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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
Entstehung
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Processions Raupen. Oft sieht man sie langsam aufder Erde fortfriechen, oder an den Eichenstammenhinauf zichen; fie theilen sich bisweilen wie ein Stromin zwey und mehrere Arme, ziehn eine Strecke weitso fort, vereinigen sich dann wieder und schließeneinen leeren Raum in der Mitte, wie eine Insel zwisschen sich ein: Oft sieht man an der Länge eines gan-zen Stammes hin eine unzählige Menge leere Bålge,welche sie bei der Hautung hängen ließen. Wer imSommer oft in Eichwälder kommt, wird sich erin-nern, dieses schon gesehen zu haben. Daß solche ganzeZüge von gefråßigen Raupen an den Blättern derBäume, wo sie hinkommen, große Verwüstungen an-richten, und das Gedeihen und die Gesundheit derBäume hindern können, ist leicht zu erachten; dochist das nicht das schlimmste, sondern sie können sogardem menschlichen Körper gefährlich werden, wennman ihnen zu nahe kommt, sie muthwillig beunru-higt, oder gar aus Unvorsichtigkeit mit einem entsblößten Theil des Körpers berührt und drückt. Siedulden es nicht ungestraft, wenn sie sich råchen fon,nen. Man hat schon einige traurige Bevspiele anLeuten erlebt, denen solches wiederfahren ist. Siebekamen bald starke Geschwulst, heftige und schmerzhafte Entzündungen an der Stelle des Körpers, wo siediese Raupen mit bloser Haut berührten, und nachdem Zeugniß erfabrner Aerzte könnte daraus noch gröBeres Unheil entstehen, wenn man nicht mit zweckmäßi-gen Heilmitteln zuvor fame. Aber wie das zugebenmag. Die Raupen lassen augenblicklich ihre kurzen,steifen stechenden Haare geben, und drücken und schiessen sie gleichsam wie Pfeile ihrem Feind in die zarte