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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
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142
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142 37. Quae mulier habens dragmas decem.

87.Que mulier habens dragmas decem et cetera.An disem tage seit ich alliie von disem ewangelio, wie die sündernoheten unserm herren, als ir do wol liortent und wie das verlorn schofgesucht wart und wie es funden wart.5 Kinder, kerent es war ir wellent: ir müssent schof sin in worer senft-

mütikeit, in stillikeit und aller gelossenheit, lidelicheit, das du habest einunder geworffen gemüte und er Got und durch in under alle creaturen in lide-licher wise, wie dich Got sucht oder suchen wil, in weler wise er wil unddurch wen er wil, es si dur sich selber oder durch die menschen oder durch10 den vijent oder durch alle creaturen in himel oder in erden, durch gruwelicheherte wort und gelosse, in weler ungestümkeit man dich ankumet, das dudich denne nüt verantwürtest. Und in dem solt du volgen dem aller minnek-lichesten bilde, unserm lieben herren Jliesu Christo, der das aller senftmütigostlembelin was und sinen munt nüt uf entet unde für den scherer gefürt wart.15 Also, liebes kint, man sol dich scheren mit herten Worten und werken,

wie dich der herre suchen wil: also wirst du im gelich und wirst das minnek-liche scheffelin das er uf siner achselen tragen sol von der vergottetermenscheit der du an disem nach gevolget hast, bis in die überweseliche gotheit,do alle volkomene weide ist. Kinder, dis müs vor allen dingen von not sin.20 Nu wissest, [8 r ] als du alsus ein scheffelin bist worden und dem

niiuneklichen bilde, unserm herren Jhesu Christo, bist uachgevolget, das vonnot sin müs, denne bist du alrerst wol ein gut heilig mensche. Aber solt duein edel mensche werden, so wissest das es noch unmossen verre ist, do dunoch über klimmen müst.25 Kinder, dis ewangelium das was vor das ein fröwe verlorn solte haben

einen pfenning und entzunte ein lucernen und suchte den phenning.Dise fröwe das ist die gotheit.Die lucerna das ist die vergottete menscheit.Der phenning das ist die sele.30 Diser phenning der müs haben drü ding, und gebrist im diser eins, so

enist er nüt ein recht phenning. Er sol haben sin gewicht und sin materie,sin müntze und sin bilde: dis mus er alles von not haben. Er müs sin vongolde oder von silber: das müs sin materie sin.

Och kinder, was Wunders ist umbe disen phenning! Dis ist wol ein35 güldin phenning, und ist ein unmessig und ein unbegriffenlich ding umbe disenminneklichen phenning.

1. zu der Überschrift: 'Luk. 15, 8 «. f.' ; sodann: Die bredie usser eime andern wortein dem egenanten sanote Lucas ewangelio, von dem verlornen Pfenninge, seit von vil wisender burnenden minnen, und wie der mensche got suchet in zwo wisen und wie er von gottegesüchet wurt mit benemunge aller lustlicher fürwtirffe S. 6. gel. und 1. S. 10. o. uf dere. S. 11. gelosse korr. aus gelasse? E. 23. uumossen] gar S. 25. was vor] sagt

Druck. 32. sin müntze f. Druck.