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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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161
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39. Karissimi, estote unanimes in oratione. 161

das ich dir fürbas nicht nütze enkönde gesin. Wie wolt ich denne für dinearmen seien gebitteu und in usser dem vegfür gehelfen, und für die armensünder?' Die sünder und die seien die enmügen in selber nüt gehelfen, wirwellen in denne helfen die in [23"] der zit noch sint. Got enmag in ane unserhelfe nüt getün, Avan siner gerechtekeit der müs gnüg geschehen. Und das 5müssen iemer sine frünt tun in der zit. Was minnen was das, das disermensche des grossen trostes wolte enbern von alsolicher sache!

Der ander grat ist also: wenne Got den menschen als verre hat usserallen dingen gezogen und er nümme ein kint enist, und in gesterket mit derlabunge der süssikeit, entrüwen, denne git man im gut hert rogginbrot; er ist 10nu ein man worden und ist zu sinen tagen komen. Dem alten menschen istnütz und gut herte starke spise; im ensol nümme milch und brot, und dennewirt im für gehalten und er wirt gefürt einen gar wilden weg, der gar vinsterund ellent ist, Und in dem Avege benimet im Got alles das er im ie gegab.Und al do wirt der mensche als gar ze mole zu im selber gelossen das er von 15Gotte al zemole nüt enweis, und kumet in alsolich getrenge das er nüt emveisob im ie recht wart und ob er einen Got habe oder nüt habe und ob er es sioder nüt si, und wirt im do so Avunderlichen we und we das im alle dise witeweit ze enge wirt. Er enbevindet noch emveis sines Gottes ze mole nüt, undaller ander dinge der enmag er nüt, und ist im als er enzAvischent zAvei 20wenden hange und als hinder im ste ein SAvert und vor im si ein scharpfessper. Was wil er denne tun? Er enmag weder hinder sich noch für sich,denne er setze sich do nider und spreche: 'Got grüsse dich, bitterre bitterkeit[24 r ]\o\ aller gnaden!' Möchte helle gesin in disem lebende, so düchte si dasnie denne helle sere minnen und des geminten gutes darben. Alles das man 25dem menschen denne gesagen mag, das tröst in als vil als ein stein. Undnoch minre mocht der mensche von creaturen hören sagen. So das bevindenund das bevöllen ie mere ze vorderest was, so die bitterkeit und der jamer indisem beröbende och mere und unlidelicher ist.

Och nu gehab dich wol, der herre ist sicherlichen hie bi, und halt dich 30an dem stammen des Avoren lebendigen geloben; es Avirt schiere gar gut. Dasist der armen seien in dem «wellende als ungelöiplich, das das unlidelichvinsternisse iemer ze Hechte müge komen.

Als unser herre den menschen alsus in disem unlidelichen trucke wolbereit hat — wan dis bereit in me denne alle übunge möchten bereiten die 35alle menschen möchten getün —, denne kumet der herre und bringet in uf den

3 f. geh. sti habent denne helffe von den die S. 4. ane von j. H. auf liasur;

wspr.: sunder? E. 9. gezogen: ge von j. II. auf Rasur E. gest. hat m. 8. 17. er es S,es er (ea nachtr. übergeschr.) E. 21. si f. S. 23. bittere S, luter 88. 25. h. weres ere 8. minnen und S, minne in (in auf Rasur, wohl urspr. vii) E. 26. dene von j. H.

mit Verweisungszeichen am Rande E (steht auch 8). 28. bevölen S. 29. nach vnlidelichergestr.: was E. 31. de stamme E. 36. und 8, in E.

Heutscho Texte des Mittelalters XI. H