Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
1039
Einzelbild herunterladen
 

GF8. Nr. 2986. 1039

Jakoby gedenkt in der Vorrede S. IV. auch der Abdrücke mitSchmidt's Stempel, und hebt sie besonders bervor. Diese Abdrückesind nach Linck nur dann sehr schön und selten , wenn sie wirklichacht, d. h. unter besonderer Aufsicht des Künstlers gemacht, und vonihm ausgewählt sind. Allein es kommen häufig höchst mittclmässigo,sogar schlechte Abdrücke mit Schmidt's Stempel vor, deren Vertriebman dem Künstler selbst wohl nicht zuschreiben kann , sondern diewahrscheinlich aus den Händen der Erben kommen, welche dadurchschlechteren Abdrücken mehr Werth in den Augen der Liebhabergeben wollten.

Man findet nur wenige Blätter, auf welchen ein Zeichen statt desNamens vorkommt. Das erste Monogramm, mit dem Heisatze u.ulp.,steht nach Linck auf dem Bildnisse des Königs Carl XII. von Schwedenin Profil nach links. Der Monarch hat einen Brustlnmiisch, und einenoffenen Rock darüber, und von der rechten Schulter fällt über dieBrust ein mit Kronen gestickter Mantel. Das Oval mit dem Bildnisseist im Lichten 3 Z. 6 L. hoch, und 2 Z 10 L. breit. Am Kiissgostcllolinks steht: lioizot dat., und rechts bemerkt man das Monogramm. Imunteren Rande ist Odieuvre's Adresse mit C. /'. /!• Crayon, und nachihm Jakoby No. 33 beschreiben ein von C. L. Durlos nach Krafft ge-stochenes Bildniss dieses Königs, und unterstellen es dem Qr. V. Schmidt.Diese Angabc ist nach Linck ganz unrichtig. Das von letzterem ge-stochene Bildnis! Carl XII. ist das oben beschriebene, welches äusserstselten vorkommt. Nocli seltener sind aber die Abdrücke mit einemviereckigen Passepartout, dessen Platte 8 Z. 10 L. hoch und 6 Z. 1 L.breit ist. Dieses gilt als Supplcmcut und zur Berichtigung von No. 18im Künstlcr-Lexieon.

Das zweite Zeichen der oberen Reihe, ebenfalls mit sculp , findetman auf dem Blatte mit dem Bildnisse des Paul Scarron nach fioizot'sZeichnung ohne Jahrzahl (1736). Die Büste ist im Oval nach rechtsgerichtet, der Kopf aber in % Ansicht nach links gewandt. II. 4 Z. 11 L.Br. 3 Z. 5 L. Im ersten, seltenen Drucke fehlt Scarron's Name undOdieuvre's Adresse. Mit der Schrift kommt das Bildniss in der Europeillustre —. Paris 1755, vor.

Das vierte Zeichen, dessen Facsimile wir Brulliot entlehnten, findetsich auf dem Bildnisse des Dr. J. N. Lieberkühn in allegorischer Um-gebung, nach le Sueur in Castjglionc's Manier radirt. An das ZeichensVhliesst sich die Schrift: fec. aqua forli 1757. II. 9 Z. 10 L.Br. 7 Z. 3 L. Die Angabe Möhscn's, dass nur 50 Abdrücke gemachtworden seien, und dass die Platte dann vernichtet wurde, ist unrichtig.Jakoby gesteht etwas mehr zu, hatte aber von sehr vielen mittel-massigen und schlechten Abdrucken wissen können, von denen selbsteinige mit Schmidt's Stempel versehen sind. Die Platte war im Besitzeder Erben, welche sie so lange benutzten, als nur irgend Abdrückedavon zu erbalten waren.

Das dritte Monogramm, hier nach Brulliot gegeben, findet maniiuf einem Blatte mit zwei Vorstellungen, welche nach Tiepolo'sZeichnung Polichinelle enthalten. Die Gruppe mit drei Policbincllen,welche um einen Topf mit Macaroni gruppirt sind, hat links oben dasMonogramm mit dem Beisatze: fec. aqua forti 1751. Die andere Vor-stellung enthält fünf Polichinello um einen Kessel. Unten nach rechtsist der Name mit dem Monogramme verbunden, an welchen sich dieWorte: fc.c. aqua forli 1751 , sehlicssen. Brulliot I. 1870 gibt diesesZeichen für sich, es herrscht aber darüber kein Zweifel. Orayen undJakoby beschreiben dieses Blatt No. 157. H. 8 Z. Br. 8 Z. 8 L.