Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
803
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FK. Nr. 2208 — 2209. 803

gemaltes Bildniss einer Frau bezeichnet. Das erste Zeichen gibt Morlonach einem kleinen Gemälde von 1629, welches das Brustbild einesMannes mit Krause und langem Barte in voller Lebensfrische vorstellt.Merlo nennt auch Bildnisse mit dem Namen des Künstlers, darunterjenes des Geschichtschreibers Aegidius Gclenius in lebensgrosser Halb-figur mit gefalteten Händen vor dem Crucifixe: A<± Aetatis Suae 35 \ I 620.

2208. Johann Friedrich Kauke, Zeichner und Kupferstecher vonBerlin, ist durch mehrere radirte und gestochene Blätter be-kannt. Darunter findet man sein eigenes Bildniss von 1759,jenes des berühmten Kupferstechers J. G. Wille 1759, und

des Friedrich Wilhelm Marburg 1758, alle in 4. Ferner erwähnen wirzwei Blätter nach B. Rode, Pygmalion vor seiner Statue, und Lothmit den Töchtern vorstellend, kl. fol. Von zwei Blättern nach J. Courtinstellt das eine die Priesterin der Venus, das andere eine Vestalin vor.Nach Joseph Angeli stach er 1756 ein Blatt unter dem Titel: Le petitTambour, fol. Dann hat Kauke auch Blätter nach eigenen Zeichnungenradirt. Man findet auf solchen Blättern das Monogramm mit dem Wortefecit, und auch den Namen. Er starb 1777'als Accise-Beamter in Pommern.

2209. Ferdinand Kobell, Landschaftsmaler und Radirer, geborenSfTf f-T/J zu Mannheim 1740, gestorben zu München 1799, ist zu

^v-/«x&\^. den vorzüglichsten Meistern seiner Zeit zu zählen, unddas Lob, welches ihm im reichlichen Maasse gespendet wurde, kannselbst den Erzeugnissen der neueren Landschaftsmalerei gegenübernicht sehr herabgestimmt werden. Kobell's Gemälde besitzen grosseVorzüge, und auch seine Radirungen gehören zu den geistreichstenArbeiten dieser Art. Nach der Unzahl der Zeichnungen, welche vonihm vorkommen, kann er nicht beurtheilt werden, da sie grösstentheilszu flüchtig behandelt sind. Seine Radirungen muss man ebenfalls inalten Abdrücken suchen, da nur diese vollkommen entsprechen. Sieerschienen einzeln, und in Folgen. Eine Gesammtausgabe, welche alsdie besste bezeichnet werden kann, hat den Titel: Oeuvre complet deFerd. Kobeü, peintre de la cour Eleu. Bavaro-Palatine et graveur ä V eau-forte, cont. 179 Planches de paysages et de figures. Publ. par J. F. Frauen-holz et Comp, i Nuremberg, 11109. Die Platten von ungleicher Grössesind auf 79 Foliobogen abgedruckt. Beigegeben ist das Brustbild desMeisters nach Jos. Hauber von Schlotterbcck gestochen. Die Exemplareauf Velinpapier in gr. fol. kommen selten vor. Die Abdrücke sind indieser Ausgabe alle vollendet, man findet aber im früheren Zustandeauch viele Varietäten, theils reine Aetzdrücke von den weniger odermehr vollendeten Platten, und darunter solche vor dem Tuschtone,welcher "zuweilen bei in Umrissen radirten Platten angewendet wurde.Auch vollendete Abdrücke vor der Schrift kommen vor. Solche Exemplaregehören zu den Seltenheiten. Doch sind auch mehrere reine Aquatinta-blätter selten, da sie nicht in den Handel kamen. Im Jahre 1841 er-schien in Stuttgart eine neue Ausgabe des Werkes dieses Künstlers,80 Blätter mit Abdrücken von 178 Platten, und einer Vorrede vonDr. Franz Kugler, welcher aber die alte Schönheit der Platten nichtmehr herboireden konnte. Diese neue Ausgabe kommt gebunden vor, fol.Beschrieben sind die Blätter Kobell's in folgendem Werke: Cata-logue raisonne des eslampet de Ferdinand Kobell, Par Etienne Baron deStengel. Nuremberg 1022 chez Riegel et Wissner, 8. Baron Stengel be-schreibt 359 Abdrücke unter 264 Nummern. Er besass das Werk Kobell'smit allen Druckverschicdcnhciten, worunter sehr viele Blätter zu dengrössten Seltenheiten gehören, da er sie von dem Künstler selbst erhielt.Dennoch fehlen im Catalogue raissone mehrere Notizen. Der Verfasser

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