscheiden Hessen. — In der Tat ordnete Basel gleich am 23. Sept. eine Gesandtschaft nach Solothum ab, Welche am 25. vor dortigem Rat Klage führte, jedoch scheinbar ohne Erfolg; ?• Eidg. Absch. a. a. O., und vgl. Bischöfl. Handl. L 18, Bl. 5vff. Immerhin ls t es denkbar, dass die Gefangenen bald nachher in aller Stille entlassen "Urden, da sie später nirgends mehr erwähnt werden. 2) Die 5 Dörfer Reinach, Terwil, Obenvil, Ettingen und Allschwil standen seit 1525 mit Basel in ewigem Burgrecht; s. B. Urkb. X No. 47. 3) Vgl. Pariser Hs.: ist ein schenckel entzwey gefallen (also ein Schenkelbruch). 4) Die Mannschaft der solothumischen Vogteien Dornach, Gilgenberg un £ Tierstein wurde bei diesem Ueberfall vom Vogt von Dornach geführt; *• Bischöfl. Handl. L 18, Bl. 4. — Der ganze Streit wurde nach langen Verandlungen dadurch beendigt, dass im Sept. 1555 die verpfändeten Lehen- rechte über Ettingen und Terwil an das Bistum übergiengen, nachdem Basel schon im Oct. 1554 an Bischof Melchior die Pfandsumme vorgestreckt hatte; "• Eidg. Absch. IV 1 e, S. 862, 952, 1130 u. 1335. 5) Dr. Johann Steinhauser von Feldkirch, bisher Domcustos, wurde f° hon J 553, also vermutlich gleich nach Bischof Philipps Tod, als Statthalter bestellt; s. Wurstisen S. 629. Zugleich aber ordnete das Domkapitel ^Gesandtschaft nach Rom ab, um sich über die bevorstehende Bischofs- ahl mit Julius III. zu verständigen. Da jedoch dieser für die Bestätigung Joe beträchtliche Geldforderung in Aussicht stellte, so beschloss das Kapitel, lc h auch weiterhin mit einem Administrator zu behelfen; s. Blösch, Gesch. • Btadt Biel II 149 Qer s i cn hiefür auf die handschriftliche Bielerohronik «eohbergers beruft. Li >, ^ Das Datüm dieser erst 1554 erfolgten Ernennung Melchiors von St!: , nfels zum Administrator finde ich ebensowenig als den Todestag users. 438 Briefer. dysses Zugängen mitt des keysser und des bopst gunst und bewilging 1 ), und heysz Melchior von Liechtenf'els. Dem hand die underdonen nitt welen schweren, woltten ein heren und bischoff hann 2 ). Do solches das kapittel sach, ward usz dem statthaltter ein bischoff erweltt 3 ). 5 Inn aller handlungg nach des bischoff dott hand die von Biel umm das capittel geworben, das innen das meyerdum 4 ) zu handen kam, und erlangtten umm 7000 krönen die fogty Er- gewe 5 ), hatt by 24 dorffer, doch uff widerlossing. Dordurch brochten die styff die Byeler dar zu, das sy dye ersten waren i° und schüren dem statthaltter 8 ). Inn dyssem handel hand sych in Delsperdall 14 meyerdüm mitt einer statt von Bassel in ein birgrecht gegangen 7 ), und 15 ^ geschworen uff den 13. tag hornung im 1555 jor 8 ). Febr. 16 Und in dem obgemeltten jor uff den 16. tag hornung ist u erschinen usz dem Frienberg nämlich der birgermeyster, der meyer und noch 4, handt ouch begertt birger zu werden 9 ). Man n Das ist ouch gesehen am 17. tag mertzentz im 1555 10 ). 10. Ha.: brochten die styff in Byeler, das bj. 18. Hb.: anno VII. tag mertzenti. 1) Durch Paul IV. wurde seine am 8. Oct. 1554 erfolgte Wahl zum Bischof am 4. Dec. 1555 bestätigt; s. Eubel III 144, und oben S. 156, A. 5. 2) Vgl. Eidg. Absch. IV 1 e, S. 951 ff. 3) Am 8. Oct. 1554; s. oben Anm. 1. 4) D. h. das bisher vom Bischof ausgeübte Recht, den im Rat den Vorsitz führenden Meier zu ernennen. Dieses Recht war in der hier folgenden Pfandsumme inbegriffen. 5) Die Vogtei Erguel, welche das St. Immertal umfasste. Dieser am 23. Aug. 1554 geschlossene Pfandvertrag, welcher dem Domkapitel aus seiner Geldnot helfen sollte, scheiterte am Widerstand der Ergueler, und der Streit fand erst im Juni 1555 sein Ende dadurch, dass Basel dem inzwischen erwählten Bischof Melchior die Pfandsumme lieh; s. Blösch II 152 ff. 6) Sowohl Biel als Erguel huldigten erst am 30. April 155G; s. ebend. S. 165. 7) Laut Wurstisen S. 629 waren es 13 Gemeinden, welche hierüber schon im Dec. 1554 mit Basel einen vorläufigen Vertrag schlössen. 8) Am 13. Febr. zogen Basels Gesandte aus, um am 14. und 15. die Dörfer schwören zu lassen; s. Wurstisen a. a. O. Der beschworne Vertrag, vom 14. Febr., umfasst alle 20 Dörfer des Delsbergertales; s. B. Urkb. X No. 393. 9) Vgl. Wurstisen S. 630. *°) Der schon am 13. März besiegelte Vertrag wurde am 17. von den 11 Dörfern der Freiberge beschworen; s. B. Urkb. und Wurstisen a. a. O. — Von den folgenden 3 Abschnitten ist jeder wieder von andrer Hand beigefügt. Beilage I. 439 Her Melcher von Liechtenfelsz bischoff zu Bassel starb uff 1575 den 17. tag meyens im 1575, lytt zu Brunttrutt vergraben 1 ). Mai n Jocob Cristoffel Blorer von Warttense ward bischoff zu Basell, alsz man zallt von gottes geburt 1575 jor, zu der zitt 1575 5 keyssers Maxsimian der ander, der starb im 1576 jor 2 ); ward 1570 keisser Cünratt 3 ). Dysser her Jocob Cristoffel hatt einn bynttnysz gemach im hornung anno 1580 jor 4 ) mitt denn 7 ortten, alsz namenlich 1580 Qiitfc Lutzern, Ury 5 ), Schwitz, Underwalden, Zug, Fryburg, 10 Solennduren. 1) Seine Grabschrift s. bei Vautrey, Histoire des evßques de Bale III 119. 2) Gemeint ist das Todesjahr-Maximilians IL, während der Bischof erst 1608 starb. 3) Vgl. die Pariser Hs., die hier abbricht mit den Worten: Ist keyser Worden Buodolffus, der genant. — Vermutlich ist 1 Cünrat- (kein Bat) als Spottname für den untätigen Kaiser Eudolf II. gemeint. 4) Dieser schon am 28. Sept. 1579 zu Luzern insgeheim geschlossene Bund wurde in Pruntrut am 13. Jan. 1580 öffentlich beschworen; s. Eidg. Absch. IV 2, S. 699 u. 1570. 5) Uri trat diesem Bund erst im April bei; s. ebend. die Anm. zu S. 699. 440 Briefer. IL Die spätem Zusätze im Basler Turnierbuch. Wie schon in der Einleitung bemerkt wurde, sind in der Handschrift, welche die Compilation von 1550 enthält, noch eine Anzahl von Zetteln eingefügt 1 ), und von diesen sind mehrere von J. J. Losz, die übrigen jedoch von einer Hand des XVIII. Jahrhunderts beschrieben. Der Inhalt der letztern stammt durchweg aus Wurstisens 5 gedruckter Basler Chronik, und auch die von Losz geschriebenen beruhen mit blos zwei Ausnahmen auf noch vorhandenen Quellen. Zu diesen gehören zunächst Auszüge von 1179 bis 1215 aus dem Chronicon imperatorum et pontificum Basiliense 2 ), sodann bis 1270 aus den Colmarer Annalen 3 ), ferner eine Notiz über Bischof Hart- 1° mann Münch, die aus Beinheims Chronik der Bischöfe zu stammen scheint 4 ), und endlich-noch ein Auszug aus der Urkunde von 1540 über Basels Erwerbung verschiedener Besitzungen des Klosters Wettingen 6 ). Von den zwei von Losz geschriebenen Zetteln hingegen, welche sich auf keine bekannte Quelle zurückführen lassen, ' 6 wurde der eine nach seinem Wortlaut schon oben in der Einleitung, und der andre in einer Anmerkung angeführt"). Gleich diesen Zetteln in der Compilation erweisen sich auch die Zusätze von späterer Hand, welche in der Chronik des Turnierbuchs auf den Blatträndern sich finden 7 ), zum grössern Teil nur als 20 Auszüge aus bekannten Quellen, wie z. B. aus Beinheims Chronik der Bischöfe und andern mehr. Zugleich jedoch fügte der unbekannte Schreiber dieser Zusätze bei mehrern Bischöfen noch sonstige Bemerkungen bei, die wir hier folgen lassen, und ebenso ein Verzeichnis hochgestellter Wohltäter des Klosters St. Alban. Weiter 2 5 enthält diese Handschrift auf einem hinter S. 713 eingeklebten Blatt das aus Stumpfs Beschreibung der Eidgenossenschaft stammende Verzeichnis der beim Erdbeben von 1356 zerstörten Schlösser, an welches sich als Nachtrag eine Notiz über die angebliche Burg Krattenstein schliesst. Und zum Schluss lassen wir noch aus einem 3° der Handschrift eingefügten Zettel den bekannten Spruch von den neun Bistümern am Rhein folgen. 1) S. oben S. 319. 2) S. Mon. Germ. Scr. XXIV 147 ff. 3) S. ebend. XVII 189 ff. 4) S. B. Chron. V 355. 5) S. B. Urkb. X No. 233. 6) S. oben S. .170 u. 427, A. 3. 7) S. oben S. 311 u . 319. Beilage II. 441 Zu Lütold I. Ich hann zu Lutzel von einem apt kert, das ein byschoff, hatt Lupolt geheyssen, hat dem kloster gar fyl fryheit und ge- rechtigkeit genn; der fin ich zwen under den bischoffen und 5 bey den fryen von Rottelen 1 ). Zu Walther von Röteln. Ich find im minster 3 fryherschilt von Rottelen uffhangen 2 ). Zum angeblichen Lütold III. Ich find zu sant Alben im reffendal der graffen zwenn, als 10 nämlich Humbert usz der Arburg anno ... ist ouch ein bischoff gewesen; wyeder es ist so gar im apgan, das ich dye zal nit Bie kan eygentlich finden 3 ). Zu Peter Reich. Ich find zu den Barfusser under den Richenschilten ett- 15 üch der schilt wysz . . . schwartz. Es sind nitt Riehen, Vor- gessen oder die Marzeller 4 ). Ich find zu Bassel im minster hangen ein solicher schilt 5 ); und dovor hangen noch 8 Richenschilt im minster zu Bassel. 9. Hs.: im rosenndal. 10. Hs.: anno XcUII. 15. Zwilchen wysz "d schwartz ein unlesbares Wort, und der folgende Satz von andrer Hand. 1) Freiherr von Röteln war nur Lütold IL (+ 1249), von dem ich für Hutzel blos die Urk. bei Tr. I No. 383 kenne. Ueber Lütold I. hingegen "• ebend. No. 291, 292 u. 300. ,. 2 ) Von den hölzernen Wappenschilden, welche ringsum im Münster Mengen, jedoch bei der Renovation von 1701 entfernt wurden und seither verschwunden sind, s. die Abbildungen in Hieronymus Vischers Wappen- u=h von 1597, im St. Archiv. Ferner s. R. Wackernagel im Deutschen Herold XXII 164. 3) Da die Jahrzahl nicht mehr lesbar war, so scheint eine Verwechslung « Bischof Humbert von Neuenburg vorzuliegen. Ueber den angeblichen Lft told III. B . oben s _ 314 4 ) Wie die Reich, so führten auch die Vorgassen (später Hagendom genannt) und die Mazerell im Wappen den schwarzen Schweinspiess, je- nicht in gelbem, sondern in weissem Feld. oaU Daneben in der Hs. ein Schild mit dem Schweinspiess, jedoch auf Bctlr äg geteiltem Feld. 442 Briefer. Zu Johann Senn von Münsingen. Ich finden zu sant Alban Johanes von Bucheck anno 1379 1 )- Zu Berchtold von Pfirt. Graf Uolrich von Pfyrt der lest des Stamms starb anno 1324 2 ), litt zu den Barfüssen zu Tan vergraben vor der kilchen 5 hussen, ist ein getur darfor. Philipus von Gundeltzheim ward dümher zu Basel 1500 ann santt Domens tag anno 1500 jor 3 ), und sine kundschaffen, das er elich und von güttem adel geboren sy, finst im sem- pachbuch 208*). 10 Die fursten und heren, so ire stur und hilff hand gedonn am gotzhusz zu sant Albann 6 ). Und ist das der erst: Keysser Friderich 6 ). Ein friwher von Rottellen. i» Ein graff von Homburg 7 ). Ein graff von Fronburg 8 ). Ein graff von Hapsperg 9 ). 1) Johann von Bucheck erscheint 1373 als Gläubiger Bischof Johanns von Vienne; s. Tr. IV S. 735. Doch ist hier wohl nur der angebliche Bischof d. N. gemeint; s. oben S. 416. 2) Ueber seinen Tod s. Basler Barfüsserchron. im Archivum Francis- canum IV 686. 3) An diesem Tag wurde er als Wartner für die nächsterledigte Domherrenpfründe angenommen; s. "Wurstisens Analekten S. 59. 4) Mundartliche Form für: sentbarbuch. Da »sent« soviel wie geistliche Körperschaft bedeutet, so ist hier ein Buch gemeint, in welches die Wartner des Domstifts mit ihren Adelsproben eingetragen wurden. Einigen Ersatz für dieses seither, wie es scheint, verlorne Buch bieten Wurstisens Analekten S. 54 ff. 5) Diese laste, samt der nachfolgenden Aussage Hubers, steht in der Hb. S. 694, neben den Bischöfen Wichard und Landelous. 6) Friedrich I. nahm 1152 das Kloster St. Alban in seinen Schute; •■ B. Urkb. I No. 33. 7) Dietrich von Röteln und Graf Rudolf II. von Homburg wurden 1103 die ersten Schirmvögte des Klosters; s. ebend. No. 15. 8) Bischof Ortlieb von Froburg bestätigte dem Kloster sein Besitztum; s. ebend. No. 34. 9) Die Schirmvogtei kam im XIII. Jahrhundert an die Grafen von Habsburg-Laufenburg, und nach deren Erlöschen (1408) au das Haus Oestreicb; s. Fechters Top. S. 102. Beilage II. 443 Ein graff von Phirtt i). Ein hertzig von Osterich 2 ), und dye statt Basseil 3 ). Es hatt her Gerg Huber 4 ), ein gutti zitt Schaffner heren vilipus Ton Gundeltzheim usz Franckenland, was bischoff zu Basel, geseit, das er ettlich alt brieff hab inn henden kan, das em freyher von Wessenber syg auch ein zitt lang bischoff zu Basel gesin 5 ), aber dye zitt im nitt wissen. Krattenstein. Krattenstein 6 ) ist, und hand die ietzen die von Ramstein besessen, und domollen die von Krattenstein genant worden. «0 erdbydem verfallen, hand sy Ramstein gebuwen und heyssen letz die von Ramstein 7 ). Litt hinder Ramstein. Von bistumben. Chur das höchst, Costantz das gröst, Basel das lustigst, Straszburg das edelst, , Speier das reichst, Wormbs das ermbst, Mentz das herrlichst, Trier das eltst, Colin das säligst. 1) Graf Ulrich II. von Pfirt schenkte 1313 dem Kloster die seit 30 Jahren "ickständigen Zinse; s. im St. Archiv, St. Alban Urk. No. 79. 2) S. oben S. 442, A. 9. 3 ) S. B. Urkb. V No. 25, z. J. 1383. 4) Georg Huber starb 1564; s. Tonjola S. 22. , 5 ) Vielleicht eine Verwechslung mit dem Domcustos Hugo von Wessen- Der g; s. Tr. II 613, z. J. 1296. 6 ) »Vorderer Kratten« heisst noch jetzt ein einsames Gehöft im Jura, fischen Passwang und Hoher Winde, 1 Stunde südl. v. Ramstein. Von "»er Burg Krattenstein jedoch finden sich weder Trümmer noch irgend- Wel °lie urkundliche Spur. No 10 Thurin & und Burkhard v. E. lebten schon 1166; s. B. Urkb. I • 42 , auch Aug. Burckhardt bei Merz III Taf. 9. X. Ohronikalien aus Zunftbüchern. 1487—1576. Einleitung. öchon der IV. Band der Basler Chroniken enthält die uebersicu. Beschreibung des St. Jakoberkrieges, welche der Zunftmeister Brüglinger in das Zunftbuch der Brodbecken geschrieben hat 1 ). Wiewohl nun von mehreren Zünften noch Bücher aus dem XV. 6 und XVI. Jahrhundert vorhanden sind, so hat doch keine derselben geschichtliche Aufzeichnungen aufzuweisen, welche dem genannten Werk auch nur von ferne sich an die Seite stellen Hessen. Denn was in diesen Büchern von Chronikalien zu finden ist, beschränkt sich beinah durchweg auf meistens dürf- 10 tige Notizen und Berichte aus dem XVI. Jahrhundert, die uns teils im Handbuch I der Zunft zur Gelten, teils im Roten Buch der Zunft zum Himmel erhalten sind. Für die Greltenzunft erklärt sich diese Tatsache wohl am einfachsten daraus, dass neben den Weinleuten auch die meisten Schreiber von Beruf 16 ihr angehörten. Zu der Zunft zum Himmel aber gehörten neben den Sattlern auch die Maler. Unter den wenigen chronikalen Aufzeichnungen im Hand- zunfttrach buch der Geltenzunft findet sich eine einzige, welche einem G eUen. ■oeschluss der Zunftvorgesetzten ihre Entstehung verdankt. Sie 0 betrifft einen Streit, welcher 1510 wegen einer Weinsteuer gegen den Bischof erhoben wurde und worin letzterer nachgab. Die kurze Notiz z. J. 1487 hingegen, über den Anschlag kolothurns auf das Schloss Münchenstein, ist offenbar nur veranlasst durch die am Schluss erwähnte Ausgabe, welche der 26 Zunft daraus erwuchs. Und ebenso verhält es sich mit den Berichten über den Besuch der Eidgenossen in Basel, von 1508, und über die Fahrt der Basler nach Uri, z. J. 1517. Diese Jenigen Aufzeichnungen, auf welche sich der chronikale Inhalt «es Buches beschränkt, und die ausser dem Jahre 1487 nur die 30 ^eit von 1508 bis 1517 umfassen, finden sich denn auch mitten Unter allerlei sonstigen, meistens das Rechnungswesen betreffen- 1) S. B. Chron. IV 165 ff. 448 Zunftbücher. den Einträgen zerstreut, und ihr Verfasser war vermutlich der jeweilige Seckelmeister der Zunft. zunftbuch Wie die Ausgaben für festliche Besuche den Anlass boten, Hammel. um über diese etwas aufzuzeichnen, so gaben auch die Aushebungen, welche die Zünfte vor jedem Feldzug vorzunehmen 6 hatten, die beste Gelegenheit zur Erwähnung kriegerischer Taten i ). Schon die gleichmässige Verteilung des Kriegsdienstes erforderte es, dass im Zunftbuch die Namen der Ausgehobenen genau verzeichnet wurden, und so kam es ganz von selbst, dass bei diesen Verzeichnissen auch der betreffende Feldzug 1° wenigstens erwähnt wurde. Solche Verzeichnisse sind uns vom Beginn des XVI. Jahrhunderts an noch erhalten in den Zunftbüchern zur Gelten, zum Schlüssel, zu Spiwettern, zu Webern und zum Himmel. Das Rote Buch dieser letztern Zunft ist jedoch sozusagen das einzige, dessen Verzeichnisse neben den > 6 Namen der Ausgezogenen noch weitere Angaben über die betreffenden Feldzüge enthalten, und zu diesen bietet allein noch das Zunftbuch III zum Schlüssel einige wenige Ergänzungen. Wir halten uns daher an das Rote Buch der Zunft zum Himmel, wo sich diese Feldzüge und Aushebungen von 1503 bis 1572 2 verfolgen lassen, und dieses Buch ist zugleich das einzige, welches ausserdem auf Bl. 234 noch einige Witterungsnacb- richten von 1514, 1562 und 1576 enthält. Inhalt Ueber die Feldzüge von 1511 und 1512 sind in diesem Verfasser. Buch die Aushebungsverzeichnisse doppelt vorhanden, nämlich 25 zunächst auf Bl. 221 und 220 v , mit ausführlicheren Angabe» von einer Hand, welche auf diese Einträge sich beschränkt, sodann kürzer aufBl. 211 von andrer Hand, welche mit dem Feldzug von 1503 beginnt und gleichfalls mit 1512 schliesst. Auf diese zweite Hand folgt ebendort bis Bl. 212 eine dritte, die von 1513 bis 1515 reicht, und dieser Schreiber war es auch, welcher auf Bl. 234 die Witterungsnachrichten von 1514 ei»" trug. Von einer vierten Hand, in der wir diejenige des da' maligen Zunftmeisters Konrad Schnitt erkennen 2 ), folgen aU „ 6 Bl. 212 T —213 v die Aushebungen von 1529 bis 1531, sowie auch ein Zusatz auf Bl. 220 T zum Feldzug von 1512. Einer fünfte» Hand verdanken wir auf Bl. 215—217 die Einträge von 154° bis 1555, und einer sechsten diejenigen von 1572 aufBl. 217 i sowie auch die Witterungsnachrichten von 1562 und 15 76 ' 1) Vgl. B. Chron. IV 18 ff. die Aufzeichnungen der Ratsbücher a» s Anlass der Bürgeraufnahmen bei Feldzügen. 2 ) Vgl. B. Chron. VI 90. Einleitung. 449 welche auf Bl. 234 an jene älteren von 1514 sich anschliessen. Der fünfte Schreiber gibt sich deutlich als ein Ratsglied zu erkennen 1 ), und auch die übrigen waren wohl alle entweder Zunftmeister oder doch Sechser. Nebenbei ist jedoch zu be- 5 merken, dass die etwas ausführlichem Berichte der zwei letzten Schreiber, welche an die Aushebungen von 1555 und 1572 anknüpfen, erst nachträglich entstanden sind, indem ihr Inhalt unverkennbar bis 1559 und 1577 reicht. In der vorliegenden Ausgabe lassen wir zuerst die von Ausgabe 0 14S7 bis 1517 reichenden Aufzeichnungen der Geltenzunft Vorausgehn. Diejenigen der Zunft zum Himmel hingegen ordnen wir in der Weise, dass den von 1503 bis 1572 reichenden Aushebungen auf Bl. 211—217 die Einträge auf Bl. 221 und 220, z. J. 1511 und 1512, vorausgehen. Die Witterungsnach- 15 richten von 1514, die der dritten Hand angehören, schalten Wir hinter den Aushebungen von 1515 ein, wo diese Hand aufhört, und ebenso bringen wir diejenigen von 1562 und '■ r, 76, die von der jüngsten Hand geschrieben sind, hinter 1572 an , also am Schluss des Ganzen. 0 _ Unter den Aushebungen, wie sie auf Bl. 211—217 auf Lander folgen, nehmen wir übrigens nur diejenigen auf, Welche sich entweder auf einen wirklich ausgeführten Feldzug eziehen oder dem Schreiber als Anlass zu irgendwelcher onstigen Aufzeichnung dienten, wie z. B. die von 1555 und °72. Wir lassen daher drei Aushebungen von 1533, 1537 UD -d 1542 aus, bei welchen dies nicht der Fall ist, und ebenso ^ e spätem, welche nach 1572 noch folgen. Doch auch bei e Uen, welche wir hier geben, lassen wir die Namen der Aus- 3 £? n °benen weg, wie wir es schon im IV. Band, bei den Chro- 1J ialien der Ratsbücher, mit solchen Verzeichnissen gehalten aben 2 J. Hingegen ergänzen wir aus dem schon erwähnten u »ftbuch zum Schlüssel die Aushebung von 1520 zum Zuge § e gen Peffingen, welche im Roten Buch der Zunft zum Him- 35 2 • fehlt - Wir schalten sie zwischen 1515 und 1529 ein, also Aschen der dritten und vierten Hand, unterscheiden sie aber ^übrigen Inhalt durch eckige Klammern. Hinsichtlich der Rechtschreibung ist nur zu bemerken, dass jeder der 6 Schrei- er im Zunftbuch zum Himmel hierin seine eigenen Wege 40 o ' Wessl) alb wir auch bei jedem derselben sie möglichst geaau wiedergeben. J) S- unten S. 459: die ich selbs gehört han redent. z l ö. B. Chron. IV 18 ff. "»"Im ei,ronik [245] Brüder Fritzschy von Lucern. 1508 Uff sontag nach sant Franciscus tag ist durch min herren gerechnet umb das, so uffgangen ist, als umb lieb und frunt- schafft unnser getrüwen lieben eidgnossen von Lucern, mit hilff etlicher von Zürich und Unterwaiden 2 ), die iren alten burger<° brüder Fritzschin 3 ), der inen durch uns von Basel entwert was, wol mit 400 mann 4 ) wider reichten und von unser herren den reten costfry gehalten, und inen uff den zunfften vil zucht und er bewisen, und nämlich uff diser zunfft ein erlicher tantz gehalten und gemeiner zunfftbrflder ewyber beschickt, und den ' selben das nachtmal in der zunfft costen geben und bezalt. Und ist uffgangen umb visch, fleisch, vögel, brot, win, obs, kertzen, tortschen, teller ec, tut 8 Ib. 10 s. 9 d. B ); ist durch her Hanns Grofen den seckelmeister 6 ) bezalt. [258] Byschoffs von Basel winschencken halb. 20 isin Anno 1510, als unser gnediger her byschoff Cristofl von Basel in furnemen was, ein merklich summ win ze schenckeö zum zapfen, mit der kleinen oder grossen masz, und der stat 1) Vgl. B. Chron. V 193 und 534. 2) Der hier erwähnte Besuch der Luzerncr und andrer Eidgenossen hatte vom 16. bis 20. Sept. gewährt; s. B. Chron. IV 94 ff. und VI 450. 3) Ueber diese Strohpuppe s. ebend. IV 92, A. 1. , 4) Im Ganzen waren es kaum mehr als 150 Gäste; 8. B. Chron. y 450, A. 4. Doch mögen die mitfeiernden Basler in den 400 inbegriffen sei»" 5) Die obrigkeitlichen Kosten dieses Besuches s. B. Chron. IV lp* **' 6) Hans Graf war Zunftmeister seit 1505, also in diesem Amtsjahre alter Meister und Seckelmeister zugleich; s. B. Chron. VI 542. 1487—1517. 451 kein ungelt ze geben vermeint 1 ), das dem gemeinen gut, ouch diser loblichen zunfft, die uff das winschencken allein gewidmet ist 2 ), ein merklicher abbruch und nachteil" gewesen. Dar- umb ratzherren und meister und gemein sechs der sach tref- 5 fenlich obgesessen sind 3 ), und haben sollich des byschoffs fur- nemen an den obersten zunfftmeister hern Lienhart Grieben gebracht, ine als ein oberer gemeiner zunfften zum höchsten v ermant, ein uffsehen zu der zunfft ze haben und im die be- volhen lassen sin. Uff das er sich gutwillig erbotten, und hat 0 die beswerd der zunfft unsern herren den reten mit bystand der zünffthoupter treffenlich anbracht. Da nu die rät ouch vlissig irs teils obgesessen sind und haben ir treffenlich ratz- bottschafft, nämlich her Lienhart Grieben nuwen zunfftmeister, «er Hannsen Trütman alten zunfftmeister, her Friderichen Hart- 6 man und meister Walther Harnesch 4 ) zu unserm herren von isasei geschickt und so vil mit sin gnaden reden lassen, daz Sln gnad irs fumemens guediglich abgestanden ist, Uneinigkeit ^llen vermyden. Das ist durch min herren gemein sechs zu gedechtnis inzeschryben bevolhen mit ir erkantnis. 20 [436] Kylwy gan Ure. Anno 1517 uff sampstag vor Laurenty nöchstverschinnen 1517 laben unser getrüw lieb eydtgnossen von Ure unser herren ug ' bur germeister und ratt diser statt Basel zu innen uff ir kilwy und schiessen getrungenlich und schryfftlicher wyse geladen, zu •' ünen ze komen und mit innen gute geselschafft ze haltten. ar uff dann die vorgenannten unser herren burgermeister und ra tt diser statt selb zwftlfft usz irem ratt, und dann von allen jU nüten und usz einer yeden mit einem ersamen mann; desz- gychen die v5gt und schultheissen usz iren emptern 8 ), dartzü *!• Hs.: der rit, 27. Hs.: diser statt salb zwolfft. 1) Uebor das städtische Ungeld s. Heusler S. 232 ff. de 2 ) Das Ungeld bezog der Rat. Hingegen bezog die Zunft zur Gelten dem"" 8 ' 1<,uhnvein > >so man nempt das bodengelt«, d. h. eine Abgabe auf Big | a f S I,,ässorn geschenkten Wein. Dieses Hecht hatte sie 1430 von VI n° J ° h ' Von ^leokenstein um 600 Gl. pfandweise erworben; s. B. Urkb. Vom i°o 3 ' J? ' fcrnCr im St A -' Erkanntuissb - IV 109 > den Beschluss des llats *»• Oct. 1532, und Heusler S. 62. 2 Also die Sechser der Zunft, der Ar Hartmann war Zunftmeister zum Schlüssel, und Harnesch Ratsherr ^etzgerzuuft; B. B. Chron. VI 543. Sei,, ii : on den Vogtcien der Landschaft hatte einzig Liestal einen ""itheiss. 29* 452 Zunftbücher. ouch usz yedem ampt einem ersamen mann, alle wol gestalt und becleydet, dartzü ouch sust ander gut gesellen inn gütter zal geschlagen und verordnet haben. Sept. 2 Und sind die selben uff mitwoch nach sannt Verenen tag usz diser statt zogen, zu Zoffingen und allenthalb wol empfan- 5 gen, in sonders als sy gan Lutzern komen, von den selben unsern eidtgnossen erlich und woll empfangen, von den selben an dem herabziehen 1 ) ouch geladen, und von innen erlich ge- losiert. Und als sy gan Ury 2 ) komen, von den selben unsern getrüwen lieben eidtgnossen, von jungen und alten, ouch den i° erlichen frouwen, woll empfangen, gehalten und gelosiert. Und als sy von innen gescheiden, haben sy unsern verordnetten ein erlichen hupschen ochsen, mit tüch deckt und iren wappen, [437] geschenckt. Darnach sind die selben unser verordnetten von den von Swytz ouch geladen, zu denen sy komen und U glycher gestalt gehalten, und ouch mitt einem ochssen verert worden. Und als sy widerumb gan Lutzern komen, glycher masz ouch gehalten und verert mit einem hupschen ochssen, und ouch verteckt mit iren wappen. Also sind die unsern frolichen mit einem ochssen, ouch 20 sust vill geltz, tüch und syden, so sy mitt beiderhand geschütz, buchsen und armbrust, gewunnen, inn unser statt intzogen. Daruff dann unser herren die rätt erkannt, das man uff alle zünfft sollich ochssen uszteillen, und mann die erlichen frouwen dartzü laden und gütter dingen mitt einandern sin solle. Dasö Sept. 20 ouch uff zinstag sannt Michels tag bescheen, und haben unser herren, ratzherren und meistere, ire erlichen frouwen geladen und den gantzen tag, zu ymbis, abent und nachtmal, erlich Sept. so gelosiert; deszglychen an dem mittwoch zu ymbis ouch. Nach dem selben ymbis stünden die erlichen frouwen uff, dancketten 3» ratzherren und meistern ernstlich, und lüden sy darnach wyder zu dem nachtmal. Aber von der alten gewonnheit wegen hatten die guten fr5wly khein gelt, erbutten sich irer under- tannigen diensten, und müszten die mann die ürten geben. Unser herren gaben ouch inn alle zünfft ein zall wyns, in son- ib ders inn dise zünfft zwen omen und zechen mosz 3 ). 1) Auf der Rückreise. 2) Nach Altdorf. 3) In der Hs. folgt S. 438 die Rechnung über die Auslagen der Zunft, im Betrage von 20 Ib. 5 s. IL Aus dem Roten Buch der Zunft zum Himmel. [221] Item uff fritag vor sant Katerinen tag im 11 jor 1511 sint unser heren uszgetzogen zu unssren egnossen von Schwitz, gon Belletz zu 1 ). Und sint fon unssren beden tzinfften 2 ) usz- geleitt und getzogen: [folgen 4 Namen). 5 Item uff donstag noch heiigen erütz tag zu meigen im 1512 12 jor sint unser heren uszgetzogen mit fünfhundert mannen gon Zirich zu 3 ). Und sint fon unser beden tzunft getzogen: (S Namen). Und ist der zug geschechen in Italya, zu bebst- hcher helickeit, und sint uszgesin 3 monet 4 ). Item uff samstag for Olritze im 12 jor sint min heren juii 3 uszgetzogen zii unssren Eignossen gon Lutzeren 6 ), insz Eschen- tall«) und Fischentall 7 ), die intzünemen. Und sint von unsser tzunfft getzogen: [6 Namen). Und sint nitt witter gezogen denn gon Surse, und sint in achtagen wider hein geckomen 8 ). [220] Item uff mentag for sant Sigstus tag im 12 jor sint Aug. 2 die unsren, hoptlüt, fener und burger, so do in Lumbardig j^g bebstlicher heiligekeit sint gesin 12 wuchen 9 ), sint wider fl ein geckomen uff den obgeschriben tag. Uff die dagstund 2. Hs.: egnossen gon Schwitz, gon Belletz zii. 8. Hs.: in etalya. H, Hs.: beblicher. 1) Vgl. B. Chron. VI 33 u. 329, auch unten S. 454. 2) Die Zunft der Maler und Sattler, zum Himmel, war eine sog. »halbe VT? '. deren andre Hälfte die Schererzunft zum goldenen Stern bildete. "itärisch jedoch gehörten sie zusammen. 3 ) Ueber Zürich nach Verona; s. B. Chron. VI 34 ff. 4) S. unten, zum 2. August d. J. j 5) Luzern hatte diesen Zug angeregt und wollte am 1. Juli ausziehen. e doch beschloss die Tagsatzung in Schwyz am 30. Juni, Luzern hievon absahnen; s. Eidg. Absch. III 2, S. 625a. Ueber diesen Zug s. B. Chron. 6) In das Val d'Antigorio. ') Vermutlich Val di Vedro. «) Die Ursache s. B. Chron. VI 330, A. 2. 9 ) Vgl. oben zum 0. Mai d. J. 454 Zunftbücher. im tag ist man in erlich engegen getzogen mit einer grossen zall, ob tusig junger knaben und sust füll burgren 1 ), und sy erlicb enpfangen, mit dem nüwen hoptbaner, so sy fon bebst- licber helickkeit hant enpfanen und domit begobt, zu er einer statt von Bassel. Und ist das baner wisz damast, und der s engeist grüsz oben big der stangen, mit gold und berlin gestickt, und ein guldenner bassellstab enmitzen do in, und zu ring um ein guldiner ast mit gutem gold gemacht 2 ). —• Und hatt das banner tragen Hans Heynrich Gebhartt der kursiner 3 ). (1503) [211] Item 4 ) disz nochgeschribenen sind usztzogen gon i° "' Lucaris 1502 jor umb fasznacht 5 ). [11 Namen.) 15» Item disz nochgeschribnen sind usztzogen gon Meyland Noy,2l 1511 jor uff fritag nechst noch Martini, was unser frowen tempelopfferung 9 ) (4 Namen.) 1512 Item disz nochgeschribnen sind usztzogen gon Bafy 1512 |6 (Mai( ''jor, uff dornstag vor Philippi und Jacobi 7 ); was hopman Jacob Meiger 8 ). (8 Namen.) 1513 Item 9 ) disz nochgeschribnen meistere 10 ) sind üsgezogen gon Nawerre uff frittag 11 ) noch unssersz hergotz dag im 1513 jor; und ist höptman gesin Juncker Heirich Meltinger. {8 Namen.) 2 ° [211 V ] Dis nochgeschribenen meistere sind üsgezogen in Aog. 20 Burgun, uff samstag noch -unsser fröwen himmelffart dag im 3. Hs.: beblichor. 1) Vgl. B. Chron. VI 83. 2) Vgl. ebend. S. 37 u. 83. — Bis hier reicht in der Hs. die Hand des ersten Schreibers. Der nachfolgende Zusatz ist erst von Konrad Schnitt beigefügt; s. oben S. 448. 3) Er war Meister seiner Zunft seit 1508; s. B. Chron. VI 542. 4) Mit diesem Abschnitt beginnt die IL Hand; s. oben S. 448. 5) Vgl. das Zunftbuch III der Schlüsselzunft, Bl. 259*: in der fasten- In der Tat erfolgte der Aufbruch von Basel erst am 14. März, während die Fastnacht 1503 auf Ende Februar fiel; s. B. Chron. VI 81. 6) Dieses Fest fiel auf den 21. Nov., also nicht auf den nächsten Freitag nach Martini (11. Nov.), sondern auf den zweitnächsten; vgl. oben S- 45 • 7) Der Auszug aus Basel geschah am 0. Mai, also Donnerstag n* cl Philippi und Jacobi; vgl. B. Chron. VI 34 u. oben S. 453. 8) J. M. zum Hasen; s. B. Chron. VI 34. 9) Mit diesem Abschnitt beginnt die III. Hand. 10) D. h. Handwerksmeister, im Gegensatz zu den gleichfalls zünftig e Gesellen. 11) Statt des Freitags nennt einzig das Schlösselzunftbuch III 260 den Samstag (also 28. Mai); vgl. jedoch B. Chron. VI 44, A. 7. 1503—1515. 455 1513 jor, gon Dysion; und ist her Lienhart Grieb höptman gesin'). (12 Namen.) Usgezogen gern Nawerren in Meilland, uff mitwochen noch 15« canttate im 1515 jor, gegen dem Münttenisz 2 ); und ist Juncker 5 Henman Offenburg höptman gesin. (4 Namen.) Usgezogen in Meilland \\S mendag noch sant Johans dag Juni 25 lr n 1515 jor, uff den Münttenisz gon Süssa zu 3 ); und ist her Hans Druttman oberster zunfftmeister höptman gesin. (13 Namen.) Usgezogen ffiffzig knecht gon Welschenüwenburg in zü- 10 satz, und Yferden 4 ), uff sant Uolrichs dag im 1515 jor. Juli 4 [212] Usgezogen gon Naweren, uff sant Bartholomeus dag Aug. 24 11 u 1515 jor, mit 800 man den unsseren zu, wider den king T on Pranckrich; und ist Juncker Heirich Meltinger höpman ^ gesin b). (17 Namen.) '' Usgezogen ffifftzig knecht in zfisatz gon Belletz 6 ), uff ürittag noch der kalten kilwy 7 ) im 1515 jor; und ist höpman oct. 12 gesin meister Hans Bondorff. (2 Namen.) [234] Item do man zalt 1514 jor, do was so ein kalter tsu wintter, das der Rin überffror, under der brück und ob der 20 brück, das man uff dem zwentzigesten 8 ) uff dem Rin gieng 9 ), Jan .12 Jung und alt, wib und man und kind, und trossz 10 ) dorüber ö urt, das unsser herren Hessen verbietten menglichem dorüber mt me ze gönn, by eim pfünd, domit das man sollich gan ab- s talt, das nit gresser schad dovon kern. 25 Item do man zalt 1514 jor uff sant Sebastianus dag, do Jan. 20 *am um die sibede stund zu oben so ein grosser erdbidem, das die menge des volcksz übel erschrack in der stat Bassel. 1) Vgl. B. Chron. VI 49 ff. 2) Zuerst nach Novara, dann von dort aus gegen den Montcenis; vgl. e °end. S. 66 ff. „ 3 ) Nach Susa, am Fuss des Montcenis; vgl. hiezu Eidg. Absch. III 2, ö - S8 6q die Weisungen vom 12. Juni. ■p 4) Neuchatel und Yverdon. Ueber diese Besatzungen zum Schutz gegen Frankreich s. ebend. 5 ) Vgl. B. Chron. VI 67. » -d-j 6 ' Nach Bellinzona, gemäss dem Tagsatzungsbeschluss vom 4. Oct.; s - *"<%■ Absch. III 2, 8.921c. R 7 ) Nämlich die auf den 11. Oct. fallende Kirchweih des Münsters; s. Wackernagel in Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrheins, N. F. VII 184. 8 ) Am zwanzigsten Tag nach Weihnacht (12. Jan.). 9 ) Vgl. B. Chron. VI 59 ff., und oben Brilinger S. 215. lü ) Die liosse; s. ebend. 456 Zunftbücher. 1520 [Disse sint gon Pfeffingen zogen 1 ), alsz mansz innam in Sept ' 16 der nacht uff samstag crucis am herpst 2 ), anno 1520 jor.] (8 Namen.) (152!)) [2I2 T ] Item 3 ) uszgezogen uff den achtisten tag des brach- manotz im 1530 jor 4 ). Und ist houptman gesin Juncker Bai- 5 disar Hilttprant, und luttynar Wolfl'gan Huttschy, mit sampt Diebolt Wysach und Baldysar Angelrott der retten. Und ist man zogen zu unseren eygnossen von Zürich, so zu Capplan'') by Zug lagen. (8 Namen.) Juni 27 Disse obgeschrybnen sint wider kummen uff sontag vor io Petry und Pauly, das do was der achtundzwentzgistag desz brachmanotz im 1530 jar 6 ). 1531 [213] Item uszzogen uff samstag vor dem ostertag anno 1531 zu den Grawen Puntten, wyder den herren von Mysz 7 ). Und sint gesin Jacob G5tz saltzmeyster houptman, und Symon is Albrecht lüttenar, mitrett Hans Nagel der schüchmacher, Adam Huckele der schnider, und Hans Luxenhoffer der fengnerig, alle der retten. [6 Namen.) Item dysse obgeschrybnen sint wyderumb herheym kum- M»i 2i men uff mitwuchen vor dem heyligen pfinstag, das do was der 20 fyerundzwentzgist tag des meyen, anno 1531 jar 8 ). Oet. 13 [213 V ] Item uszzogen uff den dryzechisten tag octobris anno 1531 jar 9 ) gen Bar oder Caplan 10 ), unsseren eygnossen und Chrystenlichen mitburger von Zürich zii hilff wider die 1) Dieser Abschnitt ist aus dem Zunftbuch III der Schlüsselzunft, Bl. 262; s. oben S. 447. 2) Genauer: nach crucis; denn das Fest der Kreuzerhöhung (14. Sept.) fiel 1520 auf einen Freitag. Der Zug geschah in der Nacht vom Samstag auf Sonntag den 16. Sept.; s. B. Chron. I 24, u. VI 194. Ueber seine Ursachen und Folgen s. Heusler S. 425 ff. 3) Das Folgende von der Hand Konrad Schnitts; s. oben S. 448. 4) Diesen Auszug setzt das Zunftbuch III der Schlüsselzunft Bl. 256 erst auf Samstag d. 12. Juni, und damit stimmt auch B. Chron. I 100. Am 8. Juni hingegen erfolgte Zürichs Kriegserklärung; s. ebend. VI 198, A. 7. 5) Ueber diesen Zug nach Kappel vgl. ebend. I 100 ff. und VI 137 u. 198. 6) Auf diesen Sonntag (27. Juni) setzt auch das Zunftbuch zum Schlüssel die Heimkehr. Ryff hingegen datiert sie zum 28. Juni, doch ohne -weder Sonntag noch Montag zu nennen; s. B. Chron. I 102. 7) Jakob Medici, auf der Burg Musso. Ueber diesen Zug vgl. ebend. S- 118 ff. u. VI 201, ferner Gasts Tagebuch z. 8. April 1531. 8) Vgl. B. Chron. I 122. 9) Vgl. ebend. VI 143, A. 8. 10) Baar und Kappel liegen kaum 1 St. von einander. 1520—1548. 457 Funff Ortt. Und ist houptman gesin Rüdolff Fry der kouffman, u nd luttenar Bastian Krug, und mitrett Jeroniuius von Küchen und meyster Hans Bientz, alle der retten, und fennerick Claus Zesszly der metzger 1 ). (!) Namen.) 5 Item es sint witter uszzogen anno 1531 iar uff fritag vor «31 Q • , ° ° ° Of.4 07 Simonis und Jude gen Zoffingen, zu unsseren eygnossen und Crystenlichen mitburger von Bernn, wider die Funff Ort 2 ). Und ist houptman gesin her Bernhartt Meyer, und luttenar E&dolff Super, und miträtt Ludwig Zurricher und Juncker Hans During Hug, alle der retten, und fennerich Cünratt üoltter3) über Ein. (9 Namen.) Disse obgeschrybne 2 fengly 4 ) sindt wider heim kummen u ff sontag nach [Othmari] anno 1531 jar 5 ). not. 19 [214] Uszug geschechen anno 1540 jar den 28. tag win- i54o 5 ttermonents 6 ). Alsz die von Rottwill von dem von Landen- Nov ' 2S " er g, nämlich Stoffel, bezenckt und beleydigt sind worden 7 ), hand die 12 ortt ein zusatz in Rottwill gleit 8 ). Ob die selben angriffen, sind dise uszgleytt zu entschutten mit eim fen- hn, nämlich 3 man 9 ). (3 Namen.) [215] Anno 1548 jor uff Bartholomeus 10 ) ist der keysser 11 ) 1548 Aug. 24 3- Hs.: Hans Bointz aller der retten. 13. Hb.: Bontag nach Martini. 1) Dieser wurde 1537 Zunftmeister. 2 ) Vgl. B. Chron. VI 145, A. 6. 3) Er wurde 1537 Zunftmeister der Zimmerleute und Maurer. 4) D. h. die Auszüge vom 13. und 27. Oot. iTr Richtiger als »Martini«, wie die Hs. hat, ist im Schlüsselzunftbuch U auf Bl. 25«v : Othmari; vgl. B. Chron. I 137 und Amerbachs Tagebuch, ei Th. Burckhardt, Bonifacius Amerbach S. 369. ") Mit diesem Abschnitt beginnt die V. Hand. ] 5) 7 ) Ueber diese Fehde Christoffs von Landenberg mit Rotweil, das seit Op v, i° ln zu B ew » n (3ter Ort der Eidgenossen war, s. B. Chron. I 161, und ec hsh im Jahrbuch f. Schweizergesch. XIII 312. e ,, °> Zu dieser ersten Hilfe, die von der Tagsatzung am 17. Nov. be- u nd 12? WUrde ' Stellte Basel keinen Zuzug; *■ Eidg ' AbSCh ' IV U ' S ' 1272b q 9 ) D iese vorläufige Aushebung, vom 28. Nov., geschah in Folge eines ^Beschlusses vom 20. Nov.; s. B. Chron. I 161. d j 10 ) Wie das Folgende zeigt, so ist hier der Ueberfall vom 5. August Ta»\ 8em . eillt - »Uff Bartholomeus< (24. Aug.) kann daher wohl nur den Jedo c h Z< v 1Chnen ' ftn welchem in Bas >el die Mannschaft ausgehoben wurde, A. 2 dass uac hher der Auszug wirklich erfolgte; vgl. unten S. 458, S. 622* D ' n - die Kaiserlichen, nämlich 12 Fähnlein Spanier; s. Wurstisen 2o 458 Zunftbücher. durch ein verborgenen uffbruch nachts gegen tag für die statt Kostentz kumen, in meynung die statt abzustellen. Doch ist es durch gottes und redlicher burger hilff gwentt. Hand doch beyde parthien zimlichen gliten, und ist der Keiserischen houbtman erschossen 1 ), sind die andern gerlochen. Heruff ists diser usszug geschechen 2 ). (26 Namen.) 1555 [217] Uff sunthag den 17. tag hornung anno 1555 jor ist diser usszug geschechen, wie die im Telspergtall und Fryen- berg, 16 meyerthüm, zu burgern uf ir beger sind angenomen worden 3 ). Das murrett den bischoffen, hats nit gernn 4 ). Schat i° nüt, min herren füren für; und rümpft sich der her bischoff, ouch sin kapittel. Doch ward durch filifaltige muey und arbey die sach durch min gnedigen herren zu lest erhalten und vertragen 5 ), und warden um disz burckrecht brieff und sigel uff- gericht 6 ); hat der propst zu Munster, her Korneliusz von) 5 Liechenfelsz, besiglet 7 ). Derhalben sol ein statt iederzit fur- sichtiglich gegen dem gesalbten folck 8 ) handien, domit dasz bistum zu der statt Basel hand kom in burckrecht, oder eigentumlich wer dasz besser 9 ). (20 Namen.) Und hat disser bischoff geheissen, under dem sich solche J° burckrecht zutragen redlicher ursach halb 10 ), die er selbs mit sim eignen mund gerett vor minen gnedigen heren in gesesz' 1) Alfonso Vives. 2) Der Auszug unterblieb jedoch, indem die Tagsatzung auf ihrer Neutralität beharrte, bis Constanz im October sich schliesslich dem Kaiser unterwarf. 3) Der Bürgerrechtsvertrag mit den 20 Gemeinden des Delsbergertals war am 14. Februar geschlossen worden. Doch von den 11 Dörfern des Freienbergs war am 16. Febr. erst ein diesbezügliches Begehren gestel' 1 worden; s. oben S. 438. 4) Bischof Melchiors Protest vom 14. Febr. 1555 s. im St. Archiv Bischöfl. Archiv, Urk. No. 44. 5) Ueber diese Verhandlungen s. Wurstigen S. 630. 6) Der Bischof anerkannte das Bürgerrecht durch Urk. v. 1. Mai 15 59 ' s. B. Urkb. X No. 417—419. 7) Das Sigel des Propstes Cornelius von Lichtenfels hängt an W* Urkunden vom 1. Mai 1559, in welchen Basel für das Delsbergertal und f» die Freiberge das geschlossene Bürgerrecht bestätigt; s. ebend. 8) Mit der Priesterschaft. 9) Diese Hoffnungen wurden völlig zu nichte, als Basel 1585 in te ™ e ^ Rechtsstreit mit Bischof Christoff Blarer vor dem eidgenössischen Schied 8 ' gericht unterlag; s. Heusler S. 457 ff. 10) Für die Untertanen des Bischofs war die nächste Ursache ein« neu eingeführte Steuer gewesen; s. Wurstisen S. 630. 1555—1572. 459 öem rott, ob er bischoff worden, die ich selbs gehört han re- dent, Melcher von Liechtenfelsz l ), [217 T ] Ein usszug gethan anno 1572 jar uff sunthag den 1572 •>■ thag ogthober 2 ), uss der ursach dass der künig von Franck- ri ch also thirannisch, und so fill frumer Kristen, den herrn amerall 3 ), jemerlich und raortlich samt andern fursten bi necht- hcher will ermurden losen 4 ), über gegebnen und verschribnen friden 6 ), so hievor übergeben hat der ungethruw gottlos künig Carolus, disz namens der IX., zu einem falsch und bethrug, 0 aas er dem kunig von Naweren sin Schwester vermechlet 6 ), usz "er ursach das er die frommen Cristen züsamen brecht. Die- w ill der von Naweren effengilisz was, kamen fill zu huff, so ni t gethruwt betten; gmeinten die sach erbarlich. Usz dem ls t ein solich morden, in 2 thagen und nechten, in Parisz und '' glich gantz Franckrich fürgnon mit man, wib und kind, uff achtzigtusen personen'). Hand die bepsteler gemeint, sy haben ul e effanelischen gar uszgerottet. Disz blutt hat erst Thusch Und Welsch bewegt zu der wer zu griffen. Und ist der un- ^orhafig kungig und sin muter 8 ) dohin brocht, das auch die "abthisten nit mer liden wollen solche krieg zu haben, gmeint, ^an soll glouben halten, so forhin 2 moll nit gehalten"). Und ^ hertzog Quaszamir, ein junger Pfaltzgroff 10 ), mit 6000 oder °000 pferden 11 ) und Ißfenlin 12 ) Berner, Bieller, Nuwenburger *ider in Franckrich zogen, samt dem uszgethriben heren prin- Ra '" ** s,: 1) ' n rechlicher will. 9. Für des Königs Kamen nnd Zahl ist in der Hs, Utt Kelassen. 16. Hs.: »chig tusen. 1 ) Kr wurde Bischof 1554 und starb 1575; s. oben S. 438. 2 ) Mit diesem Abschnitt beginnt die VI. Hand. 3 ) Kaspar von Coligny. 4 ) In der Bartholomäusnacht (24. August). 5 ) Geschlossen 1570 zu St. Germain-en-Laye. b ) Margaretha, mit Heinrich von Navarra. 7 ) Uebertreibung statt 30000. 8 ) Katharina Medici. sind V "° a die nacnfol g end erwähnten Werbungen erst 1575 erfolgten, so von im sc!:lwerl i cn die Verträge von Amboise und Lonjumeau gemeint, Chat Und 15(i8 ' sondem wohl eher diejenigen von La Rochelle und ln°T' V ° n I573 und 1574 ! 8 - die fol g ende Anm - Die 1 • hann Kasimir, ein Sohn Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz. W„. A er er wähnten Werbungen erfolgten erst 1575; s. B. Chron. I 177 und ^"rstisen S. 655. 121 v^' 11 ehor mit 600 oder 80 °- z > Vgl. Wurstisen a. a. O.: 13 fenlin. 460 Zunftbücher. tzen von Kundee *), andren fursten und herren und verthribnen Frantzosen, wider mit starcker hand in Franckrich zogen, ein solchen handel angericht, dasz der kungig 2 ) mit alem sim beb- stischen anliang wider zu eim verschribnen friden bracht 3 ), das man gmeint, so gloub uf erden die mentzen einandern halten 5 konten, der solt gehalten werden. Hat doch alsz fill es ge- megen geholfen, ursach die 4 ) . . . (i56i) [234] Item anno 1562 5 ) was es so kalt, das der Rein zu Keinfelden und zu Ougst uberfroren was. Aber zwuschen beiden stetten Basel was es zugefroren bisz an ein joch, was W es noch offen. 1576 Item anno 1576 ior waren 3 erdbidem vor wienecht, in vor . u Dec. 25 2 nechten einandernoch 6 ). 4. Hs.: zn eim zii und verschribnen friden. 1) Heinrich von Bourbon, Fürst von Conde, Vetter König Heinrichs von Navarra, war im Herbst 1574 nach Basel gekommen; s. B. Chron. I 176 ff. 2) Auf Karl IX. war 1574 Heinrich III. gefolgt. 3) Der Friede von Bergerac, von 1577, auf welchen jedoch nur eine vierjährige Waffenruhe folgte. 4) Hier bricht in der Hs. der Text ab. 5) Für 1562 finde ich das hier Erwähnte nirgends bestätigt, wohl aber zum Januar 1561; vgl. B. Chron. I 221 und Wurstisens Diarium in B- Zeitschr. f. Gesch. I 66. 6) Am 20. u. 21. Nov.; s. B. Chron. I 179. Allgemeine Beilagen. Verzeichnis der Basler Bischöfe bis Ende des XVI. Jahrhunderts. Da die um das Jahr 400 geschriebene Noticia provincia- r um et civitatum Galliae bereits eine »Civitas Basiliensium« erwähnt, so ist wohl mit Recht vermutet worden, dass Basel schon damals der Sitz eines Bischofs war *). Doch ist aus 6 ältester Zeit einzig der in der ersten Hälfte des VII. Jahrhunderts lebende Ragnachar als Bischof von Äugst und Basel bezeugt 2 ), und in allen noch vorhandenen Verzeichnissen beginnt the fortlaufende Reihe der Bischöfe erst mit dem um hundert Jahre jungem Walanus 3 ), in welchem wir schon wegen seiner Bezeichnung als »archiepiscopus« einen Wiederhersteller des ■Bistums vermuten müssen 4 ). Auch für die Folgezeit lässt sich a us den noch vorhandenen Quellen erst vom XI. Jahrhundert a ö für jeden Bischof das genaue Jahr sowohl seiner Wahl als seines Todes ermitteln, und erst von den Bischöfen des XII. " erfahren wir auch, welchen Grafengeschlechtern sie entstamm- * en - Mit dem letzten Viertel des XIII. Jahrhunderts, nach a em Tode Bischof Heinrichs von Neuenburg, trat eine tiefgreifende Neuerung dadurch ein, dass fortan bei den meisten ^euwahlen dem Erwählten des Domkapitels ein vom Papst 0 bevorzugter Bewerber sich entgegenstellte und mit dessen f"lfe sich auf dem bischöflichen Stuhl auch meistens behaupte- Dieser verwirrende Zustand, der mit dem päpstlichen Schisma von 1378 seinen Höhepunkt erreichte, endigte erst im 25 f Janrllundert damit, dass die vom Domkapitel Erwählten °rtan regelmässig die päpstliche Bestätigung einholten und erst hierauf die bischöfliche Weihe empfingen. Da bis Ende des X. Jahrhunderts für die meisten Bischöfe We <*er das Wahljahr noch das Todesjahr bekannt ist, so kön- J) S. Trouillat I S. 5. * S. oben S. 157, A. 4. 2 Vgl. oben S. 110 u. 320. 4 ) S- oben S. 158. 464 Allgemeine Beilagen. nen wir zu deren Namen nur das früheste und das letzte Jahr setzen, zu welchen sie bezeugt sind. Um jedoch anzudeuten, dass ihre Regierungszeit jedenfalls über diese Grenzen hinausreichte, setzen wir vor und hinter solche Jahrzahlen stets einen Gedankenstrich. In einzelnen Fällen sogar bildet der gleich- 5 zeitige Papst oder Kaiser die einzige sichere Zeitangabe. Für die Folgezeit, namentlich vom XII. Jahrhundert an, fügen wir dem Namen jedes Bischofs womöglich das Amt bei, das er vor seiner Erwählung bekleidete, und ebenso die spätere Stellung bei solchen, die nicht bis zum Tod im bischöflichen Amte '° blieben. Sodann erwähnen wir jeweilen auch die Gegenbischöfe, wobei wir vom Ausgang des XIII. Jahrhunderts an überhaupt bei jedem Bischof bemerken, ob er dem Domkapitel oder dem römischen oder avignonesischen Papst seine Wahl verdankte. Für die gleichfalls erst im XIII. Jahrhundert auf- 15 kommenden Weihbischöfe hingegen verweisen wir auf Schnitts Wappentafel'), der wir hierüber nichts beizufügen wüssten. Ebenso mag hinsichtlich der Begräbnisse der Bischöfe die Bemerkung genügen, dass bis zu Ende des XV. Jahrhunderts sie alle, sofern sie nicht in fernen Landen starben, im Münster 2 begraben wurden. Die einzige Ausnahme bildet der in Prunt- rut begrabene Johann von Vienne 2 ), während andrerseits selbst der in Italien verstorbene Ortlieb von Froburg nach Basel verbracht wurde 3 ). Im XVI. Jahrhundert hingegen war der 1527 verstorbene Hans Rudolf von Hallwil der einzige, der als Grab- 35 statte noch das Basler Münster erwählte 1 ), und infolge der Reformation hörte das alte Herkommen alsbald für immer auf. Da jedoch die endgiltige Auseinandersetzung zwischen Bischot und Stadt erst 1589 zum völligen Abschluss gelangte 5 ), so führen wir auch das Verzeichnis der Bischöfe bis zu diesem 30 Zeitpunkte fort. Die Weihbischöfe hingegen, deren Amt i n Basel erst nach Mitte des XIII. Jahrhunderts begann, finden sich bis zur Reformationszeit in chronologischer Reihenfolg 6 im Personen- und Ortsverzeichnis dieses Bandes, unter der Rubrik »Basel«. Für die Quellenverweise, die wir jedem Bischof beifüge 0 » halten wir uns vor allem an Trouillats »Monuments de l'liistoire de l'ancien eveche de Bäle«. Denn obschon dort z. B. die 1) S. oben S. 32fl ff. 2) S. oben S. 416. 3) S. oben 8. 115, A. I. 4) S. Tonjola 8. 13. 5) S. Heusler 8. 459. I. Verzeichnis der Basler Bischöfe. 465 Chroniken teilweise noch nach seither veralteten Ausgaben angeführt sind, so hat dieses Werk für den Torliegenden Zweck doch eine grundlegende Bedeutung wie kein zweites. Da jedoch sein Inhalt nur bis zum Jahr \ 500 reicht, so musste für das 5 XVI. Jahrhundert hin und wieder auch die von Trouillat ver- iasste und dem I. Band als Einleitung beigegebene Geschichte der Basler Bischöfe zu Rate gezogen werden. Ausserdem aber hleiben auch für die frühere Zeit noch Fälle genug, wo wir au f sonstige Quellen hinweisen müssen, und unter diesen ist 10 zunächst Eubels Hierarchia Catholica zu nennen, der wir vom XIII. Jahrhundert an jeweilen die päpstliche Bestätigung entnehmen. Neben einer Reihe von Sammelwerken, welche nur 1] i vereinzelten Fällen als Quellen dienten, sind besonders noch die Monumenta Germaniae, sowie auch das ungedruckte Jahr- 15 zeitbuch des Basler Domstifts zu nennen. Zugleich aber fällt für die älteste Zeit auch der Bischofsrodel von Münster, und für die spätere sowohl Schnitts Wappentafel als auch Blauensteins Chronik für einzelne Angaben als einzige Quelle in Betracht. Für das XVI. Jahrhundert hingegen leistet denselben 0 Dienst Wurstisens Basler Chronik. Doch ausserdem sind noch ^wei Jahrzahlen zu erwähnen, welche lediglich auf wenn auch gegründeter Vermutung beruhen, nämlich 917 als Todesjahr des von den Heiden erschlagenen Bischofs Rudolf, und der 1164 erfolgte Rücktritt Bischof Ortliebs von Froburg 1 ). Da der beschränkte Raum möglichste Kürze verlangt, so kennen wir in den Quellenverweisen nicht jede einzelne Quelle, sondern nur die Stelle des Sammelwerkes, in welchem sie sich kndet, also z. B. bei Trouillat, oder in der Monumenta Germaniae. Auch setzen wir zum Jahrzeitbuch des Domstifts ei ne Seitenzahlen, da die Todestage, für die wir auf diese Quelle verweisen, die betreffende Stelle schon von selbst an- euten. Ueberhaupt aber behelfen wir uns hinsichtlich der bellen mit folgenden Abkürzungen: 35 A P ° nt " für: Joh - Bernoulli > Acta Pontificuin Helvetica I. nn - E ins. für: Annales Einsidlenses, im Geschichtsfreund d. j. Hist. Vereins d. fünf Orte, Bd. I. arf - C1 "-. für: Barfüsser Chronik im Archivium Franciscanum t,, Historicum IV. 40 ß ^t' für: Blau ensteins Chronik der Bischöfe (in diesem Band), riefer für: Briefers Chronik der Bischöfe (in diesem Band). 008 für: Boos, Urkundenb. d. Landschaft Basel. l ) S. oben S. 100 u. 115, A. 1. Ba8 l«r Chroniken. VJI. 30 466 Allgemeine Beilagen. B. Chr. für: Basler Chroniken (frühere Bände). Eub. für: Eubel, Hierarchia Catholica. Forts. Bl. für: Fortsetzung zu Blauenstein (in diesem Band). Garns für: Garns, Series Episcoporum Ecclesiae Catholicae. Grand, für: Grandidier, Histoire d'Alsace. 5 Herrg. für: Herrgott, Genealogia Habsburgica. Jaffe für: Jaffe, Bibliotheca Historica. Jrztb. für: Jahrzeitbuch des Domstifts. M. Germ. L.C. für: Monumenta Germaniae, Libri Confraterniae. M. Germ. N. für: Monumenta Germaniae, Necrologia. l0 M. Germ. Scr. für: Monumenta Germaniae, Scriptores. Neug. für: Neugart, Codex diplomaticus Alemanniae. Rtgsakt. für: Weizsäcker, Reichstagsakten. Rod. v. M. für: Bischofsrodel von Münster (in diesem Band). Koller für: Roller in Basler Zeitschrift für Gesch. Bd. XIII. > 6 Sehn, für: Schnitt, Wappentafel d. Bischöfe (in diesem Band). Schöpfl. für: Schöpflin, Alsatia Diplomatica. Tonj. für: Tonjola, Basilea Sepulta. Tr. für: Trouillat, Monuments de l'eveche de Bäle. Turnb. für: Fortsetzung im Turnierbuch (in diesem Band). 20 Üb. für: Basler Urkundenbuch. Wurst, für: Wurstisens Basler Chronik. Weitere Abkürzungen betreffen die Aemter und sonstiges, nämlich: Abs. für Absetzung. Antr. für Antritt. Av. für Avignon. Best, für päpstl. Bestätigung. Bisch, für Bischof. Coadj. für Coadjutor. Cust. für Custos. Dek. für Dekan. Dr. für Doktor. Domh. für Domherr. Dompr. für Dompropst. Doms, für Domsänger. Einz. für Einzug in Basel. Em. für päpstl. Ernennung. Erzb. für Erzbischof. Erzpr. für Erzpriester. Frh. für Freiherr. Gf. für Graf. Kap. für Domkapitel. K. für Kaiser. Kg. für König. P. für Papst. Rtr. für Rücktritt. Schulh. für Schulherr. Statth. für Statthalter. Verw. für Verweser, zwiesp. für zwiespältig. SO Ragnacharius Walanus Baldebertus Waldo, Abt v. Reichenau Haito » » > Udalricus I. Wichardus I. Fridebertus Adalwinug Hartwig Rudolfus I. Iringus A-dalbero I. Rudolf„ s II. Ric i'inus, Bisch, v. Strassburg Wiehardus II. ^andelous Adalbero II. ^dalricus II. Theodoricus J e »ngerus J ^khard, Gf. v. Fenis, ^ammerer d. Erzb. v. Mainz R " do lniI. )G f.v.Hom- ß ^chtold I, Gf . v . ^uenburg a . See nach 600 Tr. I No. 26 —741—744— » > 37 751—778— , , 39 Verw. M. Germ. Scr. IV 447 —802— Rtr. 822 + 836 Tr. I No. 45 u. M. Germ. März 17. N. I 274 823 Dec. 21. Wahl. 824 Tr. I No. 51 u. 54, und Mai31.Einz.825JunilO. Rod. v. M. "Weihe. —843— —847— Rod. v. M. —858-860- Tr. I No. 58 u. 60 ........ M. Germ. L. C. 106, 248 u. 273 ......... M. Germ. L. C. 248 -872— f Juü 2!) - Rod. v. M., u. M. Germ. N. I 278 -884—898— Rod. v. M., u. M. Germ. Scr. XVII 362 —900—915— f Mai 15. Ann. Eins. S. 100, Herrg. III 834 u. Schöpfl. I No. 126 ..... +(917?) Juli 20. Inschr. am Sarkofag Verw. Rod. v. M. —930—948— Tr. I No. 79, u. Grand. II 84 —961— Tr. I No. 80 —999— + 1025 Mai 12. >, » 85 u. 100, u. Jrztb. 1025— + 1040 » 26. Tr. I No. 100 u. 110 u. II No. 3 1040—1053— + (1056?) Tr. I No. 113, 119 u. 120, Dec. 29. u. M. Germ. N. I 326 1057 Juni 1. Weihe.+ 1072 Tr. I No. 120 1072— + 1107 Apr. 12. Tr. I No. 124 u. 154, u. III S. 657 1107— + 1122 Nor. 9. Tr. I No. 146, 154 u. 164, u. II No. 3 1123 Jan. — Rtr. 1133. Tr. INo. 164 u. 175, Jrztb. Mönch i.Lützel. +1137 u. Neug. II No. 843 März 2. 30* 468 Allgemeine Beilagen. Heinrich I, 1133 Wahl. — Abs. 1133 Tr. I No. 175, u. Jaffe V 451 Adalbero III., Gf. v. 1133 Sept. Wahl. 1134 Tr. I No. 175 u. 179, u. Froburg, Abtv.Nien- Febr. Weihe — + 1137 M. Germ. N. I 324 bürg Oct. 16. Ortlieb, Gf. v. Froburg, 1137 — lltr. 1104. + 1167 Tr. I No. 179, 225, 226, Dompr. Aug. 18. 234, u. 235, u. Tonj. S. 1 Ludwig, Gf. v. Froburg, 1164 — Abs. 1179 März Tr. I No. 225, 226, 234, gen. Garward 235 u. 245 Hugo,Frh.v.Hasenburg 1179 Dec.- + 1180 Mai 15. Tr. I No. 247, Jrztb. u. Schnitt S. 325 Heinrich IL, Frh. v. 1180 — + 1190 Sept. 26. Tr. I No. 249, M. Germ. Hornberg Scr. XVII 165, u. Jrztb. Lütold L, Frh. v.Arburg 1189Statth. 1192 Wahl. Tr. INo. 275 u. 305, Jrztb. — + 1213 Juni 7. u. Sehn. S. 326 Walther, » * Röteln 1213 — Abs. 1215 Nov. Tr. I No. 305 i. Anm., u. No. 307 Heinrich III., Frh. v. 1216 Jan. - t 1238 Tr. INo.371,GamsS.261, Thun, Dompr. Febr. 17. u. Jrztb. LütoldlL, Frh. v. Röteln 1238 vor Juni Wahl — Tr. I No. 400, Act. Pont. t 1249 Jan. 17. I No. 196, u. Jrztb. BerchtoldII.,Gf.v.Pfirt 1248 März Coadj., 1249 Tr. I No.400 u. IINo.91, Wahl.—+ 1262 Dec.10. u. Act. Pont. No. 460 Heinrich III., Gf. v. 1261 Sept. 16. Coadj., Tr. II No. 92 u. 194, u. Neuenburg a. See, 1262 Dec. Bisch. —+ 1274 Act. Pont. No. 687 Dompr. Sept. 13. Kap.: PeterReich,Erzpr. 1274 Dec. Wahl ohne Tr. II No. 198 u. 200 Rest. Rom: Heinrich IV., Bar- 1275 März, Ern. Tr. II No.203 u. 330, und füsser v. Isny » Oct. 9. Weihe Garns S. 261 » Nov. 18. Einz. — 1286 Mai 15. Erzb. v. Mainz, -j- 1288 März 18. Rom: Peter I. Reich, 1286 Mai 15. Ern. Tr. II No.328u.489,Garns Dompr. v. Mainz > Aug.21. Wahld.Kap. a.a.O.,u. Briefer S. 404 » n. Sept. 14. Weihe — + 1296 Sept. 3. ' Lütold, Frh.' I Lütold, Frh v. Röteln, Ca P- \ Dompr. Kap zwiesp Eub. I 132, A. 4 1296 Wahl mpr Berchtold . v. Rüti J Rom: Peter IL v.Aspelt, 1297 April 1. Best. — Gams a. a.O., Eub. I 336, Dompr. v. Trier 1306 Nov. 10. Erzb. v. u. Tr. II No. 490, A. 1 Mainz. + 1320 Juni 5 Av.: Otto,Frh.v.Grand- 1306 Nov. 3. Ern. — Eub.I132,u.RollerS.291, son, Bisch, v. Toul + 1309 Juli 26. A. 5 I. Verzeichnis der Basler Bischöfe. 469 Kap.: Lütold, Frh. v. 1309 Wahl. — Rtr. 1311 Üb. IV No. 16, 17 u. 25, Röteln, Dompr. + 1316 Mai 19. u . Jrztb. Av.: Gerhard, Frh. v. 1309 Juli 30. Em. — Eub. I 133, u. Tr. III Wuippens, Bisch, v. + 1325 März 17. No. 205 Lausanne Kap.: Härtung Mttnch 1325 März 22. Wahl Tr. III No. 206 u. S. 751, v. Landskron, Erzpr. » Apr. 3. Weihe Üb. IV No. 74, u. Barf. » 4. Einz. — Chr. S. 686 Rtr. 1328. Erzpr. +1332 Oct. 25. Av.: Johann I, Gf. v. 1325 März 30. Ern. — Üb. IV No. 56 u. 67, u. Chälon-Arlay, Dek. 1328 Apr. 6. Verw. u. Eub. I 320 v. Langres Bisch.v.Langres. + 1335 Mai 23. Kap.: Johann IL, Senn 1335 Juni 22. Wahl Tr. III No. 271 u. IV V.Münsingen, Propst 1336 Apr. 24. Best.— No. 99, u. Eub. I 133 v. St. Victor i. Mainz + 1365 Juni 30. Av.: Johann III., Gf. 1365 Aug. 13. Ern. Tr. IV No. 195, Eub. I v. Vienne, Bisch, v. 1366 Febr. 2. Einz. — 133, u. Sehn. S. 332 Metz + 13S2 Oct. 7. Rom:Wolfhardv.Eren- 1378 Verw. 1381 Bisch. Tr. IV S. 786, u. Rtgsakt. fels, Kaplan Kg. Wen- — Rtr. 1385 I No. 227—229 zels IWernherScha- 1382 Wahl u. Nov. 21. Üb. V No. 148, Tr. IV ler, Erzpr. Best. v. Av. —1391— No. 257 u. S. 840, Eub. Imer, Frh. v. 1382 Wahl. 1383 März I 133, u. Sehn. S. 333 Ramstein, Best.v.Rom.—Rtr. 1391 Schulth. Juni. + 1395 Juli 17. Kap.: Friedrich L, Frh. 1391 Juni 4. Verw. Tr. IV No. 257, u. Eub. v. Blankenheim, » Oct. 13. Best. — I 133 u. 518 Bisch, v. Strassburg 1393 Juli 7. Bisch, v. Utrecht. + 1423 Oct. 10. Kap.: Konrad Münch 1393 Aug. 19. Wahl. — Tr. IV No. 274 u. 299, v.Landskron, Dompr. Rtr. 1395 vor Sept., u. V S. 709, u. Boos Dompr. +1402 Aug.24. No. 494 Rom: Wilhelm v. Cor- 1393 Aug. 19. Ern. — Eub. I 133 u. 517 demberge (franz. Froi- 1399 März Bisch, v. demont), Bisch, v. Tournay Tournay Kap.: Diebold, Gf. v. 1395 Nov. 11. Pfleger bis Tr. IV No. 300, u. Eub. Neuenburgi.Burgund 1399 I 133 Kap.: Humbert, dessen 1395 Nov. 11. Wahl Tr. IVNo.312u. VNo.64, Sohn 1399 Juni 14. Best. — "• Eub. a. a. O. + 1417 Juni 22. Kap.: Hartmann Münch 1117 Wahl. 1418 Sept. 2. Tr. V No. 77 u. S. 753, v. Münchenstein, Best. — Rtr. 1422 n. Eub. a. a. O. u. Sehn. Doms. Aug. + 1424 Mai 12. S. 335 470 Allgemeine Beilagen. Rom: Konrad Hei, Dr. n. 1417 Nov. — Blauenst. S. 124, Eub. u, Domh. Rtr. 1418 vor Sept. Erzpr. t 1423 Nov. I 133, u. Tonj. S. 217 Kap.: Johann IV., Frh. 1423 Jan. 8. Best. Blauenst. S. 125 u. 128, u. v. Fleckenstein, Abt » Mai 29. Einz. Eub. a. a. O. v. Sek f 1436 Dec. 20. Friedrich II. ze 1437 Jan. 9. I. Wahl. Tr. V No. 106 u. S. 779, Rin, Cust. » Febr. 4. Best. 789, 790 u. 802, B. Chr. Kap. » 9. II. Wahl. IV 305, u. Eub. II 115 zwiesp.:' » März 12. Antr. > Mai 5. Weihe. + 1451 Jan. 5. ^Bernhard v. 1437. —Rtr. 1440, Custos. Ratsamhaut 1450 Juli 8. sen, Domh. Kap.: Arnold v. Rot1451 Jan. 29. Wahl. B. Chr. IV 306 u. 331, u. herg, Dek. u. Dr. » März 22. Best. > Juni 13. Weihe. + 1458 Mai 7. Eub. a. a. O. Kap.: Johann V., Frh. 1458 Mai 17. Wahl. B. Chr. IV 331 u. 332, v. Veningen, Dek. » Juni 3. Antr. Tr. VNo. 184, u. Eub. » Juli 21. Best. a. a. O. + 1478 Dec. 20. Kap.: Kaspar ze Rin, 1479 Jan. 4. Wahl. B. Chr. III 220, 222, 255 Cust. » März 5. Best. u. IV 85, u. Tr. V » Mai 30. Weihe. S. 913 Rtr. 1500 Dec. 30. -r 1502 Nov. 8. Kap.: Christoff v. Uten1500 Dec. Generalvicar. B. Chr. I 414 u. IV 87, heim, Cust. 1502 Sept. 24. Coadjutor. Wurst. S. 555, Tr.IEinl. > Dec. 1. Wahl. S. 126ff., u. Eub. II 115 1503 März 8. Best. Rtr. 1527 Febr. 19. + 1527 März 16. Kap.: Nikiaus v. Dies- 1519 Mai 28 Coadj. Forts, z. Bl. S. 154, Wurst. bach, Dek. » Aug. 8. Best. a. a. O., Tr. I Einl. Rtr. 1527 Febr. 21. S. 128 u. Eub. III 144 + 1550 Juni 15. Kap.: Johann Rudolf 1527 Jan. Coadj. Sehn. S. 338, u. Tonj. v. Hallwil, Cust. + 1527 Febr. 12. S. 13 Kap.: Jakob Philipp v. 1527 Febr. 28. Wahl. B. Chr. I 415 u. IV 98, Qundoltzheim, Cust. » Aug. 31. Best. Forts, z. Bl. S. 115, u- » Sept. 23. Einz. Eub. a. a. O. » Dec. 21. Weihe. + 1553 Sept. 13. I. Verzeichnis der Basler Bischöfe. 471 Kap.: Johann Steinhau- 1553 Sept. 14. Statth. ser, Dr., Cust. t '554. Kap.: Melchior v. Lich- tenfcls, Cust. Kap.: Jakob Christoff Blarer v. Wartensee, Domh. 1554 Juli. Statth. » Oct. 8. Wahl. 1555 Dec. 4. Best. 1559 Oot. 2. Weihe. •r 1575 Mai 15. 1575 Juni 22. Wahl. 1576 Mai 4. Best. 1577 Febr. 6. Weihe. + 1608 Apr. 18. Turnb. S. 437, Wurst. S. 629, u. Tr. I Einl. S. 129 Turnb., Tr. I, u. Eub. a. a. O. Wurst. S. 654, Tr. I, u. Eub. a. a. O. II. Verzeichnisse der Bürgermeister, Oberstzunftmeister und Ammeister der ältesten Zeit, sowie des XVI. Jahrhunderts. Teils bei Schönberg, teils als Beilagen zum V. und VI. Band der Basler Chroniken sind die alljährlichen Ratsbesatzungen bis 1532 veröffentlicht 1 ). Da jedoch beim Erdbeben von 1356 die ältesten Ratsbücher verbrannten, so beginnen diese Ratsbesatzungen erst mit 1357, und auch innerhalb der noch vor- 5 handenen bemerkem wir eine von 1385 bis 1404 reichende Lücke, deren Anfang wohl mit dem 1385 errichteten Am- meistertum zusammenhängen mag. Aus der früheren Zeit aber, vor 1357, kannte aus Urkunden schon Wurstisen wenigstens die Namen mancher Bürgermeister, und diese vereinigte er in i0 seiner gedruckten Chronik zu einer nach der Zeitfolge geordneten Reihe, welche mit 1252 beginnt 2 ). Da er jedoch zu jedem Namen nur die eine Jahreszahl setzt, neben welcher er ihn gerade gefunden, so erweist sich dieses Verzeichnis als ein sehr achtenswerter erster Versuch, der aber zum voraus iß darauf verzichtet, den Bürgermeister für jedes Amtsjahr zu nennen. Da hiefür die Quellen jetzt ungleich reichlicher fliessen als zu Wurstisens Zeit, so lassen sich die Bürgermeister von 1252 an zwar auch jetzt noch nicht für alle, doch immerhin für die meisten Amtsjahre mit Sicherheit feststellen. Und 20 da die Ratsbesatzungen zwar für 1357—1384 noch vorhanden sind, für 1385—1404 jedoch fehlen, so führen wir das hier 1) S. Schönberg, Finanzverhältnisse S. 772 ff., und B. Chron. V 543 5. und VI 527 ff. 2) S. Wurstisen S. 142, wozu auf S. 525 eine Fortsetzung. — Das in Chron. VI :i45 erwähnte Verzeichnis Adelberg Meyers ist zwar älter, enthält aber einzig die aus den Katsbesatzungen bekannten Bürgermeister. IL Verzeichnisse der Bürgermeister, Oberstzunftmeister usw. 473 folgende Verzeichnis ohne Unterbrechung bis zum letztgenannten Jahre, worauf mit 1405 die nicht mehr unterbrochene Reihe der bereits veröffentlichten Ratsbesatzungen beginnt. Auf die Bürgermeister lassen wir noch bis 1404 die Oberst- 5 Zunftmeister folgen, deren Amt als Vorsteher der versammelten Zunftmeister gleichfalls ins XIII. Jahrhundert zurückreicht. L>a sie jedoch gleich den 15 Zunftmeistern erst seit 1382 als standige Ratsglieder galten, so sind uns aus der vorhergehenden Zeit die Träger dieses Amts nur für wenige Jahre des XIV. Jate- io hunderts bezeugt, und auch für den Zeitraum von 1382-1404 weist die Reihenfolge dieser zweiten Häupter der Stadtgemeinde noch einige Lücken auf. Umso vollständiger lasst sich hingegen die kurze Reihe der Ammeister herstellen, deren wichtiges Amt erst 1385 errichtet, aber schon 1390 wieder aufgehoben wurde. Für das zweite Ammeistertum sodann, von 1410 bis 1416, sind die Ammeister schon in den Ratsbesatzungen dieser jähre verzeichnet*). Da jedoch die Ratsbesatzungen nur bis 1532 veröffentlicht sind, während unser Verzeichne der Bischöfe bis zum Ende dieses Jahrhunderts reicht, s.lassen *o wir zum Schluss noch die übrigen Bürgermeister und Oberst Zunftmeister dieses Zeitraums folgen. Weil aber zu diese Zeit noch viel mehr als früher die regelmässige Wiederwahl des einmal Erwählten vorherrschte, und da beim loa eines Bürgermeisters in der Regel der bisherige Oberstzunftmeister * nachrückte, so beschränken wir uns M^jetaK« nur die geraden oder ungeraden Jahre der ^ImajBgen Wiederwahl zum Oberstzunftmeister und »f^ ^ ^ meister zu setzen. Wie sich sowohl aus den Ratsbe,Satzungen als aus den Grabschriften in Tonjolas Basilea Sepulte^ergibt 3o so blieben sie auch beinah durchweg bis an ihr Lebensende im Amte. Es mag daher genügen, die seltenen Ausnahmen von dieser Regel in den Anmerkungen zu erwahBen. Als Hauptquelle zu den Verzeichnissen dex■ flfam £* diente vor allem das Basler Urkundenbuch und neben d esem » fallen für die Bürgermeister des XIV. Jahrhunderte ^ser dem Koten Buch und den beiden Leistungsbüchern l die» och » n f druckten Urkunden der Stifte und Klöster-n. &g**J*£. Oberstzunftmeister und Ammeister hingegen diei in10. ^_ halt Basels veröffentlichten Jahresrechnungen, a iken "den noch verschiedene Urkundenwerke und auc * fc beigezogen, die jedoch durchweg nur vereinzelte Ergänzungen 1) S. Schönberg S. 775 ff. 474 Allgemeine Beilagen. lieferten. Wenn wir nun zu jedem Jahr dem Namen des Bürgermeisters oder Oberstzunftmeisters die betreffende Quelle beifügen, so ist hinsichtlich der Urkunden zu beachten, dass die Neuwahl des Rats alljährlich am Sonntag vor Johannis (24. Juni) erfolgte, dass mithin das Amtsjahr von diesem Zeit- 5 punkt bis zum Juni des folgenden Jahres währte. Wo also ein Bürgermeister oder sonstiges Ratsglied in einer Urkunde aus der ersten Hälfte des Jahres erwähnt wird, da gehört er stets in das vorhergehende Jahr, weil er sein Amt schon in diesem antrat. Für die Bürgermeister des XVI. Jahrhunderts io jedoch bedarf es überhaupt keiner besondern Quellenverweise, da sie insgesamt sich in den Ratsbesatzungen des Bandes L 2 der Ratsbücher finden. Wo die Quellen versagen, versuchen wir mutmassliche Ergänzungen nur in solchen Fällen, wo sie wirklich sehr nahe is liegen, und unterscheiden sie auch stets durch Klammern, unter Beibehaltung des Fragezeichens. Zugleich aber erlauben wir uns an den Namen aus der altern Zeit folgende Abkürzungen: d. für dictus. d. e. für der elter. J0 d. j. für der junger. d. m. spr. für dem man spricht. e. r. für ein ritter. m. für miles. v. für von. * 5 Ferner kürzen wir auch die Quellenverweise: Üb. für Basler Urkundenbuch. Stadth. für Basler Stadthaushalt. Rb. für Rotes Buch im Staatsarchiv. Lb. für Leistungsbuch. 3° Tr. für Trouillat, Monuments. Boos für Urkundenb. d. Landschaft Basel. Wurst, für Wurstisens Basler Chronik. a) Bürgermeister. 1252—1404. 1252 Heinricus d. Steinlin*). 1253 ? 1254 Petrus d. Scalarius 2 ). 1255 ? 1256 (Heinricus d. Dives?) 1257 wie 1252. 1258 Heinricus d. Dives. 1259 ? 1260 Eudolfus d. de Foro Frumenti*). 1261 ? 1262 Rodolfus d. Dives &). 1203 Wemherus d. de Argentina fi ). 1264 ? 1265 wie 1262. 1266 ? 1267 Henricus Monachus 8 ). 1268 ? seit Nov. der Vorjährige 9 ). Üb. III Nachtr. 34. Üb. I No. 283. Üb. III Nachtr. No. 403). Üb. I No. 337. Üb. I No. 343. Üb. III Nachtr. No. 55. Üb. I No. 409. Üb. I No. 420. Üb. I No. 461 1). Üb. I No.491. Üb. II No. 12 u. 19. 1) Als Ritter erscheint er schon 1232 und lebte noch 1267; s. Üb. I No. 120 u. 492. 2) Ueber P. Schaler I. s. Merz III Taf. 12. 3) Diese Urk., welche H. Reich als Bgrmr. erwähnt, hat kein Datum, gehört aber in die Zeit von 1255—1261. Gesetzt nun, sie sei nicht von 1258, für welches Jahr H. Reich schon durch eine andre Urk. als Bgrmr. bezeugt ist, so fallen nur noch 1255, 1256 und 1261 in Betracht. Für 1255 und 1261 aber liegt es am nächsten H. Steinlin als Bgrmr. zu vermuten, und so bleibt für unsre datumlose Urk. nur das Amtsjahr 1256/57. 4) R. am Kornmarkt, dessen Nachkommen sich nach der Burg Neuenstein (am Jura-Blauen) nannten; s. M. v. Neuenb. S. 8. 5) Heinrichs Bruder; s. Merz III Taf. 10. 6) W. von Strassburg wurde 127) von Riehemer Bauern ermordet; s. Colmarer Annalen in Mon. Germ. Scr. XVII 194. 7) Die Urk. nennt ihn nur: Rudolfus. Wurstisen S. 142 ergänzt irrtümlich »Schaler« statt Dives; s. Merz a. a. O. 8) H. Münch I. v. Landskron; s. ebend. III Taf. 2. 9) Da schon im Nov. d. J. der vorjährige Bgrmr. wieder amtete, so scheint der unbekannte diesjährige bald nach der Wahl gestorben zu sein. 476 Allgemeine Beilagen. 1269 Petrus Schalarius'). Üb. II No. 24. 1270 Jacobus Marscalci. Üb. II No. 68. 1271 Conrat der Mündig. Tr. II No. 166. 1272 wie 12703), dann seit Jan. 1273 der Vor- Colm. Chron. S. 242, und Üb. jährige. II No. 90. 1273 wie 1269, dann seit Mai 1274 Mathias üb. II No. 117, 127 u. 141. de Eptingen 4 ). 1274 derselbe seit August 3 ). Üb. II No. 146. 1275 derselbe. Üb. II No. 174. 1276 wie 1266, aber im Oct.: Günther d. Mar- Üb. II No. 219 u. 205. schale vicesgerens"). 1277 Burcardusd. de Argentina 7 ), dann im Sept. Üb. II No. 235 u. 238. der Vorjährige. 1278 wie 1269. Üb. II No. 238. 1279 Burchardus Vicedominus«). Üb. II No. 296. 1280 wie 1267. Üb. II No. 324. 1281 wie 1269, dann im Mai 1282 Hugo de Üb. II No. 350, 355 u. 378. Lörrach m.°). 1282 ? — 1283 wie 1267. Üb. II No. 434. 1284 ? — 1285 Mathis Richi<>). Schnitts Wappenb. Bl. 125. 1) Sohn des gleichnamigen Bgrmrs. von 1254; s. Merz III Taf. 12. 2) Konrad M. v. Münchsberg; s. ebend. Taf. 2. 3) In Rudolf von Habsburgs Fehde mit Bischof Heinrich von Neuenburg fiel Bgrmr. Marschalk gegen Ende 1272; s. Colmarer Chron. in Mon. Germ. Scr. XVII 242, allwo er ohne Taufnamen erwähnt wird. Der irrige Name »Hug« bei Wurstisen S. 132 stammt aus Seb. Münsters Kosmografie. 4) Der zur Partei der Psitticher gehörende P. Schaler musste abtreten, als im Januar 1274 mit König Rudolf auch dessen Anhänger, die Sterner, in Basel wieder einzogen und einen der ihrigen, M. v. Eptingen, als Bgrmr. einsetzten; s. Colmarer Annalen S. 195, und M. v. Neuenburg S. 8 ff. 5) Da M. v. Eptingen schon zum August d. J. als Bgrmr. bezeugt ist, so scheint infolge der Ratsänderung vom Januar die sonst im Juni übliche Neuwahl nicht stattgefunden zu haben. 6) Die Psitticher, zu denen auch die Marschalk gehörten, hatten sich inzwischen mit König Rudolf ausgesöhnt; s. Heusler S. 187. 7) Dieser Bruder des Bgrmrs. von 1263 erscheint 1277 als Bgrmr. nur zum 23. Juni. Doch lebte er noch 1287; s. Trouillat II No. 53, und Üb. II No. 576. 8) Die Vitztum waren Sterner; s. M. v. Neuenb. S. 8. 9) Es ist unbekannt, warum P. Schaler noch vor Mai 1282 durch Hugo von Lörrach ersetzt wurde. Dass aber dieser ein Sterner war, s. S. 477 Anm. 3. 10) Ein Sohn Heinrichs des Bgrmrs. v. 1258, und Bruder des Bischofs Peter R.; 8 . Merz 111 Taf. 10. Die Reich waren Sterner; ». M. v. Neuenb. S. 8. II. Verzeichnis der Bürgermeister, Oberstzunftmeister usw. 477 128G Johannes de Reno 1 ). üb. II No. 543. 1287 ? — 1288 wie 1269. üb. II No. 610. 1289 ? Günther Marsohalckr., Statthalter 2 ). . Wurstigen S. 220. 1290 wie 1286. Wurstigen S. 142. 1291 Hugo de Lörrach m. 8 ). Üb. III No. 32. 1292 wie 128C. Üb. III No. 77. 1293 wie 1279. Üb. III No. 123. 1294 wie 1271. Üb. III No. 194. 1295 wie 1279. Boos No. 183. 1295 ? — 1297 wie 1291. Üb. III No. 385. 1298 wie 1269. Üb. III No. 426. 1299 wie 1286*). Üb. III No. 520. 1300 Chünrat d. j. Schaler e. r., d. m. spr. Üb. III No. 559. Rummelher D j. 1*401 Johannes Macerelli m. fi ). Üb. IV No. 4. 1302 wie 1300. Üb. IV No. 5. 1303 ? — 1304 wie 1269. Üb. IV No. 7. 1305 Conradns d. de Benkon Schalarius m."). Üb. IV No. 9. 1306 wie 1285. Augustiner No. 6. 1307 wie 12698). St. Leonh. No. 174. 1308 wie 1285. Üb. IV No. 14. 1) Die Wahl des Psittichers Job. ze Rin entsprach dem in diesem Jahr durch Bischof Feter Reich für künftig augeordneten regelmässigen Wechsel der zwei Parteien; s. M. v. Neuenb. S. 39. 2) Vgl. oben z. J. 1276. 3) Da sein Vorgänger und Nachfolger ein Psitticher war, so gehörte sein Geschlecht sicher zu den Sternern; vgl. S. 476, A. 9. 4) Dem Beschluss von 1286 gemäss sollte dieses Jahr ein Sterner Bgrmr. sein; s. oben Anna. 1. Da nun der Psitticher Job. ze Rin erst für Febr. 1300 als Bgrmr. bezeugt ist, so erscheint es allerdings denkbar, dass im Juni 1299 irgend ein Sterner erwählt wurde, welcher bald darauf starb. Doch bleibt es auch dann noch auffallend, dass an seine Stelle nicht, wie sonst üblich, der vorjährige Bgrmr. trat, sondern Joh. ze Rin. 5) Ein Vetter Peters des Bgrrnrs. v. 1269; s. Merz III Taf. 12. »Der junge« hiess er vermutlich zum Unterschied von seinem etwas altern Vetter K-onrad, dem Bgrmr. von 1305; vgl. unten Anm. 7. 6) Die Mazerell waren Sterner; s. M. v. Neuenb. S. 8. 7) Ein Bruder Peters des Bgrmrs. v. 1269; s. Merz a. a. O. Gleichwie schon 1299, so wurde auch durch diese Wahl der regelmässige Wechsel zwischen Psittichern und Sternern gestört; vgl. oben Anm. 4. 8) P. Schaler, der schon 1269 Bgrmr. wurde, starb noch vor Mai 1308; s '_die Stiftungsurk. der Schalerkapelle des Münsters, im St. Archiv, Domstift Urk. Bd. III No. 60. Uebor sein Grab s. Wurstisens Münsterbeschr. in B. Beitr. XII 433. 478 Allgemeine Beilagen. 1309 Thüring der Marsehalg e. r.»). 1310 wie 1285. 1311 ? 1312 ? 1313 Burchart der Münch e. r.*). 1314 Burchart Wernher v. Ramstein e. r. 3 ). 1315 Cünrat der Münch v. Münchsperg e. r. 4 ). 1316 Cünrat der Münch v. Landeskrone e. r. 8 ). 1317 derselbe. 1318 wie 1314. 1319 Gotzman der Münch e. r.°). 1320 wie 1314. 1321 wie 1309. 1322 Uolrich v. Ramstein e. r. 7 ). 1323 wie 1319. 1324 wie 1314. 1325 wie 1313. 1326 wie 1314. 1327 Chünrat der Münch, d. m. spr. der Siegel, e. r.8). 1328 wie 1314. 1329 Hartman der Münch v. Münchenstein e. r. 9 J- 1330 wie 1314. 1331 wie 1329. 1332 (wie 1314?)i0). Üb. IV No. 16. Üb. IV No. 20. St. Peter No. 103. Üb. IV No. 30. Üb. IV No. 33. Üb. IV No. 34, u. Tr. III No. 135. Üb. IV No. 37. Üb. IV No. 40. St. Leonh. No. 263. Prediger No. 199. Üb. IV No. 46. St. Peter No. 228. üb. IV No. 49. St. Clara No. 175. Wurstisen S. 20. Prediger No. 235. Boos No. 286. Üb. IV No. 75. St. Leonh. No. 323. Üb. IV No. 86. Üb. IV No. 98. 1) Dieser erscheint 1297, nach Günthers Tod, als Vormund seiner Kinder und war also vermutlich dessen Bruder; s. Boos No. 187, und oben z. J. 1289. 2) Burkhard M. I. v. Landskron, Sohn Heinrichs I., des Bgrmrs. V. 1267; s Merz III Taf. 2. 3) Die von Ramstein waren Sterner; s. M. v. Neuenb. S. 8. 4) Konrad IV., Sohn Konrads III., des Bgrmrs. v. 1271; s. Merz a.a.O. 5) Konrad V., Burkhards I. Bruder; s. ebend. Durch seine Wahl waren für diesmal die Sterner übergangen. 6) Götzmann M. I. v. Münchenstein; s. ebend. 7) Burkhard Wernhcrs Bruder; s. ebend. Taf. 9. 8) Konrad M. VII. v. Münchenstein; s. ebend. Taf. 2. 9) Hartmann M. L, ein Bruder Götzmanus und Oheim Konrads VII- ! s. ebend., und oben z. J. 1319. 10) Im Herbst 1332 belagerten die Basler Röteln, weil Markgraf Rudolf IL von Hochberg ihren Bürgermeister erstochen hatte; s. Gr. B. An- nalen in B. Chron. VI 250. Dieser Bgrmr. von 1332 war vermutlich derselbe wie z. J. 1330, also Burkhard Wernher von Ramstein, welcher nur bis 14. März 1332 als noch lebend bezeugt ist; s. St. Archiv, Spital-Urk- No. 51. Die dieser Urk. scheinbar entgegenstehende Städtische Urk. vom 15. Jan. 1328, welche seine Witwe erwähnt, ist nur in einer Copie des XV. Jahrhunderts erhalten, deren Jahrzahl demnach aus 1338 mag entstellt sein. II. Verzeichnis der Bürgermeister, Oberstzunftmeister usw. 479 1333 ? — 1334 Cunrat v. Berenvels r.i). Rotb. S. 370. 1335 Peter der Schaler v. Benkon e. r. a ). Üb. IV No. 126. 1336 Peter der Riebe e. r. 3 ). Üb. IV No. 129. 1337 wie 1335. üb. IV No. 136. 1338 wie 1334. Üb. IV No. 140. 1339 Cunrat de: r Münch v. Landeskrone r. 4 ). El. Herb. No. 2. 1340 wie (1334) ? — 1341 wie 1339. Üb. IV No. 152. 1342 wie 1334. Üb. IV No. 154. 1343 wie 1339. Kurs. Zft. No. 7. 1344 wie 1334. Focht II S. 270 0). 1345 wie 1339. Üb. IV No. 170. 1346 wie 1334. M. v. Neuenb. S. 144«; 1347 wie 1339. Boos No. 338. 1348 wie 1334. Üb. IV No. 184. 1349 wie 1339. Üb. IV No. 192. 1350 (wie 13341 >) — 1351 ? — 1352 wie 1334. Fürstenb. Üb. II No. 5 1353 ? — 1354 wie 1334. Üb. IV No. 216. 1355 wie 1335. Rotb. 4. 1356 wie 1334. Lb. I 2. 1357 Burchart der Münch v. Landeskrone d. j. 7 ). Rotb. 7. 1358 wie 1334. Rotb. 13. 1359 wie 1335. Rotb. 17. 1360 wie 1334. Rotb. 22. 1361 wie 1357. Lb. I 5. 1362 wie 1334. Lb. I 11. 1363 wie 1357. Lb. I 16. 1) Während die Psitticher im XIV. Jahrhundert der sog. Obern Stube angehörten, deren Sitz das Haus zur Mücke war, bildeten die Sterner die sog. Niedere Stube im Haus zum Seufzen, und zu dieser gehörten als jüngeres Geschlecht auch die Bärenfels; s. B. Chron. V 79, A. 1. 2) Peter V., Sohn Konrads L, des Bgrrnrs. v. 1305; s. Merz III Taf. 12. 3) Peter R. IV, Neffe des Bgrrnrs. Mathias R.; s. ebend. Taf. 10. 4) Konrad M. IX., Sohn Konrads V., des Bgrrnrs. v. 1316; s. ebend. Taf. 2. 5) S. Fecht, Der südwestliche Schwarzwald. 6) Durch Urk. vom 12. März 1348 (bei Boos No. 338) ist als Bgrmr. des Amtsjahres 1347/48 Konrad Münch bezeugt. Wenn nun M. v. Neuenb. s - 144 zum Dec. 1347 Konrad von Bärenfels als »magister civitatis« erwähnt, so kann dies nur bedeuten, dass er damals Altbürgermeister war, also »neuer« ■Bgrmr. im vorhergehenden Amtsjahr 1346/47. 7) Burkhard M. III., Sohn des Bgrrnrs. v. 1313; s. Merz a. a. O. »Der junger« hiess er zum Unterschied von seinem altern Vetter Burkhard IL 480 Allgemeine Beilagen. 1364 wie 1334. 1365 Otteman Schaler*). 1366 Hanneman v. Ramstein 2 ). 1367 wie 1365. 1368 wie 1335. 1369 Hanneman v. Ratperg 3 ). 1370 wie 1366«), 137 t wie 1364. 1372 wie 1366. 1373 wie 1369. 1374 Hartman Rot 5 ). 1375 Johann Püliant v. Eptingen. 1376 Wernher v. Berenvels 6 ). 1377 wie 1375. 1378 wie 1376. 1379 wie 1375. 1380 Lütold v. Berenvels'). 1381 wie 1369. 1382 wie 1376. 1383 wie 1375. 1384 wie 1366. 1385 wie 1375. 1386 Heinricus Riche m. 8 ). 1387 Cünradus ad Solem»). 1) Ein Neffe des Bgrmrs. v. 1335; s. Merz III Taf. 12. 2) Henmann v. R. IL, ein Enkel des Brgmrs. v. 1314; s. ebcnd. Taf. 9. 3) Im Juli 1384 verlor er als Anhänger des Gegenbischofs Wernher Schaler für 10 Jahre sein Bürgerrecht; s. Lb. I 107. Die Rotberg, als frühere Psitticher, gehörten zur Obern Stube; s. B. Cliron. V 79, A. 1, auch M. v. Neuenb. S. 8. 4) Als H. v. Ramstein 1374 bei der Wahl übergangen und durch den Achtbürger H. Rot ersetzt wurde, da verweigerte er den Bürgereid und wurde deshalb für 5 Jahre verbannt; s. Lb. I 68. 5) Er war damals noch nicht Ritter, sondern Achtbürger; s. B. Chron. V 5 19 ff. Uebcr den Streit, aus welchem seine Wahl hervorgieng, s. Wackernagels Gesch. Basels I 286 ff. Ueber seine nachmalige Verbannung und 1377 erfolgte Aechtung durch König Wenzel s. Üb. IV No. 425. Als Ritter erscheint er erst 1389, nach seiner Rückkehr; s. Merz I Taf. 11. 6) Ein Sohn Konrads, des Bgrmrs. v. 1334; s. Merz I Taf. 16. Er wurde im Juli 1384 als Anhänger des Gegenbischofs W. Schaler verbannt und fiel 1386 bei Sempach; s. Lb. I 107. 7) Ganz dasselbe wie von Wernher gilt auch von seinem Bruder Lütold; s. ebend. 8) Ein Sohn Peters IV., des Bgrmrs. v. 1336; s. Merz III Taf. 10. 9) K. zer Sonnen, der Oberstzftmr. von 1372, sass als Achtbürger i» Rat seit 1362; s . B. Chron. V 549 ff. Seine Wahl zum Bgrmr. war eine Folge des durch die Schlacht bei Sempach bewirkten Umschwungs. Ueber diesen s. Wackernagels Gesch. Basels I 312 ff. Lb. I 19. Lb. I 23. Lb. I 27. Lb. I 30. Lb. I 36. Lb. I 40. Lb. I 45. Lb. I 49. Lb. I 55. Lb. I 61. Lb. I 67. Lb. I 72. Lb. I 75. Lb. I 79. Lb. I 83. Lb. I 87. Lb. I 92. Lb. I 96. Lb. I 115 Lb. I 115 Lb. I 107, Lb. I 110, Lb. I 115, Lb. I 118, II. Verzeichnis der Bürgermeister, Oberatzunftmeister usw. 481 1388 Jacobus ZibolU). Lb. I 122. 1389 wie 1375. Lb. I 150. 1390 wie 1386. Lb. II 2. 1391 wie 1375. Lb. II 5. 1392 wie 1386. Lb. II 8. 1393 wie 1375. Lb. II 11. 1394 Arnoldus de Berenfeils m. 2 ). Lb. II 13. 1395 wie 1375. Lb. II 17. 1396 wie 1394. Lb. II 20. 1397 wie 1375. Lb. II 24. 1398 wie 1394. Lb. II 29. 1399 Güntherus Marschälle m. Lb, II 32. 1400 wie 1394. Lb. II 34. 1401 wie 1399. Lb. II 37. 1402 wie 1394. Lb. II 39. 1403 Hans Ludman v. Ratperg r. 3 ). Lb. II 43. 1404 wie 1394. Lb. II 45. b) Oberstzunftmeister. 1305—1404. 1305 Cünradus de Sole«). Üb. IV No. 10. 1331 Küno ad Solem^). Üb. IV No. 98. 1359 Konradus d. de Efringenf). Üb. IV No. 248. 1365 Hanemannus d. Rote'). Üb. IV No. 301. 1) Seit 1368 Ratsherr der Kaufleutenzunft, wurde er 1375 Obzftmr. und erst 1382 Achtbürger; s. B. Chron. V 551 ff. 2) Wernhers und Lütolds Bruder; s. Men I Taf. 7. Gleich jenen war er im Juli 1384 für 10 Jahre vom Bürgerrecht ausgeschlossen worden; s. Lb. I 107. 3) Sohn Hannemanns, des Bgrmrs. v. 1369; s. Merz II Taf. 8. Ueber ihn s. B. Chron. V 75 ff. 4) Konrad zer Sunnen gen. Schütter erscheint später, im Mai und Nov. 1332, als rector oder prefectus consulum; s. Üb. IV No. 98 u. 106. 5) Konrads Bruder; s. Merz II Taf. 11. 0) Vermutlich vorher Zunftmeister der Kaufleute, da er 1367 Ratsherr dieser Zunft wurde; s. B. Chron. V 551 ff. 7) Vater Hartmanns, des Bgrmrs. v. 1374; s. Merz I Taf. 11. — Von 1365 an sind die Obzftmr. der ungeraden Jahre stets aus Achtbürger- geschlechtem der Niedern Stube zum Seufzen, die der geraden Jahre hingegen aus solchen der Obern Stube zum Brunnen. Das Geschlechter- Verzeichnis beider Stuben, aus dem Roten Buch Bl. 1, s. in B. Beitr. XII 489 > und weiter s. über die Stuben B. Chron. V 79, A. 1. Basier Chronikon. VII. 31 Lb. I 61. Lb. I 07. Lb. I 72. Lb. I 75. Lb. I 90. Lb. I 115. Lb. I 115 Lb. I 112, 482 Allgemeine Beilagen. 1366 Hartmannus Frowelarii d. de Erenfelsi). Üb. IV No. 313. 1367 Wemher Erimanü). jj,. I S. 32. 1368 Jacob Fr8weler3). Tr. IV No. 712. 1369 (wie 1307)? — 1370 ? — 1371 (wie 1367)? 1372 Cünrat zer Sunnen d. e.*). 1373 wie 13675). 1374 wie 1366. 1375 Jacob Cybolle"). 1380 Peter v. Louffen'). 1381 ? 1382 wie 1380. 1383 wie 1367. 1384 (wie 1380?) 1385 wie 1367 8). 1) Seit 1359 Ratsherr der Hausgenossenzunft, dann Achtbürger seit 1361, verlor er im Juli 1384 als Anhänger des Gegenbischofs Wernher Schaler für 10 Jahre sein Bürgerrecht; s. B. Chron. V 548 ff. und Lb. I 107. 2) S. ebend. S. 549 z. J. 1360: W. der Müntzmeister, dem man spricht Eriman. 3) Hartmanns Vetter; s. Merz II Taf. 12. 4) Dieser K. z. S., der spätere Bgrmr. v. 1387, heisst hier >der elter« zum Unterschied von Konrad dem jungem, einem Enkel des gleichnamigen Obzftmrs. v. 1305; s. ebend. Taf. 11. 5) W. Eriman wurde wegen seines zweideutigen Benehmens gegenüber der gegen den Adel gerichteten Bewegung von 1374 im Sept. d. J. W* 10 Jahre verbannt; s. Lb. I 109v, auch Heusler S. 273 ff. 6) Der Bgrmr. v. 1388. — Zum Febr. 1376 erwähnt die Eöteler Chronik (B. Chron. V 121) als Obzftmr. den als solchen sonst erst zum Amtsjahr 1380/1381 bezeugten Peter von Laufen. Doch mag diese Bezeichnung wohl einfach daher rühren, dass er später dieses Amt in der Tat mehrmals bekleidete, und zwar gerade zu der Zeit, wo dasselbe durch die 1382 erfolgte Aufnahme der Zunftmeister in den Rat eine erhöhte Bedeutung erlangte- 7) Dieser Achtbürger erscheint im Rat erst seit 1382; s. B. Chron- V 556. 8) Da auf die Bewegung von 1374 gegen den Adel schon durch d en mit Oestreich im Juni 1375 geschlossenen Frieden ein Umschwung zugunsten des Adels erfolgt war, so scheint die 1374 über W. Erimann verhängte zehnjährige Verbannung noch vor Ablauf dieser Frist- wieder aufgehoben worden zu sein, so dass er schon 1383 — wenn nicht noch früher — wieder Obzftmr. wurde. Nachdem aber gegen den Adel im Sept. 1385 das An»" meistertum war errichtet worden, wurde er im Nov. d. J. wegen Bestechlichkeit seines Amtes neuerdings entsetzt und als niemchr wählbar erklärt- Doch wurde im Juni 1391 dieses Urteil wieder aufgehoben; s. Lb. I l^i und vgl. oben Anm. 2 u. 5. II. Verzeichnis der Bürgermeister, Oberstzunftmeister usw. 483 1386 Heinrich Kosegg*). 1387 ? 1388 Burgkart zem Honpte 2 ). 1389 Dietrich (Süllin)»). 1390 ? 1391 wie 1375. 1392 ? 1393 wie 1375. 1394 wie 1372. 1395 wie 1375. 1396 wie 1372. 1397 wie 1375. 1398 Henman v. Erenfels 4 ). 1399 (wie 1375?) 1400 wie 1398. 1401 wie 1375. 1402 Cuntzlin v. LouffenS). 1403 Peter zem Angen. 1404 wie 1402. Üb. V No. 105. Üb. V No. 115. Stadth. II 46. Stadth. II 53. Stadth. II 61. Stadth. II 61. Üb. V No. 224. Stadth. II 68. Stadth. II 69. Stadth. II 73. Stadth. II 78. Üb. V No. 292. Stadth. II 85. B. Chron. V 838). Stadth. II 93. 1385 Heinrich Rosegg 7 ). 1386 Claus Schillings). c) Ammeister. Stadth. II 35. Stadth. II 39. 1) Der Ammeister von 1385, bisher Ratsherr der Weinleute; s. B. Chron. V 554 ff. 2) Auch dieser war zünftig, da sein Sohn Konrad, seit 1411 Zunftmr. der Krämer, erst 1428 Achtbürger wurde; s. Schönb. S. 776 ff. 3) Obschon unsre Quelle nur »juncher Dietrich« hat, so kann doch nur D. Sürlin gemeint sein, da kein andrer Achtbürger jener Zeit diesen Taufnamen trug. Dieser D. Müntzmeister gen. Sürlin sass im Rat seit 1373; s. B. Chron. V 553 ff. Ueber seine nahe Verwandtschaft mit W. Erimann a. Merz I Taf. 8. 4) Sohn Hartmanns, des Obzftmrs. v. 1366; s. ebend. II Taf. 12. Gleich seinem Vater hatte er im Juli 1384 für 10 Jahre sein Bürgerrecht verloren; *• Lb. I 107 u. oben S. 482, A. 1. Weiteres über ihn s. B. Chron. V 75 ff. 5) Sohn Peters, des Obzftmrs. v. 1380; s. Merz III Taf. 17 6) Ebend. s. näheres über diese "Wahl. 7) S. S. 483, A. 4. 8) Noch im Juli. d. J. urkundete als Ammeister Heinrich Rosegg; s. B' Urkb. V No. 71 u. 73. Doch bezog Claus Schilling den vollen Jahrgehalt von 100 Gl. Die Bezeichnung als >alter< Ammeister in der Jahr- rechnung erklärt sich daraus, dass letztere erst nach Ablauf des Amtsjahrs geschrieben wurde, als bereits der neue Ammeister erwählt war. — Schilling war vorher Ratsherr der Hausgenossen und erscheint erst später, 1403, als Achtbürger; s. B. Chron. V 554ff. 31* 484 Allgemeine Beilagen. 1387 Johans zem Tagsternen»). Üb. V No. 101. 1388 Walther von Wissenhornü). Üb. V No. 107. 1389 wie 1385. Stadth. II 47. d) Die spätem Bürgermeister und Oberstzunftmeister des XVI. Jahrhunderts. Obzftmr. Bgrmr. Adelberg Meiger (z. Pfeil) 3 ): — 1521—1547. Jacob Meiger (z. Hirzen) 4 ): f 1529—1531,1 tu. 1538—1552.1 1530—1540. Marx Heydelin 5 ): --- Balthasar Hiltprand 6 ): 1530—1536. — Henmann Offenburg'): — 1542. Theodor Brand 8 ): 1533—1543. 1544—1558. Blasius Schölle 9): 1545—1555. — Bernhart Meiger (z. Pfeil) 10 ): — 1549—1557. Andreas Keller 11 ): 1554. — 1) 1383 Zunftmr. der Kaufleute; s. B. Chron. V S. 558. 2) 1405 Zunftmr. der Schmiede; s. Schönb. S. 774. 3) Ueber ihn s. B. Chron. VI 393 u. 547 ff. 4) S. ebend. IV 103 und VI 550. 5) Seit 1517 war er Zunftmr. der Weber; s. ebend. VI 545 ff. Doch die Ursache, weshalb er 1532—1537 überhaupt nicht als Ratsglied erscheint, kenne ich nicht. 6) Er starb im Febr. 1538; s. B. Chron. V 314. In den Ratsbesatzungen erscheint er als Achtbürger. 7) Dieser Urenkel des gleichnamigen Obzftmrs. v. 1413 und Neffe Peters, des Bgrmrs. v. 1501 erscheint im Rat als Achtbürger nur 1499—1501, dann aber mehrmals als Landvogt auf Farnsburg, nämlich 1504, 1516 und 1524—1541; s. B. Chron. VI 232 u. 539. Laut der Offenburger Familienchronik starb er zu Liestal am Samstag vor Ostern 1559, laut seiner dortigen Grabschrift hingegen zwar auf denselben Tag, jedoch schon 1558; vgl. B- Chron. V 314 und Tonjola S. 327. 8) Seit 1520 Ratsherr der Schererzunft; s. B. Chron. V 546 ff. Ueber ihn s. F. Holzach in B. Biografien II 83 ff. 9) Seit 1541 war er Zunftmr. der Kaufleute. Als Obzftmr. ist er in der Ratsbesatzung von 1555 wieder durchgestrichen mit der Bemerkung : hatt sich selbst entsetzt. Sein Todesjahr ist unbekannt, da seine Grabschrift sich bei Tonjola nicht findet. 10) Adelbergs Bruder, seit 1530 Ratsh. der Kaufleute; s. B. Chron. VI 393. Wie dort, so setzt auch die Ratsbesatzung von 1557 seinen Tod auf den 13. März 1558. Demnach fehlt in seiner Grabschrift bei Tonjola S. 278 vor »idibus« ein III. 11) Ratsh. der Kaufleute seit 1545. Laut Ratsbesatzung starb er am 20. Dec. 1555, während seine Grabschrift bei Tonjola S. 112 kein Todesjahr angibt. Ueber ihn s. Wurstisens Münsterbeschr. in B. Beitr. XII 503. II. Verzeichnis der Bürgermeister, Oberstzunftmeister usw. 485 Obzftmr. Bgrmr. Frantz Oberriet'): 1556—1558 1560—1562. Caspar Krug 2 ): 1557. 1559—1577. Jacob Rudi 3 ): 1559—1573. — Sebastean Doppenstein 4 ): 1500—1562. 1564—1568. Bonaventura von Brunn 5 ): 1564—1568. 1570—1590. Bernhart Brand"): ( 1570—1576,1 tu. 1591—1593. J Ullrich Schulthess 7 ): 1575—1577. 1579—1599. Lux Gebhart 8 ): 1578—1590. 1592. Frantz Rechburger 9 ): 1579—1581). — Hans Rudolf Huber «•): 1592. 1594—1600. Remigius Fäsch 11 ): 1594—1600. 1602—1610. Jacob Oberriet 12 ): 1595—1599. 1601—1607. 1) Zunftmr. der Kaufleute seit 1549. 2) Ratsh. der Schmiede seit 1547. 3) Ratsh. der Hausgenossen seit 1544. 4) Ratsh. derselben Zunft seit 1552. 5) Ein Sohn des Gerbers Urban v. B., war er seit 1555 erst Meister, dann Ratsh. seiner Zunft; s. oben S. 351, A. 5. 6) Dieser Sohn Theodors, des Bgrmrs. v. 1533 war seit 1560 Ratsh. der Weinleute, dann 1577—1590 Landvogt auf Farnsburg. Ueber ihn s. J. R. Burckhardt im B. Taschenbuch 1858, S. 74 ff. 7) Seit 1558 erst Zunftmr., dann Ratsherr der Kaufleute. 8) Seit 1554 Zunftmr. der Krämer. 9) Seit 1566 Ratsh. der Hausgenossen. 10) Seit 1578 Ratsh. der Kaufleute. 11) Seit 1573 Ratsh. der Hausgenossen. 12) Seit 1568 erst Zunftmr., dann Ratsh. der Kaufleute. Berichtigungen und Nachträge. Zu Band I. S. 155, A. 2. »Zur ax« verurteilt, bedeutet nicht zur Achse, d. h. zum Rade, sondern zur Vierteilung mit der Axt; vgl. B. Chron. IV 346 und V 436 über eine Hinrichtung von 1466. Die Entstellung von axt in ax erklärt sich aus der altern Basler Mundart. S. 223, 37. Statt legioner 1.: Legioner (Lyoner). Zu Band II. S. 142, 3. Knebel nennt hier fälschlich Bischof Johann von Flecken- Stein statt Humbert von Neuenburg; s. B. Chron. V 353. Zu Band III. S. 282, 1. Adolf Kusch, Sohn des Stadtschreibers Nikiaus R., erscheint 1488 als Chorherr von St. Peter; s. Wurstisens Analekten S. 241. Zu Band IV. S. 22, A. 2. Arnold von Bärenfels, der Bürgermr. von 1396, war nicht Sohn, sondern Bruder des bei Sempach gefallenen Lütold; s. Merz I Taf. 7. S. 39, A. 6. Statt »Gerung 336« 1.: Beinheim in B. Chron. V 356. S. 40, A. 2. Ueber Johann von Merlo s. auch im Anzeiger f. Schweizer. Altertumskunde N. F. XII 132 die von R. David übersetzte Stelle aus der Cronica del rey don Juan IL, z. J. 1433, ferner Karl Stehlin in B. Zeitschr. XIV 169, A. 5. S. 58, 14, u. A. 5. Statt sancte Sabine« 1. nur: Sabine; s. oben S. 53, A. 7. S. 71, 1. Ueber Kaiser Friedrichs III. Besuch in Basel vgl. auch den Bericht bei Schellhass im Archiv f. Frankfurts Gesch. u. Kunst, III. Folge Bd. III S. 183 ff., wonach er schon am 2. Sept. ankam und bis zum 14. hier blieb. S. 85, A. 2. Die Fortsetzung zu Blauensteins Chronik der Bischöfe Wurde nicht 1554 geschrieben, sondern wohl bald nach 1529; s. oben S. 105. S. 133, 14. Noch vor Burchardus amtete als Stadtschreiber vermutlich jener »magister Radulfus rector ecclesie de Wendswir«, welcher 1248 als üotarius Basiliensis« erscheint und auf Bitte des Rats von Innocenz IV. filr eine bessere Pfründe empfohlen wurde; s. B. Urkb. I No. 213. 488 Berichtigungen und Nachträge. S. 133, 15. Wie sich schon aus dem Vergleich der Schriftzüge ergibt, ist jener Burchardus, welcher laut der im B. Urkb. I No. 240 gedr. Urkunde von 1250 Stadtschreiber und zugleich Leutpriester von Prattelu war, ein andrer als der gleichnamige Stadtschreiber von 1262 und 1279. Dieser zweite Burchardus, der schon 1255 als Chorherr von St. Peter und als Schreiber des dortigen Propstes erscheint, bezeichnet sich zwar in einer von ihm in eigner Sache gefertigten Urkunde vom December 1262 nur als >no- tarius canonicus ecclesie sancti Petri«. In einer andern hingegen, die er in derselben Woche über einen von der Stadt geschlossenen Vertrag fertigte, nennt er sich »eiusdem universitatis notarius«, also Stadtschreiber. Im Stift St. Peter erscheint er später, 1265 und 1267, als Schulherr. Aber zugleich blieb er »notarius civitatis Basiliensis«. Denn als solcher ist er noch bezeugt durch eine Urkunde von 1279, worin er trotz seinem geistlichen Stande zugleich auch als Vater zweier Töchter erscheint, welche im Cister- zienserkloster zu Blotzheim den Schleier nahmen. Später jedoch, z. J. 1296, wird er nur noch als verstorben erwähnt, und so mag schon damals der z. J. 1302 als Stadtschreiber bezeugte Johannes Parcifal sein Nachfolger gewesen sein. Ueber Burkhard s. B. Urkb. I No. 29J, 343, 412, 414, 458, u. 487, ferner II No. 284 und III No. 294. S. 133, A. 8. Wernher von Birkendorf wird erst 1375 als todt erwähnt; s. Wochenrechnungsb. I 500, auch Stadthaushalt Basels I 10. S. 135, 4. Auf Konrad Kilwart folgte 1404 als Unterschreiber der als solcher z. J. 1411 bezeugte Konrad Currifex, welcher später, z. J. 1432, auch als verstorbener Stadtschreiber erwähnt wird; s. B. Urkb. VI No. 43, S. 42, und No. 297. Dieser ist daher der ungenannte Stadtschreiber, dessen im April 1417 erfolgten Tod das Wochenausgabenb. IV 296 erwähnt (s. auch Stadthaushalt Basels II 132), und folglich kann auch mit dem z. J. 1413 bezeugten und blos »Konrad« genannten Stadtschreiber nur er gemeint sein; s. B. Urkb. VI No. 75 u. 81. Der nur von 1418 bis Mai 1428 als Stadtschreiber und 1429 als tot bezeugte Steinegker kann somit als Unterschreiber erst 1411 und als Stadtschreiber 1417 auf Currifex gefolgt sein; s. B. Urkb. VI No. 112 u. 242, und Schönb. S. 531. Demnach folgte auch Joh. Recher auf Steinegker als Unterschreiber erst 1417. S. 135, 15. Joh. Zegk von Biengen, der 1412 als des Stadtschreibers Schüler erscheint, behielt diese Stelle nicht bis zu seiner Ernennung zum Unterschreiber. Denn im Febr. 1417 wird er bezeichnet als: wilent des statschribers Schüler; s. Wochenausgabenb. IV 282. — Zum Mai 1448 erscheint seine Wittwe samt Tochter, welche beide Elsa hiessen; s. Fer- tigungsb. V 75. S. 138, 23. Ueber Nikiaus Rüsch s. ebend. V 99*, VIII 101 und XI 120*. S. 140, 7. Vgl. B. Urkb. IX No. 215, z. J. 1497: N. Haller alias Leon- hardi de Massmünster, notarius curie Basiliensis collateralis juratus. Noch 1512 war er geistlichen Standes; s. ebend. No. 328 u. 394. S. 140, 19. K. Schaller starb 1541; s. Fertigungsb. XXVIII. S. 141, 6. Ueber H. Ryhiner, der am 18. April 1553 starb, s. August Burckhardt in B. Zeitschr. II 34 ff. S. 141, 15. Ueber J. F. Menzinger s. Aug. Burckhardt im Schweiz- Archiv f. Heraldik XIX 149. Auf ihn folgte als Stadtschreiber 1584 Dr. Adam Heinrich Petri, und auf diesen 1586 Christian Wurstisen, der schon im Man 1588 starb. Ihre Grabschriften s. Tonjola S. 33, 38 u. 253. Die letzten Berichtigungen und Nachträge. 489 Stadtschreiber und Ratsschreiber dieses Jahrhunderts s. bei Ochs, Gesch. d. Stadt Basel VI 357. S. 141, 16. Als des Stadtschreibers Schüler erscheint 1390—1396 »der kleine Cunrad«, nämlich Konrad Iselin; s. Stadthaushalt Basels II 59 ff., und oben S. 6. Auf ihn folgte um 1399 Magnus Pfunser, der später Gerichtschreiber -wurde, und erst auf diesen der z. J. 1407 bezeugte Westermann; s. B. Urkb. VII No. 85, S. 139, und den Nachtrag in B. Chron. V 560. S. 141, 25. Für ein von Joh. Harnesch begonnenes Urkundenregister empfing 1485 seine Wittwe vom Rat 2 Ib.; s. Stadthaushalt Basels II 463. S. 142, 4. Laut Leu, Helvet. Lexikon, soll 1509 auch Werner Beyel, der spätere Stadtschreiber von Zürich, als Substitut angestellt worden sein, also als zweiter neben Baumann. Jedoch besoldete der Rat in jener Zeit neben dem Stadtschreiber und Ratschreiber niemals zwei, sondern stets je nur einen Substituten; s. Stadthaushalt Basels III, zu jedem Jahr. Sehr begründet erscheint hingegen die Vermutung August Burckhardts, dass mindestens von 1518 bis 1524 der nachherige Stadtschreiber Heinrich Ry- hyner Substitut gewesen sei; s. B. Zeitschr. II 40. S. 160, 24. Der Vater Hans Sperrers gen. Brüglinger war vermutlich jener von Worms zugewanderte Brodbeck, welchen das Rote Buch S. 353 Konrad Sporer, das Urteilbuch z. J. 1418 hingegen richtiger Sperrer nennt. Laut ersterer Quelle erwarb dieser sein Bürgerrecht auf den Feldzügen von 1415, und laut Urteilbuch lebte schon 1418 nur seine Wittwe mit ihren noch minderjährigen Kindern. Sie hatte eine Schuldforderung an Kunz- mann Zimbermann, den Müller von Brüglingen, und um diese geltend zu machen, erhielt sie zum Vogt ihrer Kinder, in Ermangelung eines Verwandten, den Scherer Niklaua Zschänni. Diese Schuldforderung aber lässt vermuten, dass früher Konrad Sperrer die Brüglinger Mühle besessen und dem Müller verkauft oder verliehen habe, und daraus würde sich der Beiname Brüglinger erklären, den seine Nachkommen trugen. S. 167, 12. Ein von Hans Brüglinger in die St. Ulrichskirche gestiftetes Tabernakel mit seinem Wappen und der Jahrzahl 1447 befindet sich seit Abbruch dieser Kirche im Histor. Museum; s. E. A. Stückelberg im Jahresbericht 1910 des B. Kunstvereins S. 41. S. 197, A. 8. Die Rennerin wurde 1491 zerbrochen, um neue Feldschlangen daraus zu giessen; s. Stadthaushalt III 11. S. 241, 14. Die Aufzeichnungen Appenwilers schrieb schon K. Schnitt in seiner Weltchronik aus; s. B. Chron. VI 170. S. 256, A. 11. Diese dunkle Stelle will vielleicht besagen, dass die Eidgenossen mit ihren Hellebarden so viel Feinde erschlugen, dass es einer Karrenladung von Pfeilen bedurft hätte, um ebenso viele zu erschiessen. S. 291, 23. Ueber den Kardinalstitel für Felix V. s. oben den Nachtr. *u S. 58. S. 302, A. 3. Der Domsänger und nachmalige Dekan Joh. ze Rin wohnte 1Ir » jetzigen Antistitium; s. Hist. Grundb., Münsterhof No. 2. S. 309, 16. Ueber Hans Schcckenbürlins Stiftung s. Jahrztb. d. Dornst. z - 8. Juni. S. 312, A. 10. Einen ähnlichen Brief, an Kaiser Friedrich III., s. in Hüplia Hs. A. 113 d. Zürcher Stadtbibliothek, S. 170. S. 369, A. 1. Was Wurstisen S. 132 z. J. 1273 scheinbar Neues bringt, "üdet sich alles schon bei Briefer; s. oben S. 399. 490 Berichtigungen und Nachträge. S. 370, 15. Ueber die 1356 vom Erdbeben zerstörten Burgen s. Merz, Burgen des Sisgaus. S. 370, 17. Statt »Berenvels, Obren Echs« hat Heimes Klingenberger Chronik S. 99 richtiger: dry Esche. Ueber diese beim jetzigen Hof Ober Aesch östl. oberhalb Angenstein gelegenen drei Burgen, von welchen die älteste dem Geschlecht Bärenfels gehörte und deshalb später nach ihm benannt wurde, s. Merz I 65 ff. Lütold von Fricks erste Frau, Katharina von Barro, ist bezeugt z. J. 1351. Jacatte von Neuenstein hingegen, seine zweite Frau, lebte damals noch mit ihrem ersten Mann Joh. Münzmeister gen. Kybi, welcher erst 1359 starb; s. bei Merz I die Stammtafeln 6 u. 8. S. 371, 11. »Klus* wird jetzt fälschlich die beim obern Klushof gelegene Ruine von Schalberg genannt. Jedoch ist hier wohl eher die gegenüber dieser Burg auf der andern Seite des Engpasses beim untern Klushof gelegene Ruine gemeint, welche jetzt Tschäpperli genannt wird, deren Vergangenheit aber in völliges Dunkel gehüllt ist; s. Merz II 188 und III 284. S. 371, 11, A. 7. Alt- und Neu-Landskron lagen auf demselben Höhenzuge. Doch nur letztere Burg steht noch als Ruine; s. ebend. III 7. S. 372, 5. Es war Wernher, ein Bruder des Bürgermeisters Konrad von Bärenfels; s. ebend. I Taf. 9. S. 396, A. 6. Andreas Wiler war des Ammeisters Hans W. Sohn; s. Jahrztb. d. Domstifts z. 19. März. S. 398, 21. Hans Wiler der Vater war vermählt mit Elsbeth Oberriet und hatte ausser dem Sohn Hans noch zwei Töchter, Helena und Margreth. Er starb in England, vermutlich noch vor 1503, wo sein Sohn nach Basel kam; s. des letztern Testament vom 2. Dec. 1512, im Fertigungsb. XIX. S. 408, A. 8. Wie Dr. August Burckhardt wohl mit Recht vermutet, war Jakob Meyer der Krämer der Vater des gleichnamigen Bürgermeisters zum Hasen. Ueber ihn s. auch B. Beiträge XV 445. S. 443, A. 2. Das richtige Datum zu Kaiser Sigismunds Abreise von Basel ist der 11. Mai 1434; s. Concilium Bas. V 90. Zu Band V. S. 184, A. 1. St. Ursanne war schon 1388 durch Bischof Imer dem Grafen Diebold VI. von Neuenburg verpfändet worden; s. Tr. IV No. 243. S. 184, A. 2. Hartmann Münch wurde zum Bischof schon 1417 gewählt, jedoch erst 1418 durch Martin V. bestätigt; s. oben S. 124, A. 6. S. 194, A. 5. Ueber den Zug von 1489 nach Heitersheim s. auch O. Hassler in B. Zeitschr. VI 465 ff. S. 305, A. 1. Henmann Offenburgs Vater hiess Albrecht und war Apotheker; s. Aug. Burckhardt bei Merz III Taf. 7. S. 316, A. 3. Ueber die Zürcher Chronik der Schwaben- und Mailänderkriege vgl. E. Dürr und E. Gagliardi im Anzeiger f. Schweizergesch. 1909, S. 408 ff. und 427 ff. S. 334, 28. Vgl. Jahrztb. d. Domstifts z. 19. Dec, wonach Beinheim Freitags d. 18. April starb. S. 335, 21. Beinheims Schenkung an die neu errichtete Bibliothek umfasste über 60 Bände; s. ebend. S. 351, A. 1. Noch im Juli 1385 wurde zwischen Imer von Ramstein und Wernher Schaler nur ein Waffenstillstand geschlossen; s. oben S. 416 A. 13. S. 352, A. 5. Humbert von Neuenburg regierte nur bis 1417; s. oben S. 121, A. 4. B B Berichtigungen und Nachträge. 491 S. 352, A. 7. Statt 1385 1.: 1388; s. oben d. Nachtr. zu S. 184, A. 2. S. 352, A. 9. Die Pfandsumme von 7500 Gl. ist ausser bei Beinheim nur in der alten Ausgabe von Blauensteins Chronik entstellt in 8000 Gl.; s. oben S. 123, A. 8. S. 352, A. 10. Ueber die Verpfändung Kallenbergs s. oben S. 419, A. 1. S. 354 am Band. Statt 1419 1.: 1417; s. oben d. Nachtr. zu S. 184, A. 2. S. 354, A. 9. Der von Bischof Hartmann und nachher vom Erzpriester Hans Adolf von Hatstadt bewohnte Hof ist nicht der St. Katharinenhof (jetzt Münsterplatz No. 18), wie Wurstisen S. 239 angibt, sondern der Schürhof (jetzt No. 19); s. oben S. 420, A. 5. S. 442, 27. Kaspar Berlinger war 1475 Schreiber am bischöflichen Hofgericht, und 1481 kaufte Josef Berlinger, »der schriber und rechenmeister«, mit seiner Frau Eisin ein Haus am St. Andreasplatz; s. Gerichtsarchiv Bd. A A 18, Bl. 40, und Hist. Grundb., St. Andreaspl. No. 14. Doch ist ungewiss, ob und wie diese beiden mit unserm um 1545 schreibenden Magister verwandt waren. Zu Band VI. S. 94, 7. Die seitherigen Forschungen Hans Köglers haben es für zahlreiche mit C. S. gezeichnete Buchillustrationen sehr wahrscheinlich gemacht, dass sie von Conrad Schnitt herrühren und dass dieser mithin als Künstler keineswegs so unbedeutend war, wie früher angenommen wurde; s. Monatshefte für Kunstwissenschaft IV 403 ff. S. 94, A. ß. Die Urschrift von Schnitts Genealogie der Habsburger s. in Briefers Analekten, Hs. H III 1 der Oeffentl. Bibliothek (früher E III 1) S. 288, wo sie von Briefers Hand die Ueberschrift trägt: per Conradum pictorem et me collecta. Ueber diese Hs. s. auch S. Vögelin im Jahrb. f. Schweizergesch. XIV 128 ff. S. 95, 14. Auch abgesehen von der Wappentafel der Bischöfe, so verdanken wir Schnitts Wappenbuch immerhin noch einige Ergänzungen zu dessen in der Hs. V. B. P. 11 vorhandenen Auszügen aus seither verlornen Quellen; s. oben S. 344. S. 95, 19. Unter der von Stumpf in seinem Quellenvcrzeichnis angeführten >Baszler Chronicken Conrad Schnitten« ist nicht die Chronik der Basler Reformation zu verstehen, aus welcher sich in Stumpfs Text keine Spur findet, sondern vielmehr eine Compilation aus altern Basler Quellen, die uns jetzt nur noch in Schnitts Weltchronik erhalten ist. Hierüber s. B. Zeitschr. XI 247 ff. S. 118, 19. Ueber Hans Schaffner s. oben S. 433, A. 12. S. 154, 5. Ueber diesen Streit zwischen Basel und Solothum s. R. Luginbühl in B. Zeitschr. V 66 ff. S. 170, 19. Diese Chronik des Schwabenkriegs findet sich weit vollständiger in der Hs. A 54 der Zürcher Stadtbibliothek; s. E. Gagliardi im Jahrb. f. Schweizergesch. XXXIII 288 ff. S. 170, 29. Statt 1550 1.: 1555. S. 245, 12. Das Jahr 260 mag verschrieben sein aus 910, wie z. B. Brilinger statt des richtigen 917 hat, also CCLX aus CMX; s. oben S. 138. S. 246, A. 4. Das irrige Jahr findet sich erstmals in Cartular H von St. Leonhard auf Bl. 1 in folgender um 1400 geschriebener Randbemerkung zum Gründungsbericht dieses Stifts: Anno domini 1002 facta sunt funda- ■»enta ecclesie huius, et anno 1033 perfecta est. 492 Berichtigungen und Nachträge. S. 246, A. 5. Diese Anmerkung ist als durchaus irrig zu streichen. S. 250, A. 6. Ueber B. W. von Ramstein, der als Bürgermr. letztmals z. 14. März 1332 erwähnt wird, s. oben S. 478, A. 10. S. 277, 11. Statt Horburg 1.: Hornberg; s. oben S. 115. S. 278, 18. Für den Verfasser der Spätem Basler Annalen lassen sich aus dem Inhalt keine Beziehungen zu Laufenburg nachweisen, sondern nur, dass er der Schneiderzunft angehörte; s. den folgenden Nachtrag. S. 281, A. 4. Zum Römer hiess im XV. Jahrhundert das Zunfthaus der Schneider; s. Hist. Grundb., Gerbergasse No. 36. S. 282, 4. Vor Laufenburg lagen die Basler im August d. J.; s. B. Chron. V 321. Doch bleibt es sehr fraglich, ob hier diese Belagerung gemeint sei, und ebenso, ob »der meister ürten« sich hier auf eine Mahlzeit beziehe. S. 284, A. 3. Schon vor 1445 begieng Heinzmann zem Winde einen Todschlag; s. Leistungsb. II 127, zum 24. Jan. 1445. Es mag daher 1462 entstellt sein aus 1442 oder 1444 (LXII aus XLII). Doch ist das Urfehdenbuch dieses Zeitraums, das hierüber Aufschluss geben könnte, leider verloren. S. 288, A. 5. Statt 1376 und 1386 1.: 1276 und 1286. S. 300, 5. Vermutlich ist 1449 entstellt aus 1458; s. H. Türler im Anzeiger f. Schweizergesch. 1898, S. 48, über die Durchzüge vom Mai und Juni 1458 durch Biel. S. 303, A. 2. Andreas Zamometic war nicht Bischof von Laibach, sondern Erzbischof von Granea, südlich von Saloniki; s. oben S. 209, A. 8. S. 303, A. 3. Er hatte Rom schon im Juli 1481 verlassen, und es ist ungewiss, wo er den folgenden Herbst und Winter sich aufhielt; s. Jos. Schlecht in Quellen und Forschungen d. Görresgesellschaft VIII 73. S. 303, A. 4. Er hatte nur zwei Briefe Kaiser Friedrichs, von 1479 und 1480, und in diesen stund nichts von einem Concil; s. ebend. S. 77. Ihre Abschrift s. im St. Archiv, Stadt. Urk. No. 2123. S. 303, A. 5. Ohne die Zusicherung freien Geleits abzuwarten, reiste er bald ab nach Zürich, und von dort nach Bern; s. Schlecht a. a. O., S. 77 und 93. S. 314, 9. Dieser Bruder des Cosmas ist wohl jener »Magister Henrich Ertzberg«, welchen Wurstisen in seinem Quellenverzeichnis nennt. Möglicherweise ist daher unter dieser Quelle die Hs. Cosmas Ertzbergs zu verstehen, deren Inhalt ja nur teilweise von letzterm herrührt. S. 315, 9. Laut Herzog, Athenae Rauricae S. 279, war Severin Ertz- berger, der sich auch Aerimontanus nannte, ein Sohn des Cosmas. Er starb 1566; s. Tonjola S. 221. S. 315, 11. Dieser Heinrich Ertzberg d. jüngere starb allerdings erst 1576. Jedoch verlor er 1570 die Pfarrstelle bei St. Peter und wurde 1573 Pfarrer in Mülhausen; s. Herzog a. a. O., S. 281 ff. S. 326, A. 6. Wie Dr. August Burckhardt wohl mit Recht vermutet, war Michael Meyer kein Sohn, sondern ein Enkel jenes Heinrich BalderS- dorf gen. Meyer, welcher bis 1445 im Rate sass. Der Sohn dieses letztern aber, also Michaels Vater, war vermutlich Heinrich Meyer von Baldersdorf, welcher 1446 als Brodbeck erwähnt wird und 1480 starb; s. Sohönb. S- 583 und Tonjola S. 252. S. 340, A. 3. Die Grabschrift in Beromünster ist diejenige des aro 15. Sept. 1360 verstorbenen Chorherrn Johann von Bald egg, Dekans & u Berichtigungen und Nachträge. 493 Kilchberg bei Zürich, und ihre erste Zeile lautet geauer: De Kilchberg camis edentatuaque decanus. S. Urkunden v. Beromünster No. 539, im Geschichtsfreund d. Vereins d. Fünf Orte, Bd, 68, S. 349 d. Anhangs. — Demnach ist Anm. 4 zu streichen. S. 376. 5. Ueber die geschlitzten Kleider s. das Verbot vom 18. Juni 1541 im Schwarzbuch Bl. 69. S. 383, A. 1. Die in Aussicht gestellte Monografie des Geschlechts der Meyer zum Pfeil ist seither noch nicht erschienen. S. 418, A. 10. Das Wappen der Riespach wird in B. Meyers Wappen- huch d. Stadt Basel fälschlich als dasjenige der Kluber bezeichnet, und dieser Irrtum rührt daher, dass die 1552 gemalten und noch jetzt als No. 56 und 57 im Museum befindlichen Bildnisse Hans Biespachs und seiner Frau, welche deren Wappen und das Monogramm Hans Hug Klubers tragen, früher als das Selbstporträt dieses Malers und seiner Frau galten. S. hierüber August Burckhardt i. d. Sonntagsbeilage der Allg. Schweizerzeitung vom 14. Febr. 1897. S. 428, 13. Hans Blochmann (nicht Lochmann), der Stadtschreiber von Gebweiler, erscheint schon 1525 verheiratet mit der Wittwe Wolfgangs von Lichteufels und wurde erst folgenden Jahrs Gerichtschreiber von Klein Basel; s. B. Urkb. X No. 48 und Oeb. VII 214*. S. 432, 12. Von 1502 bis 1517 erscheint Ludwig Kilchmann auch unter den Pflegern des Spitals; s. B. Urkb. IX No. 286 und 449. S. 434, 28. Was hier folgt, beruht auf Verwechslung mit Ottilia Kilchmann, der Wittwe Wolfgangs von Lichtenfels; s. oben den Nachtr. zu S. 428. Hans Kilchmanns Wittwe hingegen, Anastasia Sürlin, erscheint 1525 wieder verheiratet mit Philipp Küng von Tegernau, dem östreichischen Vogt des Schwarzwaldes, und 1526 in dritter Ehe mit Ludwig Hauenstein, dem Stadtschreiber von Klein Basel; s. Merz, Burgen I Tafel 8, ferner ein Aemterbuch im Besitz von Dr. August Burckhardt. S. 435, 5. Die Pilgerherberge wurde schon 1525 aufgehoben; s. B. Urkb. X No. 48. S. 447, A. 5. Franz war nicht ein Sohn Jakobs, sondern des Kaufmanns Steffan von Brunn gen. Scherrer, welcher 1474 auf dem Zug nach Hericourt das Bürgerrecht erwarb und schon 1502, bei Franzens Mündigkeitserklärung, als todt erwähnt wird; s. Ilotes Buch S. 164 und Urteilbuch z. J. 1502. Die Bezeichnung des Vaters als Wittwer ist so zu verstehen, dass Franz ein Sohn erster Ehe war. Denn Steffan hinterliess eine Wittwe Elisabeth, die sich schon 1503 wieder verehelichte; s. Urteilb. z. J. 1503. Mit Morand v. Br. erlosch 1513 blos der zur Hohen Stube gehörende Zweig des Geschlechts, während durch Stoffans Bruder Hans, den Gerber und Vater Urbans des Ratsherrn, der zünftige Zweig fortblühte; vgl. °ben S. 354. S. 463, A. 2. H. Ryhiners Biografie, von August Burckhardt, s. in B - Zeitschr. II 34 ff. S. 463, 18. Eine andre, wohl zutreffendere Vermutung über den Beweggrund zu dieser Schenkung äussert A. Burckhardt ebend. S. 41 ff. S. 464, 13. Die Schreibung >Ressler< entspricht der Basler Mundart, während dieser Name sonst Rössler lautet; s. ebend. S.. 64. S. 530, 5. Adam Walch von Ramspach war in Basel seit 1480 Gastet zur Krone, doch ohne Bürger zu sein. Von 1484 an erscheint er in 494 Berichtigungen und Nachträge. fortwährender Geldnot und 1492 wurde er deshalb flüchtig; s. Hist. Grundb., Schifflände No. 5. Der Rat, der 1483 seine Ernennung zum Oberstzunftmeister verwarf, wählte statt seiner für dieses Jahr Oswald Holtzach zum »Statthalter des Zunftmeistertums«; s. Stadthaushalt Basels II 445. S. 553, Nachtr. zu IV 135,3. Der Schlussatz »Auch hatte Steinegker* u. s.w. ist durch den neuen Nachtr. zu dieser Stelle zu ersetzen; s. oben S. 488. S. 555, Nachtr. zu IV 398, 25. Die Urk. v. 1513 im B. Urkb. IX No. 407 besagt nicht, dass Hans Wiler d. jüngere erst damals mündig wurde, sondern nur, dass die vormundschaftliche Verwaltung seines Vermögens nun zum Abschluss gelangt war. Denn schon 1512 war er mit Elsbeth Zschecken- pürlin verheiratet und errichtete, als er schwer erkrankte, am 2. Dec. d. J. sein Testament; s. Fertigungsb. XIX. S. 555, Nachtr. zu IV 398, 36. Hans Wiler d. jüngere starb schon 1539; s. oben S. 355. Auch war Helena Wiler, die noch 1541 lebte, nicht seine Tochter, sondern seine Schwester; s. Urteilb. z. J. 1535 und 1546. Im Register S. 563 bei den Basler Bischöfen 1. statt »Eroburg*: Homburg, und statt »Horburg«: Hornberg. Ferner ist S. 573 bei Laufenburg »Römer« zu streichen; s. oben den Nachtr. zu S. 281. Zu Band VII. S. 3, 34. Ueber den Streit des Dompropsts Humbert von Billens mit Graf Otto von Tierstein s. B. Chron. VI 267, A. 1. S. 7, 14. Hiltbold Berner, ein Geistlicher, wohnte noch 1382 bei seinem Vater, gen. Italberner, im Hause zum Zellenberg, welches an der Freien Strasse zwischen der Pfluggasse und Iselins Haus zum Rosenfeld lag und mit letzterm später vereinigt wurde; s. B. Urkb. V No. 4, S. 7, und Histor. Grundb. Freie Strasse No. 40, auch Weisse Gasse No. 1. S. 8, 7. Ueber Italberner s. B. Urkb. a. a. O. S. 9, 11. Nikiaus Stultz und seine Frau kauften 1394 vom Rat um 200 Gl. ein Leibgeding von 20 Gl.; s. Stadthaushalt Basels I 37 u. II "'°- S. 11, 8. Peter Gipsmüller verdiente das Bürgerrecht 1443 vor Laufenburg, in der Zunft der Zimmerlcute; s. Rotbuch S. 200. S. 24, A. 1. Der St. Marthenaltar im Münster lag in der dritten Kapelle (vom Portal gezählt) des nördlichen Seitenschiffs; s. Wurstisens Münsterbeschreibung in B. Beiträgen XII 435. S. 78, A. 8. Mit der »turris saneti Albani« kann wohl nur der dortig e Kirchturm gemeint sein. S. 83, A. 1. Ueber den Basler Beghardenstreit s. ferner die von M»* Straganz in der Alemannia XVII 20 ff. edierten Verhörsfragmente. S. 128, A. 9. Ueber das Brevier Bischof Friedrichs ze Rin s. Konrad Escher in B. Zeitschr. XIV 279 ff. S. 141, 5. Zum St. Petcrsaltar im Chor des Münsters gehörte vermutlich die Pfründe des icapcllanus domini Hartmanni comitis de Habspurg'> s. Liber marcarum bei Trouillat V S. 50. S. 148, 9. Der einzig z. J. 1451 als Domherr erwähnte Ludwig VO Eptingen ist wohl kein andrer als der sonst erst seit 1456 bezeugfe nac ' malige Ritter d. N.; s. Merz III Taf. 5. Berichtigungen und Nachträge. 495 S. 207, A. 1. Mit dem fraglichen Marienaltar im Münster ist wohl eher derjenige unter dem Lettner gemeint; über diesen s. oben S. 117, A. 3, ferner Wurstisens Münsterbeschr. in B. Beitr. XII 447. S. 292, A. 4. Der Altar von Mariae Heimsuchung lag im Münster in der zweiten Kapelle des südlichen Seitenschiffs; s. Wurstisen a. a. O. S. 460. S. 310, 4. Hans Wiler d. jüngere starb 1539, und 1541 wurde sein Nachlass veräussert; s. oben S. 355, 18 und B. Urkb. X No. 243. S. 346, A. 1. Von den zwei Tiersteinischen Altären im Münster, war der eine St. Andreas geweiht, und der andre war vermutlich der in derselben Kapelle befindliche von St. Christoff; s. Jahrztb. d. Dornst, z. 15. Nov., in Fechters Anmerkungen z. B. Neujahrsbl. 1850, S. 27. S. 373, 14. Ueber J. J. Loss und seinen Garten in der St. Johannvorstadt s. auch H. Christ in B. Zeitschr. XIV 11. Personen- und Ortsverzeichnis. NB. In diesem Verzeichnis sind Kaiser und Päpste übergangen, soweit sie blos als Zeitbestimmung bei den Basler Biscböfon stehen. Aachen, Aquisgrani 50,10. 57,10. Aarberg 34G, 11. — Grafen: Ulrich 345 A. 7. 39G, 22 A. 9. — Gem.: Agnes v. Pfirt 345, 10. Ulrich, deren Sohn, Dompropst 345, 8. Peter u. Gem.: Maria v. Froberg 345, 5. Aarburg, Freiherren: Kuno 116 A. 1. Lütold s. Basel, Bischöfe. Aargau, Ergöw 78, 10. Aeneas Silvius Piccolomini s. Kom, Papst Pius II. Aesch, drei Burgen 490 Nachtr. IV 370, 17. Africa, Garamantes 218, 34. 220, 1. Africanus, praefectus 109, 7. St. Alban, Heinrich v., Dompropst 346, 6. Albergati, Nikiaus, s. liorn, Kardinäle. Albertus od. Albus, Heinrich, s. Basel, Weihb. Albrecht, Simon, d.E. 456, 15. Albus Mons s. Blamont. Alemannen 376, 5, 34. 377, 6. Aleppo 226, 11. Alexandrien 227, 2. Allemand, Ludwig s. Ilona, Kardinäle. Allschwil 437 A. 2. Altenmünster 276 A. 5. Altkirch 47, 8. 300,5. 301,6. 333,14. Ammann, Nikiaus, s. Basel, Weihb. Ammersweiler 281, 15. Ammianus Marcellinus 375, 23. Ampringen, Philipp Jakob v., u. Gem.: Brigitta v. Bärenfels 356, 6. Amsoldingen 380, 16. Atnstad, Hans, s. Schaffhausen, Bgmr. Basler Chroniken. VII. Anadolae montes s. Taurus. Andernach 70 A. 7. 71 A. 1. Andlau, Edle v.: Georg, Dompropst 148, 5. 426,7. — Dessen Schwester 352, 5. Heinrich, Schulherr 148, 5. Angelrot, Balthasar, d. R. 456, 7. Angen, zum, Konrad, d. R. 345, 13. — Peter, Obzftmr. 483. Angstundnot, Karrer 14, 3. Ansoltsheim, Adam v. 349, 3. Antigorio s. Eschental. Appenwiler, Erhard v. 6, 13. 21, 3. 489 Nachtr. IV 241 14. Appenzell 85, 18, 23. Aquileia, Graf: Aio 378, 23. — Patriarch s. Rom, Kardinal Marcus Barbo. Arbedo 87 A. 9. Argent, Arsent, Wilhelm 435, 1. Arguel, Ergöwe, Sergöw, Burg 121, 4. 403, 9. 415, 19. — Vogtei s. St. Immer tal. — Hans v., d. R. 404, 8, 22. Arlberg 58, 13. Arles, Erzbischof: Ludwig Allemand s. Rom, Kardinäle. Ariesheim 436 A. 7. Armagnacken, Schinder, Walchen 60 A. 7. 84, 7. Arnold, Propst v. St. Jakob in Bamberg 3, 16. Arona 223 A. 4. Arras 44 A. 3. 65 A. 8. 180 A. 9. Arx, von, Diebold 355, 11. Aschwanden, Heinrich 352 A. 1. Asow s. Tana. Aspelt 117 A. 4. — Peter v., s. Basel, Bischöfe. Assyrii montes s. Libanon. 32 498 Persoueu- und Ortsverzeichnis. Athasis z. Etsch. Atrio, de, s. Kilchhofen. Auggen, Oughein 398, 13. Augsburg 67, 8 A. 4, 9. 71 A. 1. 294 A. 7. 298 A. 5. — Bischof: Christoffv.'Stadion 305, 5. — Eisina gen. von 7, 6.' Äugst, Augusta Rauricorum 198, 16. 375, 3, 11, 18. 460, 9. Augstgau ;323,*14 A. 4. Augustinermönch 303, 8. — Chorherren 386, 22. Austrasien, Austria 110 A. 7. 111 1. Avignon, Aviona 45 A. 8. 78, 1. 122, 5. 330 A. 5. 414, 13. 416, 14. Baar 456, 23. Baden im Aargau, Oberes Baden 87, 9. 264 A. 3. 270,17. 303,18. 305, 3. 353, 15.— Burg 76, 15. 78,11. Baden-Baden 67, 21 A. 4, 7. — Markgrafen: Karl 59, 5, 13. 67, 12. 68, 4. — Gem.: Katharina v. Oestreich 67, 12. Johann s. Metz, Bischof. Albrecht 68, 5 A. 7. Baden-Durlach: Ernst, Herr zu Röteln 283, 16, 19 A. 8. 284, 16 A. 1. 301, 15. Baden, Hans Heinrich von 187, 16. — Kunigunde s. Rotberg, Arnold. Badenweiler 283 A. 6. — Herren von, s. Freiburg, Graf Konrad I. u. Heinrich. Bär, Beer, Ludwig, Propst v. St. Peter 4, 24. 28, 13. 240, 2. 305, 18. — Franz, d. R. 433, 21. — Franz, dessen Sohn 239, 28. — Bonaventura 264, 22 A. 10. — Hieronymus 274 A. 7. — od. Betz s. Ursi. Bärenfels, Berenfels, Edle v. 479 A. 1. 490 Nachtr. IV 370, 17. — Konrad, Bgrmr. 479 A. I, 6. — Wernher, dessen Bruder 490 Nachtr. IV 372, 5. — Wernher, Bgrmr. 235, 5. 333, 3. 416, 15, 21. 480, A. 6. — Lütold, Bgrmr. 480 A. 7. — Arnold, Bgrmr. 481 A. 2. 487 Nachtr. IV 22 A. 2. — Arnold, dessen Sohn, Bgrmr. 15 A. 3. 187 A. 6. — Hans, Bgrmr. 15, 6. 349, 11. — Lütold, dessen Bruder 187, 14. — Konrad, dessen Bruder 15,4. 16,7. — Adelberg 356, 3. — Tochter: Bri- gitta s. Ampringen. Bärenfels, Jakob 356, 6. Baiern 58, 11. 67,3. 111, 10. 138,8. 380,8. 411,18. — Herzoge: Weif IV 384, 9. Ludwig s. Deutschland, Kaiser. Ludwig v. Landshut 58 A. 6. 60, 21 A. 10. 61, 10. 65, 3 A. 4. 68, 7. Albrecht v. München 68, 4 A. 6. Wilhelm IV., dessen Enkel 305, 5. Baldegg, Edle v.: Marquart 15, 7. Johann, Dekan v. Kilchberg 492 Nachtr. VI 340 A. 3 u. 4. Baldersdorf s. Meyer v. B. Balm, Freiherren: Heinrich 394, 17. Rudolf 118. 1. Bamberg 234 A. 6. — Propst v. St. Jakob s. Arnold. Bamnach, d. böse 13, 1. Banados, Bistum 331 A. 3. Barb, Nikiaus 7, 15. Barbo, Marcus s. Rom, Kardinäle. Barfüsser, Minoriten 57, 1. 83, 3 A. 2. 221, 1. Basel, Stadt: Aesehentor, Eschemertor, äusseres 78, 17. 287,6. 289 A. 2. 304,22. — inneres 182, 20. 189, 3. Aeschenvorstadt 23, 26. 78, 16. 269, 14. — St. Jakobsbrunnen 78, 17. St. Alban, Kirche u. Kloster 26, 28. 183, 5. 279, 2. 343, 8. 364, 29. 382, 20. 385, 4. 416, 7. 442, 12 A. 6—9. 443 A. 1. — Turm 78, 21. 494 Nachtr. — Refectorium 441,9. 442, 2. — Leutpriester s. Frabenburger. St. Albantor, äusseres 177, 9. — inneres 182, 18. St. Albanvorstadt u. Brunnen 182, 19. — Mühlen 83, 19. Atrium s. Burg. Augustinerkloster 275, 21. 342,16. 343, 8. 345, 3. 346, 17. 347, 4, 7. 353, 7. 402, 5. — Prediger s. Geyerfalk. Bären, zum, Zunft d. Hausgenossen 390, 10 A. 6. — Zfthaus 287, 9. Ballhof s. Safran. Birsig 215, 28. 228, 12 A. 6. — Oberer B. 15 A. 10. Barfüsserkloster 26, 27. 78, 20. 83, 18. 189, 6. 210 A. 2. 275,21. 346, 15. 347, 15. 392, 20 A. ?■ 402, 2 A. 1. 432, 16. 441, 14.— Prediger s. Lüthart. Personen- und Ortsverzeichnis. 499 Barfüsserplatz 175, 1. 179, 11 A. 5, 7. 297, 2. Bischofshof i. Grossbasel 50,14A.7. 130, 19. 140, 13. 425, 4. — i. Kleinbasel 120, 21. 415, 17. 417,22. 419, 11 A. 9. Brodbeckenzunft 390, 9. Brunnen, Stube zum 16 A. 1. 395, 10 A. 3, 4. Burg, auf, Atrium, Münsterplatz 47, 22. 175, 2. 215, 5. 247, 8, 16. 248, 1. 279,6. 291 A. 6. 292, 3. 328, 9. 409, 29. 433, 4. 464, 20,26. —Brunnen 48, 1. —Schule 207, 7 A. 3. St. Clara 20, 28. 336, 20. 342, 16. 402, 9. Deutschordenshaus 182, 18. Eisengasse 290, 15. Elendenherberge, früher Hof d. Münche 26, 29. 165, 24. 408, 4. 409, 24. St. Elsbethen 13, 1. 274, 23 A. 7. 286, 23. 341, 28. Eptiugerbrunnen 189, 2. Eselturm 289, 22. 290, 1 , 5, 7. 402, 2. Gelten, zur, Zunft d. Weinleute 447, 11, 18. 448, 13. 450—452. — Zunfthaus 294, 14. Gerberzunft s. Schuhmacher. Gnadental 26, 27. 288 A. 4. 402, 8 A. 3. 413, 16. Grautücher- u. Iiebleutenzunft 390, 8. Hausgenossenzunft s. Bären. Heisser Stein s. Kornmarkt. Herberge s. Elendenh. u. Pilgerh. Heuberg 183, 19. Himmel, zum, Zunft d. Maler 447 —448. 453—459. Hohe Stube 224 A. 6. 225, 1. 389, 25. St. Jakobsbrunnen s. Aeschenvorst. St. Johannskapelle am Münsterplatz 420, 21. — Bruderschaft 105, 27. 150, 13. 233, 3. 342, 17. St. Johannsvorstadt 22, 9. 269 A. 2, 4. 495 Nachtr. 373. Judenkirchhof 413, 15. Karthaus 26—27. 34, 10. 104, 16. 106, 10, 22. 120 A. 9. 417, 23. 419, 13. Katharinenkapelle vor Aeschentor 289 A. 2. Kaufhaus 216, 12. 415, 15. Kauflcutenzunft s. Schlüssel. Klein Basel 26, 30. 55 A. 9. 82, 24. 120,21. 176, 13. 334,1. 400, 20. 407 A. 7. 415, 17. 417, 22. — Aeussere Rheinmauer 210,17. — Oberer u. unterer Eckturm 215, 17. Klingental 276, 1. 347 A. 7. 400, 17, 21. Kornmarkt 175 A. 2. 211, 20. 286, 17. — Heisser Stein 180, 5. Krämerzunft s. Safran. Kürsnerzunft 390 A. 1. St. Leonhard, Lienhard, Kirche u. Stift 130, 20. 315, 33. 324, 10. 327, 4, 8 A. 6. 330 A. 2. 343, 7. 382, 19 A. 8. 385, 13, 16. 386, 23. 392, 1. 419 Nachtr. VI 246 A. 4. ■— Propst s. Stocker. — Leutpriester s. Bersius. St. Leonhards Berg s. Wildeck. Malerzunft s. Himmel. St. Martin 124 A. 7. 277, 10. 279, 2. 3(11, 24 A. 6. 347, 20. 353,9. 382, 20. 430, 22. — Kirchturm 228, 14 A. 5. — Pfarrer s. Oeko- lampad u. Zancker. Metzgerzunft 390 A. 1. Mücke, Stube zur 395, 18. 396 A. 3. 424, 6. Münster, ecclesia major, summum Mariae templum 25, 15. 41,1. 52,12. 55,16. 84,3. 97,23. 113, 2. 119, 12, 15. 124, 12. 130, 16. 132, 12. 153, 15. 156, 1, 8. 197, 1. 225, 9. 235, 8. 279, 6. 329 A. 13. 346, 10. 348, 12. 355, 14, 17. 381, 18 A. 6. 413, 22. 419, 9. 441, 7, 17 A. 2. 455 A. 7. Chor 117,4. 142,6. 150,20. 427, 2. 432 A. 2. Crucifix vor demselben 384, 18. Georgsturm, vetuscampanile 140, 14. 144,3. 198,3. 228,14 A. 5. 232, 8. 412, 3. Martinsturm, novum campanile 232, 0. — Beide Türme 235, 9. Glocken 235, 9. — Papstglocke, campana magna 185, 18. — Glöcknerskammer 139, 14. Hauptportal 83, 5. Kanzel314,2. 324,17A.6. 387,12. Kreuzgang, ambitus 131 A. 9. 146, 13 A. 3. 233, 7. 234, 5. Krypta, hintere 100, 14. 138, 12. 139, 15, 18. 140, 2. 393, 4. — vordere 101 A. 4. 137, 16 A 7. 139 1. Lettner 139A. 3. 324 A. 6. 384 A. 9. Sakristei 24, 22,29. 95, 20. 142, 10. 32* 500 Personen- und Ortsverzeichnis. Taufstein 297, 14 A. 4. Kapellen: Marienkapelle unter d. Lettner, \inser frauen by dem chor 117, 5 A. 3. 349, 20. 406, 3. St. Gallus 325, 10. der Münche 232, 7. 234, 3. Heinrichs v. Neuenburg 140, 11. 144 A. 2. 206 A. 3. 233, 13. 346 A. 1. 352 A. 9. 400, 26. des Erzbisch, t. Mainz 128, 8. 130, 2. 131, 10. 143, 15. 424, 20. 425, 13. 494 Nachtr. VII 24. Peters v. Bebelnheira 232, 6. der Fröwler 235 A. 3. 236 A. 3. St. Nikiaus 146, 14. 147, 1, 3. 233,16, 18. 292,26. 345,6,10. — Davor: locus capituli 233, 17. Altäre: Hochaltar, Fronaltar, Unser Frauen 83, 7. 99, 41. 113, 14. 119,2, 16. 141—142. 144,21. 145, 17. 148, 3. 152, 27. 333, 4. 413, 22. 416, 15. St. Agnes 206, 20. Alles himmlischen Heeres 235 A. 3. St. Andreas 346, 1 A. 1. 495 Nachtr. hiezu. St. Christoff 346, 1 A. 1. 495 Nachtr. hiezu. Dreifaltigkeit 233, 7. 279, 7. Drei Könige 147, 1. 292, 25. St. Gallus 140, 9. Heilig Kreuz 139,8. St. Imer 120, 7. 145, 25. 414, 5. Kaiser Heinrich u. Kunigundc 234, 4. Kindlein, unschuldige 325, 11. St. Margrethen 346, 7. Marienaltar unter dem Lettner 117,5 A. 3. 207,1. 495 Nachtr. 207 A. 1. Maria Heimsuchung u. Elisabeth 292, 9. St. Martha 24, 1. 26,4. St. Peter 141, 6. 494 Nachtr. St. Steffan 140, 4. Münsterplatz s. Burg. Mushaus 413, 18. St. Peter, Kirche u. Stift 15, 18. 193,20. 241, 2. 247,20. 279,11 A. 5. 302, 18. 342, 16. 343, 7. 363,5. 373,20. 382,20. 391,24. 392, 1, 13. 492 Nachtr. VI 315, 11. — Kirchhof 182, 23. — Altar d. Hl. Kreuzes 20C, 18. — Dekan s. Briefer, Nikiaus. — Propst s. Bär, Ludwig. — Prediger s. Rebhan. St. Peters Berg 408, 4. 409, 24. — Platz 153, 18. 247, 20. 248, 2. 413, 17. Pfalz, Palatium 151, 15. 328 A. 5. 381 A. 6. Pilgerherberge i. Kleinbasel, früher Kilchmanns Haus 493 Nachtr. VI 435. Predigerkloster 82,19. 392,15. 432, 15. — Klosterhof mit Totentanz 269,6 A. 2. Psitticher, z. Sittikust, Gesellschaft 395, 16. 398, 6. 404, 9, 11. Rathaus, praetorium, Richthaus 210 A, 3. 211,20. 216, 13. 280, 15,18. 287,11. 292,13,24. 428, A. 3. Rebleutenzunft s. Grautücher. Rheinbrücke 187, 22. 210, 12, 18. 215, 16, 20. 455, 19. Rheintor 210, A. 11. — Zollhäuslein 216, 13. Safran, zum, Zunft d. Krämer: altes Zfthaus 13 A. 9. — Späteres Zfthaus, vorher Ballhof 7 A. 10. 287, 9. Schlüssel, zum, Zunft d. Kaufleute 390,14. 448,13,18. 456 A. 1.— Zfthaus 287, 9. 410, 7. Schneiderzunft 492 Nachtr. VI 278, 18. — Zfthaus z. Römer 492 Nachtr. VI 281 A. 4. Schol, carnarium (Fleischhalle) 215, 27. 225, 5. Schützenhaus d. Stachelschützen 248, 3. Schuhmacher u. Gerberzunft 390, 9. Schule s. Burg. Seufzen, Stube zum 16, A. 1. 395, 10 A. 3, 4. Spalcn, Graben an den 16 A. 8. Spalentor, äusseres 287, 7. — inneres 210,8. 257,17. 392A.7. 429 A. 1. Spital 26,29. 83,19. 165,23. 279, 4. 286,24. 306,7,20. 493 Nachtr. VI 432. — Pfarrer s. Weissen- burger. Spiwettern, zu, Zunft d. Zimmerleute 390 A. 1. 448, 13. Stadtmauer u. Graben, innerer 235, 17. 391, 24. 413, 19. Steblinsbrunnen 182, 21. Steinenkloster, St. Maria Magdalena 26, 27. 193, 16. 200, 11. 228, 19. 288, 9. 342, 16. 343, 8, 25. Personen- und Ortsverzeichnis. 501 ,'148, 7 A. 7. 352 A. 2. 385, 7. 394, 21. 399, 4. — Chor 345, 2. — Klosterhof 228, 9. Steinentor, porta Lapidea anterior 228, 10. 288, 6. Steinenvorstadt 15, 12. 228, 18. 287, 17. 394, 21. Sterner, Gesellschaft 395, 8 A. 3. 398, 4. 400, 9. 404, 7, 11. Stiftshaus am Münsterplatz, jetzt Lesegesellschaft 202, 1. Totengässlein 211, 14. Totentanz s. Predigerkloster. St. Ulrich 23, 25. 26, 29. 273, 13 A. 4. 274 A. 7. 277, 9. 279,2,4. 286, 23. 306,18. 489 Nachtr. IV 167. — Pfarrer s. Imelin. Wasserturm 228, 21 A. 6. Weberzunft 448, 13. — Zfthaus 228, 17. 287, 17. Weinleutenzunft s. Gelten. Werkhof 289, 2. 413, 18. Wildeck, Schloss auf S. Leonhards Berg 327, 3 A. 2. 385, 14 A. 6. Zimmerleute, Zunft der, s. Spi- wettern. Basel, Private Häuser u. Höfe: Adler, z. weissen, Wirtshaus 265,1. Barbe s. Hörn. Beinwilerhof, später Tiersteinerhof Schilthof, jetzt Handelsbank 350 A. 3. 354 A. 8. Eckhof beim Münster, jetzt Anti- stitium 232, 9 A. 5. 489 Nachtr. IV 302. Engelhof 14 A. 7. 347, 1. Eptingerhof i. d. Aeschenvorstadt 189, 2 A. 3. — a. d. Bäumleingasse 189, 1. Eptingen, z. kleinen 33 A. 4. Erenfels a. d. Prcien Strasse 261 A. 3. 410 A. 3. Erlacherhof s. Schwelle. Fahn, z. roten 10 A. 6. Fleckenstein 24, 5. Erieseck 179 A. 6. Fuchs 260 A. 8. Hadstätterhof a. Münsterplatz s, Schürhof. Hasen 248 A. 6. Hirzen 354 A. 9. Hohenburg, z. kleinen 22, 30. 24, 7. Hörn, später z. Barbe 7 A. 9. Karlisbach, Karspach 261 A.4. 359, 14, 20. 360, 16. Katharinenhof, Keinachcrhof 23 A. 7. 328, 9 A. 5. 491 Nachtr. V 354 A. 9. Kilchmanu s. Pilgerherbergc. Knopf, z. goldenen 291 A. 3. Kopf, z. goldenen, Wirtshaus 434 A. 3. Krone a. d. Freien Strasse 142 A. 6. 193, 11. 195,26. — Wirtshaus a. d. Schifflände 49 Nachtr. VI 530. Lichtenfelserhof s. Vinzenzenhof. Linde a. d. Eisengassc 354, 1. Löwen, z. roten, a. d. Freien Strasse 261 A. 2, 3. 410, 1. Mailand, z. kleinen 193, 9. Münchenhof s. Elendenherberge. Oechslein, z. roten 291, 1 A. 1. Palmbaum 290, 15 A. 9. Pfannenberg, z. obern 342, 2. Ramsteinerhof, grosser 50, A. 7. — vorderer, jetzt z. Pantier 352 A. 8. Rappoltzstein,jetztRappoltshofod. z. Rumpel 176, 14. Reinacherliof s. Katharinenhof. Römer s. Schneiderzunft. Rosenfeld a. d. Freien Strasse 5,10. — a. Rümelinsplatz 360, 7. Rossgarten, Wirtshaus, später z. Rosenkranz 13, 14. Schere, z. obern 12 A. 11. Schilthof s. Beinwilerhof. Schlegel a. d. Freien Strasse 164, 27. Schlierbacherhof s. Schwelle. Schlüssel, später Zunfthaus, s. Schlüsselzunft. Schönauerhof 292, 15 A. 3. Schürhof, später Hadstätterhof 127, 8 A. 2. 420, 20 A. 5. 425 A. 4. Schwelle, z. hohen, Schlierbacherhof, Erlacherhof 373, 12. Stäblin, Steblins Haus 261, 2. 410, 6. Stern, z. schwarzen, Wirtshaus 258, 23 A. 8. 354, 13 A. 9. Storchen, Wirtshaus 260, 23. Strauss 360, 3. Tanne a. Barfüsserplatz 78, 19. Tiersteinerhof s. Beinwilerhof u. Wirtenbergerhof. Turm, z. roten, a. d. Freien Strassse 10 A. 3. Vinzenzenhof, Lichtenfelserhof 23 A. 7. Welt, z. niedern 9 A. 7. Würtenbergerhof, früher Tiersteinerhof 354 A. 8. Zellenberg 494 Nachtr. VII 7, 14. Zesingen, jetzt z. Zeisig 360, 19. Zibol, Haus der, jetzt Universität 348 A. 7. 502 Personen- und Ortsverzeichnis. Zosse 265 A. 4. Basel, Bischöfe u. Gegenbischöfe: St. Pantalus, Banthaleon (legendär) 8. angebliche Bischöfe. Ragnacharius 110 A. 2. 157,21. 463, 6. Walanus 109, 21. 110, 11 A. 4. 137, 8. 157, 13. 158, 21. 320, 7. 364, 12. 377, 26, 32. 463, 9. Baldebert 110, 11 A. 5. 158, 22. 320, 10. 378, 10. Waldo, Verweser 110 A. 5. 137, 9. 321, 2 A. 2. 378 A. 3. Haito, Hetto 111, 4 A. 1. 137, 13. 158, 23. 320, 13 f. 378—379. Udalrich I. 118, 8 A. 5. 137 A. 7. 158, 24. 321, 3. 379, 3. Wichard I. 101,30. 111 A. 6. 112, 1. 158, 25. 379, 7. Fridebert 111, 11 A. 7. 138,2.158, 26. 321, 6. 379, 11. Adalwin 111, 11 A. 8. 157,30. 321, 9. 379, 15. Hartwig 111 A. 9. Rudolf I. 100, 13 f. 101, 25. 111 A.9. 158,27. 321,12 A. 7. 379, 18. Iring 98, 3. 112, 4 A. 2. 158,28. 322, 1. 379, 27. Adalbero I. 96, 28. 97,19. 112,11 A. 3, 8. 159, 3. 322, 10 A. 5. 381, 8. Rudolf IL 100, 17, 35. 112 A. 3. 321 A. 8. 322 A. 3, 4. 379, 23. 381, 1 A. 1. Richwin, Verweser, s. Strassburg, Bischöfe. Wichard II. 112 A. 3. 159, 2. 322, 4 A. 3. 301 A. 1. Landelous 90, 27. 97, 17. 112, 7 A. 4. 158, 30. 322, 7. 380, 3. Adalbero IL 97,22. 110, A.3. 112, 11 A. 8. 113, 4, 23 A.4. 138,12. 159,4. 323, 1 A. 1. 381, 14, 17. Udalrich IL 101 A. 4. 113, 23 A. 5. 137, 16 A. 7. 159, 5. 323, 1. 382, 3. Theodorich 114,1A.1. 159,6. 323, 4. 323, 13 A. 4. 382, 22. 383, 1. Beringer 98, 5, 37 A. 4. 159, 7. 323, 7. 383, 3. Burkhard v. Fenis od. Hasenburg 114, 4 A. 5. 323, 10. 364, 14. 365, 1. 384—385. Rudolf III. v. Homburg 114, 7 A. 6. 323,16. 381,11 A. 5. 385, 10, 13, 16. 492 Nachtr. VI 246 A. 5. Berchtold I. v. Neuenburg am See 114, 7 A. 7. 115 A. 4. 140, 7 A. 3. 324, 4. 386. IG. Heinrich 114 A. 8. Adalbero III. v.Froburg 114, 7 A. 8. 324, 7. 386, 19, 25. Ortlieb v. Froburg 115, 1 A. 1, 5. 139, 8, 11. 314, 1. 324, 11. 386 — 387. 442, 17 A. 8. Ludwig v. Froburg gen. Garward 115, 1 A. 1, 3. 325, 1. 387—388. Hugo v. Hasenburg 114 A. 5. 115, 1 A. 4. 139, 14. 325, 8. 388,17. Heinrich I. v. Hornberg 115, 1 A. 2. 325, 12. 320 Ä. 5. 388 —389 391 A. 4. 492 Nachtr. VI 277. Lütold I. v. Arburg 99, 3, 23. 116, 1 A. 1, 2. 139, 18. 326, 1 A. 1, 5. 389—390. 441, 3 A. 1. Walther v. Röteln 99, 4. 116 A. 3, 5. 326, 10 A. 9. 327 A. 1. 391, 1 3 9. Heinrich IL v. Thun 116 A. 3. 140, 2. 320, 15. 390 A. 1. 391 —393. Lütold IL v. Röteln 99, 6, 14. 110, 7 A.5. 140,4. 327,10. 390 A. 1, 7. 393,5, 12 A. 4. 441,3 A. 1. Berchtold IL v. Pfirt 116, 9 A. 7. 140, 7 A. 3. 328, 5. 392, 7 A. 7. 393—396. 425 A. 0. Heinrich III. v. Neuenburg a. See 116, 12 A. 8. 140, 10. 328, 13. 390 A. 2, 3. 396—400. Heinrich IV. aus Isny 116, 15 A. 9. 140, 16. 143, 5. 313, 19. 329, 4. 397 A. 6. 400—403. Peter I. Reich 117, 1, 3. 143, 2, 7. 329,11. 390 A. 3. 401,8 A. 6,7. 403, 17 A. 8. 404—406. Berchtold v. Rüti 407 A. 5. Peter IL v. Aspelt 117, 6, 8. 143, 8, 12. 329, 17. 406—407. Otto v. Grandson 118, 3 A. 1, 2. 330, 8 A. 5. 407—411. Lütold III. v. Röteln 118 A. 2. 389 A. 5. 407 A. 5. 410 A. 4. Gerhard v. Wuippens 118, 10 A. 2, 3. 144,1. 330, 16. 410 A. 4. 411 —412. Härtung Münch v. Landskron 118 13 A. 4. 144, 6. 232, 7. 234, 2. 406, 17. 412, 6. Johann I. v. Chalon 118, 13 A. 4, 5. 331, 7, 11. 412, 4, 9, 20. Johann IL Senn v. Münsingen 95, 27. 99,36. 119—120. 144—145. 233, 1 A. 2. 314, 19. 331,11. 412, 23. 414, 4. Personen- und Ortsverzeichnis. 503 Johann III. v. Vienne 5, 13. 8, 8. 120—121. 122 A. 11. 123, 18 A. 1,7. 145,27. 332,5. 414—416. 417,9. 442 A. 1. Wernher Schaler 122, 1 A. 4. 333, 1 A. 4. 416, 12, 25. 490 Nachtr. V 351. Imer v. Kamstein 119 A. 3. 122 — 123. 313, 21. 314, 17. 333, 6, 9. 335 A. 1. 416—417. 490 Nachtr. V 184 A. 1. 351 A. 1. Friedrich I. v. Blankenheim, Bisch, v. Strassburg u. Utrecht, Verweser 123, 6 A. 3. 178, 9. 333, 16 A. 8. 334 A. 1. 417—418. Konrad Münch v. Landskrou 123 A. 5. 146, 8. 334, 3. 417 A. 5. 418, 4, 7, 10. Wilhelm v. Codembergc, Gegenbischof, s. Tournay. Humbert v. Neuenburg in Burgund 123—124. 146, 12. 175, 7. 178, 12. 334, 8. 418—419. 420 A. 2. 441, 10 A. 3. 487 Nachtr. z. II 142. Hartmann Münch v. Münchenstein 124—125. 146,20. 178,5,8. 334 A. 10. 335, 8 A. 4. 419—421. Konrad Hei 124, 18 A. 7. 420, 10. Johann IV. v. Fleckenstein 21, 12. 22,33. 25,18,29. 125—128. 129 A. 2. 147,5. 334 A. 10. 335,13. 421—422. 451 A. 2. Friedrich II. ze Rin 13, 8. 47, 7. 50,11. 51,9,27. 128—130. 147, 7. 336, 5 A. 2, 7. 348, 10. 369, 7. 420 A. 5. 422—425. 427 A. 3. 494 Nachtr. 128. Bernhard v. Ratsamhausen 128, 21. 348, 19 A. 8. 422, 5,7, 15 A. 8. Arnold v. Rotberg 11, 1. 23 A. 4. 130—131. 147—149.336,12.424 —425. Johann V. v. Veningen 55 A. 8. 56, 2. 130 A. 9, 10. 131 — 133. 149 —151. 336,21. 350,9. 425—427. Kaspar ze Rin 104, 19. 151—152. 165,15. 209,12. 313,36. 337,7. 309, 13. 426, 8. 427—430. Christoff v. Utenheim 106, 4. 151, 12. 152—155. 194, 31. 213, 9. 221, 19. 222, 1. 275 A. 6. 303, 22. 305, 7. 337, 12. 338 A. 5. 430—431. 450,21. 451, 16. Nikiaus v. Diesbach 154—155. 275 A. 6. 293,4 A. 2. 337, 19. 431, 9 15 A. 5. Johann Rudolf v. Hallwil 195, 21. 338, 5. 431 A. 6. 464, 25. Philipp v. Gundoltzheim 155—156. 338,10. 431—432. 436,12.442, 7. 443, 5. Johann Steinhauser, Statthalter 156 A. 4. 437, 12 A. 5, 6. Melchior v. Lichtenfels 156, 15. 437 A. 4, 6. 438—439. 458, 10 A. 4, 6. 459, 2. Jakob Christoff Blarer v. Wartensee 105, 3. 439, 3, 7 A. 2. 458 A. 9. Basel, Angebliche Bischöfe: Pantalus, Banthaleon 102, 3. 109, 4, 12, 18. 136, 25. 172, 9. 173, 25. 174, 6. 314, 13. 315, 36. 320, 2. Bruno s. Würzburg, Bischöfe. Ludwig v. Pfirt 314,23. 324,1. 366, 6. 386, 14. Rudolf (z. J. 1033) 317, 11. Datus (z. J. 1107) 317, 16. Lütold v. d. Nüwenstatt Arburg 314, 26. 328, 1. 441, 8. Johann v. Buchegg 314,20. 332,16. 306, 7. 416, 5. 442, 2. — Weihbischöfe: Theodoricus ep.Vironensis 329 A. 1. Albertus ep. Prüsie 329, 1. Johannes ep. Livoniensis 327, 5 A. 3. 329 A. 1. Bonifacius ep. Bosaniensis 329, 15. Iwanus ep. Lacedemonensis 330, 3 A. 2. Johannes ep. Decapolanus 330,13. 5. auch Constanz. Martinus ep. Trapesonensis 330, 15. Jacolms ep. Paniadensis 331, 3. Johannes ep. Rethymensis 331, 5. S. auch (Jonstanz. Guichardus ep. Comanatensis od. Comilnacensis 331 A. 5. Hcinricus Albertus od. Albus ep. Anaversensis 234,9. 331,10. Nicolaus v. Villach ep. Marcopoli- tanus 332 A. 1. Petrus Senn ep. Cytonensis 119,17. 332, 1. S. auch Constanz. Jacobus ep. Castoriensis 332, 10. Heinricus ep. Thefelicensis 333, 12. Georgius ep. Dimitriensis 334, 11. Conradus Othlem ep. Ebornensis 334, 13. S. auch Constanz. Marcus ep. Chrysopolitanus 334,14. S. auch Strassburg. Heinricus Rotacker ep. Segniensis u. Abt v. Beinwil 335, 17 A. 8. Egidius ep. Rosensis 335, 19. Nicolaus de Rheno ep. Tripolitanus 335 A. 9. Antonius ep. Sudensis 335 A. 9. 504 Personen- und Ortsverzeichnis. Paulus Gobelinus Bolant ep. Bor- glumensis 335, A. 9. Nicolaus Spicelli ep. Grossensis 336, 9. Hermannus Eossmann ep. Veri- siensis 147, 20 A. 6. 33G, 10. 425 A. 1. S. auch Strassburg. Nicolaus Ammann ep. Tripolitanus 148 A. 1. 336, 18. 425 A. 1. Martin v. Soleta ep. Chrysopoli- tanus 336 A. 7. Nicolaus Fries ep. Tripolitanus 337, 5. Thelamonius Limpurger ep. Tripolitanus 273 A. 5. 337, 10. Augustinus Marius ep. Thessalo- nicensis 241, 3. 337 A. 6. Basel, Bistum, ecclesia Basiliensis, die Stift 55, 18. 87,2. 102,5. 110, 7. 121—129. 132—133. 150, 3, 10. 151, 14. 153, 6, 12. 156, 9. 178, 4, 9. 258, 11. 385, 1. 393, 26. 397, 3, 13. 406, 12, 15. 407, 2, 6. 411, 6. 412 A. 7. 415, 29. 417, 26 A. 4. 418,21. 420,12, 18. 423, 7. 425, 9. 426, 10. 429, 17. 430, 11. 437, 10, 16 A. 4. 443, 17. — Gebiet 299, 18. 416, 23. 426, 21. 458, 19. Domkapitel 51,15. 128, 23. 130,7. 131, 13. 142,10, 15. 146,15. 148, 11. 149,1. 151,13. 152,8. 155, 2,7, 11. 156,16. 195,23. 209,3, 26. 222, 4. 229,3. 232, 13. 288 A. 4. 391, 3. 401 A. 6. 407, 7 A. 5. 412 A. 5. 413 A. 2. 416, 17. 418, 14. 420, 1. 422,4 A.8. 424,27. 425, 15. 428,1. 429,10. 430, 4. 431, 8, 19, 23. 433, 12. 437, 11, 15 A. 5. 438,4,7 A. 5. 458, 13. 463, 19, 24. Basel, die Aemter, die Landschaft 251,1. 257,2. 259,14. 286 A. 5. 288—289. 297,10. 299,19. 451,29. Baumgartner, Jakob 255,3 A. 3.256,27. — Christoff 255 A. 3. Bebeinheim, Peter v., Domherr 232 A. 2. Bechburg, Heinrich v., Domdekan 117 A. 2. Begharden u. Beginen 82 A. 5. 83,1. 494 Nachtr. 83. Beinheim, Heinrich v. 25, 24 A. 6. 195, 5. 352 A. 8. 490 Nachtr. V 334,28. 335,21. Beinwil 347, 9. — Aebte: Heinrich IL 119, 17 A. 8. Heinrich Rotacker s. Basel, Weih- bischöfc. Beirut 226, 12. Bellingen, Schultheiss v.: Ambrosius Krcnchli 435, 5 A. 3. BelUnzona, Belletz 87, 17. 453, 3 455, 15. Benevent 196, 24. 375, 10, 17. 388, 2. Benken s. Biel, auch Schaler, Konrad. Bennfelden 48, 9. 49, 4 ff. Bergamo 254 A. 3. Bergerac 460 A. 3. Berlinger, Kaspar, auch Josef u. Gem. Eisin 491 Nachtr. V 442, 27. Berlinmacher, Heinrich, u. Laurenz Bielmann sein Sohn 264, 2 A. 3. Bern 6, 21. 12, 1. 60, 2, 14. 61, 6. 63, 5, 11. 64 A. 1. 80, 18. 86, 13, 17 A. 7. 91, 17. 121, 1 A. 2. 129, 7. 154, 27. 166, 2. 176 A. 6. 223 A. 4, 7. 250 A. 7. 260 A 9. 265, 13. 208 A. 1. 282 A. 3. 361, 1. 414, 14 f. 415, 2, 8. 429,20. 430 A. 6. 432, 11. 457.7. 459,23. 492 Nachtr. VI 303 A. 5. — Johann von, s. Werner. Berner, Nikiaus, d. R. 346, 9. — Ital 8, 7. 494 Nachtr. — Hilbold 7, 14. 494 Nachtr. — Peter, Weber 10, 8. Beromünster 492 Nachtr. VI 340 Ai3. Bersus, Bertschi, Marcus 268, 27. 271 A. 5. 306, 14 A. 6. Besancon, Bisanz 378, 1. 405, 8 A. 2. — Erzbischöfc: Karl, Graf v. Neuenburg i. Bur- gund 68, 2 A. 2. Anton v. Vergy 155, 19. Besserer, Burkhard, d. R., u. Nikiaus 12, 2 A. 1. Betz s. Ursi. Beyel, Wernher, Stadtschr. v. Zürich 489 Nachtr. IV 142,4. Beymunt(?), Graf v. 231, 1. Bicocca, Schlacht bei 263—265. Biedertann, jetzt: Burg 397, 8 A. 7. Biel, Stadt 55 A. 9. 121, 3. 332, 12. 414, 15 f. 415, 3 A. 1. 438, 7, 10 A. 6. 459, 23.— Burg 121,2. 414, 20 f. 415,3. Biel od. Klein Benken 23, 20. 24, 8. — Heinrich v., d. R. 10, 1. Bielmann 8. Berlinmacher. Bienz, Hans, d. R. 457, 3. Biesheim, Büssisheim 397, 9. Billens, Humbert v., Dompropst 3, 34. 494 Nachtr. hiezu. Billung, Ottmann 347, 1 A. 1. — Hans 347 A. 1. Bingen, Johann Zcgk v., Stadtschr., Personen- und Ortsverzeichnis. 505 mit Gem. Elsa u. Tochter Elsa 488 Nachtr. IV 135, 15. Binningen 338, 14. — Kirche St.Mar- grethen 399, 4. Birkendorf, Wemher v., Stadtschr. 488 IV 133 A. 8. Birs 423, 20. S. auch St. Jakob. Birseck 121, 10. 127, 15 A. 5. 415,22. Birsig s. Basel. Bladolzheim, Blodelsheim 391, 20. oqc io Blamönt '74, 14. 351,9. 418,20. Blankenheim, Friedrieh v., s. Basel, Bischöfe. Blarer, Jakob, s. ebend. St. Blasien 64, 19. 181,27. 285 A. 1. — Aebte: Heinrich v. Eschenz 119, 17. Johann Spilmann 285, 1. Blauenstein, Burg 175,11. 176 A. 3. — Nikiaus Gerung gen. Bl., Kaplan 21—27. 95—96. 104, 14. 106, 12, 21. 128, 17. 362, 14. 365, 11. 367, 37. 368, 27. — Mutter: Mechtild 22, 23. 23, 25. 24, 6. — Heinrich, dessen Vetter 22, 22. 27, 1. — Heinrich d. Ziegler u. Hans d. Schuster 22, 20. — Oswald 22, 22. Blech, Peter zem, Oberstratsknecht 14, 9. Blochmanu, Hans, Gerichtschr., u. Gem.: Ottilia Kilchmann 493 Nachtr. VI 428, 13. Blochmont 61, 22. Blotzheim 64, 8. 488 Nachtr. IV 133, 15. — Arnold v., Subcustos 345, 1. Blümli, Wilhelm, u. Gem. Anna v. Wittenheim 353 A. 1. Blum, Hans 265 A. 1. Blumen, Peter Hans zem 15, 23. Blumenberg, Florimont 126,11. 411, 0. Bock v. Staufenberg, Wersich 352, 6. — Tochter: Süslin s. Giteehbcrg. Bodeusee 85, 18. 380, 9. — Untersce 285, 3. Bodman, Hans Jakob v. 187, 12. Böhmen 44, 10. — Volk, Hussiten 38, 9, 17, 20. 39, 9. 43—44. 154, 3. - Söldner 58,11 A. 4. 05 A. 3. — Könige: Ottokar IL 75, 20. 402, 19. Wenzel II. 329, 17 A. 13. 406, 6. Bömli, Hans 10,4. Börglum, Bistum 335 A. 9. Bolant, Paul s. Basel, Weihbischöfe. Bülog, m 40 A. 2. 45 A. 6. 196, 29. , Bolsenheim, Konrad Dietrich v., Landvogt auf Köteln 283,17 A. 9. 284, 9. Boltz, Andreas, Kaplan 292, 18. Bondorf 181, 28. — Hans, d. K. 455, 17. Borgia, Pedro 54 A. 10. Bosnien, Bistum 329 A. 11. Bottmingen 338, 15. Bourbon, Herzog Karl v. 278, 10. Bozzolo, Friedrich v. 231, 7. Brand, Theodor, Bgrmr. 484 A. 8. — Bernhard, Obzftmr. 485 A. 6. Brandenburg, Markgraf Albrecht 68,8. Brant, Sebastian 166, 29. 211, 1. Bregenz 85, 23. Breisach 61, 24. 65, 25. 66, 13. 72, 8 A.4. 83,13. 90,6,15,37. 91,10, 12. 163,13. 176 A. 6. 180,9. 208, 13. 269 A. 6. 284 A. 6. 337 A. 4. 369, 1. 393, 26 A. 7. 394, 6 A. 1. 398, 7. — Schloss 28, 18. 196, 34. 394, 1, 11 A. 2. Breisgau 28, 20. 181, 6. 283 A. 7. 284, 21. Bremenstein, Hans, Obzftmr. 350, 17. 353, 8. Briefer, Nikiaus (+vor 1401) 359,7. — Peter, aus Karlisbach 359, 10. — Ennelin 359, 14. — Peter, d. R. 359, 16. 360, 11. — Hans d. R. 360,2, 11,22. — Bartholomeus, d. R. 360, 5, 10, 18, 26. — Peter d. jüngere, d. R. 360, 13. — Bartholomeus d. j. 360, 18, 28. — Nikiaus, Dekan v. St. Peter 106, 7. 309, 12. 360—363. 375, 2. 491 Nachtr. VI 94 A. 6. Brilinger, Kaspar, Procurator 193, 5. 197, 7. 206, 1. 207, 5. — Gem.: Clara 193, 14. 206, 5. — Barbara, Nonne 193, 16. 206, 10. — Kaspar, Kaplan 193, 18. 206,13. — Ursula 206, 21. — Adelheid 206, 23. — Jakob, Pfarrherr 194, 3. 206, 25. — Hieronymus, Kaplan 104, 23, 25. 134—135. 142, 10, 14. 194—195. 206, 26. 207, 5. 236 A. 3. — Heinrich, Magister 207, 2. — Nikiaus, Buchdrucker 195, 31. Brixen 411, 14. Brombach, Justus Firmin 239, 37. Bruderholz 353 A. 8. Brüglingcr, Hans Sperrer gen. B., u. sein Vater Konrad 489 Nachtr. IV 166,24. 167, 12. Brülingen 193 A. 3. Brugg 76, 15. 290, 5. 400, 12 A. 3. 506 Personen- und Ortsverzeichnis. Brunkilch, Anna v., s. Rotberg, Wernher. von Brunn, Heinrich, d. R. 354, 3. — Tochter: Agnes s. Schaffner. — Jakob 433 A. 12. — Tochter: Barbara s. Schaffner. — Morand, d. R 354, 4. — Steffan gen. Scherer, mit Gem. Elsbeth u. Sohn Franz 493 Nachtr. VI 447 A. 5. — Hans, Gerber 354 A. 5. 493 Nachtr. VI 447 A. 5. — Urban, d. R. 306, 25. — Bonaventura, Bgrmr. 361, 21. 485 A. 5. Buchegg, Grafen: Berchtold s. Strassburg, Bischöfe. . Heinrich 145, 6. Johanna s. Senn v. Münsingen. Johann 442 A. 1, Johann, s. Basel, angebl. Bischöfe. Buchs, Ulrich v. 177, 7 A. 7. Buchsgau 385 A. 1. Büren a. d. Aare 415, 12. Bürglen, Arnold v., Domherr 392,8. Bumann s. Murer gen. B. Burchardus, Pfarrer v. Pratteln u. Stadtschr. 488 Nachtr. IV 133, 15. — Chorherr v. St. Peter u. Stadtschr. 488 Nachtr. IV 133, 15. Burg s. Biedertann. Burgund, Königreich 380, 11. 382, 7, 11, 13. — Könige: Rudolf IL u. Gem. Bertha 380, 14. Konrad 380, 15. Rudolf III. 110 A. 3. 382,0. — Freigrafschaft 66,20. 73, 17. 92, 6. 181, 26. 183, 11. — Pfalzgrafen: Otto II. 388, 5. Otto V. 405, 7 A. 2, 3. — Herzogtum 454, 22. — Französ. Gubernator 231, 3. — Herzöge: Robert IL 405, 7 A. 3. Johann 31, 9. Katharina s. Oestreich, Leopold IV. Philipp 44, 17 A. 3. Karl d. Kühne 31, 10. 37, 4. 62, 3. 65—71. 74, 17. 88—92. 132, 23. 180, 10,12. 208,2,9. 426, 13,16. —■ Tochter: Maria s. Dcutsch- land, Kaiser Maximilian I. Burgunder, Gallici 72, 9 A. 4. 73—74. 86, 14. 179, 5, 10. 180, 24. 394, 14 A. 6. 426, 21. Burgund, Klein Burgund, Laudgraf- schaft 145, 7 A. 3. 391, 11. 412, 23. Burkhard, Johann, Prediger am Münster 273, 15 A. 5. — s. Burchardus. Büro, Petrus de 215, 3. Bussy, Herr v. 230, 20. Cadix 196, 25. Caecilia 172, 13. Caesar s. Julius. Cairo, Chaerus 226, 19, 23 A. 8. Calikut 216, 28. Calixtus Othomannus 68, 5 A. 8. Canossa 173 A. 1. Capranica, Dominicus s. Rom, Kardinäle. Carrara s. Padua. Carmagnola, Franz 87, 16 A. 9. Carpentarii, Georg 34, 11. Carpi, Albert Pius, Graf v. 221, 5. Carretto, Fabricius, s. Rhodus. Cassano 255 A. 6. Castilien, Könige: Alfons X. s. Deutschland, Könige. Philipp I. 212, 6. Castoria, Bistum 332, 10. Cesarini, Juliau, s. Kardinäle. Chabanne s. Palice. Chalon, Gabilo, Johann v., s. Basel, Bischöfe. Champagne, Graf Otto v. 382, 10. Charomellis, Hans, Apotheker 261,2 A. 2. Chauvillier s. Kallenberg. Christen, Christenheit 38, 7. 40, 7. 46, 14. 53, 24. 58, 3. 69, 16. 109, 17. 110,4. 172, 12. 174, 6. 214, 38. 376, 15. 377, 9. 389, 13, 21. — Evangelische 456, 24. 457, 7. 459, 5, 11, 17. S. auch Lutherische. Christiani, Johannes, Domherr 144,15. Chrysopolis, Bistum 334, 14. 336 A. 7. Chur 254 A. 3. 257 A. 1. — Bistum 443, 15. — Bischof: Paul v. Ziegelberg 303 A. 9. 305, 6. Clairvaux, Bernhard v. 387 A. 1. Cly, Peter v. 122 A. 7. Coblenz, Confluentia 69, 25. Codemberge, Wilhelm v., s. Tournay- Cöln, Colonia 69,26. 70,10. 71,6 A. 2, 3. 109, 15. 154, 19. 172, 9. 320, 3. 376, 28. 386, 12. 426, 14. — Erzbistum 443, 23. — Erzbischöfe: Adolf v. Altena .191, 7. Personen- und Ortsverzeichnis. 507 Dietrich v. Bergen 391, 7. Ruprecht v. d. Pfalz 70, 8. Coligny, Kaspar v., Admiral 459, G. Colmar, Columbaria 17, 4. 72, 7, 20. 89—90. 129, 14. 180, 25. 208, 3. 305 A. 10. 389, 23. 405, 22. 423, 16. 426, 19. 434, 2, 6. — Predigerkloster 353, 14. 362, 2. — Schult- heiss s. Rösselmann. Colonna, Prosper 262 A. 5. 263 A. 2, 6. Comanatensis, Bistum 331 A. 5. Como, Chuem 256, 2, 10 A. 5. Conde, Kundee, Heinrich, Fürst v. 460, 1. Condolmieri, Franz, s. Rom, Kardinäle. Constantinopel 44, 23. 45, 18 A. 6, 8. 46, 7. 54, 1. 58, 3. 137, 14. 227, 4. 321, 1. 378, 23. — Kaiser: Constantin V. 110, 16. Nikephorus I. 321, 1. 378, 24. Johannes VIII. 44, 23 A. 4. 45, 1 A. 3. 46 A. 1. Constantin Dragoses 46, 9 A. 5. — Patriarchen: Joseph 44, 23 A. 4. 45, 1 A. 3. Gregor 46 A. 4. Georg Gennadios 46 A. 4. — latein. Titularpatriarch s. Rom, Kardinal v. St. Clemens. Constanz 60, 20 A. 10. 61, 9 A. 9. 65, 2. 72, 17 A. 10. 176, 7 A. 6. 377, 14. 458, 2 A. 2. — Bistum 443, 16. — Bischöfe: Ruthard 113, 11. Rudolf v. Montfort 77, 10. Hugo v. Landenberg 303, 21. 305, 6. 436 A. 6. — Weihbischöfe s. Basel, Weihb. Joh. Decapolanus, Joh.Retymensis, Peter Cytonensis u. Konrad Ebor- uensis. Constanz, Hans v., Maurer 16, 21 A. 8. Corsigniano, jetzt Pienza 55 A. 1. Coutances, Constantiensis, Bischof: Philibert v. Montjeu 44, 10 A. 1. Cunha, Tristan v. 217, 24 A. 6. 218, 24. — Dessen Sohn 218, 20. Currifex, Wagner, Konrad, Stadtschr. 488 Nachtr. IV 135,4. Cypern, König: Peter I. 120, 1 A. 1. Dänemark, Könige: Waldemar IL 120 A. 1. 414 A. 1. Christian IL 250, 6 A. 3. Damascus 226, 16, 19, 21. Üambach 49, 14. Dammerkirch 73, 13. 84, 12. Datus s. Basel, angebl. Bischöfe. David, Konrad, d. R, u. Sohn Lien- hard 265, 2. Decapolis, Bistum 330 A. 6. Delfin s. Frankreich, König Ludwig XL Delsbcrg, Talemont, Delemont 122, 10. 124,11. 127,9. 152 A. 2. 154, 24. 155, 12. 156, 17. 417,7. 419, 8. 436, 13. Delsberger Tal 121, 1. 127,16. 398, 19. 415, 10. 438, 12 A. 8. 458,9 A. 3, 7. Demetrias, Bistum 334, 11. Demetrius Palaeologus 45, 6. Deutschland, Alemannia 85, 3. 88, 30. 110,5. 138,8. 179,6, 19. 183, 10. 266, 19. 285, 6. 383, 12. 396, 13. 412, 10. — Deutsche, Almani 72, 10. 74, 3. 154, 8. 223, 15. — Landsknechte 251,9. 253,25. 256, 3, 8. 260—264. 277, 16. 278, 3. — Rom. Reich Deutscher Nation, Romanum imperium 57, 13. 67,5. 76, 4. 78, 3. 111, 3. 255, 19. 258, 6. 270, 15. 393 A. 7. 394 A. 1. 426,15. 428, 10. — Kaiser u. Könige: Karl d. Grosse 320,18. 378,22,26. Arnulf 321, 17 A. 8. 379,25. Otto I. 381, 6. Heinrich IL 97,20. 102,12. 110, 7. 113, 3, 15. 139 A. 5. 198, 14. 234, 4. 323, 19. 382,1. — Gem.: Kunigunde 234, 4. Konrad IL 382, 9, 12. Heinrich III. 101, 41. 139 A. 1. 323, 13. 383, 2.— Gem.: Agnes 383, 6. Heinrich IV. 172, 24. 383—386. Heinrich V. 386, 3, 9. Lothar 114 A. 8. Konrad III. 387, 3 A. 5. Friedrich I. 115 A. 1. 324, 20. 325, 15. 387—389. 442, 14. Heinrich VI. 326, 3 A. 3. Otto IV. 389, 22. Friedrich IL 389,23. 391,17. 393 A. 7. 394, 20. 396, 12. — Sohn: Heinrich 391, 15. Konrad IV. 393, 15. 394, 20 A. 1. Heinrich Raspe 393, 16. Wilhelm v. Holland 393, 19. Richard, Graf v. Corn-wales 393, 20. Alfons, König v. Castilien 393, 22. Rudolf v. Habsburg 22 A. 1. 34, 29. 75, 17. 140—143. 173, 3, 8. 394, 16 A. 1. 398—403. 405,4, 508 Personen- und Ortsverzeichnis. 13. — Gem.: Anna v. Hohenberg 140—142. 194,23. 400 A. 3. 401, 13. Adolf v. Nassau 76, 1. 405, 20. Albrecht I. 34, 29. 75 A.5. 76—77. 117, 12. 406-409. — Gem.: Elisabeth 76, 21. 407, 24. 410, 14. — Tochter: Agnes s. Ungarn. Heinrich VII. 118, 4. 330 A. 5. Friedrich d. Schöne 411, 20. Ludwig d. Baier 411—412. Wenzel 480 A. 5. Sigismund 29, 28. 30, 7. 38, 8. 40, 14. 421,18, 423,27. 490Nachtr. IV 443. Friedrich III. 6,18. 15A.1. 33,7. 34, 7, 38. 42, 18. 48,11,16 A. 9. 50, 8, 18. 51, 6 A. 2. 54, 3. 55, 7. 57, 9, 19. 67—71. 132, 22. 150 A. 9. 165,14. 209 A. 3. 233, 9. 349,7. 426,15. 427,11. 428, 6 A. 3, 4, 5. 487 u. 489 u. 492 Nachtr. IV 71 u. 312 u. VI 303 A. 4. — Gem.: Leonora v. Portugal 219 A. 4. — Schwestern: Katharina u. Margaretha s. Baden u. Sachsen. Maximilian I. 68, 1. 69, 20. 136, 27. 166, 15. 180, 19 A. 11. 183, 16. 197,6. 211,23. 212,6. 217, 19. 429, 15. — Gem.: Maria v. Burgund. 69, 20. — Tochter: Margaretha 180, 19 A. 9. Karl V. 154, 15. 155, 13. 201, 14, 20. 229,15. 249—253. 254 A.4. 259, 15. 262, 15. 205, 16. 266, 13. 268, 14. 305, 15. 277—278. 303, 15. 458, A. 2. Ferdinand I. 229, 8 A. 4. 269, 19. 294, 17. 298, 8 A. 5, 6. 302, 29 A. 6. 303, 4. 438, 1. Maximilian IL 439, 5. Rudolf IL 439, 6 A. 3. Dichelsperg d. junge (Rudolf Tietels- perg?) 12, 9. Dichler, Anton, d. R. 260, 6. 201, 1. Diegten, Dietiken 353, 1 A. 1. — Dortige Burg s. Eschenz. Dicssbach, Nikiaus v., s. Basel, Bischöfe. — Ludwig 154 A. 8. Diessenhofen 62, 8, 13. 272, 5. Dijon, Dyssion 252, 21. Dirpheim, Johann v., s. Strassburg, Bischöfe. Dolter, Konrad, d. R. 457, II. Dominicus 203, 9. Dominicaner s. Predigerordcu. Donato, Andreas 41, 8 A. 5. Doppenstein, Sebastian, Bgrmr. 485 Dornach, Dorneck, Burg 211,23. 436, 17. — Vogtei 437, 9 A. 4. Drymasz s. Schmid, Hans Heinrich. Dürmenach, Tirmnach 12, 5. Durlach 163, 2. Eberler, Mathias, Schreiber, u. dessen Frau 9, 12, 15. Eberstein, Graf Hans 49, 9. 50, 4. Eck, Dr. Johann Maier von 305, 5 A. 3. Eckenlecker s. Oekolampad. Eckenstein, Georg 24 A. 6. Efringen, v., Konrad, Obzftmr. 481 A. 6. — Bernhard, d. R. 15, 3. 16, 4 A. 7. 349, 13. — Hans Heinrich 16, 20. — Ursula s, Sürlin. Eggeli, Konrad, d. R. 7, 17. Egipten 226, 25. — Sultane: Kanssu Ghawri 225 — 226. 226 A. 4. Tuman 226, 20 A. 7. Eicholsheim 59 A. 4. Eichstädt 58, 15. — Bischöfe: Wiübald 378, 8. Wilhelm v. Reicbenau 68, 2. Eidgenossen, Confederati, Helvetii, Swytzer, Switenses 16, 12. 28 A. 5. 46,21. 47,4. 59—64. 66,2. 68,9. 72—73. 78,9. 129,6. 146,6. 153, 8. 180, 16. 208, 5, 10. 211, 19,25. 216,11. 221,21. 222—224. 249 —257. 259, 6 A. 5. 261—265. 267, 23. 270—273. 277—278. 293, 10. 299—300. 303—305. 423, 11, 21, 24. 426, 18. 429, 16. 430 A. 6. 432, 10. 453, 11. 458 A. 9. 489 Nachtr. IV 256 A. 11. Einsiedeln, locus Heremitarum 23,17. 24, 10. 53, 2. Elsass, Alsatia 28, 20. 37, 4. 62—66. 74 A. 9. 82, 14. 84 A. 1. 90, 7. 123, 12. 141 A. 8. 164, 15. 172,5. 241, 13. 282, 12. 342, 14. 385, 3. 398, 11. 399, 12. 402, 18. 411, 18. 417,26. Elsass-Zabern 280, 2, 5, 17. 281 A.3. Eisgau, Ajoie 397 A. 6. Emps s. Hohenems. Endingen 347, 1. Engental, Kloster 276, 1. Engelhart, Hans 12, 10. England, Anglia 58, 12. 490 Nachtr. Personen- und Ortsverzeichnis. 509 IV 398. — Englische Söldner 415, 12. .England, Könige: Heinrich IL 387, 21. Heinrich III. 393, 22. Eduard I. 76, 3. Eduard IV. 133, 1. 426, 13. Heinrich VIII. 200, 3, 15. 250, 6. Ensisheim 47, 8 A. 5. 63 A. 5. 66, 14,19. 90,35. 91,1,4,16. 181,29. 270, 5. 273, 3, 10 A. 2. 282, 15. 298, 14. 300, 11. 301, 5, 11. 303, . 11. 304, 8. 306, 11. — Regiment zu, s. Oestreich, Regierung d. vordem Lande. Eppenstein, Wernher u. Gerhard von, s. Mainz, Erzbischöfe. Eptingen, Wildeptingen 187, 9. — Edle v. 395, 10. Mathias, Bgrmr. 476 A. 4. Hans gen. Puliant, Bgrmr. 347, 6. 480. Gottfried d. ältere 347 A. 1. Hans Ulrich u. Gem. Anna v. Wit- tenheim 353 A. 1. Fröwelina s. Münch v. Löwenberg, Hans Thüring. Hans Bernhard 186, 9. 187, 8. — Söhne: Nikiaus, Hans Friedrich u. Jakob 189, 2 A. 2. Ludwig, dessen Bruder 148, 9. 186 —189. 494Nachtr. 148. — Gem.: Margaretha v. Laudenberg 187, 7. Hermann v. Blochmont 61, 22 A. 8. 73, 9. Hermann, dessen Sohn 187, 12. Jakob d. jüngere 187, 15. Erasmus, kaiserl. Schreiber 68, 3 A. 4. Erb, Konrad, d. R. 347, 10. Erenfels s. Fröweler. Ergewe, Erguel s. Arguel u. St. Immertal. Erimann, Wernher, Obzftmr. 482 A.2, 5, 8. — Dietrich, d. R. 177 A. 3. — Wernher, dessen Sohn, Obzftmr. 350, 6 A. 6. Ertzberg, Cosmas 492 Nachtr. VI. 314, 9. — Severin, Aerimontanus 492 Nachtr. VI 315,9. — Heinrich d. ältere 492 Nachtr. VI 314, 9. — Heinrich d. jüngere 492 Nachtr. VI 315, 11. Eschenbach, Walther v. 117 A. 9. 118, 1. Eschental, Val d'Antigorio 453, 11. Eschenz, Burg bei Diegten 353, 3 A. 1. Eschenz, Edle von: Heinrich s. St. Blasien, Aebte. Margreth u. Anna s. Wittenheim. Estranges s. Tengen. Ethiopia 216, 28. 218, 34. 219, 7. Ettingen 436, 14 A. 6, 7. 437,8 A.2,4. Etsch, Athasis, Land an der (Tirol) 65, 1. 75, 22. 254, 1. Europa 228, 3. Ezelinus s. Oezeli. Fäsch, Paul, Steinmetz 222, 4 A. 5. — Remigius, Bgrmr. 485 A. 11. Falkenstein, Freiherren: Rudolf 397, 2. Hans 348, 15. Thomas 351, 3, 14. 353 A. 3. — Gem.: Ursula v. Ramstein u. Amalia v. Weinsberg 351, 4, 13. — in Schwaben s. St. Gallen, Abt Berchtold. Falkner, Heinrich, d. R. 257, 17 A. 7. — Ulrich, Obzftmr. 248,8. 251 A. 3. 257, 16. 258, 21. Farnsburg 60, 8. 345, 15 A. 11. 346, 13. 348, 14. Farra, Johann v. 217, 26 A. 8. Feldbach, Prior s. Kettenheim. Fenis, Vinelz, Grafen: Ulrich 114 A. 5, 7. Burkhard s. Basel, Bischöfe. Fermo, Bischof s. Rom, Kardinal Capranica. Ferrara 40, 3. 42 A. 2, 3. 46,1. 196, 30. Fischental, Val di Vedro 453, 12. Flachsland, von, Hans d. ältere 420, 17. — Hans, Bgrmr. 12, 5. 15, 2. 16, 7. 353,10. — Dessen Mutter u. Tochter 12, 4, 5. — Johann Wernher, Dompropst 148, 6. 209, 4, 26 A. 2. Flandern 249 A. 7. 250, 9 A. 2. Fleckenstein, Freiherren: Johann s. Basel, Bischöfe. Friedrich s. Worms, Bischöfe. Friedrich, Johanns Neffe, Domdekan 23,9,19. 25,20. 26,9. 349, 1. 350 A. 7. Fleuranges 230, 14. Florenz 42 A. 3. 203, 11. — Florentiner 261—264. Förster, Greda 8, 6. Foix, Thomas v., Stallmeister 231, 2. Forli, Bischof: Alexander, Legat 71 A. 3. Frabeuburger, Peter, Prediger zu St. Alban 274, 20 A. 6. 510 Personen- und Ortsverzeichnis. Franciscus, Missgeburt 217, G. Franken, Franconia 69 A. 6. 156 A. 1, 279, 15. 285, 13. 296, 17. — Volk 376, 33. 377, 6. Frankfurt a. M. 48 A. 6, 9. 49 A. 1. 70 A. 7. 194, 15. 393,17. 400, II. Fränkisches Reich 110, 7. 111, 3. — Könige: Chlodwig 377, 7, 20, 24. Chlothar 377, 21. Dagobert 377, 21. Ch-ilderich III. 377, 24. 378, 1, 4. Pipin 110, 15. 377, 25. Karlmann 110, 18. Frankreich, Francia, Gallia, Gallierland, Franzosen 39, 4. 42, 18. 44, 11. 58, 12. 77, 13. 78, 1. 153, 9. 184, 5. 200, 4. 216, 16. 223, 18. 249—266. 277—278. 361,5. 375 —376. 379,22. 380,11. 434—435. 459—460. — Könige: Ludwig IV. 381, 6. Ludwig VII. 387, 5, 21. Philipp d. Schöne 75, 3 A. 1. Karl VII. 42, 17. 44, 17 A. 3. 66, 11. Ludwig XL, vorher Daufin 34, 7, 38. 46, 23. 47, 8. 60, 10. 69, 18. 72, 18 A.ll. 92,6. 132,22. 180, 18 . A. 11. 423, 20. Karl VIII. 180, 19 A. 9. 183, 23. 184, 1, 6. Ludwig XII. 216,11. 222,17 A.9. Franz I. 222—223. 229—230. 252, 22. 278, 4, 15, 18. 303, 16. 455, 13. Karl IX., dessen Mutter Katharina Medici u. Schwester Mar- garetha 459, 4, 9, 19. Heinrich III. 460, 3. Heinrich IV. s. Navarra. Freiberge 418,24. 438, 16 A. 10. 458, 9 A. 3, 7. Freiburg i. B. 67, 22. 80, 9. 83, 14. 156, 11. 164, 5. 195,24, 28. 197, 16. 240,1. 284,18,20. 298,4. 34G, 17. 356, 7. 433, 13 A. 11. 434, 2 A. 2. — Burg 80, 12. — Baslerhof 156 A. 2. — Grafen: Konrad I. 395, 16 A. 5. Heinrich, Herr v. Badenweiler 395 A. 5. 398, 2. 399, 14, 2G. Egon VII. 80,14. — Gem.: Verena v. Neuenbürg 80 A. 6. Konrad IV. 80 A. 5. Johann, Gf. v. Neuenburg a. See 80 A. 6. 348, 3. Freiburg im Oechtland, Niechtlaud 16, 10. 62, 12 A. 4. 64 A. 1. 223 A. 4, 7. 25G, 16. 265, 13. 207, 24. 439, 9. Frey, Fiig, Fry, Egli, Schneider 12,9. — Rudolf, d. R. 457, 1. Frick 167, 14. — Edle v. 395, 12. — Lütold u. Gem.: Katharina v. Barro u. Jacatte v. Neuenstein 490 Nachtr. IV 370, 17. Fricktal 345, 16. Friedrich, Johann s. Rodersdorf. Fries, Nikiaus, s. Basel, Weihbischöfe. Friesen, Frisones 69, 21. 393, 20. Fritschin, Strohpuppe 450, 11. Froberg, Montjoie, Freiherren: Johann 12G,'l2. Maria s. Aarberg. Froburg, Grafen 342, 12. — Adalbero, Ortlieb u.Ludwig s.Basel, Bischöfe. Fröweler v. Erenfels, Hartmanu, Obzftmr. 482 A. 1. — Jakob, Obzftmr. 482 A. 3. — Henmann, Obzftmr. 483 A. 4. Fröwler v. Hirzbach, Rudolf, Dom- custos 175, A. 4. 235, 11. — Henmann, Schulherr 175, 5. 236 A. 2. Fröschbach 398, 13. Fröscheneck 146,20. 178,6. 421,1. Froidenouw, Kuno ze, u. Gem. Elsa 9, 9 A. 4. Fronaucr, Gamuret 58 A. 4. Frundsberg, Georg v. 229 A. 4. 293, 20 A. 10. 295, 9. Fünf Orte 457, 1, 7. Fürnowerin u. ihr Mann 12, 1. Fürstenberg, Graf Heinrich I. 399, 22. Fürstenatein am Blauen 175,11. 176, 3. 408,32. 409, 9, 16. Gaeta 375, G. Gallarate 223 A. 6. St. Gallen, Stadt 291, 4. 297 A. 6. 347, 13. — Aebte: Berchtold v. Falkenstein 398, 3 A. 1. 399, 2. Kuno v. Stoffeln 85, 22 A. G. _ Gallia s. Frankreich u. Lombardei. — Gallici s. Burgunder. Garamantes s. Africa. Gatz, Peter, d. R., u. Gem. 14, 7 A. 10. Gebhart, Hans Heinrich, d. R. 257 A. 9. 454, 9. — Lucas, Bgrmr. 373, 25. 485 A. 8. — Gem.: Helena Surgant 373, 25. Gebwiler, Hieronymus 3G2, 22, 28. Personen- und Ortsverzeichnis. 511 Gebwiler, Hans, Chorherr v. St. Peter 305, 20. Geissriem s. Uetingen. Geldern 70, 1. — Herzog: Adolf 70, 3 A. 1. Gemminger, Johann, Offizial 30, 12. 51—52. 129, 20. Genevois, Graf v., s. Savoien, Philipp. Genf, Bischof: Hugo 113,12. Gerneck 308, 13. Geroldseck, Heinrich v., Herr zu Lahr 351, 15 A. 12. — Tochter: Adelheid u. Ursula s. Sarwerden u. Ram stein. Gerster, Hans, Stadtschreiber 355, 1. Gerung, Nikiaus s. Blauenstein. — Henmann d. junge 21, 23. 22, 3. — Heinrich, Fürgebüttel 22,5. — Gem.: Metzin 22, 10. Geulenbach 100,27. 321 A. 8. Geycrfalk, Thomas, Prediger im Augustinerkloster 300, 10 A. 7. Gherardini, Angelus, s. Sessa. Gilgenberg 351, 12. 352, 8. 437, 9 A. 4. — Vogt 437, 5. — Edle von: Hans Bernhard, u. Gem. Süslin Bock v. Staufenberg 352, 4. Hans Imer, Bgrmr. 355, 6. Gipsmüller, Peter 11,8. 494 Nachtr. Glarus 223 A. 0. Gnesgerne, Konrad 7, 14. Gobelinus Persona 29, 2. Göli, Konrad, Domherr 392, 7. Gösgen, Gotzkon 24, 9. — Edle v.: Gerhard 394, 17. Konrad, Domherr 233, 12. Götz, Jakob, d. R. 355, 12. 456, 15. Goldenfels, Roche d'Or 122, 10. 125, 20. 127,13. 129,2. 403,8. 417,7. 418, 24. 423, 7. — Vogt s. Varnoy. Goldschmid, Ursula 164,5.— Tochter s. Ursi. Gonzaga s. Mantua. Gotthard 87, 10. 251 A. 4. 256, 11. 260 A. 9. Gottschalk, Nikiaus, u. Gem. 10, 1 A. 2. GoufBer, Wilhelm, Admiral 230, 22. Graf, Greda, Magd 8, 7. — Mathias, Buchdrucker 297 A. 6. — Hans, d. R. 450, 19. Grandson, Granse 180, 14. 208 A. 1. —■ Freiherren: Simon u. Gem. Bertha v. Neuenburg 397, 2 A. 2. Otto a. Basel, Bischöfe. Granea, Erzbistum, s. Krain. Granwald s. Münster in Gr. Granwiler, Grandvillars, Diebold v. 187, 14. Gratia Dei, Anton 428 A. 3. Graubünden-, Rätien 254, 5. 375, 9, 15. 265, 13 A. 9. 429, 16. 456, 14. Graz 51 A. 2. Greifensee 60, 5. Gresamundus d. jüngere 197, 12. Grieb, Lienhard, Obzftmr. 165, 11. 451, 6, 13. 455, 1. Griechen, Griechenland 44, 21. 45, 11,20. 46,2, 12. 58,3. — Kaiser s. Constantinopcl. Grifus, Leonhard, Bischof v. Gubhio 209, 23. Grisse s. Vitztum. Gross, Hans, Organist 222, 3. Grosseto, Bischof: Niki. Spicelli s. Basel, Weibb. Gruber, Hans, v. Bern 176 A. 6. Gubbio, Bischof v., s. Grifus. Guise s. Lothringen, Claudius. Gundoldingen, äusseres, Weiherhaus 104, 26. 229, 3. Gundoltsheim, Philipp v., s. Basel, Bischöfe. Gut, Balthasar, Landschreiber auf Röteln 283, 17. 284, 9. Habsburg bei Brugg 400, 13. — bei Luzern 87, 6. 401, 6. — Grafen: 395, 14. 442, 18. Eberhard 401 A. 6. Rudolf s. Deutschland, Kaiser. Albrecht s. ebend. Hartmann, Landgraf i. Elsass 141 — 142. Karl 141, 1. 142, 12 A. 2. Rudolf II. s. Oestreich, Herzoge. Gottfried I. v. Laufenburg 397, 4 A. 6. Hans IL v. Laufenburg 87, 4. Habsheim, Habkiszheim 63, 8. Hachberg s. Hochberg. Hadstatt, Hohenhadstatt 62, 20. — Edle v.: Konrad Wernher, Landvogt im Elsass 402, 18. Hans Adolf, Erzpriester, u. Johann u. Anton, Domherren 420 A. 5. Häusern s. Huseren. Hagenau 47, 1. 127, 6. Hagenbach, Peter v. 66, 3, 9, 14 A.7. 67,9. 71—72. 73,6. 89—92. 163 13. 180,11. 208, 12 A. 7.— Eine v. H. 348, 18. Halberstadt 196, 31. Halbisen, Heinrich, d. R. 11, 16 A. 7. 512 Personen- und Ortsverzeichnis. Halbisen, Jakob 11, II. Haller, Nikiaus, alias Leonhardi, Ratschr. 488 Nachtr. IV 140, 7. Hallwil, Edle v.: Rudolf u. Gem. Ursula v. Laufen 14, 5 A. 7. Johann Rudolf s. Basel, Bischöfe. Halter, Rudolf 342, 1. — Christoff 341, 24, 27. Hardt, obere 164, 18; untere 181, 30. Harmsdorf, Hornstorf, Anshelm v. 300, 14 A. 8. Harnascher, Harnesch, Harnister, Läufer 11, 14. — Johann, Substitut 489 Nachtr. IV 141, 25. — Heinrich, d. R. 225 A. 2. — Walter, d. R. 225, 4 A. 2. 451, 15. — Wolfgang, d. R. 225, 4 A. 2. — Nikiaus 434, 1. jlartmann, Hans, der zer Hinden Mann 11, 9 A. 5. — Friedrich,gen. zer Linden, Obzftmr. 354, I. 451, 14. Hasenburg, Asuel 151, 14. —• Freiherren: Burkhard u. Hugo s. Basel, Bischöfe. Albrecht, Domherr 392, 7. Hans Ulrich 121 A. 9. Hans Lütold 151 A. 8. Hauenstein, Ludwig, Stadtschr. v. Kl. Basel, u. Gem. Anastasia Sürlin 493 Nachtr. VI 434, 28. Haupt, Burkhard zem, Obzftmr., u. Konrad, d. R. 483 A. 2. Hausen s. Husen. Havelberg, Bischof: Erich 113,12. Hebron, Bistum 334, 13. Heckel, Mathias, gen. Schwertfegcr 434, 1. Hegau 293, 7. 294, 1. Hegenheim, Hans v., d. R. 348, II. — Peter, Obzftmr. 14, 4. 349, 5. Heidelberg 59, 9. 163, 6. 196, 31. 286 A. 1. Heiden, Pagani, Gentiles, Etnici, Ungläubige 100,19. 110,4. 173, 19. 321, 16. 376, 28. 389, 19. Heilig Kreuz 78, 6. Heilig Land s. Palestina. Heinrich, Dompropst 389 A. 5. 391 A. 4. — Erzprister 392, 3. — Stadtarzt 11,17. Heitersheim 490 Nachtr. V 194 A.5. Hei, Konrad, s. Basel, Bischöfe. Helmstadt, Rabanv.,s.Speier,Bischof. Hericourt, Elenqurt 73,20. 126,7. 180, 14. 421 A. 7. Hermannus contractus 137, 9, 13. 378, 3. Hermannus od. Heinricus Minoritu 28, 4, 15. Herten 291, 15. Hertenbcrg 398, 14. Hertrich, Peter, Vogt 11,7. Herznach 112 A. 4. Hesingen 427 A. 3. Hessen, Hassia 58, 12. Heudorf, Peregrin v. 65, 9. Heydelin, Markus, Obzftmr. 484 A. 5. Hildesheim, Bischof: Hartbert v. Da- lem 391, 9. Hillweck s. Lützel. Hiltprand, Balthasar, Obzftmr. 456, 5. 481 A. 6. Hilzingen 293 A. 10. Hinden, zer, s. Hartmann. Hirzbach s. Fröweler. Hirzfelden 181, 8. Hochberg, Hachberg 283 A. 8. 284, 17 A. (i. — Markgrafen 396, 4, Heinrich II. 399, 17. Rudolf, Herr zu Röteln 15,9. G6, 3. 353 A. 6. 419 A. 5. Hochrütiner, Lorenz 297 A. 4, 6. Hohenberg, Anna v., s. Deutschland, König Rudolf. Hohcnems, Marcus Sittich v. 293, 19 A. 10. Hohenhadstatt s. Hadstatt. Holzach, Oswald, Statth. d. Obzftmrs. 494 Nachtr. VI 530, 5. Homburg 14 A. 12. 121, 9. 124, 6. 330, 6. 335, 4. 355 A. 8. 407, 2. 415, 22. 419, 2. — Grafen: Rudolf IL 442, 16 A. 7. Rudolf III. s. Basel, Bischöfe. Wernher 407, 1, 5 A. 1. Hornberg, Heinrich v., s. Basel, Bischöfe. Hornstorf s. Harmsdorf. Huber, Georg, bischöfl. Schaffner 443, 4. — Hans Rudolf, Bgrmr. 485 A. 10. Hubmaier, Balthasar 268, 5 A. 3. 303, 1 A. 3. Huckele, Adam, d. R. 456, 17. Hüningen 373, 16, 22. 434, 11. — Freihof 373, 16. — Losische Güter 373, 23. — S. auch Meyer v. H. Hütschi, Wolfgang, d. R. 456, 6. Hug, Hans Thüring, d. R. 457, 10. Hugo, Domsänger 392, 5. Personen- und Orteverzeichnis. 513 Hugonet, Wilhelm, Herr v. Saillant 69, 17 A. 5. Hunnen 102,12. 110,3. 380,7.382,1. — Fürst: Julius 109, 16. 136 A. 5. — König: Attila 136 A. 5. 137 A. 2. 170, 7. Husen, Henmanu v., Gerber, u. Gem.: Greda Tüllin 8, 15, 22. Huseren, Häusern 400, 22. Huss, Johann 276 A. 9. — Hussiten s. Böhmen. Huszwirt, Peter, u. Tochter 13, 17. 14,4. Hütten, Ulrich v. 199, 36. IIa, Liel, Isle- sur-Doubs 123, 15. 351, 6. Illkirch 273, 4. Ulzach 300 A. 7. lmelin, Jakob, Pfarrer zu St. Ulrich 273—275. 306, 17. St. Immertal, Ergewe 55 A. 9. 121, 5. 415, 8, 20 A. 4. 438, 8 A. 5, 6. Inder Matten, Hans, Bauernhauptmann 298 A. 1. 299, 4 A. 3. Indien u. Inder 218—219. Ingelheim 381, 5 A. 1. Innsbruck 164, 15. 196,31. 293A.10. 294, 17. Irmi, Hans, d. K. 16 A. 9. — Dainian, Toman 209, 7, 10 A. 3. — Hans, dessen Bruder, d. 11. 269 A. 3. 355, 8. Isolin, Achtbürgergeschlecht 4, 32. — jüngeres Geschlecht, Heinrich 3, 2. 5, 3. 7—8. — 2 Gem.: Katharina 7,7. 8, 12. Greda Tüllin 8, 15, 22. — 4 jung verst. Kinder 7 —8. — Konrad 3, 2. 5, 18. 7, 13. 8—10. 489 Nachtr. IV 141, 16. — 4 Gem.: Agnes 9, 1, 4. Clara 9, 5, 13. Eisina 9, 18. 10, 11. Greda 10, 13. — Tochter Agnes 10, 6. — 6 jung verstorb. Kinder 9—10. —■ Johann, Sohn Konrads 10, 8. — Mathias, d. II., u. Gem. Clara zum Luft 225, 6. — Johann Ulrich, Professor 4, 17, 23. Isenburg, Graf Dietrich, s. Mainz, Erzb. Isenflam, Heinrich 251, 3. 255, 1. 260, 17. Isenheiin 239, 28. Isny, Isena 400, 28. — Heinrich von, s. Basel, Bischöfe. Istein, Burg 85, 26. 121 A. 10. 127, 15. 176—177. 417, 1.— Dorf 261 A. 2. 355, 20. 356, 1. Baaler Chroniken. VII. Italien 42, 4. 55, 8. 184, 2. 200, 28. 222, 18 f. 250 A. 8. 330, 11. 383, 11. 423, 25. 424, 1. 453, 8. Yverdon, Yferden 455, 10. St. Jakob, Siechenhaus a. d. Birs 26, 30. 47, 4. 177, 8. 262, 21. 423, 19. Jerusalem 220, 28. 325, 15. 326, 3. 387 A. 2. 389, 1. Juden 413, 9, 12. Judex, Jacobus, s. Richter. Julius Caesar 185, 14. 375, 5. 376, 9. 415,9. — s. Hunnen. Jungholz 352, 7. Jura 224, 11. Kärnten 384, 10. Kaisersberg 280 A. 3. — Gisela v., s. Malterer u. Tierstein. Kallenberg, Chauvillier 121,25. 123 A. 8, 9. 129, 2. 415, 20. 418, 25. 423, 7. Kalmis, Charmoille, Hugo v. 115 A. 4. Kammerer, Geschlecht 395, 19. — Hans, Domdekan 345, 12. Kauncngiesser, Jakob 265, 2. Kappel 450, 8, 23. Karlisbach 359, 12. Kegel, Keigel, Hans 265, 4 A. 5. Kegeler, Kcigler, Heinrich, Pfarrer V. Weil 427 A. 3. Keller, Andreas, Obzftmr. 484 A. 11. Kernel, Emmerich v. 210 A. 2. Kempten 295, 7. Kenzingen 269—270. — Stadtschr. 270, 3, 7 A. 2. Kesscler, Hans, d. R, 10, 4. — Gem.: Tusinen 14, 8. Kettenheim, Peter v., Prior v. Feldbach 428 A. 1, 2. Kiburg, Grafen: Ulrich, Domherr 392, 5. Eberhard, Domherr v. B. u. Custos v. Mainz 233, 19 A. 9. Kienberg, Heinrich v. 394, 18. Kiensheim 89, 36. 90, 4. 281, 15. Kilchberg bei Zürich, Dekan s. Bal- degg._ von Küchen, Hieronymus, d. R. 457, 2. Kilchhofen, de Atrio, Peter v., Soldan, u. Tochter 14, 9 A. 14. Kilchmann, Ludwig, d.U. 493 Nachtr VI 432, 12. — Ottilia s.Lichtenfels u.Bloclimann — Hans, d. II., u. Gem. Anastasia Sürlin 493 Nachtr. VI 434, 28. 33 514 Personen- und Ortsverzeichnis. Kilwart, Konrad, Stadtschr. 9, 8 A. 2. — Gem.: Anna Murthen 9, 15 A. 9. zer Kinden, Geschlecht 396, 1. 408, 29. 410 A. 4. — Nikiaus 409, 2, 14, 20. Kinzigtal 269, 20. Kirchzarten 298, 5. Klett, Dr. Lucas, u. Gem. Elisabeth 197 A. 4. Klettgau 271 A. 7. Klingen, Walther v. 400, 24. Kluber, Hans Hug, Maler 493 Nachtr. VI 418 A. 10. Klus, jetzt Tschäpperli 490 Nachtr. IV 371, 11. Klybeck, Kluben 306, 9. Knolle, Peter, d. R. 12, 11. Knebel, Hans, Kaplan 21, 4. 163, 15. Knütel, Hans, u. Gem. Elsa Münch v. Löwenberg 17, 1. Koch, Kaspar, d. R. 354, 16. Köln s. C. Königsfelden 76, 13, 25, 30. 77, 3. 117, 15. — Kirche 77, 6. — Chor 77, 9. — Hochaltar 117, 14. Koler, Konrad 8, 6. Kolmar s. C. Konstanz s. C. Kornmarkt, am, de Foro Frumenti, Geschlecht 395, 11. — Rudolf, Bgrmr. 475 A. 4. Krafft, Geschlecht 395,11. 408,29. Krain, Granea, Erzbischof: Andreas Zamometic 164, 33. 208—210. 427 —429. 492 Nachtr. VI 303 A.2—5. Krattenstein 443, 10. Krenchli s. Bellingon. Krug, Sebastian, d. R. 457, 2. — Kaspar, Bgrmr. 485 A. 2. Küfer, Konrad 63, 16. Küng, Philipp, v. Tcgernau, Waldvogt, u. Gem. Anastasia Sürlin 493 Nachtr. VI 434, 28. Kybi s. Münzmeister. Lacedaemon, Bistum 330 A. 2. Länder, die drei Waldstätte 86 A. 4. 223 A. 6. 265, 13. 267, 23. S. auch Uri, Schwyz u. Unterwaiden. Lallo, Burkhard, alias ze Rin, Domherr 392, 8. Landenberg, Edle v.: Hugo s. Constanz, Bischöfe. Christoff 457, 15 A. 7. Margaretha s. Eptingen, Ludwig. Landgraben am Eckenbach 280, 4 A. 3. 281, 3 A. 2. Landser 177 A. 2. 178 A. 2. — Pfarrherr, Johann 234, 20. Landskron 224, 12. 490 Nachtr. IV 371 A. 7. S. auch Münch v. L. Langenargen, Langerach 353, 21. Langres, Lingonicnsis, Bischof s. Basel, Bischof Johann v. Chalon. Laufen i. Birstal 121,8. 127, 15 A. 5. 415, 21. 419, 1. — a. Rheinfall 124 A. 7. 420, 10 A. 3. Laufen, von, Peter, Obzftmr. 347 A. 10. 482 A. 6, 7. — Konrad, Obzftmr. 347, 19. 483 A. 5. — Tochter: Ursula s. Murer u. Hallwil. — Hugo, d. R. 348, 1. — Bernhard, Obzftmr. 15,4. 16,5. 349, 14. Laufenburg 05, 25. 299, 9. 347, 16. 492 Nachtr. VI 278, 18. 282, 4. S. auch Habsburg, Grafen. Laupen 80, 14 A. 7. Lausanne, Losen 3, 28. 4, 2. 52, 21, 24. 329 A. 4. 378,2. 401, 12. 424, 10. — Bischöfe: Hugo 113, 12. Ludwig de la Palud, s. Rom, Kardinäle. Sebastian v. Montfaucon 303, 22. 305, 7. Lautenbach, Heinrich u. Krafto v., Domherren 392, 6, 8. Lcyderer, Ulrich 290, 15 A. 9. 291, 4. Libanon, Assyrii montes 220, 29. Lichtenfels, Edle v.: Wolfgang u. Gem. Ottilia Kilch- mann 493 Nachtr. VI 434, 28. Melchior s. Basel, Bischöfe. Cornelius, Propst v. Münster i. Granfelden 458, 16. Liebinger, Peter, Dompropst 352 A. 4. Liel in Burgund s. IIa. Liestal 7, 18. 124,0. 222,7. 260,27. 274 A. 4. 288, 18 A. 4, 5. 289 A.4, 5. 330,0. 335,3. 407,3,9. 419,2. 451 A. 5. — Pfarrer s. Stör. Ligniöres, Limcrs 147, 6. Limpurger, Tilmann, s. Basel, Weihbischöfe. Livland od. Riga, Erzbistum 327 A. 3. Locarno, Lucaris 454, 11. Lörrach, von, Geschlecht 408, 29. — Hugo, Bgrmr. 476—477. Löwen, Levonia 154, 19. 321 A. 8. Löwenberg, Heinrich v. 421 A. '• S. auch Münch v. Müncheustein. Personen- und Ortsverzeichnis. 515 Lombardei, Lamparten, Gallia (Cis- alpina) 90, 5, 13. 183,24. 254,9, 12. 255, 9. 453, IG. Losz, Hans 373, 11. — Hans Jakob 370, 8. 373, 9 f. 427 A. 3. 440, G, 14. 495 Nachtr. 373. — Gem.: Helena Surgant 373, 17, 21, 25. — Losische Güter s. Hüningen. Lothringen 71, 18. 138,8. 249, 18. — Herzoge: Mathäus s. Toul, Bischöfe. llenatus 74, 16. 420, 20. Anton 231 A. 4. 249 A. 6. 280 __282 Franz 230, 21 A. 13. 231 A. 4. Johann s. Rom, Kardinäle. Claudius von Guise 280, 14 A. 8. Lotter, Hans 290, 7. Loysy, Herr v. (Loya v. Nevers?) 230, 12. J-aicca, Bischof: Anshelm s. Rom, Papst Alexander IL Ludi, Christof! 179, 12. Lübeckermeer, Ostsee 58, 13. Lüthart, Johaun, Prediger im Bar- füsserkloster 30G, 13 A. 5. Lüttich 380, 12. Lützel, Lucida Cella 114 A. 7. 152, 2. 283, 1. 430 A. 1. 441, 2 A. 1. — Abt: Theobald HUlweck 283, 6. Tiützelnburg s. Luxemburg. Lützelstein, Burg 59, 16. — Grafen: Wilhelm u. Jakob 49, 9. 59, 17. Jjiift, zum, Arnold, Domherr 194, 27. 195, 5. — Clara s. Iselin, Mathias. Lupfstcin 280 A. 10. 281 A. 3. Luscinius, Ottmar 305 A. 4. Luther, Martin 154,3. 201,22. 268 A. 6. 306,6. 430, 16 A. 3. Lutherische 266,18. 269—274.. 279, 15, 20. 281—282. 284—285. 287, 14,21. 290—292. 294—296. 298, 9. 303—300. S. auch Christen, evangelische. Luxemburg, Ijützelnburg 118,9. Tiuxenhofer, Hans, d. B. 45G, 17. Luzern G0, 3. 80, 10. 87, 6, 15. 105, 9. 259,5. 260,3,10. 267,24. 297, G. 300 A. 5. 352 A. 1. 432, 11. 439, 9 A. 4. 450,9. 452,6,17.453, !'• — Schulthciss s. Pfyffer. — Barfüsserkloster 329, 8. 401,1 A. 4. — Guardian: Konrad 329 A. 6. Lyon, Leon, Lugdunum 375, 11, 18. 401 A. 7. 487 Nachtr. I 223, 37. Lyon, Erzbischof: Amadeus v. Talaru 422, 12 A. 4. Maas, Mosa, Mosella 110, 17 A. 7. 249 A. 7. 252 A. 2, 4. Macerell, Geschlecht 395, 12. 441,10. — Johann, Bgrmr. 477 A. 6. Mähren 321, 17 A. 8. Maienmünster, Moyenmoutier 89, 1. Maier, Dr. Johann, s Eck. Mailand, Mediolanum 153, 9. 223, 4, 9, 24. 229, 12. 250, 16 A. 7. 251, 4. 254—256. 257, 9. 259—263. 266, 13 A. 4. 277—278. 324,20. 387,9. 454, 12. 455, 6. — Schloss 278, 16. — Fürst: Otto(?) 383,21. — Herzüge: Philipp Maria Visconti 87, 17 A. 8. Franz Maria Sforza 229, 10, 13. 202—203. 278, 8. Mainz 48, 15 A. 6, 9. 49, 17. 58, 18. 117,10, 188,3,5,10. 194,15. 196, 22. 197, 10. 201, 35. 233, 19. 329, 5. 337, 11. 379, 23. 401, 9 A. G. 403, 13 A. 8. 406, 8. 407, 15. 443, 21. — Barfüsserkloster 329, 5. 401, 1. — Erzbischöfe: Bonifacius 378, 6. Sunderold 321 A. 8. 379,24. Siegfried I. v. Eppenstein 384, 4 A. 3. lupoid v. Schönfeld 391, 8. Wernher v. Eppenstein 142, 19. Heinrich v. Isny s. Basel, Bischöfe. Gerhard v. Eppenstein 143, 3 A. 3. 407, 10 A. 3. Peter v. Aspelt s. Basel, Bischöfe. Adolf v. Nassau 58, 22. 67, 14. 68, 2. 69, 14. Dietrich v. Isenburg 58, 22. Malterer, Hans, u. Gem. Gisela v.Kai- serBberg 346, 17 A. 9. Mameluken 226—227. — Sultane s. Egipten. Manlius, Jakob 13G, 27. 141,3. Mansella, Benedikt, Legat 165, 20. 429, 6 A. 3. Mantua 196, 29. 383, 26. — Herzog: Friedrich Gonzaga 254 A. 3. Marcopolis, Bistum 332 A. 1. Marignano, Schlacht bei 153, 8. 223 —224. 261 A. 2. Marius, Augustin, s. Basel, Weihbischöfe. Mark, Graf Bobert v. der 249 A 7 Markgrafschaft, die Obere od. Röteln 283,14 A. 6. 291,15. 293,10. 297, 33* 516 Personen- und Ortsverzeichnis. 14. 299, 5. — Landyogt s. Bolsen- heim. — Landschreiber s. Gut. Maroniten 220, 28. — Patriarch: Simon Petrus 220, 31 A. 5. Marschalk, Geschlecht 395, 19. — Jakob, Bgrmr. 476 A. 3. — Günther, Bgrmr. 476-477. — Thüring, Bgrmr. 478 A. 1. — Günther d. letzte, Bgrmr. 481, Masmünster 488 Nachtr. IV 140, 7. Mason s. Mouson. Maternus 174, (i. 370, 15. Matzenheim 49 A. 2. Maulbronn 83 A. 3. Maulburg s. Mulberg. Maurbach, Murbach, Kartause in Baiern 233, 10. Medici, Johann s. Rom, Papst Leo X. — Lorenz 213, 2. — Julius s. Rom, Papst Clemens VII. — Jakob s. Musso. — Johann, Bandenführer 261 A. 6. — Katharina s. Frankreich, Könige. Medole 254 A. 3, 5. Megkynch, Gerhard, Stadtschr. 37, 3. 88,7. Meltinger, Heinrich, Bgrmr. 264, 21. 277 A. 5. 434,5. 454,20. 455,13. — Jakob 264, 21 A. 9. Memmingen 295, 6, 12. Menzinger, Hans, Stadtschr. 488 Nachtr. IV 141, 15. Merlo, Johann v. 487 Nachtr. IV 40 A. 2. Metz 68, 14. 197,24. 249,19. 420,21. — Bischöfe: Johann, Mgf. v. Baden 59, 6 A. 4. Johann, Hzg. r. Lothringen s. Rom, Kardinäle. Meyer v. Baldersdorf, Heinrich v. B. gen. Meyer, d. R. 492 Nachtr. VI 326 A. 6. — Heinrich (+ 1480) 492 Nachtr. VI 326 A. 6. — Michael, d. R. 492 Nachtr. VI 326 A. 6. — Bernhard, d. R. 355, 9. Meyer, Jakob, Krämer 490 Nachtr. IV 408 A. 8. — Jakob, zum Hasen, dessen Sohn, Bgrmr. 224, 18 A. 7. 248,6. 258,8 A. 2. 454, 16. Meyer z. Hirzen, Jakob, Bgrmr. 277 A. 5. 354, 13 A. 9. 484 A. 4. Meyer v. Hüningen, Hans Ulrich 353, 17. — Hans 373, 15. Meyer zum Pfeil, Hans Ludwig u. Nikiaus 353, 19. Meyer zum Pfeil, Adelberg, Bgrmr. 195, 4. 248, 5. 277 A. 5. 306, 24. 484 A. 3. — Bernhard, Bgrmr. 457, 8. 484 A. 10. — Barbara s. Ricspach. Meyer, Henmann, Schiffmann, u. Sohn Peter 12, 7 A. 9. Meyer, Nikiaus, Schleifer, u. Sohn Ludwig 15, 21. Mezieres, Mosier 252, 10. 253, 8. St. Michael s. Mont St. Michel. Michelbach 17, 4. Milan, Milandre 403, 5. Mörsbcrg, Morimont, Peter v. 187 A. 5. — Kaspar 187, 13. — Johann Wernher, Dompropst 293 A. 2. — Adelheid s. Rot, Friedrich. Montb61iard, Mömpelgart, Grafen: Dietrich III. 397 A. 6. Rainald 403, 5. 404, 26. 405, 1, 6 A. 2. Steffan 122 A. 5. 149 A. 4. Henriette s. Wirtenberg, Eberhard IV. Montcenis, Müntenisz 455, 4, 7. Montfaucon 125, 21. 127, 14. Montfort, Grafen: Hugo III. 406, 21. Rudolf s. Constanz, Bischöfe. Mont St. Michel 84, 20. 492 Nachtr. VI 300, 5. Montmorency, Anna v., Marschall 230, 13. Monza, Monschier 223 A. 4. 201 A. 6. 263 A. 2. 265, 11. Mouson, Mason 252, 5. Mülhausen i. E. 62—63. 65, 14. 72, 20. 260,21. 303,8. 402,6. 426,9. 427, 3 A. 3. 492 Nachtr. VI 315, 11. Müller, Hans, Bauernhauptmann 293 A. 4. 299, 8. Müller, Mathäus, Offizial 211, 12. Müuch, Geschlecht 395, 4, 19. 409 —410. — v. Landskron: Heinrich, Bgrmr. 475 A. 8. Härtung s. Basel, Bischöfe. Burkhard, Sohn Heinrichs, Bgrmr. 478 A. 2. Burkhard, dessen Sohn, Bgrmr. 479 A. 7. Konrad, Sohn Heinrichs, Bgrmr. 407, 25. 478 A. 5. Konrad, dessen Sohn, Bgrmr. 479 A. 4. Personell- und Ortsverzeichnis. 517 Konrad, s. Basel, Bischöfe. Burkhard d. ältere, Edelkn. 121 A. 7. 176-178. 417,3. Burkhard d. jüngere, Ritter 177, 2, 6, 11 A. 2. Münch v. Münchcnstein od. Löwen- herg: Götzmann, Bgrmr. 478 A. 6. Hartmann, Bgrmr. 478 A. 9. Konrad gen. Schlegel, Bgrmr. 478 A. 8. Konrad gen. Hapc, d. R. 421, 3 A. 1. Hartmann s. Basel, Bischöfe. Hans Thüring 16 A. 1. 420, 16. — Gem.: Fröwclina v. Eptingen 6, 20. 17, 1. — Tochter: Elsa s. Ramstein, Peter. — Söhne: Hans 17, 11. Konrad 17, 2. Münch v. Münchsherg: Konrad, Bgrmr. 476 A. 2. Konrad, dessen Sohn, Bgrmr. 478 A. 4. Münchenstein 289, 8. 354 A. 6. 450,2. Münchrot, Rot bei Memmingen 295, 12. Münsingen s. Senn. Münster im Elsass, St. Gregorskloster 96, 18. 157, 1. Münster in Granfelden, Grandisvallis, Mouticr Grandval 102,13. 110,8 A. 3. 137, 6. 380, 13 A. 6. — St. Germans Stift 429, 19. — Propst s. Xächtenfels. Münstertal 121, 1. 398,19. 415,10. 429, 19. Münster, Sebastian 302, 6. Münzmeistcr gen. Kybi, Hans, u. Gem. Jacatte v. Neuenstein 190 Nachtr. IV 370, 17. Mulberg,' Maulburg, Hans v. 82—83. Mumpf 290, 3. Munatius Plauens 375, 8, 13. Mundat, Montat, die Obere 90, 8 A. 2. Murbach 283, 1. — Aebte: Baldebert 110 A. 5. Georg v. Masmünster 300 A. 5. Murer, Heinzmann, d. R. 15, 16 A. 8. — Hans, d. R. 350,13. — Gem.: Els- beth v. Beuren u. Elsb. v. Weissen- burg 12, 2 A. 2. 350, 14. — Nikiaus,Obzftmr. 348,13. —Gem.: Ursula v. Laufen 14 A. 7. — gen. Buman, Heinrich, Krämer 355, 4. Muriaux s. Spiegelberg. Murnhart, Albrecht d. jünger, d. R. 346, 5. — Wernher, Obzftmr. 348, 2. Murten 180, 15. 208,6 A. 1. Murthen, Anna, s. Kilwart. Musso, Mysz, Herr v.: Jakob Medici 456, 14. Muttenz 17,4. 164,22. 289, 8. 421,2. Kafels, Nifers 87, 12. Nagel, Hans, d. R. 456, 16. Nancy, Nantse 74 A. 11. 180, 15. 208, 10. Nassau, Grafen: Adolf s. Deutschland, Kaiser. Adolf s. Mainz, Erzb. Heinrich 249 A. 7. 252 A. 3, 4. Navarra 251 A. 8. — Könige: Heinrich II. 230, 10. Heinrich IV., später Kg. v. Frankreich 459, 10, 12. Navarzan, Erzbistum 234 A. 4. 331, 10. Neapel, Königreich 183—184. 254 A. 4. — Stadt 184, 1. 196, 24. 383, 18. — Könige: Alfons II. 183, 25 A. 11. 184 A. 1. Ferdinand II. 184, 4 A. 1. Negroponte 46, 15. 58, 4. Neuenburg a. Rhein 156 A. 2. 398, 7. Neuenbürg i. Burgund, Grafen: Diebold VI., Herr v. Blamont u. Baume 123, 18 A. 7, 8. 125 A. 9. 334 A. 7. 418, 19. 490 Nachtr. V 184 A. 1. Humbert s. Basel, Bischöfe. Diebold VIII. 125, 24 A. 9. 351, 0. 418, 25. 421 A. 7. Diebold IX., Herr v.Blamont 351,8. Johann, Herr v. Montaigu 351,8. Karl s. Besancon, Erzb. Neuenburg a. See, Welschncuenburg 80, 15. 455,9. 459,23. — Grafen: 396, 4. S. auch Freiburg i. B. Rudolf I. 114 A. 7. Berchtold s. Basel, Bischöfe. Ulrich III. 396, 7. Rudolf II. 396, 21 A. 8. Heinrieh s. Basel, Bischöfe. Gertrud s. Toggenburg. Bertha s. Regensberg u. Grandson. Ludwig 80 A. 5. Verena s. Freiburg i. B., Graf Johann. Neuenfels, Berchtold v., Domherr 148, 9. Neuenstadt, Neuveville 415, 2. Neuenstein, Burg 175,11. 176, 2 A.3. — Jacatte v., s. Münzmeister u. v. Frick. 518 Personen- und Ortsverzeichnis. Neuss, Nüss 31, 13. 70,6. 71,5A.3. Neustadt a. d. Hardt 286, 5 A. 2. Nevers s. Loysy. Nidau 86 A. 7. 87, 1. — Grafen: Rudolf I. u. II. 396, 22 A. 9. Rudolf III. 86, 7 A. 7. Rudolf IV. 415, 5, 12. Niederland 250, 4. 251, 22. Nikolaiten 386, 7. Nordhausen 386, 5. Normannen 321, 17 A. 8. 379, 22, 25. 383, 17. 388, 2. — Herzog: Gottfried 383, 24. Novara, Nafren 261,16. 262,8. 454, 1». 455, 3, 11. Nürnberg 48 A. 6. — Burggraf: Friedrich II. v. Zollern 399, 17. 400, 13. Nüwe statt Arburg s. Aarburg. Oberland 405, 5, 9 A. 2. 411. 18. Oberlin gen. Schuli, Gregor 261, 3. Oberriet, Hans d. alte, d. R. 433, 22. — Haus d. junge 434 A. 1. — Franz, Bgrmr. 485 A. 1. — Jakob, Bgrmr. 485 A. 12. Oberwil 233, 1. 437 A. 2. Ochsenfeld 64, 12. 66 A. 9. Oekolarapad, Husschin, Johann, Claus Bader, Eckenlecker 274, 3 A. 2. 276—277. 301, 22 A. 6. 303, 23. 305 A. 6. 306, 3, 12. 430, 21. — Oecolampadii seeta 144,23. 156,7. Oestreich, das Fürstenhaus 16, 12. 59—62. 64 A. 1. 75, 24. 86 A. 7. 136,26. 176, 12. 178 A. 1. 211,23. 342, 26. 348 A. 4. 355 A. 5. 442 A. 9. 443, 2. — Regierung d. vordem Lande, »Regiment zu Ensisheim«, »die Herrschaft« 229, 9. 269, 19. 282 A. 2. 294, 10. 298 A. 6. 303, 2. — Herzogtum, Inneröstreich 49 A. 1. 58, 10. 67, 3. 75, 22. 76, 29. 233, 10. — Herzoge u. Erzherzoge: Albrecht I. s. Deutschland, Kaiser. Rudolf, dessen Bruder 117, 16. Johann Parricida 76, 12. 117, 15. 409, 6. 411, 1. Friedrich d. Schöne s. Deutschland, Kaiser. Leopold I. 77, 8. 86, 6. Albrecht III. 417 A. 4. Leopold III. 80 A. 4. 120,19. 140, 4. 333, 2. 407 A. 2. 415. 15. 416, 13. 417,2. Leopold IV. 177 A.l. 178,1. 417, 3 A. 1. — Gem.: Katharina v. Burgund 177, 1. Friedrich, dessen Bruder 78, 3. Friedrich, Erzherzog, s. Deutschland, Kaiser. Albrecht VI. 46, 20. 54, 4. 58 A. 3. 0(1—62. 129,5. 348, 16. 423, 10, 23.— Gem.: Mechtild v. d. Pfalz 61,2 A. 2. Sigismund 62—63. 65, 2, 20. 68, 7. 72—73. 132, 22. 164, 1, 13. 208, 8. 426, 17. Maximilian I. s. Deutschland, Kaiser. Philipp s. Castilien, Könige. Karl V. s. Deutschland, Kaiser. Ferdinand I. S.Deutschland,Kaiser. Maximilian IL s. Deutschland, Kaiser. Rudolf IL s. Deutschland, Kaiser. Oezcli, Ezelinus 392, 19 A. 7. Offenburg, Albrecht, Apoth. 490 Nachtr. V 305 A. 1. — Henmann, Obzftmr. 148, 16. 354 A. 3. — Peter, Bgrmr. 225 A. 1. — Henmann, Bgrmr. 455, 5. 484 A. 7. — Eglin, d. R. 434, 7. Olsberg, Kloster 283, 1. 362, 1. Ölten 415, 6. Oltiugen im Sundgau 317 A. 1. Oltinger, Franz, u. Gem. Agnes 10, 8 A. 7. Oppenheim 141,26. 143, 10. Orient 225, 18. 227, 10, 32. Ospernel, Andreas, Obzftmr. 350, 1. Ostsee s. Lübeckermeer. Other, Jakob 269, 22 A. 8. Othlem, Konrad, s. Basel, Weihbischöfe. Ottmarsheim 164, 9. 398, 13. Pacheco, Diego, Barfüsser 217, 27 A. 7. Padua 197, 24. — Herrv.: Franz Carrara29,17 A. 4. Palästina, Heilig Land 387, 6. 389, 20. Palicc, Jakob v. Chabanne, Herr v. 230, 17. Parcival, Johann, Stadtschr. 488 Nachtr. IV. 133, 15. Parentucolli, Thomas s. Rom, Kardinäle. Paris 39,4 A. 2. 154, 19. 459, 14. Parma 254 A. 6. — Bischof: Chadclo s. Rom, Gegenpapst Honorius. Personen- und Ortsverzeichnis. 519 Pavia, Bafy 40 A. 3. 229 A. 4. 251 A. 3. 262—203. 277—278. 454,15. Payerne, Peterlingen 380, 17. Penninische Alpen, juga Apennina 222, 19. 223, 2. Petri, Adam Heinrich, Stadtschr. 488 Nachtr. IV 141, 15. Petrus, Apostel 172, 19. 173, 18, 22. 174, 5. Petrus S. . . .? campsor (um 1475) 7,11. Pcyger, Kuman, Glöckner 222, 4. Pfaff, Geschlecht 395, 11. Pfaffenheim 7, 5. 400, 22. Pfalz, Rheinpfalz 286, 1. Pfalzgrafen hei Rhein: Ruprecht s. Deutschland, Kaiser. Ludwig III. d. Bärtige, Kurfürst 00, 20. 61, 9. 78, 4. Ruprecht, dessen Sohn, s. Cöln, Erzb. Friedrich I., Kurfürst 58 A. 6. 59, 4, 15. 61, 2 A. 2. 67, 14, 18. — Mechtild, dessen Schwester s. Oestreich, Herzog Alhrecht VI., u. "Wirtenberg, Graf Ludwig. Ludwig V, Kurfürst 286, 2 A. 1. 294, 20. Steffan, Sohn König Ruprechts 49 A. 5. Ruprecht, dessen Sohn, s. Strass- hurg, Bischöfe. Ludwig d. Schwarze 58, 19. 67, 15. 68,4 A. 6. Friedrich III., Kurfürst 459 A. 10. Kasimir, dessen Sohn 459, 22. Pfeddersheim 286 A. 1. 295 A. 3. Pfeffingen 153,11. 248 A.l. 258 A. 3. 382 A. 1. 430, 25. 456, 1. — Kirche 144, 11. 350.4. Pfefferkorn, Johann 200, 2. Pfirt, Grafschaft 65, 24. 73, 16 A. 4. 397, 11. 402, 14. — Grafen: 395, 15. Friedrich IL 116 A. 6. 391,21. Ulrich IL 397, 10 A. 6. 443, 1 A.l. Berchtold s. Basel, Bischöfe. Diebold I. 397 A. 6. 402,11. 405. 7 A. 3. 411,4. Ludwig, s. Basel, angehl. Bischöfe. Agnes s. Aarberg, Graf Ulrich I. Ulrich III. 442, 4. Pfulwendorf, Hans, d. R. 14, 3. Pfunser, Magnus, Gerichtschr. 12, 6 A. 8. 489 Nachtr. IV 141, 16. Pfyffer, Ludwig, Schultheis» v. Luzern 105, 8. Philippus, Astronom 33, 34 A. 4. 81, 11. S. auch Stoltz. Philippi, Jakob, Leutprioster am Münster 33 A. 4. Piacenza 254 A. 6. 262 A. 4. Picarden 90, 5, 36. 91,9,12. 180,10. Pierre Pertuis, Pirreport, Petra Julia Caesaris 185, 14. 415, 8. Pisa 83 A. 2. 118,8. Pizzighetone 278 A. 6. Plützhusen, Pleujouse 121,10. 125, 22. 127, 15. 415, 22. 418, 24. St. Pol, Renatus, Graf v. 230, 11. Polen 250 A. 3. Pomesanien, Bistum 329 A. 1. Porto, Portugalia, Bischof: Anton Martini 422, 13 A. 4. Portugal, König: Emanuel 216, 18. 217—220. Prag 44, 16. — Erzbischof s. Cou- tances, Bischof. Pratteln, Bratelen 263,10. —Weiherhaus 187, 9. Procopius 43, 16. Predigerorden, Dominikaner 82, 27. 118, 6. 209, 5. 385, 8. 412, 16. Provence 227, 14. Pruntrut, Brunnendrut, Porrentruy 55 A. 9. 122, 8. 132, 2. 140, 18. 145, 28. 149, 24 A. 4. 153, 25. 397, 4 A. 6. 439, 2 A. 4. — Schloss 149,23. 150, 19. 152, 1. 154,23. 156, 13 A. 5. 403, 4. 416, 4. 417, 6. 425, 20. Radolfszell, Zell am Untersee 285, 3. 293, 8, 13, 17. Radulfus, Pfarrherr v. Wenzweiler u. Stadtschr. 487 Nachtr. IV 133, 14. Rätien s. Graubünden. Rambaldis, Benevenutus de 29, 4, 8. Ramsbach 17, 4. 493 Nachtr. VI 530, 5. Ramstein, Burg 443, 12. — Freiherren 395, 11. 443, 10. Thüring u. Burkhard 443 A. 7. Imer s. Basel, Bischöfe. Rudolf 148, 15. 150, 4. 351,4, 11 A. 14. 352, 3, 10. — Gem.: Ursula v. Geroldseck 351, 13 A. 14. 352 A. 1. Ursula s. Falkenstein. Margreth u. Anna 351, 16 A. 15. 352 A. 2. — Edle v.: Burkhard Wernher, Bgrmr. 478 A. 3, 10. Ulrich, Bgrmr. 478 A. 7. Henmann, Burkhards Enkel. Bsrrmr 480 A. 2, 4. b 520 Personen- und Ortsverzeichnis. Kunzmann, Bgrmr. 419, 2 A. 2. Henmann, dessen Bruder, Bgrmr. 419,2 A. 2. Peter 11, 6. 17 A. 2. — Gem.: Elsa Münch v. Löwenberg 17, 1 A. 2. Ulrich, Burkhards Enkel 121 A. 8. Heinrich, d. R. 50 A. 7. Randeck, Balthasar u. Heinrich v. 187, 15. Rapperswil 00, 8. 62, 12 A. 4. Rappoltstein 20f>, 21. 385 A. 1. — Freiherren: Anshelm 405, 23. Wilhelm 164, 10. Rappoltsweiler T93, 7. 206 A. 4. Rainere s. Rotberg. Ratsamhausen, Bernhard v., s. Basel, Bischöfe. Ravenna 196, 24. 213, 5. Ravensburg 8 A. 2. Rebhan, Leonhard, Prediger z. St. Peter 305, 20 A. 11. Rechberg, Hans v. 61, 13. Rechburger, Franz, Obzftmr. 485 A. 9. Recher, Johann,Unterschr.488Nachtr. IV 135,4. Regensberg, Lütold v.,u. Gem. Bertha v. Neuenburg 397, 1 A. 2. Regensburg 67, 3. 268 A. 4. 270,14. 387 A. 1. Reich, Divcs, Geschlecht 395,11. 441, 14, 18. — Heinrich, Bgrmr. 475 A. 3. — Rudolf, Bgrmr. 475 A. 5. — Mathias, Bgrmr. 476 A. 10. — Peter s. Basel, Bischöfe. — Peter, Bgrmr. 479 A. 3. — Heinrich, dessen Sohn, Bgrmr. 480 A. 8. Regisheim, Peter v. 62, 15. Reichenau, Kloster 111 A. 1. 321, 2. 378, 13, 29. 436 A. 6. — Aebte: Waldo u. Haito 8. Basel, Bischöfe. Reichenau, Wilhelm v., s. Eichstädt. Reichenweiler 281, 15. Reinach i. Birstal 437 A. 2. — Edle von: Hans Erhard 232 A. 5. Hans Rudolf, Domherr 232, 10. Jost, Domherr 328, 11. Reischach, Ruschach, Eck v. 293, 19. Remolini, Franz. s. Rom, Kardinäle. Rennerin, ein Geschütz 489 Nachtr. IV 197 A. 8. Rennetschwil, Letze bei 64, 17 A. 7. Retymo, Bistum 331 A. 4. Reuerinenorden 385, 8. Reuss, Rüss 76, 16. Rhein 54, 9. 83, 12. 84, 6. 110,5. 141,2,16,29. 183,7. 187, 19. 188, 1. 199, 28. 210, 17, 19. 215, 15. 229 A. 3. 269, 2. 290, 4. 355, 20. 376, 10, 13, 27, 33. 377, 13. 380, 9. 411, 18. 455, 19. 460, 8. — Städte a. R. 173, 2. — Bistümer 443, 14. Rheinland 58, 13. 70, 20. Rhein, zu, Geschlecht, s. Rin. Rheinau i. Elsass 141, 2, 16, 29. Rheinfelden, der Stein 60, 17. 398, 14. 412 A. 7. — Stadt 21, 22. 61, 15, 19. 303, 4. 398, 7. 350 A. 6. 407, 24. 428 A. 1. 460, 9. - Herrschaft 65, 25. 187, 11. 291 A. 7. 353, 4. 398, 11. Rheinweilcr 350, 11. Rhcinzabern, Zabern 194, 16. 196, 22. Rhenanus, Beatus 362, 20. 363, 16. Rheno, Nicolaus de, s. Basel, Weihbischöfe. Rhodus 227, 5, 26 A. 2. 228, 5. — Grossmeister: Fabricius Carretto 228, 9. Rhosos, Bistum 335, 19. Riario, Peter, s. Rom, Kardinäle. Richter, Judex, Jakob 199, 26 A. 1. Riehen 127, 16. 337, 17. 430, 27 A. 6. 476 A. 6. Richer, Heinrich d. jüngere, d. R. 166, 33. Riespach, Hans, u. Gem. Barbara Meyer z. Pfeil 493 Nachtr. VI 418 A. 10. Rimini 196, 25. Rin, zc, de Reno, Geschlecht 395, 19. S. auch Lallo. Johann, Bgrmr. 477 A. 1, 4. Johann, Domherr 392, 6. Clara, vel Vorgassen 8, 1. Heinrich 176, 4. Friedrich s. Basel, Bischöfe. Johann, Domdekan 148, 8. 350, 8. 489 Nachtr. IV 302 A. 3. Jakob, Bgrmr. 349, 10, 17. Burkhard, Bgrmr. 349 A. 9. Kaspar s. Basel, Bischöfe. Rineck 224, 12. Ripailles, Riparia 47, 17. Ritter, Heinrich, d. R. 14, 1. — Mangnus, d. R. 12 A. 8. Robur 376, 6. Rochc-en-Montagne, Rupe, Grafen: Heinrich u. Wilhelm, Herren zu Villars-Sexel 419, 1 A. 1. Rochefort, Franz v. 434, 10 A. 8. Rode, Thomas v., Erzpriester 148, 8. Rodersdorf, Pfarrer: Johann Friedrich 288, 10 A. 3. Personen- und Ortsverzeichnis. 521 Rösselmann, Hans, Schultheiss v. Col- mar 405, 24. Röteln, Burg 283—284. 297, 15. 301, 15, 21. — Herrschaft s. Markgrafschaft, die Obere. — Freiherren 396, 5. 441, 5, 7. Dietrich 442, 15 A. 7. Walther s. Basel, Bischöfe. Lütold s. ebend. Konrad 397, 2 A. 5. — Markgrafen s. Hochberg u. läadcn- Durlach. Röyst, Marcus, s. Zürich, Bgrmr. Rom, Stadt 15, 2. 16, 2. 36, 13. 40, 15, 19. 42, 5 A. 3. 50, 4. 51—52. 53, 11. 57, 17. 77,17. 83 A. 2. 104 A. 2. 109, 10, 12. 122, 5. 129, 21. 155, 14. 165, 22. 166, 4. 183, 21. 194, 10. 195, 15. 196, 21, 27. 197, 24. 200,8,21. 203,28. 207,8. 209, 21 A. 3. 210, 4 A. 2. 217—220. 221, 10. 227,25. 236, 1 A. 3. 254, 6. 264 A. 3. 349, 7. 376, 25. 383, 9, 13, 17 A. 6, 8. 388, 1, 12 A. 1. 414, 20. 416, 20. 422 A. 8. 429 A. 3. 437 A. 5. 492 Nachtr. VI 303 A. 3. — Engelsburg u. Engelsbrücke 155, 15. 218, 28. — Lateran 42, 5. 213 A. 4. 326, 13. — St. Peter 54, 10. — Vatican 51, 12. 209, 21. 210, 5. 214,6. 215, 2. Rom, Stuhl zu, Römische Curie 3, 27. 113, 4. 155, 3. 164, 34. 165, 17. 173, 1. 227, 27. 236, 2. 254, 10. 412, 6. a °rn, Päpste: Anacletus tu Clemens I. 173,22. Urban I. 172, 17, 21. Pontianus 109, 5. 172, 13. Ciriacus (legendär) 109, 6, 13. 172, 9. 376, 26. Anterus 172 A. 5. Lucius I. 173, 22. Silvester I. 172, 19. Leo I. 173, 23. Gregor III. 157, 14. Leo IX. 137, 11 A. 5. 139,5. 382, 23. Nikolaus IL 383, 8. Alexander IL 383, 20, 22, 26. Honorius IL, Gegenpapst 383, 16, 21, 384, 1 A. 1. Gregor VII. u. Paschalis IL 386, 1. Alexander III. 387—388. Victor IV, Gegenp. 387, 19 A. 11. 388 A. 0. Paschalis III., Gegenp. 115 A. 3. 387 A. 11. Innocenz III. 391, 4. Gregor IX. 391, 17. 392, 9, Innocenz IV. 394, 15. 487 Nachtr. IV 133, 14. Urban IV. 396, 15. Gregor X. 116 A. 9. 173, 4. 401, 9 A. 6, 7, 8. Martin IV. 403, 12. Honorius IV. 143, 4. 403, 16 A.7, 8. 404, 3. Bonifacius VIII. 406, 10. Clemens V. 118 A. 2. 330 A. 5. 407, 11, 17. Johann XXII. 412, 10 A. 4, 7. Benedict XII. 118 A. 4. 145 A. 6. 413 A. 2. Gregor XL 3, 33. 235, 4. Clemens VII. 122, 6 A. 3. 333, 2 A. 1. 414,13 A. 4. 416,13 A. 10. Benedict XIII. 77, 11. Urban VI. 122,5 A. 3. 414,12 A. 4. 416, 19 A. 10. Urban VII. u. Clemens VIII. 77,12. Bonifacius IX. 418 A. 3. Innocenz VII., Gregor XII. u. Alexander V. 83 A. 2. Martin V. 35,13. 38—39. 124, 18. 125, 6. 146 A. 6. 335 A. 4. 420, 10 A. 1. 421, 7, 10. Eugen IV. 35, 18, 24. 39, 11 A. 3, 7. 40, 15 A. 1,2, 6. 42,1. 45—53. 56A.2. 128,24. 129,17,21. 421, 18. 422, 18. 423—424. Felix V., Amadeus v. Savoien 47 —48. 50, 12. 51, 11 A. 1. 53, 10,13,15. 57,14. 128 A. 4. 129, 18. 130, 19. 147, 16. 336 A. 4. 424, 5, 8, 11, 14. 425, 6. 489, Nachtr. IV 58. Nikolaus V. 35, 25. 42 A. 7. 50, 20. 51 A. 1. 53—54. 57, 17, 19. 130,8. 424, 8, 12. 425, 1. Calixtus III. 54, 10. 131, 14. 425, 17. Pius IL, Aeneas Silvius Piccolo- mini 29, 15, 28. 35, 26. 55—56. 59 A. 8. 62 A. 3. 131, 1 A. 1. 132,7, 11. 150,4, 8. 426,4. Paul IL 56, 6. Sixtus IV. 56—57. 209, 2 f. 427,13. Innocenz VIII. 165,23,28,31.213, 4. 429, 3 A. 2. Alexander VI. 54 A. 10. 213 A. 2. Pius III. 67, 4 A. 2. Julius IL 213 A. 3. 214, 1. 222, 17 A. 9. 453, 8, 17. 454, 3. Leo X., Johann Mediei 154, 14. 200, 3, 9. 213—215. 216—221. 222 A. 9. 227,21,34. 228 A. 1. 254, 6 A. 3,4. 265,17,20. 431,10. 522 Personen- und Ortsverzeichnis. Clemens VII. 155, 14. Julius III. 437 A. 5. Paul IV. 438, 1 A. 1. Rom, Kardinäle: Bischof v. Albano, Franz Remolini 225, 13 A. 7. Bischof v. Porto, Franz Soderini, vorher B. v. Volterra 225, 14 A.7. Bischof v. Sabina s. Papst Felix V. Bischof v. Tusculum, Johann Sa- vclli 404, 3 A. 2. v. St. Angelus, Julian Ccsarini 38, 20. 39, 8,15. 42 A. 4. 44, 8. 45, 7 A. 3. 55, 5. v. St. Cäcilien, Ludwig Allemand, Erzb. v. Arles 42 A. 4. 47—49. v. St. Clemens, Franz Condolmieri, Patriarch von Constantinopel 4(i A. 4. v. St. Crucis, Nikolaus Albergati, Kartäuser 53, 6. v. St. Marcus, Marcus Barbo, Patriarch v. Aquileia 08, 3 A. 5. v. St. Maria in Via Lata, Domini- cus Capranica, Bischof v. Fermo 55 A. 3. v. St. Nereus u. Achilleus, Johann v. Tagliacozzo, Erzb. v. Tarent 39, 17. 42 A. 5. 45, 7 A. 5. v. St. Onofrius, Johann v. Lothringen, Bischof v. Metz u. Verdun 280, 15 A. 8. v. St. Pudentiana, Mathäus Schinner, Bischof v. Sitten 253—257. 265, 17. v. St. Sixtus, Peter Riario 56 A. 6. v. St. Susanna, Ludwig de la Palud, Bischof v. Lausanne 128, 8 A. 4. Römer, alte 109, 7. 172, 0. 173, 27. 376, 12. 377, 1. Römische Kaiser: Maximinus 109, 7. 172, 13. Claudius Gothicus, Probus, Aure- lius CaruSjDiocletianus, Constan- tius u. Maximianus 224 A. 5. Julianug 375, 24. Gratianus 376, 2, 5. Valentinianus I. u. IL 376, 3 A. 1, 2, Justinianus I. 174, 2. Römisches Reich deutscher Nation s. Deutschland. Ronceval, Runzpfal 251, 13, 17. Rosegg, Heinrich, Ammeister 7, 12. 483 A. I, 7, 8. Rosen, König v. d., s. Suffolk. Rosenfeld, Stadt 5, 4. 7 A. 1. — Erhard, d. R., samt Mutter 14, 2 A. 3. Rosenburg s. Rot, Friedrich. Rossmann, Hermann, s. Basel, Weihbischöfe. Rot, Hanemann, Obzftmr. 481 A. 7. — Hartmann, Bgrmr. 235 A. 4. 480 A. 5. — Hans, Bgrmr. 15, 13. 148, 16. — Friedrich, v. Rosenburg, d. R., u. Gem. Adelheid v. Mörsberg 353, 5. — Jakob 300, 15. — Stoffel 355, 2. Rot s. Münchrot. Rotacker, Heinrich, s. Basel, Weihbischöfe. Rotberg, Eatberg, Edle v. 342, 13. 395, 19. 408, 30. 409, 1. 410 A. 4. — Wernher, Ritter 409, 1, 9. — Arnold, d. R. 346, 16. — Henmann, Bgrmr. 480 A. 3. — Hans Ludmann, Bgrmr. 481 A. 3. — Wernher u. Gem. Anna v. Brun- kilch 347, 3. — Arnold, Bgrmr. 11,4. — Bernhard, Bgrmr. 15, 1. 148, 15. 349, 9. — Arnold s. Basel, Bischöfe. — Sofia s. Zibol. — Ludmann 350, II. — Arnold, Ritter, u. Gem. Kune- gunde v. Baden 355, 14 A. 10. Rotes Haus, Paulinerkloster 164, 19. Rotweil 207, 3. 457, 15. Rüdesheim 33 A. 4. Rüedi, Jakob, Obzftmr. 485 A. 3. Rüsch, Nikiaus, Obzftmr. 22, 30. 104, 17 A. 2. — Adolf, Chorherr v. St. Peter 487 Nachtr. III 287, 1. Rüti, Berchtold v., s. Basel, Bischöfe. Ruffach 165, 3. 282, 13. 300, 5, 10 A. 5. Rupc s. Roche. Ryhiner, Heinrich, Stadtschr. 222 A. 2. 488, 489 u. 493 Nachtr. IV 141, 6. 142,4 u. VI 463, 18 A. 2 u. 464, 13. Saaz, Sotz 38, 13. Sachsen 58,12. 70,20. 111,10. 138,8. — Kurfürst Friedrich d. Sanftmütige mit Gem. Margaretha v. Oestreich u. Sohn Ernst 69, 27 A. 6. Sackbrüder 402, 9_A. 3. Säckingen s. Seckingen. San, Sofi, Ismail, Beherrscher v. Pcr- sien 226, 2 A. 2. Saillant s. Hugonet. Sarwerden, Graf Johann v., u. Gem. Adelheid v. Geroldseck 351 A- U- 352 A. 1. Salins, Salina 181, 26. Personen- und Ortsverzeichnis. 523 Saturnus 375, 9, 16. Sausenberg 283 A. 6. Savoien, Sabaudia 50, 17. 183, 24. 424, 15. — Herzöge: Ludwig d. ältere 10, 10. 48, 5. Amadeus VIII. s. Born, Papst Felix V. Philipp, Graf v. Genevois 47, 20 A. 11. 48, 5. Savelli, Johann, s. Rom, Kardinäle. Savonarola, Iiieronymus 20:t, 8. Schaffhausen 47, 1. 65, 11 A. 6. 268, 1. 271, 5. 272, 20. 273, 2. 282, 6 A. 3. 293, 11, 22. — Bgrmr.: Hans am Stad 65, 11 A. 6. Schaffner, Hans, gen. von Brunn, d. R., u. Gem. Agnes u. Barbara v. Brunn 433, 22 A. 12. Schalberg 490 Nachtr. IV 371, 11. Schaler, Scholcr, Scalarii, Geschlecht 395, 4, 19. 409—410. — Peter L, Bgrmr. 475 A. 2. — Peter IL, Bgrmr. 404,20. 476 A.l, 4 9. — Peter III., dessen Sohn, d. R. 409, 17, 21. — Konrad gen. Rumelher, Bgrmr. 477 A. 5. — Konrad gen. v. Benken, Bgrmr. 477 A. 7. — Peter V., dessen Sohn, Bgrmr. 479 A. 2. — Ottmann, Bgrmr. 480 A. 1. ~— Wernher s. Basel, Bischöfe. Schaller, Kaspar, Stadtschr. 273 A. 5 488 Nachtr. IV 140, 19. Scheckenbürlin s. Zscheckenpürlin. Scheide, Escaut, Sau 252, 3, 10 A. 2. Schellenberg, Heinrich v. 187, 15. Schenck, Geschlecht 408, 30. Schermann, Heinrich, u. Peter, d. R. 13, 13 A. 9. Scherweiler 281, 6 A. 2, 3. Schilling, Nikiaus, Ammeistcr 483 A. 8. Schinner, Matthäus s. Rom, Kardinäle. Schlettstadt, Selestat 208, 4. 280, 4. 426, 19. ' Schlierbach, Heinrich, d. R. 349, 19. Schlossberg bei Neuenstadt 403, 8. Schmidt, Felis, s. Zürich, Bgrmr. Schmid, Haus Heinrich, gen. Dry- masz, d. R. 9, 8 A. 3. Schmid, Hans, v. Ottmarsheim 164, 9, 14. — Tochter: Verena s. Ursi. Schnitt, Konrad, d. R. 309—315. 341—344. 361,18. 362,15. 448,34. 454 A. 2. 456 A. 3. 489 u. 491 Nachtr. IV 241, 14. u. VI 94, 7 A. 6. 95, 14, 19. Schölderlin, Henmann, u. Gem. Anna 10, 5 A. 5. Schölle, Blasius, Obzftmr. 484 A. 9. Schönau, Heinrich v., bischöfl. Vikar 273, 11 A. 3. 292, 6. — Hans Rudolf 292 A. 5. Schönenberg, von, Geschlecht 408, 29. Schönenwerd, Stift St. Leodegar 23, Schönkind, Konrad, d. R. 15, 4. 16, 5. 349 A. 8. — Jörg 167, 8. 354, 7. — Peter 349, 15 A. 8. Schöntal, Kloster 315, 31. — Briefe 326,8. 327,7. 329,10. 331,6. 335, 11 A. 5. 343, 7. Schönwetter, Johann 13, 10. Schopf heim 298 A. 1. Schorp s. Zschorp. Schottland 250, 0 A. 3. Schrattenbach 295, 6. Schürer, Michael, Wiedertäufer 297, 3, A. 2, 4. Schüriu, Jost, Domherr 175, 5 A. 7. Schuli s. Oberlin. Schulthess, Ulrich, Bgrmr. 485 A. 7. Schwarzenburg i. Weilertal 434, 13. Schwarzwald, Wald 64, 17. 66, 1. 181, 27. 283, 15. 293,9. 299 A. 4. 380, 10. Schwaben 58,11. 67,7. 69 A. 6. 111, 10. 380, 8. 406, 20. 411, 18. — Herzog: Rudolf v. Rheinfelden 3S4, 9. Schwäbisoher Bund 279, 17. 285, 22. 295, 15 A. 5, 7. 296, 18. 429, 15. Schweglerin, Verena, u. Tochter 13, 7. Schwertfeger s. Heckel. Sehwitzli d. ältere, u. Tochter 12, 6 A. 7. Schwyz, Switenses 59, 20. 60, 3. 85, 18. 86, 7, 10. 87, 12. 224, 6, 9. 401,5 A. 3. 405, 10. 439, 9. 452, 15. 453, 3 A. 5. Seckcnheim 59 A. 1. Seckingcn 61, 6. 65, 25. 348, 17. — Rheinbrücke 187, 23. Seckingers Wittwe 14, 7 A. IL S6dan 249 A. 7. Selef, Saleficus 325, 16 A. 10. 389, 3. Seleucia 389, 1 A. 1. Selz, Abtei 125, 3. 127, 4. 335, 15. 421, 11. — Abt: Joh. v. Fleckenstein s. Basel, Bischöfe. Sempach 87, IL 146, 6. Senn v. Münsingen, Burkhard 144, 18. 145,4. — Gem.: Johanna v. 524 Personen- und Ortsverzeichnis. Buchegg 119, 5 A. 3. 144,19. 145, 5. 413, 1. Senn von Münsingen, Johann s. Basel, Bischöfe. — Konrad 332 A. 2. — Peter s. Basel, Weihbischöfe. Sennheim 300, 6. — Hans V. 11, 10. Sessa, Suessa, Schweden, Bischof: Angelus Gherhardini 165, 3. 210, 1. 427—429. St. Severino, Galeazzo v. 231, 6. Sibental, Konrad, d. R. 10, 7. Sicilien 183 A. 11. Sickingen, Franz v. 249, 0, 17 A. 7. 251, 23. 252,9 A. 3, 4. 258,2 A.l. Siena 40 A. 3. 118, 5. Sierenz, Siritz 178, 2. Silberberg s. Tunsei. Sillinen, Jost v., s. Sitten, Bischöfe. Sisgau 323, 14. 342, 25. 385, 2. 411 A. 4. Sitten, Bischöfe: Mathäus Schinner s Rom, Kardinäle. Jost v. Sillinen 428, 5 A. 3. Sittikust s. Basel, Psitticher. Soderini, Franz, s. Rom, Kardinäle. Sogern, Soihieres 402, 11, 15. Soleta, Martin v., s. Basel, Weihbischöfe. Solothurn 60, 15. 61, 6. 63, 5, 11. 64 A. 1. 86 A. 4. 91, 17. 129, 8. 167,4, 11. 223 A. 4, 7. 282 A. 3. 289 A. 4. 352, 2 A. 3. 380,16. 432, 11. 436—437. 439, 10. 450, 2. 491 Nachtr. VI 154, 5. Sorgues 118 A. 1. 330 A. 5. Spanien 77,13. 78,2. 277 A. 9. 278, 18. — Spanier 251—252. 254, 6 A. 4. 256, 3, 7 A. 5. 260—264. 457 A. 11. — König: Ferdinand d. Kathol. 183, 26. Speicher i. Appenzell 85 A. 5. Speier, Spira 85, 5. 131, 13. 286, 9. 425, 14. —Dom 54, 5. 76,18. 141, 9. — Bistum 443, 19. — Bischof: Raban v. Helmstadt 125, 12. — Georg v., Glockengiesser 184, 2. Sperrer s. Brüglinger. Spicelli, Nikiaus, s. Basel, Wcihb. Spiegelberg, Muriaux 121,6. 123 A. 8. 125, 21 A. 9. 127, 14. 415, 20. Spinis, Ulrich v., Chorherr v. St. Peter 346, 11. Spiser, Hans, Wirt 13, 14. — d. Unterkäufer 9, 20. Spitz, Henmann, Vater u. Sohn 178, 11 A. 8. — Ottmann (?) 178, 12. Springinklce, Thomas 290, 2 A. 4. Stammheim 106, 15. Steiermark 75, 22. Stein a. Rhein 62, 12 A. 4. 272, 5_, 20. Steinegker, Konrad, Stadtschr. 488 Nachtr. IV 135, 4. Steinhauser, Johann, s.Bascl,Bischöfc. Steinlin, Heinrich, Bgrmr. 475 A. 1, 3. Steinschnider, Sigismund 306, 10 A. 4. Stockach 293 A. 8. 299 A. 4. Stocker s. St. Leonhard, Propst. Stör, Nikiaus, Vogt 14, 8. — Tochter 15, 12. — Steffan, aus Diessenhofen, Pfarrer v. Liestal 274 A. 4. 288, 12 A. 4, 9. Stoffeln, Kuno v., s. St. Gallen, Aebtc. Stoltz, Philipp 33 A. 4. S. auch Philip pus. Stralenberg, Günter von, d. R. 11,13. Strassbcrg, Graf Berchtold I. 396, 23. Strassburg, Argentina 49, 5, 23. 67, 21. 72,7, 19. 124, 10. 127,5. 144, 16. 179, 19. 180,25. 196,31. 200, 19. 206, 24. 208,4. 249, 9. 269, 23 A. 9. 270, 1, 11 A. 3. 273 A. 5. 294,23. 376,18. 377,3,12,19. 426, 19. 432, 11. — Bistum 49, 14. 123, 13. 145, 24. 417, 26. 443, 18. — Bischöfe: Amandus 377, 22. Richwin 101, 3. 112 A. 3. 157,23. 159, 1. Wernher I. 113, 11. Rudolf 388, 14. Berchtold v. Teck 391,20. Johann v. Dirpheim 77, 7. Berchtold v. Bucheck 119 A. 3. 145, 22 A. 6. Friedrich v. Blankonheim s. Basel, Bischöfe. Ruprecht v. Pfak-Simmern 49, 16 A. 5. 90, 8. 426, 19. Wilhelm v. Hohnstein 259, 17. 280, 2, 9 A. 6. 300, 9 A. 5. — Weihbischof: Konrad Wickgram 273, 10 A. 2. S. auch Basel, Weihb. Marcus u. Hermann. Strassburg, von, de Argentina, Wernher, Bgrmr. 475 A. 6. — Burkhard, Bgrmr. 476 A. 7. — Johannes Christiani de Argentina, Domherr 144, 15. Strusz, Küfer 13, 18. Studeli, Hans 348, 14. Personen- und Ortsverzeichnis. 525 Stültz, Nikiaus, u. Gem. 9,11. 494 Nachtr. Stürzel, Andreas, Dompropst 293, 4 A. 2. Stützenberg, Nikiaus 12, 11, 16 A. 9. — Erhard 16, 23. Stumpf, Johann 106,14. 362,10. 363, 7, 22, 38. 364, 19, 26. Stuttgart 298, 9 A. 5. Suchdentrunk, Andreas 265 A. 3. Suessa s. Sessa. Sürlin, Dietrich, Obzftmr. 483 A. 3. — Hans, Obzftmr. 14 A. 8. 15 A. 9. — Gem.: Ursula v. Efringen 14 A. 8. — Dietrich, dessen Bruder, d. R. 15, 20. — Bernhard, d. R. 15,3. 16,4. 349, 12. — Peter, d. R., u. Gem. Elsbeth v. Weissenburg 350, 14. — Anastasia s. Kilchmann, Küng u. Hauenstein. Suffolk, Herzog Richard v., englischer Kronbewerber vom Hause York, daher »König von der Rosen« 230, 19 A. 11. 278, 5. Sulz im Elsass 2S2, 13. 300, 5, 9 A. 2, 5. 352, 7. Sulz, Graf Rudolf v. 259, 18 A. 10. Sundgau 64, 4. 73, 12. 84, 11. 181, 7. 282,12. 298,14. 299—300. 348,4. Sunnen, zer, ad Solem, Hugo, d. R. 408, 9, 17. — Konrad, gen. Schüfter, Obzftmr. 481 A. 4. — Kuno, Obzftmr. 481 A. 5. — Konrad, Bgrmr. 480 A. 9. 482 A. 4. Super, Rudolf, d. R. 457, 9. Surgant, Helena, s. Gebhard u. Losz. Surli, Burkhard, Schuster 9, 15. Sursec 453, 14. Susa 455, 7. Switenses s. Eidgenossen u. Sclnvyz. Syra, Bistum 335 A. 9. Syrien 226, 13, 25. 387, 4. 389, 5, 13 A. 1. 391, 17. Tachsfelden, Martin v., d. R. 258, 23 A. 8. Tätwil 87 A. 5. Tagliacozzo, Johann v., s. Rom, Kardinäle. Tagstern, Hans zem, Ammeistcr 484 A. 1. Tana, jetzt Asow, Bistum, s. Worms, Weihb. Tann 28 A. 3. 63 A. 2. 66, 19. 71 A. 6, 8. 91—92. 434, 2. — Bar- füsserkloster 442, 5. Tanneck, Diethelm v. 13, 15. Tarent, Erzbischof s. Rom, Kardinäle. Tarragona 196, 25. Taurus, Anadolae montes 226, 6. Tegerfeld, Gerung v. 394, 18. Tegernau, Georg v. 13, 18. S. auch Küng v. T. Tengen, Herr v. (Estranges?) 230,15. Tenniken, Denuiken 353, 1. Theodorich, Dompropst, später Bischof v. Verdun. 114 A. 1. Teresia, putana 56, 14 A. 6. Terwil 304, 19, 23. 436 A. 6, 7. 437 A. 2, 4. Teschenmacher, Henmann 7, 12. Thessalonich, Bistum 337 A. 6. Tessenheim, Wernher, d. R. 12, 8. Textoris, Peter, Domherr 148, 7. Tiber 221, 8. Tiefenstein 397, 6. 398, 18. Tietelsperg s. Dichelsperg. Tiflis, Bistum 333, 12. Tierstein, Herrschaft 437, 9 A. 4. — Grafen: Wernher, Domherr 392, 4. Otto I. 3, 32. 494 Nachtr. Sigmund d. ältere 346, 13. Rudolf, Domherr v. Strassburg 345, 14. Walraff d. ältere 121 A. 6. 346, 19. 347,8. — Gem.: Gisela v. Kaisersberg 346, 18 A. 9. Hermann 347, 12. Otto II. u. Tochter Dorothea 347, 16. Hans 126, 11. 350,3. Oswald I. 15, 16. 74, 15. 353, 15. Oswald IL, dessen Sohn 353, 21. Heinrich 354, 9. Tirmnach s. Dürmenach. Tirol s. Etsch. — Graf Meinrad v. 492 Nachtr. VI 288. Toggenburg, Grafen: Diethelm u. Gem. Gertrud v. Neuenburg 397, 1 A. 1. Wilhelm u. Friedrich IL 398, 16 A. 10. Friedrich IV. 407 A. 1. Totmoos 53, 1. Toni, Tüll, Bischöfe: Bruno s. Rom, Papst Leo IX. Matheus, Herzog v. Lothringen 391 9. Tournay, Dortney 253, 8, 13. 258, 3. — Bischof: Wilhelm v. Codemberge 418 A. 3. 526 Personen- und Ortsverzeichnis. Tours 388,12. — Graf Hugo v, 378,23. Trapezunt, Bistum 330, 15. Tremouille, Ludwig v. 230, 18. Tribock, Johann u. Ludwig 12, 0 A. 6. Trient 254 A. 1. 262, 4. Trier, Treveri 68, 14. 69, 18, 26. 71, 11. 143,3,9. 197,25. 200,29. 379, 23. 443, 22. — St. Maximin 69, 6 A. 2. — Erzbischof: Popo 113, 10. Triest, Bischof: Aeneas Silvius Picco- lomini s. Korn, Papst Pius IL Tripolis in Syrien 226, 12. — Titular- bischöfe s. Basel, Weihb.: Niki, de Rheno, Niki. Ammann, Niki. Fries u. Thel. Limpurger. Trivulzio, Marcus Anton 231, 5. Troja 172, 7. Truchsess v. Itheinfelden, Wemher 15, 3. 16, 7. — v. Waldburg, Georg 295 A. 5, 7. Trutmann, Hans, Obzftmr. 451, 14. 455, S. Tschäpperli s. Klus. Tchudi, Egidius 361, 17. Tüllin, Greda, s. Husen. Türingen 111,2. Türken, Otthumanica gens 46, 6, 10. 54, 1 A. 11. 58, 3. 67. 6. 69, 15. 208 A. 8. 214, 28. 225—228. — Sultane: Mohamed IL 46, 6. 68, 5 A. 8. 197, 3. 227 A. 2. — Sein Bruder s. Calixtus. Selim I. 225—228. Tütschen Hus, zem, s. Zschorp. Tullus Hostilius 172, 4. Thun, Heinrich v., s. Basel, Bischöfe. Tunsei, Thoinan v., gen. Silberberg . 261 A. 2. Turgau 62 A. 4. Tusinen s. Kessler. Uechtland 411,11. S. auch Freiburg. Uetingen, gen. Geissriem, Geschlecht 396, 1. Uffheim, Geschlecht 395, 11. Uffholz 8, 15, 22. Ulm 67, 8. Ulrich, Domkellner 392, 7. Ungarn 46, 17. 77,2. 100,37. 110, 18 A. 3. 138, 4, 7. 198, 16. 200,7. — Könige: Andreas III. 77, 1. — Gem.: Agnes 76 A. 5. 77, 2, 8. Ludwig IL 250, 6 A. 3. Ungläubige s. Heiden. Unterwaiden 86, 10. 87, 15. 401, 5 A. 3. 439, 9. 450, 10. Uri 86,10. 87,15. 224,5. 401, 5 A. 3. 439, 9. 451, 22. 452, 9. Ursi, Betzod.Bär, Johannes 163—167. 183,12,15.— Gem.: N.Goldschmid u.Verena Schmid 164,7. 167,9. — Söhne: Ezechiel, Scverin u. Die- bold 167, 3, 10, 13, 16. St.Ursiz, St. Ursanne 121,5. 125,21. 127,14. 415,21. 418,23. 490Nachtr. V 184 A. 1. Urslingen, Herzog Reinold v. 176, 9 A. 6. Ursula u. 11 000 Jungfrauen 109,10. 136, 31. 172, 8. 376,24. Utenheim, Christoff v., s. Basel, Bischöfe. Utrecht,Trajectum, Bischof: Friedrich v. Blankenheim s. Basel, Bischöfe. Utznaberg 398, 17. Yäresc 223 A. 4. Varnoy, Warney, Heinrich, Vogt auf Goldenfels 352, 12. Vedro s. Fischental. Venedig 45 A. 6. 200,8. 221,7. 325 A. 6. — Venezianer 39, 11. 41, 8. 46, 16. 184, 5. 208 A. 8. 254, 11. 255, 12. 261—264. 387—388. Veniugen, Johann v., s. Basel, Bischöfe. Verdun, Bischöfe s. Theodorich, Dom- ?ropst, u. Rom, Kardinal Joh. v. Lothringen. Vcrissa, Bistum 330, 10. Vernan, Nikiaus 12, 8. Verona 197,24. 201, 13. Vczelay, Abt: Alexander 39 A. 2. Vienne, Grafen: Johann s. Basel, Bichöfe. Johann, Admiral 121 A. 5. Villach, Nikiaus v., s. Basel, Weihbischöfe. Villars-Sexel, Vilari s. Koche. Villingen 65 A. 2. Visconti s. Mailand, Herzüge. Vitalis, Janus 200, 5. Vitztum, Geschlecht 395, 11. — Burkhard, Bgrmr. 345 A. 8. 476 A. 8. — Burkhard, gen. Grisse 345, 11. — Rudolf, d. R. 347, 14. Vives, Alfons 458, 5 A. 1. Völmin, Heinrich, Domherr 145, 12. Vogel, Jakob 11, 17. Volterra, Bischof s. Rom, Kardinal Soderini. Vorgassen, später Hagendorn, Geschlecht 390, 1. 408, 29. 441, 15 A. 4. S. auch ze Rin, Clara. Personen- und Ortsverzeichnis. 527 Wächingen bei Kotweil 207, 3. Wädiswil, Rudolf v., 394, 17. Wagner s. Currifex. Wafeh, Adam, Wirt 493 Nachtr. VI 530, 5. Wald s. Schwarzwald. Waidenburg, Wallenburg 121, 9. 124, G. 222,7. 200,24. 335,4. 415,22. 419, 2. Waldshut 64—65. 66,1. 182,4. 268, 5, 28. 302, 28. — Johann v., Dekan d. St. Johannsbruderschaft 233, 3 A. 1. Waldstädte, die 3, s. Länder. Walpach, Mathias v., d. R. 15, 17. Waltenheim, Henmann, d. R. 352, 13. — Hans d. junge, d. R. 15, 5. 16, 5. 349, 16 A. 8. 352, 13. Wart, Edle v.: Rudolf 117, 17 A. 9. 232 A. 4. Marquard, Domherr 232, 10, 15. Wartenberg, Burg 421, 2. — Jost 14, 1. Weber od. Weibcl, Fridolin 265, 21. 266 A. 1. Wegenstetteu, Rudolf v. 12, 3. Wegenstetter, Hans 9, 11. Weil i. Schwaben 80, 2. — bei Lörrach 427 A. 3. Weilertal 89, 2 A. 2. Weinsberg, Gräfin Amelia, s. Falkenstein. Weissenburg 127, 6. 286, 10. 294,21. — Elsbeth von, s. Murer u. Sürlin. Weisscnburger, Jakob, d. R. 271 A. 5. 287, 19, 23. — Wolfgang, Spitalpfarrer 271 A. 5, 6. 274, 2. 287, 18. 306, 8, 20. _ Weissenhorn, Walther v., Ammeister 484 A. 2. Weldelin, Nikiaus 7, 18. Wenzweiler s. Radulfus. Werdenberg, Graf Felix 293 A. 10. 295, 8 A. 6. Werner, Johannes, v. Bern, Schreiber 4, 1 A. 1. Werratal 400, 18, 23. Wesen 87, 10. Wessenberg, Hugo v., Domcustos 443, 7 A. 5. Westermann, Nikiaus, Substitut 489 Nachtr. IV 141, 16. Wettingen 76, 17. Wettsteiu, Rudolf, Bgrmr. 342, 5. Wickram, Konrad, s. Strassburg, Weihbischöfe. Wiedertäufer 268-269. 276 A. 10. 291 A. 3. 297, 1. 303 A. 2. 304, 16. Wielant, Nikiaus 13, 9. Wien 42 A. 7. 141,14. 165,15. 303 A. 3. 402 A. 8. 403, 1. 428 A. 3. Wierland, Bistum 329 A. 1. Wieslet 299, 5. Wildenstein 167, 1, 5, 9. Wiler, Hans, Ammeister 170, 10. — Hans, Domdekan 13, 8. 23,8. 20, 9 A. 2. 130 A. 3. 424 A. 8. — Andreas, d. R. 490 Nachtr. IV 396 A. 6. — Hans mit Gem. Elsbeth Oberriet u. Töchtern Helena u. Margreth 490 u. 494 Nachtr. IV 398 u. VI 555. — Hans d. jüngere 310, 4. 355, 18. 494 u. 495 Nachtr. VI 555 u. VII 310. — Gem.: Elsbeth Zschecken- pürlin 494 Nachtr. VI 555. Wilhelm, Domkammerer 392, 3. Wind, zem, Heinzmann 492 Nachtr. VI 284. — Peter 13, 16. Windisch 409, 7. Winterthur 62, 9, 12 A. 4. Wippingen, Vuipens, Gerhard v., a. Basel, Bischöfe. Wirtenberg, Grafen 342, 12. Ulrich 59,8, 13. 67, 15. 86,3. Eberhard IV. u. Gem. Henriette v. Mömpelgard 149, 24 A. 4. Ludwig I. u. Gem. Mechtild v. d. Pfalz 61, 2 A. 2. 149,25 A. 4. Wysach, Diebold, d. R. 450, 7. Witenmül, Wendel v. 348, 9 A. 8. Wittenberg 154, 3. Wittenheim, Wernher von, u. Gem. Margreth v. Eschenz 353 A. 1. — Tochter: Anna gen. v. Eschenz 352, 15. 353 A. 1. Worms, Vormatia, Wurms 154, 17. 286,9. 321, 16 A. 8. 377, 14. 379, 23. 443, 20. — Bischof: Friedrich v. Fleckenstein 125, 11. — Weihbischof: Herbold, Titular- bischof v. Tana (Asow) 147, 20 A. 7. 425, 1. Würmli, Bartholomeus 353, 12. Würzburg 70 A. 7. 102,2. 285 A. 6, 7. 295—296. 391, 8. — Schloss Marienberg 285, 20 A. 0, 7. 296, 2 ' !• , , — Bischöfe: Burkhard 378, 8. Bruno 101, 38. 102, 1. 113, 26. 139 A. 1. 382, 14. Konrad v. Thüngen 285, 20, 23. 295, 19. 296, 15. Wurstisen, Christian 106,18. 361, 22. 528 Personen- und Ortsverzeichnis. 373, 33. 472, 9. 488 u. 480 Nachtr. IV 141, 15. 369 A. 1. Y s. I. Zaberns.Elsasszabernu.Rheinzabern. Zäringen, Herzöge: Berchtold I. 384, 10. Berchtold IV. 28, 17. 394, 10, 13 A. 6. Berchtold V. 80, 19. 393,24. Zäslin, Nikiaus, d. II. 457, 4. Zamometic, Andreas, s. Krain. Zancker, Anton, Pfarrer zu St. Martin 274 A. 2. Zeck, Johann, s. Bingen. Zeglingen 355 A. 8. Zeigler, Ziegler, Wilhelm, Bgrmr. 225 A. 1. 248, 5. 354, 11. — Lucas, Obzftmr. 277 A. 5. 355, 19. — Daniel 356, 1 A. 1. Zeitun, Bistum 119 A. 6. 332 A. 2. Zell s. Radolfszell. Zengg, Bistum 335 A. 8. Zibol, Jakob, Bgrmr. 419,10. 481 A. 1. 482 A. 6. — Burkhard, Obzftmr., u. Gem.: Sofia v. Rotberg 348, 5. Zimmermann, Konrad, Kaplan a. Münster 269, 15. — Kunzmann, Müller 489 Nachtr. IV 166,24. Zörbig, Zorvicum 199, 26 A. 1. Zofingen 452, 5. 457, 6. Zollern, Graf Friedrich II. s. Nürnberg, Burggraf. Zoss, Ulrich 265, 4. Zschänni, Nikiaus 489 Nachtr. IV 16«, 24. Zscheckenpürlin, Hans, Obzftmr. 489 Nachtr. IV 309. — Elsbeth s. Wiler. Zschorp, Hans, gen. zem Tütü.'ien Hus, Wirt, u. Gem. Metzin 8, 2 A. 2. Zürich 59—60. 62 A. 4. 87,4,8. 204, 10. 249, 13 A. 4. 253,5,19,24. 251. 4A. 3, 6. 256,4. 257, 7 A. 1. 25J, 16 A. 6. 266—267. 268,9. 270,18. 271, 6. 272, 28. 273, 2. 277, 1. 282, 6 A. 3. 293, 10. 297, 4. 303, 1, 18 A. 3. 398, 15. 423, 10. 432, 10. 450, 10. 453, 7. 456. 8, 24 A. 4. 492 Nachtr. VI 303 A. 5. — Bür- germr.: Marcus Röyst u. Felix Schmid 270, 23 A. 8. Zürchersee 272, 10. 398, 17. Züricher, Ludwig, d. R. 355, 16. 457, 9. Zug 87, 8, 15. 254 A. 3, 6. 270, 17. 439, 9. Zutzgen, die von 7, 5. Zwingen 150, 3. 351, 12. Zwingli, Ulrich 203, 4. 268, 9. 277, 1. 303, 23. 207 A. 266—267. 305 A. 6. — Gem.: Anna Reinhard 267 A. 2. Druckfehler: S. 50 A. 7. Statt Barel lies: Basel. S. 142 A. 8. Statt Aus Brilingers Hs. lies: In Brilingers Hfl. S. 230, 13. Statt ven lies: von. S. 331 A. 5. Statt Comonatensis lies: Comanatensis. S. 310, 3. Statt 1441 lies: 1539. Druck von Breitkopf & H&rtel in Leipzig. ^^^^^^^^^^fl HHHHH j>^ rsd f>). P I M i . , ! •%,