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Soweit hätte das Gedicht keinen Anlaß zum Einschreiten derStaatsanwaltschaft geboten, denn zum Schutz der „Götzen" war sienicht bestellt. Aber daran schloß sich noch eine allgemeinere Allo-kution, die das Sprüchwort „Hilf dir selber, dann hilft dir Gott"herausfordernder abwandelte und in dem Rat gipfelte:
Wirf Götter und Götzen über Bord,Dann frisch ans Steuer getreten;Errungen nur wird der Freiheitsport,Nicht erbetet und nicht erbeten. —
Nun wurde Jordan zwar dieses Gedichts wegen mit sechs WochenGefängnis bestraft, aber seinetwegen noch nicht aus Sachsen hinaus-gemaßregelt, wie Corvin meint. Dazu hatte ein anderer Vorfall Anlaßgeboten, wobei Jordans Berliner Antezedentien erschwerend ins Ge-wicht fielen. Am 12. August 1845 w * r Leipzig der Schauplatz einerRevolution. Prinz Johann von Sachsen hatte die Kommunalgardeinspiziert. Der katholische Prinz galt als Haupt einer pietistischenPartei, deren starker Einfluß auf die Regierung besonders denDeutschkatholiken, zu denen auch Robert Blum gehörte, das Lebenschwer machte. Beim Zapfenstreich am Abend vor des PrinzenWohnung, dem Hotel de Prusse, pfiff das Volk, statt Vivat zu rufen;„Eine feste Burg ist unser Gott" wurde gesungen, auf Luther,Ronge und die Deutschkatholiken ein Hoch, ein Pereat auf dieJesuiten ausgebracht. Die Laternen wurden eingeworfen, und alsder Prinz die Schützenkompanien mit scharf geladenem Gewehr auf-marschieren ließ, wurden sämtliche Fensterscheiben zertrümmert,„alles unter Geschrei und Pfeifen ä la Paris", wie der Herausgeberder „Lokomotive", Wilhelm Held, seinem Freunde Corvin am
13. August nach Wiesbaden hin anschaulich berichtete (vgl. Corvins„Erinnerungen" II, 246 ff.). Obgleich sich die Entrüstung des Volkesdamit ausgetobt hatte, erscholl das Kommando: Pelotonfeuer 1 undunter den fliehenden Massen gab es Tote und Verwundete. Am
14. August fand im Schützenhaus eine Protestversammlung statt, am
15. dieBestattung der Erschossenen; beide Male trat Jordan, obgleicher zu den Gegnern der Deutschkatholiken gehörte, als Redner auf;bei der Leichenfeier rezitierte er ein Gedicht, das großen Eindruckmachte. Damit war die Geduld auch der sächsischen Regierung er-schöpft, und zu den zahlreichen liberalen Schriftstellern, die zurallgemeinen Luftreinigung damals aus Sachsen ausgewiesen wurden,gehörte auch er. Die „Familienscene" in dem Gedichtband „Schaum"ist Jordans poetische Quittung dafür und zugleich sein Abschieds-gedicht an Leipzig:
Es kostet ihnen nur ein einzig Wort,Sie sprechen's aus: wir müssen fort,
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