III
und doch können wir dieses auf unserm Gewässer alleTage sehen, und wir müssen daber auch nicht glausben, daß alle Wunder der Natur nur in andern Lan-dern und Welttheilen seyen. Sie sind überall. Aberdiejenigen, die uns umgeben, achten wir nicht, weilwir sie von Kindheit an und täglich sehen.
Was nun die Fische und Vögel betrist, so schwimmteine Ente freylich nicht eben so wie ein Fisch, undein Fisch fliegt nicht wie ein Storch, sondern damithat es folgende Bewandtniß. Die Floßfedern an derBrust dieser Thiere sind sehr lang und mit einer weisten Haut überzogen. Durch deren Hülfe kann sichder Fisch eine Zeitlang in der Luft erhalten. Abererstlich das thut nicht länger gut, als diese Hautnaß ist. So bald sie trocknet, fällt der Fisch insWasser zurück. Zweytens, er geht nicht aus demWasser ohne Noth, fliegt nicht spazieren für Kurzweiloder um seine Kunst zu zeigen, sondern wenn ihn einRaubfisch verfolgt, und kann ihm nicht mehr anderstentrinnen, und darinn ist er kluger als mancherMensch, der schon Hais und Bein gebrochen hat.Denn der Fisch sagt: Man muß seiner Natur undseinem Stand getreu bleiben, so lang man kann, keinWagstück treiben, wenns nicht seyn muß, nicht obenzum Fenster hinaus springen, wenn die Thüre offensteht.
Solche fliegende Fische geben den Schiffahrenden,die viele Wochen lang nichts als Himmel und Wasserum sich haben, auf ihrer langweiligen Reise mancheKurzweil, besonders wenn der Raubfisch, welcher fieverfolgt, ebenfalls fliegen kann und ihnen nacheilt.Da sieht man eine seltsame Fischiagd in der Luft. Oft