Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
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V
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Einleitung. V

gewiss die geringste Zahl ausmachen. Darunter zähle ich mich aherdurchaus nicht, glaube im Gegonthoile, dass mir sehr vieles unerreich-bar ist, und rechne daher auf allseitige Unterstützung.

Die Väter der Kunstgeschichte bcfasstcn sich mit der Zeichendeutungwenig, und nie in dem Masse, dass man sich bei ihnen über Monogrammenund Initialen genügenden Kath erholen könnte. Vasari, welcher 1550seine Vite de piü eccellenli PUtori etc. zuerst durch den Druck bekanntmachte, geht darüber ganz leicht hin, und auch C. van Man der spricht inseinem Schilder-Book von 1603 nur zuweilen von Monogrammen, wenn erauf Kupferstiche und Holzschnitte (Prenten) der von ihm erwähnten Mei-ster aufmerksam macht. Er gibt aber kein Zeichen (Merk) in Abbildung,und steht daher auf derselben Stufe, wie Vasari. Joachim von Sand-rart geht aber im zweiten Theilo seiner deutschen Akademie 1G75 etwasnäher auf die Künstlerzeichen ein, indem er auf einigen Bildnissen,uml auch in Biographien Monogrammen bekannt machte. Sein Vor-gänger, Mathias Guad von Kinkelbach, lieferte in seiner „deutscherNation Herrlichkeit. Cöln 1609", wohl buchst schätzbare Beiträge zurdeutschen Kunstgeschichte, für die Monogrammenkunde leistete er abernichts. Man konnte zu seiner Zeit wohl nur mehr den kleineren Tbeilder Monogrammen alter Meister entziffern, und auch früher war es viel-leicht nur in Künstlerkreisen und in Druckoffizinen bekannt, welchenMeistern die bildliche Ausschmückung der zahlreichen Werke mit Kupfer-stichen und Holzschnitten übertragen war. Das Publikum kümmertesich weniger um die Namen derjenigen, welche die dargebotenen Werkelllustrirt hatten. Nur die berühmtesten Zeichner sind uns durch Titel-blätter und Vorreden alter Bücher mit; Holzschnitten und Kupferstieben

bekannt, um die Fonnschnelder und Stecher kümmerte man sich we-niger, wenn die-Namen der Zeichner einen guten Klang hatten. EinGleiches verhält sich mit den Malwerken, welche theils in Kirchen undKlöstern, theils im Privatbesitze waren. Mit dem Erlöschen wenigerGenerationen waren auch die Namen der Meister vergessen, derenMonogrammen und Cbill'ern jetzt der Auslegungskunst spotten. Ebenso erging es vielleicht schon Vasari, C. vanMander und Sandrartbei der Redaktion der Materialien zur Kunstgeschichte, leb bin indessenmit der Entzifferung der Monogrammen nicht immer unglücklich ge-wesen, und habe in anderer Hinsicht mit grosser Wahrscheinlichkeitauf Meister hingewiesen, deren Andenken kein bestehendes Künstlcrver-zeiebniss erhalten hat, .letzt lliesscn nämlich reichere Quellen, als zurZeit der genannten Schriftsteller, deren Beiträge aber von unschätz-barem Wcrthc sind, da ohne diese der Aufbau der Kunstgeschichte derbreiton Basis entbehren würde, auf welcher er jetzt ruht.

Wenn nun auch die Väter der Geschichte unserer Kunst für dieMonogrammenkunde wenig geleistet haben, so erwachte doch bei einigenKunstfreunden des 17. Jahrhunderts das Bcdürfniss, Namen von solchenMeistern aufzuzeichnen, welche Gemälde, Kupferstiche, Holzschnitte