Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
958
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958 G A. Nr. 2677 - 2679.

Wir vcrmuthen unter den Buchstaben (1A den Formschneider undBuchdrucker Georg Alantse, welcher sich mit seinem Bruder Lucaseinige Zeit in Landshut aufhielt. Später begab sich Lucas nach Wien,wo Lconhard Alantse eine Huchhandlung gegründet hatte. Kr Hessschon 1508 bei Peter Liechtenstein in Venedig die Urammatica NovaMag. liernhardi l'ergerii drucken. Im Jahre 1513 unternahm er eineAusgabe des Calcpinus, welche bei Alexander de Paganinis in Venediggedruckt wurde.

2677. Unbekannter Kupferstecher oder Goldschmied, welcher

rr a zu Anfang des 17. Jahrhunderts in Deutsehland thätig

LJJ* " •O'* war. Wir kenneu folgende Blätter von seiner Hand, es

Kj y\. dürften aber noch andere vorhanden seyn. Sie gehören

alle zu den Seltenheiten.

1) Ein Muster zu acht kleinen Schmucksachen, oben drei, untenfünf in einer Reihe. Die erste und fünfte Zeichnung ist für Finger-ringe bestimmt. Unten G. A. H. 1 Z. 6 L. Br. 1 Z. 8 L.

2) Eine Vignette in Schildform mit einem auf dem Fruchtgewindositzenden Vogel. Ersteres endet mit einer Weintraube. Mit den zweitenInitialen. II. 2 Z. Br. 1 Z. 9 L.

2678 Carl Gustav ab Amling oder Ambling, Zeichner und

Cr A Kupferstecher, geb. zu Nürnberg 1651, gest. zu München

• 1702. Ein Künstler von Talent, hinterlicss er viele schöne

Blätter, fügte aber nur auf wenigen die Initialen des Namens bei.

Einen grossen Theil seiner Kupferstiche beschreibt Ileinecke.

2679. Der Heister G A mit der Fussangel gehört noch zu jenen

A\ alten Künstlern, deren Namen im Dunkel go-

/} 1 blieben sind. Die Franzosen nannten ihn zuerst

> >'qK<. J^ Le lUaitre ä la chausse-trappe, endlich aber ver-\-<G ) A'üA fiel Mariette auf einen angeblichen MeisterTribolo. indem dieses italienische Wort die Bedeutung Chausse-trappe,d. i. Fussangel hat. Mariette Hess es bei seinem Tribolo bewenden, undwenn der Künstler je so geheissen hat, so ist er nur der Zeichner derarchitektonischen Blätter, auf welchen das Kusseisen vorkommt, undnicht zugleich auch der Stecher, welchen wir unter den BuchstabenG A vermuthen müssen. Man glaubte nämlich Mariette's Tribolo mitNkolo Periroli, genannt, Tribolo, welcher sich von einem Zimmermannbis zum tüchtigen Architekten und Kildhaner aufgeschwungen hatte,identificiren EU dürfen. Der Zeit nnch konnte dieser Tribolo, «elchernach Vasari seines ungestümmen Wesens wegen so genannnt wunin,allerdings die Zeichnungen geliefert haben, denn er starb 1550 im75. Jahre. Die Blätter mit dem Zeichen des Füllen gell erschienenvor 1535, also in der besten Zeit des Pericoli, Niemand aber kannbeireiten, dass sie von ihm wirklich gezeichnet, und noch weniger,dass sie von ihm gestochen sind. Die Buchstabon G A passen nichtauf ihn, und man könnte daher höchstens annehmen, dass er ein Werküber die Säulenordnungcn und über architektonische Details ausge-arbeitet, und zum Stiche vorbereitet habe. Ja man möchte dieses auseiner Aeusserung des Vasari : et si metesse a intagliare legnami , wirk-lieh schlicsson. Im Oatalog Marolles ist auch auf ein architektonischesBuch hingewiesen, welches 1535 in Kom erschien, und unter den33 Kupferstichen auch jene des Meisters ti A enthalten soll. Dass dieBlätter des Meisters mit der Kussangel zu einem Werke über römischeBaudenkmäler bestimmt waren, scheint keinem Zweifel zu unterliegen.Der betreffende Künstler hatte es als Lehrbuch für angehende Bau-