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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
Entstehung
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45Industrie.Aehnliche Verhältnisse ergeben sich aus einer Vermögens-tabelle aus dem Jahre 1798. Darnach standen die reinen, steuer-losen Einkünfte der ärmsten Weber auf 30 Franken, währendfolgende die höchsten Einkünfte repräsentiren: ein Hofbesitzer imHamm (P. S.) mit 1250, ein desgleichen (A. G. D.) mit 1200,ein Kleinhändler im Dorf (Wilh. Gastes) mit 900, ein desglei-chen im Rintgen (A. L.) mit 650, ein Weber im Hamm (M. B.)mit 650. Wenn diese Zahlen auch aus Furcht vor französischenSteuerliebhabereien zu niedrig gegriffen sind, jedenfalls geben siedas richtige Durchschnittsverhältniß an.Die Leinweberei wurde bei ihren schlechten Conjuncturen voneinem anderen Industriezweige, der Sammetbandweberei verdrängt.Wenn auch erst mit dem Jahre 1786 die historischen Tabellenuns Aufschluß über deren Betrieb geben, so ist die hiesige Fabri-kation unstreitig ältern Datums. Wie hätten auch sonst 1786plötzlich 65 Sammetbandstühle vorhanden sein können. In derThat finden wir ſchon 1772 Angaben über die Stellung der Lind-wirkerlehrlinge. Sie erhielten jedes Stück bezahlt, mußten aberneun Reichsthaler als Lehrgeld und ein Douceur „voor de huys-frouwe“ bezahlen. Andere Lehrbedingungen lauteten auf die bei-den ersten Lehrjahre ein Drittel Lohn, auf das dritte Jahr dieFolgende Tabelle orien-Hälfte, abzüglich 7 ½ Stüber (1796).tirt uns über die Ausdehnung der Lind= oder Passementfabrikation.Werth derImStühle Fabrikation inErportJahreReichsthlrn.1092010920178618012180121361787171481719813317882001620572147178926395276871790171307333123218017914145538903184179234544331751671793Im Jahre 1809 zählten die Bandarbeiter 21 Meister mit190 Gesellen.Diese junge Sammetbandindustrie, die aber nur ein Viertel-Jahrhundert in Viersen blühte, war zwar eine sehr lucrative,hatte aber auch gerade dadurch einen verderblichen Einfluß aufdie Sittlichkeit der Einwohner. Allerdings fallen gerade die zu-gellosen Zeiten der französischen Revolution mit ihrer Blüthe-periode zusammen, so daß zwei in ihrer Verbindung verderblichsteUmstände zusammenwirkten, jene Zeit zu der moralisch niedrigsten