Druckschrift 
2 (1928)
Entstehung
Seite
39
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das ahnen können! Am 31. August 1833 schickt Campe, nach Ab-schluß der Vorverhandlungen, die von Jacob so dirigiert werden,daß immer nur Campe die Bestimmungen trifft, die ihm Jacob vorhereingeflüstert hat, das Manuskript ein. Ende September ist Band 5ausgedruckt, am 8. November auch Band 6. Die Titelblätter werdenam Sonntag, den 27. Oktober, von einem „vertrauten Drucker" heim-lich hergestellt, die Umschläge ebenso heimlich in den ersten No-vembernächten.

Anfang November reisen Jacob und Pierer nach Leipzig. Der HerrMajor bleibt wieder aus dem Spiele, Jacob führt die Verhandlungen.Man ist noch unschlüssig: soll Volckmar, wie das vorige Mal, oderOtto Wigand die Heftung und Versendung der Bände übernehmen?Pierer ist mehr für Wigand, aber der will zwar das Heften, aber nichtdas Versenden übernehmen; die „vornehmen Herren" in Leipzig,Brockhaus, Fleischer usw. sind ihm nicht grün, eine Andeutung —und er sitzt in der Patsche. Volckmar aber ist ein Vetter von Brock-haus, den werden die „Großkopfeten" schon herauspauken. Vonder Regierung ist am wenigsten zu fürchten, die wird selten zudring-lich mit Fragen, denn den einträglichen Kommissionshandel will sienicht stören. Bleibt also nur Volckmar. Der muß zunächst seinEhrenwort geben, daß er völlig aus dem Gedächtnis verlieren wird,je mit Jacob von der Altenburger Druckerei darüber verhandelt zuhaben, „es komme wie es wolle". Dann hört er wieder das Märchenvon Brunet in Paris und von Börne, der sein eigener Verleger seinwill; Jacob tut Brunet nur einen Gefallen, wenn er die Speditionbesorgt — weiter weiß auch er nichts. Was Volckmar an „Deckun-gen" haben will, falschen Papieren — alles soll besorgt werden. Am15. November sind die Druckbogen in Leipzig, Anfang Dezemberwerden 2000 Exemplare des fertigen Buches dort ausgegeben undmachen „furore"; 250 gehen an Campe in Hamburg, die für Börnebestimmten Exemplare an Jäger in Frankfurt. Falsche Fakturenliegen bei, die hat Jacob in Altenburg ebenfalls besorgt, und auf demPackhof in Leipzig ist der Fuhrmann aus Plauen gemeldet, der dieganze Sendung gebracht hat. Sucht man nach ihm in Plauen, so wirdman ihn nicht finden; Name ist Schall und Rauch.

Beim 3. und 4. Band wird das Spiel ebenso gewesen sein; einExemplar der falschen Faktur, auf den Verlag Brunet in Offenbachund Paris lautend, hat sich erhalten; in meiner zur Berliner Polizei-ausstellung 1926 erschienenen kleinen Schrift „Polizei und Zensur.Längs- und Querschnitte durch die Geschichte der Buch- undTheaterzensur" (Berlin, Gersbach & Sohn) habe ich es (S. 44) re-produziert. Vorgedruckt ist als Titel der gelieferten Schrift: „BörnesMittheilungen aus dem Gebiete der Länder- und Völkerkunde, 1. und2. Theil", handschriftlich aber hinzugefügt, daß es sich um „Börnes