Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
913
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FVB. Nr. 2551 —2552. 913

und Modelle für Gold- und Silberschmiede. Sie sind alle in Abbild-ungen erhalten: ('abinet de V art de Sculpture par le fameux SculpleurPrartfoit van Bossuit. Execute «n Yvoire ou ebauehi en terre, gravcesd' apre» les dessins de llarent Oraat par Maltys Pool. A Amsterdam chetM. Pool — — MOCCXXVU, gr. 4. Auf Blättern dieses Werkes kommendie Buchstaben F. van B. I. vor.

2551. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1569 lebte, undrßyin wahrscheinlich einem geistlichen Orden angehörte, vielleicht

------■ jenem des hl. Bruno, des Carthäusers. Man findet ein eben so

wittelmässig gezeichnetes als gestochenes Blatt, welches den hl. Brunovorstellt. Der Heilige steht mit der Palme in der Rechten, und einemgeöffneten Buche in der Linken im Vorgrunde einer Landschaft, undz u seinen Füssen liegt der Krummstab und die Inful. Ueber derletzten bemerkt man ein quadrirtos Wappenschild mit der Jahrzahl1 • 5 : 60. Am Wasserbecken eines Brunnens rechts im Vorgrunde istdas Wappen der Stadt Cöln, und im Unterrande liest man:

Diue Bruno christi confessor, eultor eremi,Vt degant uitam fac sine labe lui (das Zeichen).Aus dem Schlüsse dieser Inschrift scheint unzweifelhaft hervorzu-gehen, dass der Stecher ein Klosterbruder war, wahrscheinlich in Cöln.H. 3 Z. 6 L. mit 3 L. Rand, Br. 2 Z. 7 - 8 L.

2552. Franz von Bocholt wird seit mehr als zweihundert Jahren"P T) ein origineller Kupferstecher genannt, welcher, nach den

+ i- r> von ihm vorhandenen Blättern zu urtheilen, der SchulehVtJ des Jan van Eyck angehört. Er war kein gewöhnlicherF V B Goldschmied, wie sein jüngerer Zeitgenosse Israel vanMeckenen, welcher Platten des sogenannten Meisters von Bocholt re-touchirte, was nur nach dessen Tod geschehen seyn konnte, da er esWa gte, die Initialen seines Namens, nämlich /. JH., beizufügen. FrühereSchriftsteller waren daher im Irrthum, wenn sie den Franz v. Bocholtals Schüler des Israel van Meckenen erklärten. Noch weiter ging aberM. von Quad (Deutscher Nation Herrlichkeit. Cöln 1609, S. 426) fohl,wenn er den Franz von Bocholt den ältesten deutsehen Kupferstechernennt. Der Meistor E. S., und Martin Schön sind ältere Zeitgenossen,aber weder der eine, noch der andere kann dessen Meister gewesenseyn. Nach M. Schön hatte F. von Bocholt die Versuchung des heil.Anton und ein Blatt mit Christus am Kreuze copirt, woraus aber nichtauf ein Verhältniss des Schülers zum Meister geschlossen werden kann.Franz v. Bocholt scheint sich zuweilen auch einer fremden Zeichnungbedient zu haben. Die Verkündigung, B. No. 3, ist sicher nach einemGemälde der van Eyck'schen Schule, vielleicht nach Rogier van derWeyde sen. gestochen. Dieser Künstler konnte dem Franz v. Bocholtnicht fremd seyn, und war vielleicht dessen Meister, da Jan van Eycknicht mehr am Leben war, als der Bocholter in die Lehre trat. SeineBlüthezeit fällt um 1455—1480, und reicht vielleicht auch etwas weiterherab. Aus seiner späteren Zeit stammen die Blätter mit Vorstellungenaus dem gewöhnlichen Leben, in welchen eine gewisse Derbheit inden Formen herrscht Diese Scenen sind sicher von ihm selbst ge-zeichnet, so dass man ihn jedenfalls für einen originellen Künstler er-klären kann. Diess beweiset namentlich auch das Gefühl, mit welcheme r die Köpfe zeichnete.

Der Name des Meisters Fvfl steht noch nicht historisch fest,und Quad kann einer nicht verwerflichen Tradition gefolgt seyn, wenner behauptet, der Künstler sei in seiner Jugend im Herzogthum BergHirtenknabe gewesen. Man könnte ihn daher mit gleichem Rechte

Monogrammisten Bd. II. 58