Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
914
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914 FVB. Nr. 2552.

Franz von Berg heissen. Für seinen Aufenthalt zu Bocholt in West-phalen spricht bisher kein Document; es fehlen aber leider die Rech-nungsbücher der Stadt von 1458— 1480. Doch ist nicht anzunehmen,dass mit dem Jahre 1480 die Thätigkeit des Meisters aufgehört hatte.Man könnte ihn auch anderswo suchen, allenfalls in Clcve, der Haupt-stadt des alten Herzogthums Cleve und Berg. Ein Bartsch unbekanntesBlatt mit Christus am Kreuze fand Professor Sprickmann-Kerkerinck ineinem Cleve'schen Missale eingeklebt. Dass der Künstler in Bocholtgelebt habe, wollte man zunächst aus dem Umstände schliessen, dassauch Israel v. Meckenen daselbst thätig war. Es ist aber nicht nach-gewiesen, dass beide Meister in Verbindung standen. Israel v. Meckenenwürde es wohl nicht gewagt haben , unter den Augen des MeistersF.v.B. seine Plagiate zu begehen. Auch Christ sagt, dass der NameF. von Bocholt noch sehr ungewiss sei.

Bartsch, P. gr. VI. p. 77 ff., beschreibt 38 Blätter von der Handdieses Meisters, es ist aber damit das Vcrzeichniss nicht geschlossen.Passavant, Peintre-graveur II. p. 187, bringt dasselbe auf 55 Nummern.Der Artikel im Künstler-Lexicon ist zu dürftig behandelt, und dahermüssen wir hier nachhelfen, um zu genügen, ohne in eine weitläufigeBeschreibung der Blätter einzugehen. Wir hatten 48 Blätter ver-zeichnet, und daher entnehmen wir zur Vervollständigung für unsereSammler die fehlende Beschreibung dem Peintre-graveur von Passavant.

1) [B. 1] Simson erwürget den Löwen, indem er ihm zwischen denBeinen den Rachen aufreisst. In der Mitte unten F. v. B. H. 5 Z. 5 L.Br. 3 Z. 6 L.

Dieses Blatt ist äusserst selten. Das Exemplar der Ackermann'schenSammlung ist jetzt im k. k. Cabinct zu Wien. Es kostete 99 Thl.

2) [B. 2] Das Urthcil Salomon's. Kostbares, und sehr seltenesHauptblatt des Meisters. In der Mitte unten FVB. H. 9 Z. 9 L.Br. 8 Z. 2 L.

3) [B. 3] Maria und der verkündende Engel. In der Mitte untenFVB. H. 7 Z. 4 L. Br. 5 Z. 9 L.

4) [P. No. 39] Die Geburt Christi. Joseph kniet links, Mariarechts vor dem auf dem Boden liegenden Kinde. Durch die beidenFenster und über eine Mauer des Grundes hin fällt der Blick aufeine Landschaft, in welcher ein Engel den Hirten die Geburt des Hei-landes verkündet. In der Mitte unten F v B. H. 7 Z. 4 L. Br. 5 Z. 9 L.

5) [B. 4.] Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in halber Figur voreinem Fenster. In der Mitte unten F v B. H. 6 Z. 7 L. Br. 4 Z. 5 L.

6) Maria mit dem Kinde in halber Figur auf dem Halbmondevon Strahlen umgeben. Unten in der Mitte des Randes F v B. H. 6 Z. 8 L.Br. 4 Z. 9 L.

Dieses äusserst seltene Blatt beschreibt Brulliot, Table g6ne>alep. 468 No. 1. Das Exemplar der v. Derschau'schen Sammlung erwarbDr. Campe in Nürnberg. Bei der Auktion 1857 scheint es R. Weigelerworben zu haben. Letzterer werthet das Blatt im Kunst-KatalogeNo. 1717 auf 65 Thaler. In der Derschau'schen Auktion ging es 1825zu 36 fl. 59 kr. weg. Dasselbe Blatt beschreibt auch Passavant No. 41.Er gibt eine Breite von 4 Z. 6 L. und eine Höhe von 6 Z. 10 L. an.Es wird aber keine Wiederholung vorhanden seyn.

7) Christus am Kreuze, links Maria, rechts Johannes mit dem Buche.In der Mitte unten im Rande F v B. H. 6 Z. 8 L. Br. 4 Z. 9% L.

Dieselbe Composition hat Martin Schön von der Gegenseite ge-stochen. Die Wiederholung des F. von Bocholt ist fast einzig. Wirkönnen ein Exemplar durch die Sammlungen Wimstanley, Ottley, Del-becq, Sprinckmann-Kerkerinck und R. Weigel verfolgen. Letzterer werthet