Druckschrift 
2 (1928)
Entstehung
Seite
348
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v. KNEBEL 34 8

dürfte es von besonderem Interesse sein, aus dem weiteren Briet-wechsel Mundts Näheres über seinen Inhalt zu erfahren. Mundtprotestierte zunächst nur gegen das eigenmächtige Vorgehen desVerlegers mit folgendem Schreiben vom 13. März 1836:

„Ihr Schreiben vom 9. d. habe ich an den Herrn Minister v. Alten-stein geschickt, um mich über die nothgedrungene Auslassung desVorwortes, das er selbst nicht nur veranlaßt, sondern auch gebilligt'ja sogar an einigen Stellen corrigirt hatte, damit auszuweisen. Ihr Ver-fahren ist durch die allgemeine Ängstlichkeit bei den gegenwärtigenZeitumständen zu entschuldigen; sonst haben Sie eigentlich eigen-mächtig in das Thun der Redaction eingegriffen. Ob ich meineWorte dazu hergeben wollte, um sie theils auf dem beigedrucktenZettel unter Ihrer Firma, theils sogar zu einer Redactions-Note 1einer Fassung, für die sie nicht berechnet waren, zu benutzen, hättebilligerweise erst einer Anfrage von Ihrer, und einer Zustimmungvon unserer Seite bedurft. Indeß ich gestehe gern, daß jetzt eine böseZeit ist, wo man es mit seinen Freunden nicht zu genau nehmendarf. Sie glauben nun, sich sogar noch einen Dank um mich ver-dient zu haben, indem Sie mich durch die Auslassung des fragliche 11Vorwortes von etwas mir Nachtheiligem abgehalten, aber Sie be-denken nicht, daß dies Vorwort, schon ehe es Ihnen zugesandt wurde,Gegenstand sehr reiflicher Prüfung bei sehr erleuchteten Männerngewesen. Im Gegentheil haben Sie mir einen sehr empfindlichenSchaden zugefügt. Der Minister v. Altenstein, der meine Angelegen-heiten beständig zu fördern geneigt ist, wünschte, daß ich mich übe*mein reines Verhältniß zu den neuesten Literaturzuständen öffentlichauslassen möchte, damit er im Staatsministerium zu meiner Recht-fertigung darauf verweisen könne. Ich schrieb die Vorrede zum3. Band des Knebel, zu der ich durch das beiliegende Schreiben desHerrn Ministers selbst veranlaßt wurde, der seines persönlichen Ver-hältnisses zu Knebel darin gedacht wünschte; und weil KnebelsNachlaß die frühere klassische Periode abschließt, war es der richtigeOrt, dort die Verhältnisse der literarischen Gegenwart zu beleuchten,und zwar, wie ich that, in einem versöhnlichen Sinne. Sie fragen nun,was in aller Welt das mit Knebel zu schaffen habe, und ,\vas Siedenn beim Knebel versöhnen sollen?' — Nun, wenn der Knebel soabgetrennt von der Person des Herausgebers gilt, wozu senden Sieihn dann zur Recensur ein? warum debitiren Sie ihn nicht ungehin-dert in Preußen? wozu haben die preußischen Regierungsblätternoch besonders anzeigen müssen, daß die beiden ersten Bände vonKnebel erlaubt seien, wenn Knebel mit dem Namen Mundt ga rnichts zu schaffen hat? — Ich beschränke mich auf diese Bemer-kungen gegen Ihren Brief, der mir leicht noch zu mehrerem Anlaßgeben könnte. Ich werde nun hören, was der Minister über die Aus-