Pietzzucht.die Erlaubniß, den Venloer Pferdemarkt zu besuchen, sowie daßden Nachbarn erlaubt sei, untereinander ihre Pferde zu tauschenund zu verkaufen. Diese Erlaubniß kostete die Stadtkasse neunPattacons. Zur französischen Zeit trieben die Pferdehändler diePreise auf eine enorme Höhe. Der Maire richtete deshalb unterdem 17. August an die französische Regierung die Bitte, jährlichzwei Pferdemärkte abhalten zu dürfen, im Juni am Montag nachSt. Johann und im November am Montag nach St. Hubert.Durch kaiserliches Decret vom 11. November 1813 wurde dieseBitte gewährt. Im Jahre 1791 hatte Göters Mühle die meistennämlich drei Pferde.Ungleich bedeutender war die Hornviehzucht. So zählteViersen 1740: 923 Kühe, 137 Rinder; 1746: 933 resp. 190;1764: 933 resp. 173; 1768: 859 resp. 129; 1769: 878 resp.132; 1773: 674 resp. 81; 1774: 719 resp. 92; 1778: 743resp. 91; 1779: 752 resp. 86; 1789: 834 resp. 219; 1791:837 resp. 199; 1795 im Ganzen 666 Stück Hornvieh; 1798840; 1799: 805 Stück. Zur Hebung der Rindviehzucht ließ dieStadt durchſchnittlich vier Zuchtſtiere („Sprinkrinck“) unterhalten,wofür die Gemeindekasse anfangs mit 12 bis 13, später, so 1792,mit 30 bis 32 Reichsthaler belastet wurde. 1791 besaß das Con-vent St. Pauli 14 Stück Hornvieh, die demnächst folgenden größtenBauern besaßen 6, 5 2c. Im Jahre 1652 kostete ein Rind sechs,1680 eine Kuh acht, 1732 neun bis zehn Reichsthaler, 1815 67Franken.Die Schafzucht wurde im vorigen Jahrhundert hierorts garnicht betrieben, die historischen Tabellen weisen nicht ein einzigesauf. Um so reger war die Schweinezucht, und wurde mit diesemfür die Viersener Haushaltung so nothwendigen Vierfüßler aufdem Kirchmarkt ein lebhafter Handel getrieben. 1789 betrug derSchweineſtand Vierſens 382, 1791: 430 und 1799: 409 Stück.In den vorhergehenden Kriegszeiten ſcheint eine große AnzahlSchweine für die Truppen eingezogen worden zu sein, denn derBericht des Maire gibt den Schweinestand 1795 auf ein und1798 auf sieben Stück an. 1681 kostete ein Ferkel 2⅜, 1744schon 10 Reichsthaler.Eine nicht minder große Aufmerksamkeit fand zeitweise dasSchnattervolk der Gänse, ihre Zahl belief sich 1740 auf 24, 1746auf 99, 1764 auf 18, 1768 auf 12, 1769 auf 21, 1774 auf 24,1779 auf 10 Stück. Ein Proceß aus dem Jahre 1675, nachdessen Acten ein Bienenschwarm von einem Nachbar des Eigen-thümers aufgefangen worden, beweist, daß die Bienenzucht schonfrühzeitig in Viersen betrieben wurde. Nach den historischen Ta-bellen belief sich die Zahl der Körbe im Jahre 1740 auf 215.1746 auf 348, 1764 auf 246, 1768 auf 132, 1769 auf 162
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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
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