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daher von vielen mit Mißtrauen betrachtet. Einer dieser Achtund-vierziger, die für ihre Überzeugung auf Tod und Leben einzustehenwagten, Otto v. Corvin, hat in seinen ebenso amüsanten wie bos-haften „Erinnerungen" besonders aus jener Leipziger Zeit den Dich-ter der „wilden Lieder" nicht eben vorteilhaft, aber gewiß nichtungerecht charakterisiert: „Es war ein großer, schlanker, schöner,junger Mann von lebhaftem und sehr einnehmendem Wesen, deraber wegen seiner Arroganz und Eitelkeit den Männern wenigergefiel als den Frauen, die er hauptsächlich durch seine Rede gewann.Er sprach sehr geläufig und lebhaft, und was dieser Rede an Tiefeabging, versuchte er mit Erfolg durch Wortgefunkel zu ersetzenoder zu verbergen. Jordan hatte ohne Zweifel bedeutendes Talent;allein er überschätzte es unmäßig. Er gab damals eine Zeitschrift beiWigand heraus, welche er ,die begriffene Welt' nannte und einenBand Dichtungen unter dem Titel .Schaum', — die manches schöneGedicht enthielten. Obwohl ich Jordans zur Schau getragene Vor-züge sehr wohl erkannte und ihnen volle Gerechtigkeit widerfahrenließ, so fühlte ich doch keine Sympathie für ihn . . . Gerstäcker erginges in Bezug auf Jordan gerade wie mir. Meine Frau aber bewunderteihn sehr und er verehrte ihr das abgesetzte Manuscript seines.Schaum' . . . Jordan kam häufig von Lindenau herüber, uns zubesuchen, und ich wurde manchmal von meiner Frau gescholten, daßich nicht herzlicher sei gegen einen so talentvollen Mann, der sich sogern reden hörte, wovon sie mit profitirte, und der so schön sprach."Jordans bei Otto Wigand erschienene Monatsschrift „Die be-griffene Welt" (1845) erregte bei der preußischen Zensur starkenAnstoß. Ihre Tendenz, erklärte der Zensor Seebode (24. März 1845)sei „Substitution der Naturerkenntniß für die Gotteserkenntniß undVerspottung der Naturphilosophie"; ein Aufsatz darin „Das Lebender Leblosen" verrate „sehr rohe pantheistische Anschauungen"(6. Juni 1845). Das Blatt hielt sich nur kurze Zeit. Ein BeitragJordans zu Wigands „ViertelJahrsschrift" (1845, 4. Band) über „Diereligiöse Bewegxmg der Gegenwart" hatte das Verbot dieses Heftesin Sachsen und in Preußen zur Folge; die provisorische Beschlag-nahme in Berlin wurde vom dortigen Oberzensurgericht am 8. De-zember 1846 bestätigt. Gegen den Deutschkatholizismus, der inSachsen viele Anhänger besaß, wandte sich Jordan in einer poetischenFlugschrift „Ihr träumt! Weckruf an das Bonge-berauschte Deutsch-land" (Leipzig, C. W. B. Naumburg, 1845); sie durfte in Österreichnur „erga schedam", gegen polizeiliche Erlaubnis, verkauft werden.Jordan war während dieser Leipziger Zeit auch Mitherausgebereiner bei Otto Wigand erscheinenden Sammlung „Nachtseiten derGesellschaft. Eine Gallerie merkwürdiger Verbrechen und Rechts-fälle. Hrsg. von Dr. A. Diezmann, Dr. W. Jordan und Dr. L. Meyer";