310 Schnitts Bischöfe.
den deutschen Hss. der Nationalbibliothek befindet, ist ledig-lich eine Abschrift aus diesem Turnierbuch. Die spärlichenNotizen über einige Basler Bischöfe hingegen, welche der 1-141verstorbene Hans Wiler in Appenwilers Handschrift aus einem»Catalogon« eintrug, scheinen auf derselben Quelle zu beruhen 5wie Schnitts Wappentafel; doch fallen sie schon wegen ihrerKürze hier kaum in Betracht 1 ).
Fciinitta Wenden wir uns nach diesem Ueberblick nun zu Konrad
toftT Schnitts Wappentafel der Basler Bischöfe, so nimmt dieselbedie letzten 8 Seiten (Bl. 238—241) seines im Basler Staats-ioarchiv aufbewahrten Wappenbuches ein' 2 ). Jede dieser Seitenträgt 9 auf 3 Reihen verteilte Wappenschilder, neben welchenfür den beizufügenden Text nur wenig Raum frei blieb. DenAnfang bildet der legendäre Bischof Pantalus, und um diezeitliche Kluft anzudeuten, welche ihn von den geschichtlichen isBischöfen trennt, blieben die übrigen 8 Schilder der erstenSeite völlig leer, so dass erst auf der folgenden die mit Walanasbeginnende Reihe der geschichtlichen Bischöfe anhebt. Dajedoch diese in ältester Zeit noch keine Wappen führten, soerscheinen auch hier die Schilder erst vom XII. Jahrhundert an 20bemalt. Oberhalb jedes Schildes aber schrieb Schnitt ausser demNamen des betreffenden Bischofs und des gleichzeitigen Kaisersund Papstes hin und wieder noch sonstige Angaben, und ausser-dem fügte er bei den Bischöfen der spätem Zeit noch jeweilenihre Weihbischöfe bei. An diesen alten Einträgen, welche noch 25Papst Paul III. erwähnen und somit erst nach 1534 geschriebenwurden, nahm er nachträglich noch Korrekturen vor, so dassverschiedene Namen und Jahrzahlen auf Rasuren stehn. Undungeachtet des sehr beschränkten Raumes finden sich ausser-dem bei manchen Bischöfen noch weitere Notizen, welche zwar 3°gleichfalls von Schnitt geschrieben sind, jedoch vom alten Textesich meistens deutlich als spätere Zusätze unterscheiden.
Als eine teilweise Wiederholung von Schnitts Wappenbucherscheint das bereits erwähnte »Basler Turnierbuch«, welchessich jetzt als Cod. D. 24A in der Kgl. Zeughausbibliothek in 35Berlin befindet, und dessen Name lediglich daher stammt, dass
1) S. B. Chron. IV 405 ff.
2) Ueber Schnitts Lebenslauf s. B. Chron. VI 89 ff., und über seinekünstlerische Bedeutung s. Hans Kögler in Monatsheften für Kunstwissen-schaft IV 403 ff. Eine Beschreibung seines Wappenbuches gibt II. Wacker-nagcl im Deutschen Herold 1891 No. 11, und eine Abbildung aus demselbens. bei E. A. Stückelberg, Denkmäler z. Basler Geschichte, Taf. 29.