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7 (1915)
Seite
101
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Einleitung. 101

Basel bei der Zerstörung von 917 seinen Bischof verlor, daraufweist schon der Umstand, dass das alte Verzeichnis für dienächste Folgezeit den Strassburger Bischof Richwin nannte 1 ),der mithin vorübergehend das verwaiste Basler Bistum ver-r. waltete.

Gleich der Münsterweihe von 1019, so wurde dem alten Ver-zeichnis auch dieses »a paganis occisus« bei Bischof Rudolf I.wohl schon von jenem unter Lütold I. schreibenden ersten Fort-setzer beigefügt 2 ). Nannte nun allerdings die Inschrift am

10 Sarkofag keine Jahrzahl, so konnte immerhin die Erinnerungan jenes Schreckensjahr, wo die Stadt durch die Heiden warzerstört worden, noch Jahrhunderte fortleben, so dass unserFortsetzer es nur der mündlichen Überlieferung zu entnehmenbrauchte. Wenn wir jedoch bei Blauenstein das richtige 917

15 entstellt finden in 956, so rührt dieser Fehler wohl erst vomzweiten Fortsetzer her, der um die Mitte des XIV. Jahrhundertsschrieb. Mochte nun in seiner Vorlage die Jahrzahl nichtmehr deutlich lesbar sein, so konnte wohl das allernächst-liegende Unglücksjahr 1356 dazu beitragen, daß er statt 917

20 »956« las (LVI statt XII). Die irrige Jahrzahl aber bewogBlauenstehi, den Bischof Rudolf, den das alte Verzeichnis alsVorgänger Irings aufführte 3 ), für einen Zeitgenossen KaiserOttos I. zu halten und ihn deshalb zwischen die zwei ver-schobenen Bischöfe Landelous und Adalbero I. zu versetzen.

25 Wenn wir nun bei unserm Chronisten ausserdem noch Wichard I.hinter den in »Fridericus» entstellten Fridebert, und Heinrichy on Hornberg vor Ludwig Garward verschoben sehen, sofinden wir für diese Verschiebungen keine Erklärung wie fürdiejenige Rudolfs. Sie mögen daher, gleichwie das entstellte

30 Jahr 956, schon dem Fortsetzer des XIV. Jahrhunderts zurLast fallen.

Erst von letzterm Schreiber, wenn nicht von Blauensteinselber, rührt wohl auch jener Bischof Bruno her, der bei unsermChronisten als Vorgänger Theodorichs erscheint, und für welchen

35 in der Tat, laut dem Jahrzeitbuch des Domstifts, Kaiser Hein-rich III. 1048 eine Jahrzeit in Münster stiftete"). Doch dieser

1) S. unten Beil. III.

2) S. oben S. 99.

. 3) 8. unten Beil. III, ferner Schnitts Wappentafel.4) S. Jahrztb. d. Dornst, z. 27. Mai, auch Trouillat II S. 734. Der irrige^"täatz »qui sepnltus est in crypta anteriori« erklärt sich daraus, dass genau«eselben Worte bei der zum vorhergehenden Tag eingetragenen Jahrzeit