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7 (1915)
Seite
157
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Beilage III. 157

III.

Der Bischofsrodel von Münster im Elsass.

Das älteste bis jetzt bekannte Verzeichnis der Basler' Bischöfebefand sich ehemals im Kloster St. Gregor zu Münster im Elsass,ging aber in der französischen Revolution zugrunde und ist uns nurnoch in den Ausgaben von Martene und Durand, sowie von Gran-5 didier, erhalten. Da jedoch letztere die vollständigere ist, so haltenwir uns ausschliesslich an sie J ). Wie wir schon früher sahen, solag diesem llodel ein und dasselbe noch ältere Verzeichnis zugrunde,auf welchem mittelbar auch Blauensteins Chronik beruht, und welchesdie Bischöfe von Walaus bis Iring in richtiger Reihenfolge nannte,

10 hingegen in der offenbar erst später beigefügten und mit Beringerschliessenden Fortsetzung für Landeolus und Adalbero I. die Stellenverwechselte 2 ).

Wenn nun hier Walaus als »archiepiscopus« bezeichnet wird,so bedeutet dies nur, dass er von Papst Gregor III., unter welchem

'6 er erwählt wurde, wegen besonderer Verdienste durch Verleihungdes Palliums, des Abzeichens der Erzbischöfe, sei ausgezeichnetworden 3 ). Wir dürfen daher in ihm wohl einen Wiederhersteller desBistums aus vorausgegangener Verwahrlosung vermuten, und das kannuns einigermassen erklären, weshalb alle alten Verzeichnisse erst mit

M diesem Bischof beginnen, während uns doch schon aus dem VII. Jahr-hundort wenigstens ein Ragnachar als Bischof von Basel bezeugtist 4 ). Der einzig im vorliegenden Rodel aufgeführte Ricuinus oderRichwin hingegen ist sonst nur als Bischof von Strassburg bezeugt,und zwar von 913 bis 933. Da jedoch Basel 917 von den Ungarn

25 zerstört wurde und hierbei, wie wir früher sahen, vermutlich derhier fehlende Bischof Rudolf II. umkam 6 ), so erscheint es sehrwohl denkbar, dass hierauf das verwaiste Bistum einige Jahre durchden benachbarten Bischof von Strassburg sei verwaltet worden.Wenn sodann hinter Fridebert der bei Blauenstein vorhandene

30 Adalwin fehlt, so dürfen wir hierin wohl nur das Versehen einesAbschreibers vermuten.

1) Vgl. Martene und Durand, Thesaurus anecdotorum III 1385, fernerGrandidicr, Histoire d'Alsacc II 83, und nach letztem Mon. Germ. Scr.XIII 374.

2) S. oben S. 96.

3) Dieselbe Auszeichnung empfing von Gregor III. z. B. auch Bonifacius.

4) S. Vita s. Eustasii und Vita s. Agili, beide bei Mabillon, Actasanetorum ord. s. Benedicti II 110 u. 304.

5) S. oben S. 100.