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vergleichbar. Niemals, beim Bild des Sumpfes bleibend, wird einesder beiden Liebenden hineingezogen. Sie können darin stehen, ohneberührt zu werden. Die beiden, der Student und sein Mädel, ver-gestaltigen einen menschlichen Idealzustand, der Vollkommenheit anLeib und Geist ist.
Ich greife mir mit Beklemmung an die Brust: Kann das verbotenwerden? Ist das Drama etwa der Schilderung des Lasters zulieb ge-staltet? Das kann ich mit aller Ruhe verneinen. Diesen Eindruck ver-wehrt das starke Mitgefühl mit den beiden Liebenden. Sie warenihrer widerstehenden Umgebung den Beweis schuldig, daß ihre Lieberein sei. Diesen liefert der Student, indem er seine Braut, die durchsFenster gesprungen ist, auch in ihrer Schönheit zerbrochen, nochumfängt.
Durch Verbot wird dem öffentlichen Urteil vorenthalten, sichdarüber nach Überzeugung von Herz, Verstand und Gefühl imIheater zu äußern, ob der dramatische Wille, welcher das Werkschuf, sittlich war oder nicht. Es kam mir weder darauf an, einewasserklare Milieuschilderung einer Weinkneipe zu geben, nocheinen Aufriß deutschen Studententums. Wohl steht die Inhaberinder Weinkneipe neben den beiden Liebenden als Hauptfigur imStücke, aber sie tritt nie derart in den Vordergrund, daß man gierigauf ihre bösen Taten lauerte. Im Gegenteil, auch auf sie fällt einStrahl echten Mitleids, als ihre Tochter, ihr einziges Kind, in leicht-fertiger Weise von ihr Abschied nimmt. Der Pseudostudent, welchersie entführt, ist erkennbar genug als falscher Akademiker gezeichnet.Solches Individuum konnte sich unter mancher anderen äußerenMaske einschleichen. Ein Stand wird durch falsche Repräsentantennicht heruntergesetzt. Seit jeher gab es Hochstapler in allen Ständen.Gerade die Falschheit seines Standes macht seine Verführerabsichtenauf die Braut besonders klein und erbärmlich gegenüber der stolzenGroßtat ihres Studentenbräutigams. Das Milieu der Kneipe ist da,um von den Liebenden sinnlich überwunden zu werden, die studen-tische Gesellschaft, um von einem ihrer Mitglieder in glänzendet'Weise vertreten zu sein.
Das Verbot wirkt auf mich doppelt niederschmetternd. Als DesKaisers Soldaten' von Reinhardt angenommen wurden verbot mirein Mitglied des Reichstages, nationale Stücke zu schreiben. Fürden Sohn eines Mannes, der einst mit sieben Schwaben die Huldi-gungsbesuche beim alten Bismarck eröffnete, war dieses Abgekan-zeltwerden, daß er als Dichter keine nationalen Stücke schreibendürfte, ein herber Fall. Diesmal hat Direktor Barnowski ,Ihr stillesGlück' von mir angenommen, in welchem ich als Sohn des Pfarrerssittliche Arbeit geleistet hatte, da trifft mich das Verbot wegen Fri-volität. Es bleibt mir keine andere Wahl als die Annahme, daß ich