1022 GF. Nr. 2914.
aber das Gepräge der Renaissance-Periode tragen, wie es sich in derersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Frankreich durch die italien-ischen Meister in Fontninchlcnu ausgebildet hatte, im Artikel desKticnne de L' Aulne, welcher S. F., und SUpkonu* f. zeichnete, werdenwir auf einen Oruamentonzriehnor Mr. Guido aufmerksam machen,welchen man für den Träger des Monogramms G F halten konnte.Nach seinen und des Jean Cousin Zeichnungen hatte Stephanus diogrössto Zahl seiner Blätter gestochen. Wir dürfen aber nicht glauben,dass das Zeichen auf den unten beschriebenen Ornamenten auf Ihnsich beziehe. Fr war der Zeitgenosse des Stephanus, und 1535 — 1537sicher nicht im Stande, Vorbilder zum Stiche zu liefern. Guido Rug-gieri möchte darunter zu verstehen seyn. Unter No. 18 unser« Ver-zeichnisses ist eine Vermuthnng aufgestellt, dass allenfalls zweiKünstler dieses Zeichens sich bedient haben könnten, wir theilon sieaber nicht.
Wir fügen hier die Matter mit dem Monogramme bei, und ver-vollständigen dadurch das unter FG. No. 2115 begonnene Vcrzeichnias,welches im Ganzen 29 Matter beschreibt. Eine solche Unterbrechungdürfte indessen nicht Jedem erwünscht seyn, wenn man nicht bedenkt,dass es der I'lan dieses Werkes fordere. Wer sich über ein Blatt mitdem Monogramme Raths erholen will, wird nicht unter den InitialenF. G. nachsuchen.
1) [B. l'| Mutius Scacvola, stehend mit dem Schwerte in derLinken, wie er die rechte Hand über die auf einen kandelabcrartigcuAufsatz gestellte Gluthpfannc hält. Im Grunde ist Architektur, undlinks oben steht das Zeichen mit der Jahrzahl 15.10. II. 3 Z. 3 L.Br. 2 Z. 2 L.
2) [B. 2] Dieselbe Vorstellung, aber Scacvola links vom Rückengesehen. Fr hält die rechte Hand sammt dem Schwerte über dasFeuer, und Porsenna ist in seinem Zelte. Das Zeichen und die Jahr-zahl 1637 sind in der Mitte oben. II. 4 Z. 3 L. Br. 2 Z. 11 L.
3) \ß. 3J Alexander, von seinen Generälen umgehen , empfängtdie Amazonen-Königin Talestris. Fr steht in Mitte des Blattes mitder linken Hand an der Hrust. Talestris erscheint bewaffnet mit ihrenAmazonen links, und neigt den Kopf gegen den Stallmeister, welcherdas Pferd am Zaume hält. Am Sauino des Zeltes steht: \ kontanaiii.k.oBOL. Links unten in der E(ke ist das verkehrte Zeichen im Täfelchen.Dieses Blatt ist sehr schön gezeichnet und gestochen , besonders inden Köpfen der Pferde. Primaticcio hatte diese Vorstellung im Schlossezu Fontainehleau gemalt II. 8 Z. 9 L. Br. 8 Z. 10 L.
Zanetti, Cahinct Cicognara No. 1480, schreibt den Stich demGuido Ruggieri zu, worin er aber schon Vorgänger hat. Die späten,schlechten Abdrücke haben G. Losi's Adresse, und die Platte wardaher in Rom vorhanden.
4) JB. 4J Vulkan und die Cyklopcn schmieden die Pfeile des Amor.Fr ist fast in Mitte des Blattes sichtbar, und gegen rechts schmiedenzwei Cyklopcn auf dem Ambos. Links zieht ein solcher den Iilasebalg.Die Liebesgötter sind in der Schmiede vertheilt, und helfen bei. Untengegen rechts steht: a. kontanaiii.ko. BOL., und in der Fckc dasgrössere Zeichen ohne Täfelchcn und Jahrzahl. Beim späteren Druckewurde die auf Primaticcio bezügliche Schrift durch folgende Adresseersetzt: Aul. Lafrcri Sequani formh Expf-ma Homae. Im dritten Druckesteht über dieser Adresse: l'Hri de Nobilibu* Formii. Diese Schriftwurde dann wieder weggenommen, es zeigen sich aber noch Spuren.II. 15 Z. 4 L. Br. 11 Z. 7 L.