Initialen. A. Nr. 23. 13
ist im Museum zu Berlin. Die Allegorie auf den Triumph des Todesim spanischen Museum überbietet aber diese Bilder in noch höhcremGrade. Dor Tod reitet durch die Masse der Menschen jeden Standes,Alters und Geschlechtes und wirft Alles vor sich nieder, während"auf demvon sieben halb inThiere verwandelten Menschen gezogenen Heuwagen dieEitelkeit, der Ruhm und ein Teufel mit der Posaune sitzen. UnerreichtWeiht auch eine andere. Allegorie des real Musco. Ein Engel zeigteinem Jünglinge die schaudervollen Qualen, welche das Laster in ver-schiedener Gestalt jenseits zu erwarten hat. Dieses Gemälde ist so vollder wunderlichsten Einfälle und von Teufclsspuck, dass die Erinnerungdaran wie ein böser Traum nachzuwirken vermag. Erquicklicher ist eineDarstellung des Paradieses im Museum zu Madrid, in welchem der ewigeVater die ersten Menschen über die Erde und alle Tbiere setzt, doch mitder Andeutung, dass der Ungehorsam dem Teufel Macht verleiht. OhneSpuckgestalten sind drei ovale Bilder im Museum zu Valencia, welche dieGefangennehmung, Dornenkrönung und Geisslung Christi vorstellen. DieGemälde dieser Art sind jedenfalls sehr selten, und es dürften sich ausserden genannten nur noch wenige andere finden. Ueber die spanischenBilder handelt Passavant im deutschen Kunstblatt IV, S. 221 und 223.Man findet auch eine bedeutende Anzahl von Kupferstichen undHolzschnitten, welche Compositionen des abenteuerlichen Meisters vonHerzogonbuHch enthalten. Am seltensten, ja jetzt fast unauffindbar sindjene alten Stiche mit dem Monogramm Nr. 24, welche seit Bartsch demGoldschmied Alaert du Ilameel zugeschrieben werden. Andere Zeich-nungen wurden erst nach mehreren Pcoennien gestochen, und theils dem»< Agnen mit Unrecht zugeschrieben, wenn sie nicht vielmehr mit Ver-änderungen und Zusätzen in die Welt ausgingen. Um 1560 — 1580fanden in den Niederlanden die Bilder des Itieronymus Bosche wiederzahlreiche Verehrer, und da die Gemälde fast alle verschwunden waren,So suchte man nach den alten Zeichnungen, und entwarf neue im Sinnedes alten Spuckmeisters von Ilerzogcnbusch. Das Wohlgefallen an denKompositionen ä la Bosche verbreitete sich sogar nach Italien, indemJjomazzo (Trattato VI, 315) derlei phantastische Ergiessungen für einzigund wirklich göttlich erklärt. Peter Breughel war ebenfalls verwandtenGeistes; in gewisser Hinsicht der zweite divino Bosco, und sein Sohn,der sogenannte Ilöllenbreughel, ist der dritte im Bunde. Doch sind diePhantastereien eines Breughel und David Tcniers gegen die Teufels-rovier eines .1. Agnen nur Kinderspiel. Die Kupferstiche nach Zeich-nungen dieses Meisters sind ziemlich zahlreich, die meisten aber ge-hören zu den Seltenheiten. Mehrere erschienen im Verlage des'Hier-enymuB Cock, theils mit dessen Namen, theils mit der Adresse: Auxfluatre vents. Auch Peter Firens und C. Galle hatten Stiche dieser Artim Verlage. Ausser P. Miricenys nennt sich nur selten ein Stecher.Wir unterlassen es, ein Verzeichniss von solchen Kupferstichen zu ge-ben, und begnügen uns mit den folgenden Blättern, welche in die Zeitdes Meisters hinaufreichen, und theils von ihm selbst herrühren. Die■ruberen Schriftsteller nahmen keinen Anstand, den Hieronymus Bos"neb unter die Formschneider und Kupferstecher zu zählen ; Zani wider-spricht aber dieser Ansicht unbedingt, und andere folgten ihm nach.Wir müssen aber wenigstens auf jene Blätter eingehen, welche mitposser Wahrscheinlichkeit dem Jeronymus Agnen zugeschrieben werdenSonnten. Dann handelt es sich auch um das Monogramm auf denselben.
Holzschnitte.
1) Die Versuchung des hl. Anton. Er kniet im Vorgrunde einerreichenLandschaft mit Ruinen vor dem Crucifixe gegen links gewendet. Der SatanMuDogrammlsten. G