Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
822
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822 F M. Nr. 2269 - 2272.

sich bis zur Mitte des Blattes, wo der Bach einen Fall bildet, herab-zieht. Rechts am Ufer stehen zwei Baumgmppcn, Und weiter nachhinten erhebt sich neben kleinen Häusern ein ansehnliches Gebäudemit Thurm. II. 3 Z. 8 L. Br. 5 Z. 11 L. Dieses Blatt erklärt HerrJ. A. Bürner für Dilettantenarbeit, und daher ist an den Träger dosvorhergehenden Zeichens wohl nicht zu denken. Vielleicht ist dasBlatt von Friedrich Munter radirt, da dieser berühmte Theologo undOrientalist auch Blätter mit F. M. bezeichnet hat.

2269. Heinrich Friedrich Müller, Maler und Formschneider, ar-

mbeitetc von 1836 an im Atelier des Professors F. W. Gubitz inBerlin, und schnitt für die Vcrlagswerke desselben eine bedentendoAnzahl von Platten. Man findet Abdrücke in den deutschen Volks-büchern, in der Volksbildergallcrie, in der Prachtausgabo der Nibel-ungen von F. v. d. Hagen, im Jahrbuch des Nützlichen und Unter-haltenden u. s. w. Nur auf wenigen Blättern kommt aber das Mono-gramm vor, und noch seltener bediente sich der Künstler der Cur-siven Fr. M.

2270. Filippo Morghen, Zeichner und Kupferstecher, der Vater des/7TV berühmten Rafacl Morghen, wurde 1730 zu Florenz geboron, und

»yj\> gründete in Neapel seinen Ruf. Er hinterliess viele Blätter,welche aber theils nur Vcrlagsärtikel sind. Das Monogramm steht aufKupferstichen in dem Werke : Antiquitä d' Ercolano, welches von 1757bis 1762 in drei gros.scn Bänden erschien. Im Künstler Lexicon IX.S. 488 haben wir andere Blätter dieses Meisters verzeichnet.

2271. Francesco Mazzuoli von Parma, genannt Parmegianino,hinterliess Zeichnungen, welche Francesco Rosaspina imitirte,und unter dem Titel: Celeberrimi Francisci Muzzola Parmensis

graphides per Lud. Inig llononiae collectae editaeque 171X1, gr. fol., be-kannt machte. Auf einigen Blättern steht das gegebene Zeichen, aufanderen ist es verkehrt, so dass wir unter M F darauf zurückkommen.Man darf indessen nicht annehmen, dass Parmegianino sich des obigenMonogramms bedient habe. Nur Rosaspina deutete dadurch den Namendes Zeichners an, und machte sich überflüssige Mühe.

Heller, Monogr.-Loxicon S. 133, sagt, dass dasselbe Zeichen, aberkleiner, auch auf deutschen Holzschnitten um 1580 vorkomme. Darüberkönnen wir keinen Aufschluss geben, da uns nie ein Blatt dieser Artvorgekommen ist.

2272. Friedrich Müller, Maler, Radirer und Dichter, genanntMaler Müller, geb. zu Crcutznach 1750, gest. zu Rom 1825.

*^ Einer der geistreichsten Männer seiner Zeit, aber viel verkanntund missverstanden, und daher mehr geschmäht als gelobt, hinterliesser eine ziemliche Anzahl von Gemälden und geistreichen Zeichnungen.Anfangs malte er Landschaften mit Thiercn und ländlichen Seenen,ungefähr in der Richtung des F. Londonio, nach seiner 1778 erfolgtenAnkunft in Rom wollte er aber zum grossen Historienmaler werden,was man ihm zeitlebens nicht zugestand. Dafür rächte sich Müllerdurch eine beissende Satyre in Wort und Bild, und es fehlte auchnicht an leidenschaftlichen Augriffen auf die in Rom lebonden Künstler,-was mit Unrecht der ihm weit überlegene Carstens in den Hören 1796,III. Heft 4., erfahren hat. Tn Rom malte Mullor auch mehrere Bilder,in welchen Teufel die Hauptrolle spielen, und darunter ist ein grösseresWerk, welches die Hölle vorstellt. Dafür belohnten ihn die Römer mitdem Titel eines Teufelmalers. Dieses Höllcnbild, und dann ein Ge-mälde mit Ulysses, wie er den Schatten des Ajax beschwört, gehören

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