B. Theoretische und praktische Theologie. Philosophie 165
Minutio Rutilio conscolastico suo Donato describens grammaticum ,Super quavis ratione'inquit consultus dicebat breviter omnia et furibunda, ita ut nee a diseipulis auderet interrogari.Quocirca furore dum sepius perstreperet obscenisque esset tarn membris quam moribus,ordine senatorum et curia pulsus est, dum senatoris antea meruisset pilleum propter gramma-ticae artis magisterium.' Rebium ergo dixisse existimes: Sic Donatum deeuit scientia,quemadmodum si auribus suis coaptetur inauris aurea. Die Anekdote von Sokrates steht6 p 563, 26ff. Ausgaben von Pez , Thesaur. aneed. noviss. 4, 3,153—166 =Migne 204,117—124; von W. Arndt, MG. SS. 20, 561—565.
c) Vita Reginardi. Diese ist von den Bischofsviten wohl die späteste,da sie erst nach 1182 verfaßt zu sein scheint, indem Kap. 11 auf denim März 1182 der Kirche durch einen Blitzstrahl zugefügten Schaden undReiners hierüber verfaßte Schrift aufmerksam macht. Der Verfasser weißauch hier nichts von der Jugend seines Helden, der sehr schnell aufeinanderKanonikus, Propst und Bischof wird. Seine Bautätigkeit für das Bistumwird hervorgehoben und dann die Bedeutung des Märtyrers Laurentiusfür Lüttich berührt. Doch spricht Reiner auch von dessen frühzeitiger Ver-ehrung in Rom und sein Bericht von der Erbauung einer Kirche durchPapst Formosus gibt ihm Gelegenheit zu einer ausgedehnten Erzählungüber die Schicksale dieses Papstes. Und dieser Abschweifung schließt sicheine weitere an, nämlich über die Geschicke des Grafen Odo von der Cham-pagne.
Prolog (MG. SS. 20, 571, 12) Sed ego licet sim inerudilus . . . tarnen exigere a meipso . . . votivum habui ut virum describerem pretiosum id est Reginardum venerabilem epi-scopum. Zum Blitzstrahl 11 p. 575, 11 ff, 17 Sed huic modo materiae supersedendum estquoniam alias inde disserui uberiore opusculo. Ueber Formosus vgl. Kap. 15, über OdoKap. 17. Ausgaben von Pez. Thesaur, 4, 3,167—186 =Migne 204,125—138; ed. W.Arndt, MG. SS. 20, 571—578.
d) Libellus de adventu reliquiarum. Ludovicus senior hatte denBericht der Übertragung geschrieben, und wie Rupert 1 mitteilt, befand sichdessen Schrift in Lüttich. Sie ist von Reiner in der Vita Reginardi benutztund außerdem zu einem Gedicht umgestaltet worden, das sich eng an Ludo-vicus anschließt. Dieser erzählt, daß ein Lütticher Kleriker Gotfrid dieReliquien aus einer römischen Kirche entwandte und nach Lüttich insKloster brachte. 2 Reiner verfaßte zunächst einen wenig inhaltreichenProlog von 70 Hexametern, die am Ende paarweise gereimt sind. Das eigent-liche Gedicht in 173 leoninischen Versen setzt die Prosa in Poesie um underhält einen Epilog von acht wieder paarweise gereimten Hexametern.
Ausgabe von W. Arndt, MG. SS. 20, 579—582.
e) Triumphale Bulonicum. In diesem Werke, das in fünf kurzeBücher eingeteilt ist, erzählt Reiner, wie der hl. Lambert seinen alten Be-sitz Bouillon aus den Händen der Feinde wiedergewann und wie er überdiese triumphierte. Nach einer wortreichen aber inhaltlosen Vorrede wirdberichtet, wie Bouillon überhaupt in den Besitz Lüttichs gelangte und wiedie Burg gelegen ist, und dabei erwähnt Reiner sein Werk Laurea peregrino-rum. Die vier letzten Bücher erzählen das Ringen des Bistums mit seinenFeinden und seinen endlichen Sieg.
Zur Laurea peregrinorum vgl. 1 (MG. SS. 20, 584, 32) quemadmodum in opere, quodmtitulalur Laurea peregrinorum Iherosolimitanorum, quatuordeeim sum plenius librisexsecutus. Ausgaben bei Pez, Thesaur. 4, 3,129—154 =Migne 204, 99—116; von W.Arndt, MG. SS. 20, 583—592.
1 Chron. s. Laurentii MG. SS. 8, 274.Hs. Bruxell. 9290 s. XII. Ausgabe Pez, Thesaur. 4, 3,1—4.