812 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.
(176 Hss. u. 96 Drucke). Am Schluß handelt er nach M.Boas (Mnemosyne 1914
5. 17 ff.) über die enge Verbindung Theoduls in den Hss. mit Cato und Avian.
S. 575. Für die alte Datierung von Graff für den Abschluß von Otfrids Werk im Jahre 868tritt ein E. Schröder, Zeitschr. f. deutsches Altertum 45, 377 ff.
S. 580. Zum Carm. de sobrietate vgl. Zöckler, Die Tugendlehre des Christentums geschichtl.dargestellt (Gütersloh 1904) S. 257 ff. Quellennachweise gibt C. Weyman, Compterendu du quatr. congres scientifique internat. des catholiques, Freiburg i. d. Schweiz
6, 158 f.
S. 581. Zu Agius vgl. P. Lehmann, Corveyer Studien, München 1919, und K. StreckerNeues"Archiv43,490ff.
S. 583. Das Leben der Hathumod ist übersetzt von Fr. Rückert, Stuttgart 1845.
S. 587. Das dritte Buch der Bella Paris, urbis kennt auch der Verfasser der Sprichwörter-sammlung im Basil. A XI 67 s. XV, vgl. J.Werner, Lateinische Sprichwörter undSinnsprüche S. 9, wo als C 46, 1 erscheint Clerice, dipticam lateri ne dempseris um-qwxm (Abbo 3, 1).
S. 588. Zum Distichon Vulneribus predis etc. vgl. die ähnliche Bildung schon bei PaulinusPetricord. Vita s. Martini 4, 187 f. und Archiv f. latein. Lexikographie 14, 50.
S. 589. Dem Hucbald schreibt H. Omont (Not. et Extr. 38, 1, 342) einen Kommentar überdie Regula s. Benedict! zu. der im Paris, nouv. acq. 763 s. IX und im Valentian. 288s. IX steht. Beide Kopien müßten dann allerdings sehr bald nach der Entstehungdes Werkes geschrieben sein.
S. 591. Die Ecloga de calvis fand sich auch in Mainz St. Jakob 1515 (Zentralbl. f. Bibl-wesen. Beihefte 43, 118) Ilugbaldus de laude calvorum.
S. 592. Den Widmungsbrief zurV. Lebuini an Balderich gibt heraus A. Hofmeister in Ge-schichtl. Studien Alb. Hauck zum 70 Geburtstage dargebracht, Leipzig 1916, S. 89 ff.Die Quelle von Hucbalds Vita Lebuini hat M. J. A. Moltzer in einer neuen VitaLebuini entdeckt (Nederl. arch. voor kerkgeschied. Nieuwe serie 6, 221—235), undzwar findet sie sich in zwei Hss. im Haag und in Brüssel s. XV; zu zwei andernHss. vgl. A. Poncelet, Anal. Bollandiana 28, 328 n. 1. Verfaßt ist die Schrift nachAltfrids Vita s. Liudgeri, die stark darin ausgeschrieben wird, und vor Hucbald, alsosicher zwischen 840 und 930. Sie stammt nach Levison (Neues Archiv 37, 288)vielleicht aus Deventer: daselbst handelt Levison über Autoren, die von Hucbaldbenutzt sind, nämlich Boethius. Isidor, Bedas bist, eccl., Radbod, eine Vita Gregorii I.,Willibalds Vita Bonifatii, das Chron. Laurissense, Alchvines Vita Willibvordi, Bedasgrößere Chronik und Nithard.
S. 595. Zu Salomo vgl. U. Zeller, Bischof Salomo III. von Konstanz. Abt von St. Gallen,Leipzig 1910. dessen letztes Kapitel hier wichtig ist, da hier über die literarischeTätigkeit Salomos gehandelt wird.
S. 597. Die Aufschrift zu den Glossae Salomonis heißt im Monac. 17152 s. XII f. 1—179 Ulosaea Salomone Constantiensis ecclesiae episcopo ex diversis auctoribus collectae. In einerAufschrift aus Wien Dominikaner 1513 (Mittelalt. Biblkat. Oesterr. 1, 401, 25) S 29 er-scheint Salemonis Constantiensis episcopi vocabularius, ineipit A in aliquibus gentibus.
S. 598 (Carm. de Timone). J.Brummer vermutet (Hist. Vierteljahrschr. 18,1. 2 (1916), daßdas Gedicht während der Reise des Bischofs Hitto von Freising nach Rom entstandenund von Erchambert verfaßt ist.
S. 601 n. 4. lar — ignis auch bei Beda (Anal, hymnica 50, 97) und im Tropus (Anal. hymn.49.121) N. 270,1,2.
S. 603. RadbodsVita Bonifatii hrsg. von Levison,Vitae s. Bonifatii p.62—78, vgl. p. XLVIII—LVI.
S. 604. Kirchliche Gedichte auf den hl. Martin erwähnt Guitbert von Gembloux in derEpist.de S. Martino unter dem falschen Namen des Adelbaudus Uitraiect. episcopus (Anal.Bollandiana 7, 286) cantum nocturnalem in eius laude composuit, triumphum quoqucipsius de Danis et Suedis urbem Turonicam infringere et spoliare conantibus ...conscripsit. Daraus wird p. 287 ein Stück angeführt; vgl. hierzu p. 276 ff. und Moll,Kerkhist. Archief 3,214 ff.
S. 610. Ekkeharts I. Epitaph von Ekkehart IV. imLiber benedictionum, Varia N. 10 (ed. Egli,St. Gallen 1909) S. 401.
S. 612. Ueber die Komposition des Waltharius vgl. Fr. Novati. Studi di filologia. Milano1913. — Ueber das Verhältnis von Nibelungenlied und Waltharius sucht Droege(Ztschr. f. deutsches Altertum 52,153ff.) zu anderem Resultat als Roethc zu gelangen.Er nimmt drei Stufen des Nibelungenliedes an. Die erste baut sich auf einer Grund-lage auf, deren Dichter wohl durch den Waltharius angeregt war. Ebenso wirkteder Waltharius auf die in Worms weiter gepflegte Dichtung. Ekkehart aber habeandrerseits schon eine ausführliche Nibelungendichtung benutzt. Als sehr wahrschein-lich kann man freilich diese höchst komplizierte Ansicht nicht bezeichnen. — L. Simons