60 Histor. Handschriften in Folio Nr. 188.
Dieses Manuskript vereinigt Landbuch und Chronik. Nach einerkurzen Einleitung über das Land Württemberg im allgemeinen, seine Städte,Klöster und Ämter beginnt die-Spezialbeschreibung S. 14 mit Stuttgart,wo Lokal- und Hofgeschichte vereinigt und z. B. Herzog Ulrichs Hoch-zeit weitläufig eingeschaltet ist (während die Beschreibung des Lusthauseserst unter dem Artikel Marbach S. 320—336 im Zusammenhang mit demdortigen Präzeptor und Antiquitätensammler Stadion nachfolgt). Vonder Reichsstadt Weil aus (S. 984f.) geht der Verfasser bei Gelegenheitder Schlacht von Döffingen unvermerkt über auf die allgemeine Geschichtedes Landes und fuhrt dieselbe fort bis zur Hochzeit des Herzogs JohannFriedrich (1609). Hierauf werden zum Schluss noch einzelne Land-schaften, welche bloss zeitweilig zu Württemberg gehörten, sowie die Be-sitzungen in Mömpelgard und, im Elsass besehrieben.
Eine Eigentümlichkeit des Buches ist, dass mehrere Partien in Versengegeben sind, so:
1) 8. 164 ff. Die Belagerung Aspergs durch Herzog Ulrich undLandgraf Philipp.
2) S. 251 ff. Ursprung und Reformation des Klosters Murriiarät.
3) S. 338ff. Von der Stadt Winniden.
4) S. 535ff. Encomion Rcutlingense.
5) S. 630ff. Von der Grafschaft Hoheuzo lle ru.
6) S. 667ff. Über den Tiergarten von Hechingen.
7) S. <i'.)4ff. Über die Grafen von Hoheuzolleru.
8) S. 883 ff. Histori zu 0 nstmetti ngen geschehen.
Da Jak. Frischlin seine Darstellungen aus der Geschichte gern inHeime fasst, da Nummer 4 erklärterinassen (cergl. S. 591. 604 f.), Nummer7 unverkennbar (vergl. den Schlussreim) ihn zum Verfasser hat, da fernerauch Stücke seines Bruders Nikodemus (S. 852f. 8U8f.) eingerücktsind, da, endlich auch der in Prosa verfasste Abschnitt über Balingengenaue Bekanntschaft mit dieser Heimat der Frischline und mit ihremganzen Geschlecht verrät (S. 848ff.), so erhebt sich die Frage, ob nichtJak. Frischlin vielmehr als Autor der Handschrift, Anns nur eds Kopistanzusehen ?
Übrigens stimmt das, was Birliuger ans einem früher LassbergischenManuskript „Beschreibung des Landes Wirtemberg von Jakob Frischlin"in den Wnrtt. Vierteljahrsheften 1880, S. 25 ff. mitteilt, nicht mit unsererHemdschrift überein.