155
-
großes und schönes Haus in die Augen, wie er aufseiner ganzen Wanderschaft von Duttlingen bis nachAmsterdam noch keines erlebt hatte. Lange betrachtete er mit Verwunderung dieß kostbare Gebäude, die6 Camine auf dem Dach, die schönen Gesimse unddie hohen Fenster, größer als an des Vaters Hausdabeim die Thür. Endlich konnte er sich nicht ent-brechen, einen Borübergehenden anzureden.„ GuterFreund, redete er ihn an, könnt ihr mir nicht sa-gen, wie der Herr heißt, dem dieses wunderschöneHaus gehört mit den Fenstern voll Tulipanen, Stersnenblumen und Levkoien?"- Der Mann aber, dervermuthlich etwas wichtigeres zu thun hatte, undzum Unglück gerade so viel von der deutschen Sprache verstand, als der Fragende von der holländischen,nemlich Nichts, sagte kurz und schnauzig: Kannitaverstan; und schnurrte vorüber. Dies war einholländisches Wort, oder drey, wenn mans recht be-trachtet, und heißt auf deutsch soviel, als: Ichkann euch nicht verstehn. Aber der guteFremdling glaubte, es sey der Name des Mannes,nach dem er gefragt hatte. Das muß ein grundrei-cher Mann seyn, der Herr Kannitverstan, dachte er,und gieng weiter. Gaß aus Gaß ein kam er endlichan den Meerbusen, der da heißt: Het Ey, oder aufdeutsch das Ypsilon. Da stand nun Schiff an Schiff,und Mastbaum an Mastbaum; und er wußte anfáng.lich nicht, wie er es mit seinen zwey einzigen Augendurchfechten werde, alle diese Merkwürdigkeiten genugzu sehen und zu betrachten, bis endlich ein großesSchiff seine Aufmerksamkeit an sich zog, das vor kur-sem aus Ostindien angelangt war, und jezt eben aus-