Einleitung. 245
Text alle sichtlichen Entstellungen möglichst berichtigen, füh-ren wir sie, soweit sie irgendwie von Belang sind, in derVariantenrubrik an. Die oben erwähnten Lücken jedoch er-gänzen wir in Cursiv, soweit diess mit einiger Sicherheit ge-5 schehen kann. Und gleichfalls in Cursiv fügen wir hin undwieder einzelne Wörter ein, welche zwar teilweise schon inder Urschrift mögen gefehlt haben, jedoch zur Erleichterungdes Verständnisses nötig erscheinen.
Wie schon erwähnt, schwankt der Schreiber der Hand- Beeht-
10 schrift fortwährend zwischen seiner eigenen, dem ausgehenden sohr8lb ' 111 ^XVI. Jahrhundert entstammenden Rechtschreibung und der vielaltern und mundartlich gefärbten seiner Vorlage, so dass erz. B. neben »geschiz« auch »der scheüzen hausz« schreibt.Wenn wir aber z. B. neben »rat« nicht nur »rot« finden, son-
15 dem auch »roth, roht, rott« und »rath, raht, ratt«, so dürfenwir wohl schon beim Verfasser der Chronik keine gleichmässigdurchgeführte Rechtschreibung voraussetzen. Von ihm aberrühren wohl auch die vielfachen Spuren des mundartlichenEinflusses her, welche z. B. in i für ü, in ai für ei, oder in b
20 und g für das anlautende p und k zu Tage treten. Auf deraltern Basler Mundart beruht ferner der Wegfall von t imAuslaut hinter ch, ck und z in Wörtern, wie z. B. »mach, merck«und »besez« für »macht, merckt« und »besezt«, sowie auchdas ausgestossene g vor t z. B. in »besortendt« statt »besorg-
u tendt«, oder wenn für »sich« nur »si« steht. Andrerseits aberVerrät sich die Unsicherheit des Schreibers, wenn er z. B.*geschacht« schreibt für »geschah«, oder »leidig« für »ledig«,w eil die Mundart teilweise ei in e zusammenzog. Auch wenner z. B. »ersötzen« schreibt statt »ersetzen«, oder »franzosist«
"statt »französisch«, so erklären sich solche Entstellungen ausder Mundart, welche ö in e verwandelt und »ist« in »isch«.Alle diese Eigentümlichkeiten aber behalten wir bei, und nurlj i solchen Fällen, wo sie Missverständnisse verursachen können,Verweisen wir sie in die Varianten.
Wie in manchen andern Handschriften jener Zeit, so trägta uch hier das einfache u oft ein Zeichen, das sich vom Diph-thongen ü kaum unterscheiden lässt, während dieser andrer-seits oft in ue oder uo aufgelöst ist. Wir setzen daher ü nur^ solchen Fällen, wo die Sprache den Diphthongen unbedingt
«fordert. Wie für die Vokale, so behalten wir auch für dieKonsonanten alle Schwankungen bei, wie die Handschrift sieaufweist. Doch vereinfachen wir diejenigen Consonantverdopp-Un gen, welche für die Aussprache keine fühlbare Bedeutung