Der Zucker im Zeitalter der Entdeckungen.
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suchte diesem Übelstande durch ein strenges Edikt abzuhelfen(1542), welches genaue Vorschriften über Eigenschaften undPrüfung der Gewürze enthält, für Zucker, Spezereien und Konfitürenbestimmte Preise festsetzt, und die Bereitung der „so äusserstwichtigen und notwendigen Konfekte, Syrupe, Konserven, Honigeund Zucker" nur Jenen gestattet, „die sich durch Zurücklegungvon vier Lehrjahren, und Anfertigung eines Meisterstückes, dieFähigkeit hierzu nachweislich erworben haben" (Leber 94 und307; Phillippe 168).
La-Bruyere Champier, der Leibarzt König Franz I.(1515—1547) erwähnt in seinem Werke „De re cibaria" (Lyon 1560),dass schon seit langer Zeit der meiste Zucker Frankreichs ausMadeira und Kanaria käme, und dass man auch verzuckerte undin Zucker eingemachte Früchte fast ausschliesslich von dortherbeziehe, weil Früchte wie Zucker auf diesen Inseln im Überflüsse,und unglaublich billig zu haben seien (Le Grand d'Aussy II, 200).„Unsere Sitten," sagt er, „sind derartige geworden, dass Zuckerunentbehrlich ist, weil z. B. Leute von feiner Lebensart nichtsverzehren, was nicht mit Zuckerpulver bestreut ist" (ebd. II, 244).Er beschreibt süsse Speisen aller Art, verzuckerte Torten mitfarbigen Früchten verziert, die von einem Kardinal erfundenenmit Hippokras begossenen Mispeltorten, verzuckerte Früchte, in Rum,Wein und Rosenwasser eingemacht, Liköre aus Erdbeer-, Kirsch-,Himbeer- und Stachelbeersaft, Erdbeeren mit Rosen und Zucker,süsse Kuchen, darunter den berühmten „Fanaid", sowie Creme,Gelees, Blancmangers, Zuckerpasteten, und den beliebten „neige enromarin"; auch gebackene Rosmarinzweige mit Zucker, sowie kan-dierter Rosmarin wurden verzehrt, und spielten bei der Meisterauf-nahme gewisser Innungen eine wichtige Rolle, deren Ursprungnicht aufgeklärt ist (ebd. II, 178 und 324; III, 105; I, 289;II, 332 ff., 238). •
Das herrliche Gedeihen des Zuckerrohres in Madeira und aufden Kanarien veranlasste auch 1549 den Versuch, von dort geholteSprösslinge in der Provence anzuhauen. Olivier de Serres be-richtet darüber in seinem, 1600 verfassten „Theatre d'agriculture"(Paris 1804; II, 410): „Das Zuckerrohr gedieh dort gut, die reifenRohre hielten sich einige Tage, und konnten, wohlverpackt, nachParis gesendet werden;'. . . um den Zucker zu gewinnen, schneidetman sie im September dicht über der Erde ab, hackt sie in 4—6Finger lange Stücke, kocht sie in grossen Kesseln mit Wasser aus,und verdampft dieses dann durch anhaltendes Kochen, wobei derZucker schliesslich fest wird." Nach Quiqueran (ebd. I, Vorr.