Druckschrift 
2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
Seite
409
Einzelbild herunterladen
 

Adam von Bremen.

40&

im dritten Buche wird fast das ganze 68. Kapitel von ihnen betroffen.Und am Schluß dieses Buches hat Adam einen großen Nachtrag gegeben,in dem er von der Missionstätigkeit Adalberts ausführlich spricht und dannvon der persönlichen Umgebung des Erzbischofs handelt, wobei er alsAugenzeuge erzählt und sich auch auf seine frühere Darstellung bezieht. DerSchluß dieses Nachtrages leitet über zu dem vierten Buche und kann nur vonAdam selbst herrühren. Und da in diesem Stücke eine längere Stelle aus 3,24wiederholt wird 1 ) und auch Adams Stil und Erzählungsweise durchausbleibt, so ist doch anzunehmen, daß Adam selbst alle diese Stücke nach-getragen hat. Im vierten Buche, dessen Überlieferung nicht so fest und sicherist, scheinen sich die Nachträge nur auf drei Stellen zu beziehen; aber auchhier ist an Adam als Verfasser zu denken, besonders weil 4, 39 im Nachtragdie Erzählung des Königs Sven fortgesetzt wird. Man würde sonach an eineÜberarbeitung des ganzen Werkes durch den .Verfasser zu denken haben.

Das ausgezeichnete und einzig dastehende Werk wurde in spätererZeit nicht nur von skandinavischen und isländischen Schriftstellern reich-lich benutzt, 2 ) sondern auch deutsche und zwar besonders sächsische Ge-schichtschreiber sind vielfach von ihm abhängig, so der Annalista Saxo,Helmold, Albert von Stade, der Verfasser der Vita Meinwerci und der Ver-fasser der Hist. archiepiscoporum Bremensium.

Zeugnisse. Zum Antritt Adalberts in Bremen vgl. Dehio, Gesch. d. Erzbist. Hamburg-Bremen 1, 2, 67 f. N. VIII. Zur Aufzeichnung über die Schwedenmission vgl. Adam 3, 14 Haecde Sueonibus suo tempore gesta domnus Adalbertus ... amplifico sermone ut solebat omniadescribens etiam visionem quandam episcopi Adalwardi, quamonitus est, ut evangelizandigratia pergere non tardaret, curavit adnectere. Die Ansicht von Adams obersächsischerHerkunft fußt auf Schol. 151 Hie apparet quod scriptor huius Ubelli fuit ex Germaniasuperiori, unde vocabula pleraque sive nomina propria cum ad suam aptare voluit linguam,nobis corrupit.*) Sein Name erscheint in den Hss. nur im Anfangsbuchstaben, er wird abermit dem Titel des Werkes genannt bei Helmold, Chron. Slav. 1. 14 (ed. Pertz 1868) p. 36Testis est magister Adam, qui gesta Hammemburgensis ecclesie pontificum disertissimo ser-mone conscripsit. Kenntnis von Goslar 3, 28 Goslariam . .. in tarn magnam, sicut nunc videripotest, civitatem ... perduxit. Zu Adam und Alebiand 2, 82 Quamdiu enim temporali nobis-cum fruebaris vita, pastoralis curae officio nobiliter implesti. Adam kommt nach Bremenvgl. 3, 4 ad annum pontificü 24. cum et ego indignissimus ecclesiae dei mairicularius Bremamveni und 3, 54 JSovissimis archiepiscopi temporibus cum ego Bremam venerim. Domherrnennt er sich in der Widmung der Liemar A. minimus s. Brernensis ecclesiae canon'icus,und als Leiter der Schule unterschreibt er eine Urkunde des Hochstifts am 11. Juni 1069,vgl. Lappenberg, Hamburg. Urkundenbuch 1,97 N.101 Ego Adam magister scolarum scripsiet subscripi, aus welchen Worten sich ergibt, daß er die Urkunde selber geschrieben hat.Uebrigens soll er in Ramesloh begraben sein, vgl. J. H. v. Seelen bei Pratje, Die Herzog-tümer Bremen und Verden 6, 477 (zu pag. 234), wo auch über seinen Todestag (12. Oktober).Seine Reise zu Sven 3, 54 Novissimis archiepiscopi temporibus cum ego Bremam venerim,audita eiusdem regis sapientia, mox ad eum venire disposui; a quo etiam clementissime sus-ceptus ut omnes magnam huius Ubelli materiam ex eins' ore collegi. i ) Erat enim scientia lit-terarum eruditus et liberalissimus in extraneos; Würdigung Svens als Quelle besondeis 2,43Xarravit nobis diu memorandus rex Danorum, qui omnes barbarorum gestas res in memoriatenuit aesi scriptae essent. Zum Abschluß des Werkes 1075 vgl. den Epilog Vs. 46 Tu solrisduram populi a cervice catenam und besonders 53 lam tercia prelia surgunt, Et discordantestu iungis ad oscula mentes; außerdem wird der 1076 gestorbene Sven an zwei Stellen als

') Handausgabe S. 167,10—18.

2 ) Vgl. Archiv d. Ges. f. alt. deutsche Ge-schichtskunde 6, 827 ff.

') Zur Heimat Adams vgl. E. Schröder,Hansische Geschichtsblätter 1917 S. 351—365,der für Ostfranken oder Thüringen eintritt.

Ueber hochdeutsche Veränderungen von Eigen-namen bei Adam vgl. S. 354 f.

') Daß Sven noch andre Zuhörer hatteals Adam, sagt dieser 2, 75 Retulit etiamcircumstantibus.