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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
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163
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40. Johannes est noinen eius. 163

Ich sprach gestern von zweijer künne lidunge.

Die eine das ist die [35 r ] die in der naturen ist von dem ersten valledes menschen.

Die ander lidunge das ist ein lidunge der pinlicheit.

Die erste lidunge das ist das der mensche geneiglich ist ze gebresten, 5und das ist gepflanzet in die nature. Und die lidelicheit die sol alwegen demmenschen wider sin, und sinen willen dann an ab keren mit gantzer kraft, alsverre es Gotte wider ist.

Die ander lidelicheit die ist komen us dem ersten: das ist pin undjomerkeit, die so! dem menschen willig und anneme sin als verre als die lide- 10licheit uf in velt dem minneklichen bilde unsers herren Jhesu Christi nachze volgende, der alwegen in grossem swerem lidende was alles sin leben.

Nu lat Got dicke die lidunge der gebrestlicheit uf manigen menschenValien in den worten das der mensche in dem swerlichen valle sich grösse-lichen bekenne und lere minnen und sicli losse willeklichen in den yveg der 15pinlicheit in der lidunge, als die uf in vellet und im engegen löft. Kinder, derdisen weg sich lossen könde, das wer ein also wunneklich ding, und in disemaller seligosten wege der pinlicheit sol der mensche alwegen leren nider sehenin sin krankheit, in sin mit vermögen noch tögen noch nicht sin.

Och der disen weg wol lerte und begriffe und anders kein übunge 20entete denne das er ane underlos echt nider sehe in sin nicht und in sin nihtsin noch vermögen, da würde die gnade Götz werlichen geborn.

Lieben kinder, nu enhat der mensche doch nichtes nicht von im selber;es ist al/25"7zemole luterlichen Götz sunder mittel und von im, gros undklein, und von im selber mit denne das er ist ein Verderbnisse alles gutes in- 25wendig und ussewendig; und ist üt do, das enist zemole nicht sin.

Dis ensolte der mensche niemer nie von sime herzen lossen komen; ersolte sehen in sin nicht Und wie sere der mensche ist geneiget zu allem arg,als verre als die nature ir friheit hette, er solt also grossen flis haben zebekennent sich selber war uf sin grünt gienge, sin meinunge, sin minne und 30flis, ob ein unkrut do under gewachsen si; wan der grünt müs luterlichen undbioslichen uf Got gon und mit anders meinen denne in.

Och solt du durch sehen din usser wandelunge, wort, werk, sitten,gelas, kl eider, geselschaft in allen wisen. Wo du denne vindest das sich üt

1. Weder die hier noch die in S (St. 66) vorhergehende Predigt handelt von zweijerkünne lidunge. Die Predigt S St. 47, unten St. 73, des zwölften sunnendages, spricht davonwie wir Got liden süllont in allen sinen goben, in allen sinen bürden und erwähnt die anderlidunge der alten e; aber darauf scheint unsere Stelle nicht zu gehn. 2. das zweite die f. S.7. widerig S. dannan von S (so meist). 10. anneinende S. 14. vor sich gestr.: do inne E.15. lasse S, lossen E. 1.8. vor sol gestr. do E. 21. und —niht /'. S. 22. sin niht v. S.29. vor also liasur: urspr. sin? E. vor flis gestr.: sinen E. haben auf Rasur E. 30. gie»s°:nge nachir. von gleicher Hand ubergeschr. E. 32. vor meine Meine Rasur E.

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