Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
1056
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105« G6N —GH. Nr. 3020 — 3024.

3020. Der unbekannte Formschneider, welcher ein grosses Blattf~2 r~2 >T pp mit der Bekehrung des lil. Paulus nach der Original-

' Zeichnung des Malers Luca Oambisi ausgeführt hat,nimmt im Artikel dieses letzteren die ihm gebührende Stelle ein, undwir verweilen daher auf das Monogramm GL Xu. 119. Auf dem frag-lichen Holzschnitte kommt ausser den obigen Initialen das zweite derdort gegebenen Zeichen vor. Den Namen des Formschnoidcrs konnten wirnicht ermitteln, da es ungewiss ist, ob der ISuehstabe N den Goschlcchts-oder den Ortsnamen andeute. Wir machen aber dennoch auf die inItalien ansässige Familie der Chrieger uns Nürnberg aufmerksam. AlsFormschneider ist namentlich Christoph Chrieger bekannt, welcher siebin Italien Orisloforo Guerra nannte, wie aus dem Texte zum Trachten-buch des Omare Voccllio erhellet. Von l. r >60 an kommen in venezi-anischen Druckwerken auch die Brüder (fratelli) Domenico und Gio-vanni Battista Guerra vor. Sie waren Buchdrucker und als solche wohlauch Formscbneider , da die Kunst in der Familie einheimisch war.Man konnte daher versucht werden, unter den Initialen G.G.N. einenHin. (iuerra Norimbcrgein zu vermuthon. Dass Cbristoforo Giicrra ausNürnberg stamme, ist durch das erwähnte Costümwerk erwiesen. DerZeit nach könnte Gio. (iuerra mit L. Oambiaso in Berührung ge-kommen seyn.

3021. Johann Georg Glückher, auch Glickhor und Glückzer,

d' war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Coustnnz alsyr Zeichner thälig. Fr illustrirte die ball) heidnischen und halbchristlichen Poesien des Capu/.iucrs Lorenz von Scbnüffis , welche infünf einzelnen Händen mit Bildern und Singwcison erschienen. SeinName, und auch das Zeichen, kommt auf Kupferstichen des MelchiorKUssel in folgendem Buche vor: Marantisches fr'lötlin oder geistlicheSchilferet/, in welcher (^hristiiit, ander dem Nahmen Daphnis die in denSündenschlaf vertiefte Seel (Jhlorinda zu einem besseren Leben auferweckt etc.Gedruckt zu Constan: bei/ David llautt KUI'J, 8. Die Zeichnung dieserallegorischen Bilder ist sehr manierirt, allenfalls eines Capuziners würdig.

3022. Glan Girolamo Lonzo, Münzauiseher in Venedig 1746, Hessp /-i r Münzstempel mit <l. Q. /,. zeichnen. Zu den Künstlern darf

-i. », \j. m(11) jj 1M wo )|i Q]ch1 zählen.

3023. Georg Hortulanus, d. i. Georg Gärtner ans Nürnberg, isti y i oben unter den Initialen (1. (1. No. 2999 eingeführt, und wir

(r~\r kennen ihn bereits als tüchtigen Miniaturmaler. Fr malte aberJ~T auch historische und mythologische Bilder in Gel, deren mitdem gegebenen Zeichen und der Jahrznhl versehen sind. Gärtnersehrieb auch den Namen auf seine Gemälde, zuweilen Georg Hortulanusnach lateinischer Umbildung. Der Künstler starb 1640.

3024. Hans Grunewald soll nach Ohrist, Monogr.-Frkbtr. S. 194,y^j I sich dieses Zeichens bedient haben. Der genannte Schrift-

| I ---- 1 steiler hatte aber weder ein Gemälde, noch einen Holzschnitt

VjJTX m ' 1 demselben gesehen, und er drückt daher nur die Muth-massnng seiner Zeit aus. Heller und Brulliot geben das Monogrammetwas abweichend, berufen sich aber ebenfalls auf Christ. Brulliot 1.No. 2104 bemerkt noch dazu, dass man Holzschnitte lies Hans JJahlungGrün dem Hans Grünewald zugeschrieben habe, die Zeichen, welchersich aber jener Meister bediente, sind abweichend, und somit könnteman beide Künstler nur in der Person verwechselt haben. Ein HansGrunewald bat aber gelebt. Nach Sandrart war er der Bruder des MatthäusGrunewald von Aschaffenburg, und er soll Formscbneider gewesen seyn.