133
M
Sprache auch zu lernen. Vermuthlich hoffte er dasdurch auf irgend eine Art leichter zu seinem Zweckzu kommen, noch ein geschickter und braver Thierarztzu werden. Er gieng mit seinem zusammengespartenVerdienst nach Nion in die Schulanstalt des HerrnSnell, und lernte so viel, als in 9 Monaten zu ler.nen war. Jest war sein Vorrath verzehrt, und cheer seine Studien fortsezen konnte, mußte er daraufdenken, wie er wieder Geld verdiente.
Gott wird mich nicht verlassen, dachte er. Ergieng zu Herrn Landvogt Bucher in Wildenstein alsKammerdiener in Dienste, erwarb sich bey diesem undnachher bey einem andern Herrn wieder etwas Geld,und befand sich im Jahr 1798, als die Franzosen indie Schweiz kamen, in seinem Geburtsort zu Bone-schwyl, und trieb mit seinem erworbenen Geld einenkleinen Kornhandel nach Zürch, der recht gut vonStatten gieng, und seine Baarschaft nach Wunschvermehrte. Jezt war er im Begriff, ins Ausland zu-gehen, und von dem ehrlich erworbenen Geld endlichfeine Kunst rechtschaffen zu studiren. Da wurde einKorps von 18,000 Mann helvetischer Hülfstruppenerrichtet. Die Gemeinde Boneschwyl mußte 8 Mannstellen. Die jungen Bursche müssen spielen, den guten Jakob Humbel trifft das Loos, Soldat zu werden.
Ich weiß Einen, der hätte gedacht: die Welt istgroß, und der Weg ist offen; war mit seiner kleinenBaarschaft ins Weite gangen, und hätte seine Mitbürger dafür sorgen lassen, wo sie statt seiner den8ten Mann nehmen wollten.
Aber Jakob Humbel liebt sein Vaterland, und istein ehrliches Blut. Er stellte einen Mann, den er