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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
Entstehung
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30Aus dem alten Viersen.aufgenommen, Donnerstags und Freitags die Kinder in die Ka-pelle des Conventes St. Pauli zu führen. Auch hieß es, er solle„oock ſelfs ordentlyck die Andacht bywohnen“. Die Ueberlieferungdes auf dem Rathhause aufbewahrten Schulschlüssels war dasZeichen der Installation. So richtet Matthys Deumes folgendePetition „Aen een EE. Gerichte der Heerlyckheydt Vierssen.Verthoont reverentelyck Matthys Deumes, dat hy met Meerder-heyt van Stemmen van weghens den Eerw: Heere Pastoir, denHeere Voght, Schepene ende Geswoeren heeft geobtineert hetSchoolmeesters Ampt in t' Rintjen alhier in Plaetse van AnthoinCusters, gemerckt nu den Suplicant noch niet en is gestelt in dePossessie van dit Ampt, oock den opgemelten Custers den Sleutelder Schoole noch niet en heeft affgegeven, het ghene strecks inPrejuditie van den voorstaende Collatie, en oock tot Naerdeelder Schoolkinderen, die daerdoor niet en connen geinstrueert wor-den als behoirt, soo nemt den Suplicant syn Recours tot eenEE. Gerichte oetmoedelyck biddende, dat denselven den HeerVooght gelieve te requiriren, van den Suplicant in de Possessievan t' voorgenoembte Schoolmeestersampt te stellen ende AnthoinCusters t' ordonneren den Sleutel der Schoole afftegeven mitt-gaders hem Suplicant daerinne geene Stoornisse te doen opalsulke Peene als een EE. Gerichte sal believen goettevinden ditdoende.“ — Die Einführung in die Schule geschah auf folgendeeiner Notiz aus dem Gebetbuche des Bebericher SchulmeistersLambert Lambertz entnommenen Weise: „Anno 1724 den 1. Julibin ich Lambert Lambertz von den H. Pastor in die BebericherSchull geführet worden in Gegenwart von den H. Voght undzweij Nachbahrmenner“. Außer den anderwärts namhaft gemachtenhieſigen Lehrern finden wir in den ſtädtiſchen Urkunden erwähnt:1695, Schollmeester Jakob Kunkels, 1668 Meister Thoeniß opden Weyer alhier gewesenen Schullmeister, 1717 den oben ge-nannten Johann Notthofen.Trotzdem die Lehrer namentlich in den vom Sitze der geist-lichen und bürgerlichen Behörden entfernter liegenden Honschafteneine Art Vertrauenspersonen waren und ihr Werth für die Ge-meinde niemals verkannt wurde, so waren sie pecuniär schlechtsituirt. Ihr Gehalt, die Nebenverdienste eingeschlossen, überstiegdas jährliche Einkommen des einfachsten Leinwebers, wie diesesnach den statistischen Angaben feststeht, nicht. Die älteste vor-handene Lehrergehaltquittung ist die des Werner Wilkenhausen,„der Virscher Schollen Bedienter“, vom Jahre 1667, welcher aufzwei und ein halbes Malter „Schollkorn“ quittirt. An Stelleder Naturallieferung von Korn und Torf war schon frühzeitigein festes Gehalt getreten. So finden wir 1695 die Schullehrermit vier Reichsthaler 50 Albus bis fünf Reichsthaler 81 ½ Al-