FL. Nr. 2243 — 2245. 815
zeichnete und lithographirte er auch An- und Aussichton von und indem Parke von Lütschena bei Leipzig, kl. qu. fol. Die Folge bestehtin wenigstens 10 Blättern.
2243. Filippo Lauri, Historien- und Landschaftsmaler, geboren zup t Rom 1620, war der Sohn des Balthasar Lauri, eines guten
* Landschafters aus Antwerpen, und machte sich durch zahlreicheWerke bekannt. Seine Bilder sind fleissig vollendet, und erinnern inmancher Hinsicht an die vlämische Schule. Sein Vater ging aus jenerdes" Paul Bril hervor, und vererbte seine Kunstweise auch auf denSohn. Mchrero Gemälde dieses Meisters sind durch den Kupferstichbekannt. Auf einem die Abreise des Jakob vorstellenden Blatte vonTh. Major stehen die Initialen F. L., welche wohl auf dem Gemäldevorkommen. — F. Lauri starb 1694.
2244. Unbekannter Goldschmied, welcher um 1520 in DeutschlandFL Ff thätig war. Seine Produkte sind sehr mittelmässig, ebenso
'' ' ' manierirt in der Zeichnung, als roh im Stiche. Das erstoBlatt beschreibt Bartsch VIII. p. 12, das andere Brulliot App. II. No. 99.
1) Die hl. Jungfrau mit dem Kinde in den Armen auf einer vonPlanken gestützten Rasenbank sitzend. Rechts vorn ist ein Affe amStricke, und in der Mitte bemerkt man ein Häschen. Im Grunde breitetsich eine Stadt aus. Unten in der Mitte steht: S. MARIA, und linkssind die Buchstaben FL. eingestochen. H. 5 Z. 1 L. Br. 3 Z. 8 L.
2) Die heil. Barbara stehend mit der Palme in der Hand. ImGrunde links bemerkt man einen Thurm, und rechts hängt am Baumeein Täfelchen mit den Buchstaben F. L. H. 3 Z. Br. 2 Z. 1 L.
Brulliot vermuthet nur, dass dieses Blatt von der Hand dessjenigensei, welcher das Bild der Madonna gestochen hat. Es konnte sichdaher auch um einen anderen Meister handeln. Es ist aber keine Folge,dass die Initialen FL den Stecher andeuten. Man könnte auch denZeichner vermuthen und annehmen, dass der unbekannte Goldschmieddie ihm von einem Meister F L. übergebene Vorlage nicht getreu nach-gebildet habe, indem das technische Verfahren so mangelhaft ist. Wennes sich, wie wir glauben, um süddeutsche Produkte handelt, so machenwir auf einen von der Kunstgeschichte vergessenen Maler aufmerksam,welcher aus jener Schule hervorgegangen ist, die sich eines AlbrechtDürer's rühmt. Es ist diess Friedrich Lebenpacher, welcher von 1504bis 1508 den Fresco-Cyklus auf dem Schlosse Rungclstcin oder Runkel-stein bei Botzen vollendete. Die älteren Malereien dieses Schlossesenthalten Bilder aus den Dichtungen des Mittelalters, und gehörendem 14. Jahrhundert an. Jörg Khölderer fügte zu Ende des 15. Jahr-hunderts historische Scenen bei, und F. Lebenpacher vollendete dasWerk. Professor Zingerle in Innsbruck hat in neuester Zeit die Freskendes Runkelstein durch Abbildungen bekannt gemacht.
2245. Francois Laurent und F. K. S. Lobaud werden zu den•F-L-16J3. Emailmalern der Schule von Limoges gezählt, und dazuVtT, kommt vielleicht noch ein dritter F. L. zeichnender Künstlerdieses Faches. Wir führen sie hier nach L. de Laborde, Notice desEmaux. Paris 1852 p. 294 ein, bemerken aber im voraus, dass der ge-nannte Schriftsteller selbst nicht genauen Aufschluss geben konnte. Inder Sammlung des M. Didier Petit zu Lyon befand sich noch vor we-nigen Jahren ein Email von 19 C. Höhe und HC. Breite, welches diehl. Dreieinigkeit in Farben vorstellt, mit der Bezeichnung F. L. 15(12.Im Catalog der Collection Petit wird es No. 13 dem Francois Laurentvon Limoges zugeschrieben. Ein zweites Email derselbeu Sammlung