Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

Initialen. A. Nr. 8-9. 5

vlämisohen Schule, der Catalog der Lyvcrsbergisclien Sammlung Nr. 29—32Will sie aber der Cölner Schule vindieiron, womit auch Merlo (Nach-richten von dem Lehen und den Werken cölnischer Künstler S. 544)übereinstimmen möchte.

Den Charakter der altertümlichen Schule hat Passavant sichererkannt, es kann aber auch ein Künstler aus Cöln in der alten vlftmi-Schen Schule seine Bildung erlangt haben. Merlo hat keinen Namenfür denselben, wir machen aber auf l'eter Aide von Ahrweiler auf-merksam, dessen Merlo (die Meister der alteölnischon Malerschule.Cöln 1852 S. 140) in Urkunden von 1484—1512) erwähnt fand. DieserMeister muss von Bedeutung gewesen soyn, da er schon 1484 so vielerworben hatte, um ein Haus zu kaufen. Kr starb 1504. Die erwähntenGemälde stammen aus der Zeit Alde's.

8. Unbekannt. Brulliot App. 11. 2. erhielt die Mitthojlung, dass/ — m __ mit diesem Buchstaben Statuen nach den Modellen des Albert

/ t ' Altdorfer bezeichnet seien, wir wissen aber nicht, wo sichJ \ Werke dieser Art befinden. Es ist uns indessen bekannt,dass sich kleine Reliefs in Holz und in Blei erhalten haben,welchen Vorbilder von Altdorfer zu Grunde liegen, wenn sie nicht vonihm selbst herrühren. Die alten Maler waren gewöhnlich auch im Mo-dellircn geübt, und somit mag diess von Altdorfer nicht goläugnetWerden. Auch mit Altdorfer's Monogramm kommen Reliefs vor, undsomit wird sich auch der Buchstabe A auf ihn beziehen. Die erwähn-ten Statuen sind von einem unbekannten Bildhauer N S ausgeführt.

9. Unbekannt. Der Maler, welcher unter diesem Zeichen seinen

,___ , Namen der Nachwelt verborgen hat , war zwischen 1470

Jptjij und 1490 in Westphalen thätig. Vielleicht ist er jener tra-

ditionelle Albert von Westphalen, von welchem die Kunst-geschichte weiss, und der lauge Zeit mit Ileini'. Aldogrever verwechseltwurde. C. Becker (Kunstblatt 1843 Nr. 90) hält ihn für einen Schülerdes sogenannten Licsborner Meisters vom Jahre 1465, da seine Werkemit jenen desselben Aohnlichkeit haben. Den Vergleich gestattet dieSammlung des Och. Ober-Rcgierungsrathos Krüger in Minden, welcherGemälde aus der ehemaligen Abtei Liesbörn besitzt. Sie wurden beider Aufhebung des Klosters als werthlose Waare um Spottpreise ver-kauft, von späteren Besitzern auch noch verstümmelt, und zum Theilgänzlich zerstört. Becker beschreibt diese Ueberreste, es geht aberffittch PassaTaht in seiner Kunstreise S. 401 auf dieselben ein. DasHauptgemftlde Stellte Christus am Kreuze vor, dessen Blut von Engelnin Kelche'aufgefangen wird, zu beiden Stuten waren je drei heinahelobensgrosso Heilige, von welchen nur die Brustbilder übrig sind. Auchnoch andere Bilder aus der Abtei Liesborn besitzt Herr Krüger, sowiesolche einer verwandten Richtung, wozu jene nnsers Monogrammistengehören. Sie waren bis 1835 in der evangelischen Kirche zu Lünnean der Lippe, und bildeten einen Altar, welcher aus Unverstand zer-stört wurde. Er bestand aus zwei grossen Tafeln mit der Kreuzigungund Kreuzabnehmung Christi. Jeder der Flügel halte vier Abtheilungen,>n welchen links die A'crluindigung, die Gehurt Christi, die Anbetungder Hirten und die Darstellung im Tempel, rechts die Auferstehung,die Himmelfahrt, die Erscheinung dos heil. Geistes und das jüngsteGericht vorgestellt waren. An den äusseren Seiten sah man in halb'tebensgrossen Figuren die Heiligen Johannes-, Maria, Georg und Agnes.Die inneren Bilder sind alle auf Goldgrund gemalt, sowie die Veronicamit dem Schweisstuche im oberen Aufsatze. Dieser Altar ist nach Beckerdas Werk eines ausgezeichneten Künstlers, wenn er auch im Ausdrucke

MoiiojjraniniisU'u, 5