Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
863
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FR. Nr. 2384 — 2386. 863

2384. Stempel der Porzellan-Manufaktur in Sems rar Zeit darfranzösischen Republik, vom 21. Septbr. 1794 bis gegenEnde 1804. Diese Manufaktur wurde von Ludwig XIV.gegründet, und es ist bekannt, dass aus derselben l'racht-werke aller Art bis auf unsere Zeit hervorgingen. Das

frühere Zeichen besteht aus einer Verschlingung von zwei Buchstaben,welche für L in Cursivform genommen werden können, und wir bringendaher diesen Stempel unter L L. In dem durch diese Buchstaben ge-bildeten mittleren Felde wurde 1753 ein A gesetzt, und sofort bis 1776alle Buchstaben des Alphabets. Im Jahre 1777 fügte man zwei Ahinzu, und scbloss mit zwei R 1794. Hierauf wurde der in Abbildunggegebene Stempel {Repuhlique Franpaisc) gebraucht, welcher 1804 miteinem neuen aus den Buchstaben M, Nie. (Manufacture Nationale) ver-tauscht wurde. Napoleon I. verkündete aber bald auch durch dieProdukte der Manufaktur in Sevres seine kaiserliche Würde. Jenemit dem kaiserlichen Stempel M. IMPLE (Mauufacturc Imperiale) habendie Jahrzahlen 1004—11109. Von 1810—1814 wurde der gekrönteAdler eingedruckt.

2385. Franz Rechberger, Landschaftsmaler und Radirer, geb. zuqn( Wien den 4. Oktober 1771, gest. 1843. Schüler von F. Brand

Uj\j gleichzeitig mit Martin von Molitor, theilte er mit letzteremseine Studien, und steht auch nicht tiefer, als jener Meister. Er hinter-Hess viele radirte Blätter im Geschmackc von Everdingen und Ruysdacl.Die meisten sind nach eigenen Zeichnungen ausgeführt, zu drei Folgen& zwölf Blättern wählte er aber Zeichnungen von Dietrich aus derSammlung des Herzogs Albert von Sachsen - Teschen und des GrafenFries. Sein Zeichen, und dann auch die Cursiven F R, findet man aufschönen Radirungen, welche Landschaften mit Bäumen, Felsen undandere steinige Landstriche vorstellen, theils auch mit Hütten undeinzelnen kleinen Figuren ausstattet. Darunter ist eine Landschaft inEverdingen's Manier von 1801, qu. fol., eine solche mit einer Mühleam Kanäle zwischen Baumgruppen als Gegenstück, eine Folge von vierLandschaften mit F.R.: a) Der steile Felsen, b) der Mann auf derhölzernen Brücke, c) die Kühe an der Pfütze, d) der Mann im Kalme,kl- qu. fol. , ferner eine steinige Landschaft mit einer Hütte rechtsunter Bäumen und einem grossen Felsen hinter dieser gegen links, woein Mann den Weg hinansteigt, mit FR., qu. fol., eine Landschaft miteinem vom Hügel hcrabkommenden Manne, F. R. 1001, qu. fol, &c.Auf den Blättern nach Dietrich kommt unsers Wissens das Zeichennicht vor, sowie auch die Initialen fehlen.

F. Rechberger war ein höchst verlässiger Kunstkenner. Er richtetedie Sammlung des Grafen Fries ein, und wurde dann Direktor derKupferstich- und Handzeichnungssammlung des Erzherzogs Carl vonOesterreich. Darin ist die Sammlung des Herzogs Albert von Sachsen-Teschcn begriffen.

2386. Francesco Rosaspina, Zeichner und Kupferstecher, geb. zusrrf - Rimini 1762, gest. zu Bologna 1841. Schüler von Bartolozzi,

J^n^j lieferte er in seiner früheren Zeit mehrere Blätter in dervon jenem Meister gepflegten Punktirmanier, verfolgte aber nie ein-seitig die eine und dieselbe Richtung, sondern suchte sich alle Mittelzu erwerben, welche einem Kupferstecher volle Freiheit sichern. Manfindet daher von ihm auch glanzvoll gestochene Blätter, Radirungenund Arbeiten in Crayon- und Tuschmanier. Ueber seine Erfindungeines schnelleren Verfahrens heim Kupferstechen haben wir im Künstler-Lexicon XIII. S. 387 gehandelt, und daselbst ist auch der grösstc Thcil