Druckschrift 
Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
Entstehung
Seite
187
Einzelbild herunterladen
 

187

und Ordnung wieder her, und wird französischer Kaysser, und noch hatte die gute Obfifrau in Briennenichts, als sein Wort:" Ihr sollt nicht vergessenfeyn!« Aber ein Wort noch immer so gut, als baa-res Geld, und besser. Denn als der Kayfer in Brienneeinmal erwartet wurde, er war aber in der Stilleschon dort, und mag wohl sehr gerührt gewesen s

wenn er da an die vorige Zeit gedachte, und an diejezige, und wie ihn Gott in so kurzer Zeit, und durchso viele Gefahren unversehrt bis auf den neuen Kaysferthron geführt hatte, da blieb er auf der Gasse plötzlich stille stehen, legte den Finger an die Stirne, wieeiner der sich auf etwas besinnt, nannte bald daraufDen Namen der Obfifrau, erkundigte sich nach ihrerWehnung, so ziemlich baufällig war, und trat mit ci-nem einzigen treuen Begleiter zu ihr hinein. Eine engeThüre führte ihn in ein kleines, aber reinliches Zim-mer, wo die Frau mit zwey Kindern am Kamin fnicte,und ein sparsames Abendessen bereitete.

,, Kann ich hier etwas zur Erfrischung haben?<

"

so fragte der Kayser.

22.

Ey ja! erwiederte die

Frau, die Melonen sind veif, und holte eine. Wäh-rend die zwey fremden Herren die Melone verzehrten,und die Frau noch ein paar Reiser an das Feuer leg-te, Kennt ihr denn den Kayser auch, der heutehier seyn soll?« fragte der eine. Er ist noch nichtda, antwortete die Frau, er kommt erst. Warum sollich ihn nicht kennen? Manchen Teller und manchesKörbchen voll Obst hat er mir abgekauft, als er nochhier in der Schule war.les ordentlich bezahlt?"les ordentlich bezahlt. Da

" Hat er denn auch alJa freylich, er hat alssagte zu ihr der fremde