Druckschrift 
2 (1928)
Entstehung
Seite
18
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ALLGEMEINE DEUTSCHE BIBLIOTHEK 18

Ursachen mit ist, warum manche katholische Universitäten wenig-stens um ein halbes Jahrhundert zurücke sind, weil die dabey auf-gestellten Lehrer nicht wissen, was auswärts in der gelehrten Weltgeschrieben wird, oder vorgeht; überhaupt aber e) darum schon umso weniger Bedenken wegen der Freiylassung obzuwalten scheinet,da nicht nur allein kein weltlicher katholischer Fürst sondern auchkein einziger katholischer Bischof in Deutschland meines Wissens nochdieses Werk in seinen Staaten verbothen, und man ungeachtet dessen,die fürchterliche Folgen, die hierorts manche besorgten, in dortigenGegenden nicht wahrnimmt; endlich aber f) die Localumstände derösterreichischen Litteratur die Gestattung desselben um so eher zufordern scheint, da fast gar keine innländischen Kritiken vorhandensind, welche doch die nun schwarmweise auftretenden Schriftstellerhöchst nöthig hätten, indem wenn auch ihre Produkte nicht mit indiese Bibliothek aufgenommen werden, sie doch durch die Behand-lung andrer Werke, denen sie sich vielleicht selbst die ihrigen nichtan die Seite zu setzen getrauen, behutsamer gemacht, und sich selbstRegeln für ihre künftige Arbeiten daraus abstrahieren würden; so istman umsomehr der jedoch unzielsetzlichen Meynung, daß das bis-herige Verboth aufzuheben sey, da ohnehin das allerneueste höchsteCensurreglement nach der im vorhergehenden Voto schon gemach-ten Bemerkung die Weisung zur Zulassung dergleichen periodischerSchriften giebt.

Schmidt.

Bei der gegenwärtigen Verfassung der Censur sehe ich nicht wiedas Verbot der allgemeinen deutschen Bibliothek ferner mit Wirkungbestehen könne, und halte daher ebenfalls dafür, daß von solchemnunmehr abzugehen sey. Wobei ich in die Gründe, welche in denvor mir abgelegten dreyen gutachtlichen Äußerungen angeführetsind, hinein zu gehen für überflüssig erachte.

Wilkowitz.

Ich trete diesen Meinungen mit der einzigen Erinnerung bey, daßman bey manchen Theilen dieses Werkes, in so fern es ihre Eigen-schaft erfordern möchte, auch jene ausdrückliche Worte der allerh.vorgeschriebenen Grundregeln: ,Und auch diesen in demFalle zu verweigern, wenn solche Stücke die Re-ligion —■ -------- directe auf eine gar anstößige Art

behandelten' §pho. 4to fine, allerdings in Acht nehmen müssenwird.

Szekeress.

Da diese deutsche Berliner Bibliotek der deutschen Literatur nichtnur allein zuträglich sondern als unentberlich von vielen Gelahrte«: