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Kirchhof und ihn die Bergleute holten, schloß fie cinKastlein auf legte sie ihm das schwarzseidene Halstuchmit rothen Streifen um, und begleitete ihn alsdannin ihrem Sonntagsgewand, als wenn es ihr Hochzeitstag und nicht der Tag seiner Beerdigung wäre. Dennals man ihn auf dem Kirchhof ins Grab legte, sagtefie:„ Schlafe nun wohl, noch einen Tag oder zehenim fühlen Hochzeitbett, und laß dir die Zeit nichtlange werden. Ich habe nur noch wenig zu thun, undkomme bald, und bald wirds wieder Tag. Wasdie Erde einmal wieder gegeben hat, wird sie zumzweytenmal auch nicht behalten," sagte sie, als siefortgieng, und noch einmal umschaute.
Andreas
Hofer.
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Als im letzten Krieg die Franzosen und Defireicherin der Nachbarschaft von Tirol alle Händevoll miteinander zu thun hatten, dachten die Tiroler: ImTrüben ist gut fischen. Sie wollten nimmer bayrischseyn. Viel Köpfe, viele Sinne, manchmal gar fei-ner. Sie wußten zulezt selber nimmer recht was siewollten. Unterdessen läuteten in allen Thälern dieSturmglocken. Von allen Bergen berab tamen dieSchüßen mit ihren Stußen. Jung und alt, Mann undWeib griff zu den Waffen. Die Bayern und Fran-zosen batten harten Stand; besonders in den engenPassen, wenn Felsenstücke wie kleine Häuser so großauf fie berabflogen. Bald glücklich bald unglücklich inihren Gefechten, nahmen die Rebellen bald Inspruckein, die Hauptstadt in Tirol; bald mußten sie sie wiederverlassen; bekamen sie wieder, und konnten sie doch nichtbehalten. Ungeheure Grausamkeiten wurden versübt, nicht nur an den bayerischen Beamten und Unter-thanen, nein auch an den eigenen Landsleuten; Vogelfriß oder stirb. Wer nicht mitmachen wollte war desLebens nicht sicher. Endlich als manches schöne Dorfund Stadtlein in der Asche lag, mancher wohlhabendeMann war ein Bettler, mancher leichtsinnige und rassende verlor das Leben; iedes Dorf, fast jedes Haushatte seine Leichen, seine Wunden und seinen Jammer,