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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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45. Beati oouli qui vident quod vos videtis. 195

wisen diser weit und hast si geoffenbart [49 v ] den kleinen'. Do kert er sichze sinen geminten jungern und sach si an, und al do hüb er an dasewangelium das man nu liset luitte von der wuchen, von der zit: 'Beatioculi qui vident que vos videtis, selig sint die ögen die do sehent das irsehent; wan vil wise künigen und propheten begerten ze sehende das ir nu 5sehent, und ensahent es mit, und ze hörende das ir hörent, und si enhorten esmit'. Do kam ein meister von der e und wolt unsern herren versuchen und indo nider werfen, und fragte in und sprach: 'meister, was sol ich tun das ichdas ewig leben besitze?' Und unser herre antwurt im gütlich, allein er dochwol wiste das sin meinunge valsch was: 'wie lisest du in der e?' Do sprach 10genre: 'das man Got sol minnen von allem herzen und seien und von allemgemüte und den neclisten als sich selber'. Do sprach unser herre: 'das tuund du solt leben'.

Nu nemen wir das erste wort: 'selig sint die ögen die do sehent dasir sehent'. Der mensche hat zweiger leige ögen: uswendig ögen und 15inwendige ögen. Und enwere das innerlich öge mit, so wer es ein hert snödkrank ding mit dem uswendigen öge und umbe den menschen al ze mole, undso were der mensche als ein ander vihe oder„tier.

Lieben kinder, wie mag nu das sin das die edel Vernunft, dasinwendig öge, alsus bermgklichen verbleut ist das es dis woren liechtes mit 20ensicht? Der mürdige schade ist dannan ab komen: do ist ein dicke grobemit, ein dickes vel über gezogen, das ist minne und meinunge der creaturen,[50 r ] oder es si der mensche selber oder etwas des sins, und von dem istder mensche blint und tob worden, si sin in w elidier stat si sint, weltlichoder geistlich. Und hie mit gont si zu dem heiligen lichamen unsers herren, 25und ie me si dar gont, ie töber si sint und ie blinder si werdent und diemit ie dicker wirt.

Kinder, wannan ab wenent ir das das kome das der mensche in sinengrünt enkeine wis nüt komen enmag? Das ist des schult: do ist als manigdicke grüweliche hut über gezogen, recht dick als ochsen stimen, und die hant 30im sin innerkeit also verdeckt das Got noch er selber nüt drin enmag: es istverwachsen. Wissent, etliche menschen mügent drissig oder vierzig hütehaben, dicker grober swarzer hüte als beren hüte. Wele sint dise hüte? Dasist ein ieklich ding do du dich mit willen zu kerst, es si mütwillikeit an

3. vö (nach wuchen) v. j. H. ftorr. aus v (= und?) E, von auch S. 3 f. vgl.

LuJc. 10, SI ff., aber auch Maith. 13,16 f. 5. wise gestr. (wohl nicht durch den Sehr.) E, f. S.künigen: nigen auf Rasur E. 0/'• und ze —nüt f. S. 6. hörent: nach r ein Buchst.

rad.; urspr. hörrent oder (irrtünü.) hörtent? E. 8. domitte verwerffen S. 9 f. g., und

wüste doch wol daz S. 16. es nachtr. (v. j. IL) übergeschr. E. 17. vnd (vor umhe) rad.,

doch lesbar E, f. S. al ze mole f. S. 20. erbermeklich S. 23. oder (vor es) f. Druck.sins E, sinen 8. 30. grüweliche f. S. 32. etliche ,• et auf Rasur E.

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